“Coronafrei” und nichts zu tun?

Nicht jeder hat Lust zum Fensterputzen oder auf die Jagd auf Wollmäuse, nur weil der Betrieb geschlossen oder der Arbeitgeber das Homeoffice noch nicht auf die Reihe bekommen hat. Wer die Zeit stattdessen mit etwas Schönem verbringen will, kann sich ja jetzt zum Beispiel  mit Kunst beschäftigen.

Auch wenn die Museen und Ausstellungen natürlich geschlossen sind. Für mein Posting im Monat März hatte ich einen Beitrag über eine aktuelle Ausstellung im Kopf schon fertig. Das hat sich erübrigt. Stattdessen greife ich noch einmal auf ein Thema zurück, das ich hier kürzlich schon einmal behandelt hatte: die digitalen Angebote der Museen.

Online-Kurs

Wer sich auf unterhaltsame Art der modernen Kunst widmen oder sich entsprechend fortbilden will, kann zum Beispiel das E-Learning-Angebot des Frankfurter Städel wahrnehmen: Kunstgeschichte online. Der Städel-Kurs zur modernen Kunst.

Der liebevoll gestaltete Kurs ist schon ein paar Jahre alt. Aber weder verstaubt noch dröge. Es gibt viele Elemente zum Ausprobieren und selbst Tätigwerden. Er ist nicht nur für alle interessant, die sich zum ersten Mal mit Kunst beschäftigen, sondern dürfte eigentlich allen Spaß machen, die sich gern Bilder und Skulpturen ansehen.

 

Aufgabe aus dem Städel-Olinekurs. © Städel Museum

Vorträge und Konzerte

Das ZKM in Karlsruhe, sozusagen der Spezialist fürs Digitale in der Kultur, hat unter anderem viele, viele Videos und Tondokumente zu Ausstellungen, Konzerten, Konferenzen und anderen Projekten online gestellt. Erfasst ist das Programm seit 1990 und im Spektrum vom einminütigen Kurzfilm bis zur Dokumentation der Konferenz zur Interaktion von Mensch und KI im Jahr 2019 sind etliche Perlen zu finden.

© ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe, Foto: Fidelis Fuchs

Das Kunsthistorische Museum Wien hat seit einiger Zeit einen eigenen YouTube-Channel, der Vorträge von international bekannten Kunsthistorikern und Museumsleitern und Vertreten der Kunstszene zur Verfügung stellt – Dauer jeweils etwa eine Stunde. Unter den mehr als 40 Videos ist zum Beispiel aber auch ein berührendes Dokument, das den britischen Künstler Lucian Freud an jenem Tag zeigt, an dem er zum letzten Mal vor seinem Tod 2011 die Kraft hatte, zu malen.

What to Watch When
You’re Stuck at Home

Es muss ja nicht immer die reine Kunst sein. Die Kuratoren des New Yorker MoMA haben sich etwas anderes einfallen lassen, um ihrem Publikum die museumsfreie Zeit zu verkürzen. Auf der Webseite des Museums empfehlen sie ganz unterschiedliche Filme zum Streamen zu Hause.

Eva Bambach

Ich arbeite als Kunsthistorikerin freiberuflich als Redakteurin/Lektorin/Autorin. Dieser Blog enthält Überlegungen und Informationen, die ich sonst nirgendwo unterbringe. Die aber rauswollen.

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