Schule, Lehrer, Hirn

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auf der Frequenz von Geist und Gehirn
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Braincast 222

Die Schüler frech und faul, die Lehrer überfordert, die Eltern anderweitig beschäftigt und die Hirnforscher mit pädagogischen Hinweisen, die nicht zünden: Die Schule ist ein Problemfeld mit zahlreichen Fronten. Als Zugabe: erfolgreiches Altern.

 
MP3 File Dauer: 35:48

Hier die fiese Schätzfrage zur weihnachtlichen Verlosung: Der Sehnerv hat nur sieben Millimeter Durchmesser. Er ist so dünn, weil wir nur an einer Stelle der Netzhaut scharf sehen – am gelben Fleck mit einem Durchmesser von 1,5 Millimeter. Was meinen Sie: wie dick wäre der Sehnerv, wenn wir an der gesamten Netzhaut scharf sehen?

  • A: wie ein Ankertau
  • B: wie ein Elefantenrüssel
  • C: wie eine altgriechische Säule.

Antworten bitte an al (@) nurindeinemkopf (.) de.

Zu gewinnen gibt es wie immer Abos meiner Brot-und-Butter-Zeitschrift Gehirn&Geist – fünf an der Zahl –, im Nachklang des Interviews mit Dan Ariely einmal sein erstes Denken hilft zwar, nützt aber nichts und zweimal sein zweites Buch Fühlen nützt nichts, hilft aber sowie einmal das wunderbare Das Gehirn von Rita Carter.

Der Link der Woche ist einer zum ceterum ceseo. Da kann einem ganz schön schwindelig werden: Atommüll – Endlager verzweifelt gesucht. Der Link führt zum direkten Download der ganzen Sendung. Wer sich gern vorher informieren möchte klickt hier.

NEWS

SHOWNOTES

Funky school: Floatin Funk von Adventures of Leonid, The Battle For Ventura Blvd. von Chad Smith’s Bombastic Meatbats, das sehr coole 3 over 4 instrumental von Clockwatcher und Mumbo Jumbo von B.D. Lenz.

Arvid Leyh

Veröffentlicht von

www.nurindeinemkopf.de

Nach diversen Artikeln und zwei Büchern zwischen Geist und Gehirn hier der Podcast. Wichtigster Punkt: die Übersetzung der aktuellen Erkenntnisse in verständliche Sprache, praktischen Alltag und guten Humor.

3 Kommentare

  1. Bildungsreform / Kernenergie

    Hi Arvid,

    ich freue mich jede Woche auf deinen Braincast und bin immer gespannt welches Thema du bringst. Besonders gut hat mir das doppelte Interview mit Dan Ariely gefallen.

    Das aktuelle Thema “Schule, Lehrer, Hirn” ist ein richtig heißes Eisen: die Probleme sind offensichtlich, aber noch mehr als sonst scheint die Diskussion auf allen Ebenen von Meinungen und Ideologien geprägt sowie durch persönliche Interessen einzelner Personen oder Gruppen getrieben zu sein. Als Ergebnis verharrt man im Status Quo mit etwas Kosmetik.

    Etliche Personen agieren vor Ort hoch motiviert und sind bereit für Veränderungen. Sie stemmen sich jedoch oft verzweifelt gegen Verordnungen und bürokratische Mühlen. Und die Politik scheint auch lieber Ideologien zu verteidigen, als gemeinsam parteiübergreifend an der Sache zu arbeiten.

    Eine erhellende Analyse mit guten Lösungsvorschlägen bietet Spitzer in seinem Buch “Medizin für die Krise”. (Kennst du bestimmt schon.) Er plädiert für eine methodisch fundierte und empirisch auf Wirksamkeit geprüft Vorgehensweise, die sich an wissenschaftlichen Fakten orientiert.

    Eine Ad-hoc-Maßnahme wäre aus meiner Sicht, wenn Bildungsverantwortung einheitlich vom Bund wahrgenommen würde und nicht an die Kultusministerien der Bundesländer delegiert bliebe. Auch sollte Bildungspolitik nicht in Verwaltungsvorgaben zu Inhalten und Durchführungen sondern in klaren Zielbeschreibungen und -vorgaben bestehen.

    Gestatte mir noch eine zweite Anmerkung: Gute Rhetorik ersetzt keinen Inhalt.
    Bei dem Thema Gehirn und Geist spiegelst du vorbildlich deine Aussagen im jeweiligen Gesamtkontext, um sie dabei von unterschiedlichen Perspektiven her zu beleuchten und zu bewerten. Du untermauerst deine Aussagen durch Fakten und Quellenangaben.
    Deine persönliche Meinungen sind erkennbar und werden von dir gleichzeitig nicht verabsolutiert, sondern bleiben immer auch zur Diskussion stellbar. Dies alles geschieht in der Form spannend und unterhaltsam, im Inhalt fundiert und seriös. Ich empfinde dich hierbei als sehr professionell.

    Ganz anders deine Ausflüge in die Kernenergienutzung. Hier höre ich nur Meinungen, Positionen und Stimmungsmache. Ich vermisse die kritische Analyse deiner Aussagen: z.B. das umfassende Bewerten und Abwägen mit Alternativen der Energieversorgung sowie die Beurteilung von Risiken und Gefährdungen mit denen anderer Lebensrisiken.

    Die Fragen sind nicht trivial zu beantworten; Zusammenhänge oft sehr komplex. Angst ist immer ein schlechter Ratgeber und Gewöhnung gibt nur vermeintliche Sicherheit. Radioaktivität ist nicht ungefährlich. Kernenergie birgt sicher Risiken und ist auch nicht billig. Dies gilt aber auch für alle anderen Arten der Energiegewinnung.

    Einen guten Einstieg in das Thema Radioaktivität und Kernenergienutzung gibt das Buch: Stierstadt: Atommüll – wohin damit? Verlag Harri Deutsch.

    Schwieriger ist das Abwägen mit den Alternativen. Den Königsweg der Energieversorgung gibt es nicht. Mit vorschnellen Antworten sollte man vorsichtig sein und sich davon leiten lassen wie man z.B. mit allgemeinen Risiken der chemischen Großindustrie, dem Kfz-Verkehr oder dem aktiven/passiven Rauchen umgeht. Eine sachlichere Diskussion wäre wünschenswert.

  2. Kernenergierhetorik

    Danke für die Blumen, Michael, auch die rhetorischen.

    Wenn Du meine Aussagen zur Laufzeitverlängerung bereits eine Weile verfolgst weisst Du, dass ich zum grundsätzlichen Ausstieg gar nicht viel zu sagen habe. Zum einen kann ich mir hier tatsächlich keine fundierte Meinung erlauben, zum zweiten sitze ich hier an einem kalten Tag in einem warmen Büro an einem Computer, bin mir also der Notwendigkeit von Energie durchaus bewusst. Und zum dritten bringt es nichts, wenn die deutschen KKWs abgeschaltet werden, und dafür in Frankreich oder Tschechien eins hochgeht. Ich verlinke inhaltlich also ich fundierte Aussagen als meine, denn schlussendlich geht es hier immer noch ums Hirn.

    Was mir stinkt, und zwar richtig stinkt, ist die Perfidie, mit der die großen Anbieter entgegen aller vorherigen Gesetze – und entgegen der gebotenen Vernunft, wie sie meiner Informationslage entspricht – mit ihrer Technologie wieder in den Markt gedrückt haben. Das will ich unwidersprochen so nicht hinnehmen.

    Weil jeder vor seiner eigenen Tür kehren muss, habe ich einen Ökostromanbieter. Und weil jeder tun muss, was er kann, agitiere ich an meinem eigenen kleinen Rednerpult. Das werde ich auch weiter tun. Ich hoffe, es nervt Dich nicht zu sehr.

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