Fairness bei Hunden?

researchblogging Bastian sagt Bastian sagt:
Was für andere Blogs ihre Katzen sind füllen wir hier mit Hunden auf, so schrieben wir schon über haarlose Hunde, Fast-Mapping in Hunden und Schäferhunde die (gar nicht so unschuldige) Jungen vergewaltigen. Aber um ehrlich zu sein ist „wir“ vielleicht nicht ganz korrekt, eigentlich liegt es an mir, so als stolzer Begleiter eines Hundes interessieren mich solche Paper meistens etwas mehr.

Deshalb soll es heute auch wieder um Hunde gehen und darum um ob sie einen Sinn für Fairness haben. Lange wurde gedacht das Fairness etwas sehr menschliches sei, aber ähnliche Experimente wurden auch schon für Kapuzineräffchen und Schimpansen gemacht die auch einen Sinn für faires Verhalten zeigten. Das Team um Friederike Range aus der Abteilung für Neurobiologie in Wien teste nun ob auch Hunde ein ähnliches Verhalten zeigen.

Dazu wurde ein recht simples, aber deshalb natürlich nicht weniger elegantes (im Gegenteil), Experiment durchgeführt. Die getesteten Hunde sollten auf Kommando die Pfote geben und wurden dafür je nach Aufbau des Experimentes mehr oder weniger belohnt. So wurden die Hunde sowohl einzeln getestet wobei sie entweder das „low-quality-food“, sprich Brot bekamen oder erst gar nicht mit Futter belohnt wurden.

In den anderen Test-Situationen wurden immer Paare von Hunden getestet. So bekamen entweder beide für das Pfote—geben die gleiche Belohnung (oder beide gar keine). Oder einer bekam Brot während der andere Wurst („high-quality-food“) als Belohnung erhielt. In anderen Versuchen bekam ein Hund gar nichts, während der andere mit Brot belohnt wurde.

Und im letzten Fall führte der eine Hund das Kommando aus und der andere nicht, wobei jedoch beide dann gleich belohnt wurden. Und wem das jetzt zu kompliziert war kann ja mal einen Blick in die Tabelle werfen.

Tabelle 1
Wer bekommt nun was?

So weit so gut, doch jetzt mal zu den Ergebnissen, zeigen Hunde Verhalten was auf einen Sinn für Fairness hindeutet? Die Antwort lautet zum Teil: Wenn die Hunde mit einem Partner getestet wurden und nur einer belohnt wurde so befolgte der Nicht-Belohnte die Kommandos früher nicht mehr. Während beide auch mitmachten wenn sie beide nicht belohnt wurden.
Anders als in Primaten scheint die Qualität der Belohnung Hunden recht egal zu sein. So änderte sich nichts im Verhalten wenn einer der Partner die Wurst bekam und der andere nur das Brot.

Das Fazit ist also: Seit lieb zu euren Hunden und behandelt beide gleich gut. Und ich geh nun nochmal mit meinem raus.


F. Range, L. Horn, Z. Viranyi, L. Huber (2008). The absence of reward induces inequity aversion in dogs Proceedings of the National Academy of Sciences DOI: 10.1073/pnas.0810957105

Veröffentlicht von

Bastian hat seinen Bachelor in Biologie in nur 8 statt 6 Semestern abgeschlossen. Nach einem kurzen Informatik-Studiums-Intermezzo an der TU Dortmund hat es ihn eigentlich nur für ein Stipendium nach Frankfurt am Main verschlagen. Dort gestrandet studiert er dort nun im Master-Programm Ökologie und Evolution. Zumindest wenn er nicht gerade in die Lebensweise der Hessen eingeführt wird. Neben seinen Studiengebieten bloggt er über die Themen, die gerade in Paperform hochgespült werden und spannend klingen.

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