Kampf um CRISPR – eine technologische Revolution zwischen wissenschaftlichem Erkenntnisdrang und kapitalistischer Verwertungslogik

Ein Urheberstreit um eine wissenschaftliche Entdeckung ist kein ausschliesslich modernes Vorkommnis. Der wohl bekannteste Streit um die Erst-Autorenschaft einer wissenschaftlichen Leistung liegt bereits mehr als 300 Jahre zurück: Newtons Kampf gegen Leibniz um die Entwicklung der Infinitesimalrechnung.  Doch während es beim von ersterem vom Zaum gebrochenen Prioritätenstreit ausschliesslich um Ruhm und Ehre ging und mit Worten und persönlichen Verunglimpfungen gekämpft wurde, geht es beim Kampf um den Anspruch einer wissenschaftlichen Erst-Entdeckung heute um Milliarden von Dollar, und gekämpft wird mit Anwälten und Streitklagen vor Gericht.

Beim aktuellsten Beispiel für einen solchen Streit geht es um die gentechnologische Methode „CRISPR“.  Was für die meisten Menschen so harmlos klingt wie ein Müsliriegel ist für Biologen und Ärzte der wohl bedeutendste wissenschaftliche Durchbruch dieses Jahrhunderts mit einem gewaltigen revolutionären Potential für Anwendungen in Medizin und Humangenetik. „CRISPR“ steht für „clustered regularly interspaced short palindromic repeats“ und beschreibt bestimmte Abschnitte sich wiederholender DNA-Stücke im Erbgut von Bakterien. Bei Infektion mit Phagen (Viren) ist es ihnen damit möglich, Teile der viralen Fremd-DNA in ihre eigene DNA zu integrieren (in die nämlichen CRISPR-Regionen). Der eingegliederte DNA-Teil funktioniert dann wie ein Fahndungsfoto. Sobald Viren mit dieser DNA das Bakterium erneut angreifen, erkennen die Bakterienzellen die exogene DNA und können sofort den gewünschten Schutz aufbauen. So werden die Bakterienzellen gegen diese bestimmten Viren immun. Konkret gesellt sich zu diesem Zweck zur CRISPR-DNA das Enzym „Cas9“ (es gibt auch noch zahlreiche weitere Mechanismen mit anderen Enzymen). Der zusammengesetzte Komplex aus beiden ist für die Gentechniker nun besonders interessant, denn er funktioniert wie Legobaustein-Finder und Schere zugleich: Die Geningenieure bestücken den CRISPR/Cas9-Enzymkomplex mit einer Sequenz, die genau komplementär zu der gewünschten DNA-Zielsequenz ist. Dieser Gesamt-Komplex findet dann die gewünschte Zielsequenz in der DNA und schneidet diese genau dort auf. Daraufhin lässt sich eine beliebige neue Gensequenz einbauen oder eine jede alte ersatzlos entfernen.

Dies gibt der neuen Technologie eine schier unglaubliche Potenz. Ob in pflanzlichen, tierischen oder menschlichen Zellen, mit Hilfe dieser neuen Technik lassen sich Gensequenzen  punktgenau ersetzen, verändern oder entfernen, und dies schnell, präzise und sehr billig. Was früher Wochen, Monate oder Jahre gendauert hat und zudem sehr fehlerhaft war, lässt sich mit CRISPR/Cas9 mit sehr hoher Genauigkeit in Stunden und Tagen erreichen. Für manche medizinische Anwendung ist die Technik bereits derartig weit entwickelt, dass schon in wenigen Jahren klinische Studien möglich erscheinen. Schon träumen die Mediziner davon, mit CRISPR zahlreiche Erbkrankheiten behandeln zu können, aber auch Menschheitsplagen wie Aids, Malaria, Diabetes, Krebs und zahlreiche altersbedingte Krankheiten. Und die Frage steht bereits im Raum: Lassen sich mittels CRISPR zuletzt sogar menschliche Eigenschaften wie Schönheit und Intelligenz genetisch beeinflussen? Mäuse lassen sich mit gentechnischen Methoden schon bedeutend intelligenter machen. Wie lange wird es dauern, bis dies auch beim Menschen möglich ist? Oder könnten wir gar komplette Genome und damit vielleicht auch Lebenswesen – und zuletzt auch Menschen –  mit ganz neuen Eigenschaften synthetisch herstellen? Tatsächlich erscheinen solche Szenarien mit CRISPR/Cas9 sehr viel schneller realistisch zu werden als dies noch vor wenigen Jahren selbst die größten Optimisten unter den Gentechnologen für möglich hielten. So spekulieren die Wissenschaftler schon nicht mehr darüber, ob das erste CRISPR-Baby kommen wird, sondern darüber, wo es wohl geboren wird (mit Blick auf die jeweilige Gesetzeslage lautet die Antwort gemäss einer Umfrage des Wissenschaftsmagazin „Nature“: in Japan, China, Indien oder Argentinien).

Nicht weniger bedeutende Möglichkeiten ergeben sich mit CRISPR auf dem Gebiet der Pflanzenzucht. Anders als bisherige gentechnische Methoden, wie sie bei der Herstellung transgener Pflanzen zum Zuge kommen, würden sich Organismen, die mit CRISPR/Cas9 verändert werden, kaum von natürlichen Mutationen unterscheiden lassen, da nur einzelne punktuelle und spezifische genetische Veränderungen vorgenommen werden, die auch in der Natur entstehen könnten (wenn auch mit wesentlich geringerer Wahrscheinlichkeit). Dadurch liessen sich beispielsweise ganz spezifische Resistenzen gegen Pilze oder andere Krankheitserreger in das Genom heutiger besonders ertragreicher aber gegen bestimmte Erreger empfindliche Reis- oder Weizensorten implantieren, die sich dann nur in dieser einen Eigenschaft, bzw. in dem einen Gen von den ursprünglichen Sorten unterscheiden. Diese Form der Gentechnik wäre für Konsumenten unter Umständen akzeptabler, da ihre Eingriffe punktgenau und damit viel kontrollierter verliefen und prinzipiell einer natürlich vorkommenden Art entsprechen könnten. Insbesondere in armen Ländern verspricht CRISPR ganz neue Ertragsmöglichkeiten für Nutzpflanzen. Einige europäische Länder, wie beispielweise Schweden, haben bereits erste Feldversuche mit CRISPR-modifizierten Pflanzen genehmigt, und dies genau mit dem Hinweis, dass sich diese nicht grundsätzlich von konventionellen Züchtungen bzw. natürlichen Mutationen unterscheiden. Ggfs. müssten solche CRISPR-geneditierten Pflanzen gar nicht mehr als „genveränderte Pflanzen“ angesehen werden und unterstünden damit nicht entsprechenden Regulationen, sagen einige Genetiker sowie Farmer bereits.

Bei all diesem Potential benötigt CRISPR eine technologische Infrastruktur und ein Knowhow, das schon bald jedem durchschnittlichem Genlabor, ja bald sogar vielleicht gymnasialen Schulklassen, zur Verfügung stehen könnte. So werden auf der Internet-Plattform Indiegogo bereits „do-it-yourself“ Gen-Editier-Kits verkauft, mit denen ab 75 US Dollar jeder zuhause Genom-Editierung an Bakterien oder Hefezellen durchführen kann. Für grad einmal 130 US Dollar gibt es ein CRISPR-Set samt detaillierten Anweisungen.

Trotz (oder gerade wegen) ihres enormen technologischen Potentials sowie ihrer unmittelbaren technologischen Umsetzbarkeit wirft diese Methode allerdings auch einige sehr kritische Fragen auf. So ist die Hauptsorge der Bioethiker, dass es durch sie sehr viel einfacher wird, modifizierte DNA in die Keimbahn von Lebenswesen einzubringen und damit deren Eigenschaften dauerhaft zu beeinflussen. Bereits seit Jahren bemühen sich die Biowissenschaftler um Verfahren, durch gezielte genetische Beeinflussung der vererbbaren Eigenschaften spezifische Veränderungen in ganzen Populationen von Lebewesen zu erreichen, beispielsweise um in der Natur vorkommende  krankheitserregende Insekten weniger gefährlich zu machen. Sie sprechen in diesem Zusammenhang auch von „gene-Drive“. Durch entsprechende genetische Mutationen ist „gene drive“ begrenzt auch Bestandteil  der natürlichen Evolution. Doch CRISPR/Cas9 verleiht den Biotechnologen mit einem Mal neue, schier grenzenlose Möglichkeiten, diesen Prozess von aussen zu steuern. Denn normalerweise vermögen sich (vorteilhafte) Mutationen – ob zufällig entstanden oder mit Absicht erzeugt – erst im Verlaufe von vielen Generationen in einer freien Population auszubreiten, da sie gemäss der Mendel’schen Regeln jeweils nur an die Hälfte der Nachkommen vererbt werden. Doch ist es den Biologen mit Hilfe der CRISPR-Technik gelungen, eine Methode zu entwickeln, die genetische Veränderung auf einem elterlichen Chromosomenstrang auf einfache Art und Weise auf den anderen Chromosomenstrang in der diploiden Zelle zu kopieren. Damit ist es möglich, den natürlichen Wert der erblichen Übertragung von veränderten Genen von 50% auf 100% zu bringen. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit kann sich so die angestrebte genetische Veränderung in einer gesamten Population durchsetzen.

Die CRISPR-Technik erscheint wie ein Flaschengeist, der den Biologen all ihre Wünsche zu erfüllen verspricht. Doch eine Technologie, die potentiell ganze Spezies verändern und ausrotten kann, auch wenn dies zunächst Krankheitserreger sind, wirft ganz neue ethische Fragen auf, die Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger erst beginnen zu verstehen. Können wir wirklich wollen, dass Eltern über detaillierte Eigenschaften ihres Nachwuchses entscheiden? Was würde es bedeuten, wenn gentechnisch optimierte Menschen denjenigen, die ihren Gen-Mix nach dem Millionen Jahre alten „Zufallsverfahren“ erhalten haben, hinsichtlich kognitiver oder körperlicher Fähigkeiten deutlich überlegen sind? Zugleich ist die mit CRISPR verbundene Entwicklung derart rasant, dass das Reaktionsvermögen der gesellschaftlichen Entscheidungsträger – auch in Anbetracht des bei ihnen ohnehin schwach entwickelten Bewusstsein für den Entwicklungsstand der Wissenschaften – wohl bedeutend zu langsam ist, um diesen Geist bei Bedarf wieder in seine Flasche zu bringen. So dauerte es bereits vor 75 Jahren von der wissenschaftlichen Entdeckung der Spaltbarkeit des Uran-Atomkerns bis zu den Atompilzen von Hiroshima und Nagasaki gerade mal sieben Jahre. Dies liess den Schweizerischen Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt in seinem bekannten Theaterstück Die Physiker von 1961 formulieren: „Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkungen alle Menschen.“ Dürrenmatt würde sein Stück heute wohl  Die Biologen nennen.

Anstatt militärischer Interessen während der Zeit des zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs überwiegen heute kommerzielle Dimensionen die Diskussion um technologische Entwicklungen. Die Aussicht auf Milliarden-Geschäfte, die neue Technologien versprechen, macht die Aufgabe, Ginis wie CRISPR zu kontrollieren, noch schwieriger. So ist es kaum verwunderlich, dass um die CRISPR/Cas9-Technolgie bereits ein heftiger Patentstreit ausgebrochen ist, hinter dem gewaltige ökonomische Interessen einzelner Firmen und Institutionen stehen. Die CRISPR-Patente könnten Milliarden von US-Dollars wert sein. Solche Summen konstituieren nahezu zwangsläufig „Sachzwängen“, bei denen Wissenschaftler meinen, nicht mehr anders entscheiden zu können als ihre Technologien ohne weitere Bedenken weiterzuentwickeln. Die – oft kurzfristig agierende und externalisierte Kosten ignorierende  – kapitalistische Verwertungslogik ist heute eine gewaltige Kraft, die der Differenzierung und ethischer Reflexion bei der Entwicklung und den Einsatz neuer Technologien entgegenwirkt. Dabei geht bei Fragen wie der geeigneten Verwendung von CRISPR um weit als ein paar Milliarden Dollar Gewinn für ein paar Unternehmen: Es geht um nichts weniger als das Überleben der menschlichen Zivilisation, wie wir sie kennen. Die Möglichkeiten von Technologien wie CRISPR stellen in letzter Hinsicht jeden einzelnen Menschen, jeden von uns, in Frage. Wie wir mit ihnen umgehen, bestimmt die Zukunft unserer individuellen Würde und Freiheit und unseres Menschseins an sich.

Dass unter Wissenschaftlern der dazu notwendige Diskurs möglich ist, zeigt der im Frühjahr 2015 veröffentlichte Appell einer Gruppe führender Biologen an die Öffentlichkeit, den mit CRISPR gegeben bio- und gentechnologischen Möglichkeiten Einhalt zu gebieten. Dieser Aufruf hat einen prominenten historischen Vorläufer: die von Bio-Wissenschaftlern organisierte  Konferenz von Asilomar von 1975.  Es war die erste Konferenz zu den Risiken der damals noch jungen Gentechnologie und der gerade entdeckten Technik der DNA-Rekombination. Konkret ging es in Asilomar bereits um mögliche  Rahmensetzungen und Regeln zur Produktion und Handhabung gentechnisch veränderter Organismen. Die von den Wissenschaftlern dort beschlossenen Sicherheitsrichtlinien wurden in vielen Staaten später zur Grundlage von gesetzlichen Regelungen.

Der Patentstreit um CRISPR wird vor den amerikanischen und europäischen Patentgerichten ausgefochten, wo es um rein kommerzielle Interessen der gegnerischen Parteien geht. Die ethische Bewertung und politische Gestaltung dieser neuen Technologie muss dagegen weit über die Vertretung von kommerziellen Interessen Einzelner hinausgehen. Sie erfordert keine Patentgerichte, sondern das demokratische Engagement eines jeden von uns.

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Jahrgang 1969 habe ich in den 1990er Jahren Physik und Philosophie an der Universität Bonn und der École Polytechnique in Paris studiert, bevor ich am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden im Bereich theoretischer Physik promoviert und dort auch im Rahmen von Post-Doc-Studien weiter auf dem Gebiet der nichtlinearen Dynamik geforscht habe. Vorher hatte ich auch auf dem Gebiet der Quantenfeldtheorien und Teilchenphysik gearbeitet. Unterdessen lebe ich seit nahezu 20 Jahren in der Schweiz. Seit zahlreichen Jahren beschäftigte ich mich mit Grenzfragen der modernen (sowie historischen) Wissenschaften. In meinen Büchern, Blogs und Artikeln konzentriere ich mich auf die Themen Naturwissenschaft, Philosophie und Spiritualität, insbesondere auf die Geschichte der Naturwissenschaft, ihrem Verhältnis zu spirituellen Traditionen und ihrem Einfluss auf die moderne Gesellschaft. In der Vergangenheit habe ich zudem zu Investment-Themen (Alternative Investments) geschrieben. Meine beiden Bücher „Naturwissenschaft: Eine Biographie“ und „Wissenschaft und Spiritualität“ erschienen im Springer Spektrum Verlag 2015 und 2016. Meinen Blog führe ich seit 2014 auch unter www.larsjaeger.ch.

55 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Die Hürden um CRISPR-Cas9 in der Humanmedizin für etwas anderes als die Therapie von Erbkrankheiten einzusetzen sind in Europa und den USA sehr gross. Heute gibt es nämlich in den meisten grossen Spitälern fest etablierte Ethikkommissionen.
    China dagegen scheint eugenischen Bemühungen gegenüber sehr offen wie man dem New York Times Artikel In China, Eugenics Determines Who Plays in School Bands entnehmen kann. Es kursieren dort national gefärbte Ideen von der Erneuerung des chinesischen Volkes mit dem Ziel es (wieder) an die Weltspitze zu bringen, eine Position die den geschichtsbewussten Chinesen als die natürliche erscheint. Eugenische Verbesserungen sollen helfen dieses Ziel zu erreichen wobei ethische Bedenken kaum eine Rolle spielen. Ich erwarte also, dass es keine global gültigen Regeln betreffend Einsatz der CRISPR/Cas9 Methode geben wird wie es überhaupt wenig Regulierungen gibt, die länderübergreifend gelten. Mit einiger Wahrscheinlichkeit werden also in einigen Teilen der Welt Methoden wie CRISPR/Cas9 schon bald – in 10 bis 20 Jahren – auch beim Menschen angewandt werden, während es anderswo stren g reguliert, ja verboten sein wird. Die Globalisierung wird dann bewirken, dass Menschen mit dem (hier unerfüllten) Wunsch nach einem genetischen Update dorthin reisen, wo dies erlaubt ist.

    • Der Artikel Baby Genome Sequencing for Sale in China Mit dem Untertitel Chinese parents can now decode the genomes of their healthy newborns, revealing disease risks as well as the likelihood of physical traits like male-pattern baldness. weist ebenfalls auf das Interesse chinesischer Eltern an der genetischen Ausstattung ihres Nachwuchses hin. Vom Wissen über die Gene ist es kein weiter Weg zum Wunsch nach den “richtigen” Genen.

    • Wenn Gen-Editierte besser dastehen, also gesünder sind, länger leben, intelligenter sind, dann wird daraus eine grosse Versuchung. Wie gesagt, wird es in Europa und wohl auch in den USA keinen (legalen) Weg zu diesen Verheissungen eines nicht medikamentös, sondern genetisch verbesserten Lebens, geben. Doch in anderen Ländern vielleicht schon.
      Die National Academy of Sciences der USA haben kürzlich Empfehlungen zur Gentherapie am Menschen herausgegeben, in denen auch die zukünftige Keimbahntherapie, wenn sie einmal ausgereift ist, gerechtfertigt wird – allerdings nur für die Beseitigung von genetisch bedingten Erkrankungen, “Verbesserungen” werden ausdrücklich abgelehnt. Dabei werden jedoch auch Bedenken geäussert wie:Once you approve any form of human germline modification you really open the door to all forms,” says Marcy Darnovsky, executive director of the Center for Genetics and Society in Berkeley, Calif.
      Gegenwärtig sind Keimbahntherapien aber nicht erlaubt, wohl aber somatische Therapien von Erbkrankheiten. Currently, researchers in the United States are effectively banned from conducting clinical trials that would produce heritable changes in the human genome, either by gene editing or making three-parent babies. The new recommendations could pave the way to allow such experiments.

      Das Original-Dokument der National Academy of Science kann hier eingesehen werden. Die Autoren, die dort zu Wort kommen, sehen klare Risiken beispielsweise in Form der Änderung der menschlichen Gesellschaft:Marcy Darnovsky (Center for Genetics and Society) was similarly cautionary. “Human germline gene editing, if it were to be implemented, would affect and alter not just future human beings but also alter future human societies, perhaps profoundly so,” she said. “It is a radical rupture with past human practices.”

      Solch vorsorgliches Denken im Sinne des Vorsorgeprinzips (siehe Wikipedia) sind typisch für fortgeschrittene, stark regulierte Gesellschaften. Noch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wären solche Bedenken kaum von der breiten Gesellschaft geteilt gewesen und in Schwellenländern, in Ländern, die sich mit neuer Technologie bessere Chancen erarbeiten wollen, gilt das wohl heute noch.

    • Kaptialismus? Ersetzen! Ersetzen durch ein Reich von sozialistischen Protomenschen, die am Gen-Reissbrett entworfen wurde! So designt, dass sie immer das Beste für die Gesellschaft und nicht für sich anstreben. Ein LANGER MARSCH, aber ein lohnender.

    • Der ‘Kapitalismus’ ist die marxistische Sicht auf aufklärerische Gesellschaftssysteme, die u.a. auch die Freiheit des wirtschaftlichen Handeln Einzelner kennen und schützen, durchaus als zentral und gegensätzlich zur marxistischen, kollektivistischen Forderung der Verstaatlichung der Produktionsmittel.
      Diese Begrifflichkeit ist im aufklärerischen Sinne zumindest : lieblos.

      Dr. Webbaer muss auch immer ein wenig schmunzeln, wenn er diesen Begriff vorzufinden hat, hier an zentraler Stelle, in der Überschrift, geht auch davon aus, dass der werte hiesige Inhaltegeber zumindest gelegentlich kollektivistisches Gedankengut verbreitet, stellt diese Einschätzung, von dieser klitzekleinen kritischen Anmerkung einmal abgesehen, aus Respekt vor der Person in der Regel, zurück.

      MFG
      Dr. Webbaer

    • @Dr. Webbaer: Der deutsche Michel muss allein schon aus Gerechtigkeitssinn den Kapitalismus und Kapitalisten (früher zugleich der jüdische Volksfeind) geisseln.

      • Na!, Herr Holzherr, diese Richtung war hier nicht angestrebt, sie erscheint Ihrem Langzeit-Kommentatorenfreund an dieser Stelle auch umfänglich unfair zu sein.
        Ansonsten natürlich : Chapeau, das mit der marxistischen Sicht auf aufklärerische Gesellschaftssysteme scheint begriffen wie angenommen und Sie sind -im Zweifelsfall- sicherlich deutlich böser als Dr. Webbaer.

        MFG
        Wb

        • @Dr.Webbaer: Was ist Aufklärung? “„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. ” Mit Kapitalismus hat das wenig zu tun.

          • Nö.

            Aufklärung meint die Freiheit des Einzelnen in seinem Interesse losgelöst, sozusagen losgelöst, es gibt hier gewisse Grenzen, und so zu handeln, hier ist gerade auch das wirtschaftliche Handeln gemeint, ein Mensch (oder Bär) darf in diesem Sinne nicht nur sprechen, die Freiheit der Meinungsäußerung ist ein zentraler Wert des Sapere Aude, sondern auch handeln, wobei dieser Wert, neben der Freiheit der Meinungsäußerung ebenfalls ein zentraler Wert, nun einmal vom Marxismus, der im Grundsatz, dies ist sein eigentliches Wesensmerkmal, die Verstaatlichung der Produktionsmittel fordert, abweicht.
            Der Mensch darf Personal anstellen, um so seine und die Anforderungen seiner Beschäftigen zu befriedigen zu suchen.


            Verallgemeinernd formuliert, Dr. Webbaer ist ja auch milde, liegt hier ein grundsätzlicher Konflikt zwischen dem Leitwort der Aufklärung, dem Sapere Aude, dem (letztlich, nichts gegen deutsche Aufklärer) anglikanischen Anspruch der anglikanischen Linie auf die Aufklärung vor, und der (aus Sicht einiger : unsäglichen) Linie der französischen Aufklärung.

            “Sapere Aude!” sozusagen versus “Liberté, Égalité, Fraternité”, was sicherlich nur an dieser Stelle, im genverändernden Kontext, erst einmal eine womöglich zu vernachlässigende Rolle spielt, letztlich (Dr. Webbaer wird hier womöglich noch einmal nachtragen), entscheidend ist.

            Zumindest : unterscheidend.
            >:->

            MFG + schöne Woche noch,
            Dr. Webbaer

    • @Michael;
      Kapitalismus abschaffen? Dann schaffen Sie doch Ihren Geldbeutel ab! Es gibt noch immer Leute, die Kapitalismus und Marktwirtschaft nicht unterscheiden können. Die schlimmsten Kapitalisten waren schon immer die sozialistischen Funktionäre.

  2. “Bei Infektion mit Phagen (Viren) ist es [Bakterien] damit möglich, Teile der viralen Fremd-DNA in ihre eigene DNA zu integrieren (in die nämlichen CRISPR-Regionen). ”

    Um mal etwas Haarspaltung zu betreiben, das ist so nicht ganz richtig oder zumindest missverständlich. Der Proteinapparat von Bakterien und Archaeen fügt virale (und andere) Sequenzen nicht IN die CRISPR ein, sondern ZWISCHEN sie. Dort liegen sie dann als Spacer-Sequenzen. Deshalb ist die Bezeichnung “CRISPR/Cas” für die biochemische Methode streng genommen auch falsch. Denn die CRISPR kommen nur im Genom von Mikroben vor und sind an der Methode selbst nicht beteiligt.

  3. CRISPR/Cas9 als Waffe für die Massenvernichtung (von Menschen)
    MIT-Review meldete kürzlich “Top U.S. Intelligence Official [ James R. Clapper] Calls Gene Editing a WMD Threat”. Diese Aussage wurde darauf im Internet diskutiert – unter anderem auch von Genforschern. Der Konsens: Theoretisch kann CRISPRS/Cas9 als Waffe eingesetzt werden, indem eine CRISPR/Cas9-Sequenz über eine Virusvektor in der Bevölkerung verbreitet wird, doch eigentlich sind nur Spezialisten dazu in der Lage und nicht Terroristen. Man darf hier allerdings nicht vergessen, dass es beispielsweise einen Anthrax-Angriff auf US-Politiker ausgeführt von einem Anthrax-Forscher gab. Auch Forscher können Terroristen sein oder werden! Mehr dazu kann man unter Can CRISPR make cheap, GM-based WMDs? lesen.

  4. Da gibt es mehrere Aspekte :

    1.) Bei Pflanzen und Getier sind Risk-Reward-Überlegungen, die nächste Genkartoffel sozusagen könnte (für den Vertilgenden) die letzte sein, gerne auch zeitversetzt, anzulegen.
    Es ergibt sich hier anscheinend regelmäßig wirtschaftlicher und zivilisatorischer Sinn.

    2.) Hier – ‘Und die Frage steht bereits im Raum: Lassen sich mittels CRISPR zuletzt sogar menschliche Eigenschaften wie Schönheit und Intelligenz genetisch beeinflussen? Mäuse lassen sich mit gentechnischen Methoden schon bedeutend intelligenter machen. Wie lange wird es dauern, bis dies auch beim Menschen möglich ist?’ – lässt sich womöglich die Schönheit des hier gemeinten einzelnen Primaten optimieren, denn Schönheit meint ja, nach wissenschaftlichem Stand, Dr. Webbaer lässt sich hier gerne korrigieren, die Einfachheit wie die Gleichförmigkeit (von Lebewesen wie Artefakt, auch die von (Problem-)Lösung).
    Gleichförmigkeit im Aussehen kann so womöglich erzeugt werden, auch wenn manche, bspw. Quentin Tarantino schön finden, der Schreiber dieser Zeilen gehört hier hinzu.
    Intelligenz ist ein noch “heißeres Eisen”, denn Mäuse bspw. mögen bei bestimmten Problemlösungsstrategien so schlauer werden, wenn es im Gitter und im Labyrinth bspw. darum geht das Fressie zu finden, anderswo, bei hier gemeinten Primaten bereits, ist die Intelligenz so nicht sinnhaft zu bemessen, sondern eher eine Hilfsgröße um der (individuellen) Verständigkeit, der Weisheit, der Klugheit, der Abgefeimtheit und was es da sonst noch so alles gibt, irgendwie nachzuspürfen.
    Sogenannte Intelligenz kann bspw. vererbt werden und insofern ergibt sich Messbarkeit, die Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung zu sein hat.

    3.) Die Gendatenhaltung ist eine recht große Datenhaltung und besonders pfiffig werden zu wollen entspricht, wegen der Komplexität, die sozusagen unglaublich groß ist, ‘unglaublich’ wohl auch für die sich hier im dankenswerterweise bereit gestellten WebLog-Eintrag Beschriebenen und sich derart biologisch Betätigenden, die hier womöglich unangemessen tapfer und mutig sind, in etwa der Sicht auf die “CPU” des hier gemeinten Primaten mit der Intention durch chirurgische Operation dieses fitten zu können.

    MFG
    Dr. Webbaer

    • *
      irgendwie nachzuspür[]en

      **
      3.) Die Gendatenhaltung ist eine recht große Datenhaltung und besonders pfiffig werden zu wollen entspricht, wegen der Komplexität, die sozusagen unglaublich groß ist, ‚unglaublich‘ wohl auch für die [] hier im dankenswerterweise bereit gestellten WebLog-Eintrag Beschriebenen und sich derart biologisch Betätigenden, (…)

    • Was man als schön empfindet wird nach weitaus komplexeren Regeln festgelegt, als dass das einfachste das schönste ist.

      • @ David M. :

        Was man als schön empfindet wird nach weitaus komplexeren Regeln festgelegt, als dass das einfachste das schönste ist.

        Doppel-schinig (Dr. Webbear kennt die Etymologie hier genau nicht) betrachtet, entspricht die eine Schiene, die der Schönheit, Dr. Webbaer bringt hier alternativ den Begriff der ‘Convenience’ in’s Spiel in etwa der Zustimmung zur Gleichheit, das Subjekt fühlt sich wohl, wenn es unter Gleichen ist, sich unbedroht fühlt, xenophob sozusagen, die biologisch-historisierende Erklärung liegt auf der Hand. [1]
        Auch als : “schön”.

        Andererseits will es, progressiv, auch wagen.
        Insofern gibt es, evolutionär sozusagen, auch das Bild des per se zu begehrenden Fremden (der oder das keine Person sein muss).
        Ebenfalls als : “schön”.

        MFG
        Dr. Webbaer

        [1]
        “Helden” gibt es, die sind soz. evolutionär so vorgesehen, denken anders.
        Dr. Webbaer will hier nicht explizit dem Konservativismus beisprechen, ist hier recht locker, bon appétit!
        Dr. Webbaer selbst schon ein wenig “Prog”.

      • @ David M.

        Sie haben ganz recht. Wäre das Einfache schön, dann müsste die Kugel der Inbegriff der Schönheit sein. Tatsächlich ist sie aber langweilig. Schönheit (der Gestalt) entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel von Formen und Proportionen. Ich weiß hier, wovon ich rede, weil ich selber Zeichner bin und lange Jahre Portrait- und Aktzeichnen unterrichtet und dadurch eine ziemlich genaue Kenntnis des Zustandekommens der ästhetischen Wirkung speziell des menschlichen Körpers erworben habe. Keinesfalls findet das Prinzip „form follows function“ hier Anwendung. Vielmehr schafft die Natur beabsichtigte Formen nach ästhetischen Gesichtspunkten, wobei sie gerne mit der strategischen Verteilung der Fettpolster arbeitet, um ein Beispiel zu nennen. Wer hier tief genug eingedrungen ist, der ist verloren für die Vorstellung, dass die menschlichen Formen per Zufall sich gebildet haben. Das kann man aber nicht argumentativ vertreten, sondern man muss es selber sehen (es müssen einem sozusagen selbst die Augen dafür aufgehen).

  5. Die Züchtung des neuen Menschen, das alte Lied.
    Könnte sein, daß es möglich ist, Menschen mit überlegenen Eigenschaften zu züchten, die kurzfristig die Nase vorn haben. Schon mittelfristig aber dürften die Lebenschancen dieser Spezies überschaubar sein, an ihren Sieg zu glauben, und auch ihn zu fürchten, überschätzt die menschlichen Möglichkeiten.
    Darüberhinaus sollte man den Fortschritt laufen lassen und wie immer gut regulieren, es ist nicht gesagt, daß die Welt besser wäre ohne Atombombe, und was für selbige gilt, gilt auch für solche Sprünge in der Gentechnik.

  6. Gemeinwohl vs Eigennutz,
    das ist der Motor, der die Menschheit weiterbringt.
    Ethikkomissionen einzusetzen, das ist sinnvoll. Einen Ökonomischen Konsens zu finden ist auch sinnvoll.
    Wichtig bei allen Entscheidungen bleibt, dass das Gleichgewicht zwischen den Konzernen , die die Forschung betreiben und den Menschen, die diesen Forschungen ausgeliefert sind, bestehen bleibt.

    • @Bote17 (Zitat):“dass Gleichgewicht herrscht zwischen den Konzernen, die Forschung betreiben und den Menschen, die diesen Forschungen ausgeliefert sind” Das ist ein unter Gut-Deutschen weit verbreitetes Klischee: Die Welt, die Konzerne sind gierig, ausbeuterisch, schlecht, viel besser fühlt es sich an unter dem weiten Rock von Mutter Angela Merkel (der guten Regierung, die weiss was für ihre Bürger gut ist).
      In Wirklichkeit sind es Bedürfnisse von Menschen, die beispielsweise die reproduktionsmedizinische Forschung antreiben und auch Gentherapien finden ihren Einsatz zuerst einmal bei Menschen die von schweren genetischen Leiden eingeschränkt sind. Noch vor 10 Jahren gab es kaum einen an einer schweren Erbrankheit Leidenden, der geheilt werden konnte, jetzt werden es immer mehr wie etwa die Website Gene Therapy Successes zeigt.

      Noch etwas für Gut-Menschen: Nicht alles was gut ist, ist bedenkenlos für die Gesellschaft. Deshalb können auch “gute” Dinge wie die Therapie von Erbkrankheiten problematische gesellschaftliche Nebenwirkungen haben.

  7. fegalo,
    ….Schönheit,
    wenn sexuelle Anziehung eine function hat, gilt das Gesetz form follows function schon noch.

    • @ Kommentatorenfreund ‘Bote17’ :

      “Form Follows Function” ist ein zentraler Design-Rat und in seiner Negation erfährt er, im Rahmen weiter oben (von anderen) angedeuteter Schönheitstheorien, regelmäßig eine Abfuhr.
      Wobei Dr. Webbaer allerdings bereits eine (wohlgeformte, derart zu formen ist keine Selbstverständlichkeit) Kugel schön findet, i.p. ‘Selber-Sehen’ (Kommentatorenfreund ‘fegalo’) vieles egal findet, wahlfrei oder willkürlich bestimmbar.

      Was “nicht ganz” wahlfrei oder willkürlich bestimmbar ist, ist die Lösung, die sogenannte, die wiederum sozusagen echte Schönheit meint, für erkennende Subjekte.

      Also, wie dem auch sei, die “CRISPR”-Geschichte bleibt im Rahmen von Risiko-Nutzen-Überlegungen zu bearbeiten, gerne auch im Hinterköpfchen behaltend, dass Verständigkeit nicht designt werden kann, sondern ständiger Prüfung des Welt-Systems zu obliegen hat.

      Verständigkeit erkennender Subjekte ist sozusagen die Spiegelung des Welt-Systems.

      MFG
      Dr. Webbaer

    • Hier unterliegen Sie einem Missverständnis über das Prinzip „form follows function“. Denn es meint natürlich den technischen, konstruktiven Aspekt. Was sexuelle Anreize betrifft, so ist die Natur vollkommen frei darin, irgendwelche Merkmale sexuell attraktiv finden zu lassen. Beispiele brauche ich nicht zu bringen, schon die Menschenwelt liefert genügend Anschauungsmaterial.

      • @ Kommentatorenfreund ‘fegalo’ :

        Hier unterliegen Sie einem Missverständnis über das Prinzip „form follows function“. Denn es meint natürlich den technischen, konstruktiven Aspekt.

        Hmm, FFF hat also i.E. nichts mit Schönheit zu tun. – Tja, schwierig, hier kann jeder seine Meinungen haben, Gothik?, Bauhaus?, (Software-)Architektur generell?
        Oder die Schönheit eines gut funktionierendes Karrens?
        Dr. Webbaer war sogar mal so blöd (neben der o.g. Kugel, beim Murmeln als Kind) einen durchsichtigen grün gefärbten, geeichten und recht teuren Plastikwürfel schön zu finden, der wegen seiner Durchsichtigkeit bei einigen Würfelspielen, bei denen es oft auch um viel Geld ging, gebraucht wird.
        Um sozusagen Vertrauen zu erzeugen (wobei es stets auch manipulierte durchsichtige, auch grün gefärbte, Würfel gab >:->).
        Ähnlich verhält es sich mit Spielkarten (deren Rückseite “am besten” nicht manipuliert ist).

        MFG
        Dr. Webbaer

        • @ Webbaer

          Schönheit ist ein schillernder Begriff. Ich würde daher eine Unterscheidung vorschlagen: Einerseits Schönheit im emphatischen Sinne als Ergebnis von Gestaltung, wie in der klassischen Kunst oder den (meisten) Naturdingen. Und andererseits Schönheit (genauer: „ästhetisches Erleben“) als Ergebnis einer bestimmten Betrachtungsweise („Designerbrille“). Im letzteren Falle werden dann Raffinerien, Motorräder und Flaschentrockner schön. Oder eben Kugeln. Sicher gibt es noch weitere Bedeutungen von Schönheit.

          Ich gebe Ihnen insofern recht: FFF hat nur bedingt was mit Schönheit zu tun, sondern ist ein intellektuelles ästhetisches Konzept.

  8. Dr. webbbaer,
    Schönheit und CRISPR,
    wenn man sich klar macht, wieviele Frauen sich Silicon einpflanzen lassen, ihr Gesicht straffen und alles mit hohem Risiko, dann werden sich auch nicht davor zurückschrecken sich auf der Gen-Ebene Schönheit einzupflanzen.
    Die Industrie und Forschung wird zur Höchstform auflaufen, bei den Aussichten auf Gewinn.

    • Bote17:dann werden [sie (die Frauen)] sich auch nicht davor zurückschrecken sich auf der Gen-Ebene Schönheit einzupflanzen.
      Zustimmung Bote17. Nur: Kein Spital in Europa oder den USA wird das erlauben. Das ist absolut sicher. Es bleibt der Weg in die ausländische Klinik (China?,Singapur?), die das eventuell ermöglicht.

      • Zitat:Wenn die Frau geboren ist, ist es für CRISPR-Kosmetik bereits zu spät Nein. Alterungsprozesse können evtl. gestoppt werden (Natürlich auch beim Mann)

          • fegalo (Zitat)“Das sind wohl eher Zukunftsträume (Alterung stoppen)”. Nein, George Church (MIT, CRISPR-Experte) glaubt jetzt an den baldigen Aterungsstopp. Und nicht nur er allein. Auch Aubrey de Grey (“”Aging is a barbaric phenomenon that shouldn’t be tolerated in polite society.”). Zudem gibt es erste Medikamente in klinischen Versuchen, die gewisse Alterungserscheinungen wieder zum Verschwinden bringen. Das ergibt sich nämlich, wenn man die seneszenten Zellen (halbtote, aber weiter lebende und sich negativ auf den Gesamtorganismus auswirkende Zellen) mit Medikamenten entfernt.

            Wenn sie selbst auf einen baldigen Stopp der Alterung hoffen, dann sollten sie sich informieren oder die sens research foundation finanziell unterstützen.

          • Nein, George Church (MIT, CRISPR-Experte) glaubt jetzt an den baldigen Aterungsstopp.

            „Glaubt“ – aha. Mal wieder Ankündigungsrhetorik. Dazu habe ich mich schon deutlich genug geäußert. Warum sollte ich einen Pfifferling drauf geben? Siehe Manifest der Hirnforscher etc.

  9. CRISPR hat das Potenzial die Menschheit entscheidend voran zu bringen. Intelligenz ist in der Informationsgesellschaft die entscheidende Eigenschaft und mit CRISPR wird es mit genügend Zeit vielleicht möglich den Menschen so zu modifizieren das Gesellschaften wie “Men Like Gods” (1923 von H. G. Wells) möglich werden, auch wenn die Menschheit zurzeit von einem Weltstaat noch weit entfernt ist.

    • @Magnus (Zitat): den Menschen so zu modifizieren das Gesellschaften wie „Men Like Gods“ möglich werden Ja. Deshalb schrieb ich oben:“Wenn Gen-Editierte besser dastehen, also gesünder sind, länger leben, intelligenter sind, dann wird daraus eine grosse Versuchung. “
      Ich könnte mir vorstellen, dass die Ethikerin in einem Spital, die CRISPR für “Verbesserungen” verbietet, sich selber genetisch verbessern lässt. Und das heisst nichts anderes, als dass es schwierig wird, die Hände davon zu lassen.

      • CRISPR und die damit verbundene Möglichkeit der Verbesserung des Menschen sollte man als Chance betrachten, die mit Verstand verwendet, eine weitere Entdeckung der Wissenschaft werden kann welche das Leben entscheidend positiv verändert. Wie fast jede Entdeckung oder Erfindung kann man CRISPR missbrauchen.

    • Ich bin ziemlich gewiss, dass die Menschheit sich auch weiterhin überwiegend nach alter Väter Sitte fortpflanzen wird und nicht im Reagenzglas. Ihr Zukunftsszenario ist damit abgeblasen. Eine Verbreitung höherer Intelligenz in der Population wird ebenfalls nicht stattfinden, weil, wie ich unten dargelegt habe, Intelligenz nicht mehr Kinder macht (eher im Gegenteil).

  10. Zitat: „Denn normalerweise vermögen sich (vorteilhafte) Mutationen – ob zufällig entstanden oder mit Absicht erzeugt – erst im Verlaufe von vielen Generationen in einer freien Population auszubreiten, da sie gemäss der Mendel’schen Regeln jeweils nur an die Hälfte der Nachkommen vererbt werden. Doch ist es den Biologen mit Hilfe der CRISPR-Technik gelungen, eine Methode zu entwickeln, die genetische Veränderung auf einem elterlichen Chromosomenstrang auf einfache Art und Weise auf den anderen Chromosomenstrang in der diploiden Zelle zu kopieren. Damit ist es möglich, den natürlichen Wert der erblichen Übertragung von veränderten Genen von 50% auf 100% zu bringen. Innerhalb einer sehr kurzen Zeit kann sich so die angestrebte genetische Veränderung in einer gesamten Population durchsetzen.“

    Hier scheint mir ein theoretisches Missverständnis vorzuliegen. Die Durchdringung einer Population mit einem neuen Merkmal per Selektion, das ja anfangs nur ein einziges Individuum trägt, dauert bereits in der Theorie endlos lange, auch wenn statt 50% jetzt 100% der Nachkommen der Merkmalsträger dieses auch tragen. Die Theorie der Ausbreitung eines Merkmals innerhalb einer Population besagt nichts anderes, als dass diese eines Tages nur noch aus Nachkommen des ersten neuen Merkmalsträgers besteht, und alle anderen Stammlinien ausgestorben sind. Einfache Überlegungen und Rechnungen zeigen, dass die Geschichte der Menschheit selbst bei brutalstem Selektiondruck kaum dafür ausgereicht hätte, auch nur ein einziges Merkmal auf diesem Wege zu verbreiten. Von einer „schnellen Durchdringung einer Population“ mit einem Merkmal kann also nicht die Rede sein.

    Darüber hinaus widerspricht hier die Erfahrung, denn: Weder Intelligenz noch Schönheit sind in irgendeiner Weise mit der Anzahl der Nachkommen korreliert. Da gibt es ganz andere Korrelationen, die mit Darwin nichts zu tun haben.

    Das heißt: Es ist mitnichten zu befürchten, dass ein künstlich erzeugtes oder „verbessertes“ Merkmal sich ausbreitet in der Menschheit.

    • Gene Drive ist vor allem für die Ausrottung von Insekten, beispielsweise den malaria_ und zeckenübertragenden Insekten, gedacht und wird auch schon eingesetzt.

        • @fegalo: Mit Gene-Drive kann man die Moskito-Population auf 1/10 reduzieren, wie die Firma Oxitec nachgewiesen hat (siehe New Weapon to Fight Zika: The Mosquito. Bei einer langjährigen koordinierten Anstrengung wäre wohl die Ausrottung von Malaria übertragenden Mücken möglich.
          Allerdings gibt es viele Gegner von Gene Drive (Ökologisch Denkende) und einen koordinierten Angriff auf Moskitos wird es dementsprechend nicht so schnell geben.In den USA wurde die Firma Oxitec durch Gegner von Genmethoden gestoppt und die Bekämpfung der Zika-übertragenden Moskitos wird dort weiterhin mit Insektiziden angegangen.

          • Sie haben da anscheinend am Prinzip was nicht verstanden: Wenn alle Nachfahren sterben, kann sich ein Merkmal nicht in einer Population “verbreiten”.

            Ist logisch, oder?

          • @fegalo: Gene Drive bewirkt, dass sich ein Gen auf alle Nachkommen ausbreitet. Aedes aegypti Mücken, die Zicka übertragen hätten beispielsweise nur noch Nachkommen, die Zika nicht mehr übertragen. Oder aber der Nachwuchs wäre unfruchtbar oder stirbt sehr früh. Dazu müssten Mücken mit dem entsprechenden Gen in sehr grosser verbreitet werden um es sehr viel wahrscheinlicher zu machen, dass sie Nachkommmen haben als ihre Konkurrenten. Der MIT-Review- Artikel We Have the Technology to Destroy All Zika Mosquitoes berichtet darüber. Aber klar, die Leute vom MIT-Review und auch der obige Autor Lars Jäger haben keine Ahnung von Gene Drive und übersehen seine nur begrenzte Wirksamkeit. Die Übersicht hat nur @fegalo und nur @fegalo weiss, dass intentionales Verhalten in einem letzlich durch physikalische Gesetze bestimmten System nicht entstehen kann. Solches Wissen ist ein Alleinstellungsmerkmal.

          • Schon mehrere Schadinsekten wurden mit der Sterile insect technique eliminiert. Gene Drive kann auf das gleiche herauslaufen. Voraussetzung für den Erfolg ist das massenhafte Ausbringen von Insekten, die unfruchtbaren Nachwuchs haben. Zitat:”Die Technik wurde erfolgreich verwendet, um die Schraubenwurmfliege (Cochliomyia hominivorax) aus Nord- und Mittelamerika auszurotten. Es wurden viele Erfolge für die Kontrolle von Fruchtfliegenschädlingen, vor allem die Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) und die mexikanische Fruchtfliege (Anastrepha ludens) erreicht.”

  11. fegalo,
    verdirb uns doch nicht den Spass. Wenn es um Schönheit geht, sind die Menschen erfinderisch. Denk mal an Lippenpiercing. Es wird Entwicklungen geben, die wir uns jetzt noch nicht erträumen können. Reality is stranger than fiction.

  12. @ Bote 17

    Ich will hier bestimmt nieman den Spaß verderben.

    Dass die Wirklichkeit schräger ist als jede Phantasie, das beweisen die chinesischen Füße, Tellerlippen und Giraffenhälse. Von weiteren Verschönerungen weiter unten ganz zu schweigen.

  13. @ Holzherr
    23. Juni 2017 @ 23:05

    Die Übersicht hat nur @fegalo…

    Dann muss es wohl daran liegen, dass @fegalo zu blöd ist, zu verstehen, warum eine Eigenschaft, die für den Träger völlig belanglos ist (nämlich eine Krankheit zu übertragen oder nicht zu übertragen) sich in einer Population ausbreiten sollte nach den Gesetzen der Selektion.

    Wenn Sie eine Million unfruchtbare Männchen auf eine Million normale Weibchen loslassen, dann wird es keine Nachkommen geben. Big deal. Andere verwenden einfach Gift.

    Nochmal extra für Sie: Ein todbringendes Merkmal kann sich nicht in einer Population ausbreiten. Das geht logisch nicht.

    • @fegalo;
      Und was logisch nicht geht, das geht wohl auch empirisch nicht. Es sei denn, die Logik ist keine Logik. Gerade Sie behaupten doch ständig, die natürliche Selektion sei ein Märchen. Ein todbringendes Merkmal kann sich sehr wohl in einer Population ausbreiten, aber danach gibt es die Population nicht mehr, vielleicht nicht mal mehr Spuren davon. Dann klafft möglicherweise eine scheinbare Lücke zwischen verwandten Arten. Was nun?

      In der Praxis wird eher eine isolierte Restpopulation übrig bleiben, die sich ohne das Merkmal dann verbreiten kann. Der ursprüngliche Genpool dieser Art wird dadurch drastisch reduziert bzw. auf den Genpool dieser Population eingeengt. Das geschieht genauso bei Arten, die vom Menschen annähernd ausgerottet wurden. Jede Population ist wiederum Ausgangspunkt der künftigen Evolution.

  14. @ reutlinger

    Ein todbringendes Merkmal kann sich sehr wohl in einer Population ausbreiten, aber danach gibt es die Population nicht mehr

    Sie haben hier echt die Gelegenheit, Intelligenz an den Tag zu legen, wenn Sie den Mechanismus beschreiben, wie ein Gen, das die Nachkommen des Trägers tötet, sich in einer Population ausbreiten kann.

    Viel Erfolg!

    • @fegalo;
      Man sieht an Ihrer Fragestellung, dass Sie von Genetik nichts verstanden haben und nur im luftleeren Raum sinnlos schwadronieren.

      Wenn ein Gen, genauer ein dominantes Allel, die Nachkommen tötet, dann tötet es sehr wahrscheinlich auch seinen Träger selber. Todbringende, rezessive Allele können sich sehr wohl in einer Population verbreiten!

      Die letzte Frage ist, wann genau das todbringende Gen seine Wirksamkeit entfaltet, sofort, im Kindesalter, oder im Erwachsenenalter.

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