Angriff auf die liberale Ordnung und unsere Demokratie – Wenn Technologien von Schurkenstaaten missbraucht werden

Facebook Chef Mark Zuckerberg betont bei jeder Gelegenheit seine Verpflichtung auf totale Transparenz, die er und sein Konzern sich auf ihre Fahnen geschrieben hat. „Wir bringen die Welt enger zusammen“ lautet sein Wahlspruch. In Wirklichkeit ist Facebook jedoch ein geheimnistuerisches Überwachungsunternehmen, das sein Geld damit verdient, detaillierte Aufzeichnungen unserer privaten Daten zu sammeln und zu verkaufen. Wer dabei Kunde ist, ist Facebook eigentlich egal. Hauptsache, die Bezahlung stimmt, wie wir spätestens seit dem Datenmissbrauch-Skandal um Cambridge Analytics wissen.

So langsam wird das ganze Ausmass des Datenmissbrauchs deutlich. Die Daten, die wir Facebook bereitwillig für die Hoffnung auf emotionale Befriedigung durch ein paar „Likes“ zur Verfügung stellen, wurden nicht nur dazu verwendet, uns personalisierte Werbung zukommen zu lassen, sondern auch um unser Wahlverhalten zu beeinflussen und damit unsere Demokratie zu manipulieren. Denn neben den unermüdlichen freiwilligen Wahlhelfern und professionellen Spin-Doktoren im klassischen Wahlkampf kommen unterdessen immer mehr computergenerierte automatisierte Skripte zum Einsatz, sogenannte „Bots“. Sie generieren Nachrichten und veröffentlichen diese in sozialen Medien wie Twitter und Facebook. Und diese Nachrichten werden nicht breit gestreut, sondern sie sind genau auf einen jeweiligen Adressaten und seine politische Meinung abgestimmt, welche wiederum auf der Basis seines Verhaltens in den sozialen Netzwerken gewonnen werden. Allzu oft handelt es sich bei diesen Botschaften um schamlose Lügen (im neueren Jargon: „alternative Fakten“). Zwei Beispiele aus dem letzten US-Wahlkampf: Der Papst Trump unterstützt und Hillary Clinton steht einem Ring von Kinderpornografen vor. Es sind insbesondere rechtsextreme Verschwörungstheoretiker, islamophobe, frauenfeindliche und homophobe Gruppierungen und andere extremistische politische Kreise, die in den sozialen Netzen eine ideale Plattform für ihre politische Propaganda erkannt haben und massive Desinformationskaskaden erzeugen.

Es geht also nicht nur um den Schutz unserer Privatsphäre, sondern auch um massive Auswirkungen auf die freiheitliche Grundordnung unserer Gesellschaft, die sich in demokratischen und konstruktiven Debatten und entsprechend freien Wahlen manifestiert. Dort wo Fakten, wissenschaftliche Erkenntnisse und Expertenwissen grundsätzlich in Frage gestellt werden, sind Tür und Tor für beliebige Propaganda geöffnet. Damit geht der Kompass für richtig und falsch verloren. Und es ist nicht nur die Wahl Trumps zum US-Präsident, die erst durch die Manipulationsmöglichkeiten in der digitalen Welt möglich geworden ist. Vielmehr spielten digitalen Wählermanipulationen auch in den Wahlen in Indien 2010, in Kenia 2013 und 2017, bei der Brexit-Abstimmung 2016, in Mexico 2018 und in zahlreichen weiteren Wahlen und Abstimmungen weltweit bedeutende Rollen.

Internet-Propaganda und der Eingriff in Wahlen anderer Nationen ist eine neue Art der politischen Aggression geworden, der sich insbesondere autoritäre Regimes ausgiebig bedienen. Der Begriff „Cyberkrieg“ hat längst Eintritt in militärische Strategien gefunden. So weist viel darauf hin, dass hinter zahlreichen dieser Propaganda-Tools russische Quellen bis hinauf in den Kreml stecken. Dass Russland eine bedeutende Rolle im US-Wahlkampf 2016 gespielt hat, gibt unterdessen selbst Donald Trump zu. Auch in den Zwischenwahlen 2018 dürfte dies der Fall sein, so Fachleute. Der prominente US-Historiker Timothy Snyder zeichnet in seinem neuen Buch Der Weg in die Unfreiheit: Russland, Europa, Amerika ein weitaus umfassenderes Bild von einer systematischen russischen Fehlinformationskampagne der letzten Jahre. Und was er beschreibt, hört sich sehr unheimlich an. Getrieben von einer geradezu mystischen Idee eines göttlichen Russlands und einer stark maskulin-sexuell getriebenen Energie, die sich im Kern auf die faschistischen Ideen des russischen Denkers Ivan Ilyin berufen, will Vladimir Putin die russische Nation gegen den demokratischen Westen zu einer neuen autoritären Weltführungsmacht entwickeln. Dazu dienen dem Kreml die neuen Medien in nahezu perfekter Weise. Mit dem russischen Propagandakanal RT, High-Tech Hackern und unzähligen Propaganda-Bots manipuliert Putin systematisch den demokratischen Prozess im Westen, unterstützt nationalistische und rechtsextreme Gruppierungen wie die Front National in Frankreich, die UKIP von Nigel Farage in Grossbritannien, die AFD in Deutschland oder eben Donald Trump in den USA und streut systematisch Misstrauen in die demokratischen Prozesse und seine Advokaten. Sein Ziel: Erschütterung des öffentlichen Vertrauens in Fakten und Expertenwissen. In Donald Trump hat er einen idealen Kumpan gefunden. Natürlich warten wir immer noch auf die vollständige Entflechtung von Donald Trumps komplexen Beziehungen zur Putin-Regierung und der vielen Verbindungen zwischen seiner Wahlkampforganisation und russischen Aktivisten. Doch für Snyder ist kristallklar: Die Wahl Trumps zum US-Präsidenten ist Putins grösster Triumph.

An vielen Stellen des Buches ist man versucht zu sagen, Snyder übertreibe und ziehe voreilige Schlüsse, z.B. wenn er Putins irrationalen Bezug auf religiöse und rassistische Wahnideen beschreibt, seine Weltmachtphantasien aufzeichnet oder Trump den von „Russland eingesetzten Kandidat“ nennt. Nichtsdestotrotz bleibt es sehr beunruhigend, dass es überhaupt im Rahmen des Vorstellbaren liegt, dass Putin über eine derartige Propagandamaschine verfügen könnte, mit der der die westlichen Demokratien unterminieren kann. Und Snyder ist nicht irgendein Winkelhistoriker, sondern ein weltweit anerkannter Experte der osteuropäischen autokratischen Geschichte.

Die Technologien, die Putin dies ermöglichen, wurden allesamt  in den freien und offenen Gesellschaften des Westens erfunden und entwickelt, dort, wo sich die Kreativität der Menschen am besten entfalten kann. Doch die Verwendung dieser Technologien ist auch den unfreien Gesellschaften wie Russland möglich. Und bei bösen Willen kann diese stark auf ihre Urheber zurückschlagen, wie uns Timothy Snyder und Facebook eindrucksvoll darlegen. Die Heilsversprechen einer technologischen Elite aus dem Silicon Valley könnten sich zuletzt als ein Horror für die offene Gesellschaft erweisen.

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www.larsjaeger.ch

Jahrgang 1969 habe ich in den 1990er Jahren Physik und Philosophie an der Universität Bonn und der École Polytechnique in Paris studiert, bevor ich am Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme in Dresden im Bereich theoretischer Physik promoviert und dort auch im Rahmen von Post-Doc-Studien weiter auf dem Gebiet der nichtlinearen Dynamik geforscht habe. Vorher hatte ich auch auf dem Gebiet der Quantenfeldtheorien und Teilchenphysik gearbeitet. Unterdessen lebe ich seit nahezu 20 Jahren in der Schweiz. Seit zahlreichen Jahren beschäftigte ich mich mit Grenzfragen der modernen (sowie historischen) Wissenschaften. In meinen Büchern, Blogs und Artikeln konzentriere ich mich auf die Themen Naturwissenschaft, Philosophie und Spiritualität, insbesondere auf die Geschichte der Naturwissenschaft, ihrem Verhältnis zu spirituellen Traditionen und ihrem Einfluss auf die moderne Gesellschaft. In der Vergangenheit habe ich zudem zu Investment-Themen (Alternative Investments) geschrieben. Meine beiden Bücher „Naturwissenschaft: Eine Biographie“ und „Wissenschaft und Spiritualität“ erschienen im Springer Spektrum Verlag 2015 und 2016. Meinen Blog führe ich seit 2014 auch unter www.larsjaeger.ch.

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  1. Denn neben den unermüdlichen freiwilligen Wahlhelfern und professionellen Spin-Doktoren im klassischen Wahlkampf kommen unterdessen immer mehr computergenerierte automatisierte Skripte zum Einsatz, sogenannte „Bots“. Sie generieren Nachrichten und veröffentlichen diese in sozialen Medien wie Twitter und Facebook. Und diese Nachrichten werden nicht breit gestreut, sondern sie sind genau auf einen jeweiligen Adressaten und seine politische Meinung abgestimmt, welche wiederum auf der Basis seines Verhaltens in den sozialen Netzwerken gewonnen werden.

    Und wie erhalten dann diese “Bots” die Informationen von Facebook etc? Interessant dabei ist, daß der Propagandakanal RT die AfD unterstützen soll. Seltsamerweise zitieren die “Nachdenkseiten” auch diesen “Kanal”. Und die sind eher “links” einzuordnen.

  2. @Rudi Knoth
    Putin et al. arbeiten bei ihrer Zersetzungstätigkeit nicht primär auf die Stärkung bestimmter politischer Positionen hin, sondern sie optimieren auf das Maximum an Zerstrittenheit, erst einmal unabhängig vom Standpunkt. Denn dies ist es was eine funktionierende Demokratie mit ihren vielen Fehlerkorrekturmöglichkeiten am meisten schwächt. (Daher mischen die Bots auch kräftig mit bei Streitereien pro/contra Impfen oder pro/contra Homöopathie.)

    Die Fähigkeit zum rationalen Dialog und zur Entscheidung auf der Basis von empirischen Fakten und gemeinsamen Werten ist es, die angegriffen wird. Die bisherige Arbeit unserer AfD wirkt genau darauf hin, während sie sich rhetorisch natürlich ganz anders kostümiert.

  3. Die USA manipulieren Wahlen auch.
    Notfalls durch direkte Gewalt oder Unterstützung zwielichtiger “Aktivisten” oder Tyrannen in den betroffenen Ländern, siehe Staatsstreich Ukraine, die Liste ist lang.

  4. Der Begriff “Schurkenstaat” entbehrt nicht einer Pikanterie. Was ist denn Wahlbeeinflussung im Vergleich zur systematischen Umweltzerstörung durch Industriestaaten? Und das Ganze noch mit der Bemäntelung durch “liberale Ordnung” ?

  5. Fake News, Manipulation und Täuschung ist kein auf Facebook und andere soziale Medien beschränktes Phänomen, sondern all diese Dinge sind Arbeitsmittel jedes Geheimdiensts und Putin ist nicht nur Präsident Russlands, sondern er stammt aus dem russischen Geheimdienst und nutzt noch heute die Methoden, die er dort gelernt hat – nur eben aufgepeppt mit allem was mit Internet und Social Media möglich wird. Putin als oberster Cyberwarrior also. Klar ist es problematisch, dass Facebook detaiilierte Profile ihrer Benutzer zur Verfügung stellt, denn im digitalen Zeitalter können die vollautomatisch verarbeitet werden und jedem Benutzer kann vorgetäuscht werden, die Welt sei genau so, wie er es schon immer gedacht habe und alles was er auf Facebook lese, bestätige doch das, was er schon immer vermutet habe. Völlig neu ist dieses Phänomen aber nicht. Schon die klassische Presse, beispielsweise die Flugblätter und Pamphlete, die Luther unter die Leute brachte, arbeiteten mit der persönlichen Ansprache, vermittelten den Eindruck, hier spreche jemand die Sprache des Volkes und sage, was viele dächten, aber nicht zu sagen wagten. Mit den sozialen Medien unter Berücksichtigung des individuellen Profils erreicht diese Methode nur eine ganz neue Qualität. Wir müssen alle lernen damit umzugehen. Sich selber im Internet öffentlich machen und alles preiszugeben was es über einen selber gibt, ist aber auf alle Fälle problematisch. Es braucht vielleicht noch etwas Zeit und Erfahrung damit, bis die Leute wieder davon abrücken.

  6. Desinformation und Propaganda kann sich in einer Demokratie mit Meinungs-. Informations-, und Pressefreiheit genau dann destabilisierend auswirken, wenn sich ohnehin schon labile Ungleichgewichte bezüglich Schein Wirklichkeit gebildet haben. Die müssen dann lediglich noch gezielt angestoßen werden.
    Dazu Boris Palmer, OB Tübingen:

    Es ist eines der großen Probleme der öffentlichen Debatte, dass Teile der intellektuellen Eliten eine Hegemonie beanspruchen und an die Stelle des herrschaftsfreien Diskurses eine Herrschaft der selbstautorisierten moralischen Überlegenheit gestellt haben. Das produziert großen Widerstand und im schlimmsten Fall Effekte wie bei der Wahl von Trump.

    Ohne ein in die Schieflage geratenes Umfeld hätte ein Volltrottel wie Trump trotz Putins Geheimdienst und Mercers gezielte Facebookampagne mittels Cambridge Analytics keine Chance gehabt, in Deutschland würde die AfD mit ihren simplen und zu kurz greifenden Thesen von Vorgestern, der Leugnung des Klimawandels und der Ablehnung der Europäischen Idee maximal um die 5% herumdümpeln.

  7. “Die Heilsversprechen einer technologischen Elite aus dem Silicon Valley könnten sich zuletzt als ein Horror für die offene Gesellschaft erweisen.”
    Womit wir beim Kern des Problems wären, die Einschränkung der Freiheit kommt aus dem Westen selber, bzw. findet sie ganz einfach weltweit statt. In Ost, West, aber auch in China, Indien oder den Philippinen, Liste unvollständig, es geht um oben gegen unten und um die Erhaltung von Machtstrukturen.
    Das von ralph gepostete Zitat von Palmer bringt es auf den Punkt, und Snyder ist wohl ein typischer Vertreter dieser sogenannten Eliten, insbesondere der akademischen.
    Da wird ein riesiges Faß aufgemacht wegen fakenews und alternativen Fakten, aber was gibt denn Snyder selber von sich?
    Putin als Strippenzieher einer autokratischen Weltverschwörung, der die Macht hat, alle möglichen Strukturen zu beeinflussen, das Ganze dann konnotiert mit feministischem Verschwörungsglauben, der irgendeine zusammenfantasierte Männlichkeit als eine der Hauptursachen ausmacht.
    Also die übliche Mischung, wie wir sie mittlerweilen standardmäßig als Welterklärung vorgesetzt kriegen.
    Entschuldigung, aber das ist Verschwörungsgeschwätz in seiner reinsten Form und nicht mehr zu unterscheiden von Theorien eines jüdischen Weltkongresses, der im Hintergrund die Fäden zieht, alle möglichen Strukturen manipuliert und dabei auf bizarre Glaubenssätze zurückgreift.

  8. Zitat DH: Da wird ein riesiges Faß aufgemacht wegen fakenews und alternativen Fakten, aber was gibt denn Snyder selber von sich? Putin als Strippenzieher einer autokratischen Weltverschwörung, der die Macht hat, alle möglichen Strukturen zu beeinflussen, das Ganze dann konnotiert mit feministischem Verschwörungsglauben, der irgendeine zusammenfantasierte Männlichkeit als eine der Hauptursachen ausmacht. Also die übliche Mischung, wie wir sie mittlerweilen standardmäßig als Welterklärung vorgesetzt kriegen. Entschuldigung, aber das ist Verschwörungsgeschwätz in seiner reinsten Form und nicht mehr zu unterscheiden von Theorien eines jüdischen Weltkongresses, der im Hintergrund die Fäden zieht, alle möglichen Strukturen manipuliert und dabei auf bizarre Glaubenssätze zurückgreift.”
    .

    Ganz genau das habe ich beim Lesen des Artikels empfunden!! Verschwörungsgeschwätz in seiner reinsten Form. 🙁
    Besser hätte ich das nicht ausdrücken können.

  9. Zitat DH: “Putin als Strippenzieher einer autokratischen Weltverschwörung, der die Macht hat, alle möglichen Strukturen zu beeinflussen, das Ganze dann konnotiert mit feministischem Verschwörungsglauben, der irgendeine zusammenfantasierte Männlichkeit als eine der Hauptursachen ausmacht.
    .
    Ich hatte schon vor 50 Jahren nicht viel übrig für die Mode des Feminismus. Jetzt wird die Feminismus-Mode zum Bashing von Putin angewandt, an Lächerlichkeit nicht zu überbieten.

  10. Putin wäre nicht dieser angebliche “Strippenzieher” der Macht, wenn die NATO mit ihrer Osterweiterung ihm nicht so nah auf den russischen Pelz gerückt wäre.
    Siehe auch seine Rede im Bundestag 2001. Er beklagte dort die Ausgrenzung Russlands durch Europa bzw. die Nichteinbeziehung seines Landes in Entscheidungsfindungen und war für die Intergration seines Landes in Europa.
    Dieses Europa hat -wie üblich- mit Ignoranz und Überheblichkeit geantwortet und sollte sich jetzt nicht darüber wundern, dass Putin mit seinen eigenen “Methoden” darauf reagiert.

  11. Timothy Snyder ist ein Meister des Weglassens, was die Fehler der USA betrifft. Zudem werden laut der Süddeutschen Zeitung verschiedene Quellen “überinterpretiert”. Und an sämtlichen Verwerfungen ist sowieso immer Putin schuld. Warum soll man sich da noch einen Kopf über die Zustände in der Welt machen, wenn die Wahrheit so simpel ist? Das Buch liest sich fast so, als hätte der Autor zu viele schlechte Hollywoodfilme geschaut, wo ein einziger Superbösewicht die Welt beherrscht.

    Leider wird der Geschichtsunterricht in den Schulen zugunsten anderer Fächer immer mehr zurückgefahren. Einer breiten Öffentlichkeit ist er ohnehin gleichgültig geworden und so werden Fakten immer mehr durch Fantasie ersetzt. Hintergründe interessieren nicht mehr und mancher Facebook-User rennt für ein paar „Likes“ der momentan angesagten Meinung hinterher und lässt durch seine kostenlose Werbung die Konten findiger Bücherschreiber anschwellen.

  12. Irgendwie traurig, dass sich diese “freie Welt” überhaupt so subtil manipulieren lässt.

    Wo sie doch so aufgeklärt ist und so…!

    Normalerweise geht man doch davon auf, dass absurde oder andersartig radikale/extremen (oder auch nur als sonderbar empfundenen) Ideen von solchen Gesellschaften automatisch abgelehnt und/oder ignoriert werden. Weil: ist doch eh absurd und falsch.

    Weshalb die Annahme, dass ein paar “Falschmeldungen”, Fake-news, Kanon-konfrontative Szenerien, solch aufgeklärte Menschen derart verwirren können sollen, doch eher seltsam klingt.

    Es wirft ein Licht auf die Hauptargumente dieser freien, westlichen Welt: die Aufklärungs- und die Freiheitsideologie.

    Könnte es sein, das daran irgendwas nicht so plausibel und stimmig ist, wie es immerzu angenommen und populiert wird?

    Könnte es sein, dass sich da etwas aus einer Idealperspektive zu einem Vorurteil entwickelt hat, welches der Realität nicht mehr entspricht/standhält?

    Könnte es sein, dass an diese “Freiheit” seitens der Gesellschaften erhebliche Bedingungen geknüpft sind, dass sich diese Freiheit letztlich ins Gegenteil umkehrt?

    Könnte es sein, das im Namen dieser “Freiheit” Anforderungen an die Gesellschaften gestellt werden, die unterm Strich dazu geeignet sind/sich verhalten , wie… eine maximal repressive Lebenssituation für Teile oder gar alle Normalmenschen in der Gesellschaften bedeuten?

    War die Sozialdemokratie nur durch radikale Reformen, wie Hartz4 u.a. zu retten, oder gab es hinter den Kulissen ganz andere Botschaften und Zielsetzungen, die man etwa in den massenmedial aufgeschlachteten Szenerien erkennen können mag, die sich im Falle “Lotto-Lothar” oder “Florida-Rolf” dazudenken lassen? Etwa, “womit haben die das denn verdient”?

    Wenn die Rede ist vom “starken Staat”, kann es sein, dass sich dieser dann so gar nicht dahin entwickelt, wie er Anfangs gedacht ist, sondern sich dann wie von Geistes Hand um so härter gegen die eigene Bevölkerung richtet, anstatt im Sinne der Gesellschaften und ihrer eigenen Redlichkeit gegen die wirklichen Verbrechen angeht?

    Und wenn im Sinne der Liberalisierung der Staat verkleinert oder “verschlankt” werden soll, entwickelt sich solche Strategien dann nicht doch immer wieder gegen die Interessen der Gesellschaft? Etwa indem das Schlagwort der “effizienten Verwaltung” darin mündet, das die Kommunikation zwischen Bürger und verwaltung immer unmöglicher wird, da man immer weniger Verwaltungsangestellte direkt ansprechen kann?

    Und hat die Liberalisierung der Finanzmärkte nicht das Problem aufgeworfen, dass die Richtlinien für Großanleger sich so gar nicht dazu eignen, für Kleinanleger angewandt zu werden?
    Woraufhin sich fragt, wozu wir dann noch immer die abgehobenen Ratschläge solcher einschlägigen Großinverstoren als Maßstab und Messlatte aufgezwungen bekommen? Womöglich, weil ansoinsten das Konzept dieser Großanleger nicht mehr aufgeht? Quasi eine krimminelle Umverteilung von Unten nach Oben, indem in der Masse der Kleinanleger abgezockt wird, was das Zeug hält, und nach Vorne hin die Schuld für Verluste jener dann großspurig zugeschrieben wird, obwohl die allgemeinen Leitlinien zur Geldanlage für den Kleinanleger dysfunktional sind?

    Ganz zu schweigen davon, dass, wenn dieses wirtschaftsliberale System so weiterläuft und endlich die ganze Welt umspannt und “vereinnahmt” hat, dies dann erst recht in eine Diktatur der eindimensionalen Zwänge mündet, weil abseits nichts mehr gilt und weil diese Strukturen ganze Kulturtechniken und Kernkulturen zerstört haben und die Menschen global so unfähig sind, sich am Leben zu erhalten, sodass es um so leichter ist, ganze Populationen an der Kette der Alternativlosigkeit zu beherrschen.

    Denn das ist auch die konsequente Steigerung der Arbeitsteilung: Lebensunfähigkeit, weil vollendetes Fachidiotentum.
    In diesem Sinne immer wieder populierte “Kooperation” als dem Menschen dienliche Strategie als die Ermöglichung von Hochkultur anzupreisen, bedeutet doch nur, dass jene eh schon Reichen immer noch reicher werden, während am unteren Ende der Gesellschaft mit Lotto-Lothar und Florida-Rof und den ganzen “Sozialschmarotzern” konsequent diskrimminiert wird, eben weil ein Teil der Gesellschaft nie effizient ausbeutbar ist, sodass man davon einen “Mehrwert” abschöpfen kann. Man könnte glauben, dass man darin “Niedertracht” entdecken kann, wenn man einfach nicht akzeptieren will, dass es Menschen gibt, die “funktionieren” nicht, wie es die Wirtschaftsphilosophie so idealerweise vorstellt.

    Und wie passend ist es dann, wenn in anderen regionen dieser Welt millionen Menschen nur darauf warten, eben solche Gesellschaftsteile ersetzen zu können…was ja dann auch immer aus Wirtschaftskreisen bekundet wird.
    Und da dann nicht von “Bevölkerungsaustausch” zu reden, ist dann ja auch irgendwie völlig faktenfrei und ohne Grundlage.

    Wenn also eine Region (Staat, Nation; Land) kein Land für alle ist, dann ist es nicht wert, als Land anerkannt zu werden.

    Und da haben wir noch nicht mal über fundamentale Einflüsse auf unser Bewusstsein gesprochen: atomarer Fallout. Die Gegenmaßnahmen gegen solche Einflüsse sind dann auch wieder gegen jedes Menschenrecht, weshalb man ja subtile Manipulationsstrategien institutionalisiert hat (Psychiatrie und so), um die Auswirkungen in Systemnstrukturen so zu verstecken, dass man auf die Ursachen der Probleme nicht direkt schliessen kann.

    Und da haben wir auch nicht davon gesprochen, dass man, wenn man mit offenen Augen umherläuft, haufenweise Wirklichkeiten findet, die eine sich als menshcen darstellen, die überhaupt nicht satisfactionsfähig sind – was meint: intellektuel und Bildungsmäßig mangels hinreichendem Wissen weit unterhalb jeder Dialogfähigkeit, die aber immer dann gerne als Rechtfertigung hergenommen werden, wenn es den Eliten gerade passt.

    Und zuletzt:

    Ist es der Skandal, das sogenannte “autoritäre Regime” Sicherheitslücken in allgemein angewandter Software ausnutzen?

    Oder ist es der Skandal, dass es überhaupt solche Angriffspunkte gibt?
    Und ist es der Skandal, das es faktisch immer dann nur die “Russen” waren, wenn solche Sicherheitslücken herrauskommen? Und worüber nie wirklich gesprochen wird: Das die Sicherheitslücken und unsichtbaren Funktionen der Software von den vermeintlich “eigenen” Leuten gegen die Menschen verwendet werden?

    Wie redlich ist es denn, wenn man massenmediale Manipulation nur immer den “bösen regimen” unterstellt, wo es mit Sicherheit so ist, dass man selbst alles genauso tut.

    Hier im eigenen Land und… natürlich auch in den sogenannten Regimen sowieso.

    Wie man es dreht:
    Diese uneingeschränkt populierte Freiheit gilt gar nicht automatisch für alle Menschen in den Gesellschaften. Sondern eben nur für Privilegierte, die in der Lage sind, sich aus den vielen Einschränkungen mit Geld herrauszukaufen. Für jene, die es sich nicht leisten können, gilt: Ist ja auch im Sinne des Kampfes gegen den Klimawandel, wenn du kein Auto fährst, nicht fliegen wirst, weil du dir das nicht leisten kannst, und weil man dann eine Menge Geld spart, kann man dann ja auch das Existenzminimum auf Fleischabfälle und Einheitsgrundnahrung reduzieren. Irgendwer muß ja auch den Abfall fressen, den die Luxus-Verpflegung (Filet-Rindersteak) der Reichen so produziert. Kleiner Seitenhieb auf die Kooperation und auf die Kultur des Teilens.

    Wenn man irgendwann merkt, dass diese Freiheit immer mehr an freiheitseinschränkenden Bedingungen geknüpft ist, dann kommt man schon mal ins Grübeln.

  13. @ralph, Mona, Golzower, Jocelyne Lopez und alle anderen Putinversteher: Putin, der neuerdings offen hinter staatlich angeordneten Ermordungen steht und der im Verein mit Leuten wie Trump, Orban, vielen anderen Potentaten und auch dem neuen saudischen Herrscher eine Kultur der Meinungskontrolle vertritt, in der etwa missliebige Journalisten einfach gefoltert, getötet und dann zerstückelt werden, solch eine Person sollte man nicht verteidigen und man sollte auch nicht relativieren, denn es ist möglich, dass in jedem und jeder ein kleiner Hitler steckt – nur macht das Hitler nicht besser! (Sindern wenn schon macht es jeden und jede Schlechter)

  14. MH,
    das Problem ” Internet” ist viel umgreifender als man vorerst vermutet. Mit sehr schnellen Computern und sehr schneller Software kann eine Interessengruppe auf Veränderungen der Börse reagieren und selbst die Börsenkurse steuern. Die sogenannten Weltmarktpreise werden von den Industrieländern gesteuert und zwar zu ihren Gunsten. Zum Nachteil der Erzeugerländer, das muss noch einmal betont werden.
    Und bei diesem Hintergrund bekommt die aussage, “Wenn Technologien von Schurkenstaaten missbraucht werden” , eine ganz neue Bedeutung.

  15. @Martin Holzherr

    Wenn Sie hier jemanden widerlegen möchten, dann bitte mit Fakten und nicht mit dem Totschlagargument “Putinversteher”. Und was die saudischen Herrscher betrifft, da sollten Sie sich mal erkundigen, wer die Lieferanten für deren Rüstungsgüter sind. Ich persönlich würde gerne in einer friedlichen Welt leben und dazu gehört auch, dass man keinen dritten Weltkrieg mit den Russen beginnt. Außerdem lebe ich in einer Universitätsstadt mit Studierenden aus über hundert Nationen und finde Hetze, gegen wen auch immer, absolut kontraproduktiv.

  16. Zitat Golzower: “Putin wäre nicht dieser angebliche “Strippenzieher” der Macht, wenn die NATO mit ihrer Osterweiterung ihm nicht so nah auf den russischen Pelz gerückt wäre. Siehe auch seine Rede im Bundestag 2001. Er beklagte dort die Ausgrenzung Russlands durch Europa bzw. die Nichteinbeziehung seines Landes in Entscheidungsfindungen und war für die Intergration seines Landes in Europa. Dieses Europa hat -wie üblich- mit Ignoranz und Überheblichkeit geantwortet und sollte sich jetzt nicht darüber wundern, dass Putin mit seinen eigenen “Methoden” darauf reagiert.”
    .
    Ich sehe keine Zukunft für Europa ohne Anbindung Russlands. Ich verstehe auch nicht wie die Haß, die Verachtung und die Angst der Deutschen gegenüber Russland sich so entwickeln konnte. Die USA haben nach dem II. Weltkrieg ganze Arbeit mit ihrer Propaganda geleistet. Ich habe sie nur mitgekriegt, als ich nach Deutschland als Erwachsene zog. Das war in Frankreich nicht so. Ich bin nicht aufgewachsen mit der Angst und der Verachtung gegenüber Russland, wir waren kulturell nahe, näher als zu den USA. Wir wussten, das ist ein Volk, das viel durchgemacht hat, es verdient es nicht.

  17. @Mona (Zitat): dass man keinen dritten Weltkrieg mit den Russen beginnt. Ähnlich dachte Chamberlain gegenüber Hitler. Doch alles Nachgeben gegenüber den Deutschen führt nicht zum Frieden sondern zum 2. Weltkrieg. Nur Churchill sah das schon früh ganz klar und ich bin überzeugt, wenn die Franzosen + Briten eng zusammengearbeitet hätten und ähnliche Sanktionen gegenüber Deutschland verhängt hätten wie heute die EU gegenüber Russland, wäre es nie zum zweiten Weltkrieg gekommen.

    @ Jocelyne Lopez (Zitat): Ich sehe keine Zukunft für Europa ohne Anbindung Russlands. Es ist doch Russland das diese Anbindung nicht will. Und es ist auch ganz einfach zu begreifen, warum Russland nicht Teil Europas oder gar der EU werden will: Russland als Teil Europa wäre etwa vergleichbar mit Spanien als Teil Europas, denn beide haben ungefähr die gleiche Wirtschaftskraft. Putin wäre ein völlig unbedeutender Politiker wenn sein Russland fest in Europa eingebunden wäre. Das weiss er. Und tatsächlich geniesst er jetzt eine Bedeutung seiner Person, die er als Teil Europas nie erlangen könnte. Auch die Russen bewundern Putin und seine Politik vor allem deshalb, weil sie Russland wieder “gross” macht. Doch davon haben die Russen letztlich nichts. Diese Art von Grösse bringt ausser Respekt gar nichts ein.

  18. Das Verrrückte und Paradoxe ist ja, dass Deutschland heute ein noch viel wichtigeres und mächtigeres Land wäre, wenn es auf den zweiten Weltkrieg verzichtet hätte. Auch Russland hat wohl eine bessere Zukunft vor sich, wenn es auf einen Krieg gegen den Westen verzichtet und nicht zuletzt Merkels Sanktionspolitik gegenüber Russland verhindert einen solchen Krieg.

    Übrigens: Hitler wusste vor Kriegsbeginn, dass ein Zweifrontenkrieg (ein Krieg gegen Grossbritannien und Russland gleichzeitig) nicht zu gewinnen war. Doch dann – wegen der vermeintlichen Schwäche seiner Gegner – wurde er übermütig und begann genau einen solchen Zweifrontenkrieg. Mit den bekannten Folgen.

  19. MH
    Als Natomitglied muss Deutschland wohl oder übel mit den Wölfen heulen.
    Dass über diese politischen Grenzen hinaus eine Zusammenarbeit mit Russland weiter besteht, beweisen ja die Anstrengungen der Russen nach dem gescheiterten Rakatenstart zur ISS. Und Schröder arbeitet ja auch noch für die deutschen Interessen bei der Gaspipeline von Rußland nach Deutschland.
    Deshalb ist ja diese gedankenlose Überschrift mit “Schurkenstaat” auf der einen Seite und “freiheitliche Grundordnung” auf der anderen Seite so falsch, so dumm und so verantwortungslos.

  20. @Novidolski: Ja, das stimmt natürlich. Nicht nur Schröder, auch Angela Merkel will russisches Gas und Putin will es liefern.
    Zudem: In gewissen Bereichen ist Russland trotz seiner wirtschaftlichen Schwäche recht stark: Raketenbau beispielsweise (wobei das jetzt doch vorbei zu sein scheint) oder Bau und Neuentwicklung von Atomreaktoren oder Eisbrechern, etc. etc.
    Russland zeigt für mich beispielhaft, dass ein Einzelstaat zu einigem in der Lage ist, wenn er nur will. Auch andere Länder könnten mehr aus sich machen als sie es tatsächlich tun. Kürzlich hat ja Bayern und seine CSU das Programm Bayern One vorgestellt mit Raumfahrtprojekten, Robotik, AI, Hyperloop. Alles Dinge, die man sonst nur dem Silicon Valley zutraut. Und prompt hat man die CSU und Bayern belächelt. Dabei sind solche Projekte in Bayern und gefördert von Bayern durchaus möglich.
    Es ist überhaupt sehr viel mehr möglich, als viele meinen. Das zeigt gerade auch Russland durch und mit Putin. Einerseits macht Putin mehr aus Russland als Russland überhaupt ist, andererseits führt Putin Russland aber auch in die Isolation – durch die aggressive Komponente, die dem Wirken Putins innewohnt.

  21. @ Martin Holzherr
    19. Oktober 2018 @ 07:46

    Mit solchen Ängsten oder Mißmut oder auch Misstrauen werden wir wohl wieder in einen Krieg geraten – ob kalt oder heiss… wer weiß das vorher schon.

    Ich hatte sie ja neulich schon auf ihre Tendenz, anderer Leute Muffenausen auszubrüten, hingewiesen.

    Sie würden ja doch auch der neuen “unteilbar”-Bewegung ihe Stimme geben, oder?

    Aber sie tun faktisch spalterisch in die Welt hinein reden. Passt ja nicht zusammen.

    Und es könnte ja noch viel schlimmer sein:
    Gerüchteweise hat Russland Sateliten im Orbit, die innerhalb der Gravitation an der Gravitation durch den Raum navigieren können. Nix Rakentenantrieb, sondern Gravitationsantrieb.

    Was man einen “Quantensprung” nennt…

    Wobei das technische Herz dabei natürlich aufblüht, wenn man sowas hört: Endlich was Neues! Fortschritte. Da werden dann auch gleich wieder ganz neue technische Möglichkeiten und Entwicklungsebenen/visionen eröffnet…oder sollte es tun, bei Leuten, die technisches Interesse haben.

    Aber dann hört man immer nur wieder den alten ideologischen Auf- und Unruhr.

    Aber eben:
    Vorsicht, es kann einseitige Propaganda sein, die man nicht auf ihre Quellen prüfen kann, weil sie alle ins Nichts führen oder unüberprüfbar sind.

  22. @demolog (Zitat):Mit solchen Ängsten oder Mißmut oder auch Misstrauen werden wir wohl wieder in einen Krieg geraten – ob kalt oder heiss… wer weiß das vorher schon.
    Angst muss man vor Putin und Russland nicht haben – und ich habe nirgends Angst geschürt. Der Historiker Timothy Snyder schürt aber vielleicht wirklich Angst – unnötigerweise, denn wie ich bereits mehrmals geschrieben habe, sehen Putin und Russland grösser aus als sie sind. Putin macht aus Russland eine scheinbar grössere Macht als es ist, er schafft ein Russland auf Steroiden (und posiert selbst gern als Muskelmann in der sibirischen Taiga). Wenn es aber plötzlich an Steroiden fehlt, wenn beispielsweise der Erdölpreis sinkt oder niemand mehr russisches Erdgas will, dann schrumpft Russland auf seine wirkliche Grösse hinab und das wäre dann auch das Ende von Putin, denn dann hätten die Russen nicht einmal die vermeintliche Grösse Russlands als Kompensation für ein dürftiges Leben ohne sichtbare Entwicklung.

  23. @Martin Holzherr

    “Das Verrrückte und Paradoxe ist ja, dass Deutschland heute ein noch viel wichtigeres und mächtigeres Land wäre, wenn es auf den zweiten Weltkrieg verzichtet hätte. Auch Russland hat wohl eine bessere Zukunft vor sich, wenn es auf einen Krieg gegen den Westen verzichtet und nicht zuletzt Merkels Sanktionspolitik gegenüber Russland verhindert einen solchen Krieg.”

    .
    So einfach ist das nicht! Deutschland hatte ja bereits den Ersten Weltkrieg verloren und musste hohe Reparationszahlungen leisten, die vor allem die Wirtschaft schwächten. Im Jahr 1923 war die deutsche Regierung praktisch zahlungsunfähig und es kam zur Ruhrbesetzung durch französische Truppen. Infolge des Dawes-Plans konnte sich die Wirtschaft zwar wieder etwas erholen. Die Weltwirtschaftskrise 1929 und der Zusammenbruch der New Yorker Börse sorgten aber dafür, dass die ausländischen Kredite abgezogen wurden. Deutschland geriet in eine wirtschaftlich katastrophale Lage, die zu sozialen und politischen Verwerfungen führte und letztendlich der rechtsradikalen NSDAP und damit Hitler zum Aufstieg verhalfen.

    Die momentanen Sanktionen gegen Russland gehen nicht primär von Merkel aus, sondern von den USA und der Europäischen Union. Deutschland “darf” lediglich mitmachen, trägt aber die Hauptlast der Russland-Sanktionen, weil der Handel um fast 40% eingebrochen ist. Aus diesem Grund reisten sowohl Finanzminister Olaf Scholz als auch Angela Merkel schon mal nach Washington, um zu erreichen, dass die Trump-Administration die deutschen Unternehmen von den harten neuen US-Sanktionen gegen Russland befreit. Falls die Russen die Wahl zugunsten Trumps beeinflusst haben sollten, war das ein Schlag ins Wasser, da der amerikanische Präsident nicht allein entscheiden kann, sondern vom Kongress abhängig ist.
    Im Übrigen haben die USA auch schon mal massiv in den russischen Wahlkampf eingegriffen und den Wahlkampf von Boris Jelzins organisiert, der dann maßgeblich an der Auflösung der Sowjetunion beteilig war.
    Näheres siehe hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8947088.html

  24. Was genau bedeutet (heute) „eine liberale Ordnung“?

    Zum Vergleich: Wenn jemand ohne Papiere die deutsche Grenze passiert und als Flüchtling behördlich „etikettiert“ wird, dann folgen Unterkunft und Sozialleistungen.

    Wenn jemand, der weder nachweislich fernsieht noch Radio hört, seine GEZ-Gebühren partout nicht bezahlt, dann wandert er ins Gefängnis.

    In unserer vermeintlich liberalen Gesellschaft, kann schon der beschreibende Wortgebrauch, wie „etikettiert“, als politisch inkorrekt gelten. Mit der Folge, daß Hypermoralisten ausrasten. Nicht selten fliegen die gleichen Hypermoralisten jedoch mit Billig-Fluggesellschaften und kümmern sich einen „Dreck“ um die prekären Arbeitsverhältnisse der Airline-Bediensteten oder reisen aus Kostengründen in die Türkei, wen kümmern schon die Menschenrechte, wenn man ein paar Euro sparen kann?

    Wie kann man Saudi-Arabien als Schurkenstaat „labeln“, wenn u.a. das (liberale) Deutschland diesen aus reiner Profitgier mit schweren Waffen ausrüstet?

    Ein Mensch kann liberal sein. Ein Staat des 21.Jahrhunderts kann es aus vielerlei Gründen bei genauer Sicht nicht.

  25. @ Martin Holzherr
    20. Oktober 2018 @ 10:17

    -> Ok, da lag ich tatsächlich wohl falsch: Sie schühren keine Angst. Sie sind schon das Symptom dessen, was beängstigt.

  26. @Dirk Freyling (Zitat): Ein Mensch kann liberal sein. Ein Staat des 21.Jahrhunderts kann es aus vielerlei Gründen bei genauer Sicht nicht.
    Nein, es gibt liberale Staaten und die kennzeichnen sich durch das Verhältnis zwischen Staat und Bürger aus. In einem liberale Staat wird Pluralität akzepiert und moderiert, nicht unterdrückt, Meinungs- und Pressefreiheit werden garantiert und es gibt nicht nur die Versammlungsfreiheit, sondern sogar das Recht unbehelligt Clubs, Vereine und auch Gruppierungen zu bilden, die politisch/gesellschaftliche Ziele verfolgen (wie etwa gleiche Löhne für Mann und Frau oder ein generelles Waffenausfuhrverbot).

    Nicht einmal,Polen und Ungarn sind gemäss diesen Kriterien liberale Länder, denn sie machen es NGO‘s zunehmend schwer dort aktiv zu werden. Länder in denen missliebige Journalisten wie Terroristen behandelt werden wie das in der Türkei und generell in den meisten autokratisch oder autoritär regierten Ländern geschieht, sind sogar meilenweit entfernt vom Status eines „liberalen Staates“.

    Ein liberaler Staat ist nicht unbedingt ein moralischer Staat, denn ein liberaler Stast kennzeichnet sich dadurch aus, dass er seinen Bürgern und Verbänden möglichst viele Freiheiten gewährt und zu diesen Freiheiten gehört auch die Freiheit zweifelhafte Dinge zu tun wie Waffen gegen Gekd zu exportieren. Ein liberaler Staat ist also nicht moralischer als seine Bürger und Interessenvertreter während ein autoritär und autokratisch geführter Staat so moralisch ist wie es der Regierungschef und die herrschende Elite ist. Russland brispielsweise ist so moralisch wie es Putin ist. Die Moralität der Bewohner Russlands spielt dagegen auf der staatlichen Ebene Russlands keine Rolle, weil die russischen Bürger weder aussenpolitisch noch innenpolitisch etwas zu sagen haben, umgekehrt aber der russische Staat bis hinab zum Turnverein einiges zu sagen hat.

  27. Zu Martin Holzherr:
    “In einem liberalen Staat wird Pluralität ackzeptiert und nicht unterdrückt…”
    Bei dieser Einschätzung bekomme ich mit diesem Land Probleme, da viele meiner Kommentare und Meinungen der Zensur zum Opfer gefallen sind,was mich immer wieder sehr an die Zeiten in der Diktatur der DDR erinnert. Es herrscht eine öffentliche von Staat und Medien getragene Meinung, die andere Ansichten diskreditiert,denunziert bzw. gar nicht erst zuläßt.In diesem Sinne nähern wir uns dem System PUTIN weiter an, der die Medien auch vor seinem Karren spannt.Die Freiheit einer Demokratie zeigt sich in der Ackzeptanz der anderen Meinung.(Rosa Luxemburg: Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden).Im übrigen habe ich auch etwas gegen diese spießige deutsche Oberlehrermentalität, sprich anderen Ländern vorschreiben zu müssen, wie richtige Demokratie aussehen soll bzw. all das zu übernehmen, was Deutschland, konkret Frau Merkel, denkt. Ziel eines friedlichen Zusammenlebens ist die Ackzeptanz der Kultur bzw. Denk-und Lebensweise des Anderen…(Friedliche Koexistenz)

  28. Herr Holzherr,
    Sie verwechseln die Freiheit zu Lügen und zu betrügen mit Liberalismus. Der (u.a. deutsche) Staat selbst schafft hier und da die Randbedingungen.

    Beispiel: Cum-Ex-Geschäfte. Seit 1992 (!!!) wissen deutsche Behörden, daß Banken und Investoren mit den so genannten Cum-Ex-Geschäften den Fiskus schädigen. Siehe zum Verständnis: Dividendenstripping.

    Zur Meinungsfreiheit: Ein Staat, der private Unternehmen unter Androhung von Strafzahlungen in die Pflicht nimmt (Stichwort:Netzwerkdurchsuchungsgesetz), möglicherweise strafrechtlich relevante veröffentlichte Meinungen zu löschen, ohne das ein Gericht den Straftatbestand festgestellt hat, praktiziert ergebnisorientiert eine massive, methodische Vorzensur.

    Nennen Sie mal ein konkretes Beispiel eines liberalen Staates.

  29. @Dirk Freyling (Zitat): Nennen Sie mal ein konkretes Beispiel eines liberalen Staates. Gemäss Human Freedom Index 2015 gilt (übersetzt von DeepL): Von 17 Regionen gibt es die höchsten Freiheitsgrade in Nordeuropa, Nordamerika (Kanada und die Vereinigten Staaten von Amerika). Staaten) und Westeuropa. Die niedrigsten Ebenen befinden sich im Mittleren Osten und Nordafrika, Subsahara-Afrika und Südasien.
    Die Freiheiten der Frauen, gemessen an fünf relevanten Kriterien
    Indikatoren im Index, sind in Europa und Nordamerika am meisten geschützt, am wenigsten geschützt in Südasien, im Afrika südlich der Sahara sowie im Mittleren Osten und Nordafrika.

    Die Rangliste der 10 freiesten Staaten sah 2015 so aus:
    Hong Kong, Switzerland, Finland, Denmark , New Zealand, Canada, Australia, Ireland, United Kingdom, Sweden.
    Allgemein wird zwischen politischer und ökonomischer Freiheit unterschieden und es gibt wirtschaftlich freiheitliche Länder, die politisch weniger Freiheiten gewähren und umgekehrt. In einer Gesamtrangliste erkennt man das allerdings nicht.
    Beim obigen Index wurden folgende Punkte berücksichtigt:
    ■ Rechtsstaatlichkeit
    ■ Sicherheit und Schutz
    ■ Bewegungsfreiheit
    ■ Religionsfreiheit
    ■ Verbands- und Versammlungsfreiheit und Freiheit derZivilgesellschaft
    ■ Äusserungsfreiheit
    ■ Freiheit in Bezug auf Partnerschaften
    ■ Größe der Regierung
    ■ Rechtsordnung und Eigentumsrechte
    ■ Zugang zu solidem Geld
    ■ Freiheit des internationalen Handels
    ■ Regulierung von Kredit, Arbeit und Wirtschaft

    Für mich sind hier Rechtsstaatlichkeit, Bewegungsfreiheit, Religionsfreiheit, Verbands- und Versammlungsfreiheit, Freiheit derZivilgesellschaft und Äusserungsfreiheit wichtig, für diejenigen, für die die ökonomische Freiheit zählt, sind vielleicht Handelsfreiheit, Eigentumsrechte, eine solide Währung und wenig Regulierungen in den Bereichen Kredit, Arbeit und Wirtschaft wichtiger.

  30. @Dirk Freyling betreffend 1) Dividendenstripping und 2) Meinungsfreiheit im Internet:
    zu 1) Das ist ein Missbrauch zu Lasten des Steuerzahlers und damit eine Verletzung des Prinzips, dass meine Freiheit nicht auf Kosten von anderen gehen darf
    zu 2) Meinungsfreiheit: Da stimme ich ihnen teilweise zu. Der Staat sollte Publikationen und Meinungsäusserungen nicht von vornherein unterbinden. Wenn schon haben Zeitungen und andere Publikationsmittel das Recht etwas nicht zu publizieren. Hier besteht allerdings das Problem dass viele Internetplatformen gar keine Medien im klassischen Sinne sind und sie dementsprechend keinerlei Verantwortung übernehmen für das was auf ihren Kanälen publiziert wird.

  31. @ Martin Holzherr und :
    …Hier besteht allerdings das Problem dass viele Internetplatformen gar keine Medien im klassischen Sinne sind und sie dementsprechend keinerlei Verantwortung übernehmen für das was auf ihren Kanälen publiziert wird….” (Zitatende)

    Man sollte mal recherchieren, wie oft in den letzten 50/60 Jahren die “Bildzeitung”
    die Verantwortung für das übernommen hat, was auf ihrem “Kanal” publiziert wurde. Und die hatte eine weitaus größere Breitenwirkung. Und hat sich jemals jemand wirklich darüber aufgeregt, dass Die Wahlwerbung (Plakate , Wahlspots, Broschüren usw.) zu mindestens 70% als Fafe. newa betrachtet werden müssen. Und bedenken Sie deren Breitenwirkung! Oder hat sich früher jemand darüber aufgeregt, dass in den Wochen vor den Wahlen in den meisten (katholischen) Kirchen den “Schöfchen eindringlich empfohlen wurde, so zu wählen , dass man nicht der ewigen Verdammnis anheimfällt?
    Fazit: Das Getöse mit der Manipulationswirkung der sozialen Medien beweist vor allem Eines : Dass gerade dieses Getöse die Art von propagandistischer Manipulation ist, die man scheinheilig beklagt. Aber kaum einen scheints zu stören. Wie früher bei der “Bild”. Als sie noch die Alleinherrschaft über die “Tammtische” besaß.

  32. Zitat Martin Holzherr: „Die Rangliste der 10 freiesten Staaten sah 2015 so aus: Hong Kong, Switzerland, Finland, Denmark , New Zealand, Canada, Australia, Ireland, United Kingdom, Sweden. Allgemein wird zwischen politischer und ökonomischer Freiheit unterschieden und es gibt wirtschaftlich freiheitliche Länder, die politisch weniger Freiheiten gewähren und umgekehrt. In einer Gesamtrangliste erkennt man das allerdings nicht.
    .

    Die verfassungsmäßige bzw. gesetzliche Festsetzung der Rechte der Bürger in liberalen Staaten kann nicht allein für die Bewertung der konkreten Freiheit der Bürger maßgebend sein, denn diese verfassungsmäßigen Festsetzungen können so stark durch Korruption und Lobbyismus ausgehöhlt werden, daß die Rechte der Bürger nur auf dem Papier bestehen. Siehe zum Beispiel die Länder-Rangliste beim Korruptionsindex. Wer negiert, dass auch in Deutschland Korruption und Lobbyismus eine mitunter gewaltige Rolle in Politik und Wirtschaft spielen, unterstützt von dem Staat und von der sogenannten freien Presse, negiert die Realität. Ich engagiere mich zum Beispiel konkret seit 15 Jahren in zwei Bereichen der Wissenschaft/Wirtschaft, wo es de facto nicht möglich ist den Staat dazu zu bringen, die bestehenden Gesetze zu respektieren bzw. umzusetzen (Tierversuche und theoretische Physik).

  33. @Jocelyne Lopez (Zitat): Die verfassungsmäßige bzw. gesetzliche Festsetzung der Rechte der Bürger in liberalen Staaten kann nicht allein für die Bewertung der konkreten Freiheit der Bürger maßgebend sein
    Freiheitsrechte müssen auch ausgeübt werden können, das ist klar. Im oben von mir erwähnten Human Freedom Index liest man dazu in Bezug auf die Pressefreiheit:
    Pressemorde[2Di] beziehen sich auf Morde an Journalisten “als Vergeltung oder zur Verhinderung von Nachrichtenberichten oder Kommentaren” und Zeitschriften, die bei gefährlichen Einsätzen getötet werden, wie vom Ausschuss zum Schutz von Zeitschriften dokumentiert. Gesetze und Vorschriften, die den Inhalt von Medien beeinflussen[2Dii], ist eine Bewertung des rechtlichen Umfelds durch Freedom House, das Regierungen nutzen können, um “die Handlungsfähigkeit der Medien einzuschränken”. Die nächste Maßnahme ist eine Bewertung des Einflusses des politischen Umfelds auf die Medien[2Diii], nämlich des politischen Drucks auf Nachrichten und redaktionelle Inhalte.

    Ein Land mit vielen Ermordungen von Journalisten bekommt also eine schlechte Note bezüglich Pressefreiheit, selbst wenn die Gesetze die Pressefreiheit hochhalten.
    Das von ihnen erwähnte Deutschland schaffte es im Freiheitsindex auf Platz 12, was allerdings nicht bedeuten muss, dass die Freiheiten in Deutschland überall sehr hoch sind, sie könnten auch einfach in den meisten anderen Löndern sehr niedrig sein.

  34. Autokraten wie Putin faszinieren heute auch viele Leute hier im Westen – und zwar Rechte wie Linke. In seiner SPON-Kolumne „Im Zweifel Links“ beispielsweise verteidigte Jakob Augstein Putin ( siehe Und schuld ist immer Putin ) selbst als er im Syrienkonflikt militärisch eingriff und er ergreift im Zweifel Partei für Putin (z.B. Im Fall Litwinenko). Aus dem Satz den man dort liest: Ende September sind die Russen in den Syrienkonflikt eingetreten. Nicht einmal sechs Monate später haben die russischen Angriffe das Blatt gewendet. Die russischen Flugzeuge haben Assads Truppen ohne Rücksicht auf zivile Verluste den Weg freigebombt., spricht eine Faszination über die Unverschämtheit und den Erfolg des rücksichtslos vorgehenden Putins. Autokraten als Machtmenschen also, die dort wo Body-Builder ihre augepumpten Muskeln haben, aufgepumpte Skrupellosigkeit und Willen zur Macht und zum Erfolg haben. Ja, für viele von Links und Rechts ist Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einfach zu langweilig geworden. Sie wollen Action und Erfolg mit allen Mitteln.

  35. Zitat Martin Holzherr: „Freiheitsrechte müssen auch ausgeübt werden können, das ist klar. Im oben von mir erwähnten Human Freedom Index liest man dazu in Bezug auf die Pressefreiheit: Pressemorde[2Di] beziehen sich auf Morde an Journalisten “als Vergeltung oder zur Verhinderung von Nachrichtenberichten oder Kommentaren” und Zeitschriften, die bei gefährlichen Einsätzen getötet werden, wie vom Ausschuss zum Schutz von Zeitschriften dokumentiert. Gesetze und Vorschriften, die den Inhalt von Medien beeinflussen[2Dii], ist eine Bewertung des rechtlichen Umfelds durch Freedom House, das Regierungen nutzen können, um “die Handlungsfähigkeit der Medien einzuschränken”. Die nächste Maßnahme ist eine Bewertung des Einflusses des politischen Umfelds auf die Medien[2Diii], nämlich des politischen Drucks auf Nachrichten und redaktionelle Inhalte.
    .

    Die Fälle von Pressemorden [2Di] und von offenen Zensurvorschriften des Staates auf die Presse [2Dii] sind eindeutig zu dokumentieren und daher eindeutig zu bewerten, dagegen kann man kaum den Einfluss des politischen Umfelds auf die Medien [2Diii] dokumentieren und Bewerten, genauso wenig wie man den Einfluß der wirtschaftlichen und politischen Lobbys auf die Medien und auf die Politiker [Kriterien nicht aufgeführt] bewerten kann, denn sie spielen sich sehr “diskret” in Verborgenheit ab. Darüber gibt es keine Zahlen. Nur vereinzelt, zum Beispiel bei „Skandalen“ wenn sie aufgedeckt werden, werden sie bekannt. „Skandalen“ sind aber wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Was für einen “Umsatz” durch Korruption und Lobbyismus erzielt wird ist nicht zu beziffern.

    Hier zum Beispiel das Zugeständnis eines ehemaligen Bundesministers für Gesundheit (Horst Seehofer), wonach sinnvolle soziale Veränderungen zugunsten der Allgemeinheit von Lobbyverbänden seit mehreren Jahrzehnten und sehr effektiv zugunsten ihrer eigenen Interessen verhindert werden: https://www.youtube.com/watch?v=DCy1D1HGeeA

  36. @ Martin Holzherr und:

    “…….spricht eine Faszination über die Unverschämtheit und den Erfolg des rücksichtslos vorgehenden Putins. Autokraten als Machtmenschen also, die dort wo Body-Builder ihre augepumpten Muskeln haben, aufgepumpte Skrupellosigkeit und Willen zur Macht und zum Erfolg haben. Ja, für viele von Links und Rechts ist Demokratie und Rechtsstaatlichkeit einfach zu langweilig geworden. Sie wollen Action und Erfolg mit allen Mitteln…” (Zitatende)

    Das ist fast schon üble Nachrede. Ich denke auch Sie wissen, dass auch Jakob Augstein, wenns hart auf hart kommt, nahezu immer transatlantisch agiert.
    Die linke Attitüde Augsteins ist zumeist nur Fassade. Im Grunde ist er eine Art halbgrüner Hipster- Libertärer aus der intellektuellen Großstadtelite, der sich linkspopulistisch gibt, den USA (und Israel) aber niemals ernsthaft an den Karren fahren würde. Auch wenn er kritischere Kommentare im Onlinebereich bis zu einem gewissen Grad zulässt. (Ich hatte die Printausgabe des “freitag” mal eine Weile abonniert). Also bitte keine Märchen über den Herrn und sein publizistisches Agieren verbreiten.

  37. @ J.L. und :
    “…. Was für einen “Umsatz” durch Korruption und Lobbyismus erzielt wird ist nicht zu beziffern
    Hier zum Beispiel das Zugeständnis eines ehemaligen Bundesministers für Gesundheit (Horst Seehofer), wonach sinnvolle soziale Veränderungen zugunsten der Allgemeinheit von Lobbyverbänden seit mehreren Jahrzehnten und sehr effektiv zugunsten ihrer eigenen Interessen verhindert werden: https://www.youtube.com/watch?v=DCy1D1HGeeA…….. ”
    (Zitatende)

    Es gibt allerdings auch den rein politischen Lobbyismus. Zum Beispiel wenn gerade von denen, die sonst immer die Vorzüge des möglichst freien Marktes als Quasi- Naturgesetz postulieren dann, wenn es “befreundete” Staaten verlangen, brutal staatsdirigistisch in diesen eingegriffen wird, um andere Staaten durch Wirtschaftssanktionen zu geopolitischer Konformität zu zwingen. Der Präsident des größten deutschen Wirtschaftsverbandes sagte heute morgen im Radio, dass seine Mitglieder selbstverständlich ein “Primat der Politik” anerkennen und dieses auch befolgen würden.
    Als Verschwörungstheoretiker vermute ich aber, dass zumindest ein Teil der Gewinneinbußen auf dunklen Wegen wieder aus den Steuertöpfen als Entschädigung für diese Regierungs-Konformität zur Wirtschaft zurückfließen. Zum Beispiel dadurch , dass man zehn Jahre lang absoluts nichts über Steuerschlupflöcher, die man selbst geschaffen hat, habe wissen können.
    Ganz blöd sinds halt net, die Großkopferten.

  38. Zitat Martin Holzherr: „@ Dirk Freyling – „zu 2) Meinungsfreiheit: Da stimme ich ihnen teilweise zu. Der Staat sollte Publikationen und Meinungsäusserungen nicht von vornherein unterbinden. Wenn schon haben Zeitungen und andere Publikationsmittel das Recht etwas nicht zu publizieren.“

    .
    Wenn Zeitungen und Publikationsmittel das „Recht“ haben, etwas nicht zu publizieren, stellt es de facto eine sehr effiziente Zensur dar und ist ein Kniefall vor den herrschenden staatlichen Meinungen: Zensur durch totschweigen und Ausgrenzung. Reine Heuchelei unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit und des Pressekodex. Wo ist dann in der Auswirkung der Unterschied mit offener Zensur?

    Das erleben wir hier sogar bei SciLogs z.B. durch nicht Freischaltung oder Löschen von Kommentaren, Löschen von Links zu gegenteiligen Informationsquellen und Sperrung von Teilnehmern. Ich beobachte es bei anderen Teilnehmern und erlebe es auch persönlich seit 10 Jahren: Ich wurde zum Beispiel gelöscht und gesperrt in den Physik-Blogs von Markus Pössel und Joachim Schulz (die die etablierte, staatlich unterstützte Mainstream-Meinung in der theoretischen Physik propagieren – SciLogs auch), sowie auch im „Religion“-Blog von Michael Blume, der de facto nichts anderes ist als ein Pinwand zum Propagieren der Agenda seiner politischen Partei. Ich wurde von diesen Bloggern, als Rassistin, Antisemitin und Nazi diffamiert sowie als unerwünscht bei SciLogs erklärt, mit Segen der Redaktion.

  39. @Dirk Freyling: Gesprächsverweigerung und Zensur gehören nicht zum Liberalismus oder dem liberalen Staat. Der Cicero-Artikel Wie der Liberalismus die Freiheit zerstört suggeriert hier etwas falsches.
    Es stimmt aber: Vor allem in politisch korrekten Studenten- und Akademikerkreisen der USA gibt es seit längerem das Phänomen, dass Vorträge mit unkorrektem Inhalt boykottiert oder die Vortragenden gar ausgeladen werden. Die Szene der Politisch Korrekten in den USA ist stark verwoben mit der Idee der Identitätspolitik, die Leute einer bestimmten Gruppe zuteilt und die Gruppen dann vor Störungen von aussen durch “Safe Spaces” etc. schützen will. Sie will sie auch vor anderen Meinungen schützen und damit letztlich vor der Welt schützen. Das ist das Gegenteil einer liberalen Haltung.
    Hier zwei Artikel zu den Auswirkungen von Politischer Korrektheit auf die “freie Rede”: The Debilitating Effects of Political Correctness on Free Speech und Political Correctness vs. Free Speech wo sich folgende Einschätzung findet (übersetzt von DeepL):
    Allerdings ist es ein schlechter Zug, die offene Erkundung sensibler Themen abzuschalten. Es würde kaum eine Diskussion über die Natur Gottes geben, zum Beispiel, oder Bücher, die sich mit Sexualität beschäftigen. Wenn das Komfortniveau der Schüler das Unterrichtsmaterial bestimmte, konnte nur das gelehrt werden, was für die Überempfindlichen akzeptabel war.

    In den Geistes- und Kulturwissenschaften gäbe es nicht viel zu lehren, wenn die Kriterien für die Einbeziehung diejenigen wären, die die bestehenden Ideen nicht in Frage stellen würden. Wie der deutsche Philosoph Theodor Adorno einmal bemerkte: “Die höchste Form der Unmoral ist es, sich in seinem eigenen Haus wohl zu fühlen.”

  40. Herr Holzherr,
    ich denke wir könnten eine Schnittmenge finden, in der wir beide feststellen, daß der momentane Umgang mit konträren Ansichten, zur Isolation führt. Isolation in dem Sinne, daß sich die (Meinungs-)Fronten verhärten und wenig bis kein Sachaustausch mehr stattfindet.

    Ein Grund für diese Entwicklung ist die Art und Weise, wie Menschen täglich durch unseriösen Journalismus emotionalisiert bzw. in die Irre geführt werden.

    Eines von vielen aktuellen Beispielen ist der Artikel des Spiegel-(Online)-Autors Joel Glasman. Gefährliches Hirngespinst.

    Glasman schreibt hier über Stephan Smith der eine (Zahlen- und Prognose-)Analyse der Migration aus Afrika beschreibt.

    Vergleichen Sie den argumentationslosen Vortrag von Glasman mit den kritischen Kommentaren der Leser. Die offensichtliche Problematik besteht darin, daß der Autor durch die Institution SPIEGEL“ eine Bedeutung bekommt, der er inhaltlich nicht gerecht werden kann. Diese Art des einseitigen, sachfernen Journalismus begegnen wir überall. Die meisten Menschen haben nicht die Zeit zu jedem Thema eine selbständige Recherche durchzuführen. In der Summe werden von der Bevölkerung die Ansichten vertreten, die von den Hauptstrommedien kreiert werden.

    Ein Beispiel ist die vollkommen falsche Einschätzung des Potentials alternativer Energiegewinnung in Deutschland mit fatalen Folgen.

    Zur Erinnerung: “Die Förderung erneuerbarer Energien wird einen Haushalt nur einen Euro im Monat kosten – so viel wie eine Kugel Eis.“ verkündete 2004 der damalige deutsche Umweltminister, Jürgen Trittin. In Wirklichkeit hat sich die monatliche Stromrechnung für deutsche Haushalte seit 2000 etwa verdoppelt. Elektrizität ist in Deutschland für Konsumenten mit fast 30 Cent je Kilowattstunde sogar um die Hälfte teurer als im Hochpreisland Schweiz

    Während der Frostwetterperiode wurden im Zeitraum 16. bis 26. Januar 2017 von den über 26.000 Windenergieanlagen mit einer installierten Nennleistung von 50 Gigawatt nur minimale Leistungseinspeisungen für die Stromversorgung bereitgestellt. Kernenergie-, Kohle- und Gaskraftwerke übernahmen fast vollständig die Stromversorgung in Deutschland.

    Noch konkreter: Am 24.1.2017 um 7.00Uhr war die Stromnachfrage (Netzlast) 70 GW hoch. An Photovoltaik und Windkraftanlagen sowie Wasserkraft standen rein theoretisch 89,5 GW Kapazität zur Verfügung. Die tatsächliche Erzeugung am 24.1.2017 um 7.00Uhr von Photovoltaikanlagen lag bei Null, die der Windkraftanlagen bei 0,8 GW. Die thermischen Kraftwerke, vornehmlich Kohle, Gas und Kernkraft waren hoch ausgelastet und gewährleisteten die Versorgungssicherheit.

    Dieses Beispiel zeigt, ohne Wenn und Aber, die brachiale Wahrheit, daß die deutsche Stromversorgung zwingend zwei Systeme erfordert. Ohne „konventionelle“ regelbare und jederzeit verfügbare Kraftwerke, gäbe es gar keine parallele alternative Energieversorgung, diese jedoch hatte und hat ohne lokal vorhandene Energiezwischenspeicher keine Daseinsberechtigung.

    Das Standardmodell der deutschen alternativen Energieversorgung (SddAEV) ist untauglich. Wenn man das nun mit der Lügen-Propaganda der Macher und Nutznießer des SddAEV und der tendenziell positiven Volksmeinung vergleicht, wird klar wie katastrophal ausweglos die Situation mittlerweile ist.

    Der deutsche Journalismus, dem die Faktenlage bekannt sein muß, suggeriert seit Jahren durch das Weglassen kritischer Artikel (Nichterwähnung der dokumentierten Sachlage) , daß wir uns auf dem „richtigen Weg“ befinden. Hier werden Utopien ideologisierter Politiker und deren Anhänger, allen voran die Grünen, propagiert, die kläglich an der Realität gescheitet sind. Die Tatsache, daß hier kollektiv die Sachsituation methodisch und wiederholt ausgeblendet wird, erzeugt eine volkswirtschaftlich bedrohliche, unverantwortliche Situation, die Deutschland perspektivisch im globalen Vergleich ins Abseits stellt.

    Das ist ein weiteres eklatantes Beispiel dafür, daß wir und nicht in einer liberalen Ordnung befinden, da wir uns in keiner Ordnung befinden.

    Weitere – im Verhältnis zur Energiepolitik fast banale – Beispiele der Abwesenheit von Ordnung sind der nicht fertig gestellte Flughafen in Berlin, der neben dem Imageverlust des Standortes Deutschland Milliarden „verschluckt“ oder die Elbphilharmonie, die statt ca. 77 Mio. 866 (!!!) Millionen Euro gekostet hat.

  41. @ Dirk Freyling und zu:
    “…Der deutsche Journalismus, dem die Faktenlage bekannt sein muß, suggeriert seit Jahren durch das Weglassen kritischer Artikel (Nichterwähnung der dokumentierten Sachlage) , daß wir uns auf dem „richtigen Weg“ befinden. Hier werden Utopien ideologisierter Politiker und deren Anhänger, allen voran die Grünen, propagiert, die kläglich an der Realität gescheitet sind. Die Tatsache, daß hier kollektiv die Sachsituation methodisch und wiederholt ausgeblendet wird, erzeugt eine volkswirtschaftlich bedrohliche, unverantwortliche Situation, die Deutschland perspektivisch im globalen Vergleich ins Abseits stellt.
    Das ist ein weiteres eklatantes Beispiel dafür, daß wir und nicht in einer liberalen Ordnung befinden, da wir uns in keiner Ordnung befinden….”

    Auch ich komme nicht umhin Dirk Freyling bei seiner Analyse zumindest teilweise zuzusrimmen. Man sollte aber nicht bei der etwas pauschalen Feststellung, dass “Ideologie” schuld sei belassen. Auch Ideologie “kostet” (irgendwie und irgendwen) etwas, Das bedeutet , dass gerade auch hinter Ideologie (und mögen sie oberflächlich noch so irrational erscheinen) doch auch wieder (rationale) Partikularinteressen stehen, welche durch die “Ideologie” möglichst verschleiert werden sollen.

    Man kennt das ja seit tausenden von Jahren aus den Bereichen Philosophie und vor allem Thelologie (als Rechtfertigungstheorien für inhumane Ausbeutungs- Machtverhältnisse)

  42. Nachtrag:
    Man muss bei der Analyse “Ideologie” also möglichst immer weit tiefer graben. Das gilt natürlich gerade auch dann, wenn Naturschutz (als möglichst vernünftiges humanistisches Anliegen) zu irrational dogmatischer “Ideologie” mutiert. Da ist dann in der Tat äußerste skeptische Vorsicht (und tiefgehende Analyse) geboten.
    Aber das gilt eigentlich auch “generell” , was Wissenschaft und Politik betrifft. Sogar in den zwischenmanschlichen Beziehungen. (-:

  43. Bin nach kurzem Besuch in Grüters Klimablog hier (Es kommen härtere Tage) kurz davor, in eien depressive Verstimmung abzugleiten. Es hat sich schon eine IppC- Berichts- Exegese- und Ausdeutungsszene entwickelt, was mich fast schon an die Theologie erinnert. Und einige scheinen in der Tat immer häufiger wegen gefühlter Erkenntnisrenitenz der großen Massen bezüglich eines Katastrophenszenarios ernsthaft mit dem Gedanken an eine Art von Ökodiktatur zu spielen. Eventuell in der Form einer emotionsfrei rational agierenden Form von Über- KI, die eventuell allein in der Lage sei, so viel Vernunft zu entwickeln und den menschen überzustülpen, dass die Menschheit nicht der Apokalypse anheimfällt.
    Werden wir demnächst von naiven IT- Spätpuberties regiert werden?

  44. litItle Louis
    deine Befürchtungen über die Machtübernahme durch Künstliche Intelligenz von Katastrophenjunkies ist völlig unbegründet.
    Wer unsere Yellow Press verfolgt oder die Diskussionen in TV, der bekommt eher den Eindruck, dass sich in unserer Kultur eine Gleichgültigkeit gegenüber allen Gefahren entwickelt.
    Bei der künstlichen Intelligenz brauchst du nur den Stecker zu ziehen und schon ist es aus mit der Intelligenz.
    Von der Ausdeutungsmanie sind nur wenige befallen, und die leben davon.

  45. @Dirk Freyling: Stephen Schmidt‘s Thesen kenne ich von mehreren Interviews und dort wurde die Migration aus Afrika beispielsweise mit der Eroberung Südamerikas durch europäische Auswanderer oder der Eroberung Nordamerikas durch die Engländer und andere europäische Staaten verglichen. Doch hier berücksichtigt Stephen Schmidt die unterschiedliche Situation nicht. Amerika war fast menschenleer dazumal und die kleine einheimische Bevölkerung wurde auch noch militärisch nieder gerungen. Europa kann das gleiche nicht passieren. Letzlich kommen nur so viele Afrikaner wie die Europäer wollen. Wenn es unbedingt sein muss, kann Europa die Grenzen dicht machen – und das tut es ja schon. Fazit: Aus den Leserkommentaren sprechen die Änste der Leser. Diese Ängste gehen implizit davon aus, dass wir überrannt werden und nichts dagegen tun können: eine falsche Annahme.

    Zur „vollkommen falsche Einschätzung des Potentials alternativer Energiegewinnung in Deutschland mit fatalen Folgen„
    Zustimmung zu die brachiale Wahrheit, daß die deutsche Stromversorgung zwingend zwei Systeme erfordert. Ohne „konventionelle“ regelbare und jederzeit verfügbare Kraftwerke, gäbe es gar keine parallele alternative Energieversorgung, diese jedoch hatte und hat ohne lokal vorhandene Energiezwischenspeicher keine Daseinsberechtigung.. Klar sind Solarpanels und Windkraftwerke für sich allein genommen kein gleichwertiger Ersatz für eine nach Bedarf regelbare Stromversorgung und es stimmt, dass die Gemeinde von Erneuerbaren-Evangelisten jeden Einwand gegen ihre Vision gerne ignorieren oder gar unterdrücken. Allerdings könnten zukünftig verfübare Technologien wie die kostengünstige Speicherung von Strom oder aber ein weiträumiges, mindestens ganz Europa umfassendes Stromnetz hoher Kapazität das ändern. Auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu hoffen, in der die heutigen Probleme der erneuerbaren Energien gelöst sind, ist allerdings problematisch gerade angesichts des schnell voranschreitenden Klimawandels in der die Handlungen und Entscheidungen der nächsten 20 Jahre wichtig sind.

    Zu Beispiele der Abwesenheit von Ordnung sind der nicht fertig gestellte Flughafen in Berlin, der neben dem Imageverlust des Standortes Deutschland Milliarden „verschluckt“ oder die Elbphilharmonie, die statt ca. 77 Mio. 866 (!!!) Millionen Euro gekostet hat.
    Nun, das lässt sich ja korrigieren. Deutschland schneidet immer noch gut ab im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern.

  46. @ M.H. und:

    1.
    “…Wenn es unbedingt sein muss, kann Europa die Grenzen dicht machen – und das tut es ja schon. Fazit: Aus den Leserkommentaren sprechen die Änste der Leser. Diese Ängste gehen implizit davon aus, dass wir überrannt werden und nichts dagegen tun können: eine falsche Annahme…” (Zitatende)

    Merkwürdig , wie jetzt manche, die vor 2-3 Jahren noch der “ja, wir schaffen fast alles, man kann doch keine zeune Aufstellen -Euphorie” verfallen waren, jetzt die “Obergrenze” bejubeln. nein. ich bin kein AfD- fan. Aber ich möchte auch kein Heuchler sein.

    2.
    …Allerdings könnten zukünftig verfübare Technologien wie die kostengünstige Speicherung von Strom oder aber ein weiträumiges, mindestens ganz Europa umfassendes Stromnetz hoher Kapazität das ändern.,,” (Zitatende)

    Merkwürdig, wie manche die sonst immer über esoterische Utopisten spotten, plötzlich voller Hoffnung auf Erlösung durch noch nicht vorhandene Techniken hoffen, obwohl ihnen eigentlich klar sein müsste, dass es bei der zugrunde liegenden Physik seit Jahrzehnten keine wirklichen Fortschritte bzw. “Neuerungen” gibt und im Moment auch kaum etwas “revolutionäres” in Aussicht ist.

  47. Herr Holzherr,

    Zu Ihrer Aussage: …“Aus den Leserkommentaren sprechen die Änste der Leser. Diese Ängste gehen implizit davon aus, dass wir überrannt werden und nichts dagegen tun können: eine falsche Annahme.“…

    Die “Taktik” Argumente und berechtigte Zweifel als Ängste zu bezeichnen und somit implizit als irgendwie unbegründet zu werten, ist zwar in aller Munde, aber wenig gehaltvoll.

    In letzter Konsequenz ist die Wahl der Mittel einen Zustrom von Menschen aus Afrika nach Europa zu kontrollieren, nur mit effizienten Grenzsicherungen zu realisieren. Es ist aber politisch, weder in den afrikanischen Ländern, noch in den Zielländern zu erkennen, daß dies geschehen wird. Nach wie vor, herrscht die Unvernunft der maßlosen Reproduktion und Verharmlosung dieser durch westliche Medien.

    Ihre Maßnahmen-Einschätzung ist aus logischen Gründen falsch. Eine Reduktion der Bevölkerung ist in jedem Fall die effizienteste Maßnahme. Umso früher damit begonnen wird desto besser. Die Ein-Kind-Politik hat nicht nur die Bevölkerungsexplosion in China gestoppt sondern die Lebensqualität der Chinesen deutlich verbessert. Weniger Kinder bedeutet(e) u.a. auch mehr Bildung und Fürsorge für diese. Siehe exemplarisch den Artikel: Wie China den Hunger besiegte

    Die afrikanische Wirklichkeit sieht (auch perspektivisch) düster aus:

    Beispiel primäre Probleme: In den Sahelzonenstaaten, wie dem Tschad und dem Niger wünschen sich Männer durchschnittlich 13,2 (!) Kinder, Frauen 9,5 (!) Kinder. Sekundäre Probleme: Im (deutschen) Fernsehen und in den Print- sowie Online-Medien werden dann diese unterernährten Kinder und ihre Mütter gezeigt um für Spenden für Nahrung und bessere medizinische Versorgung zu „werben“. Die vermeintliche Hilfe beschleunigt offensichtlich den Wahnsinn, daß »Versorgungsunfähige« ohne Sinn und Verstand und ohne Rücksichtnahme auf die Kinderschicksale, wie auch immer basierende, Lebensmuster ausleben, die in die sichere Verelendung führen.

    John Magufuli, der Präsident des ostafrikanischen Landes Tansania, forderte jüngst seine Landsleute auf, nicht mehr zu verhüten. Familienplanung sei etwas für Faulpelze… In Tansania lebten 1961 10 Millionen. Heute sind es 55 Millionen. Wen wunderts…Tansania gehört auch zu den Ländern mit den höchsten HIV-Raten…

    Kinderkriegen ist eine islamische Pflicht. Verhütungsmittel sind verpönt. Ägypten hat(te) 1946 19 Millionen, 1977 41 Millionen Einwohner, 2018 97 Millionen Einwohner. Die Ausbildung der Ägypter ist im internationalen Vergleich als sehr schlecht einzustufen.

    Statt jedoch zahlentreu und ressourcennah die katastrophalen Auswirkungen der Überbevölkerung zu thematisieren, wird die Bevölkerung GEZ-finanziert eingelullt. Siehe exemplarisch den ZDF-Info-Beitrag Mythos Überbevölkerung

    Zur Technik
    Es sind keine stromspeichernden Medien in Aussicht. Wie littleLouis bereits bemerkte, verwundert es, daß plötzlich das Prinzip Hoffnung stark bemüht wird.

    Zur generellen Unordnung
    Wie alt sind Sie? Wo leben Sie? Steuermittelverschwendungen sind in Deutschland Tagesgeschäft. Wie kommen Sie darauf, daß sich demnächst etwas signifikant ändern wird? Darüber hinaus: Selbst wenn die Aussage stimmen würde, daß in anderen europäischen Ländern noch mehr „öffentliche“ Gelder verschwendet werden, rechtfertigt das nicht die deutsche Verschwendung.

  48. @Holzherr
    …schaut man mal wieder rein..
    Ich bin so ziemlich das Gegenteil eines Putinverstehers. Vielleicht hilft Ihnen das irgendwie weiter bei der Einordnung ihrer eigenen Urteilskraft. Bin aber doch verblüfft wie Sie auf die Idee kommen können.

  49. @Dirk Freyling: Europa beherbergt heute vorwiegend Einwanderer aus Nordafrka und nur wenige aus der Subsahara (wo die Bevölkerung aber am stärksten wächst). Osteuropa nimmt praktisch keine Asylanten auf und die Länder in Europa mit dem höchsten Zustrom relativ zur eigenen Bevölkerung haben in der Vergangenheit bewusst die Tore für Flüchtlinge geöffnet (Deutschland, Schweden) oder sie sehen Teile Afrikas als ihre Einflussgebiet (Frankreich)
    Dies zu ihrer Aussage: In letzter Konsequenz ist die Wahl der Mittel einen Zustrom von Menschen aus Afrika nach Europa zu kontrollieren, nur mit effizienten Grenzsicherungen zu realisieren. Es ist aber politisch, weder in den afrikanischen Ländern, noch in den Zielländern zu erkennen, daß dies geschehen wird.
    In Osteuropa ist die (Zitat) effiziente Grenzsicherung bereits vorhanden, ja sie ist so extrem, dass es praktisch keine Zuwanderung gibt. Länder wie Deutschland und Schweden haben bereits eine restriktivere Einwanderungspolitik.
    Dann schreiben sie noch: Nach wie vor, herrscht die Unvernunft der maßlosen Reproduktion und Verharmlosung dieser durch westliche Medien. Nun, die masslose Reproduktion gibt es ja nicht in Europa, sondern in Teilen Afrikas. Und damit muss Afrika grösstenteils selber fertig werden. Wir leben heute nämlich nicht in einer Welt ohne Grenzen und werden das auch in den nächsten Jahrzehnten nicht tun.
    Hier noch eine Studie vom Pew Research Center International migration from sub-Saharan Africa has grown dramatically since 2010 wo man liest: Subsaharische Auswanderer sind nur ein Teil der internationalen Migrationsgeschichte Afrikas. Nordafrikanische Nationen haben auch jahrzehntelange Abwanderung nach Europa und in andere Teile der Welt erlebt. Im Jahr 2017 lebten rund 5,2 Millionen nordafrikanische Einwanderer in den EU-Ländern, Norwegen und der Schweiz, gegenüber rund 3 Millionen im Jahr 1990. Trotz des starken Anstiegs wird der Migrationskorridor Nordafrika-Europa durch den größten Korridor der Welt – Mexiko in die USA – in den Schatten gestellt. Bis 2017 leben rund 12 Millionen mexikanische Einwanderer in den USA.

    Übrigens: Die meisten afrikanischen Flüchtlinge leben selber wieder in afrikanischen Ländern, weil sie durch Bürgerkriege und Feindseligkeiten von ihrem Heimatland in ein Nachbarland vertrieben wurden. Es gibt tatsächlich 2 wichtige Gründe für die Flucht aus einem afrikanischen Heimatland: 1) Vertreibung durch Krieg/Feindseligkeit, welche die Flüchtlinge oft in ein Nachbarland emigrieren lässt 2) Hoffen auf ein besseres Leben in Europa etc.

    Am Ende des Pew-Research-Artikels liest man noch:
    In den kommenden Jahrzehnten dürfte die Zahl der internationalen Migranten aus Afrika insgesamt zunehmen, was zum Teil auf die wachsende Bevölkerung des Kontinents zurückzuführen ist. Wie die Empfängerländer reagieren werden, bleibt abzuwarten. Derzeit sendet Europa Geld für die Entwicklung, um afrikanische Länder zu unterstützen. Unterdessen hat die US-Regierung die Zahl der Flüchtlinge reduziert, die sie ansiedelt, und vorgeschlagen, andere rechtliche Wege in die USA einzuschränken.

    Mit anderen Worten: Die USA oder Osteuropa lassen heute schon nur wenig Menschen einwandern und eine unbeschränkte Aufnahmebereitschaft ist auch nicht im übrigen Europa zu erwarten.

  50. Zitat Martin Holzherr: “Nun, die masslose Reproduktion gibt es ja nicht in Europa, sondern in Teilen Afrikas. Und damit muss Afrika grösstenteils selber fertig werden. Wir leben heute nämlich nicht in einer Welt ohne Grenzen und werden das auch in den nächsten Jahrzehnten nicht tun.”
    .

    Nein, wir dürfen die Menschen in Afrika nicht allein mit den Problemen fertig werden. Denn wir waren bei den zum Aufbau unseres eigenen Wohlstandes lange bevor sie zu uns kamen. Wir müssen sie zum Wohlstand zurück verhelfen.

  51. Zitat Jocelyne Lopez: “Nein, wir dürfen die Menschen in Afrika nicht allein mit den Problemen fertig werden lassen. Denn wir waren bei den zum Aufbau unseres eigenen Wohlstandes lange bevor sie zu uns kamen.
    .

    Wir schulden Afrika Reparation. Über mehrere Jahrtausende haben sich die westlichen Länder wie die Geier auf ganz Afrika gestürzt, wir haben die Afrikaner zum Aufbau unseres materiellen Wohlstandes versklavt, menschlich versklavt und wirtschaftlich versklavst. Und jetzt sollen wir sie „Schurkenstaaten“ nennen, wie im Titel dieses Blogs? Wer sind hier die Schurkenstaaten, die „unsere liberale Ordnung und unsere Demokratie“ angreifen wollen?

    Das Verhalten der westlichen Länder als Schurkenstaate habe ich selbst in meinem Leben am Rande persönlich noch erlebt, mit dem abscheulichen Algerienkrieg, ein Krieg, der durch Grausamkeit und Abscheulichkeit mehr als eine Million Menschenleben gekostet hat. Meine Kindheit war geprägt von den Nachrichten dieser täglichen Gewalt. Ein der schönsten Erlebnisse meiner Kindheit war, als die Franzosen Algerien verlassen haben: Sie strömten tagtäglich nach Marseille, per Schiff und per Flugzeug, sie strömten in die Hauptstraße Marseilles, wer sind diese vielen Menschen? Die Franzosen verlassen Algerien. Ich war wie euphorisch, der Krieg war zu Ende, endlich, der Krieg war zu Ende, endlich, endlich, Algerien war frei!

    Kaum war der Algerien-Krieg zu Ende, kamen tagtäglich in den Medien die Nachrichten vom nicht minder abscheulichen Vietnam-Krieg.

    Wer sind hier die Schurkenstaaten, die „unsere liberale Ordnung und unsere Demokratie“ angreifen wollen?

  52. JL
    chapeau! Der Sklavenhandel liegt auch noch nicht lange zurück. Portugal hatte seinen Reichtum durch den Sklavenhandel . Aber die Geschichte ist gerecht. Ein Volk , dass seinen Reichtum auf dem Leben anderer aufbaut, das vergisst richtig zu wirtschaften.

  53. Ergänzungen zu meinen Kommentar-Ausführungen vom 23.Oktober 2018 zur deutschen alternativen Energiegewinnung und der praktischen Umsetzung, in Form von Elektroautos von zwei »Spektrum der Wissenschaft Autoren«.

    Ein kritischer Blick von Vince Ebert
    Sind E-Autos ein großer ökologischer Fortschritt? Oder verschärfen sie das Klimaproblem

    Was wäre, wenn wir alle Kohle- und Atomkraftwerke abschalten würden? von Christoph Schrader

    Fazit: Die angestrebten „Alternativen“ sind nicht einmal Nullnummern. Die Alternativen“ verschärfen die Problematik.

    Wie Gustave Le Bon bereits in seinem Meisterwerk »Psychologie der Massen« feststellte: „Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen mißfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer.“

    Bevor wir über Schurkenstaaten reden, sollten wir erst einmal über die Schurken im eigenen Land reden, die ganz bewusst aus ideologischen und materiellen Gründen die Bevölkerung in die Irre führen.

  54. Dirk F
    Die E-Autos lösen keine Energieprobleme, die sollen die Feinstaubbelastung in den Städten verringern.
    Das Energieproblem wird sich verringern, wenn die Durchschnittstemperaturen auf der Erde steigen. Unser Gasverbrauch ist z.B. zurückgegangen, weil die Heizperioden kürzer werden.

    Das ist keine Volksverdummung, das ist einsichtig.

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