Wie gefährlich sind Marslebewesen?

BLOG: Babylonische Türme

Vom Nutzen und Missbrauch des Verständigungsmittels Sprache
Babylonische Türme

Müssen wir damit rechnen, dass die Bodenproben vom Mars, die bald auf die Erde gebracht werden sollen, gefährliche Bakterien enthalten. Oder bedrohen einige Kilogramm Marsboden gleich die gesamte Erde, wie ein Bericht in Scientific American1 vermuten lässt? Sehen wir mal …

Der Science-Fiction-Film „Life” aus dem Jahr 2017 vermittelt schon mal eine Ahnung davon, was schlimmstenfalls passieren könnte. Ein äußerst aggressiver Organismus vom Mars vernichtet dort eine ganze Raumstation, in der eine Bodenprobe des Roten Planeten untersucht werden soll. Damit soll vermieden werden, dass marsianisches Leben der Erde gefährlich werden kann. Aber es hilft nichts. Aus dem Einzeller wird ein winziges Pflänzchen, das zu einer Art Oktopus mutiert, der sich durch das Lüftungssystem schlängelt. Er bringt jeden um, der ihn aufhalten will, und schafft es am Ende sogar auf die Erde.

O.k., „Life” ist ein Horrorfilm, der nicht den Stand der Wissenschaft wiedergeben muss. Schließlich gibt es auch keine Zombies, um die wir uns Sorgen machen müssten. Wenn aber doch …?

Sollte man die ersten Bodenproben vom Mars tatsächlich auf einer Raumstation untersuchen, damit jedes (naja, fast jedes) Risiko ausgeschlossen wird? Gute Idee, aber es kostet richtig viel Geld. Schließlich müsste man ein Hochsicherheits-Labor ins All befördern und dessen Systeme für die Schwerelosigkeit umrüsten. In der höchsten Sicherheitsstufe S4 arbeiten die Mitarbeiter in Vollschutzanzügen und das Labor braucht eine eigene Versorgung mit Strom, Luft und Wasser. Das ist aufwendig und selbstverständlich auch schwer. Und es braucht ständig Ersatzteile, Arbeitsmaterialien und Reagenzien.

Nun könnte man argumentieren, dass eine Raumstation schließlich schon isoliert genug ist, was den Aufwand enorm reduziert. Das stimmt aber nur, wenn die Station vollautomatisch läuft. Sobald Menschen an Bord sind, die zur Erde zurückkehren, muss man natürlich zuverlässig verhindern, dass sie irgendwelche gefährlichen Marsmikroben als blinde Passagiere auf die Erde mitnehmen.

Bei allem Respekt vor Robotern und künstlicher Intelligenz: Ein voll automatisiertes Mikrobenlabor in der Umlaufbahn ist dermaßen komplex, das früher oder später (eher früher) irgendetwas repariert, angepasst, verändert oder verbessert werden muss, um das Labor in Betrieb zu halten. Die Lösung wäre zwar billiger als eine bemannte Quarantäne-Raumstation, aber sie würde vermutlich nicht zuverlässig genug arbeiten.

Kann es auf dem Mars Leben geben?

Vielleicht müssen wir uns um das Thema gar keine Gedanken machen, denn der Mars ist nicht gerade eine grüne Oase. Wenn dort alles tot ist, erübrigt sich eine Quarantänestation.

Grundsätzlich könnte in einer frühen Zeit, als das Sonnensystem noch jung war, auf dem Mars ein warmer Ozean existiert haben. In der Nähe von untermeerischen Marsvulkanen haben vielleicht Stoffgemische existiert, aus denen Leben entstanden sein mag. Leben, wie wir es kennen, braucht eigentlich nur Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff, Schwefel und Phosphor. Einige weitere Elemente wie Eisen können natürlich auch nicht schaden. Das alles hat der Mars sicherlich bereitgestellt.

Andererseits ist noch immer die Frage ungeklärt, ob es auf dem roten Planeten wirklich längere Zeit warm genug war. Am Anfang ihres Lebens schien die Sonne ein ganzes Stück schwächer als heute. Sie hatte vielleicht dreiviertel bis neun Zehntel ihrer jetzigen Leuchtkraft. Die Marsatmosphäre hätte also dichter sein müssen als heute, sehr viel dichter sogar, um einen ausreichenden Treibhauseffekt zu erzeugen. Und das ist eher unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. In jedem Fall gehören dort eine dichte Atmosphäre und fließendes Wasser der fernen Vergangenheit an: Vor mindestens drei Milliarden Jahren schwand die Marsatmosphäre und die Oberfläche kühlte sich auf die heutigen Werte ab. Alles Leben müsste sich tief unter die Oberfläche verbarrikadiert haben, um bestehen zu können. Denkbar wäre das: In Bergwerken und in Bohrlöchern auf der Erde hat man viele Kilometer unter der Erdoberfläche einzelliges Leben gefunden.

Die Untersuchung von Meteoriten, die bei großen Asteroideneinschlägen von der Marsoberfläche freigesprengt wurden und irgendwann auf der Erde gelandet sind, ergab keine sicheren Beweise für Leben, höchstens indirekte Indizien.

Also: ja, es können einfache Organismen Leben auf den Mars entstanden sein, vielleicht haben sie sich dort auch ausgebreitet und sind rechtzeitig in die Tiefe geflüchtet, als das Klima zu ungemütlich wurde. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Nehmen wir einfach mal an, es wäre tatsächlich so abgelaufen. Sollten wir dann Angst oder wenigsten gehörigen Respekt vor den ausdauernden Überlebenden unter der marsianischen Kältewüste haben? Oder anders ausgedrückt: Wäre die Erde, wären Menschen, Tiere oder Pflanzen geeignete Umgebungen für die rasche Vermehrung von Marslebewesen? Würden sie unser Immunsystem eventuell überfordern, weil es solche Organismen überhaupt nicht kennt?

An dieser Stelle verabschieden wir uns von der exakten Wissenschaft und betreten das weite Reich der Spekulation. Schließlich hat noch nie jemand einen Marsorganismus gesehen.

Andererseits sind Menschen zu jeder Zeit in ferne Gegenden aufgebrochen, haben unbewohnte Inseln erkundet oder haben sich in Bergwerken den unterirdischen Mikroben ausgesetzt, die noch nie Kontakt mit Menschen hatten. Unter den vielen, vielen Arten von Bakterien, Viren und Einzellern kann nur ein winziger Bruchteil die Menschen wirklich krank machen. Viele davon sind auf Menschen spezialisiert oder springen von biologisch ähnlichen Tieren über.

Am gefährlichsten scheinen Kontakte von Menschen untereinander zu sein. In den ersten zwei Jahrhunderten nach der Ankunft der Europäer starb in Amerika mehr als drei Viertel der einheimischen Bevölkerung an eingeschleppten Seuchen. Und die Corona-Pandemie verbreitet sich seit zwei Jahren nur durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch (bzw. durch virusgeschwängerte Luft). Es wäre schon sehr ungewöhnlich, wenn ein auf eine völlig fremde Umgebung spezialisierter Einzeller Menschen oder Tiere krank macht.

Aus der Sicht der Marsmikroben sind übrigens irdische vielzellige Organismen ausgesprochen wehrhaft. Sie müssen sich seit Hunderten von Millionen Jahren in einer Umgebung behaupten, in der sie ständig angegriffen werden. Das Immunsystem von Wirbeltieren, aber selbst von Weichtieren oder Insekten, musste mit immer ausgefeilteren Attacken fertig werden, und kann sich rasend schnell auf bisher unbekannte Angreifer einstellen. Es war ein evolutionäres Wettrennen: Ein Art, die nicht mithalten konnte, starb logischerweise aus.

Fazit

Ich selber hätte deshalb wenig Bedenken, eine Bodenprobe vom Mars unter angemessenen, aber nicht unbedingt extremen Vorsichtsmaßnahmen auf die Erde zu bringen. Das Probengefäß sollte so beschaffen sein, dass es notfalls auch einen Absturz übersteht und dabei sicher verschlossen bleibt. Ein Labor der höchsten Sicherheitsstufe auf der Erde würde dann die Proben untersuchen.

Sollten Menschen wirklich in den nächsten Jahrzehnten den Mars betreten, müssten sie sich vermutlich mehr Sorgen um Kälte, Strahlung und Trockenheit machen als um gefährliche Marsorganismen. Möglicherweise träte sogar der umgekehrte Fall ein: Irdische Mikroben, gestählt durch vier Milliarden Jahre harte Konkurrenz, breiten sich derart im Marsboden aus, dass die Wissenschaftler schon nach wenigen Jahrhunderten kaum noch eingeborenes Marsleben entdecken können.

Anmerkungen

[1] Der Originalartikel hat die Überschrift: „Controversy Grows Over whether Mars Samples Endanger Earth”, die deutsche Übersetzung erschien auf Spektrum.de unter „Wenn das Mitbringsel vom Mars die Erde bedroht”.

Martina Grüter ist Medizinerin und befasst sich seit 2001 der angeborenen Prosopagnosie, einem erblichen Defizit in der Gesichtserkennung und Verarbeitung. Das Thema hat ihr gezeigt, wie vielschichtig die Verarbeitung von Informationen im Gehirn sind und wie wenige Erkenntnisse wirklich gesichert sind. Sie ist affiliert am Lehrstuhl für allgemeine Psychologie und Methodenlehre der Universität Bamberg und arbeitet mit Wissenschaftlern an mehreren deutschen Universitäten an verschiedenen Forschungsprojekten.

48 Kommentare

  1. Dr. Webbaer hat diesen (nicht so-o) guten Film aus dem Jahre 2017 ebenfalls gesehen, werte Frau Dr. Martina Grüter, er stellt immerhin Denkmöglichkeit bereit.
    Besondere Defensivität macht aus diesseitiger Sicht schon Sinn, Dr. W würde Marsproben erst einmal längere Zeit (‘Quarantäne’) auf einer Raumstation halten, die gerne auch – unabhängig von ihr – mit Nuklearwaffen sozusagen ummantelt ist.

    Q: Warum?
    A: Weil es besser ist.
    Warum ist es besser, nun, die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier ungute biologisch taxierbare Substanz einschleicht. terrestrisch, ist größer Null.
    Der Erhalt des terrestrischen Lebens stellt einen Wert dar, der sozusagen unendlich groß ist (aus humanistischer Sicht natürlich nur), insofern fällt die Entscheidung, die Güterabwägung leicht.

    Dr. W mag übrigens auch so etwas nicht :

    -> https://futurezone.at/science/standort-alien-erde-funksprueche-weltall-signal/401993145

    Oder so etwas :

    -> https://en.wikipedia.org/wiki/Voyager_Golden_Record

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  2. Nichts ist einfacher. als in einer Marsbodenprobe alles Leben auszulöschen. Dazu genügt eine Bestrahlung mit einer genügend hohen Dosis ionisierender Strahlung. Gammastrahlen (aus Kobalt 60 oder Cäsium 137), Röntgen und Elektronenstrahlen kommen dafür in Frage. Bestrahlte Lebensmittel sind bereits seit 60 Jahren im Einsatz. Die üblicherweise verwendeten Dosen sind so hoch, dass keine Mikrobe das überlebt.

    Klar kann man in einer bestrahlten Marsbodenprobe keine Lebewesen mehr finden. Wenn man das aber will, nämlich Marslebewesen in einer Marsbodenprobe finden falls vorhanden und das auch noch ohne Risiken einzugehen, dann wird es in der Tat teuer. Also nicht unbedingt zu empfehlen.

  3. Dies ist ein prinzipieller Denkfehler. womöglich am sog. Kohlenstoffkreislauf orientiert, der auf dem Mars so nicht vorliegt.

    Sicherlich erhöht derartige Maßnahme die Wahrscheinlichkeit der Vernichtung denkbar möglichen marsianischen Lebens, doch soll ja einerseits, nicht wahr, genau so beforscht bleiben und andererseits die Wahrscheinlichkeit minimiert werden, dass so terrestrisch allgemein letal hervorgekommen wird.
    Im übelsten Fall wird marsianische Leben so nur stärker.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    PS:
    Huch!, Opa hat vergessen einen sog, Tag ordentlich zu schließen, so schaut’s womöglich besser aus.

    • Zitat: „ Im übelsten Fall wird marsianische Leben so nur stärker.„
      Ja wenn sie an Filme wie Life” aus dem Jahr 2017 glauben. Nein, wenn sie der Wissenschaft vertrauen.

      • Ischt keineswegs klar :

        Leben ist auch auf dem Mars kohlenstoffbasiert, denn nur die Kohlenstoffchemie bietet die für Leben nötige chemische Vielfalt. [Ihre Nachricht weiter oben]

        +

        Ja wenn sie an Filme wie Life” aus dem Jahr 2017 glauben. Nein, wenn sie der Wissenschaft vertrauen.

        Sie dürfen schon ein wenig mehr Phantasie haben, Energieumsatz ist nicht nur psychologisch möglich, sondern auch physisch, dies liegt daran, dass sog. Elemente bisweilen direkt umgesetzt werden können, beim Uran wird dies vielleicht besonders klar.
        Elemente mit höheren Ordnungszahlen können grundsätzlich in Energie übersetzt werden.

        MFG
        WB

  4. @Risiken und Nutzen

    Wie Webbaer schon bemerkte, die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null, aber der mögliche Schaden geht gegen unendlich. Das Argument mit den Marsmeteoriten ist stark, aber ich kann das nicht so gut einschätzen, ob es relevante Mikroben wirklich vom Mars bis zur Erde schaffen, und dabei 2 Impakte und zigtausend Jahre Weltraum überstehen.

    Von daher bleibt wohl ein praktisch nicht kalkulierbares Risiko übrig. Vielleicht einfach noch 30 Jahre warten, bis wir effiziente Roboter haben, die wir zum Mars schicken können, die dann die Proben vor Ort gründlichst beforschen können? Zumal ja noch die Monde Europa und Enceladus auch noch ganz heiße Kandidaten für vom Irdischen unabhängigen Leben sind. Die sind noch viel weiter weg als der Mars, und haben aktuell intakte Ozeane unter ihrem Eis. Die dortigen Mikroben könnten wesentlich agiler sein als die Relikte von Leben auf dem Mars.

    Ebenso halte ich die Idee einer bemannten Marsmission für derzeit unverantwortlich. Dabei scheint es mir schlicht unmöglich zu sein, eine Kontamination des Mars mit irdischen Mikroben zu vermeiden. Dasselbe gilt für Missionen zu Europa und Enceladus.

    Aber so schwer ist doch eine Untersuchung vor Ort gar nicht, wenn man denn entsprechende Roboter hätte. Gute Mikroskope wären schon mal eine Maßnahme, um Proben zu untersuchen, oder etwa die Verfahren, mit denen man Coronasequenzen im Abwasser finden kann. Man kann das ganz Prozedere von Geräten und bedienenden Robotern ja auch solange auf der Erde testen bis es funktioniert, und erst dann eine Mission zum Mars starten. Und wenn das funktioniert hat, dann auch zu Europa und Enceladus.

    Man könnte auch Bodenproben vor Ort erst mal mit Wasser und Nährstoffen versetzen, und ein Paar Wochen bei muckeligen 30° warten, bis das sich eventuelle Mikroben ordentlich vermehrt haben und dann leichter identifiziert werden können.

    So gehen wir gar keine Risiken ein. Und der Rücktransport der Proben zur Erde ist ja nun auch wieder richtig teuer, da wäre das Roboterlabor eventuell in derselben Größenordnung zu haben. Und selbst wenn es 50 Mrd Euro kostet, die Sache wäre es wert.

    Nach der Landung der ersten Mondfahrer mussten die auch 4 Wochen in Quarantäne, man war da auch schon recht vorsichtig, und mir persönlich war da auch etwas mulmig bei, so weit ich mich hier dran erinnern kann. Wäre jetzt aber ein Mondbakterium dabei gewesen, dass etwa die Ökosysteme unserer Ozeane durcheinander gebracht hätte, dann wäre die Quarantäne sogar nutzlos gewesen.

    Es kann sich doch kein Mensch vorstellen, wie sich Marsmikroben von Irdischen unterscheiden können. Was wenn die eine komplett andere Biologie haben, und von keinem irdischen Organismus gefressen werden können, aber sich dennoch in den Weltmeeren ausbreiten und eine Parallelbiologie etablieren? Und wenn die dann auch noch für Mehrzeller giftig sind, und sich dieses Gift am Ende der Nahrungskette konzentriert, und uns Menschen am meisten trifft?

    Und das alles, weil unsere Neugier nicht die Geduld hat, auf effiziente Roboter zu warten, die die Untersuchungen dann komplett risikolos vor Ort machen können. Wenn diese Roboter halbwegs geschickt sind, dann können die auch durchaus ziemlich dumm sein. Die Signallaufzeiten von etwa einer halben Stunde erlauben ja guten Rat von menschlichen Experten hier auf Erden.

    • @Tobias Jeckenburger: Wie gesagt können Proben vom Mars sterilisiert werden. Allerdings kann man in sterilisierten Proben nicht mehr nach Leben suchen. Aber nach der chemischen Zusammensetzung. Ähnlich wie bei Proben vom Mond.

    • Die Diskussion um nicht beurteilbare Risiken gab es, wenn ich nichts ausgelassen habe, zuletzt beim LHC. Da hieß es auch, er könnte ein schwarzes Loch erzeugen, das dann die Erde verschlingt. Letztlich ist keine wirklich bahnbrechende Forschung ohne Risiken zu haben. Jedes tiefe Bohrloch fördert uralte Bakterien zu Tage. Der auftauende Permafrost lässt Einzeller aller Art lebendig werden, die seit Zehntausenden von Jahren geruht haben, und gegen die kein heute lebendes Tier mehr Antikörper hat. Und was den Mars angeht: Selbst wenn die ersten zehn, hundert oder tausend Proben gänzlich tot oder harmlos sind, könnten kleine Flecken existieren, an denen sich gefährliche Organismen gehalten haben. Ohne Risiko geht es also nicht. Und leider ist es bisher nicht möglich, mit einem automatischen Labor alle Eventualitäten abzudecken. Man weiß eben immer erst hinterher, wie die Büchse der Pandora wirklich aussieht.

    • Es darf, muss auch im Negativen gedacht werden, Kommentatorenfreund Tobias Jeckenburger :

      Ebenso halte ich die Idee einer bemannten Marsmission für derzeit unverantwortlich.

      Die sog. Mondbesteigung, so wurde die Mondlandung seinerzeit genannt, war ja auch irgendwie ‘unverantwortlich’, nicht wahr?
      Der Mond ist etwa 40 K kühler als die Erde, bei annähernd gleichem Abstand zur Sonne, dies muss mit der terrestrischen Atmosphäre zusammenhängen (die ganz strengen “Klimaleugner” (ein böses Wort, Dr. W weiß ob dies) haben so zu berücksichtigen), hätte ja so gemeint ebenfalls eine Art Allgemeintod bedeuten können.
      Der Mars ist noch einmal deutlich kühler, also gewagt werden soll eine derartige, äh, Besteigung aus diesseitiger Sicht schon.
      Kälte ist wohl nicht so-o gut für Leben.

      Dann ist es noch so, dass die Erde sozusagen unter ständigem Meteoriten-Beschuss steht, Herr Dr. Thomas Grüter war ja auch mal so freundlich die sog. Panspermie in Erwägung zu ziehen.

      Defensivität schon wichtich (mittelniederdeutsch) sein, so optimistisch sollte sich dem Leben aus diesseitiger Sicht jedenfalls nicht gestellt werden :

      -> https://en.wikipedia.org/wiki/Odie#/media/File:Odie_the_Dog.svg

      Mit feundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  5. @Tobias Jeckenburger: Es ist auch nur eine Frage der Zeit bis Menschen den Mars besuchen und zurückkehren.

  6. @Martina Grüter 06.07. 07:40

    „Ohne Risiko geht es also nicht. Und leider ist es bisher nicht möglich, mit einem automatischen Labor alle Eventualitäten abzudecken.“

    Na wenn wir eben noch 30 Jahre warten, bis wir die Roboter haben, die ein Labor direkt auf dem Mars betreiben können, dann kann man das Risiko doch deutlich einschränken.

    „Man weiß eben immer erst hinterher, wie die Büchse der Pandora wirklich aussieht.“

    Wenn man denn wenigstens wüsste ob und vor allem welche Art Mikroben im Marsboden leben, dann könnte man das Risiko für eine Kontamination der Erde mit diesen Mikroben sehr viel besser einschätzen. Und dann immer noch welche zur Erde bringen, und dort noch gründlicher untersuchen. Wenn diese etwa tatsächlich mit unseren verwandt sind, dann wäre das Risiko vermutlich viel kleiner.

    @Holzherr 06.07. 05:28

    „Es ist auch nur eine Frage der Zeit bis Menschen den Mars besuchen und zurückkehren.“

    Naja, insbesondere die Rückfahrkarten sind fürchterlich teuer. Das Rückfahrraumschiff mitsamt Treibstoff muss nun auch erst in den Erdorbit gebracht, dann zum Mars, dann in die Umlaufbahn vom Mars abgebremst werden, und eine Aufstiegsrakete zurück in den Marsorbit muss auch mitgebracht und auf dem Mars gelandet werden.

    Mir scheint, eine Rückfahrkarte ist 10 bis 20 mal teurer als die Hinfahrkarte. So teuer, dass man schon darüber nachdenkt, auch Menschen eben nicht zurück zur Erde zu bringen, sondern dass die eben auf dem Mars bleiben, bis sie einen natürlichen Tod sterben. Man kann dann ja etwas ältere Astronauten nehmen.

    Nebenbei vermeidet man so eben auch jegliche Kontamination der Erde mit Marsmikroben.

    Ich vermute eher, dass man sowieso keine Astronauten auf den Mars bringen wird, weil es auch mit Robotern fast genauso gut gehen wird, mit deutlich weniger Kosten. Insbesondere, weil die natürlich keine Rückfahrkarte brauchen. Das gilt erst recht für Europa und Enceladus, welche in Punkto außerirdisches Leben noch wesentlich interessanter sind als der Mars. Dort könnte es ein florierendes Leben mit Mehrzellern geben, und nicht nur Mikroben, die sich in den Marsboden verkrochen haben.

    Die Neugier ist sicherlich riesig, was außerirdisches Leben betrifft. Aber das läuft uns auch nicht weg.

    Und wie gesagt, eine Kontamination des Mars mit irdischen Mikroben könnte man bei einer bemannten Marsmission kaum vermeiden.

  7. @Martina Grütter
    Wissenschaft strebt die Vorhersagbarkeit an. Risiko ist immanent zur Erreichung dieses Zieles.
    Mittlerweile sehe ich den Mut zum Risiko sehr kritisch.
    Wir haben den Mut,trotz Klimaerkenntnisse weiterhin,wie heute zur Taxonomie ausgesagt, Gewohnheiten und Bequemlichkeiten fortzuführen.
    Wir haben den Mut zum Risiko,Biodiversität auszulöschen, und Aussagen des heutigen Tages der MPG hinzunehmen,dass wir eigentlich nicht zurück zur Natur können,da wir sie bereits zu sehr verändert haben.
    Wir haben den Mut zum Risiko zur Vermüllung der Meere.
    Wir haben den Mut zum Risiko der Chemie im Wasser.
    Wir haben den Mut zum Risiko für Krieg.
    Wir haben jegliches Wissen und Erkenntnis zu Risiko und den Ergebnissen. Vorhersagbarkeit ist im Grunde erfüllt.
    Trotzdem soll es ohne Risiko weiterhin nicht gehen?
    Die Botschaft gilt zu überdenken.

    • die gegenwärtige Situation der Menschheit als mutig zu beschreiben, das ist schon Ironie.
      Beobachtet man eine Familie beim Picknick auf einer Wiese, dann ist das Ergebnis oft Müll. Warum, weil die Kommunen keine Mülleimer mehr aufstellen.
      Warum, aus Kostenersparnisgründen.

      Die globale Weltwirtschaft hat als oberstes Prinzip die Konkurrenzfähigkeit. Die kann man nur durch niedrige Preise erreichen, und die niedrigen Preise erreicht man nur, wenn man Kosten einspart.

      Ein Krieg kommt in den Wirtschaftswissenschaften nicht vor, der Begriff Müll kommt auch nicht vor, deshalb existgiert er einfach für eine Volkswirtschaft nicht, er wird exportiert.

      Viren auf dem Mars kommen auch in keinem Sachbuch vor. Deshalb gibt es sie nicht.

      Frau Grüter würde sie aus Neugier auf die Erde holen, zumindest das Risiko eingehen, dass sie als ungebetene Passagiere mitfliegen.
      Man erinnere nur an das Einschleppen der Ratten in Australien.

      Fazit: Bemannte Marsmissionen sind ein Ausdruck menschlicher Hybris.

  8. @Mussi 06.07. 20:06

    „Trotzdem soll es ohne Risiko weiterhin nicht gehen?
    Die Botschaft gilt zu überdenken.“

    Meine ich auch. Die Schwarzen Löcher, die am LHC entstehen könnten, fand ich nicht so prickelnd. Das wurde ja auch als die Ursache gehandelt, warum wir noch keine intelligenten Außerirdischen getroffen haben: Sobald eine Zivilisation hinreichende Teilchenbeschleuniger gebaut hat, lässt dieser deren Heimatplaneten in einem Schwarzen Loch verschwinden. Hier haben wir wohl Glück gehabt – gänzlich unmöglich war der Totalschaden aber nicht, meine ich gehört zu haben. Und immerhin haben wir das Higgsteilchen dann auch tatsächlich gefunden. War es das Risiko wert? Ich weis nicht. Ist ja nun ein ziemlich kleines Teilchen, und existieren und die Welt zusammenhalten tut es auch ohne unseren gelungenen Nachweis.

    Und auch die Forschung an gefährlichen Viren, oder sogar deren Neuzüchtung zu Forschungszwecken, die finde ich nicht so toll. War vielleicht sogar Corona doch ein Laborunfall? Ich glaube nicht, aber wenn doch, werden es die Chinesen wohl kaum zugeben. Man stelle sich mal die eingehenden Schadensersatzforderungen vor, das hätte den frisch errungenen wirtschaftlichen Fortschritt glatt wieder zunichte gemacht.

    Sind denn solche Labore bei uns wenigstens in voller Höhe haftpflichtversichert? Immerhin verlangt man das von jedem Fahrzeughalter. Und eine Pandemie kann offenbar Billionen kosten.

    Ich meine insbesondere in der Astronomie, wo es fast nur um Neugier geht, sollte man doch keine Kontamination von Mikroben riskieren, solange man genug anderes Risikoloses zu forschen hätte, dass genauso interessant ist.

    Vor allem, wenn wir wirklich in spätestens 30 Jahre Roboter haben werden, die vor Ort auf anderen Planeten und Monden Labore bedienen können.

    Derweil kann man doch statt einer bemannten Marsmission lieber das Geld und die Mühe in weitere Weltraumteleskope investieren, das ist doch genauso interessant. Und sich den Mars später wieder richtig vornehmen, wenn man eben die Robotertechnik dafür hat. Oder eine bemannte Mondstation bauen, etwa auf der Rückseite des Mondes und dort richtig gute Teleskope aufbauen. Das wird sicherlich kein Mikrobenproblem haben.

    Und bietet eben auch Herausforderung, Umsatz und Beschäftigung und jede Menge interessante Erkenntnisse.

  9. @fauv
    Ich denke,wir können der Astronomie und der Wissenschaft grundsätzlich für viele Erkenntnisse dankbar sein.
    Ich bin noch damit aufgewachsen,dass ein Eugen Drewermann im ÖR gegen Bischöfe angetreten ist.
    Diese Kontexte beschreiben aber auch in welchen philosophischen,theologischen,soziologischen,politologischen und psychologischen Zeiten wir Leben.
    Es ist immer noch Wandel.
    Rechtfertigung für den eigenen Lebenswandel ist die tägliche Auseinandersetzung der Meinungen.
    Manche benötigen für diese Rechtfertigung Vorbilder wie den Papst,Mohamed,Buddha oder Einstein,Planck oder Bohr oder wen auch immer.
    Das Wechselverhältnis zwischen Risiko und Sicherheit ist mit jeder Entscheidung verbunden,die wir täglich tausendfach treffen.
    Das Spielen Vorbilder und Verantwortung und Entscheider für Viele eine nicht unerhebliche Rolle.
    Die Hybris ist,dass ist das Marshmellow-Experiment=Öffnung der Pandora.
    Oder die Paradiesfrage.
    Interessant ist,das Hubble nur ein Teleskop brauchte,wie Galileo…ohne Schwarzpulver!

  10. @fauv
    Im Grunde müssten wir uns nur fragen,wer ein Teleskop oder wer Schwarzpulver nutzen will,um damit eine Risikoabwägung zwischen handeln oder unterlassen abzuwägen.
    Wer ist Vorbild?

  11. @fauv
    In diesem Sinne: ich kann die Geilheit des Menschen auf Überleben der Menscheit und somit der Existenz des Besonderen des Menschen nicht verstehen.Zum jetzigen Zeipunkt ist nur festzustellen,er ist Selbstzerstörer. Yeah…

    • Der Überlebenstrieb ist der stärkste Trieb von allen. Manche schrecken sogar vor Kannibalismus nicht zurück.
      Das Christentum zeigt uns einen anderen Weg auf. Hier wird die Nächstenliebe als oberstes Prinzip genannt und die Liebe zu Gott, die man als Atheist auch als Liebe zur Wahrhaftigkeit interpretieren kann.

      Im Tierreich gibt es regelmäßig Krankheiten, wenn die Population zu hoch wird.
      Im Reich der Menschen ist das auch so. Und, darin unterscheiden wir uns von den tieren, beim Menschen gibt es Geisteskrankheiten wie Größenwahn und Selbstsucht.

      • @fauv

        Ich denke gerade eher darüber nach, welche Bedeutung Erfolg im Verhalten spielt und was man dafür riskiert?

        • Erfolg haben ist das Patentrezept der Erfolgreichen.
          Ja, und im Risiko, das man dafür eingeht, darin unterscheiden sich die Menschen.
          Der Spieler, der Draufgänger setzt alles auf eine Karte. “No risk , no fun”
          Der Zögerliche, der Ängstliche wagt nichts, weil es ja schief gehen könnte.

          • @fauv
            Und genau an dieser Schnittstelle sollte man sich fragen,wer ist Held und Vorbild?

    • Dr. W hatte in früheren Jahren gelegentlich mit protestantischen bundesdeutschen Kräften zu tun, und die fanden dann Aussagen wie z.B. ‘Die Erde wären ohne uns (Menschen) besser dran!’, kloppten sie sozusagen heraus, Dr. W meinte dann auch eine gewisse Steigerung des bei ihnen vorkommenden Wohlbefindens feststellen zu können.

      Zum Fortbestehen der Menschheit ist insofern nur anzumerken, dass sie es bereits deshalb tun könnte, als dass bspw. ‘Mensch’, ‘Planet’ und ‘Wohlbefinden’ ansonsten keine Bedeutung mehr haben könnte.
      Auch wenn es um den Mars geht, der aus diesseitiger Sicht besteigbar scheint.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (der sich meint noch grob erinnern zu können in diesem Kommentariat auch an anderer Stelle beigetragen zu haben, so womöglich nicht zur hiesigen Veröffentlichung gelangend, abär auch alt ist, sich nicht mehr so-o sicher ist diesbezüglich – gerne auch Anderen den Vortritt lässt)

  12. @Mussi 07.07. 20:44

    „Ich kann die Geilheit des Menschen auf Überleben der Menscheit und somit der Existenz des Besonderen des Menschen nicht verstehen.“

    Wir bauen eine Zivilisation auf, stellen die ganze Welt dabei auf den Kopf, verbrauchen wichtige Ressourcen und haben uns ein Weltwissen erarbeitet, das uns in die Lage versetzt, unseren Lebensraum inmitten recht intakter Natur richtig gut einzurichten.

    Warum also nicht mit unserem Leben hier gut klar kommen? Wir sind Kulturwesen, und können uns hier mit Vernunft gut einrichten. Wir sind zur Zusammenarbeit fähig, und können uns an Regeln halten, auf die wir uns verständigt haben.

    Selbstzerstörung können wir aber auch. Wir müssen eben gucken, wie wir es vernünftig machen können, und Wege suchen, uns so einzurichten, dass es funktioniert.

    Wenn sich die Zivilisation selbst vernichtet, dann bleibt zunächst ein gigantischer Scherbenhaufen übrig, in dem die Überlebenden sich dann neu orientieren werden, und sie werden wohl einen weiteren Versuch starten, eine neue Zivilisation aufzubauen. Es wäre schade um die viele Vorarbeit, und auch schade um den Schaden, den die nichtmenschliche Natur dabei erleidet.

    Das erscheint mir einfach zu unsinnig, und deshalb setze ich da drauf, dass wir es schaffen werden.

    Unsere Kulturfähigkeit ist nun mal was wirklich relevant besonderes. Manche meinen, dass erst in uns der Kosmos sich selbst bewusst wird. Dazu bin ich zu spirituell, ich denke schon, dass es Geist in diesem Kosmos gibt, der lange vor uns da war. Aber dass dieser Geist in Offenheit und Klarheit in jedem von uns selbst sich mit der Eigenschöpfung unserer Kultur füllen kann, dass ist dennoch auch bahnbrechend für die Natur dieses wunderbaren Planeten.

    Natürlich müssen wir nicht mit 10 Mrd Exemplaren die natürlichen Ressourcen belasten, und wir sollten eine Ergänzung zwischen wilden Naturräumen sein, die uns ja auch selbst viel wert sind. Wir machen da nicht nur gerne Urlaub, die wilde Natur gehört zu diesem Planeten so wie wir dazu gehören.

  13. @Jeckenburger
    Sicher ist der Mensch schon etwas besonderes unter dem Leben. Aber im Grunde verhalten wir uns nicht anders als eine Bakterienpopulation, die so lange alles wegnascht, bis sie sich selber zum Versiechen gebracht hat.

  14. @Mussi 08.07. 10:35

    „Aber im Grunde verhalten wir uns nicht anders als eine Bakterienpopulation, die so lange alles wegnascht, bis sie sich selber zum Versiechen gebracht hat.“

    Das einzelne Bakterium guckt nicht über den Tellerrand hinaus, deswegen wächst die Bakterienkultur immer wieder bis zum Verbrauch ihrer Ressourcen und legt dann einen Crash hin. Die Bakterienreste, die das überleben, sorgen dann dennoch für den Fortbestand der Art – oder die Art stirbt auch genau deswegen mal aus.

    Das ist aber keine Strategie für eine Spezies, die den ganzen Planeten umgestaltet.

    Und der Mensch kann mehr, und er muss als Zivilisation auch mehr. Wir können gucken, was im Ganzen passiert, und eben für eine Begrenzung der Bevölkerung sorgen. Und wo wir schon mal dabei sind, auch unsere Technik so einsetzen, dass das Klima nicht dabei drauf geht. Unser technisches Vermögen gibt uns einerseits die Möglichkeit, auf das Ganze zu gucken. Und weil wir das Ganze gleichzeitig wesentlich beeinflussen, müssen wir auch verantwortlich mit unseren Möglichkeiten umgehen.

    Es gibt in der Tat noch zuviele Menschen, die wirklich nicht über den eigenen Tellerrand gucken, und sich in der Folge tatsächlich eher wie Bakterien verhalten. Wir müssen dann eben gucken, dass Verantwortung Mehrheiten bekommt und sich durchsetzt. Auch wenn das vielleicht noch ein langer Weg ist.

    Vernünftige Alternativen dazu sehe ich jedenfalls keine.

  15. @Jeckenburger
    Verantwortung und Verursachung sind die nächsten Begriffe und Bedeutungen,die zentral sind.
    Man fragt sich schon,woher das ständige konstruieren und produzieren kommt,dieses ständige suchen und finden wollen.
    Manchmal ist es besser,nicht zu handeln,nichts tun und nicht machen.
    Dabei spielt Recht und vor allem die Rechtfertigung eine Rolle.
    Wir erleben gerade,wie Putin sich seine eigene Welt zurecht legt und einen Angriff rechtfertigt.
    Die Arbeit wird damit gerechtfertigt,dass damit der Gelderwerb und der Geldfluss sowohl persönlich als auch institutionell möglich ist.
    Mit dieser Begründung nehmen wir aber die negativen Einflüsse auf die Natur in Kauf.
    Wer oder was rechtfertigt und verantwortet das?
    Was und wer ist Autorität, der/die Begründung und Rechtfertigung für die Freiheit gibt,die gleichzeitig zerstörerisch sein kann.
    ‘Machen ja alle’ ist wohl die einfachste Rechtfertigung. Aber wo war der Anfang und wo hört das auf?
    Wenn jemand die Vision hat,eine Marsreise zu konkretisieren,dann zieht dieser Mensch Bestätigung und Rechtfertigung zu erst mal aus nur einer geteilten Phantasie.
    Man akzeptiert das.
    Das damit aber auch die Vermüllung des Orbit verbunden ist auch. Auch,dass damit dann andere Forschungsgebiete negativ betroffen sind.
    Man macht weiter und lässt es einfach zu.
    Und eine warme Wohnung rechtfertigt das Feuer machen.
    Mir drängt es nahezu auf,dass wir uns über die Rechtfertigung von Handeln und Unterlassen Gedanken machen müssen.

  16. @Mussi 09.07. 06:43

    „Und eine warme Wohnung rechtfertigt das Feuer machen.
    Mir drängt es nahezu auf,dass wir uns über die Rechtfertigung von Handeln und Unterlassen Gedanken machen müssen.“

    Man muss eben gucken, was die Menschen brauchen, und auch was mit getätigten Investitionen passiert. Wenn Verantwortung mit Geschäftsinteresse kollidiert muss man versuchen, die Sache irgendwie auszuhandeln. Wir kommen auch nicht weiter, wenn wir einfach irgendwas verbieten und so unser eigenes Leben blockieren.

    Vieles braucht viel Zeit, etwa bis wir zu klimaneutraler Heizung unserer Wohnungen kommen. Wir brauchen dann elektrische Wärmepumpen, bis die aber mal Sinn machen brauchen wir ganz viele Windräder und Solarpaneele, und bis die alle stehen, müssen wir die alten fossilen Kraftwerke als Backup bereithalten, und derweil auch noch mit Gas und Öl weiterheizen.

    Einfach Heizen verbieten wirkt sofort, aber das geht nicht, wenn wir gut leben wollen. Und ein gutes Leben sollte besser nicht zur Diskussion stehen meine ich. Nachhaltigkeit darf was kosten, aber muss eben auch bezahlbar sein. Eine weitere Steigerung des Lebensstandards macht für viele womöglich nicht soo viel Sinn, wenn die ohnehin stattfindende Automatisierung in Nachhaltigkeit investiert wird, während der Standard dann nicht weiter steigt, dann bringt das schon mal eine ganze Menge.

    Wer Lust hat, für Nachhaltigkeit auch seinen Standard etwas zurückzufahren, dann ist das zu begrüßen und auch zu fördern. So geht es dann deutlich schneller.

  17. @webbaer
    Grundsätzlich gebe ich Martina Grüter recht: ohne Risiko ist Bewältigung des Lebens nicht möglich; gerade für heranwachsende Leben. Risiko ist eine notwendige Entität für Entwicklung.
    Deshalb gibt es auch keine ‘weiße Flecken’ mehr auf dem Planeten.
    Risiko ist aber nicht absolut. Erkundung unserer ‘Umwelt’ hat uns weit gebracht.
    Vermutlich wird es für zukünftige Generationen aber sehr langweilig,weil wir erkennen müssen,dass auch Risiko Grenzen hat.
    Vermittlung vermittelt… 😉 …

  18. @webbaer
    James Webb lässt webbaer grüssen!
    Fangen wir wieder an zu träumen. ‘Reale Fiktion’ oder ‘Fiktiv Reales’ wird vermutlich die Nummer der Zukunft.

  19. Ein schöner Artikel über ein wichtiges Thema, Martina.

    NASA und ESA beschäftigen sich schon eine ganze Weile mit dem Thema “Probenrückführung vom Mars” und ich bin schon eine eine ganze Weile dabei.

    Es gibt eine Unzahl von technischen Anforderungen, die die Wahrscheinlicheit minimieren sollen, die irdische Biosphäre mit extraterrestrischen Lebensformen zu kontamiinieren. Diese Anforderungen betreffen schon die Planung der Bahnen und der Missionsabläufe und den Bau der Raumsonden.

    Eine Menge der Anforderungen beziehen sich auf die Behälter, in dem die Probenröhrchen mit ihrem Inhalt von etwa 500 Gramm Proben von der Oberfläche des Mars zu einem in einer niedrigen Bahn um den Mars wartenden Raumsonde transportiert werden. Dort kommen sie in die Wiedereintrittskapsel, die nach Aufnahme des Behälters explosiionsverschweißt wird. Diese Kapsel wird von der Raumsonde zurück zur Erde gebracht und dort in einer so präzise wie technisch möglich gezielten Eintrittsbahn ausgesetzt.

    Ein großes Thema ist die Verhinderung des ungeplanten Wiedereintritts der Transportsonde, die zwar eigentlich zu keinem Zeitpunkt in irgendeinem Kontakt mit der Marsoberfläche war, aber möglicherweise doch durch Staub kontaminiert sein könnte, der außen am Probenbehälter haftete und von dort aus seinen Weg zur Transportsonde fand, bevor die Eintrittskapsel versiegelt wurde. Die Sonde bleibt während fast des gesamten Transfers auf einer Bahn, die an der Erde vorbeiführt und wird erst kurz vor dem Aussetzen der Eintrittskapsel auf eine Eintrittsbahn gelenkt, die sie aber sofort nach der Trennung von der Eintrittskapsel wieder verlässt.

    Zumindest zum Zeitpunkt meiner Beteiligung an dieser Phase der Mission war die Planung so, dass die Eintrittskapsel keinen Fallschirm haben sollte. Ein Fallschirm ist eine mit hohen Unsicherheiten behaftete Komponente. Die Steuerung des Ausfahrens kann versagen, die Mechanismen zum Ausfahren können versagen oder der Fallschirm selbst kann versagen. Die Eintrittssonde müsste aber dennoch intakt den Aufprall überstehen. Da ist es besser, den Fallschim wegzulassen und die Kapsel so auszulegen, dass sie (bzw. der die Probenröhrchen umschließende Behälter) die erhöhte Aufprallgeschwindigkeit übersteht.

    Für die Transportsonde muss nachgewiesen werden, dass ihre Bahn innerhalb einer vorgegebenen Frist (mindestens 50 Jahre, was aber möglicherweise mittlerweile erhöht wurde) nicht zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre führt, unter Zugrundelegung aller realistischerweise anzunehmenden Unsicherheiten. In dieser Zeit ist davon auszugehen, dass möglicherweise anhaftende Marsstaubteilchen von der kosmischen Strahlung sterilisiert worden sind.

    Soviel zu den Aspekten, die das Weltraumsegment der Mission betreffen.

    Ich sehe in der Diskussion übrigens dasselbe Phänomen wie bei anderen naturwissenschaftlichen Aufregerthemen wie Gentechnik, Kernenergie oder Impfung – einige Diskutanten, die eine festgefügte Meinung zum Thema haben, aber kein Hintergrundwissen und auch keine Bereitschaft, sich einzulesen, ziehen sich sofort auf die Meta-Ebene zurück von der aus man auch ohne Ahnung endlos diskutieren kann.

    • Vielen Dank, Michael, für den Kommentar und die wertvollen Insiderinformationen. Es ist gut zu wissen, dass sich die Verantwortlichen schon so viele Gedanken um die sichere Probenrückführung gemacht haben. Und wie gesagt: aus medizinischer Sicht ist das Risiko überschaubar. Für Bakterien, die im Marsboden ihre ökologische Nische gefunden haben, ist der menschliche Körper einfach kein geeignetes “Ökosystem”. Im übrigen spült jede Tiefbohrung (ca. 100 Meter und mehr) bereits Bakterien an die Oberfläche, die seit Tausenden oder Hunderttausenden von Jahren kein Tageslicht mehr gesehen haben. Auch dabei ist noch nie ein “Killerbakterium” an die Oberfläche gekommen.

      • Was die Bewertung des Risikos angeht, bin ich vollkommen deiner Meinung, Martina. Die Untersuchung der Marsproben wird in einem Labor erfolgen, das ähnlichen Anforderungen gehorcht wie Hochsicherheitslabore zur biologischen Forschung mit ihren mehrstufigen Barrieren vor Verhinderung des Entweichens von Erregern.

        In diesem Zusammenhang muuss ich sagen, dass mir die Labore zur Forschung an biologischen Waffe (auch wenn sie offiziell als Labore zur Forschung an Gegenmitteln deklariert sein mögen) deutlich mehr Sorgen bereitet. Die Forschung hat nach Inkrafttreten der Biowaffenkonvention 1972 auch in einigen Unterzeichnerländern keineswegs aufgehört.

    • Sehr interessant, Herr Khan, vielen Dank,
      eine besondere Defensivität ist also in der Programmen angelegt,
      sehen Sie einen besonderen Unterschied zur Mondlandung seinerzeit ?
      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

  20. @Michael Kahn 14.07. 10:50

    „Die Untersuchung der Marsproben wird in einem Labor erfolgen, das ähnlichen Anforderungen gehorcht wie Hochsicherheitslabore zur biologischen Forschung mit ihren mehrstufigen Barrieren vor Verhinderung des Entweichens von Erregern.“

    Man tut ja nun offenbar alles, damit die Marsmikroben eben auf keinen Fall die Chance bekommen auf der Erde ein neues Habitat zu finden. Mein unprofessionelles Bedenken bezieht sich auf den ganz eventuell möglichen Schaden, der zwar absolut unwahrscheinlich, dafür aber auch absolut gigantisch ausfallen könnte.

    Und ich fürchte, dass auch kein Experte eine Ahnung davon haben kann, wie Marsmikroben funktionieren, die völlig unabhängig von unserer Biologie entstanden sind. Und entsprechend niemand einschätzen kann, wie groß das Risiko wirklich ist.

    Von daher plädiere ich auf Nummer Sicher, und meine, wir sollten eben noch die 30 Jahre warten, bis wir Roboter haben, die vor Ort die Mikroben auf dem Mars, auf Europa und auf Enceladus untersuchen können. Auch wenn ich hier ohne Ahnung diskutiere.

    Letztlich geht es nur um Neugier. Und man kann eben derweil andere genauso interessante Sachen in diesem Kosmos untersuchen.

    • Einerseits wird so, mit, wie Dr. Webbaer findet, richtiger Überlegung :

      Man tut ja nun offenbar alles, damit die Marsmikroben eben auf keinen Fall die Chance bekommen auf der Erde ein neues Habitat zu finden. Mein unprofessionelles Bedenken bezieht sich auf den ganz eventuell möglichen Schaden, der zwar absolut unwahrscheinlich, dafür aber auch absolut gigantisch ausfallen könnte. [Kommentatorenfreund Tobias Jeckenburger]

      … sozusagen entscheidend ausgesagt.

      Andererseits besteht so die Chance die Welt besser zu verstehen.

      Es ist abär dann doch so, dass es soz. letztlich bei der Erforschung des Weltraums nicht viel zu gewinnen, dafür aber sehr viel zu verlieren gilt.
      Die nackte Folgerichtigkeit meinend wäre es dem Anschein nach so, dass der hier gemeinte Hominide auf seinem Planeten verharren sollte, denn er könnte zwar dem Wesen außerhalb seines Planeten einige Erkenntnis abgewinnen, doch die Risk-Reward-Überlegung, die auch eigenen Totalverlust meint, könnte bis müsste ihn davon abhalten : Denn es lohnt sich offensichtlich nicht.


      Sicherlich müssen Berge nicht bestiegen und Pole erreicht werden, wenn doch so-o eigentlich klar ist, dass Sinnlosigkeit vorliegt, in Anbetracht des zu erwartenden Verlustes von Leben und der Erkenntnisgewinn, wie sich später auch klar gezeigt hat, begrenzt ist, wenn doch auch überflogen werden könnte und es ähnlich mit Satellitenaufnahmen versucht werden könnte.

      Dr. Webbaer mag auch die Idee unbemannter (hoffentlich kein böses Wort an dieser Stelle) Raumfahrt.
      Beim Sterben ist ja, Woody Allen, sozusagen nicht jeder gerne persönlich dabei.


      Ansonsten gibt es auch Einschätzung aus dem Hause Dr. Thomas Grüter, der Dr. Webbaer ebenfalls, auch ihre Folgerichtigkeit meinend, der in etwa – hoffentlich so halbwegs korrekt wiedergegeben – meint, dass das wie oben beschrieben Verharren (“Stagnation”) selbst ein Problem ist, dem nur durch Diversifizierung, auch den sog. Weltraum meinend, ausgewichen werden kann, zustimmt.

      Dr. W liest gerade über die Expeditionen von Roald Amundsen und Robert Edwin Peary, ist sicherlich sozusagen zukunftgläubig und optimistisch.

      Eigentlich ist Dr. W ganz klar diesbezüglich bei Dr. Thomas Grüter.

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer

      • PS :

        Dr. Webbaer meint die Möglichkeit auf eigenem Planeten sozusagen tödlich in Gefahr zu raten.
        Findet insofern Abreisemöglichkeit, er wird so nicht mehr wahrnehmen, cool, mag (mittlerweile) auch den (ganz vermutlich positiv bekloppten) Elon Musk.
        (den er nun wirklich nicht, ein kleines lol an dieser Stelle, psychologisieren möchte).
        Sicherlich bereitet Musk den Aufbruch zu neuer Möglichkeit vor.

  21. @dr.webbaer…
    …hat es erfasst!
    Doof ist nur,dass die Erde momentan das deutlich erkennbare Habitat ist,in dem wir Leben. Es ist sogar Gewissheit,während das Universum nur Spekulation liefert.
    Doof und gewissenhaft ist auch,dass wir unser einziges bekanntes Habitat mit der gleichen Argumentation zerstören,mit der wird dann die ‘Menscheit’ in eine Möglichkeit/Spekulation schicken.

    • Die Abreisemöglichkeit des hier gemeinten Hominiden ins terrestrisch, gerne auch stationäre sog. Orbit, liegt ja nun nicht mehr fern.
      Der Schreiber dieser Zeilen hat vor “Urzeiten” sicherlich auch den hier :

      https://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_C._Clarke

      … gelesen (und fast alles vergessen), seine (die von Clarke) Verständigkeit ergibt sich u.a. auch aus Möglichkeit eben abreisen zu können.

      Dr. W mag ein wenig auch die von Herrn Dr. Thomas Grüter, äh, de­li­rie­rte [1] Idee, dass es sich bereits deshalb wie gemeint anzureisen lohnt, weil es anders zu gefährlich werden könnte.
      Diversifizierung also.

      Autonome, autarke Einheiten im sog. Weltall sind mittlerweile möglich, denkbar und möglicherweise vielleicht auch bewerbenswert. [1]

      Mit freundlichen Grüßen
      Dr. Webbaer (dem die Weltraumforschung, seit der Mondlandung, der Mondbesteigung (so hieß dies deutsch seinerzeit) einige Jahre, Jahrzehnte nicht mehr so-o gefiel, nun abär wieder wie gemeint aufsteift, er war televisionär dabei)

      [1]
      Energie ist im sog. Weltall genügend vorhanden, es geht dort eher um die Beschaffung von Materie, von Material, dies ist und bleibt schwierig, denn die Kosten für den Transport, per Kilogramm sozusagen, von der Erde aus, bleiben hoch.
      Wirtschaftlich womöglich : prohibitiv.

  22. @dr.webbaer
    Anders ausgedrückt: wir kalkulieren die Selbstzerstörung ein,um unser Überleben zu argumentieren.
    Das ist noch nicht mal paradox,sondern schizophren.

  23. @Mussi 16.07. 11:58

    „Anders ausgedrückt: wir kalkulieren die Selbstzerstörung ein,um unser Überleben zu argumentieren.“

    Uns auf anderen Planeten einzurichten haben wir ja nun wirklich Zeit. Eher Jahrmillionen sogar. Da brauchen wir uns nicht beeilen. Anders sieht das mit den Gefahren aus, die wir selbst heraufbeschwören, also etwa ein ausgiebiger Atomkrieg. Auch gibt es Gefahren, die nur unsere Zivilisation bedrohen, nicht aber den Fortbestand des Menschen und nicht die Natur an sich bedrohen, sondern nur schwer beschädigen können.

    Diese sind wiederum offenbar so kurzfristig, das ein Ausweichen des Menschen auf andere Habitate wiederum nicht in Sicht ist. Ich gehe jetzt einfach davon aus, dass wir noch 50 schwierige und sehr gefährliche Jahre vor uns haben, und wenn wir die aber überstanden haben, dass wir dann aber uns selbst und unsere Technik im Griff haben werden.

    Die Gefahr, die von Marsmikroben ausgeht, die ist aber weiterhin nicht einschätzbar. Wenn die Marsbiologie unabhängig von unserer entstanden ist, dann wird sie womöglich chemisch etwas andere DNA haben, und Proteine mit Aminosäurebausteinen verwenden, die die irdische Biologie überhaupt nicht verwendet. Wenn wir jetzt einen direkten Kontakt herstellen, und eine irdische Mikrobe eine Marsmikrobe frisst, dann könnte das Verdauungsprobleme machen, und ähnliche Auswirkungen haben wie Mikroplastik. Nur dass man die Produktion von Mikroplastik einstellen kann, die Vermehrung einmal freigesetzter Marsmikroben aber nicht mehr.

    Bevor man Menschen zum Mars schickt, und wieder auf die Erde zurückholt, sollte man diese Frage vielleicht erstmal gründlich klären. Bei der derzeit in Planung befindlichen Probenrückführung ist das Risiko einer Freisetzung noch sehr klein, eine bemannte Marsmission mit Rückfahrt dagegen ist hier wohl nicht mehr kontrollierbar.

    Überhaupt ist es interessant, zu klären, wie verschiedene Biologien aufeinander reagieren. Wenn wir mal Exoplaneten besiedeln wollen, wo es schon Einzeller gibt, dann müssen wir wissen, wie diese Mikroben dann auf unsere reagieren. Für dieses Experiment schlage ich dann aber einen neutralen Ort vor. Wie gesagt, Roboter, die ein Labor bedienen können, werden wir wohl in einigen Jahrzehnten haben, und die haben es auf Raumfahrten generell viel leichter als Menschen. Und die müssen nicht zur Erde zurückkehren.

    Selbst wenn der Biologietest auf Kompatibilität negativ ausfällt, und eine Besiedlung des Mars deswegen gar nicht in Frage kommt, dann können wir immer noch Habitate im freien Weltraum etablieren und Exoplaneten besiedeln, die noch kein eigenes Leben hervorgebracht haben.

    Es ist auch denkbar, dass eine Vermischung verschiedener Biologien gar keine Probleme macht, und hier eben kein Verdauungsproblem auftritt, bzw. dieses nur wenig schadet. Aber das sollte man nun wirklich vorher klären.

    Dass Marsmikroben gleich direkt bei Menschen Krankheiten verursachen, muss ja nicht sein, aber sie können dann doch das Leben auf der Erde empfindlich stören. Vermutlich werden Marsmikroben schon mal gar keinen freien Sauerstoff vertragen, dieser ist chemisch sehr agressiv und kommt im Marsboden wohl gar nicht vor. Aber die Marsmikroben könnten etwa in die Tiefsee gelangen, und dort langsam aber sicher z.b. die von mir befürchteten Verdauungsprobleme verursachen.

  24. @Jeckenburger
    Ja,wenn wir Marsbiologie auf Erdenbiologie untersuchen möchten,dann habe ich nichts dagegen,wenn das jemand auf dem Mars probieren möchte. Dann gilt aber der umgekehrte Weg,als diskutiert.
    Wissenschaft dient ja u.a. dazu, sich von willkürlichen Dogmen als Vorrausetzung zu Handlungen zu befreien. Die Ergebnisse daraus halte ich für die Erde als durchaus durchwachsen.
    Ob 50 oder 100 Jahre,mancher Beitrag spricht von ca. 30 Jahren, in der sich erst einmal Einsicht auf Erkenntnis entwickelt.

Schreibe einen Kommentar