Warum wir keine Aliens gefunden haben (oder sie uns)

100 Milliarden bewohnbare Planeten könnte es allein in unserer Milchstraße geben, schätzte Seth Shostak vom SETI-Institut in einem aktuellen Vortrag (18.6.2017) auf der Future Con, einer Veranstaltung im Grenzbereich von Wissenschaft, Technik und Science-Fiction.

Das private SETI-Institut sucht nach Spuren außerirdischer Intelligenzen, ist aber bisher nicht fündig geworden. SETI steht für Search for Extraterrestrial Intelligence.

Das amerikanische Internetportal Space.com hat daraufhin zwölf Vorschläge zusammengestellt, die erklären könnten, warum bei uns noch kein Alien seine Visitenkarte abgegeben hat. Hier sind sie (mit einem kurzen Kommentar von mir):

1. Es gibt keine Aliens.

Vielleicht entwickelt sich überall Leben, wo es über einige Millionen Jahre flüssiges Wasser gibt, vielleicht aber auch nicht. Wenn wir auf dem Mars oder einem der Eismonde des Jupiter oder Saturn Leben finden, spricht einiges dafür, dass Leben überall vorkommt. Wenn nicht, sind wir vielleicht alleine im Universum.

2. Wir sind die einzigen intelligenten Wesen im Universum

Naja, klingt nicht unbedingt wahrscheinlich. Andererseits fehlt uns natürlich die statistische Basis. Wir kennen (bislang) nur einen Planeten, auf dem sich überhaupt Leben entwickelt hat.

3. Es gibt intelligente Aliens, aber sie haben keine passende Technologie.

Ohne die passende Technik kann niemand Radiowellen senden oder empfangen. Vielleicht sind Aliens eher philosophisch als technisch orientiert, denken über den Sinn des Lebens nach und erschließen die Geheimnisse des Kosmos auf rein logische Weise. Aber wenn sie uns das nicht mitteilen können, werden wir es natürlich nie erfahren.

4. Intelligentes Leben neigt zur Selbstzerstörung

Wir haben seit vielleicht Hundert Jahren die Technologie, um uns gegenseitig komplett auszurotten. Statt diese Waffen zu vernichten, haben wir sie gehortet. Und vielleicht schaffen wir es ja schon in hundert Jahren, die Erde so aufzuheizen, dass unsere Zivilisation dabei abfackelt.

Vielleicht ist ja ein universelles Gesetz des Universums, dass intelligente Wesen zu irgendeinem Zeitpunkt ihre Technologie schneller vorantreiben, als gut für sie ist.

5. Das Universum ist tödlich.

Was hat das Leben auf der Erde nicht alles überstanden – Meteoriteneinschläge, Warmzeiten, Kaltzeiten, gigantische Vulkanausbrüche, Gammastrahlenausbrüche und vieles mehr. Vielleicht haben wir einfach ein unverschämtes, einmaliges Glück gehabt, wo alle anderen längst zugrunde gegangen sind.

6. Der Weltraum ist riesig.

Wer immer uns erreichen möchte, hat vielleicht einfach noch nicht von uns gehört. Die Menschen schicken seit vielleicht 100 Jahren Radiosignale ins Weltall. Die meisten davon sollen eigentlich nur die Erdoberfläche mit Radio- und Fernsehprogrammen versorgen. Aus mehreren Lichtjahren Entfernung wären sie nicht mehr zu empfangen. Und selbst wenn, unsere Fernsehprogramme sind größtenteils eher abschreckend. Umgekehrt würden wir auch nur dann Radiosignale empfangen, wenn Aliens mit hoher Leistung in unsere Richtung senden – und das wenigstens für einige Tage oder Wochen.

7. Wir suchen noch nicht lange genug.

Seit vielleicht 60 Jahren sucht die Menschheit gezielt nach außerirdischen Radiosignalen. Astronomisch gesehen ist das ein Herzschlag. Haben wir also etwas Geduld. Oder besser: viel Geduld. Vielleicht sterben wir auch darüber aus. Das wäre dann einfach Pech.

8. Wir suchen an der falschen Stelle.

Wir wissen nicht, von wo die Signale kommen, oder auf welcher Frequenz. Je schwächer die Signale sind, desto genauer müssten wir die Richtung anpeilen. Und bei den Frequenzen kommt alles zwischen Röntgenstrahlung und Kurzwelle in Frage. Keine guten Aussichten.

9. Die Aliens sind uns technisch weit voraus.

Sie benutzen vermutlich längst andere Verständigungsmittel, und Radiowellen erscheinen ihnen so primitiv wie Rauchzeichen oder Buschtrommeln.

10. Es gibt Aliens, aber sie senden nicht.

Vielleicht warten einfach alle darauf, dass jemand anders die erste Nachricht schickt. Oder niemand will seinen Standort verraten, schließlich müssen die Nachbarn nicht unbedingt friedlich sein. Auch auf der Erde ist es sehr umstritten, ob man aufs Geratewohl einen Gruß ans Universum losschicken sollte.

11. Die Erde steht unter Quarantäne

Wir sind vielleicht zu primitiv, oder zu aggressiv oder schlicht zu zerstörerisch. Möglicherweise hat der Galaktische Rat (wenn es soetwas gibt) ein Kontaktverbot erlassen. Davon würden wir nur erfahren, wenn es jemand missachtet. Das wäre dann aber vermutlich kein angenehmer Zeitgenosse.

12. Die Aliens sind bereits hier, aber die amerikanische Regierung hält das geheim.

Ah, die Lieblingsthese aller Verschwörungstheoretiker! Aber eigentlich kann das nicht im Sinne der Aliens sein. Und die amerikanische Regierung hat bisher nicht erkennen lassen, dass sie über außerirdische Erkenntnisse oder Technologien verfügt.

Bei unserer häuslichen Diskussion kamen noch einige weitere Thesen auf. Hier sind sie:

  • Zivilisationen in der Milchstraße sind so weit entfernt und so kurzlebig, dass sie sich regelmäßig verpassen.
    Wie lang eine technische Zivilisation durchschnittlich aktiv bleibt, wissen wir schlicht nicht, es können hundert, tausend oder hunderttausend Jahre sein. In den ersten beiden Fällen wäre es unwahrscheinlich, dass zwei intelligente Arten voneinander erfahren, bevor sie ihre technischen Errungenschaften einbüßen (oder sich ausrotten).
  • Intelligente Lebewesen können ihre Evolution extrem beschleunigen. Wir würden sie dann nicht mehr erkennen.
    Nehmen wir an, es gäbe intelligente Ameisen. Würden sie erkennen, dass sie in einem von Menschen angelegten Garten leben, oder würden sie irgendwann einfach resignieren und annehmen, dass sie offenbar die einzigen intelligenten Ameisen sind?
  • Wir sind schlicht uninteressant.
    Vielleicht sind Menschen eine so gewöhnliche Art im Universum, dass sie einfach niemanden interessieren. Andererseits gibt es auf der Erde nichts, was so langweilig wäre, dass es nicht irgendein Wissenschaftler erforschen möchte.

Es gibt also viele gute Gründe, warum selbst die größten Radioteleskope keine Signale von intelligenten Aliens gefunden haben. Aber mal ganz ehrlich: sind wir überhaupt bereit dafür?

 

Martina Grüter ist Medizinerin und befasst sich seit 2001 der angeborenen Prosopagnosie, einem erblichen Defizit in der Gesichtserkennung und Verarbeitung. Das Thema hat ihr gezeigt, wie vielschichtig die Verarbeitung von Informationen im Gehirn sind und wie wenige Erkenntnisse wirklich gesichert sind. Worte und Sprachen haben sie von jeher fasziniert.

72 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nun, Forschungsfragen sind dazu da mit Forschung ergründet zu werden. Natürlich haben fast alle schon Antworten auf noch nicht erforschte Fragen. Auch ich. Zu meinen Favoriten in Bezug auf die fehlenden Aliens gehört
    1) Es gibt überall Leben aber kein genügend zugleich Intelligentes und mit der nötigen Technologie Ausgetattetes, um auf sich aufmerksam zu machen oder das Weltall zu erkunden. Schliesslich dauerte es annähernd 4 Milliarden Jahre bis aus Einzellern Menschen entstanden und dass es unter all den Lebewesen gerade uns gibt, ist an und für sich ein recht grosser Zufall
    2) Leben ensteht gar nicht so häufig. Eventuell sind wir Teil eines Multiversums, jedenfalls eines sehr grossen Universums und die Wahrscheinlichkeit für die spontane Entstehung eines Lebewesens ist dermassen klein, dass es nur an wenigen Orten im Universum überhaupt geschah.

    Zum Glück gibt es aber Forschungsfragen, die nicht durch reines Nachdenken gelöst werden können. Sonst wäre es langweilig für Forscher und wohl auch langweilig für Nicht-Forscher.

  2. Hi

    Mir fehlt bei diesem Thema immer eine Perspektive. Sie beginnt mit der einfachen Frage: “Ja, *wollen* uns denn intelligente, hochentwickelte fremde Spezies kontaktieren”?

    Die Grundannahme scheint zu sein, dass solche fremde Spezies uns kontaktieren *wollen*, wenn sie denn können.

    Woher kommt dieses Selbstbewusstsein in der Debatte? Schauen wir doch mal hin: Angenommen eine fremde, hochentwickelte Spezies kann uns beobachten und könnte uns auch kontaktieren. Was sehen sie? Eine Spezies, die millionenfach andere Arten auf dem Planten ausrottet, den Planeten zerstört, sich gegenseitig millionenfach tötet und vielfach die eigenen Kinder mißhandelt. Mal ehrlich: Wer will mit so jemandem Kontakt haben?

    Vielleicht ist unser galaktisches Dating-Profil schlicht und einfach grauenhaft schlecht. Ein “Like” hats bisher vielleicht einfach keines gegeben.

    • Die Aliens müssten unserer Psychologie schon ziemlich gut verstanden haben, um zu verstehen, dass Kindesvergewaltigungen schlecht sind. Andererseits passt das schon, wenn sie uns schon so gut untersuchen können, dass sie es erkennen können.

  3. Warum sollten denn die Aliens intelligenter sein als wir?
    Wenn man den Materialisten glaubt, dann beinhaltet jede Form des Lebens die Möglichkeit zur Weiternetwicklung bis zur Intelligenz und Selbsterkenntnis.
    Also ist die Möglichkeit, dass es Aliens gibt, größer, als dass es sie nicht gibt.

    Zweiter Schwachpunkt, nirgends ist definiert, was ein Alien ist.
    Das kann eine Ameise auf Alpha Centauri sein, mit besonders großem Kopf, die in den nächsten 200 Millionen Jahren zu einer Superameise mutiert und dann intelligent ist. Sie hat aber überhaupt keinen Sinn für Weltraumfahrt.

    Also um es kurz zu machen, hier müssen Phantasten ran, damit das thema nicht verebbt.

  4. Unter einer völlig geschlossenen Wolkendecke bemerkt man gar nicht, dass es das Universum gibt.
    Noch schlimmer wären Wasserlebewesen unter einer geschlossenen Eisdecke dran.
    Die intelligenten Oktopoden vom Jupitermond Europa vertreten glaubwürdig die Hohlwelttheorie.

  5. Die Alienfrage offenbart uns Menschen jedenfalls, dass das Leben nicht nur jedes Einzelnen, sondern auch der menschlichen Gesellschaften ein Abenteuer ist, mindestens als Abenteuer mit offenem Ausgang aufgefasst werden kann. Menschen zeigen eine Vielfalt an Charaktereigenschaften, neben puren Abenteurern, die für ein Abenteuer (beispielsweise der Probenentahme aus dem subglazialen Europa-Ozean, nachdem bereits Leben festgestellt wurde) alles riskieren gibt es auch die Bewahrer und Risikominimierer. Zum Glück ist das so. Jedenfalls ist die heute weit verbreitete Konzentration auf ein paar wenige einen Menschen qualifizierende Eigenschaften wie etwa seine Intelligenz, eine zu starke Einengung und Charaktereigenschaften wie Neugier und Risikobereitschaft sind ebenso wichtig. Man kann sich eben auch menschenähnliche Aliens vorstellen, die von Priesterkasten regiert werden, welche alles regulieren und nicht einmal den Bau von Teleskopen erlauben. Die wären dann eventuell intelligent aber zuwenig aussenorientiert um sich bemerkbar zu machen oder uns zu bemerken.
    Wie aber sollte die Menschheit mit den teilweise gesellschaftlich gefährlichen Charaktereigenschaften seiner Mitglieder wie der Tendenz zur Feindlichkeit gegenüber anderen Gruppen, umgehen? Anstatt solche Tendenzen zu unterdrücken, sollten eher die Auswirkungen dieser Tendenzen beschränkt werden, beispielsweise indem man die Macht verteilt anstatt sie allzu stark zu konzentrieren.

  6. Karl bednarik,
    …..Leben auf Europa,
    es ist durchaus möglich, dass es unter dem Eis Blaualgen gibt. Man hat ja bei uns im Gestein schon Spuren von Leben gefunden, warum also nicht auf Europa oder Kallisto?
    In den nächsten 30 Jahren werden wir mehr wissen.
    Was noch nie in betracht gezogen wurde, Aliens könnten auch in der Form von intelligenten Pflanzen existieren.
    Die brauchen aber für einen einzigen Gedanken vielleicht einen Tag. Und bevor sie zu ende gedacht haben, sind sie schon abgeholzt.

  7. Die Frage, warum wir noch keine Aliens gefunden haben, ähnelt der Frage, warum ich heute noch keinen HundertEuroSchein auf der Straße gefunden haben.

  8. Ev. existieren wir in Wirklichkeit überhaupt nicht, sondern sind nur KI’s in einer virtuellen Umgebung. Vielleicht sind wir alle nur Teil einer Reality-Show.

    Es könnte auch sein, dass wir nur ein wissenschaftliches Experiment sind, ähnlich Mäusen in einem Labyrinth. Ev. auch wieder nur in einer virtuellen Umgebung.

  9. “Wir sind schlicht uninteressant”

    Wie wäre es mit einer nicht anthropozentrischen Abwandlung? Etwa: “Kontakte zwischen Spezies, die durch ??? Lichtjahre getrennt sind, sind uninteressant”

    Wenn die Menschheit in zig hundert/tausend Jahren z.B. endgültig festzustellen haben wird, dass die Lichtgeschwindigkeit eine absolute Barriere ist (und selbst als Endgeschwindigkeit nur durch Signale erreicht werden kann – physikalische Objekte dagegen bestenfalls in den Bereich von Bruchteilen davon beschleunigt werden können), dann bliebe letztlich als “Kontaktmöglichkeit” nur eine Form von Signalaustausch über – mit Dutzenden oder eher Hunderten von Jahren Pause zwischendurch. Wer könnte daran ein Interesse haben außerhalb eines Randphänomens als rein akademische Kuriosität?

  10. ajki,
    ……Zeit unterliegt ja der Gravitation. Je stärker, desto langsamer vergeht die Zeit.
    Wir begeben uns in einen Bereich mit extremer Gravitation, ggf. ein Schwarzes Loch, kurz vorher senden wir unsere Nachricht ab. Die Nachricht kann dann ruhig 100 Millionen Jahre unterwegs sein, im Schwarzen Loch sind nur einige Tage vergangen.
    Jetzt müssen wir nur noch eine Möglichkeit finden , aus dem Schwarzen Loch wieder herauszukommen. Die Menschen sind ja erfinderisch. Also es besteht noch Hoffnung.

  11. Es gibt eine kosmische / universelle Ordnung, die dafür sorgt, das eine dermaßen in ignorant-arroganter Bewusstseinsbetäubung vegetierende / gelangweilte Menschheit sich nicht … – Aliens, wo doch schon der nächste Nachbar … 😒

    Der “aufgeklärte” Wohlstandsmensch sehnt sich nach Aliens, weil das fälschlich gezeichnete Bild des herkömmlich-gewohnten Erlösers so garnicht mehr zum reformistischen Zeitgeist passt – die Antworten / die Logik der Aliens würden höchstwahrscheinlich so unangenehm sein wie die des Jesus, weshalb …!?

    Ja, es ist sehr wahrscheinlich das sie schon hier sind und sich einen Wolf labern. 😎

  12. Vielleicht ist das aufgefangene Fernsehprogramm ja der Grund für Inkrafttreten von Punkt 11. Man stelle sich vor, die ersten Menschen, die Aliens in Bildern zu sehen bekommen, sind Til Schweiger oder Heidi Klum…

  13. Angenommen, wir empfingen ein Radiosignal aus 10.000 Lichtjahren Distanz. Dann wäre das Signal 10.000 Jahre unterwegs zu uns gewesen. Dann könnten wir nicht sinnvoll kommunizieren, sondern allenfalls außerirdische Archäologie betreiben.

    So und jetzt im Ernst, wesentlich interessanter als die Frage nach Außerirdischen ist das Motiv zu der Frage: nämlich Kolonialphantasien.

    • @Wolf-Dieter Busch

      Könnte es sein, dass Sie mit dem verlinkten Requiem etwaige Aliens auf Abstand halten wollen? 🙂

      Die Frage nach Motiven finde ich bei der Suche nach Außerirdischen durchaus diskutabel. Während einige Menschen von der Friedfertigkeit extraterrestrischer Zivilisationen ausgehen, fürchten andere sich vor aggressiven Aliens, die uns vernichten wollen. Wie würde man also auf die Fremden reagieren? Bei einem einigermaßen neutralen Zusammentreffen könnte versucht werden Wissen auszutauschen und Handel zu betreiben. Eine Kolonialisierung dürfte sich wegen der enormen Entfernungen jedoch schwierig gestalten.

      Und natürlich darf nicht übersehen werden, dass Radiosignale viele Lichtjahre unterwegs sind und wir mit unseren Teleskopen immer nur in die Vergangenheit schauen können. Die Gegenwart auf fernen Planeten bleibt uns verschlossen. Dies gilt auch für die andere Seite. Man stelle sich mal vor, Außerirdische hätten einen Blick auf die Erde geworfen und dort lediglich Dinosaurier vorgefunden, einen solchen Planeten hätte man für eine Kontaktaufnahme doch gleich wieder abgehackt.

    • Wenn sie bei Kontakten mit Aliens an Kolonialphantasien denken, dann denken sie in Star-Trek, in SciFi-Szenarien, denn dort sind Reisen zu Exoplaneten so etwas wie aufgepeppte Kreuzfahrten. Mit der Realität hat das gar nichts zu tun. Allenfalls wissen wir irgendwann, dass es andere nicht irdische Intelligenzler gibt – mehr nicht.

  14. Die mögliche Technologie von intelligenten Wasserlebewesen:
    Die schwarzen Raucher und die weißen Raucher, die hydrothermalen Quellen auf dem Grund der Tiefsee, sind eine ergiebige Quelle von Sulfiden und anderen Salzen von Eisen, Mangan, Kupfer und Zink, sowie von Schwefelwasserstoff, Schwefelsäure, und elementarem Schwefel.
    Die Oktopoden sind mechanisch geschickt und intelligent, und sie können schwache elektrische Gleichspannungen im Meerwasser genau so gut spüren, wie wir mit der Zunge an den Elektroden an einer Batterie.
    Zwei verschiedene Metalle mit Meerwasser als Elektrolyten dazwischen ergeben bereits ein galvanisches Element.
    Als elektrischen Isolator und als Behälter für wässrige Lösungen kann man elementarem Schwefel oder die fettige Haut von Wasserlebewesen verwenden, und den elementarem Schwefel kann man leicht mit der Hitze der hydrothermalen Quellen schmelzen.
    Unter diesen Bedingungen ist es nur ein kurzer Weg bis zur Galvanotechnik und Galvanoplastik, und zur Herstellung beliebig geformter Metallgegenstände.
    Das Feuer ist also gar nicht erforderlich, um Metallgegenstände zu erzeugen, und einfache Steinwerkzeuge konnten die Oktopoden schon vorher anfertigen.
    Die hydrothermalen Quellen kann man dann auch zu Gewinnung von elektrischer Energie aus ihrer Strömungsenergie verwenden, denn Gasblasen und Dampfblasen kollabieren in der Tiefsee.

    • Zur Gewinnung von elektrischer Energie aus Strömungsenergie könnte man einen magnetohydrodynamischen Generator verwenden.
      Also Salzlösung von unten nach oben, Magnetfeld von vorne nach hinten, elektrischer Strom von rechts nach links für die positiven Ionen, die negativen Ionen natürlich umgekehrt.
      Um den magnetohydrodynamischen Generator selbsterregend zu machen, leitet man den durch seine Elektrodenplatten abgegriffenen Strom durch seine eigenen Magnetspulen.
      In 100000 Metern Wassertiefe, und bei einem Zehntel der Erdschwerkraft herrscht ein Druck von rund 1000 Atmosphären.
      Bei der Elektrolyse von Wasser entsteht dann ganz von selbst, und ohne hohe Wandstärken der Behälter zu benötigen, hochkomprimiertes Wasserstoffgas und Sauerstoffgas, was zur Energiespeicherung verwendet werden kann.

  15. Nun möchte ich noch weitere Möglichkeiten zu den bereits vielen Thesen hinzufügen.

    – Aliens wurden bereits entdeckt, aber es wurde und wird geheim gehalten.

    – Aliens halten sich unerkannt auf der Erde auf oder in der Nähe im Weltraum, vielleicht sogar auf der Venus (Erklärung siehe unten).

    – Wenn sich biologisches intelligentes Leben entwickelt kommt es in fortgeschrittener Phase möglicherweise oft zur Bildung künstlicher Intelligenzen welche ihre biologischen “Eltern” bzw Schöpfer letztlich überleben .

    Diese Lebensformen könnten nicht nur viel älter werden, sie könnten in “deaktiviertem” Zustand lange vielleicht Tausend Jahre dauernde Reisen durch den Weltraum antreten.

    Für diese Lebensformen wäre biologisches Leben vielleicht eine zwar wichtige aber eben längst vergangene überwundene Evolutionsstufe und solcherart aus einst biologischer Alien Technologie hervorgegangenen “künstlichen” Intelligenzen könnten jetzt womöglich weit mehr Planeten bewohnen als ihre früheren biologischen Schöpfer das konnten. Genauso wie unsere Raumsonden könnten Alien- Androiden auch im freien Weltraum existieren.

    Inwieweit diese ursprünglich aus Hightech Fabriken von einst biologischer Aliens hervorgegangenen Androiden-Wesen dann ein Interesse an Menschen auf der Erde haben könnten um mit uns zu kommunizieren ist schwierig zu beantworten.

    • @Andreas Müller;
      Das alles wäre theoretisch möglich. Dagegen spricht allerdings die Entropie, die über längere Zeiträume wirksam wird. Jedes technische Gerät unterliegt der Alterung und dem Verschleiß. Je komplizierter ein Gerät, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Störungen und Funktionsausfall im Lauf der Zeit, auch im deaktivierten Zustand im Weltall. Vollständige Deaktivierung ist nicht möglich, wenn das Gerät wieder aktiviert werden soll. Überall im Weltall gibt es hochenergetische Strahlung oder Materienebel, aber keine Ressourcen für Reparaturen.

      • @anton reutlinger

        Wo steht, dass Aliens sich mit verschleißanfälligen technischen Gerät auf den Weg machen würden? Genauso gut könnten sie in organischen Raumschiffen reisen, die sich selbst regenerieren. Na gut, das würde vielleicht andere Probleme aufwerfen, aber was wissen wir schon?

        • @Mona;
          Was wir wissen, das ist die Wirkung der Entropie über längere Zeiträume, die zum unausweichlichen Zerfall von Strukturen führt. Eine Regeneration würde die Verfügbarkeit von Ressourcen voraussetzen, für irdische Organismen also die Nahrung, Licht und Sauerstoff.

          • @anton reutlinger

            “Eine Regeneration würde die Verfügbarkeit von Ressourcen voraussetzen, für irdische Organismen also die Nahrung, Licht und Sauerstoff.”

            Ja, aber denken Sie mal an anaerobe Lebensformen. Obligate Anaerobier können zwar nur in einem sauerstofffreien Lebensraum existieren, es gibt jedoch auch aerotolerante Anaerobier oder fakultative Anaerobier. Letztere können einen anaeroben Stoffwechsel betreiben, d.h. auf Gärung oder anaerobe Atmung umschalten, aber auch Sauerstoff nutzen und damit sowohl unter anoxischen Bedingungen wie unter oxischen Bedingungen gedeihen.
            Auf der Erde kennt man diese Lebensformen meist nur als Bakterien, es wäre jedoch vorstellbar, dass sie sich auf anderen Planeten und unter anderen Umweltbedingungen zu intelligenten Wesen entwickeln konnten. Anaerobe einzellige Organismen sind übrigens die ältesten Formen des Lebens auf der Erde.

            Und: “Auf der Erde gibt es Ökosysteme, die völlig unabhängig sind von Licht und Sauerstoff und die niemanden benötigen, der sie mit Nahrung versorgt. Ihre biologische Basis ist der Wasserstoff und der Sauerstoff des Ozeans, aus dem sie Methan und Kohlendioxid produzieren.”
            http://www.deutschlandfunk.de/leben-ohne-licht-und-waerme.676.de.html?dram:article_id=25340

          • @reutlinger

            Sogar die “primitive” Raumsonde Voyager 1 ist noch immer in Betrieb und sendet noch immer Signale an die Erde. So schnell muss ein technologisch hoch entwickeltes Gerät nicht ausfallen.

            Die von mir beschriebenen künstlichen Intelligenzen könnten in sich selbst wartenden Raumschiffen reisen die dann am Ziel angekommen (wo auch immer das sein mag) die Androiden-Körper vor Ort frisch zusammenbauen, wo dann deren hoch komplexes Bewusstsein bzw. dessen Gehirn vielleicht aus einer Art optischem Speicher geladen würde. Die notwendige Wartung des Raumschiffes unterwegs durch das All könnte ebenfalls durch eine künstliche Intelligenz überwacht werden, deren “Bewusstsein” aber eher nicht über dem eines hoch entwickelten Wartungs-Roboters liegen müsste.

            Ich vermute dass diese Entwicklung zu künstlichen Intelligenzen schliesslich auch auf der Erde stattfinden wird, dass uns die praktisch unsterblichen Androiden in ferner Zukunft “ablösen” werden. Was dann mit dem Menschen geschieht ist aus meiner Sicht den Phantasien von SCIFI Autoren überlassen 😉
            Nur glaube ich nicht unbedingt daran dass die Androiden uns in einer Art Krieg auslöschen würden oder wollten, eher könnte es sein dass sie dann jene aus uns hervorgegangenen künstlichen Lebewesen sein werden welche die für Menschen kaum bewohnbaren Planeten besiedeln werden, es also keinerlei Konflikt mit der verbliebenen biologischen Menschheit geben würde. Eher im Gegenteil könnte es sein das die Androiden solche Planeten wie die Erde vor Katastrophen bewahren würden.

            Sehr hoch entwickelte Wesen bzw. Aliens hätten wohl kaum ein Interesse daran biologisches Leben zu zerstören, weil das keinerlei Sinn machen würde. Die Ressourcen welche die Androiden für ihre Existenz benötigen finden sich überall in Sonnensystemen, nicht nur auf Planeten wie der Erde.

      • @Reitlinger: sie sind mit Technik wohl mehr vertraut als mit Leben.Leben braucht nicht die Abwesenheit von Entropie, sondern nur Nahrung/Energie dann kann es ewig leben, denn der real vorkommende Tod dient nur dem Leben (der Nachkommen). Energie führt jedes Raumschiff mehr als genug mit sich, denn ein einziges Kilogramm Raumschiffmasse enthält mehr Energie als alle Kraftwerke in Deutschland in einem Jahr erzeugen, Einstein und seiner Formel E=mc^2 sei dank.

        • Korrektur: 1Kg Masse enthält nur gerade Energie um ganz Deutschland 20 Tage lang mit Energie zu versorgen, meine Aussage, es würde für ein Jahr reichen ist falsch.

    • Ja, intelligente Roboter finden den Weltraum und die darin versprenkelt vorkommenden Sterne und Planeten wohl toll und eine ein paar tausend Jahre dauernde Reise zum nächsten Stern in dem sie nichts anderes zu tun haben als immer wieder ihr Raumschiff und sich selbst zu reparieren und zu erneuern, muss für sie nicht langweilig sein.
      Der KI-Pionier Jürgen Schmidhuber glaubt jedenfalls, dass es noch zu seinen Lebzeiten genügend intelligente Roboter geben wird um eine neue kognitive Sphäre zu schaffen, die nicht mehr auf die Erde beschränkt ist. Roboter werden sie bevölkern und wir Menschen werden für sie so interessant sein wie es Ameisen für uns sind (Konservatoren unter den Robotern werden die Erde vielleicht zum Reservat erkären). Warum sollten sie uns auslöschen, wenn sie uns gar nicht brauchen und ihnen die ganze Galaxie offensteht.
      Künstliche Intelligenz wird das All erobern meint also Jürgen Schmidhuber und ich stimme ihm zu: Wenn irgend erwas das All erobert, dann ist es künstliche Intelligenz. Und falls diese Roboter dann irgendwann auf Aliens stossen, werden sie versuchen von uns zu erzählen und uns – weil sie sich nicht mehr so genau erinnern können – vielleicht in ihren Geschichten verkären.

      • 0,5 kg Materie + 0,5 kg Antimaterie = 21,5 Megatonnen TNT-Äquivalent = 9 mal 10 hoch 16 Joule,
        aber ohne Antimaterie kann man die Materie gar nicht in Energie umwandeln.
        Bei der 4 mal Wasserstoff-1 zu 1 mal Helium-4 Kernfusion werden nur rund 0,7119 Prozent der Masse in Energie umgewandelt, und alle anderen Fusionsreaktionen haben noch weniger Energieausbeute.
        Die Kernspaltungsreaktionen sind alle rund zehn mal weniger ergiebig.

        • Stimmt Karl Bednarik: 100% lässt sich Masse in der Praxis nicht in Energie umwandeln. Das ist aber nicht so schlimm, denn mit fortschreitender Technik braucht es immer weniger Energie um das gleiche wie früher zu erreichen.
          Jedenfalls besteht heute und auch morgen nie der Bedarf Dyson-Sphären aufzubauen nur um damit Sonnenenergie aufzufangen. Dyson-Sphären scheinen mir als nichts anderes als eine Phantasie, die, wenn umgesetzt, es uns erlauben würde fremde Zivilisation im Teleskop zu bewundern.

          • @Martin Holzherr
            Wie immer stimme ich in den meisten Ihrer Punkte mit Ihnen überein, und wie immer melde ich mich nur dort wo ich anderer Meinung bin.
            Der Aussage “Dyson-Sphären werden wir nie brauchen” stimme ich nicht ganz zu. Falls Sie meinen, dass wir mittels Fusion später sowieso genug Energie haben, kann ich mir das noch vorstellen. Aber im Kontext “Wir brauchen gar nicht soviel Energie / braucht es immer weniger Energie” klingt mir das ähnlich wie eine Aussage aus dem Mittelalter “Wir haben genug Köhler und werden niemals mehr Brennstoffe brauchen als jetzt.” Die Empirie sagt, dass wir seit der Industrialisierung trotz immer höherer Energieeffizienz bei jeder einzelnen Anwendung dennoch jedes Jahr immer mehr Energie verwenden. Ich sehe nicht, dass dieser Trend – außer durch Katastrophen/Wirtschaftskrisen – zu irgendeinem Zeitpunkt nachlassen wird.

          • @Wizzy (Zitat): Die Empirie sagt,dass wir ..jedes Jahr immer mehr Energie verwenden. Stimmt natürlich, nur wer sagt denn, dass es in 100 Jahren 20 oder 100 Milliarden Menschen auf der Erde geben wird, die dann dementsprechend mehr Energie brauchen.
            Denn: Der Energieverbrauch pro Westler nimmt bereits ab. Mit noch mehr Reichtum braucht man schliesslich nicht noch mehr Autos, sondern man liest vielleicht mehr Bücher (weil man Musse hat) oder geniesst das Leben mit den Liebsten (eine Vision von Maynard Keynes, der meinte im Jahre 2000 würde nur noch 20 Stunden pro Woche gearbeitet und der Rest sei Tanz und Gesang). Der Mensch hat Bedürfnisse. Aber irgend wann sind die materiellen Bedürfnisse gedeckt. Bleibt noch das Bedürfniss nach Nachkommen. Hat der Mensch das Bedürfniss, dass es immer mehr Menschen gibt? Nein, hier im Westen nimmt die Bevölkerung schon ab. Irgendwann werden die anderen folgen. Ausser es geschähe was Michael Blume immer wieder (als Menetekel?) an die Wand malt: Die Religiösen vermehren sich so stark, dass irgendwann nur noch Fortpflanzer existieren. Fortpflanzer ihres Fleisches und ihres Glaubens.

          • Ich stelle mir hingegen eher vor, dass wir unsere gesamte Mobilität auf die Luft verlegen (mehr Platz, weniger Straßen nötig=billiger, aber energieintensiver). Dann wollen wir vielleicht alle Ozeane in Aquakulturen verwandeln, deren Unterhalt mehr Energie braucht als Fischerei. Dann wollen wir vielleicht intensive virtuelle Welten: Der Computer/Internet-Sektor stieg bis jetzt monoton im Energieverbrauch, auch wenn die TFlops/MWh sinken. Dann werden wir mE mehr Raumfahrt unternehmen, braucht viel Energie. Solange weitere Energiequellen irgendwie erschließbar sind, werden wir diese mE erschließen (außer wir rotten uns vorher selbst aus).

  16. Zu Kontakten und Kolonien, Abständen und Reisezeiten:
    Die Menschheit wird die biologische Unsterblichkeit wesentlich früher erforscht haben, als ihr die Konstruktion von interstellaren Raumschiffen möglich ist.
    Unsterbliche benötigen keine Generationenraumschiffe, und sie haben viel Zeit.

    • Ein Unsterblicher auf dem Weg zum Ende der Galaxie. Und was passiert, wenn er das letzte Computerspiel gespielt hat und das letzte Buch gelesen und es geht immer noch 100’000 Jahre bis er ankommt?

      • Man reist von einem Sonnensystem zum nächsten, und das dauert nur rund hundert Jahre.
        So wird die Durchquerung der Galaxis nicht so langweilig, und man lernt viele Planeten kennen.
        Wie lange würde es dauern, alle Wissenschaften und alle Künste der Menschheit zu erlernen?
        Vermutlich wird man die ältesten Bücher und Spiele irgendwann vergessen, und kann sie daher nochmals lesen oder spielen.
        Notfalls gibt es noch den künstlichen Winterschlaf.
        Die Unsterblichen sind eine Symbiose aus den biologischen Menschen und ihren Nanomaschinen.
        Als Alterswohnsitz sind die Planeten von roten Zwergsternen empfehlenswert, weil diese Sterne tausend mal länger leuchten als unsere Sonne, und weil das die häufigsten Sterne sind.

  17. Punkt 12 muss richtig sein. Es ist doch völlig klar, dass Aliens nicht in Fürstenfeldbruck oder in Novosibirsk landen würden, sondern genau in der Wüste von Nevada, wo man sie direkt verschwinden lassen kann, um dann Jahrzehnte später unscharfe Fotos zu leaken.

  18. Mal ernsthaft: Die Vorstellung, dass ein biologisch-physikalischer Alien hier auftaucht, kann man getrost vergessen. Wir irdische Lebewesen sind unauflösbar verbunden mit der Erde, ihrer spezifischen Gravitation, ihrer Atmosphäre und Temperatur, Strahlung u.v.a. Die Idee, man könnte auf einen anderen Planeten umziehen, ist absurd (Gruß an Herrn Hawking). Dasselbe gilt auch umgekehrt für organische Wesen aus dem Weltall. Die könnten hier nicht atmen und fressen, sehen oder laufen. Wenn also doch einer kommt, gleich totschlagen.

    • “auf einen anderen Planeten umziehen” kann man nicht, aber die eigene Art verbreiten, das kann man schon – selbst wenn die Aussiedler später keinen Kontakt mehr mit ihrem Heimatort haben. In der Biologie auf unserem Planeten geschieht das schliesslich ständig. Biologische Geschöpfe sind aber für Weltraumreisen denkbar ungeeignet, künstliche Intelligenzen in austauschbaren Körpern/Materialisationen sind dazu weit besser geeignet.

  19. Auf der Erde gibt es seit ca 3 Milliarden Jahren Leben. Aus dem Weltall bemerkbare Technologie seit ca 100 Jahren. Selbst wenn die Zivilisation ein paar Jahrtausende durchhält – wenn das bei den anderen auch so ist, ist die Chance sich zu verpassen riesig.
    Und wenn nicht? Dann sind sie vielleicht so langsam, dass wir sie nicht erkennen können.

    • Zustimmung, wobei ich eher sagen würde “Aus dem Weltall bemerkbare Technologie” gibt es seit 0 Jahren (noch gar nicht). Unsere gezielten Kommunikationsversuche sind extrem spärlich, und jemand der die Technologie hat, unsere extrem schwachen Radiosignale einzufangen, hätte genausogut schon Dinosaurier beobachtet.
      Ich denke, dass in 600 Jahren die Leute noch sagen werden: “Aus dem Weltall bemerkbare Technologie gibt es jetzt seit 100 Jahren”.

  20. Pingback:Psiram » Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW25, 2017)

  21. @Andres Müller;
    Technische Systeme können Jahrzehnte überleben, mit gelegentlichen Reparaturen oder Renovierungen. Bei interstellaren Reisen geht es allerdings um Jahrtausende. Hier spielen Entropie, Alterung und Verschleiß eine nicht vernachlässigbare Rolle. Ressourcen für Reparaturen oder Regeneration müssten ausreichend an Bord sein, für Aliens genauso wie für irdische Raumfahrer.

    Selbstverständlich darf jeder phantasieren, so viel es ihm Spaß macht. Eine einfache Extrapolation der vergangenen technischen Entwicklung ist jedoch naiv und hat mit Science dann nichts mehr zu tun. Sicher gibt es weitere technische Neuerungen und Verbesserungen, aber es gibt eben auch physikalische oder andere natürliche Grenzen, die man nicht umgehen kann.

    • Zitat:“Eine einfache Extrapolation der vergangenen technischen Entwicklung ist jedoch naiv” Richtig. Und vor allem ist es naiv zu glauben, der Mensch sei die Zukunft. Zudem braucht es (vom Universum her gesehen) gar keine Geschöpfe, deren liebste Beschäftigung es ist, ständig Selfies von sich zu machen.
      Wobei: Für sich selbst ist der Mensch selbstverständlich das Wichtigste. Nur kann der Mensch mit all seinen biologischen Schwächen nicht in alle von ihm ersehnten Rollen schlüpfen. Der Raumsprung zum nächsten Stern wird immer eine Phantasie bleiben und der reale Raumflug in einer echten Rakete mit Menschen an Bord zum nächsten Milchstrassenarm ebenso. Diese Dinge können zwar passieren, sogar realo und nicht nur im Kino – aber leider ohne Menschen mit Fleisch und Blut.

  22. Star Trek dürfte in einem Punkt recht haben, Gesellschaften, die in ihrem archaischen Verhaltensformen verharren, dürften wenig Chancen haben, in den Weltraum vorzudringen. Eine Zivilisation, die es schafft, die extremen Entfernungen zu anderen bewohnten Planeten zu überwinden, dürfte mit geringer Wahrscheinlichkeit als Kolonisierer auftreten. Was soll das bringen, wenn man selber schon ein derart hohes Niveau erreicht hat?
    Barbarei und extremes high tech Level, das geht nicht zusammen.

  23. Wo es keinen eindeutigen Beweis gibt, kann man nur glauben. Glauben kann Berge versetzen glauben viele. Allein mit Glauben aber kann man daher fröhlich spekulieren. Alles was wir bisher zu wissen glauben, beruht doch nur auf sich wiederholenden Erfahrungswerten in unserem erkundbaren Umfeld. Diese dann noch übersetzt in uns bekannte und daher beschränkte Denkschemen. Dazu noch in abenteuerlich kurzen Zeitspannen gegenüber den Vorgängen im Universum überprüfbar. Fraglich ob wir überhaupt als Art solange existieren werden, um nur Bruchteile des sich stetig weiterentwickelnden Universums annähernd mit Sinn füllen zu können. Wir kennen weder Zweck noch Ziel desselben, noch ob so etwas überhaupt vorhanden. Das aber wären die Grundlagen um zu erkennen, ob Leben überhaupt eine sich wiederholende höhere universelle Informationsform darstellt und sich mit Bewusstsein? wozu und wohin weiterentwickelt? Aber spekulieren und glauben haben den Weg der Menschheit begleitet und geebnet. Machen wir weiter so und schaffen uns damit interessante Ansätze unser Wissen auch nur annäherungsweise zu verbessern und erweitern.

    • Die Spekulation ob (Zitat) “Leben überhaupt eine sich wiederholende höhere universelle Informationsform darstellt” enbehrt jeder Grundlage und ist zudem wieder ein Beweis für das egozentrische, das Selfie-Denken vieler Menschen, für die der Weltraum und das Universum höchstens dazu dient ihre eigenen (abstrusen) Theorien zu bestätigen oder zur für immer incht aufklärbaren Glaubensfrage zu machen.

  24. Es scheint, Menschen brauchen Aliens. Vielleicht im Sinne von Sloterdjiks »Man denkt an mich, also bin ich«.
    Die folgende Frage passt zum zeitgenössischen Bewusstsein: Gibt es die Menschheit überhaupt, wenn sie niemand wahrnimmt?
    Oder genügt es schon, dass Menschen, Menschen kennen? um die Welt und alles drum herum real zu machen.

  25. Das Leben auf der Erde brauchte für seine Entwicklung vier Milliarden Jahre. Nach einer weiteren Milliarde wird sich unsere Sonne in eine Supernova verwandeln und die Erde zum Verglühen bringen. Laut einem mathematisches Modell liegt die Wahrscheinlichkeit für die Evolution intelligenten Lebens bei 0,01 Prozent. Unsere Erde ist damit vermutlich eine Ausnahmeerscheinung. Die Möglichkeit auf “Aliens” zu treffen ist also recht gering. Es kann aber durchaus sein, dass sich gerade irgendwo im All beginnendes Leben in Form von Bakterien regt. Wegen der enorm langen Entwicklungszeit werden wir das aber nicht mehr mitbekommen, weil es die Erde bis dahin nicht mehr gibt.
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-8101-2008-04-17.html

    • In Anbetracht der 200 Milliarden Sterne in der Milchstraße, von denen jeder im Durchschnitt nach neueren Erkenntnissen als untere Abschätzung 1 Planeten (wahrscheinlich mehr im Durchschnitt) aufweist;
      und in Anbetracht dessen, dass viele Sterne und ihre Planeten deutlich älter als die Erde sind, müsste es bei 0,01% Wahrscheinlichkeit für Intelligenzentstehung innerhalb 4 Mia. Jahren in unserer Nachbarschaft nur so wimmeln von Zivilisationen.

      • @Wizzy:“Nur so wimmeln von Zivilisationen”. Selbst wenn es von Leben wimmeln würde, heisst das nocht nicht, dass es von Zivilisationen wimmeln muss.
        Klar, wer mit der Bibel oder überhaupt einer Religion aufgewachsen ist, der glaubt schnell, der tiefere Grund der Schöpfung und allen Lebens sei der Mensch als Krone.
        Zu einem vielleicht anderen Resultat kommen sie, wenn sie annehmen, bei jeder evolutionären Entwicklung werde eine Münze geworfen und die entscheide was passiere. Münzenwürfe könnten dann dafür sorgen, dass die Aera der Dinosaurier nicht hunderte von Millionen, sondern mehrere Milliarden Jahre anhält. Wir wären dann nicht hier oder wir wären ganz Andere.

        • @Martin Holzherr
          Ich habe das auch nicht behauptet, sondern nur die Konsequenzen oben genannter Wahrscheinlichkeit (die nicht von mir stammt) aufgezeigt. Und die war explizit für die Ausbildung intelligenten Lebens innerhalb von 4 Mia. Jahren angegeben.

      • @Wizzy;
        Die große Zahl verführt leicht zu Trugschlüssen. Die Wahrscheinlich von 0,01% ist viel zu hoch gegriffen. Wenn man nur 10 Bedingungen für Intelligenz annimmt, die auf einem Planeten jeweils zu 1% erfüllt werden, dann ergibt sich dadurch eine (Un)Wahrscheinlichkeit für Intelligenz von 10^-20. Bei 100 milliarden Kandidaten ergäbe sich folglich eine Wahrscheinlichkeit von immer noch 10^-9, also ein milliardstel bzw. ein zehnmillionstel oder 0,0000001 Prozent.

      • @Wizzy: Sorry für meinen Einwand. Ihre Überlegung war korrekt und besser als im verlinkten Artikel.
        Auch Anton Reutlingers Überlegungen sind korrekt.

        Letztlich wissen wir zu wenig. Wir wissen so wenig über die Bedingungen für Leben und für intelligentes Leben, dass wir nicht einmal Wahrscheinlichkeiten angeben können.
        Ganz anders wäre die Situation wenn wir im Reagenzglas Vorformen von Leben oder gar selbständig sich reproduzierende “Organismen” hätten herstellen können. Doch das gelang bisher nicht. Was aber bedeutet es, dass es bisher nicht gelang? Leider wohl nur einfach, dass wir bis jetzt von Chemie zuwenig verstehen.

        Es stimmt zwar, dass die Physik als Grundlagenwissenschaft, heute wohl fast alles weiss, was es über Sonnen, Planeten und Lebewesen zu wissen gilt – aus physikalischer Warte. Doch trotzdem genügt dieses Wissen nicht eimmal um zuverlässige chemische Voraussagen machen zu können. Für mich offenbart das eben folgendes: Das Geheimnis unserer Welt liegt nicht in den physikalischen Grundgesetzen, sondern in der Komplexität, die diese physikalischen Grundgesetze ermöglichen. Diese Komplexität kann bisher niemand auflösen. Wir müssen damit leben und können nur mit viel hartnäckiger Erforschung von “Subwelten” (wie der Chemie) und zukünftiger Technologie wie Quantencomputern oder Exafloprechnern den Nebel lichten, der über all den Miniwelten liegt, die innerhalb der physikalischen Gesetze möglich sind.

  26. Eigentlich gibt es viel mehr Möglichkeiten, warum wir bislang noch nicht auf Aliens gestoßen sind. In “If the Universe Is Teeming with Aliens… Where is Everybody?” von Stephen Webb stehen 75 Möglichkeiten drin.

  27. Mit den grossen Teleskopen der 2020er Jahre (TMT,EELT,GMT,Webb) wird man Exo-Planetenatmosphären untersuchen können. Sauerstoff wäre ein starker Hinweis auf Leben, denn ohne ständige Nachlieferung durch die Photosynthese wäre es unbeständig.
    Der Nachweis, mindestens Hinweis, auf Leben würde jedenfalls die Alien-Diskussion auf eine reale Basis setzen und begründete Spekulationen ermöglichen. Findet man in der (wachsenden) Menge von bekannten Exoplaneten trotz geeigneter Instrumente (Spektroskopie) keine Lebenszeichen, dann hätten wir eine völlig neue Situation und müssten damit rechnen allein zu sein.
    Sicherheit wird es allerdings kaum geben, selbst wenn man Biosignaturen wie die Kombination von Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasser und Stickstoff in Exoplanetenatmosphären findet. Doch Sicherheit gibt es in wissenschaftlichen Fragen sowieso viel weniger als die meisten meinen. Es gibt nur wachsende Wahrscheinlichkeiten wenn immer Exoplaneten mit zu Leben passenden Mustern gefunden werden Mit einem Bayes’schen Ansatz, der die Biosignaturen eines Exoplaneten in Beziehung zum Umfeld des Planeten (Position in der habitablen Zone, Grösse des Planeten etc) setzt, erhält man mit zunehmender Zahl untersuchter Exoplaneten wohl die aussagekräftigsten Aussagen.

  28. Ich denke, es gibt nicht nur eine große Hürde, sondern viele kleinere, die die Ausbreitung von Leben und die Zahl hochtechnisierter Zivilisationen begrenzen.
    Günstig ist vermutlich der große Erdmond und die daraus resultierenden Gezeiten. Auch der Wechsel von Festland und Wasser, an Stelle eines weltumspannenden Ozeans.
    Die Geschichte der Menschheit hat einige Sackgassen hervorgebracht, wie die komplette Abholzung der Osterinseln: Intelligente Wesen können auch einen gewissen technischen Stand erreichen, wie er z.B. in der Antike vorlag, dann aber recht schnell alle leicht zugänglichen Ressourcen aufbrauchen und wieder in die Steinzeit zurückfallen. Schon vorher kann die Ausrottung von Tieren und v.a. von als Haustieren geeigneten (Herden-) Tieren die Entwicklung stoppen.
    Die gebündelten Energieressourcen, wie wir sie in Form vom Holz großer Wälder, v.a. aber auch als Kohle und Öl kennen, sind für die Ausbildung einer technischen Zivilisation auschlaggebend, die dann schließlich ohne sie auskommen kann.

    • Die Erde ist ein Glücksfall: viel Festland, aber doch genügend Wasser, Jupiter als Kometen-/Asteroidenfänger, stabile Erdachse (Mond), stabiles Klima über 4 Milliarden Jahre, keine Supernovaexplosionen in unmittelbarer Nähe, ruhige galaktische Umgebung fernab des galaktischen Zentrums.
      Die Evolution des Lebens verlief ebenfalls glücklich: Erfindung der Photosynthese vor 2.7 Milliarden Jahren, mehrzellige Lebewesen seit etwa 1 Milliarde Jahren, Landpflanzen (Bäume etc) seit 500 Millionen Jahren, Primaten seit 80 Millionen Jahren, Hominiden seit 15 Millionen Jahren
      Die menschliche Zivilisation entwickelte sich aufgrund günstiger Anlagen und Charaketereigenschaften des Menschens ebenfalls schnell: Der Mensch ist zugleich intelligent und äusserst sozial (Schimpansen sind nicht dumm aber ziemlich unsozial) und der Mensch hat mit der in seiner langen Jugend erlernten kulturspezifischen Sprache ein mächtiges Werkzeug für die soziale Interaktion, für die Kultur des Lernens (Sprache muss erlernt werden und Beredtheit ist von Vorteil) und die Weitergabe von Wissen. Die Gruppenbildung unter Menschen fördert zwar auch feindliche Auseinandersetzung aber bringt zugleich auch ein kompetitives Element, die sich Wunsch vieler äussert, besser zu sein als die Andern. Das wiederum begünstigt so etwas wie Fortschritt.

      Fast unglaublich viele günstige Faktoren sind also zusammengekommen, die eine (Höher-)Entwicklung mit nur wenigen Unterbrüchen über Milliarden von Jahren ermöglicht haben.

    • @Joachim Falken
      Inwiefern sind Gezeiten günstig? Es gibt einige Spekulationen bezüglich der Abiogenese, aber keinerlei gesicherten Erkenntnisse. Man könnte sogar behaupten, dass Gezeiten ungünstig sind, da sie Instabilität in die Verhältnisse der Küstenlinien bringen.
      @Marthin Holzherr
      Stabile Erdachse. Dazu ist kein Mond notwendig. Erstens sind die meisten Planeten unseres Sonnensystems in ihrer Eigenrotation ähnlich ausgerichtet (mit 2 Ausnahmen, die beide übrigens in der Fachliteratur mit besonderen Ereignissen erklärt werden): https://www.scienceabc.com/wp-content/uploads/2015/12/uzjbGST.jpg
      Und zweitens entnimmt man den Simulationen hier http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/12/30/der-einfluss-des-mondes-auf-die-erdachse/
      dritte Abbildung, dass der “obliquity range” (Achsenschwankungsbreite) eines Planeten auch ohne Mond geringer sein kann als bei uns mit Mond. Dazu kommt noch, dass fraglich ist, ob Klimaschwankungen ohne Mond wirklich größer sind als unsere Erde (mit Mond) ohnehin schon erlebt hat mit Snowball-Earth-Phasen und Hot-Humid- und – im Inneren von Superkontinenten – Hot-Dry-Phasen.

      Ob jetzt unsere Evolution glücklich oder nicht glücklich verlief und sozial+intelligent oder Photosynthese irgendwie außergewöhnlich wäre, ist Spekulation. Ich las des öfteren die Intelligenzforschung meine, sozial sei eine Voraussetzung für intelligent; ob Schimpansen unsozialer als Menschen sind, ist Gegenstand einer Debatte: Zum Beispiel schaden Schimpansen Artgenossen laut dieser Studie (eben jene, die ihnen das Unsoziale als neue Sichtweise unterstellen will) http://www.deutschlandfunk.de/meldungen-liste-forschung-aktuell.1508.de.html?drn:date=2016-12-21&drn:news_id=691222 ohne extrinsische Motivation nicht, Menschen Artgenossen hingegen auch mit intrinsischer Motivation.
      Zusammengefasst: Ich zweifle daran, dass manches von dem, was die letzten zwei Beiträge behaupten, mehr ist als Spekulation.

      Aussagen wie “Ich denke, es gibt nicht nur eine große Hürde, sondern viele kleinere, die die Ausbreitung von Leben und die Zahl hochtechnisierter Zivilisationen begrenzen.”, “Die Erde ist ein Glücksfall” würde ich mit gewisser Skepsis im Hinterkopf unterschreiben, rein intuitiv ohne Belege. Belege für die eine oder andere Sichtweise wir aber mit Sicherheit noch bekommen.

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