Unser Lebensabdruck

Bargeld soll verschwinden, damit kein Geld mehr anonym fließt. Facebook vergisst nicht. Die NSA liest mit. Gesundheitstracker speichern zentral unseren Blutdruck, unseren Puls und unsere Temperatur. Wir haben alle einen digitalen Lebensabdruck. Und er wird immer vollständiger.

Sollte das Bargeld abgeschafft werden? Der Wirtschaftswissenschaftler Peter Bofinger ist dafür. Auch Larry Summers, ehemaliger Chef der Weltbank, kann der Idee einiges abgewinnen.1 Und in Schweden gibt es bereits konkrete Überlegungen dazu.2 Damit würden Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung oder kriminelle Geschäfte aller Art fast unmöglich, denn jede Zahlung wäre dem Kunden und dem Empfänger genau zuzuordnen. Und selbstverständlich müssen diese Datensätze jahrelang aufgehoben werden, sodass sie ständig überprüfbar bleiben. Alle Finanztransaktionen sind also vollkommen transparent, niemand kann sich mehr herausreden.

Bald wird auch unsere Gesundheit ständig überwacht werden. Die ersten „Gesundheitstracker“ sind bereits auf dem Markt. Sie lassen sich von einer normalen Armbanduhr kaum unterscheiden und ermitteln Parameter wie Puls, Herzrhythmus und Hauttemperatur. Außerdem zeichnen sie Umgebungswerte wie Helligkeit und Geräusche auf.3 Einige Versicherungen überlegen bereits, ob sie gesundes Verhalten, dokumentiert durch Gesundheitstracker, nicht belohnen sollen. Oder ob sie „schlechte Risiken“, also Patienten mit chronischen Krankheiten, Übergewicht oder hohem Blutdruck, nicht dazu verpflichten können, einen Tracker zu tragen – zu ihrem eigenen Besten natürlich. Das ist noch Zukunftsmusik, aber es wird sicherlich bald kommen.

Wir haben uns ja bereits daran gewöhnt, dass die NSA und ihr britischer Kumpel, das GCHQ4, unseren Internetverkehr mitschneidet. Alle amerikanischen Firmen müssen übrigens den Geheimdiensten auf Anfrage ihre Daten ausliefern, auch Facebook und WhatsApp. Man könnte als Gegenmaßnahme beispielsweise seine E-Mails verschlüsseln, geht eigentlich ganz einfach und wird auch immer wieder empfohlen. Aber ich habe noch nie eine verschlüsselte E-Mail bekommen. Privatsphäre verliert viel von ihrem Reiz, wenn sie mit Anstrengung verbunden ist. Andererseits scheint immer mehr Menschen bewusst zu werden, dass Facebook keine echten Geheimnisse kennt. Die meisten privaten Fotos und Beiträge sind absolut nichtssagend geworden, sie enthalten nicht mehr Texte und Bilder, als man auch ein schwarzes Brett hängen würde. Bei WhatsApp-Nachrichten ist das notwendigerweise anders, so sind persönlich und privat. Aber der Betreiber des Dienstes ist von Facebook übernommen worden, und es ist vor einigen Wochen bekannt geworden, dass US-Behörden die WhatsApp-Nachrichten mitlesen. 5

Apples freundliche Sprachassistentin Siri wohnt nicht im iPhone, sondern in Apple-Servern. Erst dort werden unsere Anfragen entschlüsselt und bearbeitet. Ihre Cousine Cortana hat sich in den Microsoft-Servern eingenistet und interpretiert dort Sprachbefehle aus Windows-Geräten. Im Moment muss man die Sprachassistenten ausdrücklich aktivieren, aber bald werden sie wohl immer zuhören. Es könnte ja sein, das sie etwas für uns tun sollen. Als unvermeidliche Nebenwirkung wird dann jedes Gespräch in Reichweite des Mikrophons an einen Server übertragen werden.

Übrigens ist auch die Gesichtserkennung immer besser geworden und die Personenerkennung ohne Blick ins Gesicht wird immer besser funktionieren.

Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden Fahrtenschreiber in jedem Auto genau aufzeichnen, welcher Fahrer wann wohin gefahren ist, und wie oft er sich dabei bewegt hat. Ob die Autos dann mit uns reden? Etwa: „Wie fährst du heute bloß wieder! Willst du meine Reifen ruinieren? Lass mich mal an mein Steuer. Ich stell dir inzwischen die süßen Katzenbilder auf Flickr an.“

Wenn unser Leben erstmal in Datenbanken vollständig erfasst ist, gibt es keinen sicheren Schutz mehr. Früher war es extrem aufwendig, die vielen verschiedenen Informationen über einen Menschen zu beschaffen und zusammenzuführen. Der Arzt, die Versicherungen, das Finanzamt oder der Arbeitgeber hatten Datensplitter, die in Akten aus Papier abgelegt waren. Öffentliche Äußerungen mussten in Zeitungsarchiven zusammengesucht werden.

Heute dagegen ist es extrem schwierig, die Daten gegen unbefugten Zugriff zu schützen. Nicht der Zugriff ist aufwendig, sondern seine Beschränkung. Deshalb werden die Schutzmauern immer wieder umgangen, durchbrochen, überklettert oder untertunnelt. Dies ist eine der wirklichen Neuerungen der Internet-Gesellschaft. War es vorher schwierig, die über einen Menschen vorhandenen Daten zu finden, ist es jetzt nahezu unmöglich, sie vor neugierigen Augen zu schützen.

Ohne es eigentlich zu merken, sind wir Zeugen einer kulturellen Revolution. In den ersten tausend Jahren nach der Erfindung der Schrift war Lesen und Schreiben ein Privileg weniger, die Archive waren wohl gehütete Schätze der Tempel und Könige. Mit der Erfindung des Buchdrucks verbreiteten sich Informationen immer schneller, aber das Auffinden blieb ein Problem. Mehr als 500 Jahre später erlauben digitale vernetzte Systeme den direkten Zugriff auf das Wissen der Welt, und auf persönliche Daten aller Menschen in den Industrieländern. Diese Entwicklung ist unumkehrbar, und die Erfassung von immer mehr persönlichen Daten ist sogar erwünscht, wenn – und nur wenn – es uns nutzt. Wir können den Trend nicht aufhalten, aber wir müssen ihn steuern, und seine Auswirkungen begrenzen.

Da wirkt es auf mich schon seltsam, wenn deutsche Internet-Aktivisten und Datenschützer ausgerechnet die Speicherung von Telefon-Metadaten als zentralen Punkt der Privatsphäre ausgemacht haben. Sobald über längere Zeit festgehalten wird, wer mit wem telefoniert hat, oder wer wem eine E-Mail geschickt hat, ist die Privatsphäre in Gefahr. Alles übrige betrachten sie als Randphänomen, mit dem man sich näher befassen kann, wenn die Vorratsdatenspeicherung abgewehrt ist.

Das erinnert an das Verhalten von Menschen, die einen Dammbruch verhindern wollen, indem sie ein Loch in der Staumauer zuhalten. Tatsächlich aber sickert das Wasser längst an vielen Stellen durch die Fugen. Man müsste sich eigentlich Gedanken machen, wie man den unaufhaltsamen Wasserverlust so steuert, dass er nicht zur Katastrophe wird. Was machen aber die Internetaktivisten? Sie erklären ihr Loch zur Mutter aller Löcher. Und wenn der Damm schließlich gebrochen ist, rühmen sie sich, dass aus ihrem Loch kein Wasser ausgelaufen ist.

Anmerkungen

[4] Government Communication Headquarters – Britischer Geheimdienst, zuständig für das Abhören von Datenleitungen. Weil viele Glasfaser-Verbindungen von Deutschland nach Nordamerika über England laufen, hat das GCHQ sozusagen einen Logenplatz an diesen Leitungen. Hier der Wikipedia-Eintrag: https://en.wikipedia.org/wiki/Government_Communications_Headquarters

Martina Grüter ist Medizinerin und befasst sich seit 2001 der angeborenen Prosopagnosie, einem erblichen Defizit in der Gesichtserkennung und Verarbeitung. Das Thema hat ihr gezeigt, wie vielschichtig die Verarbeitung von Informationen im Gehirn sind und wie wenige Erkenntnisse wirklich gesichert sind. Worte und Sprachen haben sie von jeher fasziniert.

27 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. “Damit würden Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung oder kriminelle Geschäfte aller Art fast unmöglich, denn …”

    Wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, so daß der verabscheuungswürdige und bewußtseinsbetäubende Geschäftssinn in “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei” keine Macht mehr hat, könnte PRINZIPIELL alles wirklich-wahrhaftig, bzw. eindeutig-zweifelsfrei MENSCHENWÜRDIG OHNE Steuern zahlen, usw., geregelt werden, all so auf der Basis eines UNKORRUMPIERBAREN MENSCHENRECHTS auf KOSTENLOSE Nahrung, MIETFREIEM Wohnen und KASSEN- wie KLASSENLOSER Gesundheit, so daß Kriminalität und Schwarzarbeit tatsächlich auch absurd und krankhaft-asozial werden!

    Unser LEBENSABDRUCK ist immernoch der symptomatisch-zeitgeistliche Kreislauf des GEISTIGEN STILLSTANDES seit der “Vertreibung aus dem Paradies” (unser erster und bisher einzige GEISTIGE Evolutionssprung).

    • Stillstand im richtigen Moment wäre dagegen ein Seegen.

      Aber gibt es diesen “richtigen Moiment” überhaupt ganz objektiv?

      • Bisher ist noch jede Revolution für Freiheit und … zur spalterischen Reform des Zeitgeistes verkommen – Die Absetzung eines Königs hat bisher nur noch viel mehr “Könige” der Abgaben und Geschäfte produziert 🙁

  2. Eine Schattenwirtschaft kann auch ganz ohne Geld funktionieren, indem man mit Naturalien bezahlt, oder Gefälligkeiten austauscht, oder wertvolle Substanzen als Geldersatz verwendet.

  3. Es gibt eigentlich nur zwei echte Probleme. Nämlich die Probleme Hunger und Kälte. Alle anderen Probleme sind Folgeprobleme oder sind auf Selbstzerstörung zurückzuführen. Es ist sinnvoll, in ein klimatisch günstiges Gebiet auszuwandern. Man sollte dann nicht in einem teuren Haus wohnen, sondern in einem Gartenhäuschen (mit Mini-Kläranlage und neuartigem Stromerzeuger). Zudem müssen im Verkehr mehr Roller sowie Busse und Bahnen zum Einsatz kommen. Es ist sinnvoll, sich teilweise von Wildfrüchten zu ernähren. Zudem sollte man für einen Teil der Nahrungsmittel einen natürlichen Ersatz finden. Z. B. Sonnenlicht in Verbindung mit Sonnenwärme. Weitere Erfolge können erzielt werden durch Beschäftigung mit Mystik (z. B. Nahtoderfahrungen) und Geistheilung (z. B. Traumdeutung).

    • Das wirklich wohl nur ein Wunschtraum von Regierungen und Banken. Mit Bitcoins lässt sich sogar im Internet anonym bezahlen. Naja, vielleicht nicht ganz anonym, aber die Nachverfolgung einer Bitcoin-Transaktion ist immerhin schwierig.

  4. Wenn alles Geld auf den Behörden bekannten Kontos ist, sind Negativzinsen, Geldentwertungen, Sondersteuern mit einem Knopfdruck ausführbar. Dann kann niemand mehr seiin Geld ins Ausland schaffen.
    Im Ernst: Wenn die Abschaffung des Bargelds dazu dient, die Macht des Staates auszudehnen und den gemeinen Bürger bei Bedarf enteignen zu können, dann ist das der wohl schwerste Eingriff in das Eigentum.

    Spionage, und Überwachung des Internets sind dagegen schon älter und ein öffentliches Medium steht eben jedem zur Verfügung auch jenen, die die Daten für was weiss ich nutzen. Vielen ist das bewusst, weswegen sie in ihren Internet- und Facebookauftritten ein Bild von sich aufsetzen, das geschönt ist oder ihrem idealen Selbstbild entspricht.
    Hier gibt es auch eigenartige Eitelkeiten. Man kann sich vorstellen wie dieUnterschrift unter dem letzten Spiegel NSA hörte Spiegel ab den FAZ-Chef die Frage stellen liess: “Warum nicht die FAZ, die ist doch auch wichtig.”

    • Im Ernst: Wenn die Abschaffung des Bargelds dazu dient, die Macht des Staates auszudehnen und den gemeinen Bürger bei Bedarf enteignen zu können, dann ist das der wohl schwerste Eingriff in das Eigentum.

      Ja, das sehe ich auch so. Geld wäre kein Eigentum mehr, das man nach Hause tragen kann. Es wäre eine Zahl auf einem Konto. Diese Zahl ist den Menschen nur mehr auf Widerruf zugeordnet, und staatliche Stellen haben einen ungehemmten Zugriff darauf. Es ist schon abzusehen, dass erfinderische Zeitgenossen alles versuchen werden, um dieser Enteignung zu entgehen.

      • In Griechenland sehen wir aktuell, was passiert, wenn ein Zugriff auf das eigene Konto nicht mehr möglich ist.

      • “Diese Zahl ist den Menschen nur mehr auf Widerruf zugeordnet, und staatliche Stellen haben einen ungehemmten Zugriff darauf.”

        Die Geister die ihr riefet und ruft – eine konfusionierte Welt- und “Werteordnung”!!!

        “Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.” – wenn man bedenkt das der Staat / der Kaiser wir alle sind, dann …!? 😉

        Wenn man allerdings den Staat / den Kaiser eindeutig-zweifelsfrei und wirklich-wahrhaftig gestaltet, so daß Möglichkeiten in geistig-heilendem Selbst- und Massenbewußtsein …, anstatt einer Hierarchie in teils LOGISCH brutal-egoisierendem “Individualbewußtsein” …, dann wird der “Widerruf” sicher erst am Ende eines Lebens zur Generationen-Gerechtigkeit!?

        • Bist du schmerzfrei und intellektuell fähig genug, mir die Implikationen dieses “geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstseins” zu erklären?

          Dieses Selbst- und Massenbewusstsein erscheint mir irgendwie unvereinbar Doppelbödig und sich selbstaufhebend. Daher irgendwie nicht so recht mit “Heilung” zu assoziieren.

          • Ja, dieses Selbst- und Massenbewußtsein ist absolut nicht vereinbar, mit dem “hochgeistigen Glauben” an “gesundes” Konkurrenzdenken in Funktionalität von “Individualbewußtsein” und “freiheitlichem” Wettbewerb um … 😉

    • “Wenn die Abschaffung des Bargelds dazu dient, die Macht des Staates auszudehnen und den gemeinen Bürger bei Bedarf enteignen zu können, dann ist das der wohl schwerste Eingriff in das Eigentum.”

      Genau das habe ich mir auch schon gedacht, und nicht nur ich. Jetzt ist mir der Gedanke gekommen, dass die materielle Geldmenge von der elektronischen schon so übertroffen wird, dass die Verfügung über materielles Geld vielleicht auch schon nur noch eine Illusion ist. Die Realwirtschaft wird zum “vernachläsigbaren” Fortsatz der elektronischen Geldwirtschaft. Diese lebt aber von dem wahrhaftigen Glauben, dass die bunte bedruckten Papierchen und glänzenden Metallscheibchen einen “Wert” haben. Wenn die weg sind, wem soll man vertrauen?

      Ich wundere mich, dass das Bofinger vertritt, also ein relativ “linker” Wirtschaftswissenschaftler. Selbstverständlich eröffnen sich bei elektronischem Geld für alle Transaktionen auch gleich vielmehr Möglichkeiten zum Betrug, z.B. durch minimale Überaufrundungen von Beträgen, die in der Summe dann Gewinn bringen.

      • 1) Bargeld kann trotz dem Überwiegen von “Transaktionsgeld” wichtig werden wie sich in Griechenland zeigt, wo die Menschen Bargeld unter der Matraze lagern. Die Matraze ist nämlich jetzt ein sicherer Ort als die Bank, denn die Bank kann schliessen.
        2) Zitat: “Ich wundere mich, dass das Bofinger vertritt, also ein relativ “linker” Wirtschaftswissenschaftler”
        Viele Sozialdemokraten sind staatsgläubig. (etatistisch), denn die Sozialdemokratie glaubt ja, den Staat erobert zu haben. Nur der Staat kann für Gerechtigkeit sorgen und Gerechtigkeit bedeutet, Handeln im übergeordneten Interesse und nicht im Interesse des Kapitals. Deshalb ist das was der Staat tut für viele Sozialdemokraten prinizipiell gut und wenn es nicht gut ist, ist es mindestens notwendig.

      • @ Herr Stefan :

        Zum zweiten Absatz Ihrer Nachricht:
        Geld ist Vertrauen gegenüber einem Staat oder gegenüber einem Staatenverbund, der oder die eine Währung, die heutzutage nicht mehr materiell abgesichert ist, beispielsweise über das Hinterlegen von Goldbeständen, in der SciFi gibt es insofern auch Währungen, die (semantisch korrekt) Credits genannt werden, verwalten.
        Praktisch verwaltet wird dann Geld oder präziser: der Geldbestand von staatlichen Zentralbanken oder supranationalen Banken wie bspw. der EZB.

        Es ist in praxi oft egal (außer eben wie Herr Holzherr anzumerken wusste: ‘Die Matra[t]ze ist nämlich jetzt ein sicherer Ort als die Bank’), ob Geld materiell vorliegt oder “elektronisch”, also als Forderung gegenüber einem Debitor, oft gegenüber einer Bank, die wiederum mit der Zentralbank interagiert, Geld kann sich auch “elektronisch” nicht vermehren, wohl aber Kreditoren-Debitoren-Verhältnisse und dbzgl. Forderungen.

        Vielleicht interessierte Sie dieser Punkt.

        MFG
        Dr. W

  5. Die Vorratsdatenspeicherung ist ein Nebenkriegsschauplatz , sehr guter Hinweis.

    Bofinger überrascht , der Mann ist sonst recht vernünftig.

    Bargeld abschaffen , dumm sind sie nicht , die Feinde der Freiheit , gehts nicht mit Gewehrläufen , machen wirs digital. Kein Grund zur Panik aber , dahinter steht der alte Versuch , den letztlich irgendwann alle Herrschaftsstrukturen begehen , die Für-Immer – Absicherung der eigenen Macht.
    Bisher ging der Schuß nach hinten los , immer , es spricht nichts dafür , daß sich das ändern wird.

    • Du irrst, das sind die Spitzen der Dummheit im geistigen Stillstand!

      “Nicht Mangel an Geist, sondern ein Geist*, der sich ununterbrochen selbst gegenwärtig ist, eine Ausgeglichenheit gegen die nichts und niemand ankommt. Die Menschen reden, die Karawane zieht vorüber: Die Dummheit erkennt man an jenem ruhigen Fortschreiten eines Wesens, das Worte von aussen weder ablenken noch berühren können. Sie ist nicht das Gegenteil der Intelligenz, sondern jene Form der Intellektualität, die alles auf ihr eigenes Maß zurechtstutzt und jeden Anfang in einem vertrauten Vorgang auflöst. Der Dummheit ist nichts menschliches jemals fremd; die macht – über die Lächerlichkeit hinaus – ihre unerschütterliche Kraft und ihre mögliche Grausamkeit aus.” (Alain Finkielkraut) *Zeitgeist / Bewußtsein

      “Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.” Marie von Ebner-Eschenbach)

      • “Die glücklichsten Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit”

        Trifft den Nagel auf den Kopf . Dennoch macht es Sinn , die Fähigkeit zur Strategie anzuerkennen , gerade wenn Einem die Inhalte gruselig vorkommen. Inhaltliche Dummheit kann strategisch sehr geschickt auftreten.

  6. Wir haben alle einen digitalen Lebensabdruck.

    Hierzu vielleicht einen noch, Frau Grüter, auch vor dem Hintergrund sogenannter Gesundheitstracker, die auch Herzschrittmacher meinen können, vor dem Hintergrund möglicher Abschaffung von Bargeld (“Bofinger”, ein von den bundesdeutschen Gewerkschaften bestellter sog. Wirtschaftsweiser, im Linken, im aufklärerisch Linken konnte der Schreiber dieser Zeilen bei jener Personalie nie etwas Aufklärerisches entdecken) und vor dem Hintergrund bestimmter zunehmender Aktivität sogenannter Dienste, staatsnaher Dienste, wird hier gerne aus informationswissenschaftlicher Sicht angemerkt, dass “Google & Co” ebenfalls, Hand in Hand gehend mit anderen, versuchen Entitäten festzustellen und diese in der Folge wirtschaftlich zu bearbeiten, Entitätsbeziehungen festzustellen und so weiter, und so fort.

    Die “Entität” sind Sie.

    MFG
    Dr. W

    • Nein, sie ist nicht “die” Entität, nach der gesucht wird. Sie ist einfach nicht mehr die Alterszielgruppe. Wenn auch deswegen nicht mehr, weil sie schon “gefunden” wurde.

      Wenn ich so frei sein darf, die Bedeutung “Entität” in diesem Zusammenhang zu erklären?

      Die Suche interessiert sich für Identitäten in der Masse – mit besonderen Eigenschaften. Sozusagen “widerauferstandene” oder “reinkarnierte” Identitäten (um bei der traditionellen Vision zu bleiben). Dabei mögen sie ideologisch (und darin intendiert) unerwünscht sein.

      Die finden sich üblicherweise notwendigerweise in der jüngeren Generation. Im Alter “fährt” ziemlich selten noch was “in sie” hinein, was sie vielleicht gesellschaftlich unerwünscht antreibt und auch noch ernsthafte Folgen für die Gesellschaft(en) hat.

      Diese Suche gleicht sich in etwa mit dem, was die Wirtschaftsstrategen so intendieren, wenn sie ihre “Zielgruppe” suchen. In “dieser” Suche geht es primär aber nicht um Geld und Produktabsatz.

      Als Beispiel taugte sie aber natürlich durchaus – einfach auch, weil es mit Digitaltechnologie keinen Aufwand macht, diese “Nicht-Entitäten” mit zu listen und weil sie ja Teil der zu findenden Entität ist und daher bei der Suche behilflich sein könnte (siehe Entitätsbeziehungen).

      • @ demolog :

        Google sucht tatsächlich nach einem ‘digitalen Lebensabdruck’ (Frau Grüter), um Personenidentifikation inkl. Interessenidentifikation zu versuchen, bildet dbzgl. Entitäten, um in der Folge dann entitäts- oder personenspezifisch zu bewerben, gezielt sogenannte Google-Ads einzuspielen.

        Auch Ältere werden so beworben, wobei die Zielgruppentheorie des Marketings grundsätzlich schon so funktioniert, wie von Ihnen beschrieben.

        MFG
        Dr. W (der sich schon vorab fast gedacht hat, dass das besondere Eingehen auf Kommentatoren in Zensurierung enden könnte, no prob here)

  7. Hallo,

    ich benutze schon jetzt kaum noch Bargeld und zahle selbst winzige Beträge mit Karte. Da Bargeld genauso virtuell ist wie Buchgeld ist mir die Abschaffung eigentlich egal. Nur für Geldgeschenke wird etwas schlecht und für Kleinbetriebe die keine Karten aktzeptieren.

    LG
    Marco

  8. Eine dringende Bitte an alle: Keine öffentliche Unterhaltung über andere Kommentatoren. Das ist nicht sehr nett, weil der Betroffene und alle anderen mitlesen können. Wenn sich zwei User direkte Mails schreiben wollen, gebe ich gerne die jeweiligen Mailadressen weiter. Bitte einfach benachrichtigen.

  9. Hier wird meist von einem Zugriff des “Staates” ausgegangen. Man sollte davon ausgehen, dass das Staatsvolk auch der Staat ist. Das ich als Mitglied dieses Volkes mitbestimme, erscheint mir unfassbar, unglaublich, verlogen. Also scheinen es andere Mächte zu sein, welche hier das sagen haben.
    Es mag in den USA so zu sein, dass der Staat absoluten Datenzugriff hat. In Deutschland halte ich dies derzeitig noch für nicht zutreffend. Aber in Prinzip ist es mir …egal, wer mir digital das Vermögen und/oder meine Identität entzieht, der Staat oder die Bank.
    Noch kann man sich durch Bargeldzahlungen (welche vorher auch vom digitalen Konto ausgezahlt werden) der absoluten Konsumentenkontrolle entziehen, dann nicht mehr.

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