Seminar: Schreiber und Schrift im alten Israel

BLOG: Archäologische Spatenstiche

Anregungen zur Umwelt der Bibel
Archäologische Spatenstiche

Ankündigung Seminar für Biblische Archäologie im Chr. Gästezentrum Württemberg (Schönblick) bei Schwäbisch Gmünd vom 25.-27. November 2011

SCHREIBER UND SCHRIFT IM ALTEN ISRAEL und die Entstehung der biblischen Texte

Hauptreferenten:

Professor Dr. André Lemaire (Sorbonne Univ.) "Gab es Schreiberschulen während der israelitischen Königszeit?"
"König David und die Tel Dan- und Mescha-Stelen"

Professor Dr. Alan Millard (Liverpool University) "Schrifttradition und die Entstehung der Evangelien"
"Was in Kanaan und Israel geschrieben wurde: von Graffiti zur Literatur"

Weitere Referate:

Viktor Golinets MA (Uni Basel)
"Das Ch. Qeijafa Ostrakon: Verschiedene Theorien"

PD Dr. Martin Heide (Uni Marburg)
"Der Alltag des Schreibers"

Akad. Dir. Dr. Reinhard G. Lehmann (Uni Mainz) "Hörst du was du liest? Epigraphische Beobachtungen zur mündlichen Überlieferung"

Dr. Peter van der Veen (Uni Mainz/ABA)
"Einleitungsvortrag zum Thema der Tagung"

Richard Wiskin u.a.
"Die Ausgrabungen in Chirbet Qeijafa"

Prof. Dr. Wolfgang Zwickel (Uni Mainz)
"Die Entstehung der hebräischen und phönizischen Sprache"

Warum ist Schrifttradition so wichtig? Glaubt man dem Selbstzeugnis des Alten Testaments, so waren Männer wie Mose, Josua, oder Samuel Verfasser biblischer Texte. In den Königsbücher wird wiederholt auf Quellen für historische Ereignisse und Zusammenhänge hingewiesen. Nicht nur das alte Israel, auch die Jünger Jesu, besaßen eine ernstzunehmende Schriftkultur.

Bekanntlich wird die Vorstellung, dass es sich bei den biblischen Texten um frühe Quellen handelt, oft aufgrund theologischer Argumente zurückgewiesen. Daneben spielen aber auch Fragen der Schrifttradition, etwa aufgrund der geringen Anzahl archäologisch überlieferter Texte aus dem vorexilischen Israel eine Rolle. Obwohl zunehmend mehr Inschriften, Ostraka, Siegel und Tonbullen aus der späteren Königszeit bekannt werden, scheinen Dokumente aus der Zeit Davids und Salomos und der Zeit davor nach wie vor rar zu sein. Aber solche Dokumente existieren!

Was kann Archäologie heute zum Themenkreis "Schrifttradition" beitragen? Müssen am Ende lange gehegte Vorstellungen aufgrund neuerer Erkenntnisse korrigiert werden? Zu diesem Kernthema der Tagung konnten ausgewiesene Fachleute gewonnen werden. Ein Muss für jeden der an der Entstehunggeschichte der Bibel interessiert ist.

Flyer der Veranstaltung zum Herunterladen (PDF, 5,6 MB)

Tagungsgebühr: 40 EUR (für Studenten 20 EUR) Einzelzimmer und Doppelzimmer sind erhältlich. Für unser Online-Flyer und für Anmeldungen:

Dr. P. G. van der Veen
Reinhardstr. 31
73614 Schorndorf
Tel. 07181-989118
Email: van_der_Veen@gmx.de

Veröffentlicht von

Peter van der Veen hegt seit seiner Jugend großes Interesse an der Geschichte und Archäologie der Bibel. Er ist Leiter einer deutschen Arbeitsgruppe für Biblische Archäologie und arbeitet seit seiner Promotion über antike Beamtensiegel (Uni Bristol, 2005) an mehreren Forschungsprojekten zur Archäologie des alten Israel.

2 Kommentare

  1. Ein ganz spannendes Thema!

    Vielen Dank für den Hinweis, Peter! Ich wünschte ja so sehr, dass die Zeit schon gekommen wäre, die Alphabet-Hirnforschungs-These des Neurologen Prof. Detlef Linke (1945 – 2005) einmal interdisziplinär zu diskutieren…
    https://scilogs.spektrum.de/…abete-die-linkesche-these

    Mir gelang es seinerzeit als Religionswissenschaftler zumindest nicht, sie zu widerlegen und die Meinung von Spezialisten hätte mich enorm interessiert…

  2. Ein ganz spannendes Thema!

    Hallo Michael,
    Faszinierendes Thema. Ich befürchte nur dass unsere Referenten dazu wenig sagen können 🙂
    Liebe Grüsse
    Peter

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