Neues vom Nichts (in eigener Sache)

BLOG: Anatomisches Allerlei

Kopflose Fußnoten von Helmut Wicht
Anatomisches Allerlei

Oha.

Was für ein herrliches, tiefes, dunkles, bodenloses Fass. Man kann fallen, fallen, fallen; ohne die Furcht, je irgendwo aufzuschlagen, nirgendwo ein Boden der Tatsachen, nur droben, beim offenen Deckel des Fasses, ein müder Schein der normativen Kraft des Faktischen, verblassend, während man fällt, fällt, fällt, der Grundlosigkeit entgegen…

"Wicht", hab’ ich mir gesagt (denn so heisse ich), "Wicht, kümmer’ Dich erstmal um die Etymologie des ‘Nichts’, denn Worte sind wichtig!"  In den Abgründen meiner Seele schlummert nämlich ein Realist (im Sinne des Universalienstreites). Und – hätt’ ich es wissen sollen? Treibt ein kichernder Gott der Etymologie ein Spielchen mit mir? Ist es ein Witz oder ein Wink? ICH BIN DIE WURZEL DES NICHTS! Denn das Wort ‘nicht" ist, wie mich die Gebrüder Grimm lehren, aus althochdeutsch "nêowiht" abgeleitet. "Wi(c)ht" aber ist "irgendein Wesen, ein kleines Ding", " nêowiht" ist die Verneinung: "noch nicht mal irgendeine Winzigkeit".

Es wird Zeit, eine nicht-existente grammatikalische Form, den sogenannten "Erikativ" oder "Inflexiv", zum Einsatz zu bringen:
ÄCHZ!

Also: dieser alberne Etymologiegott gibt mir den Namen eines kleinen Etwas, und jedesmal wenn ich "nichts" sage (was ich oft tue), negiere ich mich selbst. Ad hominem, zumindest ad nominem – was den Begriffrealisten, der, wie gesagt, tief in mir schlummert, aufwachen lässt.

"Was", so fragt er, "geht denn hier vor sich? In welchen Sumpf tappen wir denn da wieder hinein?  Sind wir Wichts? Sind wir Nichts? Sind wir Ichts?" (Noch Luther kannte das Wort "Ichts", aus demselben Stamm wie "Wicht", als Synonym für "(irgend)etwas").

Nochmal ächz.

Ich kann nichts dafür. Das Nichts und das Ichts, das Nichts und das Sein haben mich stigmatisiert, als sie mich meinem Vater, dessen Namen ich trage, in die Wiege legten. Goethe sagt: "Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb’ es, um es zu besitzen!"

Das kann ja heiter werden…ich lese, lese, lese. Sartre. Rosenzweig. Noch schrecke ich vor Hegel und Heidegger zurück. Aber auch da trau’ ich mich noch ‘ran. I’m a man with a name, I’m a man with a mission: "Wicht. Nicht."

Veröffentlicht von

Gedankenfragmente von Helmut Wicht, Dozent an der Frankfurter Universität, über Neurobiologie, Anatomie, Philosophie, Gott und die Welt. Seine eigentliche Expertise bezieht sich auf die (Human-)anatomie und die vergleichende Anatomie des Nervensystems.

53 Kommentare

  1. Abgründe des Nichts …

    Herrlich wie viel man über „Nichts“ schreiben kann, Sie sind doch wirklich ein begnadeter Feulletonist.

    Ich will aber zu der Thematik nichts weiter sagen, mir fiel nur eine Bemerkung über „Abgründe, die in Ihrer Seele schlummern“, auf, nämlich Ihr Bekenntnis, Sie seien ein Realist (im Sinne des Universalienstreites).

    Das erinnert mich an die schöne Diskussion anlässlich Singers Vortrag im März. Damals haben Sie gesagt, dass alles „seinem Wesen nach Vorstellung sei“, und argumentiert „ … wenn ich mir die Welt so betrachte, hat sie nur einen kleinsten gemeinsamen Nenner: sie ist “mental”.

    Verstanden habe ich das damals schon nicht, aber wenn Sie sich heute als „Realisten“ bezeichnen, steht das ernsthaft im Widerspruch dazu, denn bei der Debatte über die Universalien ging es ja gerade darum, dass Vorstellungen, Ideen real existieren.

    Schöne Grüße
    Wolf Hardt

  2. Universalienstreit

    Wenn ich es recht in Erinnerung habe, waren die “Realisten” jene, die behaupteten, dass den allgemeinen BEGRIFFEN (“Universalia”) ebensoviel, wenn nicht gar mehr Wirklichkeit zukäme, als den Dingen, die unter ihnen begriffen sind. (Schlachtruf: “Universalia sunt realia”, daher der “Realist”, den man heute – noch ein terminologischer Treppenwitz – allerdings wohl eher einen “Idealisten” nennen würde).

    Die “Nominalisten” hingegen (Schlachtruf: “Universalia sunt nomina”) glaubten, dass die Begriffe keine eigene “Wirklichkeit” enthielten, sie seien halt nur Namen.

    Man korrigiere mich, wenn ich das falsch wiedergegeben haben sollte. Aber auf dem Hintergrund seh’ ich den Widerspruch in meinen Aussagen nicht SO deutlich hervortreten, zumal ich den “Realisten” ja auch schlummern liess. Der “Ídealist” haust noch (das mag sich ändern…) in den wacheren Stockwerken, er ist sich mit dem halbschlafenden “Realisten” aber darin einig, dass die Substanz der Welt nichts “Dingliches, Materielles” sondern etwas abstrakteres, mentales ist. Nur würde der Idealist das eben “Vorstellung” nennen, denn auch ihm (vide Schopenhauer) sind die “Universalia” (Bgriffe) abgeleitete Entitäten, die ihre Wirklichkeit von den Vorstellungen nur geliehen haben.

    Und ansonsten freut es mich, dass Sie meine Ausführungen goutieren. Und, ganz im Ernst: so VÖLLIG unverbindlich und feuilletonistisch ist es nun auch wieder nicht gemeint (obwohl mich gerade dieses Lob sehr freut). Ich versuch’ wirklich – mit den Mitteln die mir zur Verfügung stehen – in etwas einzudringen, was ich für einen Kernbereich des Menschseins halte. Es geht mich irgendwie an, so wie mein Name mich ja auch angeht.

    Wirklich: das ist ein seltsamer Witz. Als ich anfing, mich für das Nichts zu interessieren, dachte ich, ich sei nur ein “Zwerg”. Nun bin ich ein Etwas, ein Seiendes und der Quell von dessen Negation.

    Das ist ‘ne Karriere, oder?

  3. @ Wald – Pudding

    Ich glaub’, sie “haben mich genagelt” und zugleich recht.

    Ich versuch’ wirklich einen Pudding zu nageln, ach was, gleich zweie: einen schokoladenschwarzen (das Nichts) und einen vanillehellen (das Sein). Und zum Puddingnageln, so scheint mir, braucht man flüssige Nägel, luftige Hämmer und Wände aus Licht.

    Derlei Werkzeug ist bei den neuzeitlichen Philosophen leider in Verruf geraten, ja, das Puddingnageln selbst gilt ihnen als unseriöse Betätigung, weil’s halt – selbst wenn der Pudding mal hängt – nur schwer nachzumachen ist (Mangel an Reproduzierbarkeit), weil’s keine Möglichkeit gibt, festzustellen, ob der Pudding richtig hängt (Mangel an Falsifizierbarkeit), weil keine vorhersagbare Nutzanwendung des genagelten Puddings erkennbar ist (Mangel an Technisierbarkeit) und weil der Pudding immer wieder runterfällt und irgendwie neu genagelt werden muss (Mangel an Erkenntnisgewinn).

    Kurzum, das Puddingnageln trägt alle Merkmale der menschlichen Existenz an sich, denn auch jene ist nicht falsifizierbar (man IST halt), reproduzierbar (man IST einmalig), technisierbar (“stets Zweck, nie Mittel”, der Herr aus Königsberg)und völlig erkenntnisfrei und ohne Lerneffekt(WOZU eigentlich??). Life sucks and in the end you die. That’s it.

    Leute – nagelt Pudding, wenn ihr irgendwas über Euch selbst erfahren wollt!

  4. Klartext

    Lassen wir den leidigen Universalienstreit und die alten -ismen mal beiseite. Sie sagen, “dass die Substanz der Welt nichts Dingliches, Materielles sondern etwas abstrakteres, mentales ist. Nur würde der Idealist das eben Vorstellung nennen”.

    Das heisst im Klartext doch: unser Universum existiert für Sie nicht materiell sondern nur mental – richtig?

  5. @ Struck – Klartext und Unklartext

    “Das heisst im Klartext doch: unser Universum existiert für Sie nicht materiell sondern nur mental – richtig?”

    (Klartext:)

    Ja.

    (Rest ist Unklartext und Suche:)

    Noch.

    Denn – glauben Sie mir – ich bin kurz davor, jede Substantialität zu leugnen. Da ist Nichts. Keine Materie. Kein Geist. Die Substanz der Welt ist: Relation, Bezogensein. Aber die Relata, auf die die Relation verweist sind ihrerseits: Nichts. “Sunyata”, schönes buddhistisches Wort, hier im Blog gelernt – danke!

    Ich hab’ einen an der Waffel, ich geb’s ja zu. Ich hab’ noch nicht mal einen Grund, “Ich” zu sagen, denn ich hab’ Schopenhauer und Metzinger gelesen (wobei sich weisen werden wird, ob letzterer es verdient, in einem Satz mit ersterem genannt zu werden…).

    Wen dieses Konglomerat, das sich “Ich” nennt, bewundert, wem es zustrebt?

    Dem Mephisto, der einsah, dass das Nichts dem Sein vorzuziehen sei. Und seinem Herrn, dem Pfuscher, dem Demiurgen, dessen unbarmherziger Kritiker der Mephisto ist. Und dem Herrn dieses Herrn, den kein Leid, keine Freude, kein Pfusch und kein Gelungenes rührt. Dem Idioten also, dem die Idiotie der Welt zu verdanken ist.

    Sie ist widerwärtig.
    Ich bin mir widerwärtig.
    Und der Gott, den ich suche, ist es mir auch. Und ich, der ich sein Geschöpf sein möchte, bin es mir erst recht, bin mein eigener, mir widerwärtiger Gott.
    Ich bin noch nicht einmal.
    Ich bin nicht.
    Ich bin.
    Bin.

    Bin?
    Bin er?
    Binär?
    Null – Eins?
    Nichts – Etwas?
    Interessant…

    “Haben Sie denn nicht begriffen?”, würde Friedrich Nietzsche hier fragen, “haben Sie denn nicht begriffen, dass hier auf einem nicht vorhandenen Seil getanzt wird?”

    Oaaoohhwoahhauuuuuu…(Sturz)

    Kein Pferd, kein Kutscher, weit und breit.

    Mist.

    Noch nichtmal den Wahnsinn kann man heutzutag’ gescheit inszenieren.

  6. @ Armand

    Da seh’n Sie mal, wie rasch sich die Leere füllt, mit Dingen, die nicht sind. Mit possierlichen Gestalten, wie Puddingnaglern, aber auch mit Monstren und Allverschlingern.

    Ich glaub’, ich muss mal den kamenin fragen, wie das mit dem “Nichts” (dem Vakkuum) in der Physik so steht.

    Mach ich jetzt gleich.

    Grüße
    Helmut Wicht

  7. @ Wicht

    “… ich hab’ Schopenhauer und Metzinger gelesen (wobei sich weisen werden wird, ob letzterer es verdient, in einem Satz mit ersterem genannt zu werden…).”

    … bestimmt nicht. Metzinger ist doch ein Möchtegern-Philosoph, ein Second-Hand-Denker, was schon daraus hervorgeht, dass er einen dickleibigen Wälzer mit Meinungen aller möglichen (und unmöglichen) Philosophen herausgegeben aber bislang keine eigene Meinung über das Phänomen Bewusstsein hat.

  8. Welt-Anschauungen @ Wicht

    Ihr Beitrag über das Nichts, vordergründig so nett und locker geschrieben, aber letztlich wohl doch aus einer persönlich-negativen, pessimistischen Stimmung entstanden, gab schon zu denken. Ihr weltanschaulicher Kommentar von gestern abend gibt die Erklärung: Sie sind Schopenhauer-geschädigt. Der große Meister selbst litt, obwohl er so großartige Dinge geschrieben hat, mindestens die Hälfte seines Lebens unter – wie man heute sagt – kognitiven Depressionen. Sein Lebensschema war immer bestimmt durch finanzielle Sorglosigkeit und emotionale Hilflosigkeit.
    Zitat aus Wikipedia/Depression: “Durch Benutzung dysfunktionaler Schemata kommt es zu kognitiven Verzerrungen der Realität, die im Falle der depressiven Person zu pessimistischen Sichtweisen von sich selbst, der Welt und der Zukunft führen (negative Triade).”
    Die Jammertal- und Idioten-Mentalität ist Schopenhauers persönliche Sache, sie erhebt ja keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Mir steht nicht zu, Ihnen Ratschläge zu erteilen, aber ich möchte doch sagen: Lassen Sie sich nicht anstecken.

  9. @ Wicht

    “Haben Sie denn nicht begriffen?”, würde Friedrich Nietzsche hier fragen, “haben Sie denn nicht begriffen, dass hier auf einem nicht vorhandenen Seil getanzt wird?”

    Eher würde er sagen: der Possenreißer ist über den Tänzer gesprungen und dieser hat das Gleichgewicht verloren. Und dann würde Nietzsche den lieben Helmut fragen, ob er gerne ein Grablied für seinen Gott anstimmen wolle.

  10. Ogottogott Herr Dr. Faust

    Nihilismus, Blödsinn, Wahnsinn, Gott und Teufel – da haben Sie jetzt aber echt viel Dramatik reingepackt.

    Andrerseits, solange jemand seine Verzweiflung noch so gelungen inszenieren und locker in schöne Worte kleiden kann, ist noch nicht alles verloren 🙂

    Ihren „Unklartext“, von dem Sie zu Anfang sprechen, sehe ich vor allem in Ihrer etwas verqueren Metaphysik, z.B. betreffend „Substanz“. Sie können natürlich, wie Sie es ausdrücken, „jede Substantialität leugnen“, das steht Ihnen frei. Aber Sie können sie nicht beseitigen, denn so etwas wie „Substanz“ existiert nun mal in der Welt. Dagegen gehören Relationen in eine andere Kategorie und können nicht, ebenso wenig wie z.B. Tatsachen oder Eigenschaften, für eine „Substanz“ stehen.

    „Les Er nit so viel – denk Er“ (Mephistopheles)

  11. @ Struck

    (ganz ernst, ohne Ironie, neugierig)
    Sagen Sie mir:
    Was ist die Substanz der Welt, was ist das, an dem das Akzidens haftet?

  12. Das Nichts

    ‘Das Nichts’ bezeichnet die Abwesenheit aller Existenz, ein absolutes Nicht-Sein. Der Gedanke ‘Nichts’ist aber etwas und macht damit den Begriff zum Ausdruck eines Widerspruchs in sich. Seine Bedeutung macht durch die eigene Existenz, nicht zuletzt auch des sie denkenden Bewußtseins, das angebliche absolute Nicht-Sein zunichte. Die Bedeutung des Begriffs ‘Nichts’ läßt sich nicht denken, sie führt sich selbst ad absurdum.

  13. @ F. Seibold – “Das Nichts”

    Das ist die parmenidische Denklinie. Sartre hat aber zu Recht gesagt (sinngemässes Zitat): wenn die Vernunft beim Nachdenken über das Nichts in Aporien gerät, beweist das nur, dass das Nichts ausserhalb ihres Geltungsbereiches liegt.

  14. @ Wald – Strings

    Schwingende Strings als Weltsubstanz?

    Da hat der Schopenhauerianer in mir grade drauf gewartet! WAS ist denn ein String? Ein Ding? Sicher nicht. Eher ein Etwas, ein Feld, von dem man (ich jedenfalls) nicht so recht weiss, ob es durch die mathematische Formel BESCHRIEBEN wird, oder ob es nicht vielmehr diese mathematische Formel IST.

    Mithin ein Abstraktum.

  15. @ alle – schon wieder in eigener Sache

    Mist.
    Da ist jetzt Schwung in der Sache, viele Diskutanden, neue Namen, neue Ideen – und da muss ich weit weg, nach Linz, meinen maladen Sohn im Krankenhaus besuchen. Der arme Kerl…

    Kein Netz, nirgends, Internet dort sowieso nicht, aber auch kein Netz, das uns Trapezartisten der Lebendigkeit sanfte auffangen würde…

  16. “meinen maladen Sohn im Krankenhaus besuchen”

    Das ist jetzt auf jeden Fall wichtiger. Deinem Sohn gute Besserung, Helmut.

  17. @ H. Wicht – “Das Nichts”

    >Sartre hat aber zu recht gesagt …

    Und weil das Nichts, wie gezeigt, (sinn)logisch zwingend ein Widerspruch in sich ist, es also dann außerhalb des Geltungsbereichs der Vernunft liegt, kann man eben nicht vernünftig darüber reden.

  18. @ M. Wald

    >”…die essentielle logisch unhaltbare >Unterscheidung zwischen Natur und Kultur.”

    HIER habe ich das nicht gesagt, aber der ontologische Dualismus ist allerdings sogar als Variation einer Münchhauseniade oder auch als Philosophischer Schildbürgerstreich darstellbar; s. jeweils darunter bei Google.

    >Warum haben Sie keinen blog?

    Werde mal darüber nachdenken.

  19. @ Seibold

    (Hab’ einen Metzanschluss gefunden!)

    ..und nun?
    Was ham’ Sie nun bewiesen?
    Was WOLLEN Sie beweisen?

    Ihre bislang vorgetragenen Argumente münden in der (bis zum Erbrechen) seit Parmenides vorgetragenen Konklusion, dass das Denken mit dem Sein identisch sei.

    Isses aber nicht, was schon daran ersichtlich ist, dass ich hier herumstolpere und das “Nil absolutum” (also die Abwesenheit alles Seins und aller Möglichkiet dazu) zu denken versuche, was mir zugegebenermassen logisch nicht gelingt.

    Dennoch bin ich schon einen halben Schritt hinter dem Seienden, wie übrigens jeder von uns, der wünscht und hofft und fürchtet: denn diese Intentionen beziehen sich auf Noch-Nicht-Seiendes resp. Micht-Seiend-Sollendes.

    Wickeln Sie mir mal das Negative aus dem Positiven heraus…

  20. @ Wald

    “Ihre Gedanken verursachen massive kognitive Störungen…”

    Das ist das dickste Kompliment, das Sie mir machen konnten. Danke!

  21. @ H. Wicht

    >..und nun?
    >Was ham’ Sie nun bewiesen?
    >Was WOLLEN Sie beweisen?

    Wenn man hier überhaupt von beweisen reden will, dann eben das, daß man vom Nichts nicht sinnvoll reden kann.

    >Ihre bislang vorgetragenen Argumente >münden in der (bis zum Erbrechen) seit >Parmenides vorgetragenen Konklusion, >dass das Denken mit dem Sein identisch >sei.

    Es geht um einen Widerspruch in sich, wir bewegen uns also ausschließlich im Denken. Mit Parmenides’ Identität von Denken und Sein hat das nichts zu tun.

    >Wickeln Sie mir mal das Negative aus >dem Positiven heraus…

    Das überlasse ich Philosophen, die sich über das Nichts groß auslassen, wie Sartre.

  22. mathematisches Nichts

    Im aktuellen P.M.Magazin findet sich ein Artikel über Rechen-/Zahlensysteme.
    Dabei die Hinweise:
    a) dass die Inka bereits die Idee des Nichts erdacht hatten.
    Auf ihren Quipu-Rechenschnüren waren, wie im Dezimalsystem, die Zahlen 1-9 als Einer/Zehner/Hunderter aufgeknotet. Ausgelassene Knoten standen für das Nichts (entspricht unserer Null).
    b) Die Maya hatten, je nach Anwendungszweck) bis zu 30 unterschiedliche Symbole für das Nichts(die Null).

  23. @ Wald

    …und ich denk’ die ganze Zeit: Was REDET der denn da? Ich hab’ Brillen für fern und nah, ich BIN doch gut akkommodiert, ich seh’ doch scharf. Asimilation? Bin ich eine grüne Pflanze? Treib’ ich Photosynthese?

    Aha!

    KOGNITIVE Akkomodation, kognitive Assimilation. Wiki – wieder was gelernt. Wie eng ist doch mein Begriffsraum.

    Was Ihre Frage angeht – keine Ahnung. Da ist, um in der Sprache der Philosophen zu bleiben (Searle, in diesem Fall) von Intentionen, genauer: von intentionalen Gehalten bei unterschiedlichen psychologischen Modi (Erkennen/Wollen) die Rede.

    Das ist was für’n Stephan Schleim.

  24. Waren wir ein ´Nichts´?

    Am Anfang seiner Entwicklung ist jeder Mensch ein ´Nichts´. Bis zur 20. Schwangerschaftswoche wird das Großhirn angelegt, so dass man Erfahrungen speichern kann; z.B.ab der 24. Woche kann man hören und ab der 30. Woche optische Reize wahrnehmen.

    Auch nach der Geburt ist das Baby/Kleinkind zunächst ein ´Nichts´ (es weiß weder, dass es geboren wurde, noch erkennt es sich selbst) – diese Phase geht bis zum 2. Lebensjahr; wo ein Kind sich erstmals in einem Spiegel selbst erkennt. => Ab dieser Zeit entwickelt jeder Mensch ein Konzept des Selbst, ein ´ICH´; welches die Grundlage unserer Individualität bildet.
    (siehe auch per Google: ´”frühkindliche Amnesie” Welzer´ => http://www.wz.nrw.de )

    Damit wäre bewiesen: Helmut Wicht war ´Nichts´. 🙂

  25. @ KRichrad – “Waren wir…?”

    So kann man’s machen, wenn man “Denken” und “Sein” in eines setzen will. Man fängt sich aber massive Probleme ein.

    Ich schlafe traumlos. Bin ich derweil “Nichts” oder “nicht”? Sie erschlagen mich (bitte mit kurzem gezieltem Hieb) in meinem traumlosen Schlaf. Haben sie “nichts” gemordet?

    Ich denke, dass Hannibal vor den Mauern Roms vorbeizog. Das denken sie auch, das denken alle. Er tat es ja auch. Wenn wir es jetzt alle vergessen und die Geschichtsbücher verbrennen – tat er es dann nicht? (Sartre würde, so glaub’ ich, diese Frage bejahen).

    Ist das Nicht-Gedachte wirklich “Nichts” oder nur einfach: das Nicht-Gedachte?

    Kann man Berkeleys “esse est percipi” dergestalt umkehren, dass man über “non-esse est ignorari” zu einer Defintion des “Nichts” gelangt?

    Wenn aber das “Nichts” das Noch-Nicht-Gewusste oder Schon-Wieder-Vergessene ist, dann landen wir, so glaub’ ich, bei Heidegger: die Zeit ist das Nichts.

    Da will ich aber nicht hin, weil ich aus verschiedenen Günden nicht der Ansicht bin, dass “die Zeit” ein subsistentes Etwas in der Welt ist (vom Raum glaube ich das schon eher).

    Das “Nichts” muss eine andere Wurzel haben, eine, die ausserhalb des “punktförmigen parmenidischen Kollaps” von Sein und Denken liegt.

  26. @ Herrn Wicht

    Ihre Antwort auf meine Bemerkung zu Ihren verqueren metaphysischen Statements ist bezeichnenderweise eine Frage „Was ist die Substanz der Welt, was ist das, an dem das Akzidens haftet?“ – Das sollten eigentlich SIE erklären, denn SIE gebrauchen doch so komische mittelalterliche Vokabeln. Man könnte meinen, Ihre Weltsicht sei noch bei Plato, Schopenhauer oder gar Berkeley angesiedelt, – kann doch nicht sein, oder?
    Na gut, res extensa, die stimmt eigentlich immer noch. Substanzen gibt’s natürlich auch immer noch: Tomatenmark, Bier, Kuchenteig etc. sind Substanzen, bei anderen Sachen wie Strahlung, Strom, Feldern etc. spricht man allgemein von physischen Entäten, zutreffend für die Grundlagen unseres heutigen physikalischen Weltbilds. Abstrakte Dinge, Formeln, Begriffe (wie „Relation“ z.B.) sind dagegen geistige Entitäten, die aus unseren Gehirnen stammen. Das muss man schon klar trennen.

    Aussagen wie „Da ist Nichts. Keine Materie. Kein Geist. Die Substanz der Welt ist: Relation, Bezogensein.“ sind für mich höherer Blösdinn. Über sowas will ich nicht diskutieren.

  27. @ Wicht: Ich schlafe traumlos

    Ihr Kommentar hat mir sehr gut gefallen, weil er genau mein Problem trifft.
    Der Satz ´Ich schlafe traumlos´ verdeutlicht dies exakt; denn wenn Sie traumlos schlafen, dann sind Sie schon Jemand. Sie haben eine eigene Identität, ein Selbst, ein ICH – oder wie immer man es nennt.

    Ein Mensch kann Erinnerungen/Wissen in seinem Gedächtnis speichern, sobald dieser Teil des Gehirns vorhanden ist (etwa ab 20. Schwangerschaftswoche). Eine eigene Identität entwickelt sich erst ab dem 2. Lebensjahr (z.B. sobald man sich im Spiegel erkennt).

    Selbst wenn Sie dann in der Nacht traumlos schlafen, sind Sie Jemand (wenn Sie älter als 2 jahre sind).
    Was gilt aber für den Zeitraum zwischen der 20. SSW und dem 2. Lebensjahr – Wer oder Was sind Sie in dieser Zeit? Denn man kann offensichtlich persönliche Erinnerungen im Gedächtnis speichern – aber man weiß noch nicht, dass man als Person existiert.
    Ich habe einen Menschen für diesen Zeitraum im vorherigen Beitrag als ´Nichts´ beschrieben. Gibt es vielleicht eine bessere Bezeichnung dafür, oder treibt man Philosophen in die Verzweiflung, wenn man nach einer Definition dafür fragt?

  28. @Wicht, Ergänzung

    Ich habe vorhin vergessen, zu schreiben:

    Ein 7 Monate alter Fetus kann schon denken; er erkennt die eigene Mutter an ihrer Sprache. D.h. er besitzt gespeichertes Wissen, kann dies mit neuen Erfahrungen vergleichen und Schlußfolgerungen ziehen = Denken.

    Deshalb ist ein Mensch zwischen der ca. 20. SSWoche und dem 2 Lebensjahr, welchen ich hier als ´Nichts´ bezeichnet habe, – eine Spiegelung Ihres Problems:
    Dieser Mensch ist ein ´Nichts´, das denken kann – und Sie sind ein Denker, der das ´Nichts´ verstehen will.

    Möglicherweise hilft es, eine Fragestellung von verschiedenen Seiten einzukreisen, um es zu verstehen.

  29. @ KRichard

    “Ihr Kommentar hat mir sehr gut gefallen, weil er genau mein Problem trifft.
    Der Satz ´Ich schlafe traumlos´ verdeutlicht dies exakt; denn wenn Sie traumlos schlafen, dann sind Sie schon Jemand. Sie haben eine eigene Identität, ein Selbst, ein ICH – oder wie immer man es nennt.”

    Eben kann ich Ihnen – trotz Ihres Nachtrages – nicht mehr folgen. Ausserdem kommen wir auf Abwege, wir fangen an, vom “Ich” und dem “Nichts” zu reden, wo ich eigentlich vom “Sein” und dem “Nichts” reden wollte.

    Aber sei’s drum, Probleme leben auch von ihren Verzweigungen.

    Wenn Sie die personale Identität (das “Ich”) an Bewusstseinsaktivitäten festmachen (was ich ja auch tun würde), dem Schlafendem, dem Fetus, dem Kleinkinde jedoch diejenigen Bewusstseinsaktivitäten abgehen, die das “Ich” konstitutieren – na, dann sind’s eben keine “Iche”. Töte man eines, hat man nur ein “Objekt” getötet.

    Wir kommen hier ganz in die Nähe einer theologisch/ethischen Debatte (Abtreíbung etc./der Prof. Singer aus “down under”): es ist, so will mir scheinen, zumindest in der ethischen Debatte nicht die Aktualität des “Ich-Seins”, des “Bewusstseins”, die zählt, sondern die Potenz dazu. (-> Hirntodkriterium etcpp.)

    Im übrigen will ich mit obigen Absätzen keinerlei Stellung in dieser heiklen Debatte beziehen…

  30. @ Struck

    “Aussagen wie „Da ist Nichts. Keine Materie. Kein Geist. Die Substanz der Welt ist: Relation, Bezogensein.“ sind für mich höherer Blösdinn. Über sowas will ich nicht diskutieren.”

    Schade.

    Dann muss ich Sie halt in der Wohlverwahrtheit ihres Mesokosmos, in dem sich Materieklümpchen nach Regeln von “physischen Entitäten” (“körperlichen Wesenheiten” – sorry, das ist die Übersetzung) zu Kuchenteig und Tomatenmark verdichten, zurücklassen, auf meiner Expedition nicht in die Gewissheit des dogmatischen Schlummers, sondern in die Fülle der Leere.

  31. @ Wicht: falsch erklärt oder verstanden

    Entweder habe ich meinen Beitrag falsch erklärt – oder sie haben mich falsch verstanden.

    Ich sehe Feten und Kleinkinder, desjenigen Alters, die ich in meinem Beitrag als ´Nichts´ bezeichnet habe keinesfalls als Objekte sondern eindeutig als Menschen -und ich will daher auch nicht in Richtung einer ethischen oder theologischen Debatte abgleiten.

    Mir geht es um etwas anderes. Dieser wichtige LebensZeitraum, in dem offensichtlich schon persönliche Erfahrungen gespeichert werden, aber noch keine ICH-Identität existiert – ist wissenschaftlich noch nicht definiert!
    (Zumindest kenne ich keinen Begriff dafür)=> daher auch meine Bezeichnung ´Nichts´ dafür.

    Sollte ich mich irren, wäre es schön, wenn ein Leser dieses Blogs eine korrigierende Information dazu schreiben würde.
    Irre ich mich aber nicht, dann sind wir genau beim Thema dieses Blogs, einem ´Nichts´.

  32. @ KRichard

    Ich verstehe schon eher, aber nun haben wir NOCH einen Begriff am Bein: “Mensch”.

    Anfangs verstand ich Sie so:

    Mensch zu sein, heisst u.a. im aktuellen Besitz einer “Ich”-Perspektive zu sein.

    Dann verstand ich Sie so:

    Mensch zu sein, heisst u.a. im aktuellen Besitz einer “Ich”-Perspektive zu sein oder die Potenz dazu zu besitzen.

    Jetzt verstehe ich sie so:

    Mensch zu sein, heisst u.a. im aktuellen Besitz einer “Ich”-Perspektive zu sein oder die Potenz dazu zu besitzen oder überhaupt (auch vorbewusste?) Erfahrungen machen zu können.

    Scheibchenweise, so denk’ ich, führt das dahin, wo ich mit einem terminologischen Sprung schon hinhopste – zum “Objekt” nämlich. Sie werden irgendwann den Begriff der “Bewusstheit” ganz aus ihrer Definition des Menschen streichen müssen. Sie sind ja mit “persönlichen Erfahrungen” die “vor der Ich-Identität” gemacht werden, schon kurz davor, oder, in anderen Worten: tief an den unbewussten Wurzeln der Bewusstheit. Im nächsten Schritt schmeissen wir dann die “Bewusstheit” ganz hinaus, denn ich könnte argumentieren (auf den Spuren Singers) dass unser genetisches Programm eine Art von ganz und gar bewusstlosem “evolutionärem Erbe” darstellt, das unser “Ich” später entscheidend mit prägt.

    Und wenn wir nun – in absteigender Reihe – das “Ich”, die Wachheit, die Potenz dazu, die Bewusstheit und die Unbewusstheit des Erfahrens – kurz: das Subjekt – aus der Definition von “Mensch” entfernen – dann bleibt halt ein Objekt unter Objekten, dessen genetisches Programm – in Ihrem Sinne – auch eine Art von “persönlicher Erfahrung” ist. Die “Erfahrung” von 2 Milliarden Jahren bewusstloser Evolutionsgeschichte, die zu genau DIESEM Wesen geführt hat. Objekt ist es dennoch.

    Solange es nicht zu Bewusstsein kommt…

    Ich will, glaub’ ich, nur sagen, dass man sich nicht ALLZUWEIT von der “1.-Person-Perspektive” entfernen darf, wenn man vom “Menschen” reden will. Natürlich wird er durch den unwiderbringlichen Verlust dieser Perspektive nicht zu “Nichts”, sondern bestenfalls zu einem “nicht-etwas”. Wo genau die Grenze zum “Nicht-Mehr/Noch nicht-Menschsein liegt”, das weiss ich nicht.

    Ich weiss nur, dass es vermintes Terrain ist. Schon die “Potenz” zur Bewusstheit ist kritisch. Wer sagt denn, dass dieser Apfel, den ich da gerade ass, nicht den Samen einer fern-zukünftigen Generation kluger, bewusstseinsbegabter Äpfel in sich trug, von denen einer dann einstens zu Eva gesagt haben würde: “Iss mich nicht, die Schlange lügt!”

  33. @ Wald

    “Das Nichts scheint laut Goethe Teufelswerk zu sein.”

    (Link auf schöne “Faust”-Interpretation)

    Dennoch wird man durch die Beschäftigung mit den Nichts nicht zum Satanisten. Und wiederum dennoch: Mephistopheles hat in seinem Werturteil über das “Sein” natürlich recht. “Drum besser wär’s, dass nichts bestünde.”

    MEPHISTO ist die tragische Figur in diesem Drama, vielleicht noch das Gretchen – Faust ist ein fader Positivistenheini, der immer nur noch eins will. Mephisto strebt einem (fast?) unmöglichen Ziel nach: dem Nichts. Sein satanischer Irrtum: dass er dazu zerstören müsse. Doch jede Zerstörung gebiert neues Sein, das Sein ist unkaputtbar (ich mag dieses alberne Wort…viel schöner als: “die Hypothese vom Sein ist nicht falsifizierbar”) und selbstheilend.

    Das Nichts liegt aber womöglich nicht vor, ausserhalb, jenseits der Welt. Es ist vielleicht schon immer drinne, man muss es nur finden. Und man muss sie deshalb nicht kaputtschlagen, die Welt. Vielmehr denk’ ich manchmal, dass sie heile würde, wenn man die Wurzeln ihrer Nichtigkeit UND ihres Seins fände.

    Dieser “Sunyata”-Gedanke lässt mich nicht los…

  34. @Wicht, kein Objekt

    Ich denke, Sie haben mich völlig falsch verstanden.
    Ich sehe den Menschen keinesfalls als Objekt. Was mich nur sehr stark wundert ist, dass ein extrem wichtiger Lebensabschnitt des Menschen einfach nicht wissenschaftlich definiert ist. Mir ist keinerlei Definition für diesen Lebensabschnitt bekannnt – deshalb die Frage, ob man in dieser Zeit ein ´Nichts´ sei.

    Zum Thema ´Sunyata´: Dieser Begriff der Leere, des Nichts stammt zwar aus dem religiösen/spirituellen Bereich – aber wenn man die aktuellen Aussagen der Quantenphysik betrachtet, dann hält man es dort ebenfalls für möglich, dass Alles aus Nichts entstehen kann.

  35. Die Wurzel des Nichts …

    Ja, dieses NICHTS macht uns schon zu schaffen oder #? Meine Denkergebnisse zum NICHTS sind aktuell da angelangt dasz ich zum einen NICHTS als das ansehe, was von materialisierten Lebensformen weder gesehen, gehoert, gefuehlt oder sonstwie wahrgenommen werden kann, Betonung liegt auf materialisiertem Wesen #.
    Weitergehend stelle ich mir in Anlehnung an die im Universum vorhandenen SCHWARZEN LOECHER das NICHTS sowohl als NULL als auch als UNENDLICH vor, also beides in einem und mir scheint, dasz ich damit vermutlich nicht ganz falsch liegen werde, denn meiner Meinung nach saugen die schwarzen Loecher in den vielfaeltigen Sonnensystemen Materie auf, die ihre Lebensbasis verloren haben und fuehren sie an eine Zentralstelle (NULL), von wo aus ohne Unterbrechung eine Energiefortleitung mittels gewaltiger Expansion erfolgt ä. Die schwarzen Loecher sind die Materieverdichter, welche unendlich hohe, vom Menschen kaum denkbare Materiekonzentrationen pro Raumeinheit realisieren koennen und diese wird weitergeleitet ueber die inzwischen schon nachgewiesenen Energiebahnen zum NULLPUNKT, von wo aus wieder die Basis von neuer Materie geschaffen wird mittels der explosiven Expansion #. Dieser Kreislauf erscheint unendlich und mir als denkendem Menschen auch logisch und sinnvoll, obgleich sicherlich kaum von uns Menschen meszbar #.
    Dieses Denkmodell erscheint mir aber durchaus als Leitbild heutigen Daseins akzeptierbar bis zu dem Zeitpunkt, wo mittels vorhandenem Wissen fuer die denkeneden Wesen eine neue Variante der Bedeutungszuweisung gewaehlt wird, die der echten Realitaet naeher kommt als ich sie hier beschrieben habe #.
    Diese niedergeschriebenen Worte sind das Ergebnis eigener philosophischer Denkstudien, die durchaus nicht einfach waren, weil enorm koerperbelastend und geistbelastend in der Realisierung, aber ich lebe und habe es geschafft #.
    Nun kann jedes denkfaehige Wesen sich seinen Reim auf meine Wort machen und dann damit Zufriedenheit in seinem eigenen Leben erlangen, denn darauf kommt es schlieszlich an – eigenes Denken und Tun musz dem inneren Energiesystem MENSCH als ausgleichendes Moment dienen, um Gluecksgefuehle entstehen zu lassen und mit diesen Gluecksgefuehlen erleben wir unser Tun als LEBEN #.

  36. @ Rose

    Sie mögen darin recht haben, dass man über das “Nichts” nur raunend, in bizarren Bildern und gemurmelten Metaphern reden kann. Aber dann bitte ich Sie doch, von der Sprache der Naturwissenschaftler und der Mathematiker Abstand zu nehmen, das führt nur zu künstlicher Verdunklung in Räumen, die rundum von Helle umgeben sind. Das Verbergen von Unsinn erzeugt keinen verborgenen Sinn.

    Zitat:
    “Diese niedergeschriebenen Worte sind das Ergebnis eigener philosophischer Denkstudien, die durchaus nicht einfach waren, weil enorm koerperbelastend und geistbelastend in der Realisierung, aber ich lebe und habe es geschafft. Nun kann jedes denkfaehige Wesen sich seinen Reim auf meine Wort machen und dann damit Zufriedenheit in seinem eigenen Leben erlangen.”

    Ich werde das in dem Augeblick ernst nehmen, in dem Sie, dem Buddha gleich, spurlos verwehen, dem Christus gleich dem Grabe entsteigen oder es dem Nietzsche gleichtun, der einen anderen Ausweg fand.

    Deutlich genug?

    Noch deutlicher:
    Ich verfüge über die Recht eines Administrators in diesem Blog und behalte mir vor, solche Kommentare zu löschen. Ich bin hingegen gerne bereit, mich über die Ästhetik des Obskuranten zu unterhalten.

  37. NULL und Nichts

    Ich hab eben beim durchstöbern bei Capurro noch was interessantes gefunden:

    Zitat:
    “”Die wichtigste Ziffer ist die Null. Es ist eine geniale Idee, sich das Nichts zunutze zu machen, indem man ihm einen Namen gibt, ein Symbol dafür erfindet. “It is like coining the Nirvana into dynamos”, sagt Halsted. Das babylonische Sexagesimalsystem war unvollkommen, weil die Null fehlte: Zwischen 60 und 1 oder 1/60 war kein Unterschied. Es gab in späteren Zeiten ein Zeichen für eine fehlende Zahl inmitten einer Zahl, aber nicht an ihrem Ende.” (Van der Waerden, a.a.O. S. 91)
    So gesehen ist die Null eigentlich keine Zahl, sondern ein Unterschied, oder eine Information wie wir heute sagen würden, “a difference that makes a difference”, wie Gregory Batesons Definition von Information lautet. Dieser Indikator scheint aber in der abendländischen Metaphysik, die um das Eine und die Einheit handelt, keine Rolle zu spielen, im Gegensatz zum Buddhismus. Heraklit huldigt ihm und Parmenides setzt sich mit aller Kraft zur Wehr gegenüber dem Nichts, jenem Nichts also, das Unterschiede hervorbringt. “

    Zitat ende

    Zu finden unter
    Exkurs 1: Über die Entstehung der Zahl 0
    im Text BEITRÄGE ZU EINER DIGITALEN ONTOLOGIE

  38. @ Wald Null und Nichts

    Ich scheue immer so ein wenig – wie ein ängstliches Pferd – wenn’s mathematisch wird. Trauma des Gymnasiasten: eine Beton-Vier, ich hatte immer eine Beton-Vier in Mathe. Mit Tendenz zur Fünf…

    Klar ist die Null spannend, danke für den Hinweis. Ihr Verhältnis zum Nichts ist aber – na, sagen wir mal: ambivalent.

    Als “0”, einfach so, könnte sie in der Tat das “Nichts” symbolisieren. Als “0” in der dezimalen Notation z.B. der Zahl Zehn aber (1″0″), verhilft sie der “1” zu ihrer linken zum Rang “zehn ausgefüllte Einerstellen”. Und das ist ja nun nicht nichts. Sie selbst, die “0”, ist zwar “leer”, aber irgendwie “spingt” aus ihr ein etwas, eine Bedeutung auf die “1”. Klar, das ist ein reiner Formalismus der Zahlennotation, aber schon irgendwie drollig.

    Multiplikativ “nichtet” sie jede andere Zahl. Als Zähler eines beliebigen Bruches erzeugt sie sich selbst, als Nenner — tja, das sind jetzt die Momente, wo ich merke, dass die Mathematik nicht mein Ding ist — als Nenner ist sie schlicht verboten, denn der Bruch nähme einen Zahlenwert an, der noch grösser wäre als die Unendlichkeit.

    Da könnt’ man nun herrlich herumphilosophieren, wenn man nur mehr von der “Metaphysik” der Mathematik, gar nicht zu reden von der Mathematik selbst verstünde. Tu’ ich aber nicht. Vielleicht liest hier ja ein Mathematiker mit, der uns die Metaphysik der Null erläuern kann. _Ich_ werd’ aus der Null nicht schlau.

  39. @ Wald – Nachtrag

    Ich vergass, mich für das link auf die Seiten von Prof. Capurro zu bedanken.

    Jessas – wie soll man denn vor lauer LESEN noch zum DENKEN (geschweige denn: zum Arbeiten) kommen?

  40. Ende des Universums = Nichts

    In der aktuellen Zeitschrift ´Welt der Wunder 8/08´ ist in dem Artikel ´Wann gehen im Universum die Lichter aus?´ beschrieben, – dass sich sich das Universum beim Ausdehnen immer mehr abkühlt und sämtliche Sterne irgendwann ihren Brennstoff verbraucht haben.
    In 100 Billionen + einigen Äonen Jahren später sind auch die schwarzen Löcher verlöscht, das Universum ist auf den absoluten Nullpunkt abgekühlt und alle atomaren Bausteine zerfallen. => “Übrig bleibt das vollkommene Nichts” (Zitat aus dem Heft).
    Das wäre wohl die Vorstellung der aktuellen Physik zum ´Nichts´.

  41. Null und Nicht-ig

    das obenstehende Zitat deutet an, wie man den Hinweis von H. Wald auf die Null verstehen kann.

    NULL ist sowohl ein Zahlenwert, wie auch ein philosophischer Gedanke im Sinne des ´Nichts´.

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