Eine traurige, eine schaurige, eine sprachbarocke Geschichte. Mit Anmerkungen zu Fußnoten.

Ich mag Fußnoten. Schon weil das Wort so schön doppeldeutig ist, denn die “Fußnote” kann ja auch eine Duftnote sein, ein Odeur verströmen, einen Geruch verbreiten, der auf die Fußhygiene ihres Trägers oder die mentale Hygiene ihres Skribenten schließen lässt. Im Falle der wirklichen Füße gibt es allerdings nur kakosmische(1) Fussnoten, wohlriechende Füße gibt es meines Wissens nicht, sondern nur nicht-riechende, was allerdings als Wohltat empfunden wird.

Anders ist es in der Literatur. Da gibt es zwar auch Fußnoten, die einem stinken (die langweiligen technischen Verweise auf zitierte Werke, mit dem ewigen “a.a.O.”, und “Vgl.” und “loc.cit.” (2) und “passim” (3)), aber eben auch überaus hochwohlwillkommene, allerfeinstwohlriechende, sozusagen hochwohl- und edelgewürzige (4) Fussnoten, die den Text erst pfeffern und salzen, und in denen der Autor diejenigen Volten schlägt, die er sich im Haupttext verkniff.

Von daher ist es ein Jammer, dass viele elektronischen Texte im Internet, von denen dieser hier ein Teil ist, gar keine richtigen Fußnoten haben können, denn sie sind ja oft nicht paginiert, haben keine Kopf- und keine Fußzeile, und was da unten, durchnumeriert, anhängt, sind, technisch gesprochen, keine Fußnoten, sondern Endnoten.(5)

Hätten Sie jetzt die Endnote(5) gelesen, wüssten Sie, wieso ich – als gelernter Naturwissenschaftler – meinem anstehenden Wechsel ins geisteswissenschaftliche Metier mit einer gewissen Vorfreude entgegen sehe. Ich will Historiker werden. Da sind Fußnoten erwünscht und Endnoten Pflicht. Und mein neuer Chef (in spe (7)), ein Medizinhistoriker, der ist der König der Endnote! Jawohl. Fuß- und Endnoten sind geradezu sein Hobby und seine Bestimmung. Nichts liest er gründlicher als jene. Vorne im Text darf ich so ziemlich machen, was ich will, aber wehe, wenn ihm die Fußnoten stinken! Da kackt er dann bei der Korrektur die allerkleinsten Korinthen, die ich je gesehen habe.(8)Ich hab’ schon viel von ihm gelernt … (9)

Zusammen mit dem neuen Chef hab’ ich nämlich schon mal meine erste (bescheidene) historische Arbeit zur Anatomiegeschichte abgeliefert.(10) Und die strotzt natürlich von Endnoten. Und zur Endnote Numero 21 dieses Opusculums hätt’ ich noch ein paar Anmerkungen zu machen, und das ist dann der schaurig-traurig-barocke Teil dieses Textes, den die Überschrift versprach. Weswegen aber alles, was jetzt folgen soll, eigentlich eine Fußnote zu einer Endnote ist, weswegen ich es hinten in die hiesigen Endnoten schreibe (12), nicht ohne es aber mit Fußnoten zu versehen.

Endnoten:

(1)

übelriechend

(2)

“loc. cit.” ist die Abk. f. “a.a.O”

(3)

“passim” – “hier und dort”

(4)

Die adjektivischen Verschraubungen haben mit der Barocknatur dieses Textes zu tun, welche sich Ihnen, sollten Sie die Geduld besitzen, ihn zu Ende zu lesen, noch erschließen wird.

(5)

Aus Gründen, die ich nicht wirklich kenne, sind in naturwissenschaftlichen Texten, die in gedruckten Zeitschriften erscheinen (also in den typischen Publikationen, die man als Naturwissenschaftler produzieren muss, wenn man in seinem Fachgebiet Duftmarken hinterlassen will) Fußnoten völlig verpönt, ja, verboten. Ich habe allerdings den Verdacht, dass es mit dem oben erwähnten “Voltenschlagen” zu tun hat – man ist ja als Naturwissenschaftler hochseriös und objektive und kann es sich daher nicht erlauben, irgendwelche Analekten (6), Scherze, Schnurren oder Zweifel in Käsefußnoten abzusondern.

(6)

Man kann nämlich auch Fußnoten zu Fußnoten machen! Diese hier zum Beispiel. Sie steht hier, um zu erläutern, dass “Analecta” nicht von “anal”, sondern von “ana – legein” kommt, was soviel wie “Aufgelesenes, Aufgesammeltes” bedeutet. Ich wollte eigentlich mal all die anatomischen Schnurren, die ich Laufe meines Lebens aufgelesen habe, unter dem Titel “Analecta anatomica” veröffentlichen, aber mein Verleger riet mir davon ab …

(7)

“in spe” – “in hoffender Voraussicht”. Noch ist er’s nicht, soll’s aber werden, mein Umzug ins Institut für Geschichte und Ethik der Medizin ist geplant, aber noch nicht vollzogen und in trockenen Tüchern.

(8)

Fast braucht man ein Mikroskop, um die Trockenrosinchen, die er da abscheidet, recht zu würdigen. Aber ich komm’ ja aus der (mikroskopischen) Anatomie und kann mit diesen Geräten und dem Kleinkram, den man damit inspiziert, umgehen:

(9)

Ironieindikator: keiner. Ich hab’ wirklich viel von ihm gelernt.

(10)

Helmut Wicht und Udo Benzenhöfer: “Zur Geschichte der Dr. Senckenbergischen Anatomie in Frankfurt am Main”. Henrich Druck und Medien, Frankfurt am Main, 2017, 47 Seiten, broschiert.

Das Ding hat sogar eine ISBN, ist aber nicht im Handel. Wenn jemand die Broschüre haben will, soll er/sie es(11) mir sagen, dann schick ich sie ihr/ihm zu.

(11)

Hab’ ich das nicht geradezu genial gegendert? Sogar das Neutrum ist mit drin!

(12)

Eine traurige, eine schaurige, eine sprachbarocke Geschichte

Ich habe in der Anatomie eine Leiche gefunden.

Ich muss zugeben, dass das nicht wirklich verwunderlich ist, denn mancher hat zwar eine Leiche im Keller, die Anatomen aber stets mindestens ein paar Dutzend, denn die Präparierkurse müssen ja bestückt werden. Und die Leiche, die ich fand, ist ja auch schon gar nicht mehr in der Anatomie – es ist alles sehr lange her. Es war im späten Barock, im Rokoko, in den 1770er Jahren.

Unsere Anatomie in Frankfurt – die “Dr. Senckenbergische” – ist insofern ein wenig speziell, als sie ihre Errichtung der Initiative eines Privatmannes verdankt: Dr. Johann Christian Senckenberg (1707-1772) liess sie aus seinem Privatvermögen, das er in eine Stiftung gab, aufrichten. Und unsere Anatomie ist insofern sehr speziell, indem der Leichnam von Johann Christian Senckenberg der erste war, der in seiner eigenen Anatomie obduziert wurde. 1772 war das. Es war aber keine anatomische Sektion, sondern eine “Legalsection“, also das, was die Rechtsmediziner heute noch im Falle von Unfällen oder unklaren Todesursachen machen. Der gute Senckenberg war von einem Dach gefallen, und man wollte wohl sicherstellen, dass er nicht geschubst oder sonstwie gewaltsam schon vorher vom Leben zum Tode gebracht wurde.(13) Das war aber nicht der Fall.(14)

Solche “Legalsectionen” dienten aber nicht zu Lehrzwecken, es war kein Publikum dabei. Und die Leiche, die ich gefunden habe, war die erste, an der nachgewiesenermaßen eine anatomische Sektion in Senckenbergs Anatomie durchgeführt wurde. Die Todesurache dieser Leiche war nämlich ganz klar: der Kopf war ab.

Und das kam so.

“Am 21. Februar 1777 wurde in Frankfurt die 24-jährige Kindsmörderin Susanna Magdalena Feith, die ihrem neugeborenen Kinde den Kopf mit einem Taschenmesser abgeschnitten hatte, ihrerseits geköpft. Kurz vor dem Hinrichtungstermin richtete der damalige Lehrer der Anatomie, Dr. Friedrich Sigismund Müller, eine Petition an den Rat der Stadt Frankfurt, dass der Leichnam der Hingerichteten der Anatomie für Lehrzwecke übergeben werde. Der Rat genehmigte das. Laut eines Berichtes von Müller vom 10. März 1777 wurde der Leichnam tatsächlich in die Anatomie gebracht und nach der Hinrichtung für anatomische Demonstrationen für eingeladene Zuhörer verwendet. Dies ist die früheste aktenkundige anatomische Sektion in Senckenbergs Theatrum anatomicum.” (16)

Das arme Kind, die arme Frau Feith. Ich hatte sogar das Taschenmesser in der Hand, mit dem sie ihrem unehelichen Kinde den Kopf abgesäbelt hat, es ist in den Kriminalakten asserviert. Ich habe leider vergessen, es zu photographieren. Es war ein ganz kleines Taschenmesser, die Klinge war kaum 6cm lang. Sie muss ganz schön gesäbelt haben … (17)

Leider wurde auch die arme Sünderin arg zersäbelt. Nicht erst als Leiche in der Anatomie, sondern schon vorher: Der Scharfrichter liess seinen Assistenten ‘ran, und der haute zunächst daneben, erst beim zweiten Hieb war der Kopf ab. (18)

Kopf und Rumpf kamen in die Anatomie, und der damalige Anatom, Dr. Friedrich Sigismund Müller, veranstaltete eine (halb-)öffentliche anatomische Sektion. Offenbar fürchtete er aber, dass Krethi und Plethi sich dazu in der Anatomie einfinden würden, weswegen er sein Publikum handverlas und Billette ausgab.(19)

Wie aber war er eigentlich erst an die Leiche gekommen? Darum geht es in der letzten, sehr länglichen Fuß- bzw. Endnote.(20) Und da wird es dann auch so richtig barock.

(13)

Hätte ja sein können. Eine Schuss- oder Stichwunde ist leicht zu übersehen, und die Forensiker gucken sich auch sonst noch die “neuralgischen” Punkte der Einwirkung äusserer Gewalt ganz genau an. Das Zungenbein zum Beispiel. Das bricht nämlich beim klassischen Würgegriff, von aussen sieht man u.U. gar nichts, aber inwendig ist dann eben die Fraktur und es sind Einblutungen in der Knochenhaut  zu sehen.

(14)

Diese “causa Senckenberg”, also die Obduktion des Stifters in seiner eigenen Stiftung ist natürlich seit jeher bekannt, die Geschichte gehört zum Schatz der lokalen Frankfurter Anekdoten. Sein Leichnam wurde – hochromantisch – in ein Totenhemd gekleidet, das aus dem grünen Hochzeitskleid seiner frühverstorbenen ersten Frau, Rebecca, genäht worden war und er wurde in einem Rokoko-Kapellchen, das man heute noch in Frankfurt besichtigen kann, beigesetzt. (15)

(15)

Vgl. August De Bary: “Johann Christian Senckenberg”, Verlag Dr. Waldemar Kramer, Frankfurt am Main, 1947, hier: S. 320.

Vgl. Thomas Bauer: “Johann Christian Senckenberg – Eine Frankfurter Biographie”, Societäts-Verlag, Frankfurt am Main, 2007, hier: S. 178.

(16)

Zitiert aus: Helmut Wicht und Udo Benzenhöfer: “Zur Geschichte der Dr. Senckenbergischen Anatomie in Frankfurt am Main”. Henrich Druck und Medien, Frankfurt am Main, 2017, hier: S 41 (Endnote 21).

(17)

Akte Criminalia, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Signatur 8.942, hier: das in dieser Akte asservierte Taschenmesser.

(18)

“Als man nun an dem Rabenstein angelangt, wurde die Execution auf demselben, nach dem vorhero wie mir gesagt worden, der junge Hofmann von Marburg der mit verbundenen Augen auf dem Stuhl sitzenden Feithin die Haare hinten im Nacken die Haare mit einer Schere abgeschnitten, unter andächtigem Zuspruch derer Herren Geistlichen, durch den seinem Vater adjungirten Wachrichter Hofmann von Großen Gera, wiewohl unglücklicher weiße, mit zweyen Hieben vollzogen, der Cörper hierauf von des Wachrichters Knechten in den Sarg geleget, und kurtze Zeit hernach, nachdem das Volck sich ein wenig verlaufen, durch dieselbn, unter meinem Commando zum Eschersheimer Thor hinein, in die Senckenbergische Stifftung zur Anatomie getragen.”

zitiert aus: Akte Criminalia, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Signatur 8.942, hier: Blatt 379, Bericht von Johannes Raab an den Rath der Stadt Frankfurt.

Der Rabenstein lag extra muros westlich der alten Stadt, etwa in der Gegend der heutigen Börse/Alte Oper. Und hier ist der “Teaser” dazu: ein Scan des Originales des Berichtes von Raab. Viel Spass beim Lesen, vor allem der letzte Absatz, in dem der Voyeurismus fröhliche Urständ feiert, ist bedenkenswert. Was für ein Glück, dass es damals noch keine Smartphonephotographie gab. Vollständige Transliteration auf Anfrage.

Bericht Raab an Rath

(19)

Vgl. Akte Criminalia, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Signatur 8.942, hier: Blatt 353 f.,“Gehorsamster Bericht, die Ablieferung des Cörpers der hingerichteten Delinquentin Paithin (sic!) auf die Senckenbergische Anatomie betrefend (sic!)” von Dr. Friedrich Sigismund Müller, datiert vom 10. März 1777.

(20)

Er richtete eine Petition an den Rath der Stadt Frankfurt. Hier ist sie:

Scans aus: Akte Criminalia, Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt am Main, Signatur 8.942, hier: Blatt 344 ff, Petition F.S. Müller an den Rath der Stadt Frankfurt.

Darf ich das mal transliterieren?

Wohl=  und Hochedelgeborene, gestrenge [?] und Hochgelahrte, Wohlfürsichtige , und Hochweise. Sonders Großgünstige, Hochgebietende, und Hochgeehrteste Herren Burgermeistere und Rath!

Ich ergreife die erste Gelegenheit welche sich mir darbietet Eure Wohl= und Hochedelgebe. gestre. und Herrlichkeiten wie auch Hoch- und Wohlfürsichtigen Weißheiten für die großgl=  (?)  Überlassung bestimter todter Cörper zum Behuf meiner anatomischen Vorlesungen den gehorsamsten Dank abzustatten.

Ich hatte nun hierdurch die Gelegenheit an einem erhaltenen männlichen Cörper verschiedene Theile der Anatomie durchzugehen, es sind aber noch einige Theile übrig, die ich meinen Zuhörern auch noch zu erklären wünschte.

Da nun nächsten Freitag das Todesurteil an der inhaftierten Kindermörderin vollzogen werden wird, so wäre es mir um desto angenehmer wenn sie mir zu dieser Absicht überlaßen würde, weil sie als ein Subiectum feomininum (sic!) und das noch dazu frisch und gesund ist, zu neuen und besonders nützlichen Erklärung (sic!) Gelegenheit geben würde.

An allen Orten wo Anatomien sind pflegen dergleichen Cörper dahin gegeben zu werden, und wir finden auch hier Beispiele davon, indem im Jahre 1707. dem Herren Dr. und Physic: primar: Lißner (?) ein decolliertes Weibsbild und im Jahr 1725. dem Herrn Dr. Grambs ebenfalls auch ein solches zum Gebrauch anatomischer Vorlesungen überlaßen worden waren.

Da nun Eure Wohl= und Hochedelgebe. gestre. und Herrlichkeiten wie auch Hoch- und Wohlfürsichtigen Weißheiten noch eben die rühmliche Absicht haben alles was zur Beförderung nützlicher Wissenschaften dienet, beizutragen, und da die Anatomie noch eben den ausgebreiteten Nuzen (sic!) hat, so hofe (sic!) ich auch gleiche Willfahrung zu erlangen.

An Eure Wohl= und Hochedelgebe. gestre. und Herrlichkeiten wie auch Hoch- und Wohlfürsichtigsten Weißheiten ergehet demnach meine gehorsamste Bitte:

dass Hochdieselben diese Delinquentin nach vollzogenem Urtheil zur angeführten Absicht zu überlaßen, und dabei die Verfügung zu treffen, großzg (?) geruhen (?) wollen damit der Cörper an die Senckenbergische Anatomie geliefert werde.

Ich verharre in Hofnung (sic!) hochgeneigtester Willfahrung in ehrfurchtsvollster Veneration

Euer Wohl= und Hochedelgeb.  Gestr. und Herrlichkeiten wie auch Hoch- und Wohlfürsichten Weißheiten

Treu-gehorsamster

Fridrich Sigmund Müller

Med. Dr.

Die Petition wurde angenommen, denn auf der Rückseite des letzten Blattes steht:

Lectum in Senatu d. 20. Feb. 1777. et conclusum:

Solle man hierunter willfahren, und die Art der Ablieferung des todten Körpers dem jüngeren Herrn Bürgermeister zu (sic!) überlassen.

Das Deutsch! Dieser barocke Schwulst der Anreden! Vor allem der Schluss:

“Ich verharre in Hoffnung hochgeneigtester Willfahrung in ehrfurchtsvollster Veneration,

Euer Wohl= und Hochedelgeb. Gestr. und Herrlichkeiten wie auch Hoch- und Wohlfürsichten Weißheiten,

Treu-gehorsamster …

So werd’ ich meinen nächsten Antrag auf Steuerrückerstattung an’s Finanzamt unterzeichnen. Vielleicht willfährt man mir dann ja eher.

Veröffentlicht von

Gedankenfragmente von Helmut Wicht, Dozent an der Frankfurter Universität, über Neurobiologie, Anatomie, Philosophie, Gott und die Welt. Seine eigentliche Expertise bezieht sich auf die (Human-)anatomie und die vergleichende Anatomie des Nervensystems.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Nicht unnett ..

    Bei Wikipedia zu Senckenberg steht ** [..] obwohl er testamentarisch eine Sezierung abgelehnt hatte. ** Nicht nett ..

    Wie ist denn Und die Leiche, die ich gefunden habe zu verstehen? Hatte die seit 1777 niemand entdeckt?

    In Endnote (10) könnte es der genderischen Vollständigkeit halber ** dann schick ich sie ihr/ihm/es zu ** heißen.

    In man ist ja als Naturwissenschaftler hochseriös und objektive und kann es sich daher nicht erlauben, irgendwelche Analekten (5) [..] muss es objektiv und (6) heißen ..

  2. @ Krüger
    Den Fehler werd’ ich korrigieren, danke. Dass ich die zweite Gendermöglichkeit verschlafen habe, beschämt mich ein wenig.

    Nein, ich habe den “Fall Feith” natürlich nicht “entdeckt” (siehe etwa: http://tinyurl.com/y5qhc5bl), ich habe allerdings gemerkt, dass es die erste aktenkundige anatomische Sektion war und publiziere hier den genuin anatomischen (nicht den juristischen) Teil der Geschichte, der bislang so noch nicht behandelt worden ist.

    Wg. Senckenberg: ja – aber gegen die forensische Obduktion kann man sich heute auch nicht wehren, und damals war es, denke ich, ähnlich.

  3. An den hochwohllöblichen
    unsere Winzigkeit erfreute sich eines wohltuenden Lachens ob Ew Liebden Abhandlung.
    Ich erlaube mir zu bedenken zu geben, ob die Fußnote einer Fußnote zu einer Endnote nicht als eine Metanote bezeichnet werden darf oder sogar einer mehrdimensionalen *Note entsprechen könnte.
    Ich verbleibe von ganzem Herzen Ihr untertänigster Diener
    Christianus Hügelbauer

    Endnote(1): Bitte in die Annalen der Senckenbergischen Gesellschaft (2) aufnehmen
    Endnote(2): so sie denn existiert (oder auch Journal of Jocular Science (3).
    Endnote(3): Erinnern Sie sich an das Buch “A Random Walk in Science”?

  4. Helmut Wicht schrieb (19. Februar 2019):

    > […] der damalige Lehrer der Anatomie, Dr. Friedrich Sigismund Müller

    > […] der damalige Anatom, Dr. Johannes Sigismund Müller

    > […] von Dr. Johannes Sigismund Müller, datiert vom 10. März 1777.

    > […] Petition J.S. Müller an den Rath der Stadt Frankfurt.

    > […] Treu-gehorsamster Fridrich Sigmund Müller Med. Dr.

    The “J”s have it!, The “J”s have it!

    p.s. — SciLogs-Kommentar-HTML-Test:

    “irgendwelche Analekten <sup>(5)</sup>” wird dargestellt als “irgendwelche Analekten (5)”.

    p.p.s. — Anstelle einer (traurig-schaurig-sprachpedantischen) Endnote:

    Josef Honerkamp schrieb (21. Januar 2019):
    > Mit dem heute existierenden Teilchenbeschleuniger LHC hatte man die so genannte Standard-Theorie, die vereinheitlichte Theorie der so genannten starken, schwachen und elektromagnetischen Wechselwirkung testen können.

    Standard-Theorie (der Teilchenphysik)” ist sicherlich eine passende, wenn auch (bisher) meines Wissens wenig gebräuchliche Bezeichnung für die vereinheitlichte Theorie der starken, schwachen und elektromagnetischen Wechselwirkung.

    Gegenstand von experimentellen Tests ist aber stattdessen das Standard-Modell (der Teilchenphysik), also die Gesamtheit der Messwerte von Messgrößen, die im Rahmen der vereinheitlichten Theorie der starken, schwachen und elektromagnetischen Wechselwirkung definiert sind (von “elementaren Größen” wie Massen, Ladungen, Kopplungsparametern, CKM- bzw. PMNS-Koeffizienten bis zu
    “Systemgrößen” wie mittleren Lebensdauern, relativer Häufigkeit von Zerfallskanälen, oder Streuquerschnitten) und insbesondere von der Particle Data Group gesammelt und tabelliert werden;
    verbunden mit der Erwartung, dass auch die Resultate aller weiteren Versuche die schon bekannten Messwerte unter Beachtung der jeweiligen statistischen Unsicherheiten korroborieren anstatt zu falsifizieren.

    p.s.
    Josef Honerkamp schrieb (5. Februar 2019 @ 13:48):
    > Nach den Erfahrungen mit den Kommentierungen der letzten beiden Blogbeiträge habe ich diesen Blog auf den Moderations-Modus umstellen lassen. Ich bitte Sie dringend, hier Kommentare nur zu dem Thema des aktuellen Blogbeitrags anzumelden.

    Ich respektiere jedenfalls jegliche Ausprägung von Hausrecht (in der Vorstellung, dass auch das meine respektiert würde, sofern mir ein entsprechendes “Haus” zu verantworten obläge), und ich unterstütze daher Ihr Vorhaben, selbst entscheiden zu wollen, welche hier eingereichten Kommentare “zu dem Thema des aktuellen Blogbeitrag” wären, und welche nicht.

    Aber: ich bitte Sie dringend, denjenigen, die sich veranlasst sahen, hier einen Kommentar einzureichen, dessen Veröffentlichung Sie hier nicht genehmigen würden, einen konkreten eigenen SciLog, oder einen konkreten eigenen SciLog-Gastbeitrag, oder wenigstens einen anderen konkreten SciLog zuzuweisen, worin sie ihren Kommentar stattdessen im Sinne des Prinzips der “Praktischen Konkordanz” ersatzweise öffentlich und Barriere-frei kommentierbar äußern könnten.

    > Auch sollten Sie das der Höflichkeit halber unter Ihrem richtigen Namen tun.

    Solche Höflichkeit ist im professionellen Wissenschaftsumfeld zwar selbstverständlich, kann Laien aber überfordern …

    p.p.s.
    SciLogs-Kommentar-HTML-Test:

    “10<sup>-15</sup> m” wird dargestellt als: “10-15 m”.

  5. @ Bühler
    “Ew. Liebden” ist heftig.
    Soweit ich weiss, stand diese Anrede nur den Kurfürsten des Hl. Röm. Reiches untereinander zu.
    Darauf habe ich kein Anrecht.
    😉
    Wicht

  6. Von daher ist es ein Jammer, dass diese elektronischen Texte im Internet, von denen dieser hier ein Teil ist, gar keine richtigen Fußnoten haben können, denn sie sind ja nicht paginiert, haben keine Kopf- und keine Fußzeile, und was da unten, durchnumeriert, anhängt, sind, technisch gesprochen, keine Fußnoten, sondern Endnoten.(5)

    Ich habe schon sehr, sehr viele elektronische Texte im Internet mit Fußnoten gelesen. Nein, nicht mit Endnoten (solche natürlich auch), sondern mit Fußnoten. In den allermeisten Fällen PDFs, gelegentlich auch mal Word-Dokumente. Die obenstehende Behauptung ergibt überhaupt nur Sinn, wenn man sie ausschließlich auf HTML bezieht – aber das ist nicht das, was da steht.

    Und die Leiche, die ich gefunden habe, war die erste, an der nachgewiesenermaßen eine anatomische Sektion in Senckenbergs Anatomie durchgeführt wurde.

    Müller selbst schreibt aber, dass er zuvor schon eine anatomische Sektion durchgeführt hatte:

    Ich hatte nun hierdurch die Gelegenheit an einem erhaltenen männlichen Cörper verschiedene Theile der Anatomie durchzugehen, es sind aber noch einige Theile übrig, die ich meinen Zuhörern auch noch zu erklären wünschte.

    Aus dem “auch noch” darf man wohl schließen, dass auch diese Sektion schon vor Publikum stattfand. Zählt die nicht, weil der Name des Zerlegten nicht bekannt ist? Oder fand diese Sektion nicht im Senckenberg-Institut, sondern woanders statt?

  7. @ Polak
    Das mit den .pdfs und .docs als paginierte Texte im Netz ist freilich richtig. Ich bitte das zu entschuldigen, der Text ist halt unter dem Eindruck der Bloggerei in unpaginierten Formaten entstanden. Ich werd’ den offensichtlichen Fehler entschärfe, indem ich ein “oft” einsetze.

    Die von Müller erwähnte männliche Leiche ist tatsächlich das nächste Rechercheprojekt. Es gab in FFM eine weitere Sektionskammer (das Hinterzimmer eines Gasthofes), es kann sein, dass die von Müller erwähnte Sektion dort lief, kann sein, dass sie in der Anatomie war. Ich weiss es eben noch nicht und werde versuchen, es herauzubekommen. Bis dahin ist halt der Fall Feith der erste “verbürgte” Fall für Senckenbergs Theatrum anatomicum.

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