Über die Vorzüge einer modernen Landwirtschaft

Im US-Fernsehen läuft gerade die sehr populäre TV-Serie „The Walking Dead“. In dieser Serie kämpft eine Gruppe von Überlebenden in einer apokalyptisch geprägten Kulisse gegen eine nicht enden wollende Flut von Zombies. Vor diesem Hintergrund kam der Gedanke auf, wie unsere Welt wohl aussähe, wenn der moderne Landwirt nicht mehr Teil unserer Gesellschaft wäre.

Stephen ist ein junger Milchvieh-Landwirt aus Kalifornien. Vor einiger Zeit schrieb er diesen spannenden Artikel. Ein beängstigendes Szenario, denn die Leistung unserer Landwirte ist in jeder Hinsicht beeindruckend. Dass Stephen sich letztlich sehr auf die USA fixiert, hat der großartige Lederstrumpf zum Anlass genommen, um den Artikel zu übersetzen und für Deutschland faktisch anzupassen – ein Gastbeitrag

Die Serie dreht sich im speziellen darum, wie die Charaktere ohne Technik und feste soziale Strukturen überleben können. Der Gruppe Überlebender gelingt dies mehr schlecht als recht. Sie leben praktisch nur von den Überresten unserer hochentwickelten menschlichen Zivilisation. Wer hier aufgewachsen ist, meint vielleicht das Überleben in so einer Welt wäre einfach – ein Irrtum. Unsere Gesellschaft ist extrem spezialisiert. Uns wird mit der Geburt vieles Notwendige in die Wiege gelegt. Die Überlebenden in der Serie müssen sich allerdings dieses Wissen und diese Fähigkeiten von selbst aneignen, um die Welt wieder von Null aufzubauen.

Erst ab der vierten Staffel wird es dann auch landwirtschaftlich interessant – die Protagonisten beginnen mit dem Anbau eigener Lebensmittel. Bisher hat die Gruppe offenbar nur mit Lebensmitteln aus der Konservendose überlebt. Fakt ist, die Gruppe muss jetzt lernen selber Obst und Gemüse anzubauen und Tiere aufzuziehen – ohne die Errungenschaften einer modernen Landwirtschaft.

Vielfalt an Lebensmitteln

Ohne den modernen Landwirt sollten wir uns besser schon mal auf ein paar fade Mahlzeiten einstellen. Die Vielfalt an Lebensmitteln wird mit Sicherheit sehr begrenzt sein. Verabschiedet Euch schon mal von Eurem Kaffee! Deutschland ist nach den USA der größte Kaffeeimporteur.
(Quelle)

Andere Luxusartikel wie Südfrüchte (Bananen, Ananas, Orangen, Kiwis…) gehören dann auch der Vergangenheit an. Besser wir gewöhnten uns gleich daran, nur das zu essen, was wir in unseren Breitengraden anbauen können.


(Quelle)

Vorsicht vor Koffeinsüchtigen nach der Apokalypse, Kaffee ist ein Importprodukt und wird nicht regional hergestellt. Das werden sicher einige nicht verkraften.

Dank der fortschrittlichen Transportmöglichkeiten können Lebensmittel in unserer modernen Gesellschaft leicht ausgetauscht und weltweit gehandelt werden. Eisenbahn, Schiffe und LKW bringen Lebensmittel überall da hin wo sie gebraucht werden. Das ist der Grund warum wir im Supermarkt das ganze Jahr über auch nicht-saisonale Produkte kaufen können. Die Saisonalität beeinflusst also die Verfügbarkeit von Lebensmitteln für uns nicht.

Die Globalisierung unseres Nahrungsangebots erlaubt es unseren Landwirten, Pflanzen anzubauen, die an ihrem geografischen Standort am besten geeignet sind.

So fällt die Ernte von wärmeliebenden Pflanzen wie Tomaten und Oliven in Spanien größer aus als in Deutschland.

Bei Getreide und Kartoffeln ist wiederum Deutschland vorn.

Die Diversität an Ackerpflanzen ist also schon aufgrund natürlicher Ursachen relativ gering. Nur wenige Gegenden, wie zum Beispiel der US-Bundestaat Kalifornien, bieten hier eine Ausnahme. Stephen, der die Inspiration zu diesem Artikel gab, hat da ein paar Fakten zusammengestellt.

Wenn du gern neue Produkte ausprobierst, erwarte nicht, dass du jeden Tag die Leute da draußen mit exotischen Gerichten auf Instagram neidisch machen kannst. Wir werden uns also mit, für unsere Gegend traditionelleren Gemüsesorten, wie Radieschen oder Petersilie begnügen müssen.

Lebensmittelknappheit

Ohne die moderne Landwirtschaft hätten wir nicht genug Essen um satt zu werden. Der moderne deutsche Landwirt ist heute hochproduktiv. Im Jahre 1900 arbeiteten 38,2 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft. 2011 waren es nur noch 1,6%, während die Einwohnerzahl von Deutschland auf über 80 Mio. angestiegen ist. Der Hektarertrag für Weizen lag vor gut 100 Jahren bei 18,5 Dezitonnen. Heute liegt der Hektarertrag mit 73,9 Dezitonnen viermal so hoch. Ein Landwirt erzeugte um 1900 herum Nahrungsmittel in einem Umfang, um etwa 4 Personen ernähren zu können. 2010 ernährte ein Landwirt sogar 131 Personen.

Technischer Fortschritt ist Ursache für die enorme Produktivitätssteigerung.
Die enorme Erzeugungssteigerung hat ihre Ursachen im Einsatz von arbeitssparenden hocheffizienten Produktionsmitteln und in der Mechanisierung der Landwirtschaft. Anstelle von Zugtieren kamen motorisierte Maschinen zum Einsatz. Heute bestimmen immer mehr Informations- und Kommunikationstechniken den Technikeinsatz in der Landwirtschaft. Präzisionslandwirtschaft, computergesteuerte Fütterung, integrierte Nahrungsmittelketten und Melkroboter sind Stichworte für die moderne Landwirtschaft von heute.

Diese und weitere Infos findet Ihr im Jahrhundert-Vergleich des Bauernverbandes.

Lebensmittelsicherheit

Ohne den modernen Landwirt wäre die Lebensmittelsicherheit nicht mehr gewährleistet. Die moderne Landwirtschaft hat dafür gesorgt, dass es heute weniger Lebensmittelvergiftungen gibt und die Lebensmittel sicherer sind als jemals zuvor. Das kommt auch daher, weil unser heutiges Wissen über die Verbreitung von Krankheiten und Mikrobiologie größer ist. Durch dieses Wissen sind die Auflagen für heutige Landwirte viel strenger und werden besser überwacht als früher. Die Implementation verschiedener Regularien wie die amtliche Lebensmittelüberwachung, die Gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft oder das Hazard Analysis and Critical Control Points-Konzept (HACCP) tragen dazu bei.

Im 18. Jahrhundert stellte Rohmilch die Infektionsquelle für 25% Tuberkulosetote in Europa dar.

Das Verfahren der Pasteurisierung von Milch wurde erst 1864 erfunden.

Lebensmittelpreise

Ohne Zweifel, ohne den modernen Landwirt wären Lebensmittel viel teurer, was auch immer es für eine Währung nach der Apokalypse gäbe. Lebensmittel wären knapp und andere Güter hätten eine geringere Priorität, da die ausreichende Verfügbarkeit von Lebensmitteln lebensnotwendig wäre.

Im langfristigen Vergleich zeigt sich eine enorme Steigerung des Wohlstandes der Verbraucher. Vor 100 Jahren betrug der Anteil der Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel am gesamten Konsum noch etwa 50 Prozent; heute beträgt dieser Anteil nur 14,7 Prozent (ohne Genussmittel 11,5 Prozent). Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Qualität und Verarbeitung der Nahrungsmittel enorm verbessert haben.

Die Quelle dazu gibt es beim Bauernverband.

Deutschland ist eines der reichsten Länder auf der Welt und jeder Deutsche muss nur etwa 10% seines Einkommens für Lebensmittel ausgeben, die heute so sicher und qualitativ hochwertig sind, wie sie noch nie gewesen sind.

>Percent of household final consumption: expenditures spent on food, alcoholic beverages, and tobacco that were consumed at home, by selected countries, 2012
(Quelle)

Dank Technologie und verbesserten Produktionsverfahren hat es der moderne Landwirt geschafft die Lebensmittelpreise für Verbraucher zu senken. Erschwinglichere Lebensmittel bedeuten, dass wir mehr Geld für Produkte in anderen Bereichen des Lebens investieren können, zum Beispiel in ein Hobby, anstatt das hart verdiente Geld nur für Lebensmittel ausgeben zu müssen. Dies sorgt dafür, dass auch andere Geschäftsbereiche florieren.

Nach der Apokalypse wird sich der Anteil des Einkommens, den wir für Lebensmittel ausgeben müssen, wahrscheinlich umkehren – im Vergleich zu dem was wir heute bezahlen. Ohne den modernen Landwirt wird jeder von uns vielmehr Geld für Lebensmittel bezahlen müssen. Obgleich andere Produkte die heute knapp und teuer sind im Überfluss vorhanden sein werden, weil sie keiner mehr braucht.

Über die Menge an Einkommen, die im Vergleich mit anderen Ländern für Lebensmittel ausgegeben wird, findet Ihr hier eine interessante Übersicht (Achtung: ist ein PDF!). Gerade mal 11% unseres Einkommens geben wir für Nahrungsmittel aus. Darunter kommen eigentlich nur noch die US-Amerikaner mit 9,47%.

Ein wertvoller Beitrag

Ganz klar, ein apokalyptisches Szenario hätte tiefgreifende Veränderungen für unsere Gesellschaft zur Folge. Wir würden vermutlich eine Menge Vorteile verlieren, die uns erst die moderne Landwirtschaft gebracht hat. Der moderne Landwirt leistet für unsere Gesellschaft einen wichtigen Beitrag und hat ein paar bemerkenswerte Errungenschaften auf die Beine gestellt. Durch den Fortschritt in der Landwirtschaft sind Landwirte in der Lage uns einen opulenten Warenkorb an Lebensmitteln anzubieten, während gleichzeitig die Lebensmittel sicherer und erschwinglicher geworden sind. Ohne den modernen Landwirt hätten wir allerhöchstens die Zeit und das Geld uns mit dem absolut nötigsten zum Überleben zu versorgen. Dank der Landwirte können wir uns den Luxus erlauben anderen Zielen im Leben nachzugehen. Vielleicht ist das sogar der wichtigste Beitrag der Landwirte für unser Zusammenleben.

Wenn Du also das nächste Mal etwas über die Landwirtschaft liest oder hörst, denk daran, dass unser Leben ohne moderne Landwirte ein harter Kanten Brot wäre, den du sicher nicht verdrücken möchtest!


Am Ende möchte ich mich nochmal bei Lederstrumpf bedanken für die Übersetzung. Wer den Ursprungs-Artikel aus Stephens Sicht lesen möchte, kann das natürlich auch tun: „Life without a Modern Farmer

Veröffentlicht von

Gestatten: Sören Schewe, Wissenschaftsblogger. Gut, das sind hier alle bei den Scilogs. Aber nicht alle bloggen über Tiere und was alles damit zu tun hat. Ich auch nicht. Eigentlich möchte ich hier über jene Tiere schreiben, die man gut ohne Hilfsmittel sehen kann. Das mit der Sehfähigkeit beginnt bei mir momentan noch bei Milben. Aber die meine ich eigentlich nicht. Viel spannender finde ich Tierparks und landwirtschaftliche Betriebe. Und genau darum soll es hier gehen: das soll sozusagen ein Zoo- und Agrarblog sein mit allem, was mich sonst noch interessiert. Wenn ich gerade mal nicht hier blogge, schreibe ich auch Gastbeiträge für den Bauernblog. Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen Leser, wie ich zu dem Namen des Blogs gekommen bin. Nun, das ist schnell getan. Ich bin ein großer Fan Hunter S. Thompsons. Ich liebe seine Artikel einfach. Mit der Mischung aus messerscharfen, streng subjektiven und teils auch vulgären Analysen zum damaligen Zeitgeschehen finde ich seine Arbeiten auch heute noch unwiderstehlich. Gastblog: http://bauernblog.de/ --

43 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Zwischen 1845 und 1852 starben 1 Million Iren an Hungersnot infolge einer Kartoffelfäule. Heute hat selbst ein kompletter Ernteausfall keine solch schlimmen Folgen weil der globale Handel dies ausgleichen kann. Solch fast kompletten Ernteausfälle sind auch heute noch möglich. Man denke nur an die Hitzewelle die 2012 monatelang über grossen Gebieten der USA herrschte. Eine Relokalisierung der Landwirtschaft mag zwar in Grenzen noch sinnvoll sein, ein kompletter Verzicht auf Handel aber würde die Nahrungsmittelsicherheit stark herabsetzen.

  2. Ziemlich naive Vergleiche der Kosten vor und nach der Implosition des Systems. Es nimmt doch
    keiner an mit den heute verbreiteten bunten Papierschnipseln dann noch Essen kaufen zu
    können. Dann entscheiden Tauschgeschäfte oder Wissen und Können. Kannst du einen Pflug
    bauen oder Schwarzpulver, Alkohol ec. herstellen.

  3. „Vorsicht vor Koffeinsüchtigen nach der Apokalypse“

    Interessanter Punkt , auch ohne Apokalypse weitgehend unterschätzt.

    Stellt sich die Frage , wie sich die Landwirtschaft auf hohem Niveau aufrecht erhalten läßt , mit einer weiteren Übernutzung der Böden und dem Roden von Wäldern ist es sicher nicht getan .

    • Wälder werden ja aus vielerlei Gründen gerodet, zum Beispiel zur Gewinnung kostbaren Tropenholzes oder um Jatropha oder Palmöl als Ausgangsrohstoff für Biotreibstoff anzupflanzen, nicht nur um Getreide anzubauen oder Weideland zu gewinnen.
      Wälder bringen erst durch Nutzung Erträge ein. Deshalb steht es um die Zukunft der Regen- und Urwälder schlecht. Doch selbst wenn man Wälder nutzt kann man es nachhaltig tun oder nur den kurzfristigen Gewinn beispielsweise durch Verkauf des Tropenholzes im Auge haben. Ähnlich steht es auch um die Nutzung von Böden. Besonders grobe Methoden der Landnutzung, die nur kurzfristige Ziele verfolgen führen am schnellsten zur Degradation. Eine intensive Nutzung muss per se noch nicht bodenschädigend wirken. Nur bestimmte Formen der Übernutzung sind schädlich. So kann übernutztes Weideland in trockenen Gebieten zu kahlen Stellen und dann zur Erosion und Desertifikation führen. Allgemein sind heute die Faktoren, die zur Bodendegradation führen gut bekannt. Es sind Überweidung, Ackerbau an Hängen, Verdichtung des Bodens bis zur Versiegelung durch Maschinen (Traktoren) oder Bebauung, falsche Formen der Bewässerung, die zur Versalzung des Bodens führen. Besonders ausgeprägt sind Bodendegrationserscheinungen nicht etwa in den landwirtschaftlich genutzten Flächen Deutschlands, der USA, Kanadas oder Russland, sondern beispielsweise in Zentralamerika, Südafrika und allgemein in vielen Gebieten mit wenig Niederschlägen in denen Landwirtschaft mit falschen Mitteln betrieben wird.

    • Hallo DH;

      es gibt heute schon viele technische Möglichkeiten, um die Bodenbearbeitung und die Applikation von Nährstoffen so effektiv wie möglich zu gestalten. Ein wichtiger Punkt ist auch die Abhängigkeit von Soja-Importen. Hier wird schon über Lösungen wie die Föderung des Leguminosen-Anbaus in Deutschland nachgedacht. Ganz ohne Tiere wird es nicht gehen, Scheiße ist ein hervorragender Dünger 😉

  4. Ich bin entsetzt, sehr geehrter Herr Schewe, dass derartige Jubelarien auf die industrielle Landwirtschaft in einem Wissenschaftsblog firmieren. Ihre Begeisterung in Ehren und erst recht ihre persönliche Ansicht und freie Meinung. Nur der Kerngedanke der Wissenschaft, die zu untersuchenden Phänomene (in ihrem Fall die „moderne“ Landwirtschaft- bitte zukünftig definieren) möglichst objektiv, bzw. polyperspektivisch darzustellen, sollte auch in einem WissenschaftsBLOG erhalten bleiben. Auch wenn dem Autor hier mehr sprachliche und darstellerische Freiheiten gegeben sind als in einem Fachartikel.
    Dies sagt ihnen nicht der „Öko“ von nebenan sondern ein Agrarwissenschaftler.

    • Sehr geehrter Herr Mers,

      vielleicht habe ich eine andere Wahrnehmung als Sie, aber ich sehe diesen Beitrag keineswegs als reine Lobhudelei auf die industrielle Landwirtschaft – eher als eine Zusammenstellung einiger Fakten, wo wir momentan stehen. Natürlich ist auch ein Stück weit Begeisterung dabei. Ich empfinde es zum Beispiel – wie der Autor des Beitrages – als großen Luxus, dass ich jetzt Ihren Kommentar beantworten kann ohne mich um die Ernte sorgen zu müssen – und damit bin ich in weit größerer Gesellschaft als zum Beispiel noch um 1900 herum.

      Es ist übrigens kein Geheimnis, dass ich einige Auswüchse der Landwirtschaft bei ihrem Streben nach immer mehr alles andere als super finde: die Leistungszucht in der Tierhaltung, die Art der Tierhaltung der letzten Jahrzehnte, das Management…findet sich alles hier in meinem Blog.

      Es mag ihre Ansicht sein, dass ein solcher Artikel nicht in ein Wissenschaftsblog gehört. Allerdings schreibe ich hier nicht für Wissenschaftler oder Fachleute, sondern für Laien. Und da bringt es wenig, wenn ich ständig die aktuellsten Erkenntnisse beschreibe, während Grundlagen fehlen. Das ist meine Erfahrung als Blogger.

  5. Siehste Siehste … und mir sagen sie alle, ich sei albern, wenn ich Experimente mit Gersten- und Zichorienkaffee mache! Alles VORSORGE 🙂
    Den meisten Leuten ist heute gar nicht mehr bewußt, daß die nationale Reserve gerade mal ein paar Monate (!) ausreicht, also in keinem Fal bis zur nächsten Ernte.

  6. Die Scheiße entsteht ja zu höheren Teilen auch aus Soja. Er wird ja eingeführt um Tierfutter zu sein und nicht um Tofu draus zu machen 😉 Es schließt sich damit ein ziemlich sinnloser Kreis.

    • Soja wird den Tieren als Schrot verfüttert. Das ist jener für uns Menschen nicht mehr verwertbare Rest, nachdem für uns zuvor das Öl herausgepresst wurde.

      • Ja aus der Bohne werden 90% Sojamehl/schrot und 10% Öl. Sie wollen jetzt hier nicht transportieren, dass der Anbau wegen des Öles erfolgt, oder?
        Sojaanbau ist Tierfutteranbau, dass man das Öl zuvor abtrennt ändert daran nichts.

        • Offizielle Quellen transportieren das ähnlich wie es Sören geschrieben hat:

          „Sojabohnen enthalten etwa 20 % Öl und 37 % Eiweiß. Die Eiweißqualität ist mit der von tierischem Eiweiß vergleichbar, was die Sojabohne von anderen Pflanzen abhebt. Direkt von Menschen konsumiert werden etwa 2 % der geernteten Sojabohnen. Der überwiegende Anteil der Sojaernte wird zur Sojaölgewinnung eingesetzt, das vor allem als Lebensmittel, aber z. B. auch für die Produktion von Biodiesel verwendet wird. Der verbleibende Sojakuchen (rund 80 % der Masse) wird aufgrund des hohen Eiweißgehalts zu 98 % in der Tierproduktion verfüttert.“

          Glen L. Hartman, Ellen D. West und Theresa K. Herman (2011): Crops that feed the World 2. Soybean—worldwide production, use, and constraints caused by pathogens and pests. Food Security 3: 5-17. doi:10.1007/s12571-010-0108-x
          via http://de.wikipedia.org/wiki/Sojabohne#cite_note-foodsecurity-2

          • Da haben wir ja Glück, dass die 90% unserer „Ernteabfälle“ einen so hohen Nähr-Wert haben 😀

            Hauptsojaproduzenten: USA, Brasilien, Argentinien und China. Fällt bei den ersten 3 was auf?

            Approximately 80% of soybean is used for animal feed. (Quelle WWF). Ach halt, dass waren ja die „Ökospinner (TM)“

            This rise in the demand for soybeans reflected the discovery by animal nutritionists that combining 1 part soybean meal with 4 parts grain, usually corn, in feed rations would sharply boost the efficiency with which livestock and poultry converted grain into animal protein. As China’s appetite for meat, milk, and eggs has soared, so too has its use of soybean meal. And since nearly half the world’s pigs are in China, the lion’s share of soy use is in pig feed. Its fast-growing poultry industry is also dependent on soybean meal. In addition, China now uses large quantities of soy in feed for farmed fish. (Quelle, Earth Policy Institute)

            Tja, wer hat nun recht, Rätsel über Rätsel.

        • Leser Klaus hatte das kürzlich mal etwas auseinandergenommen:

          „Der Verzicht auf „Soja“-Importe durch Anbau heimischer Eiweißkomponenten (Erbsen) würde zu einem Flächenverbrauch 1,4 Mio. ha führen – ohne dass in Deutschland diese Fläche für eine zweite Ernte genutzt werden könnte – wie in Brasilien. Das entspräche rd. 12 % der heimischen Ackerfläche (11 Mio. ha). Und dabei importiert Deutschland „nur“ rd. 5 Mio Tonnen Sojaeiweiß, davon etwas mehr als die Hälfte in Form der Rückstände der Sojaölindustrie. Weltproduktion rd. 265 Mio Tonnen. Davon rd. 65 Mio Tonnen allein nach China!
          Und lt. Greenpeace enthält „unser“ Biodiesel bis zu 25 % Sojaöl!“

          Trotzdem wird über Alternativen zu Soja nachgedacht, sprich heimische Leguminosen. Hatte da kürzlich mal einige Anfragen verchickten, Antworten gab es noch nicht.

          http://scilogs.spektrum.de/vom-hai-gebissen/konsum-die-falsche-geissel/#comment-3960

  7. @ Guntram Breinung,

    wie schön ist es einfach lose Behauptungen in den Raum zu stellen!
    Presskuchen und Sojaöl machen ungefähr je die Hälfte des Erlöses aus
    http://www.swissgranum.ch/files/6b_d_prix_ol_moyen_r10.pdf
    aus Ermangelung einer besseren Grafik (von der ich nicht mehr weis wo ich sie im web gefunden hatte) hier zum Nachrechnen!
    Sollte sie ja nicht zu sehr fordern bei den mutigen Behauptungen die sie hier von sich geben.
    Außerdem ist es immer Vorteilhaft wenn man einen Rohstoff z.B. Soja, angebaut wegen des Öles noch für etwas anderes verwenden kann wie Tierfutter!
    Dass ist mitnichten ein sinnloser Kreis sondern gutes Ressourcenmanagement.
    Ein schöner Artikel übrigens.
    Grüße Brutha

    • Soybean meal is an essential element of the American production method of growing farm animals, such as poultry and swine, on an industrial scale that began in the 1930s; and more recently the aquaculture of catfish. Ninety-eight percent of the U.S. soybean crop is used for livestock feed (Quelle: Encyplopedia Britannica)
      98% klingt irgendwie ganz schön viel 😀

    • Wie groß wohl die Wertschöpfung von Fleisch im Vergleich zu Sojaöl ist? Gut, wahrscheinlich sind amerikanische Rancher und Farmer einfach etwas schwach in Mathe. Anstatt sie einfach Bohnen anbauen, Öl abpressen und reich werden.
      😉

  8. Wenn Du also das nächste Mal etwas über die Landwirtschaft liest oder hörst, denk daran, dass unser Leben ohne moderne Landwirte ein harter Kanten Brot wäre, den du sicher nicht verdrücken möchtest!

    Grundsätzlich richtig, aber die Argumentation bleibt absolut.
    Auch die Betreiber von LPGen konnten seinerzeit so argumentieren und taten dies auch.

    Abhelfen täte hier der Vergleich, es böte sich an vergleichend zu argumentieren, nicht absolut.
    Und lassen Sie mal das Geduze stecken, danke.

    HTH
    Dr. W

  9. @Martin Holzherr
    @ Sören Schewe

    Sehe ich genauso wie Sie beide , die technischen Möglichkeiten bestehen , das Problem ist politischer Natur , egoistische Machtinteressen verhindern bisher eine ausreichende Umsetzung der machbaren nachhaltigen Landwirtschaft.
    Der Hinweis auf nicht-westliche Länder ist dabei völlig richtig , deren „Beitrag“ wird häufig unterschätzt , vermutlich wegen des niedrigeren Energieverbrauchs pro Kopf.

    • Hallo DH,

      dass es ein Problem politischer Natur sei, stimmt ungefähr. Wenn ich mir die Entwicklung der Landwirtschaft aktuell anschaue, gibt es die konventionelle Landwirtschaft, die ökologische Landwirtschaft und bei der Tierhaltung gibt es noch ganz viele Nischen. Und alle beanspruchen ihren Bereich mit ihren Regeln, Siegeln usw. Genau dort sehe ich ein weit größeres Problem. Warum sollte ein konventioneller Landwirt mehr tun als notwendig? Er bekommt es eh nicht honoriert/bezahlt. Umgekehrt läuft ein Bio-Landwirt bei Anwendung „konventioneller“ Praktiken Gefahr sein Siegel zu verlieren. Dabei entstünde aus der Kombination dieser verschiedenen Formen sicher viel neues. Beim Tierwohl genauso: Tierschutz-Label, Aktion Tierwohl und Initiative Tierwohl – immer wieder ein neues Süppchen. Aus dieser Geschichte geht kein Gewinner raus.

  10. @Guntram Breinung

    Ich sehe da kein Problem.

    Ganz im Gegenteil:
    Die Verwendung des Sojaöls in der Lebensmittelherstellung und als Biodiesel, sowie die Verwendung des Sojaproteins in der Tierernährung ist ein super Beispiel, wie eine nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft funktionieren kann. Alles wird verwertet, nichts weggeworfen. Das ausgerechnet die Sojabohne so im Mittelpunkt der Tierernährung steht, verdankt sie ihrem hochwertigen Eiweiß. Warum sollte man sie also nicht nutzen?

    Letztens habe ich zum Thema Soja auch noch gelesen, dass die führenden Sojahändler Brasiliens, auch zukünftig kein Soja aus dem Regenwald handeln wollen.

    http://www.topagrar.com/news/Acker-Wetter-Ackernews-Brasilianisches-Soja-Moratorium-bis-Ende-Dezember-verlaengert-1340747.html

    Sehr vernünftige Idee, wie ich finde!

  11. „Ein Landwirt erzeugte um 1900 herum Nahrungsmittel in einem Umfang, um etwa 4 Personen ernähren zu können. 2010 ernährte ein Landwirt sogar 131 Personen“

    Diese Zahlen hören sich gut an sind es aber nicht.
    Die Flächen sind heute viel größer als damals. Die Hälfte der Bauern hatten damals nicht mal 2 Hektar
    Auch war die Bauernfamilie mit den Mägden und Knechten sehr viel größer als heute.

    Also muss zu einem Vergleich die Fläche herangezogen werden.

    Kaffee:
    Nunja, es ist ein Luxusartikel.
    Finde ich blöd das so was mit in den Vergleich genommen wurde.
    Trifft es doch den Nerv um den Artikel gut zu finden.

    Suche mal nach Löwenzahnwurzelkaffee

    • Freut mich, dass du den Artikel trotzdem gut findest.

      Mit den angeführten Beispielen hat es sich so verhalten, dass ich nicht groß vom Originalartikel abweichen wollte, aber die Übersetzung trotzdem auf Deutschland trimmen musste. Kaffee hielt ich für ein gutes Beispiel, da er bei uns sogar noch häufiger konsumiert wird als Bier.

      Dein Einwand ist durchaus überlegenswert.

      Welche Frage mir aber sofort aufkommt: Wer will heute noch so arbeiten wie im Jahre 1900?

      Vor 100 Jahren wurden während der Erntezeit scharenweise Schulklassen zur Ernte abgestellt. Unentgeltlich! Heute wäre das unvorstellbar.
      Ich erinnere mich noch wie ich in meiner Schulzeit öfter mal freiwillig bei der Ernte ausgeholfen habe. Am Abend ist man wie ein Fragezeichen gelaufen. Das will heute keiner mehr machen.

      Moderne Erntetechnik ist da nicht nur eine Arbeitserleichterung hinsichtlich Zeit und Kraftanstrengung, sondern vermindert auch Ernteverluste.

      Es gibt heute auch weniger Landwirte, da die Produktionseffizienz, dank moderner Technologie verbessert wurde. Das heißt, dass heute auch viel weniger Rohstoffe verbraucht werden um eine Mengeneinheit eines beliebigen Agrarerzeugnisses herzustellen.
      Das ist auch ein Grund für unseren heutigen Wohlstand.

      • Das ich den Artikel gut finde, habe ich nicht geschrieben.

        Wenn du den Satz mit dem Nerv meinst, ich meinte damit das Kaffee ein Torschlagargument ist.
        Die meisten dürften dann den Artikel nicht mehr bis zum Ende lesen.
        Du schreibst ja selber das die auf den Kaffee nicht verzichten wollen.

        Zum Wohlstand ist was nettes über Twitter gekommen:
        https://twitter.com/Rezisto/status/431708375475552256

        Zu deinem Satz:
        „Wer will heute noch so arbeiten wie im Jahre 1900?“

        Zum einen beklagt Ihr euch das die Bürger sich vom Bauernhof entfremdet haben und Ihr wollt die wieder „rein ziehen“

        Die Leute die damals unentgeltlich Erntehelfer gespielt haben, wussten noch was das Essen WERT ist.
        Und sie kannten das leben eines Bauern.

        Sie haben nicht mal eben ein Lebensmittel in die Tonne geworfen weil es einen Tag über den MHD ist.

        Aber unentgeltlich haben die auch nicht gearbeitet. Sie haben immer was von der Ernte abbekommen. Erzählte mir jedenfalls meine Oma.

        Thema Produktionseffizienz:
        Wozu diese Steigerung?
        Wir produzieren jetzt schon viel zu viel Lebensmittel.
        Die Hälfte werfen wir weg [1]
        Zudem werden wir immer Fetter[2]

        [1] http://www.planet-schule.de/sf/php/02_sen01.php?sendung=8459
        [2] http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=1259

        • Hallo maexchen.

          ich für meinen Teil beklage mich nicht unbedingt, dass sich die Menschen von der Landwirtschaft entfremdet haben. Als Stadtmensch weiß ich, dass da seitens der Medien aber auch der Bildungseinrichtungen und der landwirtchaftlichen Institutionen wie auch der Industrie viel verpennt wurde. Das Problem heute ist ja eher, dass eben jene früheren Zustände romantisiert werden. Zudem ist die heutige Landwirtschaft nicht mir einem Fingerchnipsen entstanden, sondern ist Teil einer Entwicklung, die schon um 1900 begann. Ich bin mit der momentanen Situation einigermaßen zufrieden. Natürlich gibt es Verbesserungs-Potential, das habe ich aber auch immer erwähnt.

          Lebensmittel-Verschwendung ist ein wichtiges Thema und ärgert die Landwirte, die dafür arbeiten, am meisten. Das spielen viele Faktoren mit rein wie der ständige Wunsch nach absoluter Frische oder auch ein Stück weit Angst, dass ein „abgelaufenes“ Lebensmittel schlecht ist.

        • Das ist sicherlich alles richtig was du schreibst, aber das bringt uns nicht weiter, da die heutige Landwirtschaft vor anderen Herausforderungen steht als früher.

          Ein Landwirt muss heute Ansprüchen von Tier, Umwelt und Gesellschaft, sowie seinen persönlichen Ansprüchen gerecht werden. Und das vor dem Hintergrund von Globalisierung, Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Energiewende.

          Dein Beispiel mit den Lebensmittelverlusten ist in der Tat ein Problem das angegangen werden muss.

          In den Industrieländern finden diese Verluste zu einem großen Teil am Ende der Erzeugerkette statt, also beim Endverbraucher. In armen Ländern ist es umgekehrt. Das zeigt, dass zwar mit der modernen Landwirtschaft, in der Erzeugung,
          Lebensmittelverluste vermindert werden konnten, aber gleichzeitig scheint die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln dazu zu führen, dass Endverbraucher verschwenderischer mit Lebensmitteln umgehen.

          Das wir die Freiheit haben uns fett zu essen, halte ich übrigens für vorteilhafter, als gezwungen zu sein, hungern zu müssen.

    • „Diese Zahlen hören sich gut an sind es aber nicht.“

      Deutschland:
      1900 – 26Millionen Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche bei 56 Millionen Einwohnern
      2010 – 16,7 Millionen Hektar Nutzfläche bei 81 Millionen Einwohnern

      Ist vielleicht anschaulicher.

      • Was für eine Verschwendung von Ackerfläche in Anbetracht das wir die Hälfte wegwerfen
        Zumal diese Ackerflächen bis an die Straße gehen wo früher es voll bunter Blumen blühte.

        Zudem hat es um 1900 nicht diese Importe wie heute gegeben.

        • „Zumal diese Ackerflächen bis an die Straße gehen wo früher es voll bunter Blumen blühte.“
          Und Menschen in Deutschland hungerten, nicht jede Blume eignet sich für den Verzehr.
          Was soll an der Zeit besser gewesen sein? Hunger und schlechte Ernährung sind für mich nicht erstrebenswert.

          „Zudem hat es um 1900 nicht diese Importe wie heute gegeben.“
          Da ist richtig, damals hat man auch nicht die Auswahl an Obst und Gemüse gehabt wie heute.
          Es gibt aber Länder wie Argentinien, wo Agrarexporte für die Wirtschaft wichtig sind.
          Deutschland lebt von Industrieexporten, andere von Agrarexport.

        • Tja, leider war die Zeit um 1900 keineswegs so ursprünglich, wie manche denken. Warum haben wohl die Deutschen im Ersten Weltkrieg so furchtbar gehungert? Weil durch die Blockade der Engländer die Versorgung mit Futtermitteln gestoppt wurde. Auch schon um 1900 war die deutsche Landwirtschaft in hohem Maße international ausgerichtet. Allerdings litten die Ackerbauer unter den billigen Importen aus Russland und den USA. Arbeitskräfte fand man auch immer weniger, weil die Menschen immer weniger bereit waren, sich für einen Hungerlohn abzuschuften. (Ich habe dazu heute gerade einen Handbuchartikel an den Herausgeber abgeschickt).
          Wer vom schönen Landleben der „Bauern“ träumt, sollte mal Rehbeins Erinnerungen nachlesen (http://www.zeno.org/Kulturgeschichte/M/Rehbein,+Franz/Das+Leben+eines+Landarbeiters). Die Angst vor Hungersnöten durchzieht übrigens die gesamte europäische Agrargeschichte. Das immer noch wegweisende Werk dazu stammt von Wilhelm Abel, Massenarmut und Hungerkrisen. Die Hungersnot von 1845 war die letzte große europäische Hungersnot (wenn man den Hunger in den beiden Kriegen im 20. Jahrhundert außen vor läßt).
          Diese schönen Träume vom guten alten Landleben entstanden im späten 19. Jahrhundert und wurden von bürgerlichen Träumern formuliert, die mit dem schnellen Wandel der Gesellschaft nicht klarkamen. Aber das sind alles so viele Aspekte, dafür reicht der Platz eines Kommentars nicht aus.

  12. Hi Soren,
    Great adaptation for Germany. I found it very interesting to read! I know some people might feel that the article praises large scale agriculture, I don’t think it does. By “modern,” I would include all agriculture and niches today (today vs. the past). The main intention of the article is of course to point out how our knowledge and understanding of agriculture, and technological improvements have helped benefit society.

    I would say also that that while many of the improvements have been positive; there are still many things that need to be improved in agriculture (lessen carbon footprint, ect.). That is the encouraging part though, (especially being young) there are still things to improve.

    • Thanks Stephen for your nice comment. Concerning the future of agriculture i’m with you. A lot of things need to be done, animal welfare in hogs and poultry will be the most challenging part. A dairy farm is a lot easier to present and to explain to people than a poultry farm with around 30.000 chickens per barn. Welfare is important. Not just for ethical reasons, but also to reduce antibiotics. In addition, we shouldn’t forget about those welfare problems due to the last decades of domestication and breeding to achieve faster growing bodies, a more effective digestion and more meat and weight per animal.

      • That is a good point; animal welfare is important. There are always ways to keep improving things. This should be a farmer’s focus. To make changes for the betterment of the animals

        • At least, it is not only the farmer’s focus. When it comes to development in breeding, the industry has to go forward. Since the 80s a lot of things are happening there. Currently, it is all about poultry. To develop slower growing breeds and keep it economically at the same time. Quite challenging.

  13. Hallo Sören, mutiger Artikel, wo doch alle „zurück zur Natur wollen“ – nur nicht mit dem Fahrrad.
    Man muss doch nur 1 und 1 zusammenzählen, um bei steigender Weltbevölkerung und wachsender Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln und schwindenden Ackerflächen – in Deutschland 50 bis 75 Hektar / pro Jahr – oder war es Tag? – zu dem Ergebnis zu kommen, dass nur eine weitere Intensivierung der Landwirtschaft DIE Lösung ist – keine Extensivierung á la „Greening“ (Quellen u.a. http://www.fao.org/news/story/en/item/212554/icode/ und http://www.hffa.info/index.php/resources/download-publications/publications/working-paper-5.html).
    Dass ein Rückgang des Fleischverzehr gleichzeitig zu einem Anstieg bei Pflanzenimporten führt / geführt hat, wurde vom Statistiker Keckl eindrucksvoll belegt (http://www.keckl.de/texte/Missbrauchte%20Statistik.pdf). Dass gleichzeitig ein „Bio-Hype“ – ausgelöst durch den Einstieg des Discounters in diesen lukrativen Markt – zu steigenden „Bioimporten“ und damit zu steigenden Importen und Ackerentzug für Drittländer führt, ist hinlänglich bekannt.

    • Moin Klaus, zurück zur Natur will ich auch – zumindest hin und wieder mal zur Entspannung 😉 Außerdem brauchen die Tiere des Waldes ebenfalls ihren Lebensraum. Auch auch auf dem afrikanischen Kontinent kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen zwischen Farmern und Wildtieren durch die Ausbreitung der Landwirtschaft. Es kann also nur eine Intensivierung der Landwirtschaft eine Lösung sein – auch global gesehen.

  14. Herzlichen Glückwunsch für diesen mutigen Artikel. Es ist nicht leicht gegen den heutigen mainstream anzuschreiben, der da meint nur „small ist beautiful“, die Errungenschaften der modernen technologisierten Welt wie selbstverständlich hinnimmt, dann aber trotzdem lieber das Bauchgefühl bedient und das Unbehagen wegen Unverständnis kultiviert. Ein schönes Beispiel ist der aktuelle kafkaesche Umgang mit dem Thema Gentechnik und „Genmais“ (ein furchtbares Schlagwort). Aber das ist ein anderes Thema, wenn auch ein schönes Synonym für die Art und Weise des Umgangs in EU und Deutschland mit neuen Technologien.
    PS: die Kritik des Agrarwissenschaftlers Ludwig Mers geht fehl. Es ist nicht Aufgabe eines naturwissenschaftlich geprägten Blocks ein Thema polyperspektivisch zu betrachten und etwa – wie ich annehme was gemeint war – auch moralethische oder sozioökonomische Kriterien anzulegen. Die sind „weich“ und wandelbar und somit wenig objektivierbar.

    • Hallo Torben,

      ob es wirklich der Mainstream ist, kann ich nicht sagen. Glaube eher, dass Vereinfachungen wie klein=gut einfach zu oft gesagt und debattiert werden, dass das irgendwann geglaubt wird. Einen Vorwurf möchte ich daraus nicht ableiten, hing ja selbst in dieser Sichtweise fest, bevor ich mich intensiver mit Landwirtschaft beschäftigte.
      Was Mers angeht, hast Du völlig recht. Ich hätte auch gerne mit ihm über die Probleme gesprochen, die über die letzten Jahrzehnte aufgetaucht sind/waren. Leider wollte er aber wohl nur seinen Unmut äußern. Kein völlig neues Phänomen 😉

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