Konsum – die falsche Geißel?

BLOG: Vom Hai gebissen

Notizen aus dem Haifischbecken
Vom Hai gebissen

Industrielle Landwirtschaft vs. ökologische Landwirtschaft, Agrar-Industrie vs. dessen kleinbäuerliches Pendant – in diesem Kontext taucht dann auch meist noch die viel gescholtene Massentierhaltung auf, wobei kleinen Betrieben ein höheres Tierschutz-Niveau zugetraut wird. Und dann wäre da noch der Fleisch-Konsum bzw. die ihm anhaftende Ansicht, ein geringerer Konsum verhindere Massentierhaltung. Einige Gedanken dazu.

Bevor es losgeht, noch zwei kleine Exkurse: Letztes Jahr schrieb ich einen Artikel über Vermont und Wisconsin, lange Zeit auch bekannt als die Milchvieh-Staaten schlechthin – ein Status, der mittlerweile heftig ins Wanken geraten ist. Steigende Kosten im laufenden Betrieb und das ständige Gezerre um einen möglichst niedrigen Milchpreis zwingen gerade kleinere Betriebe zur Aufgabe, während ihre Tiere an größere Betriebe verkauft werden. Dieses Phänomen gehört dort zum Strukturwandel, ist aber ziemlich exakt so auch auf Deutschland übertragbar.

Erst kürzlich las ich folgende Meldung:

Im Zuge der verpflichtenden Umstellung auf die Gruppenhaltung haben in Niedersachsen mehr als 20 % der Sauen haltenden Betriebe die Ferkelerzeugung eingestellt. Vor allem kleinere Betriebe und viele Nebenerwerbslandwirte haben aufgegeben, so die Landvolkverbände in Südoldenburg und im Emsland in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Hoppla. Tatsächlich sind auch strengere Auflagen durch neue Gesetze immer wieder ein Garant für das Ende kleiner Betriebe. (3)

Während meiner Suche nach Gründen, weshalb Kühe draußen oder auch mal im Stall gehalten werden, stieß ich dann noch auf etwas anderes. In der ökologischen Landwirtschaft soll die Anbinde-Haltung für Milchvieh dieses Jahr verschwunden sein. Eine Ausnahme bilden dabei sehr kleine Betriebe. Exakte Betriebs-Größen werden leider nicht genannt, aber ich schätze einfach mal, dass viele Betriebe in Bayern nochmal davon kommen. Eine konsequente Umsetzung der Abschaffung angebundener Kühe hätte mit Sicherheit auch das Ende vieler Betriebe bedeutet.

Moderne Landwirtschaft

Die Kuh ist nichts anderes als eine Maschine – man investiert Futter und gewinnt Milch. Dicht gedrängt stehen sie im Stall, der Kuhtrainer stellt sicher, dass die Kühe ihren Kot außerhalb der Box absetzen, indem er sie zu einer bestimmten unangenehmen Haltung zwingt. Hygiene ist wichtig. Regelmäßig kommt der Besamer vorbei, denn ohne Kälber gibt es auch keine Milch. Fortschritte gibt es auch beim Geflügel zu vermelden: Penicillin, Aureomycin und Terramycin, heißen die antibiotischen Wundermittel, mit deren Hilfe Brathühner jetzt schon nach 9 statt 12 Wochen schlachtreif sind.

Exakt so wird die moderne Landwirtschaft beschrieben – natürlich nicht heute, sondern vor 50 Jahren, in einem Buch des Zukunftsforschers Robert Jungk. In einem Milchvieh-Betrieb aus der guten alten Zeit sah es übrigens so aus (ab Min. 10:24 erscheint der Betrieb):

Effizienz

Der Grund für den kleinen Geschichts-Exkurs ist Effizienz. Produce more with less – eine Aussage, die ich gerade jetzt öfter lese, wenn es um die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung geht. Tatsächlich ist das aber nicht neu, sondern war schon immer Bestandteil der Landwirtschaft – aus ökonomischen wie auch ökologischen Gründen (1). Damit waren wir dann auch bei meiner These, dass ein geringerer Konsum tierischer Produkte nicht automatisch mit kleineren Betrieben einhergeht (2). Das klingt vielleicht plausibel, klappt aber nicht. Meiner Ansicht nach fördert weniger Fleisch eher das Gegenteil, also größere Betriebe, weil der geringere Absatz die Branche ökonomisch weiter unter Druck setzen würde. Und wenn die Margen immer bzw. noch kleiner werden, muss man wachsen, um zu überleben – das bekannte Spiel.

Tatsächlich sind gigantische Schweine- und Geflügelmast-Betriebe der Inbegriff der industrialisierten Massentierhaltung, gleichzeitig aber eben auch furchtbar effizient, exakt deshalb. Die Preisgestaltung ist ziemlich auf Kante, große Spielräume gibt es nicht. Wie eng die Preisgestaltung ist, sieht man beim Privathof-Geflügel von Wiesenhof recht gut. Mit einem gerade mal um die 30% höheren Preis pro Tier sind die einhergehenden Veränderungen (mehr Platz durch geringeren Besatz, langsam wachsende Rasse, Beschäftigung, Außenbereich) gegenüber der konventionellen Mast schon sehr deutlich.

Das Problem: Wachsen oder Weichen…

…heißt die passende Formulierung dazu: Investitionen aufgrund neuer Gesetze und Auflagen sowie zur Verbesserung des eigenen Betriebsablaufes und ein stetiger Preisdruck bei konstanten oder gar steigenden Betriebskosten. Ich habe dabei grundsätzlich kein Problem mit größeren Betrieben, wenn die Tiere dafür in modernen Ställen leben. Nur sollten wir bedenken, dass Landwirte ihre Betriebe nicht beliebig vergrößern können oder wollen – trotz all der Technik, die die Arbeit erleichtert. Irgendwann ist Schluss. Wenn uns kleine Betriebe am Herzen liegen, muss es andere Wege geben.

So wie in Niedersachsen klappt es jedenfalls nicht.

Anmerkungen

  1. Genau lesen! Nicht alles, was in diesem Bereich super erschien, war es letztlich auch. Fütterungsantibiotika waren/sind vielleicht ökonomisch hilfreich, ökologisch (Dünger) und medizinisch ( Resistenzen) gesehen aber eher daneben – und deshalb auch verboten.
  2. Bevor jetzt jemand mit der Maus in der Hand losrennt und in meinem Blog nach exakt dieser Aussage sucht, macht Euch keinen Stress. Ich weiß, dass ich das auch schon so behauptet habe. Je mehr ich dazu lese, desto schwerer fällt es mir allerdings daran festzuhalten.
  3. Wer gerade nicht weiß, was ich meine: siehe Topagrar unten.

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Wissenschafts- und Agrarblogger seit 2009 – eher zufällig, denn als „Stadtkind“ habe ich zur Landwirtschaft keine direkten Berührungspunkte. Erste Artikel über Temple Grandin und ihre Forschungen zum Thema Tierwohl wurden im Blog dann allerdings meiner überwiegend ebenfalls nicht landwirtschaftlichen Leserschaft derart positiv aufgenommen, dass der Entschluss zu einer stärkeren Beschäftigung mit der Landwirtschaft gefallen war. Auch spätere Besuche bei Wiesenhof und darauf folgende Artikel konnten die Stimmung nicht trüben. Seit 2015 schreibe ich auch gelegentlich für das DLG-Blog agrarblogger.de, teile meine Erfahrung in der Kommunikation als Referent und trage nebenbei fleißig weitere Literatur zum Thema Tierwohl zusammen. Auf Twitter bin ich unter twitter.com/roterhai unterwegs.

29 Kommentare

  1. Im Sinne der energetischen Nachhaltigkeit wäre es ja schon sinnvoll, weniger Fleisch zu konsumieren. Wenn das in einer Marktwirtschaft funktionieren soll, müsste eine entsprechende Steuer Fleischprodukte verteuern.
    Eine Partei die einen solchen, m.E. vernünftigen Ansatz propagieren würde, wäre vermutlich sofort unter der 5% Hürde.
    Aber Sie haben recht, auch künstlich verteuertes Fleisch wäre sicher kein Vorteil für kleinere Betriebe.

    Ihr zweiter Link führte ins Nirwana. Meinten sie den?
    http://www.topagrar.com/news/Schwein-News-Niedersachsens-Schweinebetriebe-werden-immer-groesser-686761.html

    • Hallo Ralph,

      Du spricht da natürlich wieder einen anderen Aspekt an. Das kann durchaus stimmen, für eine fundierte Meinung dazu würde ich aber gerne noch ein paar Paper lesen. Runtergeladen habe ich sie immerhin schon 😉

      Steuern sind immer ein beliebtes Mittel, um etwas zu begrenzen – so die Idee dahinter. Ob das klappt – oder vielmehr: ob die Industrie da mitmacht- sei mal dahingestellt, ich würde es bezweifeln. Für die Betriebsgrößen allerdings – das hast Du richtig erkannt – dürfte die Entwicklung den bekannten Weg gehen.

      Ich meinte diesen Link (Danke für den Hinweis!): 20% der Sauenhalter haben aufgehört bei Topagrar.

  2. Ich finde es völlig in Ordnung, den (übermäßigen) Konsum zu geißeln. Weniger Fleischverzehr bedeutet weniger Tiere in der Haltung.

    Dass eine Verringerung der Zahl der gehaltenen Tiere nicht einhergeht mit kleineren Betriebsgrößen, verwundert aber nicht. Das könnte man wohl nur erreichen, wenn man gleichzeitig mit der Verringerung der Tierhaltung das Transportieren der Tiere über weite Strecken verbietet (oder es müsste derart teuer werden, dass es sich nicht mehr lohnt). Bei 60 km müsste Schluss sein, dann hätten wir sicherlich wieder viele kleinere Betriebe. In denen dann die Rinder auf der Weide geschossen werden können. Wie man Sauen jagdmäßig das Lebenslicht ausblasen kann, weiß ich nicht. Hat jemand eine Idee?

    • Hallo Balanus,

      tatsächlich ist uns die Verringerung der Tierzahlen bis heute recht gut gelungen, indem wir Tiere gezüchtet haben, die viel mehr Fleisch und Milch produzieren als ihre wilden Vorgänger.

      Dein Vorschlag über die Transportwege überzeugt mich noch wenig. Das ist mir zu national gedacht (was nicht schlecht sein muss, die Transport-Längen sind innerhalb Deutschlands durchaus begrenzt). Leider wird nicht nur innerhalb Deutschlands separat über neue Tierschutz-Maßnahmen entschieden, sondern auch durch die EU. Zweites Problem: einer der größten Kostenfaktoren für den Landwirt ist das Futter, das weltweit gehandelt wird.

      Über Facebook las ich den Vorschlag der Direkt-Vermarktung für kleine Betriebe, mir geht es aber um den ganzen Markt. Dafür müssen wir raus aus der Nuss-Schale.

  3. Hallo Sören,

    ich kannte das Beispiel Dänemarks im zweiten Weltkrieg. Man entschloss sich Haustiere zu schlachten da man so mit der gleichen Anbaufläche mehr Menschen ernähren konnte. So entkam man einer Hungersnot. Überrascht war ich, als meine Tochter – damals in der Unterstufe – anfing von Nahrungsketten und Nahrungseffizienz zu erzählen. Offenbar hatte sie einen guten Biologielehrer. Seitdem ernährt sie sich vegetarisch. (Lieblos gehaltene Tiere taten ihr allerdings schon immer leid, selbst die im Frankfurter Zoo. )

    • Hallo Ralph,

      das ist ein wirklich spannender Kommentar. Die These, dass wir mit einer global vegetarischen Ernährung mehr Menschen ernähren könnten, ist mir nicht neu. Allerdings werden dabei immer einige Aspekte vergessen – zum Beispiel jener, dass weite Flächen auf unserem Planeten für Ackerbau schlicht wertlos sind. Das kann an der Bodenqualität liegen, aber auch an der Lage, die Almwirtschaft ist da ein gutes Beispiel. Was dort aber so gut wie immer wächst, sind Gräser. Auf den ersten Blick also nutzlos für uns, werden sie aber nutzbar, indem wir Wiederkäuer draufstellen.

      Wenn es um die Stärkung/Verbesserung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zum Beispiel auf dem afrikanischen Kontinent geht, spielt immer auch Tierhaltung eine Rolle – schon deshalb, um billigen Dünger zu bekommen, der dann durch seine Nährtoffe wieder die Erträge auf den Feldern verbessert.

      Und so sind auch an vegetarischer Ernährung durchaus auch Tiere beteiligt. Effizienz ist ein extrem wichtiges Thema, keine Frage – nur was das exakt bedeutet, ist teils schwer allgemein gültig festzulegen.

  4. einige Kommentare auf Deinen guten Artikel verwundern sehr. Insbesondere ein vermeintlicher Zusammenhang zwischen weniger Fleischverzehr, weniger “böse” Tierhaltung und mehr satte Menschen. Das genaue Gegenteil ist der Fall, was Du – nie müde werdend – immer wieder richtig stellt. Wer’s immer noch nicht kapieren will, schaue sich die aktuellen Statistiken aus Deutschland an: sinkt der Fleischverzehr um 1,3 %, steigen die Pflanzenimporte um 25 % – zu Lasten der Drittländer (http://www.keckl.de/texte/Missbrauchte%20Statistik.pdf). Und eine vegetarische Ernährung schont natürlich auch nicht das Klima: http://www.foxnews.com/health/2013/02/11/are-plant-based-diets-environmentally-friendly/ (Originalstudie: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0921800912000043).

    • Hallo Klaus,

      vielen Dank für Deine Ergänzungen und noch frohe Weihnachten. Nun ja, nie müde werdend ist schön gesagt. Ich will halt die Zusammenhänge ergründen – für mich wie auch für Euch Leserinnen und Leser, die das ebenfalls interessiert. Keckl ist immer gut, den werde ich mir mal gönnen 😉

      Mir ging es in diesem Artikel dabei nicht nur die Ernährung der Menschen, sondern eben auch das leidige Thema großer Betriebe aka industrieller Landwirtschaft. Um die werden wir nicht herumkommen – auch nicht beim Leistungsniveau, schließlich bedeutet mehr Milch/Fleisch pro Tier auch weniger Tiere für die gleiche Menge Fleisch. Da bin ich gespannt, was die Landwirtschaft auf dem afrikanischen Kontinent angeht. Dort spricht sich das auch langsam rum, nur kann man dort aus klimatischen Gründen nicht einfach ein paar Holstein-Frisian da hinschicken. Wenn Du da Infos zur Hand hast, würde mich das natürlich freuen.

      • Hallo Sören,

        Du schreibst: “Da bin ich gespannt, was die Landwirtschaft auf dem afrikanischen Kontinent angeht. Dort spricht sich das auch langsam rum, nur kann man dort aus klimatischen Gründen nicht einfach ein paar Holstein-Frisian da hinschicken.”

        Mich hat ein ruandischer Bekannter, der in Ruanda Milchbauer im Nebenerwerb ist, gefragt, wie er die Milchproduktion seiner Kühe erhöhen kann. Er hoffte dabei, im Hinblick auf Tierhaltung und -versorgung, Zugang zu Ressourcen, auf Hilfe aus Deutschland (wo er auch sein BWL-Studium absolviert hat). Auf meine Frage welche Rasse denn seine Kühe angehören, antwortete er: Sie seien gemischt aber er wüsste nicht aus welchen Rassen. Auf die Frage was für Futter sie bekommen antwortete er: Mais-Kleie. Kurz, der Betrieb läuft es ist aber noch viel Luft nach oben…. Das wissen die Leute selbst. Leider können die wenigsten Bauern dort selber einen deutschen Bauern oder Agrarwissenschaftler einladen mal ein paar Wochen auf dem Hof zu verbringen und Tipps zu geben. Ich weiss aber, dass viele das gerne tun würden. Vielleicht tut sich da auf Twitter oder anderen Social Media Sites was in der Richtung.

  5. Afrika und “intensive” – ich spreche lieber von “professioneller” Landwirtschaft (schließt “bio” mit ein) – ist FAO wohl die richtige Quelle: http://www.fao.org/docrep/018/i3396e/i3396e.pdf
    Die Afrikaner haben auch erkannt, dass nur bezahlbare tierische Produkte vor Raubbau (http://www.animalfrontiers.org/content/2/4/40) und Ressourcenverschwendung schützen.
    Empfehlenswert ist auch diese Untersuchung: Increasing global crop harvest frequency: recent trends and future directions. Environmental Research Letters, 2013; 8 (4): 044041 DOI: 10.1088/1748-9326/8/4/044041
    Tenor: v.a. in Afrika, Lateinamerika und Asien muss / kann die Landwirtschaft optimiert werden. So sind in Brasilien z.B. aufgrund der klimatischen Gunstlage bis zu zwei Ernten möglich. Vielfach wird aber nur einmal geerntet. Insbesondere Soja ist eine Boden verbessernde Erstfrucht. Würden Anbau, Pflanzenschutz und Ernte optimiert, ließe sich der Ertrag leicht verdoppeln, ohne Wälder urbar zu machen. Dasselbe gilt für den Aufbau moderner Tierhaltungssysteme zur besseren Tierüberwachung und -Versorgung, um Wildtierbestände zu schützen.

    • Hallo Klaus,

      Deine verlinkten Quellen schau ich mir gerne mal an. Besonders die Geschichte mit Soja wurmt mich bisher noch etwas, fände spontan Lösungen für eine gewisse Unabhängigkeit interessanter. Aber bin auch gerne bereit meine Meinung da nochmal zu ändern.

      Guten Rutsch und auf viele weitere Kommentare von Dir im nächsten Jahr!

      • Hallo Sören,

        eine Unabhängigkeit von importierten Soja ist machbar, derzeit aber leider nicht bezahlbar (http://www.proteinmarkt.de/fileadmin/user_upload/eurotier-2012/bilder/Fachartikel_GVO-freie_Schweinefuetterung-WEB.pdf und http://www.aid.de/presse/aktuell.php?mode=beitrag&id=5806). Was wwf und Co leider immer vergessen sind die in Mitteleuropa stark schwankenden Temperaturen, die nicht nur zu stark schwankenden Erträgen sondern auch zu einem Mykotoxinrisiko werden (können). Im Ökolandbau soll sich der Sojaanbau nur Dank Bewässerung lohnen (http://www.lwk-niedersachsen.de/index.cfm/portal/6/nav/328/article/21945.html). Wie schön, dass Deutschland (noch) “Wasser ohne Ende” hat …. . und Tenor zu heimischen Eiweißstrategie: Der Verzicht auf “Soja”-Importe durch Anbau heimischer Eiweißkomponenten (Erbsen) würde zu einem Flächenverbrauch 1,4 Mio. ha führen – ohne dass in Deutschland diese Fläche für eine zweite Ernte genutzt werden könnte – wie in Brasilien. Das entspräche rd. 12 % der heimischen Ackerfläche (11 Mio. ha). Und dabei importiert Deutschland “nur” rd. 5 Mio Tonnen Sojaeiweiß, davon etwas mehr als die Hälfte in Form der Rückstände der Sojaölindustrie. Weltproduktion rd. 265 Mio Tonnen. Davon rd. 65 Mio Tonnen allein nach China!
        Und lt. Greenpeace enthält “unser” Biodiesel bis zu 25 % Sojaöl!

        • Hallo Klaus,

          ich lasse das erstmal so stehen, bedanke mich für Deine Zeit und Mühe und werde mir Deine Quellen mal vornehmen – für noch bessere Artikel 2014 😉

  6. Soviel Unsinn auf einen Haufen, da weiß ich echt nicht, wo ich anfangen soll.

    Wenn ich in Deutschland weniger Fleisch pro Kopf verbrauche, dann muss ich weniger produzieren. Das Argument, was ja immer gern kommt, wenn wir auf ökologisch überall umstellen, dann könnten wir nicht mehr alle versorgen, wird damit entkräftet. Es ist übrigens das gleiche Argument, was gegen die Abstellung der Atomkraft sprach. Fakt ist, obwohl alle Meiler vom Netz gingen, haben wir noch Energie exportiert.
    Wenn ich weniger produziere wird es angeblich teurer. Auch das ist Unsinn. Teurer würde es nur, wenn ich das mit einem Schlag auf Kleinstmengen zurückfahren würde. Das soll ja gar nicht geschehen. Zudem muss ich mir anschauen, woraus sich der Preis zusammensetzt. Die Gewinnmarge ist häufig der entscheidende Preisfaktor beim Lebensmittel, nicht die tatsächlichen Unkosten. Wenn ich bessere Qualität liefere, dann sind vielleicht auch die Kosten höher. Im Umkehrschluss, wir haben deshalb so niedrige Preise, weil wir Schrott liefern. Schrott in Bezug auf die Fleischqualität, Schrott in Bezug auf die Bezahlung der Personen, die das produzieren (immer weniger Betriebe, also immer weniger Eigentümer, immer weniger Familienbetriebe, dafür mehr Fremdangestellte). Schrott in Bezug auf die Umwelt (keine Flächenbindung, Abwasserverschmutzung, Transportwege…), Schrott in Bezug auf die Gesundheit (Antibiotikaresistenz), Schrott in Bezug auf die Steuereinnahmen und die Entwicklung des ländlichen Raumes (Futtermittel werden woanders produziert, Eigentümer sitzt und zahlt Steuern (wenn überhaupt) wo ganz anders als der Riesenbetrieb steht, Arbeitskräfte werden von auswärts hingekarrt)…
    Die großen Betriebe, die in Deutschland stehen und entstehen produzieren auch nicht für dne deutschen Markt, sondern sie sind für den Export bestimmt. Siehe dazu entsprechende Aussagen der ehemaligen niedersächsischen CDU-Regierung und der Selbstversorgungsgrad Deutschlands sowie der Pro-Kopf-Bedarf der letzten Jahre entprechender tierischer Lebensmittel. Schweine nach Russland, Rinder nach Nordafrika, Geflügel nach China …
    Wie sind nur bedingt effizienter in der Tierhaltung geworden. Die Ressourcen, die diese Tierhaltung verschlingt, sind ebenfalls enorm. Die Bilanz, die sich dann unter dem Strich ziehen lässt, sieht eher fatal aus. Denn beispielsweise die Milchkühe, die heute in Deutschland hauptsächlich stehen, kommen eben nicht mit heimischem Futter aus, sondern benötigen Kraftfutter von anderen Kontinenten, damit sie die Milchleistungen erbringen können. Die Nährstoffgehalte der Futtermittel sind viel höher und dichter. Dementsprechend hoch ist der Aufwand in der Produktion dieser Lebensmittel. Eine Holstein-Friesian würde heutezutage bei reiner Weidehaltung jämmerlich eingehen (wenn entsprechende 7000-8000 l Milch / Jahr von ihr gewonnen werden). Wo das besonders effizient ist, erschließt sich mir nicht.
    Und andere Länder könnten sich deutlich besser selbst ernähren, wenn Deutschland nicht seinen ganzen Mist dort abkippen würde. So zum Beispiel Hühneranteile, die sich hier nicht vermarkten lassen und teuer entsorgt werden müssten (weil wir hier hauptsächlich Hühnerbrust wollen, selbst im Geflügelsalat), gehen in afrikanische Länder zum Spottpreis und machen dort einheimische Produktion platt. Auch das ist nicht effizient, sondern kontraproduktiv.
    Wir müssen in Deutschland nicht auf Teufel komm hinaus produzieren. Wir würden den hungernden Menschen einen viel größeren Gefallen tun, wenn wir sie ihre Lebensmittel lieber vor Ort produzieren lassen, statt ihnen durch Biotreibstoff, Kraftfutter u.ä. die eigenen Flächen für die landwirtschaftliche Produktion über Agrarkonzerne wegnehmen. Dann könnten diese auch Weidehaltung weiter betreiben, statt riesige Flächen für den Ackerbau umzupflügen.

  7. Really good article Soren. I’ve also noticed that with regulations. While regulations are usually well intentioned in agriculture, they almost always result in reducing the amount of small farms. Regulations usually lead to higher costs of doing business, and large farms always have the advantage to spread these costs. The small farms usually have the most trouble meeting the increased regulations, and even cause some to exit the business. That’s what I’ve noticed here in California
    I really enjoyed the video you posted to. It’s interesting how similar dairy farming looked 50 years ago and now. While technology is obviously much more advanced, the farm practices are nearly identical

    Regards,
    Stephen

    • Hey Stephen,

      great to see your comment here. You are absolutely right about regulations, higher welfare standards lead to higher costs in production. Over here in Germany we have many discussions about reducing meat consumption to increase the number of smaller farms (which are disappearing for decades). In this article i tried to explain why this idea doesn’t work in my opinion. It is all about money and those Concentrated Animal Feeding Operations are the most effective way to produce milk, meat and eggs. So we should focus on higher prices – but not that much higher. 10-30% already help a lot to establish eben better welfare standards and smaller farms also have a future.

      Am I right here?

      • Exactly, I think you’re right on. Like you said, market economics are the reason why small farms exit the business. I don’t see how anyone could think that reducing consumption for animal products would help small farmers. In fact, it would most likely accelerate the trend of the smaller farms exiting. With less consumption, you have a smaller market for the industry to share. That means less farms will be needed to fulfil supply. This would force the smaller less efficient, and less capitalized farms to exit the market. Large farms will dominate because they are the best positioned to survive a drop in demand from people consuming less.
        Higher prices would probably help. Here in the U.S., organic dairy farmers can get 2-3x the price for organic milk. This has helped many small dairies in California stay in business. So that may prove your premise to be right

        • Thanks Stehphen for your feedback. Really great for me to have an US-american view here in my blog. I also wrote an article about the situation in Wisconsin. Years ago it was one of those dairy states in the US and now farms are decreasing, while California is doing quite well. Good for you!

          • Yes likewise, good to read your perspective. I’ll be looking forward to reading your future articles. Or at least attempting with the language barrier haha

  8. >>>. Die Bilanz, die sich dann unter dem Strich ziehen lässt, sieht eher fatal aus <<< Wie sieht denn die Bilanz in einem "Bio-Milchviehbetrieb" aus?
    Warum sollte Deutschland nicht das "Abfallprodukt" vom Soja in der Fütterung einsetzen?
    Warum breiten sich Unternehmen wie Straathof aus? Schon mal versucht einen Stall für 1500 Schweine zu bauen? Da verwundert es nicht, wenn "anonyme" Unternehmer Ställe bauen, denen ist das Image im Dorf nicht so wichtig, die können nachts schlafen, weil die irgendwo anders leben.
    Die bäuerliche Landwirtschaft wird mit diesem ganzen Gezeter und Getöse immer mehr ins Abseits gedrängt.
    Auflagen verschlingen Unsummen, die kann man mit kleinen Ställen gar nicht wieder rauswirtschaften.
    Und wenn man das dann trotzdem macht, dann kommt ein Grüner Remmel um die Ecke und zaubert ein neues Gesetz hervor, das einem dann den Rest gibt.

    In Dänemark stellen inzwischen die Biomelker wieder um.
    Es wird Zeit, das die Landwirtschaft wieder mehr Beachtung findet, Fachleute mehr Gehör finden.
    Der Städter und die GreenNGOs, die einen Acker vom Hörensagen kennen, sind sicher keine guten Berater, wie Landwirtschaft funktioniert.
    Die Landwirtschaft hat in den letzten 30 Jahren riesige Anstrengungen unternommen, um den Umwelt-, Tierschutz und Lebensmittelsicherheit zu verbessern.

  9. @jens: hier wird einiges durcheinander gebracht – oder Frust abgeladen?
    zu “Bio” und Welternährung: Hier hilft ein Blick in die Schweiz mit doppelt so hohen Erlösen – für Bio und konvi-Produkte, wie bei uns: zwischen 1990 und 2005 stieg die Zahl der Biobetriebe in der Schweiz an, seit 2005 kehren viele Bauern der Bioproduktion den Rücken (Quelle: http://www.landwirtschaft.ch/de/aktuell/agronews/detail/article/2010/11/03/biobauern-steigen-vor-allem-aus-finanziellen-gruenden-aus/). Auch bei uns ist ein Überleben der Ökobetriebe nur Dank Förderung und Prämien möglich (Quelle: http://www.zds-bonn.de/buchfuehrungsergebnisse_oekologischer_betriebe_in.html).
    Und wer glaubt, dass tierische Lebensmittel in Form von Flügeln, Hälsen und Schlegeln als “Müll” in Drittländern “entsorgt” werden muss, kennt die betriebs- und volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht oder will sich damit nicht auseinander setzen. Wenn doch, einmal den sehr ausschlussreichen Artikel von Georg Keckl zu genau diesen Brot-für-die-Welt-Vorwürfen lesen: http://www.keckl.de/. Dort finden sich auch Information zu Ernährung der landwirtschaftlichen Nutztiere – mit überwiegend heimischen futtermitteln. Womit auch sonst. Und wer nicht glaubt, dass ein norddeutscher Rindviehbetrieb keine 8.000 Liter Milch aus Grundfutter erzeugen kann, der hat im Studium im Fach Tierernährung nicht aufgepasst …. .

  10. @jens: dem Vorwurf des Ackerentzugs in Drittländern durch unseren Hunger nach “Bioenergie” stimme ich uneingeschränkt zu. Nur: wer soll es den brasilianischen Landwirten verdenken, diese lukrative Nachfrage zu bedienen, wenn sie im Gegenzug viel preiswerter Weizern importieren können? Profiteur dieser Entwicklung ist die Tierhaltung, die die Nebenprodukte aus der Pflanzenölinustrie (Soja-. Rapsexktraktionsschrote) über den Darm veredeln darf. Lt. Greenpeace sollen in deutschem Biodiesel bis zu 25 % Sojaöl enthalten sein?? Sojabohnen werden nebenbei bemerkt im südwesten Brasiliens angebaut, meist als bodenverbessernde Vorfrucht zu Mais.

  11. Klaus, ja Frust ist auch dabei, weil ständig Argumente zum Teil an den Haaren herbeigezogen werden. Sicher ist auch der Biomarkt gewissen Trends unterworfen und es gibt ein Auf und Ab. Den Zeitraum, den du benannt hast, ist aber auch durchaus ein Zeitraum mit einer Wirtschaftskrise. Der Artikel, den du zur Schweiz zitierst, zeigt, dass es sich nur um einen kleinen Teil der Biobauern handelte, den der Gewinn zu klein war (rund 14 %). Aktuelle Zahlen (von 2011 und 2012 zeigen aber wiederum einen Anstieg der Biobetriebe in der Schweiz): http://www.bio-suisse.ch/de/bioinzahlen.php
    Auch normale Landwirte erhalten Fördergelder. Streich mal die EU-Subventionen für bestimmte Pflanzen, Milch u. ä. und dann hör dir das Gejammer der konventionellen Landwirte an. Aber was viel wichtiger ist, es geht nicht darum, Landwirte zu verteufeln, sondern die Agrarindustrie ist das Problem. Immer größer ist eben nicht die Lösung. Die Probleme der Landwirte wurden nicht durch Auflagen und Tierschützer größer, sondern weil sie immer größere Betriebe haben müssen, damit a) der Einzelhandel ihnen überhaupt noch Ware abnimmt (der Eiererzeuger, der unter 40000 Eiern nicht mehr angefahren wird), Gewinnmargen, die bei 1 Cent pro 100 Eier liegen usw. Es soll immer billiger werden, aber immer zu Lasten der Landwirte, indem die Produktionskosten weiter gedrückt werden. Und da spielen Konzerne wie Wiesenhof (PHW-Gruppe) eine entscheidende Rolle, weil sie mit ihrer Integration von der Zucht bis zur Verarbeitung und Vermarktung alles in der Hand haben. Betriebswirtschaftlich mag das für die großen Betriebe irgendwie sinnvoll sein, aber volkswirtschaftlich ist es eine Katastrophe und auch der Grund, warum eben kleinere betriebswirtschaftlich solche Probleme haben. Die Lösung ist: Begrenzung durch Flächenbindung für Futter und Gülle/Mist (letzteres zumindest regional und nicht für den einzelnen Betrieb -> Kooperation zwischen Ackerbau und Viehwirtschaft), damit die volkswirtschaftlichen Kosten im Betrieb bleiben und nicht auf die Allgemeinheit abgeladen werden.
    Natürlich ist Soja durchaus auch für den Boden gut, so wie Lupine bei uns, sind ja alles Leguminosen. Aber vorher stand da mal Wald oder war Prärie o. ä.

    Personen wie Remmel oder Meyer versuchen lediglich diese Auswüchse, die Landwirte eben eher schaden als nützen in den Griff zu bekommen. Leider sind noch viel zu viele Landwirte desinformiert. Kein Wunder, wenn ich mir die Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes anhöre, was die für einen Unsinn von sich geben. Moderne Familienbetriebe oder auch Mehrfamilienbetriebe sind die Zukunft für eine nachhaltige tragfähige Landwirtschaft. Solange das nicht erkannt wird und die Familienbetriebe in Deutschland immer weiter zurückgehen und dafür immer mehr Lohnarbeiter in der Landwirtschaft arbeiten, werden die Probleme größer werden. Und nein, Städter sind keine dummen Menschen. Es sind eher Menschen, die eine externe Sichtweise haben und daher mancher Nebel nicht ihre Gedanken trübt. Auch wenn sie viele Abläufe und Zusammenhänge nicht kennen, so können sie doch artikulieren, was sie möchten. Und wer als Landwirtschaftliche Organisation (DBV, ZDG, …) über Jahrzehnte Verbraucher für Dumm verkauft hat und das immer noch tut, braucht sich auch nicht wundern, wenn der Unmut dann mit einmal kommt. Zudem produzieren wir in Deutschland mittlerweile für den Export. Auch die Betriebsvergrößerungen sind in der Tierproduktion hauptsächlich für den Export. Wozu?

  12. Nachtrag zu Klaus:

    Keckl vermutet in seinem Artikel dazu viel. Was nicht aufgeführt ist, sind Schlachtabfälle, die als Schlachtabfälle entsprechend deklariert sind. Zudem gab es natürlich Länder, die sich wehren konnten, so wie Südafrika. Aber eben nicht alle Länder. Und die Kritik ist, dass es eben bei uns nicht verarbeitet wird. Warum muss im Geflügelsalat Brust sein? Diese Geflügelteile, Schlachtabfälle und Teile, die bei uns nicht verarbeitet werden, wurden nach Afrika billig abgegeben und dort billig verkauft. Damit wird aber hier argumentiert, wir müssten immer mehr produzieren, damit wir auch Afrika versorgen können, weil die hätten die ja nix. Nein andersherum, lasst sie dort selbst anbauen und verkaufen und nicht sie mit unserem “Abfall” überschütten, sondern lieber zusehen, dass wir “unseren Abfall” lieber selbst verwerten!

    8000 l ist zwar deutscher Durchschnitt, aber die Kühe sind durchaus weiter und 10000l, oder gar bis zu 20000 l einzelner Tiere (http://www.bernerzeitung.ch/wissen/natur/Die-moderne-Hochleistungskuh/story/13135703) sind dann schon fraglich, ob sie noch mit Grünfutter erreichbar sind.
    Zudem sieht das wohl die Niedersächsische Milchwirtschaft auch etwas anders. Bei ihr bekommen nämlich die durchschnittlichen deutschen 8000 l Kühe eben nicht nur Grundfutter:
    http://www.milchland-niedersachsen.de/downloadcenter/Milchcharts_Teil6.pdf Und ja, Weidehaltung finde ich super für Milchkühe, aber die Energie reicht nicht für 8000 l. Eine Kuh in Weidehaltung schafft etwa 15 bis 18 l / Tag (Supplemente Tierernährung, 2004) ohne Kraftfutter, die Durchschnittskuh ist aber bei 22 l / Tag, mit Ziel bei 27 l / Tag für die sie dann Kraftfutter benötigt. Die Zahlen sind natürlich alle etwas vereinfacht, da spielen viele Faktoren eine Rolle, aber 8000 l werden zumindest in Deutschland nicht ohne Kraftfutter realisiert. Aber grundsätzlich sollen die Tiere lieber alle auf die Weide (entsprechende Weidequalität vorausgesetzt), die Milchqualität wäre sicher besser (siehe Studie aus den USA). Zufütterung / Kraftfutter nur, wenn entsprechende Weiden kompensiert werden müssen, aber nicht, um grundsätzliche Milchleistungen zu erreichen.

    Zum Thema Städter hätten keine Ahnung von Landwirtschaft und würden daher immer Landwirte bashen, genau deswegen bloggt hier ein Städter namens Sören Schewe über Landwirtschaft, weil er ja soviel Ahnung davon hat.

  13. “Sicher ist auch der Biomarkt gewissen Trends unterworfen und es gibt ein Auf und Ab.”
    Bio boomt in Deutschland, leider kommt wenig davon bei den Biobauern an, da Nordafrika die Bio-Kartoffeln günstiger und in großen Mengen in die deutschen Supermärkte stellt.
    Alle wichtigen Gemüsesorten sind im Biosektor schon bis zu 80% Importware aus Ländern, wo die Arbeitskraft nichts kostet und oder die technische Austattung auch nicht ausreichend ist.
    Hier sind die Kosten zu hoch, um am freien Markt mit Bioware bestehen zu können.

    “Auch normale Landwirte erhalten Fördergelder. Streich mal die EU-Subventionen für bestimmte Pflanzen, Milch u. ä. und dann hör dir das Gejammer der konventionellen Landwirte an. Aber was viel wichtiger ist, es geht nicht darum, Landwirte zu verteufeln, sondern die Agrarindustrie ist das Problem.”

    Wenn Du Dir die Buchergebnisse mal anschaust, dann wirst Du entdecken, dass Biobetriebe so gut wie nur von der Förderung Leben. Ohne hohe staatliche Zuwendungen keine Biolandwirtschaft und das in “Boomzeiten”…

  14. @hübel: Jens, du machst es Dir m.E. zu einfach. Thorsten hat Recht und wird durch aktuelle Buchführungsergebnisse der ostdeutschen Ökobetriebe bestätigt: “Hinsichtlich ihrer Wertschöpfung liegen die Ökobetriebe in allen Betriebsformen (€/ha LF) auf einem vergleichbaren Niveau wie die konventionell wirtschaftenden Betriebe – Dank Zulagen und Züschüssen. Ohne diese steuerlichen Aufwändungen läge die Wertschöpfung deutlich unter der der konventionell wirtschaftenden Kollegen.” (Quelle: http://www.tll.de/ainfo/pdf/oebu1213.pdf)

    und “…dumm verkaufen kann man nur Menschen, die sich nicht informieren …”.
    So hast Du geflissentlich Untersuchungen aus Deutschland zum “Bioausstieg” vergessen (http://www.ti.bund.de/no_cache/de/startseite/presse/pressemitteilungen-informationsseite/Pressemitteilung/einmal-oeko-immer-oeko.html). Ob das daran liegt, dass Landwirte unternehmerisch denkende Menschen sind, die je nach Marktlage mal “Bio” mal “Konventionell” wirtschaften ….(hier nachzulesen: http://www.ti.bund.de/en/startseite/thuenen-publications/wissenschaft-erleben.html)

    Bzgl. des “Verramschens von Abfall”: wenn Südafrik die Zölle für brasilianisches Geflügelfleisch von heute auf Morgen um 100 % anhebt, und die Zölle für deutschen “Abfall” unverändert bei 40 % beläßt (womit Ramsch schon wieder fast zum Luxusprodukt wird?), der lenkt als souveräner Staat geschickt die Warenströme …..
    Lesenwert in diesem Zusammenhang http://www.novo-argumente.com/magazin.php/novo_notizen/artikel/0001506

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