Einer von sieben Milliarden

*** Vordrängeln in der Warteschlange, den letzten Keks essen, Steuerbetrug, bei Rot über die Ampel fahren, Ellenbogen im Gedränge, die Süßigkeiten nicht teilen, nur die eigenen Probleme wichtig finden. Wer kriegt das größte Stück vom Kuchen? Unter’m Strich zähl ich, ich, ich. ***

Wir leben in unserer kleinen Welt, in der wir der Mittelpunkt sind. In dieser persönlichen Wirklichkeit regt uns der Bio-Bäcker auf, der keine Dinkel-Brötchen mehr hat, erhöht eine ausgefallene U-Bahn unseren Blutdruck, treibt uns der falsche Farbton des bestellten Sofas die Zornesröte ins Gesicht, und unsere größte Sorge ist, ob wir nächstes Jahr wieder ein Zimmer in dem tollen Hotel vom letzten Sommerurlaub bekommen werden.
Unsere Erde entstand vor ungefähr 4,6 Milliarden Jahren, der Mensch bevölkert sie seit 200000 Jahren. Wäre die Erde ein Tag alt, würden wir seit gerade mal sechs Minuten weniger als 4 Sekunden des Tages (Vielen Dank an die/den aufmerksame/n Leser/in Wizzy!) existieren. Sieben Milliarden Menschen leben hier mit ihren persönlichen Wirklichkeiten. In Deutschland leben fast 82 Millionen Menschen und einer davon sind Sie und einer davon bin ich. Neben uns beiden gibt es weitere sieben Milliarden Mal den Wunsch auf dieser Erde zufrieden zu leben.
Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow bringt verschiedene menschliche Bedürfnisse in eine pyramidenartige Rangfolge. Ganz unten stehen physiologische Bedürfnisse wie zum Beispiel Hunger und Durst, Schlaf und Sex. Sind die elementaren Bedürfnisse ausreichend befriedigt, kümmern wir uns um unsere Sicherheitsbedürfnisse wie beispielsweise ein Dach über dem Kopf und einen sicheren Arbeitsplatz. Auf der dritten Pyramidenstufe stehen Bedürfnisse nach Liebe und Zuwendung. Der Mensch ist ein soziales Wesen und möchte von anderen akzeptiert und anerkannt werden. Die vierte Stufe stellt nach Maslow unsere individuellen Bedürfnisse nach Anerkennung und Wertschätzung in den Vordergrund. Was können wir tun, um unseren Selbstwert zu stärken? Sind alle diese Bedürfnisse ausreichend erfüllt, klettern wir nach Maslow auf die höchste Bedürfnisstufe: das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und persönlichem Wachstum. Hier geht es um den Wunsch, das eigene Potenzial bestmöglich auszuschöpfen.
Viele Menschen in dieser Gesellschaft stehen an der Spitze der maslowschen Bedürfnispyramide – und sehen von dort oben trotzdem nicht das große Ganze. Dabei hilft uns der Blick von oben sehr, entspannter und gelassener mit den alltäglichen Widrigkeiten umzugehen. Der positive Effekt dieser Vogelperspektive lässt sich hervorragend an Menschen beobachten, die von einer großen Reise zurückkehren, für die sie ihre kleine Welt im wahrsten Sinne des Wortes verlassen haben. Menschen, die beispielsweise mit dem Bus durch Südamerika gereist sind und dabei eine Entschleunigung erfahren haben, weil nicht alle 10, 15 oder 20 Minuten ein Bus kommt, sondern unregelmäßig nur einmal am Tag oder in der Woche. Menschen, die das Leben in den Slums von Mexico City, Johannesburg, Rio de Janeiro, Mumbai, Caracas oder auch Detroit gesehen haben und dabei merkten, wie gut es ihnen geht, weil in ihrer 3-Zimmer-Wohnung das Wasser aus dem Hahn kommt und der Strom aus der Steckdose. Menschen, die auf einer ewig langen einsamen Straße entlang der Küste von Südafrika plötzlich eine Stunde lange im „Stau“ stehen, weil eine riesige Schafherde gemütlich vor ihnen über die Straße getrieben wird und die plötzlich in die lachenden Gesichter von Schulkindern blicken, für die diese Straße im Nirgendwo ein kurzes Stück ihres Schulweges ist.
Wir alle streben nach Glück und einem zufriedenen Leben. Sie, ich und die anderen sieben Milliarden Menschen auf dieser Welt. Wenn wir unseren engen Blick weiten, sehen wir nicht nur, dass es uns vergleichsweise gut geht, sondern wir sehen auch andere glückliche Menschen, die mit völlig anderen Lebensbedingungen umgehen müssen wie zum Beispiel der Suche nach einem Dach über dem Kopf oder Bildungsmangel. Vielleicht können wir dann unser Leben wieder aus einem anderen Blickwinkel betrachten und merken, wie unser Ärger über fehlende Dinkel-Brötchen oder eine ausgefallene Bahn in der Bedeutungslosigkeit einer Welt verpufft, die viele Millionen Jahre alt ist.
Wir tendieren dazu zu glauben, dass die Welt immer so bleiben wird, wie sie war, als wir in sie hineingeboren wurden. Schauen wir nur hundert Jahre zurück, die in Anbetracht der Spanne von der Zeitenwende bis heute auch nur einen Bruchteil der Geschichte darstellt: Dann landen wir in der Jugendzeit unserer Groß- und Urgroßeltern und damit in einer Zeit, die sich drastisch von der heutigen unterscheidet. So können wir mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass sich in dem Zeitraum unseres hoffentlich langen Lebens ebenfalls viele Dinge grundlegend verändern werden. Das Mittelalter ist zum Beispiel erst 500 Jahre passé. Die Welt außerhalb unserer eigenen kleinen Wirklichkeit zu sehen und zu erkunden kann uns ein ganzes Stück mehr Gelassenheit geben.
Aber nicht nur das Reisen in ferne Länder hilft den eigenen Horizont zu erweitern und aktuelle Probleme und Krisen mit anderen Augen zu sehen. Manchmal reicht es schon aus, eine Reise in die eigene Vergangenheit anzutreten und sich dabei bewusst zu werden, was wir in unseren Leben schon alles erfahren, gelernt und geschafft haben.

Katja Schwab

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Katja Schwab ist Diplom-Psychologin, Kommunikations- und Verhaltenstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin und zur Zeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeutin.

28 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es gibt absolute Armut, absolutes Elend und vielleicht sogar absolutes Glück. Aber das alles ist heute die Ausnahme und spielt in unserem Alltag keine Rolle mehr. Der Alltag ist durch das Relative, zu dem auch Relationen – Beziehungen – gehören, geprägt. Der deutsche Mittelstand fühlt sich relativ arm, denn er verbringt heute seine Ferien in der Südtürkei, nachdem Griechenland für ihn eher zu teuer geworden ist. Und er vergleicht sich mit der gerade an Bedeutung gewonnen Schicht der Reichen und Superreichen, die die Winterferien auf den Kanaren, die Sommerferien auf den Malediven und ihre Wochenenden in diversen Städten Europas und der übrigen Welt verbringen. Es sind zwar nur 1.x % der Deutschen, die zu diesen neuen Reichen und Superreichen gehören, aber die 99% Übrigen beschäftgigen sich praktisch jeden Tag mit ihnen, schon kurz nach dem Aufwachen liest man etwas über sie in der gerade frischen Zeitung.
    Ncht dass es gut und gerecht ist, dass 1% immer reicher wird und der Rest vor sich hinvegetiert – dieses Gefühl entwickelt sich bei wirtschaftlicher Stagnation -, aber lohnt es sich soviel Lebenszeit in die Beschäftigung mit den wirtschaftlichen Verhältnissen der eigenen Klasse und der Klasse der Besserverdiener zu verbringen?

    • Ich fürchte , im Mittelstand gibt es einfach zuviele Leute , die sich ausschließlich über ihren materiellen und hierarchischen Status definieren.
      Wenn sie dahingehend Einiges erreicht haben , fällt ihnen nichts Anderes ein als immer mehr davon zu wollen , das hat was von der Logik von Drogensüchtigen.
      Und wie Drogensüchtige sind sie nicht selten bereit , über Leichen zu gehen , um ihren Stand zu halten , siehe die zunehmende Hetze gegen sozial Schwächere und Andersartige.

  2. Unter’m Strich zähl ich, ich, ich.

    Das ist eine Medienfiktion, die gern immer wieder erzählt wird. Aber hat sie etwas mit der Wirklichkeit zu tun? Nein, die meisten Menschen sind ganz normale, nette Leute.

    Ich finde es ehrlich gesagt etwas unangenehm, wenn solche Boulevardmeinungen plötzlich auch in einem SdW-Forum auftauchen.

  3. Katja Schwab

    Der erste Absatz ist als Teaser gedacht und nicht gleichbedeutend mit meiner Meinung. Ich habe jetzt versucht, das mit den drei Sternchen zu verdeutlichen. Und unter’m Strich gebe ich dir recht: die meisten Menschen streben nicht immer nach ihrem persönlichen Vorteil in jeder Lebenslage, sondern sind freundlich, kooperativ und hilfsbereit. Warum das so ist, ob nicht doch knallharter Egoismus dahintersteckt … diese Diskussion ist noch nicht beendet. Aber das ist ja auch nicht Thema des Beitrages.

    • Jeder hat so seine Steckenpferde- also Ausrichtungen und Fokussierungen. So richtig in voller Bandbreite egoistisch kann aus Gründen der Begrenztheit der Leistungsfähigkeit des eigenen Gehirns und sowieso auch wegen der Interaktion in Gesellschaft niemand sein.

      Und an einer Kasse kann sich in der Realität meist nur einer vordrängeln – danach sind alle anderen sensibilisiert und beginnen sich gegen diese so empfundene Dreistheit zu stellen. Dem einen lassen sie es meist noch durchgehen.

  4. Was mich in diesem Zusammenhang interessieren würde: Ist die Maslowsche Bedürfnispyramide eigentlich jemals empirisch überprüft worden?

  5. Katja Schwab

    Man könnte sagen, dass die empirische Evidenz im Vergleich zu dem enormen Bekanntheitsgrad, welche die Bedürfnishierarchie von Maslow in der Literatur hat, mangelhaft ist.

  6. Aber nicht nur das Reisen in ferne Länder hilft den eigenen Horizont zu erweitern und aktuelle Probleme und Krisen mit anderen Augen zu sehen. Manchmal reicht es schon aus, eine Reise in die eigene Vergangenheit anzutreten und sich dabei bewusst zu werden, was wir in unseren Leben schon alles erfahren, gelernt und geschafft haben.

    Klingt wieder einmal klug. – Ergänzend vielleicht noch der Hinweis auf die Science Fiction-Literatur, die hier auch ein wenig helfen könnte.

    MFG
    Dr. W

  7. „Wenn wir unseren engen Blick weiten, sehen wir nicht nur, dass es uns vergleichsweise gut geht“

    Zu materiell gedacht. Das Verhalten zuvieler Leute ist ein klarer Hinweis darauf , daß es sehr Vielen bei uns alles Andere als gut geht , woher sonst diese ganzen frustrierten Gesichter , die eher die Norm als die Ausnahme sind in Deutschland?
    Woher die ausufernden Phänomene des Voyeurismus , der Hinterhältigkeit und der Bevorzugung derer , die möglichst egoistisch auftreten?
    Und daß auch die materielle Seite für immer mehr Leute nicht stimmt , braucht jetzt nicht groß betont zu werden.

    • Das Verhalten zu [] vieler Leute ist ein klarer Hinweis darauf , daß es sehr Vielen bei uns alles Andere als gut geht , woher sonst diese ganzen frustrierten Gesichter , die eher die Norm als die Ausnahme sind in Deutschland?

      Das Verhalten bestimmter Personen in der BRD deutet vor allem darauf hin, dass es beim Vergleich hapert. – Zufriedenheit entsteht grundsätzlich und ganz bevorzugt im Vergleich. Was natürlich bezogen für Sie und andere Unzufriedene bedeutet, dass der diesbezügliche Maßstab verloren gegangen oder gar nie entwickelt worden ist.

      Ihr Kommentatorenfreund rät: Wir wollen uns im Vergleich einordnen, gerne auch am Maßstab ein wenig Zufriedenheit und Glück gönnen, und vor allem nur einen Maßstab verwenden (den wir an Hand von Geschehenem, gerne auch im Bewusstsein regional sozusagen privilegiert zu sein, entwickelt haben).

      MFG
      Dr. W

    • Dass es vielen Leuten nicht gut geht obwohl es ihnen materiell gut geht, könnte aber noch an etwas anderem liegen als am Vergleich mit andern denen es noch besser geht. Vielleicht ist es ja so, dass Zufriedenheit und Glück überhaupt die Ausnahme ist. Wem es materiell und von den Bedinungen her in denen er/sie lebt nicht gut geht, der glaubt schnell es fehle ihm/ihr an Geld und vielleicht auch an Bildung. Wer aber Bildung und Geld hat, der hat keine Ausrede mehr, wenn er sich nicht gut fühlt.
      Nun ja, wenn er Woody Allen oder so ist, dann leistet er sich in diesem Fall einen Therapeuten.

  8. Als nicht zur Mittel- oder Oberschicht gehörender Leserin von SciLogs wird mir bei diesem „Wort zum Sonntag“-Verschnitt irgendwie schon ein bisschen übel.

  9. Wieder mal das alte sein oder scheinen.
    Es hat wenig Sinn, sich mit anderen zu vergleichen, das ist ja dann eine permanente Quelle von Frustration. Man versucht eben sich selber Ziele zu suchen, hat Vorstellungen, die man umsetzen will und auch Werte/Regeln, die man sich bemüht einzuhalten, möchte vielleicht ein bisschen Erkenntnis gewinnnen. Damit hat man doch genügend zu tun als sich durch ständige Vergleiche stressen zu müssen.
    Natürlich muss man manchmal oder so oft wie nötig auch die eigenen Interessen wahren, da können auch mal Ellenbogen nötig sein, wenn es keine anderen Mittel gibt…
    Es gibt viel Jammern auf hohem Niveau, aber ich denke auch gerade weil es doch ziemlich sicher bei uns ist. Risiken dürfen nicht sein, es soll kein Preis gezahlt werden müssen. Medizin soll „sanft“ auch die schwersten Krankheiten heilen. Lebensmitte Bio und ohne Gentechnik – was wir uns leisten können, aber weil wir wissen was gut für die Menschheit ist, sollen es andere auch so machen und dann den Preis dafür zahlen. Energie soll ökologisch und sauber gewonnen werden – den Dreck bei der produktion von Sonnenkollektoren haben ja die anderen.

    • Es hat wenig Sinn, sich mit anderen zu vergleichen, das ist ja dann eine permanente Quelle von Frustration.

      Maßstäbe zu entwickeln wie zu pflegen, diese dann an (vergleichbare) Sachbezüge anzulegen, ist die einzige vernünftige sittliche Option des Primaten.
      Die Alternative wäre die Beliebigkeit, die in der Tat zu Frustration führen kann, die etwas für die anderen ist.

      MFG + schönen Tag des Herrn noch,
      Dr. W

  10. @ Dr.Webbaer

    Das ist auch so eine typische Zeiterscheinung , jeden als unzufrieden zu bezeichnen , der mal ein wenig Kritik übt.
    Schaut her , die Anderen leben im Dreck , sei froh und dankbar , daß dein Misthaufen ein bißchen weniger stinkt.
    Als zufrieden – oder dämlich? – gilt , wer immer hübsch grinst , wenn er auf unangenehme Phänomene trifft , die Amerikaner nennen das „positive thinking“ , und wie jeder Schrott , den Amiland zu bieten hat , feiert auch diese „Bereicherung“ fröhliche Urständ bei uns.

    Es kommt auf das einzelne Thema an .
    Ja , Viele in Deutschland jammern auf hohem Niveau , das bringt das Jammern so mit sich , die lautesten sind immer die , denen es vergleichsweise am besten geht , während Andere oft allzu still sind , obwohl sie ernsthaften Grund zur Klage hätten.
    In dem Zusammenhang bin ich zum Beispiel immer wieder erstaunt , wer unter den reifen Generationen so alles in Stalingrad war , die müssen irgendwie alle in meiner Umgebung wohnen , denn es waren eigentlich nur sehr wenige , die überlebt hatten.
    In nicht materiellen Bereichen ist Deutschland sehr häufig irgendwas zwischen Entwicklungsland und offenem Desaster , speziell , was den zwischenmenschlichen Umgang angeht.

    Da wird das mit dem Vergleich denn auch zum Bumerang , Kathrin S. hat schon darauf hingedeutet , der Vergleich kann auch sehr negativ ausfallen, weil man bezüglich einiger Teilaspekte plötzlich merkt , in was für einem Sauhaufen man lebt (Sorry , manchmal muß man das Kind beim Namen nennen).

    Übrigens , aber das werden gerade die Deutschen als allerletztes begreifen , Kritikfähigkeit kann viel beitragen zur eigenen Zufriedenheit , sie ist kein Garant , aber sehr wohl Voraussetzung für selbige.

  11. Brillant Katja. Echt ein toller Artikel. Nachdem habe ich heute viel nachzudenken. Ich habe vor ca. einem Jahr das Buch „Motivation und Persönlichkeit“ von Abraham Maslow gelesen und habe damals über das gleiche Thema reflektiert. Es ist unglaublich, wie das Individualismus der Gesellschaft uns geprägt hat (oder sollte dies umgekehrt sein?) und wir nur auf unsere eigene Zufriedenheit bzw. Glück fixiert sind. Egoismus ist heut gut angesehen und aus diesem Grund können wir paradoxerweise das Glück nicht lange spüren. Es gibt auch ein witziges und zugleich ironisches Video über die „Erste Welt Probleme“ vs. „Dritte Welt Probleme“, auf dem viele Afrikaner beschweren sich über „mein iPhone ist kaputt gegangen“; „die U-Bahn ist 5 Minuten später angekommen“ bis hin zu „Whatsapp funktioniert heute nicht“ und „Das Internet geht zu langsam“. Im Hintergrund sieht man nur Armut, ein zerstörtes Haus oder unterernährte Kinder.
    Sehenswert. Ich habe ähnliche Themen zum Thema Leben und Psychologie auf eine Website gefunden, die euch bestimmt interessieren könnte: https://www.psycheplus.de/wissen Auch gute Artikel und sehr aktuelle Themen. LG, Marina

    • Aber was passiert, wenn Menschen den durch das „Individualbewußtsein“ produzierte systemrationalen Egoismus hinter sich und uns lassen wollen, um vor allem erst einmal UNEIGENNÜTZIG eine bessere Welt OHNE … gestalten wollen – tritt dann nicht sofort wieder die systemrational-gebildete Suppenkaspermentalität der „braven“ Bürger auf Schuld- und Sündenbocksuche in Aktion, die da behauptet: „NEIN NEIN NEIN, das geht nicht, das war nie so, das ist schon immer schief gegangen“???

      Das Anführen von Klagen über die BEWUßTSEINSBETÄUBENDEN Begehrlich- und Abhängigkeiten von materialistischer Illusionen, dieser zynischen und entmenschlichend-konfusionierten Welt- und „Werteordnung“, ist doch sehr heuchlerisch-populistisch!?

      Oder ist es dem „braven“ Bürger sehr viel lieber, wenn diese ebenfalls bewußtseinsbetäubten Menschen die Illusionen bewußt erkennen und bewußt ablehnen???

  12. „Wir tendieren dazu zu glauben, dass die Welt immer so bleiben wird, wie sie war, als wir in sie hineingeboren wurden.“

    Und das ist ja auch weder Wunder noch Phänomen, wenn man bedenkt wie sehr die imperialistische Theologie / materialistische Religiösität den „Glauben“ auf DEN STANDPUNKT unwahrheitlich konfusioniert, gespalten und dogmatisiert hat, daß wir nur auf die Apokalypse der Vorsehung warten können, so daß wir niemals dieses Schicksal gemeinsam / fusionierend überwinden könnten, mit der Kraft des Geistes der „Gott“ ist und durch uns alle im SELBEN Maß strömt – 7 Milliarden MENSCH / „Individualbewußtsein“, statt geistig-heilendes Selbst- und Massenbewußtsein, im geistigen Stillstand seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ (Evolutionssprung)!? 😉

    • „So können wir mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass sich in dem Zeitraum unseres hoffentlich langen Lebens ebenfalls viele Dinge grundlegend verändern werden.“

      Es gibt in dieser GEBILDETEN Welt- und „Werteordnung“ nicht wenige Menschen, die mit der gleichen „absoluten Sicherheit“ froh darüber sind, daß Mensch u.a. aus Enttäuschung zum Atheismus wechselt, anstatt dem zeitgeistlich-reformistischen System mit EINDEUTIGER und „gottgefälliger“ Wahrheit zu begegnen – bisher hat sich NICHTS grundlegend verändert, die Illusionen sind nur modern(d)er geworden 😉

  13. Danke für den tollen Artikel!
    200 000 Jahre entsprechen allerdings weniger als 4 Sekunden des Tages. Eigentlich noch unglaublicher, bedeutet das analog, dass die Bewohner der Stadt unserer Wahl (z.B. Stuttgart mit 500 000 Ew.) ebenfalls maximal einer Handvoll Sekunden auf der „Tages-Uhr der Weltbevölkerung“ entsprechen. Das sind mir immer wieder Ehrfurcht einflößende Vergleiche der zeitlichen und räumlichen Winzigkeit der Perspektive eines einzelnen Menschen.

  14. Pingback: Ernetztes und Vernetztes im Mai 2014 | Mama hat jetzt keine Zeit…

  15. Ich bin irgendwie auf den Tag „Vogelperspektive“ bzw. das Thema Blickwechsel angesprungen. Wenn man Probleme einmal bildlich nimmt und sich seine emotionale Landkarte aus der Vogelperspektive anschaut, kann man häufig weit mehr erreichen. Hier könnten wir von Kindern lernen, die unter den 7 Mrd eben nicht die ganzen Störenfriede finden sondern einen oder mehrere Freunde.

  16. Pingback: Ernetztes und Vernetztes im Mai 2014 | Mama hat jetzt keine Zeit

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