Bummel durch Berlins Herz oder was George C. Marshall uns lehren kann

Ein Bummel durch Berlins Mitte lässt uns immer wieder Kostbarkeiten entdecken, von denen ich hier einige zum Jahresende teilen möchte – darunter das Erbe, das uns George C. Marshall hinterließ. Die englische Version dieses Artikels gibt es hier.

Was der Krieg an Menschenleben gekostet hat, ist mir stets vor Augen, säuberlich verbucht in Spalten aus Grabsteinen. …

Es gibt kein höheres Ziel als die Schaffung dauerhaften Friedens und die Wahrung echter Freiheit für den Einzelnen.

– George C. Marshall (1880 – 1959), Soldat und Staatsmann, Friedensnobelpreisträger (1953)

Wer aus dem Süden zum Potsdamer Platz möchte, kommt meist über die George-C.-Marshall-Brücke. Es ist ein recht junges und filigran wirkendes Bauwerk, das 1999 eingeweiht wurde, um das rekonstruierte Herz der Stadt mit seinen südlichen Teilen zu verbinden. Dank seiner Lage wurde die Brücke ausgewählt, um an den Initiator des Marshallplans zu erinnern.

George-C-Marshall-Brücke @med_and_more_lzn

Blick von der George-C.-Marshall-Brücke zum Potsdamer Platz

George Catlett Marshall, Jr. war ein US-amerikanischer General und Staatsmann. Bekannt wurde er als Initiator des Marshallplans (1949, offiziell „European Recovery Program“, ERP). Dank dieses Konzepts konnten West-Berlin und mehrere europäische Länder aus den Ruinen des Zweiten Weltkrieges wiederaufgebaut werden. 1953 wurde Marshall hierfür als bislang einziger Soldat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ohne den Marshallplan wäre die Welt heute eine andere.

Die Inschrift mit obigem Zitat findet sich auf vier silberglänzen Metalltafeln, die an den Pfeilern der Brücke im Norden wie im Süden auf den Brückenpfeilern eingelassen sind, jeweils links auf Deutsch und rechts auf Englisch.

Holocaust-Mahnmal @med_and_more_lznHolocaust-Mahnmal im Dezember 2015

Nur wenige hundert Meter entfernt kann man heute durch die Stelen des Holocaust-Mahnmals (offiziell „Denkmal für die ermordeten Juden Deutschlands„) schlendern. Diese gigantische Skulptur von Peter Eisenman erinnert uns an das Schicksal und den Schmerz der mehr als sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust. Gibt es eine treffendere Illustration für George C. Marshalls Worte als dieses Denkmal, das am 10. Mai 2005 zum 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs eingeweiht wurde?

Ein schöner Abschluss des Stadtbummels ist das Brandenburger Tor. Dieses weltbekannte neoklassizistische Triumphtor aus dem 18. Jahrhundert steht auf der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und war einst Wahrzeichen des Kalten Krieges. Heute symbolisiert das Gebäude sowohl eine bewegte Geschichte, als auch die europäische Einheit, Freiheit und Frieden. Hier treffen sich heutzutage Menschen aus der ganzen Welt, um atemberaubende Sonnenuntergänge zu genießen, oder auch zum Selfie-Shooting.Brandenburger Tor Selfies @med_and_more_lzn

Fotoshooting am Brandenburger Tor

Ich wünsche allen ein gutes Jahr 2016 mit viel Glück, Erfolg, Freude, Gesundheit und Frieden. Möge das neue Jahr das Beste in uns allen beflügeln.

BrandenburgerTor @med_and_more_lzn

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Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

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