Supernova in M101 erreicht die 10. Größenklasse

Die am 24. August entdeckte Supernova in der Spiralgalaxie M101 nähert sich ihrer Maximalhelligkeit. Beobachter schätzen ihre Helligkeit momentan auf ca. 10,7mag. Noch bis Ende der kommenden Woche dürfte die Supernova heller werden, wenn auch nicht mehr so rapide wie in den vergangenen Tagen. Als Typ Ia-Supernova, betrachtet aus einer Entfernung von etwa 21 Millionen Lichtjahren, dürfte ihre maximale Helligkeit etwa bei 10,0mag liegen [Was bedeutet das? Siehe dazu die Anmerkung am Ende des Textes!].

Am Abend des 1. September ist mir diese Aufnahme gelungen. Sie ist kein Meisterwerk, aber sie zeigt deutlich, dass sich die als SN 2011fe bezeichnete Supernova (ursprünglich unter der vorläufigen Bezeichnung PTF 11kly bekannt geworden) das hellste Einzelobjekt in und um M101 ist. Die Galaxie hebt sich mit ihren Spiralarmen auf dieser Aufnahme leicht vom aufgehellten Himmelshintergrund ab.

Eine weitere Aufnahme vom 4.9.2011 mit geringerer Brennweite, die dafür mehr von der Galaxie zeigt.  (Andreas Hänel)

Mit 10-11mag liegt SN 2011fe bereits in Reichweite kleiner Amateurfernrohre mit 80-100mm Öffnung.  Die Galaxie selbst ist unter lichtverschmutztem Stadthimmel meist nicht zu sehen. So hilft die Supernova zur Zeit eher beim Finden der Galaxie, als umgekehrt! (Mehr zur Helligkeitsskala in der Astronomie auf Wikipedia.)

Einen Satz Aufsuchkarten für M101 und SN 2011fe habe ich vor ein paar Tagen hier eingestellt.

Eine Lichtkurve der Galaxie gibt es auf den Seiten der AAVSO.

SN 2011fe dürfte noch über Wochen sichtbar bleiben. Beste Zeit zur Beobachtung ist der Abend, gleich nach Ende der Dämmerung. 

Viel Erfolg und Clear Skies!

Anmerkung:

Leider kann sich die Sensationspresse mal wieder nicht zurückhalten, deshalb ist wohl diese Anmerkung notwendig. Selbst während der Maximalhelligkeit ist die Supernova 100mal zu lichtschwach, als dass man sie mit dem bloßen Auge sehen könnte! Und auch im Fernrohr erscheint sie nur als kleines, schwaches Sternchen, dass sich auf den ersten Blick durch nichts von anderen Sternen unterscheidet. Wer ein "Sternenspektakel" (was soll das eigentlich sein?) erwartet, wird einigermaßen enttäuscht sein…

Einen guten Text zum Thema Helligkeiten von Sternen habe ich hier gefunden!

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. interessant

    hatte schon viel recherchiert, aber hier die besten Infos gefunden. schade, dass die supernova so schwach ist, dass ich sie mit meinem feldstecher wohl nicht sehen kann-danke für die Infos.

  2. letzte Nacht

    war die SN schon etwas heller als 10.5 mag. Viele Besucher wollten das „Sternenspektakel“ auf unserer Sternwarte sehen und waren erstaunt, dass wir sie mit digitalen Spiegelreflexkameras aufgenommen hatten.

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