Die Geminiden 2010

Alle Jahre wieder – genauer zehn Tage vor Weihnachten – fallen die Geminiden. Vielen mag dieser Sternschnuppenstrom relativ unbekannt sein. Zu unrecht: Die erwartete Fallrate erreicht am 14. Dezember immerhin 100 Meteore pro Stunde (das entspricht der Standardrate der in den Medien immer gut präsenten Perseiden im August) und häufig sind recht helle Exemplare darunter.

Das eigentliche Maximum fällt in diesem Jahr zwar auf den Dienstag Mittag (14. Dezember, 12:00 MEZ), aber schon in der Nacht zuvor (also vom 13. auf den 14. 12.) sollten zwischen Mitternacht und Morgen viele Geminiden sichtbar sein. Also: Winterklamotten anziehen, heißen Tee in die Thermoskanne und nichts wie raus in die Einöde, um der Lichtverschmutzung zumindest ein bisschen zu entfliehen!

Ein paar nützliche Hinweise zur Beobachtung von Meteorströmen habe ich bereits in einem älteren Artikel zu den Perseiden gegeben. Das dort gesagte gilt im Prinzip auch für die Geminiden, mit Ausnahme der Position des Radianten, der im Sternbild Zwillinge (= Gemini) liegt (siehe die Abbildung in diesem Artikel aus dem letzten Jahr) und der Zeiten.

Mehr zu den Geminiden gibt es auf astronomie-heute.de, bei der IMO (engl., dort auch ein Quasi-Live-Aktivitätsprofil), und mit einigen Hintergrundinformationen auf dem sehr zu empfehlenden Blog The Transient Sky (auch englisch).  

Einen klaren Himmel und viel Spaß beim Geminidengucken!

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Geminidenhören

    NACHTRAG: Und da das mit dem „klaren Himmel“ vielerorts wieder mal nur ein ferner Wunschtarum bleiben dürfte, hier die Lösung: Zwar ist das Geminidengucken dann eher schwierig, dafür klappt das Geminidenhören. Einfach auf spaceweatherradio.com gehen, und sich den Livestream des US-Air Force Space Surveillance Radars anhören. Während des Tippens dieses Kommentars hab ich schon mehrere Radaechos hören können.

    Ok, die ganze Nacht zieh ich mir das jetzt aber nicht rein…

  2. Geminiden über Oldenburg, Niedersachsen

    Toller Anblick!
    1 x alle 2 Minuten klar sichtbar

    Riesen Glück mir dem klaren Himmel jetzt um kurz vor 2:00 Uhr

  3. Das muß ein sehr schöner Anblick sein. Aber so spät in der Nacht und dann in der Kälte, da siegt leider die bleiernde Bequemlichkeit über die Ästhetik. Wie hieß es noch? Wer schön sehen will muß leiden.

  4. @Bernd, Martin

    Bernd, Glückwunsch zur erfolgreichen Beobachtung!

    Martin, ich leide schon seit Wochen im stillen, eben *weil* ich nicht mehr raus kann. Gestern starb die Hoffnung um Mitternacht, als es wieder zu scheien anfieng…

  5. ebenfalls Pech

    Gestern Nachmittag sah es noch recht gut aus, als die Wolken nach Wochen verschwanden und der Himmel endlich aufriss. Gegen Abend konnte man einen schönen Sonnenuntergang und später schön den zunehmenden Halbmond nördlich von Jupiter beobachten. Kurze Zeit später zog es wieder und es fing an zu schneien. Ich hoffe, dass in einer Woche besseres Wetter zur Mofi herrscht.

  6. Geminiden

    Leider dürfte wohl in diesem Jahr aufgrund des bedeckten Himmels und des starken Schneefalls der Geminiden-Meteor“regen“ von nur ganz wenigen gesehen worden sein. Das ist sehr schade, nicht nur für mich, sondern vor allen Dingen für meine Kinder, die sich jedes Jahr auf die „Sternschnuppen“ freuen.

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