Der blutrote Mond über Chile…

…zierte sich erst noch etwas, zumindest im Süden das langen Landes, wo Wolken und Regen sich ihm in den Weg stellten. Praktisch mit Totalitätsbeginn klarte der Himmel dann aber doch auf. So gelangen mir einige gute Fotos der ersten von zwei totalen Mondfinsternissen des Jahres 2014.

Die totale Mondfinsternis vom 15. April 2014 während der Totalität.

Die totale Mondfinsternis vom 15. April 2014 während der Totalität.

Aufgenommen wurde diese mit einem 70/420mm ED-Refraktor und einer Canon EOS 600D DSLR. Zum ersten Mal konnte ich eine totale Mondfinsternis unter wirklich dunklem Himmel sehen – eine empfehlenswerte Sache! Wer glaubt, der verfinsterte Mond sei doch hell genug, um auch bei Lichtverschmutzung gut zu wirken, hat zwar recht. Den roten Mond zusammen mit Milchstraße und Co. gleichzeitig am Himmel zu sehen, hat aber etwas ganz besonderes.

Kurz nach Ende der Totalität.

Kurz nach Ende der Totalität.

Wer sich jetzt ärgert, die Mondfinsternis verpasst zu haben – sie fand erst am Vormittag mitteleuropäischer Zeit statt und war nur in Amerika und dem pazifischen Raum zu sehen. Das gilt leider auch für die zweite des Jahres am 8. Oktober und auch für die am 4. April 2015. Erst am 28. September 2015 ist es in Europa wieder so weit. Aber das ist ja gar nicht mehr so lange hin.

..und noch ein paar Minuten später. Durchziehende Wolken haben bei Mofi-Bildern ihren Reiz.

..und noch ein paar Minuten später. Durchziehende Wolken haben bei Mofi-Bildern ihren Reiz. Alle Bilder: Jan Hattenbach

 

Der verfinsterte Mond mit Spica (links) und Mars (unten), freihand fotografiert.

Der verfinsterte Mond mit Spica (links) und Mars (unten), freihand fotografiert.

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Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Michael Khan

    Beeindruckend. Insbesondere, weil man so dicht am verfinsterten Vollmond noch relativ blasse Hintergrundsterne ausmachen kann. Hast du auch Aufmahmen vom Mond gemeinsam mit Spica?

  2. Hallo Jan,

    schön zu sehen, dass du die MoFi beobachten konntest. Für uns in Europa ist ja dieses Jahr echt mau.
    Schöne Grüße aus der Heimat!
    André

  3. Pingback: Das Weltall für die Wand › Himmelslichter › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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