Kopfschmerzen malen (für Erwachsene)

Bloggewitter_Kinder

Nicht dieser, der nachfolgende Beitrag ist für Kinder. Man sollte den Beitrag für Kinder vielleicht besser zuerst lesen; ich habe nur noch kleine Anmerkungen hier nachgetragen.

Nachdem ich habe den Beitrag für Kinder vorgeschrieben hatte, hat mein neunjähriger Sohn ihn korrigiert und an einigen Stellen ergänzend weitergeschrieben. Er findet übrigens, ich müsse ihn ab jetzt immer dazuholen, wenn ich was schreibe, weil ich so viele Rechtschreibfehler mache. Ich denke darüber nach.

Zu den vielen weiteren Tipps, die mir mein Sohn gab, gehörte beispielsweise der Wechsel der Anrede von „ihr“ zu „du“, sowie dass Kinder selbstverständlich schon tausendmal „z.B.“ gelesen haben und wissen, was die Abkürzung heißt. Und das hinter „versprochen“ zwei Ausrufezeichen glaubwürdiger sind.

Auch dass es nicht „den Ärzten und den erwachsenen Wissenschaftlern“ heißt, sondern „den Ärzten/innen und den erwachsenen Wissenschaftlern/innen“, hat mein Sohn sehr nachdrücklich bestimmt, inklusive der Schreibweise mit dem „/“. «… sonst kommt die Mama angeflogen und schimpft mit uns …» Meine Frau – approbierte Ärztin und promovierte Biologin – legt allerdings wenig Wert auf geschlechtergerechte Sprache. Mein Sohn hat es «aus Büchern». Yipiie!

Auch das Einfügen einer wissenschaftlichen Frage als Beispiel, nämlich „warum gibt es Dinosaurier“, fand er notwendig. Als ich ihn fragte, ob das denn die Wissenschaft erklären könnte, sagte er  «… na, weil es Knochen gibt …». Also habe ich das überommen.

Der Text ist für Kinder geschrieben, die unter Schmerzen leiden. Es wird nicht erklärt, dass manche Kinder sie haben, sondern davon ausgegangen, dass der oder die kleine Leserin es leider weiß.

kleineMenschenGroßesLeidVollWenn Ihr Kind den Text liest und ein Bild malen möchte, geben Sie nichts vor, nichteinmal, dass es ja einen Kopf malen könnte.

Beachten Sie bitte, dass viele Kinder, gerade auch die, die unter Migräne leiden, nicht nur Kopfschmerzen haben. Klagt Ihr Kind allgemein über Schmerzen, ist der Text eigentlich schon ungeeignet, da er den Kopf durch das Bild in der Zeitung und das Wort „Kopfschmerz“ in der Blogüberschrift vorgibt. Ich möchte auch nicht den Eindruck erwecken, der Text sei eine wissenschaftlich valide Anleitung, um Kinder Schmerzen malen zu lassen (siehe die Referenz 1 in den Fußnoten).

In dem abgebildeten Zeitungsartikel (vom 28. April 2002, F.A.Z.), steht: „Viele Kinder neigen dazu, die Wahrnehmung von Schmerzen jeglicher Art auf den Bauch zu projizieren“ und das etwa ein Viertel der Kinder und Jugendlichen außerstande ist, ihre Kopfschmerzen mit Worten zu beschreiben jedoch in Bildern detailgenaue und klare Botschaften stecken.1

Gerne werde ich alle Zuschriften, die mich per Post oder in digitaler Form erreichen, hier im Blog veröffentlichen. Adresse nach Rücksprache im Kommentarbereich.

 

Fußnote

1 s.a. Stafstrom, Carl E., Kevin Rostasy, and Anna Minster. „The usefulness of children’s drawings in the diagnosis of headache.“ Pediatrics 109.3 (2002): 460-472.
APA

Markus A. Dahlem

Vita des Autoren Ich, Markus Dahlem, entwickle seit nunmehr fast 25 Jahren Computermodelle der Migräne. Mehr als mein halbes Leben und dass ganze berufliche habe ich einer Krankheit gewidmet unter der ich nicht leide. Besser so herum, oder? Von Hause aus bin ich Physiker und studierte in Aachen, Göttingen und Magdeburg sowie mathematische Biologie in Salt Lake City, U.S.A. Tätig war ich unter anderem am Max-Planck-Institut für Ernährungsphysiologie in Dortmund, im Department of Psychology, Stirling University, Großbritannien, an der Universitätsklinik für Neurologie der Otto-von-Guericke Universität, am Leibniz-Institut für Neurobiologie, beide in Magdeburg, als Gastdozent für Dynamische Krankheiten an der Technischen Universität Berlin und am Mathematical Biosciences Institute der Ohio State University, Columbus, U.S.A. Zurzeit forsche ich als Gast an der Humboldt Universität zu Berlin und am Massachusetts General Hospital, dem größten und ältesten Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Harvard University. Wenn ich mal in die Zukunft blicken darf, die Bedeutung bioelektronischer Arzneimittel – sogenannter Elektrozeutika – wird zunehmen, als Beispiel führe ich im neuen Lehrbuch der Migräne (Neurobiological Basis of Migraine, Dalkara und Moskowitz (Hrsg.), John Wiley & Sons Inc, Erscheinungsdatum voraussichtlich 25. Juli 2016.) den Vorteil von Computermodelle gegenüber Tiermodellen der Migräne an, da sie den Weg zu personalisierten Elektrozeutika öffnen. Mal schauen, ob es so kommt. Zusammen mit großartigen Kollegen und Freunden aus den Bereichen Mensch-Technik-Interaktion und Data Science habe ich das Berliner eHealth-Start-up NewsenseLab gegründet, das die Migräne-App M-sense entwickelt, die Betroffenen das Leben erleichtern wird und sei es nur bei der Kommunikation mit den behandelnden Arzt oder Ärztin. Mit über 50 eingeladenen internationalen Fachvorträge über Migräne, über 40 Fachpublikationen sowie mehreren Buchbeiträge bin ich auch ganz klassisch in der Wissenschaftskommunikation aktiv. Aber mit noch mehr Spaß schreibe ich seit 2009 diesen Wissenschaftsblog über Migräne aus der Forschungsperspektive von Gehirnstimulatoren zu mobilen Gesundheitsdiensten. Ich lebe in Berlin zusammen mit meiner Frau, meinem Sohn – und der lieben Schwiegermutter unter einem Dach. Ganz so eng ist es nicht, denn meine Frau arbeitet die Woche über in Zürich als Ärztin. Es kommt immer anders als man denkt.

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Markus A. Dahlem

      Kommentar hatte nicht nur keinen Bezug zum Beitrag, sondern war in seinem Bezug für Kinder völlig ungeeignet! Bitte nachdenken, bevor mal sowas kommentiert. Wir können das Thema Drogen gerne in einem anderen Beitrag aufnehmen.

  1. Pingback: Wenn Kinder an Migräne erkranken [Triggerwarnung] › Graue Substanz › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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