Alnaturas Initiative „Vielfalt erleben“ gegen Gentechnik – ein Kommentar

Schon wieder so eine Aktion! Die umfangreiche Initiative Vielfalterleben setzt sich „gegen Gentechnik auf dem Acker“ ein, und weil das zu sehr nach „gegen alles“ klingt, ist man auch für etwas, nämlich „für mehr Vielfalt“. Es werden 50.000 Unterstützer für eine E-Petition des deutschen Bundestages gesucht.

Das Logo der Initiative (Bildquelle)

Früher war alles besser?

Im Video zur Kampagne wird ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit vermittelt, womit die Forderungen begründet werden. Auf der einen Seite die Glorifizierung der Vergangenheit: früher hätten kleinbäuerliche Betriebe, die auf kleinteiligen Feldern eine hohe Vielfalt an Arten und Sorten bestellten, auch eine hohe Vielfalt der Lebensmittel sichergestellt. Heute dagegen sehen wir die Auswirkungen einer schlimmen Entwicklung: industrielle Großbauern würden großflächige Monokulturen anbauen, sich dabei aber nur auf die immer gleichen ertragreichen Sorten beschränken und massiv chemisch-synthetische Pestizide und Düngemittel einsetzen. Das Oligopol der Saatgutkonzerne bewirke durch Konzentrationsprozesse eine Verarmung der Sortenvielfalt.

 

Vielfalterleben | Der Cartoon zur Kampagne from Vielfalterleben on Vimeo.

Auf der Website wird immerhin etwas differenzierter informiert.

Trotzdem: die ganze Schwarz-Weiß-Malerei greift zu kurz. Das Saatgut der Industrie wird den Bauern schließlich nicht aufgezwungen, es bietet offenbar einen Mehrwert. Es steht jedem Bauern frei, alte Sorten zu nutzen, das Saatgut selbst zu gewinnen, zu beizen, und so weiter. Die Technisierung und die Verwendung von Hochleistungssorten ist darüber hinaus notwendig, um landwirtschaftliche Flächen effizient nutzen zu können. Neben Wasser zur Bewässerung der Flächen sind die Flächen selbst auch eine Ressource, mit der man sparsam umgehen sollte.

Zweifelsohne ist ein übermäßiger Einsatz von Pestiziden in jeder Hinsicht problematisch, nur wird jeder Landwirt versuchen, das zu vermeiden, schon allein aus Kostengründen. Was oft vergessen wird: Auch die Bio-Landwirtschaft kann nicht auf Pestizide verzichten. Toxine aus Bacillus thuringiensis und Präparate mit Kupfer werden regelmäßig eingesetzt.

Technik und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch

In der Tat sind moderne Bio-Betriebe hochtechnisiert, und haben nichts mit dem romantisierten Bild aus dem Video zu tun. Auch hier kommen überwiegend moderne Sorten in Monokulturen zum Einsatz, und nicht die von vor über 200 Jahren. Und natürlich würde auch ein Bio-Bauer sein Feld kaum mit dem Ochsen und dem Holzpflug bestellen wollen, wenn er von seinem Hof auch leben will.

Was ich damit sagen will: Technik und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus, nur muss die Technik verantwortungsvoll eingesetzt werden. Das gilt auch für die Gentechnik. Man kann sich leicht vorstellen, dass Pflanzen, die etwa weniger oder keine Pestizide mehr benötigen, oder toleranter mit Trockenperioden umgehen können, wichtige Beiträge zu einer nachhaltig-umweltschonenden Landwirtschaft beitragen könnten.

Ich denke, die Kernthese, dass Artenvielfalt und Gentechnik sich prinzipiell ausschließen würden, ist ein falsches Dilemma.

Das Schreckgespenst der grünen Gentechnik

Stattdessen wird das Märchen von der fundamentalen Verschiedenheit von Züchtung und Gentechnik, und der Heiligkeit der „Artengrenzen“ hervorgekramt. Das ist natürlich völliger Unsinn, das ist jedem klar, der auch nur Grundkenntnisse in der Biologie hat.

Berechtigterweise kommt der Einwand, das praktisch nur Herbizidtoleranzen und Insektenresistenzen erfolgreich kommerzialisiert wurden. Nur: wenn sich an der Zulassungpolitik nichts ändert, wird das auf absehbare Zeit auch so bleiben.

Aber selbst diese Merkmale sind im Vergleich zu den konventionellen Methoden deutlich umweltschonender, denn Insektenresistenzen vermindern direkt die benötigte Menge an Insektiziden. Auch Pflanzen mit Toleranz gegenüber Totalherbiziden wie Roundup erfordern insgesamt weniger Spritzmittel.

Noch hat mir niemand schlüssig erklären können, weshalb sich Gentechnik und nachhaltige Landwirtschaft bzw. eine Vielfalt auf dem Acker widersprechen sollten. Im Gegenteil gibt es eine Bewegung, die die Vorteile der beiden Landwirtschaftsformen vereinigen will und somit die scheinbaren Grenzen aufhebt.

Gentechnik auf deutschen Äckern? Wo denn?

Sowieso muss man auf der deutschen Landkarte mit der Lupe suchen. Der Bio-Boom und die Panikmache durch ganz ähnliche Desinformationskampagnen wie „Wir haben es satt“ verstärken die Ablehnung und die Vorurteile in der Bevölkerung. Ich habe in Deutschland noch nie ein Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen gesehen.

Was soll das ganze also?

Auch in Zukunft soll es eine Landwirtschaft ohne Gentechnik und Lebensmittel ohne Gentech-Verunreinigungen geben. Wir fordern von der Ministerin, dass sie sich dafür einsetzt!

Eine Petition, die fordert, dass alles so bleibt, wie es ist? Geht es wirklich um eine Meinungsänderung der EU-Kommission?

Mangelnde Unabhängigkeit

Es hat für mich vielmehr den Anschein, dass die Bio-Industrie mit der Aktion weiter ihr positives und industriekritisches Image polieren will. Der Petent Felix Prinz zu Löwenstein wird als Vorstand des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), bzw. als Präsidiumsmitglied Bio-Anbauverbandes Naturland wohl eher wenig Interesse an einem differenzierten Diskurs haben. Ganz offen läuft die Kampagne als Initiative von der Bio-Handelskette „Alnatura“, die den deutschen Bio-Markt mit rund einer Viertel Milliarde Euro Umsatz jährlich gut zu nutzen weiß.

Gentechnik mag ein „lukratives Geschäft“ für die Agro-Chemiebranche sein, mit der Initiative kann man Alnatura ebenso vorwerfen, ihr eigenes „lukratives Geschäft“ schützen zu wollen. Der Interessenkonflikt ist ganz offensichtlich.

Mehr Intoleranz und mehr Aufklärung

Generell habe ich das Gefühl, dass an der öffentlichen Diskussion um landwirtschaftliche Streitthemen praktisch keine Wissenschaftler, sondern nur publikumswirksame Prominente oder Buchautoren beteiligt sind, die zuweilen ziemlichen Unsinn verbreiten.

Unterhält man sich direkt mit den „Gentechnikgegnern“ im Bekannten- und Familienkreis, und lässt sich auf die zahlreichen vermeintlich offenen Fragen ein, entpuppen sich die Ängste vor der neuen Technik meist als unbegründet. Ich habe den Eindruck: es fehlt schlicht das Wissen um Landwirtschaft und Gentechnik in der breiten Bevölkerung. Das sollte man ändern. Nur ist es schwer, den Menschen etwas nahezubringen, das ihre Meinung womöglich ändern könnte. Viel einfacher ist es, bereits vorhandene Ressentiments zu schüren und sich in der medialen Aufmerksamkeit zu suhlen, die den Initiatoren sicher ist.

Wir sollten gegen all die Vorurteile und die grassierende Desinformation zu kämpfen. Dazu bedarf es einer lauteren Stimme der Wissenschaftler, und derer, die echte Kompetenzen auf dem Gebiet vorzuweisen haben. Von diesen ist mehr Intoleranz gegenüber längst widerlegten Argumenten, gegen Panikmache und Vorurteile zu fordern.

Was wir brauchen, ist mehr sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und einfach mehr Aufklärung, und weniger Kampagnen der Bio-Industrie oder auch Organisationen wie Greenpeace, die an einer Entwicklung auf diesen Gebieten gar kein Interesse haben.

Links und Literatur

Website der Initiative „Vielfalterleben“

Zu einer Dekade EU-geförderter GVO-Forschung: der Bericht der EU-Kommission.

Zu populären Missverständnissen und Fehlwahrnehmungen in der Bevölkerung: McHughen and Wager. Popular misconceptions: agricultural biotechnology. N Biotechnol (2010) vol. 27 (6) pp. 724-8

Martin Ballaschk ist Biologe, enthält Glutamat und ist auch noch stolz drauf! Er bloggt hier über Dinge, die ihn erstaunen, aufregen oder die er einfach für sich und seine Mitmenschen aufarbeiten möchte. Beruflich als Kommunikator an einem Berliner Forschungszentrum, hier privat.

26 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Das wird wirklich mal Zeit!

    ‚…Märchen von der fundamentalen Verschiedenheit von Züchtung und Gentechnik… ist natürlich völliger Unsinn, das ist jedem klar, der auch nur Grundkenntnisse in der Biologie hat…‘

    Hätte ich auch so vermutet. Scheinbar ist dem aber nicht so. Wie wär’s mit einer Richtigstellung eines kompetenten Wissenschaftlers in einfachen Worten und Beispielen, die auch meine 10-Jährige Tochter versteht?

    ‚Dazu bedarf es einer lauteren Stimme der Wissenschaftler, und derer, die echte Kompetenzen auf dem Gebiet vorzuweisen haben.‘

    Darauf warte ich schon lange. Die müssen aber Zeit und ein dickes Fell haben.
    Vermutlich werden Sie sofort irgendwie mit der Gentechniklobbie in Verbindung gebracht. ‚Hat der nicht mal bei einem Gutachten für Gruppe XY mitgearbeitet? Gruppe XY ist in Wirklichkeit gesteuert von Monsanto‘
    Argumente werden dann gar nicht mehr wargenmommen.

    ‚Was wir brauchen, ist mehr sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema und einfach mehr Aufklärung‘

    Ich wünschte es gäbe ein emotionsfreies Kompendium über grüne Gentechnik von Experten für den interessierten Laien. Basierend auf Zahlen und Fakten und nicht auf Emotionen. Ähnlich wie es David MacKay bezüglich der Nutzung nachhaltiger Energiequellen getan hat.
    http://www.withouthotair.com/

  2. Vielfältige Unterernährung 1870

    Meinen die in dem Video auch die vielfältigte Unterernährung, die es 1870 gab? Kein Wort davon, das bis wet in das 20. Jahrhundert auch in Deutschland für die Menschen noch nicht zu essen gab. Für alle, die nicht genug zu Essen hatten, war die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion ein Segen.
    Ich bin auch Landwirt, aber kein Saatgutkonzern zwingt mich irgendeine bestimmt Sorte anzubauen. Ich baue moderne Weizensorten an und nicht Emmer oder Einkorn, weil sich der Einsatz der modernen Sorten rechnet.
    Wenn die Aktion zu einer glorifizierten Landwirtschaft von 1870 zurückkehren will, dann bitte. Es ist nicht verboten die Sorten von 1870 anzubauen. Dazu braucht es keine Petition an den Bundestag.

  3. @Sören Schewe
    Danke für den Tip.
    Bei 249 Euro scheint mir die Zielgruppe doch ein wenig eingeschränkt zu sein, für ein Thema das alle betrifft. Ich werde aber in die Bibliothek gehen und mir die entsprechenden Kapitel vornehmen.
    Schön wäre eine grundsätzliche Gegenüberstellung der Risiken Gentechnik vs Zucht in Hinblik auf die Panikmache in Deutschland.

    Das Buch von MacKay steht online zum Download bereit und ist mit einer gepflegten FAQ versehen. Ich glaube das ist ein sehr guter Weg um eine breite Masse zu erreiche und kritische Fragen und Anmerkungen gleich aufzugreifen.

  4. @Sören Schewe
    Danke für den Tip.
    Bei 249 Euro scheint mir die Zielgruppe doch ein wenig eingeschränkt zu sein, für ein Thema das alle betrifft. Ich werde aber in die Bibliothek gehen und mir die entsprechenden Kapitel vornehmen.
    Schön wäre eine grundsätzliche Gegenüberstellung der Risiken Gentechnik vs Zucht in Hinblik auf die Panikmache in Deutschland.

    Das Buch von MacKay steht online zum Download bereit und ist mit einer gepflegten FAQ versehen. Ich glaube das ist ein sehr guter Weg um eine breite Masse zu erreiche und kritische Fragen und Anmerkungen gleich aufzugreifen.

  5. Strenge Vorschriften

    „Es steht jedem Bauern frei, alte Sorten zu nutzen, das Saatgut selbst zu gewinnen, zu beizen, und so weiter.“

    Ja, dass stimmt im Prinzip schon, aber wenn daneben ein Bauer z.B. Gen-Mais anbaut und das Feld des Nachbarn kontaminiert, dann darf der seinen eigenen Mais nicht mehr vermarkten.

    Siehe auch: http://www.br-online.de/…igt-ID1276247928244.xml

  6. @alle

    Danke für die Beiträge! 🙂

    @RD

    McHughen (der Autor des oben verlinkten Papers) hat ein Buch zum Thema geschrieben, das aber schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Es sollte aber genau das sein: Aufklärungswerk, von einem echten Wissenschaftler geschrieben. Gelesen habe ich das aber nicht.

  7. @Mona
    Danke für den Link.

    ‚In Deutschland darf kein einziges Körnchen Mais von einer gentechnisch veränderten Sorte zwischen das normale Saatgut geraten. ‚

    Die Frage ist ja, ob das nicht völlig überzogen ist, in Anbetracht der Tatsache daß schon seid Jahrtausenden neue Züchtungen jeweils die bestehenden Nutzpflanzen und auch Wildpflanzen ‚kontaminiert‘ haben.

    Zur Literatursichtung bin ich noch nicht gekommen. Folgendes interessiert mich insbesondere:
    Läßt sich mit Hilfe gentechnisch verändeter Nahrungsmittel der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden wirklich deutlich verringern? Also habe ich als Verbraucher durch die Verbreitung dieser Technik in Zukunft weniger Giftrückstände im Essen?

  8. Nulltolleranz ist überzogen

    @ RD

    „Die Frage ist ja, ob das nicht völlig überzogen ist, in Anbetracht der Tatsache daß schon seid Jahrtausenden neue Züchtungen jeweils die bestehenden Nutzpflanzen und auch Wildpflanzen ‚kontaminiert‘ haben.“

    So ist es und wenn die „Kontamination“ durch neue Sorten so unermesslich groß wäre, stellt sich die Frage, wie bisher, auch bei konventionell gezüchteten Sorten, Sortenreinheit gewährleistet sein konnte. Ich halte die Nulltoeranz in Deutschland für absolut überzogen. Sie ist in einer Welt in der es GVO gibt und bei weltweiten Handelsströmen nicht durchzuhalten.

    Abgesehen davon ist der Mais alles andere als eine einheimische Pflanze und er wurde ganz ohne Umweltverträglichkeitsprüfungen und Zulassungsverfahren bei uns eingeführt. Skandal! Was da hätte alles passieren können mit Flora und Fauna.

  9. Überblick grüne Gentechnik

    @Mona
    falsch, er darf seine Produkte immer noch vermarkten (gesetzlich 0.9% GVO erlaubt), nur nicht als Saatgut. Das Problem ist jedoch das hier keine gesetzliche Regelung existiert (ausser in Ö, da gibt es eine Regelung 0.1%).
    Saatgut darf eh nicht jeder wie er will vermarkten, denn in Deutschland existiert immer noch der Sortenschutz inkl. Nachbauregelung. Maissaatgut wird eh von keinem Bauern selbst angebaut.
    @RD
    Der Pestizid-Einsatz wird deutlich verringert. Doch diese Zahlen sind nicht so leicht verständlich. Denn die einzelnen Wirkstoffe haben deutlich unterschiedlich Aktivitäten und deshalb ist eine simple Mengennennung nicht sinnvoll. Deshalb sind die (teilweise frei erfundenen) Zahlen der GVO-Gegner immer mit größter Vorsicht zu genießen.
    Komplizierte Sachverhalte sind jedoch schwer zu vermitteln denn es ist einfacher eine Deppengleichung wie Genfood = Gift zu lesen und verstehen als eine Mehrseitige Erklärung.

    Ein guter Überblick erhält man in der Broschüre „Grüne Gentechnik“ die von der DFG herausgegeben wurde.
    http://www.dfg.de/…schuere_gruene_gentechnik.pdf
    Doch auch hier müssen ca. 60 Seiten durchgelesen werden.

  10. eine *wirklich grüne* Revolutionsidee:

    Ich glaub ja nicht, dass das so simpel ist, aber man könnte es ja ausprobieren: „There’s plenty of room for improvement in the ways plants turn sunlight into food – the technology has been around for a billion years“ (link)

  11. @Martin Ballaschk

    „Läßt sich mit Hilfe gentechnisch verändeter Nahrungsmittel der Einsatz von Pestiziden und Herbiziden wirklich deutlich verringern? Also habe ich als Verbraucher durch die Verbreitung dieser Technik in Zukunft weniger Giftrückstände im Essen?“

    Die Angaben schwanken da sehr stark und sind natürlich auch von der Bodenbeschaffenheit, dem Klima usw. abhängig. Die Angst der Verbraucher vor Gen-Mais etc. hat jedoch häufig andere Gründe. Schuld ist z.T. auch die aggressive Vermarktungsstrategie der jeweiligen Firmen.

    Was bei uns kaum jemand weiß, die USA geben sehr viel Geld für die Förderung der eigenen Landwirtschaft aus, die US-Agrarförderungen belaufen sich auf 19 Mrd. Dollar jährlich. Damit ist natürlich eine hocheffiziente industrialisierte Landwirtschaft möglich. Ärmere Länder, wie Mexiko, sollen zwar auch den genetisch veränderter Mais anbauen, bekommen aber keine Subventionen und können daher am Markt nicht mithalten. Zudem fürchten sie, die einheimische Sorten könnten verunreinigt werden.

    http://www.innovations-report.de/…cht-36320.html

    Ein anderes Problem ist, dass die angesprochenen Maissorten einen sehr hohen Stärkegehalt haben. Maisstärke wird in den USA vielen Lebensmitteln beigemischt, auch sog. modifizierte Stärken, wie Traubenzucker, Glukosesirup, Fruktosesirup und verschiedene Zuckeraustauschstoffe. Stärke ist ein Polysaccharid, das dazu in Einfach- und Doppelzucker aufgespalten wird. Neuerdings mehren sich Stimmen, die behaupten, dass die zunehmende Fettleibigkeit, insbesondere der Amerikaner, auch auf diese billigen Kalorien zurückzuführen sei.

  12. @Maulwurf

    „…falsch, er darf seine Produkte immer noch vermarkten (gesetzlich 0.9% GVO erlaubt), nur nicht als Saatgut.“

    Zugegeben, da existiert ein ziemliches Durcheinander, aber die 0.9% beziehen sich meines Wissens auf Zutaten für Lebensmittel. „Darum fordern die Hersteller einen Grenzwert für die gentechnische Verunreinigung von Saatgut – ähnlich wie er bei Lebensmitteln schon existiert. Da beträgt er 0,9 Prozent.“ (Link im ersten Kommentar). Bisher war das also höchstens eine EU-Richtlinie, aber kein Gesetz. Die EU selbst hat keine Gesetzgebungskompetenz, diese obliegt den nationalen Parlamenten. EU-Ratsrichtlinien müssen jedoch laut EU-Vertrag innerhalb einer gewissen Frist von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgewandelt werden.

    Eine Gesetzesnovelle ist für 2012 geplant, diese bringt aber auch keine wirkliche Transparenz und stellt weder Gegner noch Befürworter zufrieden.
    Siehe hier: http://www.biotechnologie.de/…ot,did=113450.html

  13. Gentechnik und Artenvielfalt

    Sie schreiben, dass Gentechnik und Artenvielfalt sich nicht ausschließen würden. Aber einen Beleg gibt es für diese Aussage nicht.

    Früher war zwar nicht alles besser, aber es gab mit Sicherheit von jeder Nutzpflanze weit mehr Sorten als heute. Statt 80 Kartoffelsorten, die regional verschieden und an die jeweiligen Gegebenheiten (Klima, Boden, Schädlinge, usw.) angepasst waren, haben wir heute eine Handvoll Hochleistungssorten, die obendrein überwiegen hybrid sind und sich damit gar nicht mehr regional anpassen können. Das gilt für fast jede Nutzpflanze. Wo führt das also bitte zu Biodiversität?

    Natürlich bringen diese Sorten erst mal eine Steigerung des Gewinns und üben somit einen Konkurrenzdruck auf die anderen Bauern aus. Aber dieser Effekt ist meist nur kurzfristig, da der Anbau im Hochleistungsbetrieb die Böden auslaugt, was wiederum nur durch massiven Einsatz von Kunstdünger mehr schlecht als recht kompensiert werden kann.

    Natürlich sollte man nicht per se jede Technik verdammen. Genau so wenig sollte man aber jede Technik in den Himmel loben, nur weil sie einen vermeintlichen Fortschritt bedeutet. Fortschritt muss etwas verbessern und darf dabei die Kosten nicht erhöhen. Das sehe ich bei Gentechnik bislang nicht.

    Vor allem nicht in Hinsicht auf die Artenvielfalt.

  14. An alle nochmal ein Dankeschön, ich habe leider im Moment nicht so viel Muße, um jedem zu antworten, lese aber alle Kommentare!

    @NegatroN

    Über deinen Kommentar musste ich ein ganzes Weilchen nachdenken. Danke schon mal dafür!

    Zur Diversität der Begleitvegetation, Bodenleben, etc.: Der verminderte Einsatz von Pestiziden verbessert natürlich die Artenvielfalt auf dem Feld. Ist das nicht plausibel?

    Zur (Sorten)-Diversität von Nutzpflanzen generell: Prinzipiell schließt sich das eine das andere nicht aus, das sollte klar sein. Mit der Gentechnik hat man ja endlich die Möglichkeit, gekoppelte Merkmale unabhängig voneinander zu vererben – das ist viel präziser als normale Züchtung und im Prinzip kann man damit auch viel mehr Kombinationen von Merkmalen und damit viel mehr unterschiedliche Sorten erzeugen. Dass in der Praxis nur eine Hand voll Pflanzen vermarktet werden, liegt wohl eher an der paranoiden und immens kostenintensiven Zulassungspraxis (passender Artikel hier).

    Früher war zwar nicht alles besser, aber es gab mit Sicherheit von jeder Nutzpflanze weit mehr Sorten als heute.

    Unsinn. Es werden doch ständig neue Sorten geschaffen, wie soll da die Zahl an Sorten abnehmen? In den ganzen vielen Saatgutbanken werden doch auch Millionen von Kultivaren gesammelt und archiviert, damit diese nicht verloren gehen.

    Sowieso war doch niemals das Ziel von Zuchtmaßnahmen, eine hohe Vielfalt zu erzeugen, sondern bestimmte Pflanzen zu verbessern. Wenn die ganzen alten Sorten so toll sind, muss man sich fragen, weshalb so geringes kommerzielles Interesse an ihnen besteht.

    Insofern halte ich die Diskussion alte Sorten vs. neue Hochleistungssorten für komplexer, als du es darstellst. Sicher haben viele alte Sorten besondere Merkmale, die in neuen Sorten nicht mehr vorhanden sind. Die neuen Hochleistungssorten haben aber offensichtlich entscheidende Mehrwerte, die du mit einer mangelnden Nachhaltigkeit vom Tisch wischst. Es geht nicht nur um Ertragssteigerungen, sondern auch um Merkmale wie Resistenzen gegen Pathogene (z.B. Weizen oder Banane), Zusammensetzung (z.B. gesteigerter Glutengehalt bei Weizen), Geschmack (z.B. Erdbeeren), Transportfähigkeit, etc. pp.

    Keine Frage, bessere Stickstoffnutzungseffizienz ist ein großes Ziel in der Pflanzenzüchtung, man hat halt selten eine Pflanze, die alles kann. Deshalb forscht man ja weiter und versucht mit der grünen Gentechnik neue Wege zu gehen, um die Defizite der neuen Sorten zu beheben.

    Natürlich sollte man nicht per se jede Technik verdammen. Genau so wenig sollte man aber jede Technik in den Himmel loben, nur weil sie einen vermeintlichen Fortschritt bedeutet.

    Ich mache weder das eine, noch das andere. Was meinst du also?

    Fortschritt muss etwas verbessern und darf dabei die Kosten nicht erhöhen. Das sehe ich bei Gentechnik bislang nicht. Vor allem nicht in Hinsicht auf die Artenvielfalt.

    Durch Gentechnik kann man Pflanzen verbessern, indem man ihnen neue Merkmale verpasst. Das kann Kosten vermindern, wie zum Beispiel verminderter Einsatz von Pestiziden, oder verminderte Ausfälle durch Resistenz gegen Fraßschädlinge oder Viren Virusresistenz. Was meinst du also?

  15. @Mona
    ein 7 Jahre alter Bericht der zudem noch unter komplett anderen Voraussetzungen erstellt wurde ist alles andere aber nur nicht Aussagekräftig. Vor allem verstehe ich nicht, weshalb die Mexikaner nicht das eindeutig bessere und ertragreichere Saatgut nutzen sollen. Denn die Saatgutkosten machen nur ein Bruchteil der Gesamtanbaukosten aus und diese werden durch die höheren Erträge ausgeglichen (Monsanto ist schon lange nicht mehr der einzige Anbieter von BT-Mais wie Mon810). Es war damals kein Problem der USA sondern ein Problem der uneffektiven Landw. in Mexico.
    Heute ist Mexico über jedes Körnchen Mais aus den USA froh, denn dieses Land kann gar nicht die eigene Bevölkerung und konnte es auch vor zehn Jahren nicht (aufgrund der Steinzeitpflanzenzucht und Landw.) versorgen. Doch das Bioethanolprogramm der USA wandert jetzt mehr Mais in den Tank.
    Auch finde ich es schon etwas komisch wenn man ertragreichere Sorten verteufelt (Argumente etwa von food inc.?). Diese Ertragreiche Sorten haben z.B. dazu geführt das in DE ca. 14% der Gesamtfläche für Siedlung und Verkehr verbraucht wurden (vor 60 Jahren noch ca. 6%) und trotzdem kann sich DE heute zu knapp 100% Selbstversorgen. Die ganzen Naturschutzgebiete und Erholungsflächen gab es vor 60 Jahren auch nicht und daraus folgt das Ertragsteigerung und intensive Landwirtschaft aktiver Naturschutz ist. Selbst ein Biofeld ist ein Feld und keine Natur (im Sinne von natürlich)
    Übrigens für jeden qm Naturschutzgebiet, Wohnungsbau etc. in Deutschland (ohne entsprechenden Ertragsausgleich durch moderne Züchtung und Landw. Methoden) wird min. 2 qm (eher ein vielfaches davon) Natur in Entwicklungsländern zerstört. (Vereinfacht für die Biofläche in DE wurde die gleiche Fläche Regenwald zerstört)
    Wie lautet es so schön, Deutschland ist Exportweltmeister, vor allem von Unweltzerstörungen.
    @NegatroN
    Dieser Unsinn von den ach so tollen lokal angepassten Sorten wird immer gern verbreitet und ist eigentlich auch falsch.
    Vielmehr müsste es lauten das die alten lokalen Sorten die besten unter allen schlechten Sorten waren. Aus dieser Tatsache aber abzuleiten dass diese besser angepasst sind als moderne Sorten erfordert schon sehr viel Phantasie.
    Des weitern haben sich auch die Umstände in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. Die Böden waren durch die alten Methoden ausgelaugt und durch moderne Landw. d.h. bedarfsgerechte Düngung und Bodenbearbeitung wurde die Bodenfruchtbarkeit (entgegen der Propaganda) deutlich verbessert (Auch Biobetriebe müssen Mineraldünger zum erhalt der Bodenfruchtbarkeit ausbringen).
    Der Boden wird also nicht ausgelaugt sondern das Gegenteil ist der Fall!
    Auch hat sich das Klima geändert wodurch alte Sorten, falls diese überhaupt gut angepasst waren, heute noch weniger angepasst sind.
    Auch das Märchen der Artenvielfalt ist so falsch. Die Artenvielfalt ändert sich nun mal, alte Arten verschwinden und neue kommen hinzu. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben, denn das Einzige was je konstant wahr, war die Veränderung (meine Def. von Evolution).

  16. Biodiversität @Maulwurf

    Ihren religiösen Eifer mit dem Sie hier die Gentechnik propagieren in allen Ehren. Aber auf mein Hauptargument, nämlich die Agrarsubventionen der USA für ihre eigene Landwirtschaft, sind sie nicht eingegangen. „Heute ist Mexico über jedes Körnchen Mais aus den USA froh“ schreiben Sie, das ist schon wahr, denn die USA können, dank der Subventionen, unter dem Herstellungspreis produzieren, das können andere Länder nicht.

    Außerdem schreiben Sie an @NegatroN: „Die Böden waren durch die alten Methoden ausgelaugt und durch moderne Landw. d.h. bedarfsgerechte Düngung und Bodenbearbeitung wurde die Bodenfruchtbarkeit (entgegen der Propaganda) deutlich verbessert ….“.

    Wo haben Sie denn das her?

    „Auch das Märchen der Artenvielfalt ist so falsch. Die Artenvielfalt ändert sich nun mal, alte Arten verschwinden und neue kommen hinzu. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben, denn das Einzige was je konstant wahr, war die Veränderung (meine Def. von Evolution).“

    Da empfehle ich diesen Artikel:
    http://www.gentechnologie.ch/…fs_biodivers04.pdf

  17. @Mona: Was ist das denn für ein Dokument? Es ist äußerst schlecht belegt und strotzt vor Fehlern.

    Es ist zum Beispiel unwahr, dass in den USA Fischfarmen auf offenem Meer geplant werden, in denen GV-Fische gehalten werden. Der GV-Lachs, der zuletzt in der Diskussion aufgetaucht ist, wird in Binnenbassins mit mehrfach gesicherten Abriegelungsverfahren gehalten werden. Die FDA hatte da recht strenge Auflagen.

  18. Ich bin, was die historische Perspektive der Bodennutzung angeht, auch etwas überfragt. Sicher scheint mir aber zu sein, dass die hohe Stickstoffnutzungseffizienz bei den Nutzpflanzen im Laufe der Domestizierung verloren gegangen ist. Das gilt es zu verbessern. Insofern sind die neuen Sorten (sowieso) nicht perfekt.

    Die Grundsatzfrage bleibt: Weshalb sich Gentechnik als eine Methode zur Erzeugung neuer Sorten und Artenvielfalt auf dem Acker ausschliessen sollten. Das Beispiel mit Reis und Reispathogen von Mona zeigt doch, was Möglich ist: genetische Heterogenität zu schaffen, um ein ungehindertes Ausbreiten von Schadorganismen zu vermeiden. Das geht auch trotz (oder vielleicht sogar besser mit) Gentechnik.

  19. @ Martin Ballaschk

    Ich muss vielleicht ein bisschen weiter ausholen für meinen Punkt, denn eigentlich es es nicht direkt eine Frage der Gentechnik, sondern der Anbaumethoden an sich.

    Vor Einführung der industriellen Landwirtschaft gab es bei den meisten Nutzpflanzen relativ viele verschiedene Sorten. Je nach Region, Bodenbeschaffenheit usw. haben sich bei der Zucht andere Varianten entwickelt, die zu einem großen Teil recht „robust“ waren, also recht gut eingestellt auf das Klima, die Schädlinge und die Krankheiten in dieser Region. Dadurch, dass ein Teil des Saatguts wieder für die Aussaat verwendet wurde, war die Anpassung und regionale Unterscheidung ein ganz normaler Prozess. Im Idealfall wurde zusätzlich Fruchtwechsel betrieben, um die Böden nicht auszulaugen.

    Durch die industrielle Landwirtschaft sind diese Sorten durch einige wenigen Hochleistungszüchtungen ersetzt worden. Natürlich sind das weniger, denn es macht für einen Saatguthersteller wenig Sinn, 100 verschiedene Maissorten getrennt voneinander weiterzuentwicklen. Er konzentriert sich auf 1-3 und optimiert diese in Hinsicht auf den Ertrag (ober er das nun mit Gentechnik tut oder durch konventionelle Zucht, ist dafür erst mal egal).
    Das bedeutet aber im Gegenzug, dass die Sorten ihre regionale Anpassung verlieren und überall das gleiche Saatgut zum Einsatz kommt, egal wie gut es an die jeweiligen Besonderheiten des Anbaugebietes angepasst ist. Es ist also weniger robust, bringt dafür aber mehr Ertrag.

    Weil es aber weniger robust ist, ist es anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Wenn es in Monokulturen ohne Fruchtwechsel angebaut wird, laugt es die Böden aus. Der Anbau führt also dazu, dass mehr Pestizide und mehr Dünger eingesetzt werden müssen. Und dass die Notwendigkeit besteht, das Saatgut weiter zu optimieren, um dem entgegen zu wirken. Da es sich bei den meisten modernen Saaten um Hybride handelt, kann hier die Anpassung auch nicht regional durch Zucht seitens des Bauern weiterbetrieben werden, sondern muss zentral beim Saatguthersteller passieren. Die Bauern sind hier komplett vom Saatguthersteller abhängig.
    Ein guter Teil dieser Anpassungen wird aber überhaupt erst dadurch nötig, dass die Pflanze industriell angebaut wird. Denn die Probleme, die man u.a. durch Gentechnik zu lösen versucht, haben robuste Sorten von Haus aus weit weniger als Hochleistungssorten.

    Dieses ganze Vorgehen kann also nicht zu mehr Biodiversität führen. Das Problem liegt hierbei aber nicht bei der Gentechnik an sich, sondern einfach bei der Methodik industrieller Landwirtschaft. Die Gentechnik setzt das nur fort, weil sie schon allein aus Kostengründen nur bei Hochleistungssorten Sinn ergibt. Es wäre für kein Unternehmen rentabel, mehrere hundert Sorten mit begrenzter regionaler Verbreitung parallel weiterzuentwickeln.

    Mein Punkt mit dem Fortschritt am Ende meines Kommentars war auch gar nicht als Vorwurf an dich gemeint, sondern nur als allgemeine Anmerkung. In dieser Debatte scheinen Grenzen zu verlaufen, die aus meiner Sicht keinen Sinn ergeben, weil sehr viel Ideologie mitschwingt, was der Diskussion überhaupt nicht gut tut.

  20. Industrielle Landwirtschaft vs. Gentech

    @ NegatroN

    Es geht dir also um industrielle Landwirtschaft – okay. Das scheint bei Alnatura/Vielfalterleben ganz ähnlich zu sein. Warum hackt man dann aber auf der grünen Gentechnik herum? Wenn es um Kritik an der industriellen Landwirtschaft geht, warum wird diese nicht auch genau so artikuliert? Ich vermute, weil man damit viele Ideologen anspricht, was, wie du schon sagst, die Diskussion noch viel schwieriger macht …

    Ich kann mich nur wiederholen, die Gentechnik ist nicht an eine bestimmte Landbaumethode gekoppelt, warum sollte sie es auch? Es ist nur gegenwärtig so, dass fast nur die Agrarriesen die Sorten entwickeln, und das ist dem Zulassungsprozess geschuldet. Mittelständische Firmen werden ja regelmäßig geschluckt, das ist nicht die einzige Parallele zur Pharmaindustrie. Das ist alles ziemlich deprimierend, aber kein Grund, das Verbot einer Technologie zu fordern. Vielmehr sollte man auf ganz anderen Ebenen Politik machen, zu Patentfragen oder evtl. generell öffentlich finanzierten Zulassungsverfahren. Jedenfalls ist die Gentechnik in den Händen großer Monopolisten grundsätzlich ein Misstand, den man nicht mit dem Verbot der Gentechnik bekämpfen sollte.

    Das Erzeugen von transgenen Pflanzen selbst ist nicht wahnsinnig teuer, mehrere „Sorten mit begrenzter regionaler Verbreitung parallel weiterzuentwickeln“ könnte durchaus lohnend sein. Es müssen ja nicht gleich „mehrere hundert“ sein!

    Die konventionelle Landwirtschaft hat durch den Einsatz von Pestiziden und Mineraldüngern fraglos zu Umweltschäden geführt. Eine intensive, aber nachhaltige Intensivierung ist logischerweise besser, als eine nicht-nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft.

    Die Ertrags- und Sortenfrage bringt mich zur „grünen Revolution“ – die ganzen tollen, regionalen Sorten, die so gut mit Schädlingen und widrigen Umweltbedingungen zurecht kommen, konnten bis zur ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts die Menschen in Ländern wie Indien und den Phillipen nicht ernähren. Erst die Hochleistungssorten mit teilweise 10-facher Ertragssteigerung konnte doch Hungersnöte vermeiden helfen. Die Einführung hatte natürlich Nebenwirkungen, das will ich nicht leugnen. Aber wenn man viel aus der Pflanze rausbekommen will, muss man auch entsprechend mehr an Nährstoffen reinstecken.

    Deine Prämisse, dass alte Sorten robuster sind, hätte ich gern etwas präzisiert. Ich halte das für einen Mythos.

  21. oooh man

    warum die Leute Angst haben vor GenTechnik? – Ich bin der Meinung es ist nicht die alt bekannte „Angst vor der Veränderung – vor dem Fortschritt“ – vielmehr haben sie Angst vor Hunger, Krankheit, vor Missbildungen und Versklavung. Ich bin selbst in der Landwirtschaft tätig. In einem Labor mag es möglich sein gezielte Effekte durch Genmanipulation zu erzeugen, aber die Umwelt hat sehr komplexe Einflüsse auch auf den Genotüpen. Wer Gentechnik supported, der ist auf die Propaganda der Konzerne reingefallen. Mich könnte das kalt lassen, aber das Zeug breitet sich unkontrolliert aus und damit und mit eurer Stumpfheit habe ich ein echtes Problem!


  22. Hunger, Krankheit, vor Missbildungen und Versklavung […] der ist auf die Propaganda der Konzerne reingefallen […] das Zeug breitet sich unkontrolliert aus

    Aha. Gut, dass du mich endlich mal aufgeklärt hast, wie das alles so miteinander zusammenhängt. Danke dafür!

    mit eurer Stumpfheit habe ich ein echtes Problem

    Der Witz war aber flach.

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