Wählerstimmenvalue-Steigerung und der Unsichtbare Sinn

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Wahrheiten als Querdenkerisches verkleidet, von Gunter Dueck
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Jede Partei ist im festen Besitz von Stammwählern, deren Zahl sie stetig steigern muss. Das ist der Sinn einer Partei. Sie muss einen großen Wählerstimmenvalue erzeugen. Wir kennen das bei Unternehmen, die jedes für sich den Shareholdervalue steigern und dadurch automatisch und global den Wohlstand für alle Menschen generieren. Das ist dadurch wissenschaftlich bewiesen worden, indem es oft genug von Reichen gesagt worden ist. Der Wohlstand für alle kommt jetzt bald.

Es ist nun Zeit, die wissenschaftlichen Prinzipien der Ökonomie auch in der Politik anzuwenden und Politikwissenschaften wie harte Naturwissenschaften zu betreiben.
Die Wählerstimmen sind ein knappes Gut, das jede Partei einzuheimsen versuchen muss. Wenn alle Parteien vollkommen egoistisch und skrupellos den Wählerfang auf Biegen und Brechen betreiben, dann muss sich insgesamt ein bestmöglicher Staat mit dem höchstmöglichen Sinn für alle entwickeln. Genau wie die „unsichtbare Hand des Marktes“ die Wirtschaft in einem gesunden Gleichgewicht hält, so sorgt ein „unsichtbarer Sinn“ über den Wahlurnen für das Wohlergehen der staatlichen Gemeinschaft. Der Wähler hat in der Politik die Rolle des Marktes in der Ökonomie. Der Markt regelt die Wirtschaft ohne deren Zutun, der Wähler die Politik.

Diese Analogie zwischen dem Erfolgsmodell der Shareholdervalue-Ökonomie und der Politik wird erst neuerdings stärker beachtet und eingesetzt. Früher vertraten die Parteien bestimmte partikuläre Grundsätze, etwa christliche oder soziale, die automatisch jeweils gewisse Wählermengen anzogen. Bei zu festen Grundsätzen ist aber nicht möglich, den Wählerstimmenvalue einer Partei nachhaltig und langfristig zu steigern. Viele Parteien steigern daher die Anzahl ihrer Grundsätze. Ein vielbeachtetes Erfolgsmodell einer Partei in Bayern, die das Christliche UND das Soziale GLEICHZEITIG zum Grundsatz hat, unterstützt empirisch diesen theoretischen Ansatz.
Viele Parteien orientieren sich auch an wertsteigernden Automobilunternehmen, die vom Kleinstwagen bis zum Ferrari-Fake ein vollständiges Angebot für alle Wähler (dort heißt es Kunden) bereithalten. Eine Partei, die sich wissenschaftlich effizient verhält, wird also die Anzahl ihrer Grundsätze erhöhen und damit das vollständige Wählerstimmenpotential abschöpfen. Für eine komplette Wählerabdeckung ist es mathematisch gesehen optimal, überhaupt alle Grundsätze gleichzeitig zu vertreten, insbesondere zu jedem Grundsatz auch sein Gegenteil.

Die locker-entspannte Haltung, alle Werte gleichzeitig vertreten zu können, nennt man liberal. Herzblutpolitiker, die nur auf ihr Herz hören, haben in der neuen erfolgreichen Zeit keine Chance mehr, weil Herzen nicht liberal sind. Die ökonomisch-liberale Betrachtung einer wählervermehrenden Politik ist das Erfolgsmodell der Zukunft.

Bei den Autos hat die wertsteigernde Modellpolitik dazu geführt, dass die Autos sich im Aussehen immer mehr gleichen, also beliebig aussehen, so dass man ihren Typ fast nur noch an dem Schriftzug auf dem Kofferraum erkennen kann. Diese positive Entwicklung sollte sich nun auch in der Politik vollziehen. Die Parteien gleichen sich immer mehr an das Ideal der bestmöglichen Partei an, weil es ja nur eine mathematisch optimale Partei geben kann, eben diejenige, die alle Grundsätze vertritt.
Deshalb kommt es in unserem Lande zu einem hoffnungsverheißenden Kulturwandel. Die Menschen, die durch die beliebige Politik immer mehr begeistert werden, werden jetzt auch selbst als Menschen beliebig und wählen deshalb beliebig. Niemand muss mehr über Grundsätze streiten, weil jeder alle hat.
Die Wirtschaft löst sich in Wohlstand auf und die Demokratie in Wohlgefallen.

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www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

2 Kommentare

  1. keine Natuerwissenschaft

    Die Wirtschaftswissenschaften und die Politikwissenschaften sind keine Naturwissenschaften und werden es auch nie. Sie sind Sozialwissenschaften. Entgegen der Naturwissenschaft funktionieren diese Disziplinen nicht ohne Menschen.

  2. Das sehe ich nicht so.

    “Die ökonomisch-liberale Betrachtung einer wählervermehrenden Politik ist das Erfolgsmodell der Zukunft.”

    Das sehe ich nicht so.
    Die Wechselwähler von SPD zu FTP zu Piraten zeigen ganz deutlich das ein grösser werdender Teil der dt. Bevölkerung nichts mit dieser Pendelpolitik anfangen kann.

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