Träges Wissen um Innovation

WILD DUECK BLOG

Träges Wissen ist ein Fachbegriff für Wissen, das man „verstanden“ hat, aber nicht anwenden kann. Viele Leute haben Vokabeln gelernt, können aber im Ausland nicht nach der Toilette fragen.

So geht es mir bei Innovation. Dafür gibt es doch nun Tausende von Büchern, auch viele gute („Das Neue und seine Feinde“ zum Beispiel, von einem bekannten Autor). Die Leute lesen alles genau durch, verstehen es, aber sie tun es dann nicht.

Es gibt verschiedene Ansätze von Autoren: „10 Fehler, die eine Innovation vermasseln“ und „10 Erfolgsfaktoren für Innovation“. Das mit den Fehlern lernen viele, aber die Erfolgsfaktoren verstehen sie zwar – aber eben ohne jede Verwirklichungschance.

Quelle: Adobe Stock Foto

Sie verstehen „Plattform-Ökonomie“, den Wert von Daten als „Öl des 21. Jahrhunderts“, die Wichtigkeit von Agilität und die Kompetenz, den Kunden im Mittelpunkt sehen zu können. Aber umsetzen? Sie glauben immerhin, sie könnten es umsetzen, wenn sie Zeit und Geld hätten, dazu einen Ideenmanagementprozess und einen Innovationsprozess, bei dem solche Top-Manager die Innovationsvorschläge beurteilen, die noch gar nichts selbst checken, weil sie seit Jahren hochqualifiziert das Tagesgeschäft betreiben. Man nimmt wohl an, dass ein hohes Gehalt zu allem befähigt, zum Beispiel zu einem US-Präsidenten.

Warnungen gab es doch genug in der Schule. Wir haben kein gutes Gedicht zustande gebracht und erfolglos Picasso nachgeäfft. Wir haben sehr wohl verstanden, wie sich gute Aufsätze lesen, aber wir konnten keine solchen schreiben. Wir wissen, wie Kommunikation ablaufen sollte. Wir haben Bücher über effiziente Meetings gelesen, aber wir vertrödeln unter drängendster Terminnot die liebe lange Zeit. Wieso glauben wir dann, wir könnten nicht nur lernen, wie man Milliardär wird, sondern es auch umsetzen? Bei Musik ist vielleicht am klarsten: Glauben Sie, man könne ganz ohne Talent beschließen, Profi-Musiker oder Fußballbundesliga-Spieler zu werden?

Seltsam. Wenn wir einkaufen, verstehen wir die Qualitäten und schätzen ein Super-Design. Gutes lässt sich überall bewundern, aber wenn wir selbst etwas versuchen, geht es schief, weil der Kunde es so nicht annimmt.

Vielleicht ist das Wissen um das Hervorragende nur passiv in dem Sinne, dass wir es als Gebildete schätzen können, aber niemals vermögen, es selbst umzusetzen?

Wir studieren Heilige, Helden, Künstler, Dichter, gar Götter – das muss sein, damit wir mögliche Vorbilder als Blaupausen kennen, heißt es. Und danach, nach dem Abitur, werden wir Rechnungsprüfer, zum Beispiel.

In dieser Weise, so wie wir Aufsatzschreiben, Blockflöte, Reimen und Nachmalen geübt haben, versuchen wir innovativ zu sein. Change Management, so sagt man, ist der härteste Job. Innovation wird dagegen für leicht befunden. Brainstorming, kurz was im Workshop erfinden, einen halben Tag Design-Thinking mit Legos und Duzen anschließen, dann nur noch umsetzen.

Ach, und ich frage mich: Ist alles Wissen um das Hohe nur träges Wissen? Oder versteht man das Hohe doch nicht wirklich?

Gunter Dueck

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

18 Kommentare

  1. Herr Dueck,

    ich empfinde Ihre Artikel-Ausführungen als „wenig geordnet“. Ich vermute, daß Sie „irgendwie“ (sehr) ärgerlich sind. Irgendetwas muß bei Ihnen raus.

    Das übergeordnete Problem ist (leider) vielfältig und omnipräsent.

    Ich habe das einmal so beschrieben:

    Die Illusion des Seins
    Leben: Das mehr oder weniger lange Sterben

    Leben als Statist einer basisfremden Abstraktion im 21.Jahrhundert und grenzenlose Beliebigkeit als konstanter Wegbegleiter in einem komplexen, detailreichen Arrangement, verwässert und zugemüllt mit Belanglosigkeiten und «News», ist eher eine nette, harmlose Umschreibung für den konstruierten Wahnsinn der Normalität. Für sehr viele Menschen sind Unnatürlichkeiten wie das Finanzamt und angesiedelte, „dynamische“ Steuergesetze, Monotheismus, Normen- und Vorschriftenterror aller Art, dumme Mitmenschen, staatliches Gewaltmonopol, richterliche Willkür, geburtsbedingte Armut, antrainierte Scham vor Nacktheit, das generelle Fehlen einer erotischen Kultur und zahlreiche weitere «Unmenschlichkeiten» ernstzunehmende, gesundheitsgefährdende Faktoren, die letztendlich genauso tödlich wirken, wie die Begegnung mit einem Raubtier. Vom Raubtier gefressen zu werden, hat jedoch den Vorteil, zumindest für einen Moment gelebt zu haben. Unsere nicht artgerechte Haltung im Dschungel der Moderne lässt Menschen 80 Jahre und älter werden, ohne das sie je gelebt haben.

    …ein Ratschlag
    Basissuche und freundliche Entschleunigung beginnen u.a. mit direkten, nicht materiell ausgerichteten Naturerfahrungen und Spaß an der Freude. Die Struktur eines Blattes, der Geruch einer „wildlebenden“ Pflanze, die Bewuchsvielfalt einer Wiese, das Insekt von “nebenan” und spielerisches Miteinander helfen (auch) sich selbst wahrzunehmen.

    Sonnige Grüsse,
    Dirk Freyling

  2. @ Dirk Freyling
    Ich verstehe die Tendenz ihres Kommentars von 22:25 und Teile diese auch weitgehend .
    Für nicht sehr zielführend bezüglich “Aufklärung” halte ich allerdings das Folgende :
    ..Die Illusion des Seins
    Leben: Das mehr oder weniger lange Sterben….”

    (Zitatende)
    Denn Wortspielereien bringen eventuell nicht sehr viel weiter.Genauso könnte ich formulieren:
    Leben: Der doch relativ lange oft überwiegend angenehme Vorlauf eines meist relativ kurzen Sterbeprozesses.

    Relativ herzliche Grüße von
    Little Louis

  3. @ Herr Dueck und zu:

    “……Ist alles Wissen um das Hohe nur träges Wissen?……………..”
    “….Wir wissen, wie Kommunikation ablaufen sollte. Wir haben Bücher über effiziente Meetings gelesen, aber wir vertrödeln unter drängendster Terminnot die liebe lange Zeit…….”
    (Zitatende)

    Mit Verlaub: Haben Sie gestern bei “Scobel” die Wiederholung der Sendung über ADHS (bei Erwachsenen !) gesehen? Ihr Zitat beschreibt eines der wesentlichsten Symtombilder dieses “Syndroms” (-:

  4. Wir vertrödeln die Zeit…………..
    ist jetzt Aktivismus angesagt?

    In solchen Momenten sollte man tief durchatmen und zuerst an so einen Zusteller von Amazon denken. Der vertrödelt nicht seine Zeit, der muss arbeiten bis zum Umfallen. Eine alleinerziehende Mutter. Fragen Sie die mal , ob sie Zeit zum Vertrödeln hätte. Frauen vertrödeln nicht die Zeit, die kommunizieren miteinander bei einer Erdbeersahnetorte.
    Damit haben wir schon mal 50 % der Bevölkerung abgedeckt, die trödelt nicht !
    Jetzt kommen die Männer dran. Bis auf die Hartz IV Empfänger trödeln die auch nicht.
    Ja, die Ruheständler, die stecken voller Ideen, haben aber keinen Bock mehr, daraus etwas zu machen.
    Herr Dueck, schreiben Sie doch ihre Memoiren. (kleiner Spaß)
    Übrigens, der Odenwälder Äpple Wein ist gut. Wir fahren extra vom Schwabenländle in den Odenwald um den zu kaufen. Wäre das jetzt auch eine Form von Trägheit ?
    Ansonsten: Innovation ist kein Wertbegriff. Sogar die Werbeindustrie wirbt mit der guten alten Oma.
    Machen Sie sich keine Sorgen, wir genießen unsere Zeit.

  5. @little louis: Die Konzernstrukturen führen zu erzwungener ADHS, weil man unter Druck von überall her immer etwas Anderes machen soll und zwar absolut pflichtgetreu wie ein heiliger Krieger für den Quartlasgewinn schuftet, aber von außen gesehen nicht von einem ADHSler unterschieden werden kann. Tendenz: Stress, Polyphasic Behavior, inneres Empfinden, im Dauerkampf im Vergleich der Beste zu sein… und wer nicht so ist: Versager.

  6. Um nicht den Bezug zum Thema des Blog-Artikels zu verlieren, frage ich mal: Innovation für was? Die meisten Dienstleistungen und Produkte haben keinen »essentiellen Charakter«. Viele sind basisfremd und kontraproduktive “Zeitfresser”.

    Little Louis,

    Masse statt Klasse
    Haben Sie sich schon einmal gefragt, welchen Sinn es macht, daß der Mensch von heute 20, 30 Jahre länger lebt, als zu früheren Zeiten? Die Idee der Lebensverlängerung um nahezu jeden Preis impliziert eine Urangst vor dem Tod. Obwohl der Tod unvermeidbar ist, herrscht Panik und Depression bei dem Gedanken sterben zu müssen.

    Markttechnisch sind Menschen mit ihrem zerfallenden Körper insbesondere in den so genannten Industrienationen gern gesehene Kunden für Medikamente und Dienstleistungen. Was hat der Einzelne bewusst mehr von einem längeren Leben? Bankangestellte, Putzfrauen, Laborantinnen, Müllsammler, Versicherungsvertreter, alle arbeiten fremdbestimmt. Die Lebensplanung und gewünschte Planungssicherheit basieren auf möglichst viel Arbeits- und Lebensroutine. Längere Lebenszeiten werden von fremdbestimmt arbeitenden Menschen mit Wiederholungen des Alltäglichen bestritten.

    Wenn sie heute ein gutes Essen zu sich genommen haben, dann müssen sie dies auch bald wieder tun, sonst werden sie unzufrieden. Die notwendige Redundanz der Zufriedenheit ist allgegenwärtig bis der Tod ihr ein Ende macht.

    Der körperliche Verfall – mit und ohne Beschleunigung bedingt durch unnatürliche Lebensweisen – kommt in jedem Fall mit den Jahren. Der Körper vergeht meist bei vollem Bewußtsein. Körperliche Gebrechen, künstliche Gelenke, falsche Zähne, tägliche Medikamente sind das normale Schicksal des westlichen Durchschnittsmenschen. Wenn es ganz schlimm kommt – und das gechieht zunehmend – schicken ihre Liebsten sie in ein Pflegeheim. Dort werden sie wieder behandelt wie ein kleines Kind, werden wenn nötig nicht selten jahrelang gefüttert und von Urin und Kot befreit. Krebserkrankungen, Alzheimer, erhebliche Seh- und Hörstörungen. Wann ist es „gut“? Wann gehen sie freiwillig? Die Wahrscheinlichkeit, daß sie diese Entscheidung aktiv treffen ist gering. Ihr Wert für die Gesellschaft als Pflegefall wird rein wirtschaftlich ermittelt. Solange sie aus Sozialkassen, oder besser aus privaten Mitteln, Dienstleistungen, Apparatemedizin und Pillen als «Biomasse Mensch» bezahlen können, wird man sie nicht sterben lassen.

    Doch neben wir an, sie leben noch einigermaßen gesund. Worum geht’s?

    Die meisten Menschen sind einfach nur da, bis sie weg sind. Leicht austauschbar und nichts sagend. In „Anlehnung“ an unser digitales Zeitalter verkörpert der Durchschnittsmensch «digitales Rauschen», auf das «man» ersatzlos verzichten kann und verzichtet.

    Was hat der Einzelne Wichtiges erfunden oder weiterentwickelt? Die meisten Menschen tragen weder zum Fortschritt bei, noch entwickeln sie eine signifikante, positive Persönlichkeit. Ganz im Gegenteil, sie fallen eher durch Allergie, Neurose, Depression und allgemeiner Ahnungslosigkeit auf. Schlichtes Blablabla trifft auf Blablabla. Täuschen sie sich nicht. Sie sind deutlich basisfremder und gesamtheitlich dümmer als der Urmensch. Warum leuchtet die Glühbirne, wenn sie den Lichtschalter betätigen? Wie funktioniert ihr Smartphone? Wie funktioniert ein Massenspeicher? Warum fliegt das „eiserne“ Flugzeug? Bauen Sie eine Glühbirne, ein “Handy”, einen Massenspeicher, bauen Sie ein Flugzeug. Nichts wird ihnen gelingen. Jeder der Urmenschen konnte nahezu alle seine Lebensbereiche und Aufgaben selbst bewältigen. Sie können so gut wie gar nichts aus ihrer Welt herstellen, sie können noch nicht einmal einen kleinen Bruchteil gedanklich reproduzieren. Das Ergebnis ist eine totale Abhängigkeit und Hilflosigkeit. Schlimmer noch, sie sind so gut konditioniert, daß ihnen dieses Dilemma noch nicht einmal bewusst ist. Ihr geistiges Potential ist unnütz und verschwendet. Nietzsche hätte seine helle Freude am Menschen des 21.Jahrhunderts. Das profane Ende einer Hochkultur ist in Sicht. Ein Teil der Möchtegern-Menschen „zwischen“ Klingelton und systembedingter Fettleibigkeit echauffiert sich über die Rente erst mit 70, ein anderer Teil will zeitgleich Spaß in Form von nationalen „public viewing“. Brot und Spiele sind zurück in Form von Hartz IV und Fußball. Die Mäuler der breiten Masse werden mit Billigfleisch aus der Tier-Massenhaltung gestopft. Hundertmillionenfach werden für diesen „Zweck“ Lebewesen gefoltert und getötet, zeitgleich werden Haustiere gemästet und mit Medikamenten gegen Herzinsuffizienz behandelt. In Zentralafrika betteln überbevölkerte Massen um Nahrung, die im politisch korrekten Fall zu Spenden führt, die noch mehr Überbevölkerung und Elend generieren. Indoktrinierte, basisfremde Dummchen krabbeln um die Welt und werden bei Gelegenheit zu Mördern und Sadisten im Namen des Herrn. «Qualität» in Form von selbstregulierender Natürlichkeit wird rigoros durch destruktive «Quantität» in Form von Milliarden nahezu gleicher Menschen ersetzt. Was bringt die Masse Mensch?

    Der «Mechanismus Leben» steht perspektivisch in keinem Zusammenhang mit gesellschaftlich geforderten Erfolg. Die wenigsten Menschen verstehen das. Oder mit den Worten Hermann Hesses ausgedrückt:

    »Alle Kinder, solange sie noch im Geheimnis stehen, sind ohne Unterlass in der Seele mit dem einzig Wichtigen beschäftigt, mit sich selbst und mit dem rätselhaften Zusammenhang ihrer eigenen Person mit der Welt ringsumher. Sucher und Weise kehren mit den Jahren der Reife zu diesen Beschäftigungen zurück, die meisten Menschen aber vergessen und verlassen diese innere Welt des wahrhaft Wichtigen schon früh für immer und irren lebenslang in den bunten Irrsalen von Sorgen, Wünschen und Zielen umher, deren keines in ihrem Innersten wohnt, deren keines sie wieder zu ihrem Innersten und nach Hause führt

  7. @ bote 19 und zu:
    “…Übrigens, der Odenwälder Äpple Wein ist gut. Wir fahren extra vom Schwabenländle in den Odenwald um den zu kaufen. ..” (Zitatende)

    Aber, aber , ich mus schon bitten:
    Wenn man vom Schwabenländle in den Odenwald fährt, dann betritt man zunächst mal badisches Hoheitsgebiet. Dort trifft man (kulturtheoretisch noch genauer) zuerst mal auf Menschen der kurpfälzischen Machart. Dort nach “Äpple Wein” zu fragen ist schon etwas schräg und zudem fast schon ein Sakrileg. Und das hat allenfalls entsetztes Kopfschütteln zur Folge. Denn korrekt wäre allenfalls :
    ” Moscht”.
    Ganz anders allerdings sieht es 50-60km weiter beim dort angesiedelten Volksstamm der hessischen Odenwälder aus. Dort könnte es auf Ihre Art eher klappen. Allerdings is des dort kein Moscht.

  8. Zu Dirk Freyling:
    Dazu fällt mir Buddha ein. Er sah auch ,dass Leiden der Menschen ,bestehend aus Krankheit, Alter, Tod . Er sah eine Erlösung im Nicht-Selbst, in der Erkenntnis, dass unser SELBST nur aus Gedanken, Gefühlen und Empfindungen besteht, was wir in der Meditation erkennen. Wir sind also nicht das, was wir denken und fühlen, dass ,was wir im Stadium der LEERHEIT als unsere flüchtigen und vergänglichen Eigenschaften erkennen. So gesehen werden uns Gedanken und Gefühle anerzogen in dem Sinne, dass wir aus unserer Umwelt die Glaubens/Verhaltensmuster übernehmen. Diese Fremdbestimmung formt das, was wir für unser eigenes ICH halten, womit wir uns selbst belügen, da wir eigentlich nur im Sinne der gültigen gesellschaftlichen Werte geformt (domestiziert) werden: Hörige Mitläufer . Politik und Medien bestimmen unser Denken und unsere irre Jagd nach unseren Werten, von denen wir glauben, dass sie in uns Wohlgefühle auslösen. Brot und Spiele, so die alten Römer und meinten den dressierten Menschen der fremdgesteuert wird und dass auch noch für seine eigene Meinung hält. Buddha erkannte, dass wir eigentlich nur aus solchen fremdgesteuerten Gedanken bestehen. Hinter diesen fremdgesteuerten Quatsch liegt das, was unser wahres ICH ist…

  9. little Louis,
    O.K. dir kann ich nichts vormachen. Hier die genaue Bezeichnung: Odenwälder Apfelwein naturtrüb
    Name: Beerfurther Schoppen , Kelterei Krämer.
    Das Herz des Odenwaldes ist hessisch. Die paar Kurpfälzer, die kommen meistens aus Mannheim. Wir fahren nach Beerfelden, das ist von Stuttgart aus direkt zu erreichen.
    Anmerkung: wir sind kurpfälzisch-hessische Mischlinge, mit allen Dialekten vertraut.
    Noch besser war ein Äppelwoi aus der Nähe von Frankfurt, der Name war Possmann.

    Tipp: Nach dem Essen, den Woi nit vergessen.

  10. @ bote 19 und zu:
    “…Das Herz des Odenwaldes ist hessisch. ..” (Zitatende)

    Nee , neee , neeee. Des geht jetzt garnet. Ich hab Dirk Freylings Kommentar von gestern 2:37 noch nicht gelesen und jetzt sowas. Zwar hab ich genetische Wurzeln auch aus der Nähe von ” Beerfelle” aber dass diese undefinierbare kurpfälzisch – badisch- hessische Mischgegend jetzt das Herz des Odenwaldes sein soll, das schlägt doch dem Fass den Boden aus. Da muss unverzüglich die Moderation einschreiten, denn das ist fast noch eine Stufe schlimmer als antisemitisch- rassistische Einstenkritik von unter dem Aluhut. Sowas können sich nur verwirrte Intellllllecktuelle ausdenken, die auf die eingestandenermaßen hervorragende Tourismus – PR- Arbeit der Hessen reingefallen sind. Aber ein alter Bekannter von mir ist Doktor der Geografie und Geologie . Und der hat mir hoch und heilig versichert, dass alles , was dem Odenwald Leben einhaucht und ihm Geist verleiht (einschließlich dem in Flaschenform) etwas weiter südöstlich nahe eines Gipfels angesiedelt ist. Dessen Name mir gerade nicht einfällt. Hat aber irgendwas mit Stubentigern zu tun hat!!

    So, das musste mal gesagt sein. Aber jetzt weiter zu Dirk Freyling, der sich in dieser Gegend irgenwie auch auszukennen scheint. Zumindest in der Presselandschaft.

  11. @ Dirk Freyling und
    1. Zu:
    “…Wann ist es „gut“? Wann gehen sie freiwillig? …” (Zitatende)
    Ich hab in einem Blog von Stephan Schleim in einem Kommentar auch mal auf das moralische Dilemma hingewiesen, im Falle von erheblichen Pflegekosten (für mich) eventuell das Erbe meiner Angehörigen “verpulfern” zu müssen, wenn ich nicht selbst dafür Sorge , dass diese Ausgaben “terminal begrenzt” werden. Darauf hat Herr Schleim irgendwie zynisch bös geantwortet.
    2. Zu:
    “…Die meisten Menschen tragen weder zum Fortschritt bei, noch entwickeln sie eine signifikante, positive Persönlichkeit….” (Zitatende)
    Kennen Sie “die meisten Menschen” ? Ich nicht.
    3. Zu:
    “…Sie können so gut wie gar nichts aus ihrer Welt herstellen, sie können noch nicht einmal einen kleinen Bruchteil gedanklich reproduzieren. Das Ergebnis ist eine totale Abhängigkeit und Hilflosigkeit…” (Zitatende)

    Mein ICH besteht auch nicht nur aus mir , sondern war schon immer (!!) ein Produkt aus mir dem Kollektiv anderer Ichs, mit dem ich (und Sie) zeitlebens kommuniziere.
    Aber auch Kaspar Hausers Gehirn (bzw. sein Ich) ist ein genetisches Produkt aus diesem Kollektiv. Und niemand fühlt sich deswegen abhängig oder hilflos. Im Gegenteil.
    4. Zu:
    “… Das profane Ende einer Hochkultur ist in Sicht…” (Zitatende)
    Sie haben die Gabe der Prophetie? Ich leider nicht. Lesen Sie mal die Beschreibung der Gesellschaft der (nahen!) Zukunft in dem SF- Roman “Existenz” von David Brin. Das erscheint mir als Extrapolation der gegenwärtigen Verhältnisse gar nicht so unrealistisch (Mal abgesehen vom (nur angedeuteten) Öko- Katastrophen – Szenario).

    5.
    Woher nehmen Sie eigentlich den Ihrem Text impliziten Optimismus, dass die (absulute?) Herrschaft einer Bildungselite für die Mehrheit der Menschen bessere Lebensverhältnisse schaffen will oder kann?
    Menschliche Ethik kann bekanntlich weder auf Naturgesetze noch auf Rationalität begründet werden. Falls ich mich entscheide, nicht “Raubtier” , sondern Humanist zu sein, kann ich nur hoffen, dass sich mein Verhalten letztendlich (aus welchem Grund auch immer) “evolutionär” durchsetzen wird. Nur mal nebenbei dazu : Wessen Kultur hat sich letztendlich in Europa durchgesetzt? Die der Spartaner oder die der Athener?
    Damit will ich aber nicht behaupten, dass die Athener “Basisdemokraten” waren.

    Ich weiß nicht, ob Sie sich von dem Folgenden “getroffen” fühlen, aber trotzdem:
    (Auch auf die Gefahr, dass ich jemanden etwas “beleidige”):
    Wer sich auf wissenschaftliche (bzw. naturgesetzlich evolutionäre) Gründe für diese oder jene Konstruktion der menschliche Gesellschaft beruft, sollte zunächst mal den Verdacht ausräumen, dass er die postulierte Naturgesetzlichkeit nicht als billigen rhetorischen Trick zum Verdecken von einfachem Privategoismus in der vom ihm präferierten ” Raubtiergesellschaft” benutzt.

    So, zum Glück regnets und ich kann mein Dasein dazu benutzen, hier Dinge zu generieren, die ganz allgemein betrachtet für das Schicksal der Menschheit eventuell doch ganz irrelevant und absolut kontraproduktiv sind .
    (Sorry, hab schon wieder vergessen, das Ironie nie gut ankommt, Das sagen zumindest die Qualitätsjournalisten) (-:

  12. @ Golzower und zu:

    “…….. So gesehen werden uns Gedanken und Gefühle anerzogen in dem Sinne, dass wir aus unserer Umwelt die Glaubens/Verhaltensmuster übernehmen. Diese Fremdbestimmung formt das, was wir für unser eigenes ICH halten, womit wir uns selbst belügen, da wir eigentlich nur im Sinne der gültigen gesellschaftlichen Werte geformt (domestiziert) werden: Hörige Mitläufer . Politik und Medien bestimmen unser Denken und unsere irre Jagd nach unseren Werten, von denen wir glauben, dass sie in uns Wohlgefühle auslösen. Brot und Spiele, so die alten Römer und meinten den dressierten Menschen der fremdgesteuert wird und dass auch noch für seine eigene Meinung hält. Buddha erkannte, dass wir eigentlich nur aus solchen fremdgesteuerten Gedanken bestehen. Hinter diesen fremdgesteuerten Quatsch liegt das, was unser wahres ICH ist…”
    (Zitatende)

    Das kann aber irgendwie nicht SO GANZ stimmen. Denn zumindest Budda (dessen “Philosophie” (!) immer noch besser ist als der Kinderkram aus den Niederungen der
    monotheistischen Volksfrömmigkeit) fällt zusammen mit einer Geisteselite (zu der man sich natürlich immer auch selbst zählt) ja eindeutig NICHT unter diese Diagnose des Menschenvolkes als minderbegabte Schafherde.
    Und da es aus dieser Geisteselite ja immer mal wieder Einkreuzungen nach unten gibt, ist eventuell noch nicht alles verloren und es beseht noch Hoffnung für das Projekt Menschheit.
    Denn wer in der Lage ist , voller Inbrunst “das Klima zu retten” , dem kann vielleicht auch die Rettung “von Allem oder so” gelingen.
    Klingt gut, nicht wahr? Kulturpessimismuch hat sich im “Feulleton” schon immer gut gemacht. (-:

  13. »little Louis«,

    wie Sie bereits selber anmerkten, ist weder Ihr lokal geprägtes Trinkverhalten noch Ihre Rasenmähaktivität blogthemenrelevant. Ihre diesbezüglichen Kommentare sind überflüssig und zeugen von Unhöflichkeit. Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie schon mal gehaltvollere Kommentare in der Vergangenheit geschrieben. Sie sind offensichtlich „etwas“ aus der Übung.

    Keine Ahnung was Sie mal in ein Stephan Schleim Kommentarfeld zu Ihrer möglichen Pflegefallsituation abgesondert haben.

    Das Gefühl jemand springt über Ihr „Stöckchen“ macht doch nur Sinn, wenn der Betreffende das nicht realisiert. Sie wissen doch aus meinen Kommentaren der Vergangenheit zu diversen Blog-Themen, daß ich, auch wenn ich einen Kommentar mit beispielsweise »little Louis« beginne, immer auch die Kommentar-Mitleser „im Auge“ habe. Mangels „Argumentations-Masse“ hier in Ihren Kommentar-Bemerkungen nur fragmentarisch so viel:

    Der Verweis auf kollektive Anteile Ihres ICHs ist letztendlich banal. Sie „erreichen“ mit dieser Einstellung respektive Sichtweise keine Beteiligung am Erfindungsgeist Anderer (ICHs). Ihre Idee von Inklusion und Gleichmacherei zelebriert Durchschnitt und ist nicht innovativ. BILDzeitung lässt grüssen, Ich bin Papst, ich bin Deutschland, ich bin „Mega“… wirkt offensichtlich bei Ihnen.

    Ich bin zeitreich und das soll auch für interessante Aufgaben, zu denen zumindest in einem kleinen Rahmen hin und wieder auch das Verbreiten von pädagogischen Ansätzen in Kommentarfeldern gehört, so bleiben. Kaspar Hauser aufzuarbeiten oder Science-Fiction-Romane lesen, überlasse ich gerne anderen. Sollte etwas anderes außer persönlichem Zeitvertreib dabei herauskommen, klären Sie die Menschheit doch in einem Kommentarfeld zu einem passenden Artikel allgemeinverständlich darüber auf.

    Woher nehmen Sie eigentlich den Ihrem Text impliziten Optimismus, dass die (absulute?) Herrschaft einer Bildungselite für die Mehrheit der Menschen bessere Lebensverhältnisse schaffen will oder kann?

    Ihre Interpretation meines Textes ist – einfach formuliert – in vielerlei Hinsicht falsch.
    Diese Welt wird nicht von einer Bildungselite sondern von Reichen (Geldelite) regiert, sollte Ihnen eigentlich bekannt sein. Das Wohl anderer war und ist nicht Ziel der Machthalter einer Machtstruktur. In Ihrem Verständnis (wenn ich mich an Ihre politische Ausrichtung richtig erinnere) ist das Prinzip plakativ formuliert: Zuckerbrot und Peitsche für das Volk. Ein Stichwort ist Humankapital.

    Die Ausschließlichkeit „Raubtier“ oder Humanist existiert offensichtlich als »little Louis«-Konstrukt in Ihrem Denken, …in meinem nicht. Sie als – nach Ihrem „Verständnis“ definierten – Humanisten, sehe ich nicht als einen evolutionären Fortschritt. Ihrem heimischen Simulationsprogramm, welches mit einem Alias statt eines Klarnamens startet, fehlen letztendlich signifikante reale Aspekte und Ereignisse.

    »little Louis«,
    wenn Sie selber schon den Verdacht hegen, Sie könnten beleidigend sein, dann identifizieren Sie bereits mit dieser Aussage eine solche Intention. Die Frage ist, stört mich das? Die Antwort ist nein. Was mich „stört“ ist Ihr bescheidenes Argumentationsniveau. So macht es mir keinen Spaß Ihnen zu antworten. Und arbeiten Sie an Ihrem Wortwitz. Bauen Sie das Blog-Artikel-Thema in Ihre Betrachtungen mit ein. Seien Sie innovativ.

  14. @ D.F.

    WOWWW!
    Jetzt hat aber einer richtig draufgehauen! Ich hoffe, es hat gutgetan. Man kann aber daraus auch folgern, dass ich die richtigen Kritikpunkte getroffen habe .

    Leider ist Dirk Freyling aber (sachlich) nicht auf all das eingegangen, was ich in Bemerkungen oder Fragen zur Diskussion (!) gestellt habe . Dass ich irgendwelche (eventuell auch etwas zu unscharf formulierten) Intention eventuell “falsch interpretiert haben könnte, war mir durchaus bewusst. Deswegen schreibt man hier ja Kommentare zu anderen kommentaren. Dirk Freyling hätte einfach jeden von mir falsch interpretierten Punkt hier”richtigstellen” können. Dass das, was ich schrieb eventuell nicht ganz zu seinen politischen Intentionen zu passen scheint, mag auch daran liegen, dass er sich eventuell vorurteilsbeladenen Illusionen bezüglich der meinen hingibt.
    Das “ad hominem” – Draufhauen kenne ich hier (!) eigentlich sonst nur von den orthodoxen Einstein- verteidigern. Und manchmal auch von Herrn Blume.
    Noch seltsamer finde ich die Kritik an meinem “Alias”. Denn wenn ich mich richtig erinnere, ist Dirk Freyling meine Identität (wenigstens) aufgrund von einigen wenigen Mailkontakten durchaus bekannt. Und nur Nebenbei: Ich schreibe z.B (regionale) Leserbriefe unter meinem Klarnamen und habe das auch manchmal bei “spektrum” schon getan.
    Denn: Namen sind Schall und Rauch. Was in der Argumentation überwiegend zählt sind ……….

  15. »little Louis«,

    i) Nach wie vor kein Bezug zum Blog-Artikel-Thema in Ihrem Kommentar.

    ii) Wie genau „wechselwirkt“ die Tatsache, daß ich Ihren Klarnamen kenne, mit der Tatsache, daß Sie für alle anderen Kommentarleser anonym bleiben? [Rhetorische Frage]. Wie stellt jemand, der Ihren Klarnamen aber nicht Ihren Alias kennt, die Verbindung her, wenn Sie sonst wo nur mit Ihrem Klarnamen erscheinen? [Rhetorische Frage]. Denken Sie nach, aber behalten Sie Ihre Antworten für sich, es sei denn, Sie schaffen einen Zusammenhang zum Artikel-Thema.

    iii) Klarnamen dienen zur Identifizierung. Der eine oder andere würde sich den einen oder anderen Kommentar „schenken“ oder zumindest an der argumentativen Qualität der Aussagen „härter“ arbeiten, um nicht unnötig unwissend oder peinlich zu erscheinen.

    iv) Die »Stöckchen-Methode« habe ich doch bereits erklärt. Sprache ist abstrakt. Wortfolgen können mehrdeutig interpretierbar sein, oft entscheidet der gesamte Kontext über die Aussagen. »little Louis« liest einen Text, wendet seinen InformationenSelektionsfilter an und konfrontiert dann (Kommentar-)Autoren mit unpräzise formulierten Interpretationen und willkürlichen Unterstellungen. Darauf antworte ich, wenn überhaupt, nur auszugsweise, um die fehlende Argumentation Ihrer Methode, exemplarisch aufzuzeigen.

    v) Noch Fragen? Sie kennen ja meine Email-Adresse. [Die übrigens jeder hier mit zwei Klicks auf Wunsch sehen könnte,…]

  16. teiresias,
    der wahre Reichtum besteht darin, das tun zu können, was keinem Nutzen unterliegt. In deiner bemerkung steckt der Virus der Sklaverei. Alles muss zweckgebunden sein.

    little Louis,
    nach meinem bildungsurlaub in Sizilien ist mir der Odenwald wieder in bewusstsein gerückt. Teilt er doch das gleiche Schicksal wie Sizilien, nur im Kleinen.
    Die Sizilianer sind kulturelle Chimären aus Arabern, Phöniziern, Griechen, Römern, Normannen und Touristen.
    Wem gehört Sizilien jetzt ? Aus den bemerkungen unseres Reisführers habe ich Sympathie für die Mahffia herausgehört. Diese Gruppe vertritt noch die Meinung , Sizilien den Sizilianern und nicht den internationalen Kozernen auch aus Italien.
    Jetzt zu den Odenwäldern. Du vertrittst ja die Meinung, die Hessische Torismusindustrie habe den Odenwald gekapert . Und damit liegst du nicht falsch. Wenn man Michelstadt als das Herz des Odenwaldes sieht, dann stimmt das, jedenfalls politisch. Du möchtest den Odenwald in seiner ursprüngliche Form zurück, bewohnt von den kurpfälzisch sprechenden Ureinwohnern, bodenständig, bäurisch nach innen gewandt. Das findes du noch, aber weder in Hessen , noch in BW, sondern im bayrischen Teil bei Amorbach, Kirchzell, Watterbach. Dort ist der Odenwald undurchdringlich und nicht touristisch erschlossen. Dort spricht man noch den unverfälschen odenwälder Dialekt. Und der ist kurpfälzischen Ursprungs, wo der Apfel noch Appel oder Abbel heißt. Also, dein patriotischer Einspruch war berechtigt.

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