Stigmenwechsel

BLOG: WILD DUECK BLOG

Wahrheiten als Querdenkerisches verkleidet, von Gunter Dueck
WILD DUECK BLOG

 

Da ziehen sie in Heerscharen aus, die Stigmatisierung und die Diskriminierung in unserer Welt auszurotten. Es wird Inklusion und Vorurteilsfreiheit gefordert und gepredigt. Zum Beispiel: kein Body Shaming mehr, also kein Stigmatisieren des Aussehens, kein Stirnrunzeln bei Kopftüchern oder anderer Hautfarbe! Niemand soll sich schlecht fühlen, weil ihn die Blicke der Vorurteilsträger treffen.

Wie könnte das gehen? Vielleicht mit geduldiger Kommunikation, einem willkommenskulturellen Bekanntmachen der Vorurteilsträger mit den Stigmatisierten, und natürlich mit allgemeiner Menschenzugewandtheit, wie sie die Religionen in vermeintlich verschiedenen Schattierungen predigen („Ringparabel“ von Lessing). Diese ruhige Geduld geht heute verloren.

Die Entstigmatisierer wollen schnelle Erfolge sehen. Sie agieren zunehmend ungeduldig. Sie wenden sich nicht mehr gegen die Stigmata an sich, sondern gegen die Leute, die andere Menschen durch den Filter des Stigmas anschauen – gegen die – so will ich sie nennen – Vorurteilsträger. Diese Entstigmatisierer scheinen sich auf die Fahne zu schreiben:

Stigmatisiert die Stigmatisierer!

Dabei sind die Vorurteilsträger im Allgemeinen nicht die eigentlichen Stigmatisierer. Sie haben die Stigmata nicht selbst in die Welt gesetzt, sie sehen die Welt aber ganz überzeugt aus dem Blickwinkel der internalisierten Stigmata. Sie haben viele solcher Wahrnehmungsmuster geerbt und per Erziehung übernommen. Sie wissen oft gar nicht, dass sie Vorurteilsträger sind. Viele reagieren überrascht, wenn man ihnen unterstellt, zum Beispiel etwas „Frauenfeindliches“ gesagt zu haben. „Ich? Ich? Ich doch nicht!“ – „Doch, doch, du! Du bist frauenfeindlich!“ – (Beleidigt): „Das lasse ich mir nicht sagen!“ Die Vorurteile wirken oft unbewusst…

[Gibt es ein Wort für das, was ich gerade als Vorurteilsträger bezeichne? Wenn nicht, ist es ein Teil des Problems, dass man Vorurteilsträger mit Stigmatisierern verwechselt.]

Man versucht für meinen Geschmack zu gewaltsam, die Vorurteilsträger von ihren Vorurteilen zu reinigen. Denn man beschämt sie, durch „Shaming“. Man grenzt sie aus, auch die, die guten Willens sind.

So sehen eigentlich Kriegserklärungen aus, und viele Entstigmatisierer wollen das auch so. Sie versuchen es bewusst mit der Brechstange.

Sie stigmatisieren am besten im Internet durch öffentliches Bloßstellen und wütendes Vorhalten: „Du hast dies und das gesagt!“ Und sie stigmatisieren jede Art von Verteidigungsversuchen, insbesondere „man wird ja wohl noch sagen dürfen“. Sie stigmatisieren Zuhören und Aufeinander-Zugehen. Die Gräben werden größer. Der Hasspegel steigt, weil die Adressaten (die als bewusste Stigmatisierer persönlich angegriffenen Vorurteilsträger) zurückschlagen. Es kommt zum gegenseitigen Stigmatisieren, die Gutmenschen werden stigmatisiert, die Wutbürger, die Besorgten.

Das Stigmatisieren wirkt, zwar nicht unbedingt im Sinne der Entstigmatisierung, aber die Beschämung klappt hervorragend. Das merken nun alle und beginnen, das Beschämen ständig stärker zu instrumentalisieren. Politiker beginnen zu stigmatisieren, damit sie Stimmen bekommen. Es geht gar nicht mehr so sehr um das, was stigmatisiert wird. Man sucht sich Vorurteile, die sich in vielen Vorurteilsträgern eingenistet haben, und vertritt diese und bedient sie – etwa um eine Landtagswahl zu gewinnen oder um US-Präsident zu werden. Die Übung des Beschämens wird inflationär eingesetzt.

Ach ja: Die Wohlmeinenden wollten immer die Entstigmatisierung, aber nun ist es hitzig geworden, weil sie die Enstigmatisierung wie Heißsporne betreiben. Zu den Wohlmeinenden kommen nun die dazu, die nur die Methode übernehmen, nicht die Ziele. Es wird nun wohl nur einen Stigmenwechsel geben – unsere Gesellschaft stigmatisiert neu und anders. Die Ungeduld regiert.

 

 

Gunter Dueck

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

24 Kommentare

  1. Vorurteile nachhaltig zu entkräften, setzt die Fähigkeit voraus, auch ehrlich in Erwägung zu ziehen, dass diese berechtigt sein können.

    …“und natürlich mit allgemeiner Menschenzugewandtheit, wie sie die Religionen in vermeintlich verschiedenen Schattierungen predigen“…

    Eine religiöse Sicht – gleichgültig welcher Coleur – ist in jedem Fall ein äußerst schlechter Ausgangspunkt für diese Betrachtung. Insbesondere monotheistische Religionen dulden in letzter Konsequenz keine Anders- oder Nichtgläubige.

    …“Man versucht für meinen Geschmack zu gewaltsam, die Vorurteilsträger von ihren Vorurteilen zu reinigen. Denn man beschämt sie, durch „Shaming“. Man grenzt sie aus, auch die, die guten Willens sind.
    So sehen eigentlich Kriegserklärungen aus, und viele Entstigmatisierer wollen das auch so. Sie versuchen es bewusst mit der Brechstange
    .“…

    Hat der Islam, die katholische Kirche oder das orthodoxe Judentum einen guten Willen beispielsweise im Sinne der Gleichberechtigung der Geschlechter? Wie sehen das ausgegrenzte Homosexuelle, verfolgte Anders- und Nichtgläubige und (wahrlich) selbstbestimmte Frauen?

    Wie definiert sich Richtig und Falsch? Ein Lesetipp: Der Katechismus der Katholischen Kirche als Lebenskonzeptgrundlage. Es ist erst einmal notwendig sich mit den Grundsätzen religiöser Denkmodelle zu beschäftigen, bevor diese auf rosarot gefärbte gewünschte Aussagen der Menschlichkeit reduziert werden.

    Wird nicht letztendlich die Religionsfreiheit in der Praxis mitunter instrumentalisiert, um im Rahmen eines Glaubens, der naturwissenschaftlich betrachtet grundsätzlich irrational ist, Ausgrenzung und Nichtgleichberechtigung zu verkünden?

    Der Vatikan hat klare Antworten. Eine Päpstin? Frauen, nein danke.

  2. Vorurteilsträger = Konfusionierte des nun “freiheitlichen” Wettbewerbs um die Symptomatiken von “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei”

  3. @Freyling

    Der Kreislauf des imperialistischen Faschismus (“Berechtigung”!) im geistigen Stillstand der “Vertreibung aus dem Paradies” (erster und bisher einzige geistige Evolutionssprung) 😏

  4. Dein Vorurteil gegen Religion ist berechtigt, weil die Konfusion durch “klare Antworten” gebildet wird!?

    Die Bibel aber hat KLARE ANTWORTEN, wenn man den Code für Wahrheit erkennt.👊

  5. Gibt es ein Wort für das, was ich gerade als Vorurteilsträger bezeichne?

    ‘Skeptiker’ ginge, der Skeptiker glaubt nicht daran, dass eine (auch : seine) Meinung richtig ist, sondern nur daran, dass sie auf Grund aktueller, auch : seiner Theoretisierung angemessen ist, er meint, dass Vorurteile (“Zwischenurteile”) [1] gut sind und absolute Urteile schlecht.

    Die Wohlmeinenden wollten immer die Entstigmatisierung, aber nun ist es hitzig geworden, weil sie die Enstigmatisierung wie Heißsporne betreiben.

    Sie meinen es wohl idT gut, zum guten Meinen und zum Bösen hat Bonhoeffer mal was geschrieben :

    -> https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/604-dummheit-ist-ein-gefaehrlich/

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

    [1]

    Der sog. Falsifikationismus hat ja in praxi naturwissenschaftlich gewonnen, es wird nicht mehr die Verifikation gesucht, sondern die Falsifikation von Theorie, wenn sie empirisch inadäquat wird.
    Naturwissenschaftliche Theorie wird insofern als Theorie mit (unbekanntem) Verfallsdatum angesehen.
    (Wobei selbst bei empirischer Inadäuatheit naturwissenschaftliche Theorie einen gewissen Wert behalten kann, denn es kann ja nachgebessert werden, theoretisch.
    Wobei diese kleine Fußnoten-Einschätzung auch für (nicht natur-)wissenschaftliche und politische Meinung gelten könnte.)

    • @Web🐻

      Der Tod ist absolute Urteil, auch wenn man eine Ahnung vom “Jüngsten Gericht” hat, alles andere sind schwere oder minderschwere Vorurteile, bis Mensch anfängt wahrhaftig wirksam das Zusammenleben organisiert 👊😏

  6. @ Gunter Dueck:

    Dabei sind die Vorurteilsträger im Allgemeinen nicht die eigentlichen Stigmatisierer. Sie haben die Stigmata nicht selbst in die Welt gesetzt, sie sehen die Welt aber ganz überzeugt aus dem Blickwinkel der internalisierten Stigmata. Sie haben viele solcher Wahrnehmungsmuster geerbt und per Erziehung übernommen. Sie wissen oft gar nicht, dass sie Vorurteilsträger sind. Viele reagieren überrascht, wenn man ihnen unterstellt, zum Beispiel etwas „Frauenfeindliches“ gesagt zu haben. „Ich? Ich? Ich doch nicht!“ – „Doch, doch, du! Du bist frauenfeindlich!“ – (Beleidigt): „Das lasse ich mir nicht sagen!“ Die Vorurteile wirken oft unbewusst…“

    So ist das, die Vorurteilträger wissen nicht, dass sie welche sind. So zum Beispiel Sie, Herr Dueck.

    Ich würde nämlich wetten, dass es Ihnen überhaupt nicht bewusst ist schrecklich frauenfeindlich zu sein, oder? Doch doch, Herr Dueck, tun Sie jetzt nicht so unschludig, Sie sind so was von frauenfeindlich, dass man Sie nach einer veralteten Terminologie so stigmatisieren könnte: Sie sind ein Macho der übelsten Sorte. Doch doch. Und das müssen Sie sich auch sagen lassen, weil Sie sich mit Ihrem Artikel vor der ganzen Welt selbst als Macho der übelsten Sorte bloßgestellt haben.

    Beweis: Sie gendern nicht, Herr Dueck.

    Kein einziges Mal haben Sie in Ihrem Artikel gegendert. Wie können Sie es wagen?

    Kein einziges Mal haben Sie von VorurteilträgerInnen, von StigmatisierInnen, von EntsigmatisierInnen, von PolitikerInnen, von GutmenschInnen, von WutbürgerInnen oder von BesorgterInnen geschrieben. Was fällt Ihnen ein, Herr Dueck, wie können Sie es wagen?

    Wer hat Ihnen das Vorurteil ausgeprägt, dem Sie ohne jegliches Schamgefühl frönen, dass es auf der Welt nur Individuen des männlichen Geschlechts gibt? Wieso ignorieren Sie in Ihrem Leben, als ob sie nicht existieren würden, die Milliarden von Menschinnen, die nicht zum männlichen Geschlecht gehören, oder zu gar keinem Geschlecht? Wie können Sie es wagen? Wieso existiere ich zum Beispiel für Sie als Leserin nicht, wieso sprechen Sie mich in Ihrem Artikel nicht an? Wieso grenzen Sie mich aus? Sie sind ein Macho der übelsten Sorte Herr Dueck, und das müssen Sie sich bitteschön als Stigmatisierer von einer wütenden Entstigmatisierin sagen lassen, das wäre noch schöner, okay?

    ____________

    Ganz unter uns Herr Dueck: Ich bin Ihnen als Frau in Wirklichkeit überhaupt nicht böse, dass Sie nicht gendern, man hat mich nämlich bei dem Gendern-Zwang nicht gefragt, ob ich das gut und notwendig finde – tue ich nicht, um meine Meinung als Ungefragte trotzdem zu sagen. Meine offenen Angriffe gegen Sie dienen also für mich nur dazu, politically correct zu sein, sonst könnte man mich stigmatisieren, verstehen Sie? Nehmen Sie es also bitte nicht persönlich.

    Und weiter unter uns, Herr Dueck, Sie sollen von mir aus ruhig weiter nicht gerndern, die MenschInnen, die gendern, gehen mir gewaltig auf dem Wecker. Denn ich lasse mir die schöne deutsche Sprache der Dichter und Denker nicht verunstalten, die ich unter unvorstellbaren Qualen gelernt habe, kommt nicht in Frage.

  7. Klang schon ein wenig schwül, Dr. Webbaer wiederholt hier gerne seinen Gag, der in etwa beinhaltetet, dass womöglich, in den frühen Siebzigern, niemand im gemeinten Sinne schärfer geworden wäre, IYKWiM, seinerzeit, hätte es Ort und Zeitgleichigkeit gegeben, auf unsere Kommentatorenfreundin.
    Woodstock und so.

    Dr. W hat das Erotische in vorkommender kommentarischer Nachricht bemerkt – und weiß es wegzunickeln, stellvertretend.

    Es war und ist halt keine Zeit da.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  8. Liegt das ” stigmatisieren” nicht in der Natur des Menschen ? Jeder ist von irgendeiner Ideologie beherrscht, von Mustern, die ihm die Gesellschaft anerzogen hat, von den Eitelkeiten seines eigenen überheblichen Egos, von Besserwisserei. All das bildet dann ein “ICH”, was eine Meinung hat, die unweigerlich stigmatisiert, wenn es nicht tolerant ist. Passt mir die Meinung des anderen ,seine Weltsicht nicht, so schlage ich unweigerlich auf diesen ein und schiebe ihn in eine Schublade, so wie ich es gelernt habe, so wie Politiker und Medien es mir andressiert haben.

  9. Stigma, vgl. mit dem Sticheln ist sozusagen Aufgabe des hier gemeinten Seins.

    Einige wissen dies nicht, lassen sich instrumentalisieren, das sprachliche Sein meinend.

    Neo- oder Kulturmarxisten nutzen gezielt die Mehrsprachig-, auch die Altsprachigkeit um zu belasten, Wörter negativ zu konnotieren zu suchen, anscheinend weil sie meinen, dass dies andere nicht mitbekommen.

    Um illegitime Herrschaft zu suchen.

    Am Rande notiert :
    Anatol Stefanowitsch, der auch bei den Scilogs.de zeitweilig vorrätig werden konnte, war und ist sozusagen ein Bastard [1] in diesem Sinnzusammenhang.
    Er hat Duden-Nähe gefunden.

    Behaltet Kontrolle über Eure Sprache!

    MFG – WB

    [1]

    -> https://www.etymonline.com/search?q=bastard

  10. betr.: reiner scilogs-bezogener “Meta”-Beitrag: irgendwann mal sollte (eigentlich: muss) scilogs mal irgendwas mit der ständig ausufernden Kaperung der Kommentare durch seltsame Akteure machen……..

  11. Ich stimme ajki hier absolut zu: eine echte Diskussion lässt sich so kaum noch führen.
    Wenn man schon damit rechnen muss, dass die üblichen Verdächtigen alles zuspammen, und vernünftige, um Verstehen und Verstanden werden bemühte Kommentatoren lediglich anblaffen, wenn nicht beleidigen, dann ist Wegbleiben die einzige Option.

  12. @Alisier
    Boah eh, so cool, “eine echte Diskussion”, wie sie sonst nur in geschlossenen Institutionen/Anstalten stattfindet, also ohne die EINSEITIGE Stigmatisierung wie ihr es auf Scienceblogs macht!?😉

  13. Zitat hto:
    @Alisier – Boah eh, so cool, “eine echte Diskussion”, wie sie sonst nur in geschlossenen Institutionen/Anstalten stattfindet, also ohne die EINSEITIGE Stigmatisierung wie ihr es auf Scienceblogs macht!?😉

    Ja, genau… Ich weiß nicht worüber Sie sich beklagen, Alisier, dass keine “echte Diskussion” sich hier führen lässt, weil “die üblichen Verdächtigen” alles zuspammen. Immerhin waren bis zu Ihrem Einstieg-Kommentar (wohlbemerkt gleich ohne Bezug zum Thema) nur 15 Beiträge im Kommentarbereich geschrieben worden. Es gibt also noch viel viel Platz nach oben für eine “echte Diskussion” à la Alisier, Sie sollen doch keine Angst haben, dass Ihre Beiträge zum Thema zu kurz kommen könnten. Keine Panik, Alisier, es gibt durchaus bei SciLogs Diskussionen mit mehreren Hunderten oder sogar Tausenden von Kommentaren – bei ScienceBlog auch, wo Sie offensichtlich Ihren Stammtisch haben.

    Sie haben also noch durchaus die Chance und die Möglichkeit Ihre Ansichten zum Thema darzulegen, zumal der Blog-Herr sich bis jetzt mit keinem Wort über “Zuspammung” von “üblichen Verdächtigen” beschwert hat. Sie wollen doch nicht päpstlicher als der Papst sein, oder? Oder wurden Sie etwa von Herrn Dueck beauftragt, hier gleich den Hilfsheriff zu spielen? Ich kann mir das allerdings nicht vorstellen.

    Also nur zu: Wir, die “die üblichen Verdächtigen ” und möglicherweise auch Gunter Dueck, sind gespannt was Sie als “echte Diskussion” zu diesem durchaus interessanten Thema beizutragen haben, nur zu. 🙂

  14. Ein Wort für “Vorurteilsträger”?

    Wie wär’s mit “Praejudiciophoront” für diesen und dem Begriff der “Praejudiciophorontodeixis” für die Praxis des Aufzeigens des Trägers des Vorurteiles – dann versteht kein Mensch mehr, wovon die Rede ist, womit sich die Debatte erledigt hätte, es sei denn, die Soziologen bemächtigten sich dieser Begriffe und fügten sie der Sammlung ihrer fachsprachlichen Wortungeheuer hinzu.

  15. Statt Vorurteile als Zwischenurteile zu bewerben zu suchen und Endurteilen, die dann nicht mehr dem gesellschaftlichen Diskurs unterliegen (sollen) abzusagen, haben sich ‘Soziologen’, in der Regel mit kollektivistischem Impetus ausgestattet, bereit erklärt Wörter, Worte (Redewendungen sind gemeint) und generell Sichten (“Theorien”) mit (modischem) Gefühl zu unterlegen zu suchen, in Liberalen Demokratien erfolgreich, wenn auch sich teils lächerlich machend.

    Der Schreiber dieser Zeilen weiß nicht genau, warum ‘Soziologen’, der Liberalen Demokratie widersprechend, oft Kollektivisten sind;
    nötig, direkt angefordert scheint ihm dies nicht zu sein.

    Die Sprache funktioniert halt so, dass Begriffe, Wörter, bereit stehen und sich das erkennende Subjekt hier um Sinnhaftigkeit, Bedeutung und Wirkung bemühen soll, im literalistisch-intentionalistischen Sinne.
    Anders als sich selbst hier im oben Genannten etymologisch zu bemühen – die Altvorderen waren schon recht “steif”,, haben anzunehmenderweise um jedes Wort, um jeden Laut gerungen -, bedeutet Selbst-Aufgabe.

    Statt sich im Sinne des Sapere-Aude selbst zu bemühen, wird Mode gelauscht, der Art, wie Wörter nun zu benutzen seien.

    Dr. Anatol Stefanowitsch, der mittlerweile wohl erfolgreich Duden-Nähe suchen wie finden konnte, ein schwarzes Schaf zeitweilig auch bei den Scilogs.de, weiß besser.
    Ihn abzulehnen könnte des Bürgers erste Pflicht sein.

    MFG – WB (@ Herr Dr. Helmut Wicht et alii)

  16. Was hier mit vielen Worten gesagt worden ist, das kann man einfach nur die Kunst der Rhetorik nennen. Darin unterscheidet sich ein Buch von einem blog.
    Die Motive des Sprechers zu erahnen und ihm im Vorbild auf eine falsche Fährte locken um ihn dann beim Showdown klein zu machen, das ist die Freude des Bloggers.
    Hierbei das Wort Stigma zu verwenden, das ist übertrieben.

    Dr. Webbaer,
    jeder vernünftige Mensch ist ein wenig kollektiv , und wenn er als intelligent bezeichnet werden möchte, auch in der Wortwahl individual (hoffentlich war das das richtige Wort)
    Die richtige Mischung aus Kollektiv und Excentric macht die überlegene Persönlichkeit aus.

  17. Jede Person ist sozial und i.p. Gruppenbildung eben kollektiv, aber nicht kollektivistisch, in ‘kollektivistisch’ steckt der Ismus.
    Der letzte Satz Ihrer Nachricht, Kommentatorenfreund ‘fliegenklatsche’, scheint zustimmungsfähig zu sein.

    Warum sind Soziologen eigentlich so-o schlecht?

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  18. Dr. W.
    Soziologen als schlecht zu bezeichnen ist auch eine Auszeichnung. Die meisten Menschen wissen gar nicht , was Soziologie macht.
    Ich empfehle als Einstieg den Philosophen José Ortega y Gasset mit seinen Büchern, “der Mensch und die Leute” oder “der Aufstand der Massen”. Ortéga hat vor 80 Jahren schon vorausgesagt, wohin sich die Menscheit entwickelt, zum Kollektivismus, wie Sie ja auch bemängeln.

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