Steh anders auf als du fielst

Es gibt unsägliche Managerfloskeln wie „Wir sind gut gegen den Kunden aufgestellt“ oder „Am Ende des Tages…“ Und Sie kennen ganz sicher auch: „Man darf hinfallen, klar. Aber man muss wieder aufstehen. Es kommt nicht darauf an, wie oft man hinfällt. Man muss einmal mehr aufstehen als hinfallen.“ Das werden unsere Chefs vom Boxen gelernt haben oder in Meetings.

Die Wirtschaftswissenschaftler kennen dieses Denken wie „Auf und Ab“ ebenfalls. Sie sprechen von Hochkonjunktur und Rezession.

Ich protestiere: Diese Gedanken gehen von einer stabilen Welt aus, in der sich eigentlich nicht viel ändert. Mal wird wenig gekauft, mal mehr. Besonders gut passt das Bild eines Landwirtes dazu: Je nach Wetter schwanken die Ernteerträge und die Marktpreise. Es gibt Schweinezyklen, gute und schlechte Jahre. Was zu tun ist, steht im Alten Testament: In Ägypten speichert Joseph in den guten Zeiten für die schlechten. Die Bibel ist wohl in Vergessenheit geraten. Man speichert heute nichts in den guten Zeiten und jammert in den schlechten Zeiten, dass der Staat die Speicher öffnen soll. Das geht heute ohne Speicher, einfach durch Schuldenaufnahme. Wir managen also in normalen und stabilen Zeiten mehr schlecht als recht.

Jetzt aber kommt die Digitalisierung, die so ziemlich alles verändert. Jetzt müssen wir auf alternative Energien umsteigen. Jetzt stehen wir vor Umwälzungen in der Medizin, die unter dem Label Biotech laufen. KI und Big Data ziehen ein. Maschinen arbeiten autonom. Der Mensch, der noch gut leben will, muss professioneller und gebildeter sein als je zuvor. Das kennen Sie bestimmt alles; es wird derzeit so oft betont! Und?

Wir haben derzeit noch eine Corona-Krise dazu, zusätzlich zu den genannten Umwälzungen. Was aber fällt nun allen ein: „Wir wollen alles wieder wie früher und brauchen Geld aus dem Drucker, damit wir ohne großes Leiden diesen früheren Zustand wieder erreichen.“ So reden die Bauern seit Jahrzehnten.

Der Klimawandel beschert uns Dürrezeiten, einige Baumarten sterben. Müssen die Bauern und Forstmeister nicht überlegen, ab jetzt zu experimentieren, um andere Pflanzen anzubauen? Warum sollen wir Dieselprämien zahlen, wo doch alles auf Wasserstoff-Autos hinausläuft? Warum verweigern wir uns der Digitalisierung? Warum hängen wir an der klassischen Schule/Uni mit Bulimie-Lernen? Und wenn wir schon etwas träumen, muss es unbedingt europäisch sein – damit wir bei den europäischen Geldregen-ohne-Leistung-nur Meetings-Traumprojekten vergessen können, dass man auch exzellente Ergebnisse erzielen muss… Überall scheint durch: Wir wollen alles wie immer und ohne Störung von außen. Die da jenseits der Grenzen, die Chinesen etwa, die sollen uns am besten alles abkaufen, weil es deutsch ist. Denn wir sind ja Exportweltmeister, dass müssen die andere akzeptieren…das war immer so.

Quelle: Adobe Stock, https://stock.adobe.com/de/images/crash-during-fast-ride-on-a-quadbike/293070519?prev_url=detail

Wenn man das Ende von Braunkohle, Kohlepapier, Fax, Kernenergie, Dieselantrieben, Karteikarten und Akten-Ordnern als „Hinfallen“ betrachtet, dann müssen wir anders aufstehen. Mit anderen Augen sehen, anders denken, anders arbeiten, anders lernen – und etwas anderes tun.

Wer stets so aufsteht, wie er hinfiel, wird darüber alt und fällt dann doch zuletzt. Dann wird aus „Up & Down“ schließlich „Ab & Down“. Und lassen Sie bitte, auch als Oberboss, dieses dämliche „Wir werden aus dieser Krise gestärkt hervorgehen“. Haha… das ist wie die Vorstellung von „Auf & Up“, die Ihnen die Berater gegen viel Geld injizieren.

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

27 Kommentare

  1. Alles eine Frage der Bildung, wie und ob man aufsteht, bzw. aufstehen kann oder, ob man vielleicht sogar ewige Angst vorm Hinfallen hat. Man muss sowas lernen. Das ist mir inzwischen klar geworden. Und sowas lernen wir hier nicht. Ich habe gelernt, falle nicht hin. Mache keine Fehler, das ist nämlich falsch. Das ist so, weil unter anderem auch unsere Eltern das schon nicht anders gelernt haben. Diese Erkenntnis kommt zwar einem Todesurteil für die deutsche Wirtschaft gleich, aber es ist eben alles eine Frage der Bildung. Und worauf man Wert legt.

  2. Winston Churchill once famously observed that Americans will always do the right thing, only after they have tried everything else.
    Kommentar: Vielleicht gilt für Deutschland und die Deutschen ja das Umgekehrte?

    • 1. Beispiel (Zitat): Warum sollen wir Dieselprämien zahlen, wo doch alles auf Wasserstoff-Autos hinausläuft?
      Physik&Ökonomie sprechen für das batteriebetriebene Elektroauto. Wenn Deutschland jetzt auf Wasserstoff setzt anstatt auf Elektro, dann macht es schliesslich alles falsch und verliert seine Autoindustrie an die Amerikaner (oder einen der dort lebt). Welche Ironie: die Ami-Schlitten waren immer zum Lachen, doch neue Elektro-Schlitten von einem in die USA Eingewanderten werden die Deutschen zum Weinen und in Rage bringen.

      • Dueck: “Wir haben derzeit noch eine Corona-Krise dazu, zusätzlich zu den genannten Umwälzungen.”

        dazu, Umwälzungen?? Weder noch!

        Die Gedanken der herkömmlich-gewohnten / gebildeten Dummheit hält weder Ochs noch Corona auf!?

        “etwas anderes tun”

        Ja genau, etwas ganz anderes, denn bisher waren alle Revolutionen nur Reformen der “Evolution” der kreislaufenden Dummheit!!!

  3. Finde gerade Ihren Blog – nicht so übel finde ich ihn derzeit noch/auch.
    Bitte nicht die Phrase “Unruhestand” benützen – scheint nicht zu Ihnen passen zu dürfen.

    • @Uta Waldhof (Zitat):

      Was ist eigentlich gegen Wasserstoffantrieb auszusetzen?

      Antwort: Grüner Wasserstoff, also Wasserstoff, der mit sauberem Strom durch Abspaltung von Wasserstoff aus Wasser hergestellt wird (sogenannte Elektrolyse) als Antriebsquelle für ein Auto 🚘 benötigt 2 bis 3 Mal soviel Strom wie ein Batteriefahrzeug für die gleiche zurückgelegte Strecke benötigen würde.
      Falls die den Strom mittels Photovoltaik herstellen, brauchen sie also die doppelte bis dreifache Fläche, die sie sonst für Batteriefahrzeuge benötigen würden. Es kostet auch 2 bis 3 Mal soviel.

      • Zusatz: Der The-Conversation Artikel Hydrogen cars won’t overtake electric vehicles because they’re hampered by the laws of science kommt ebenfalls zum Schluss, dass Wasserstoff-Autos im Vergleich zu Batterie-Autos ineffizient sind und Wasserstoff allenfalls für grosse Laster und andere grosse Fahrzeuge in Frage kommt, weil die dort nötigen Batterien sehr gross wären. Zitat:

        Der Grund, warum Wasserstoff ineffizient ist, liegt darin, dass die Energie von Draht zu Gas zu Draht wandern muss, um ein Auto anzutreiben. Dies wird manchmal als Energievektorübergang bezeichnet.

        Nehmen wir 100 Watt Elektrizität, die von einer erneuerbaren Quelle wie einer Windkraftanlage erzeugt wird. Um ein FCEV anzutreiben, muss diese Energie in Wasserstoff umgewandelt werden, möglicherweise indem man sie durch Wasser leitet (der Elektrolyseprozess). Dies ist zu etwa 75% energieeffizient, so dass etwa ein Viertel der Elektrizität automatisch verloren geht.

        Der erzeugte Wasserstoff muss komprimiert, gekühlt und zur Wasserstoffstation transportiert werden, ein Prozess, der zu etwa 90% effizient ist. Sobald der Wasserstoff im Fahrzeug ist, muss er in Elektrizität umgewandelt werden, was zu 60% effizient ist. Schließlich ist die Elektrizität, die im Motor zum Bewegen des Fahrzeugs verwendet wird, zu etwa 95% effizient. Zusammengenommen werden nur 38% der ursprünglichen Elektrizität – 38 von 100 Watt – verbraucht.

        Bei Elektrofahrzeugen läuft die Energie über Kabel von der Quelle bis zum Auto. Dieselben 100 Watt Leistung aus derselben Turbine verlieren auf diesem Weg durch das Netz etwa 5% der Effizienz (im Falle von Wasserstoff gehe ich davon aus, dass die Umwandlung vor Ort im Windpark erfolgt).

        Energieeffizienz bei Elektrofahrzeugen.

        Sie verlieren weitere 10% der Energie durch das Aufladen und Entladen der Lithium-Ionen-Batterie, plus weitere 5% durch die Nutzung des Stroms für die Fortbewegung des Fahrzeugs. Sie sind also auf 80 Watt gesunken – wie in der nebenstehenden Abbildung dargestellt.

        Mit anderen Worten: Die Wasserstoff-Brennstoffzelle benötigt die doppelte Energiemenge. Um BMW zu zitieren: “Der Gesamtwirkungsgrad in der Energiekette vom Antrieb zum Fahrzeug ist daher nur halb so hoch wie bei [einem Elektrofahrzeug].

        • Hallo Herr Holzherr,

          diese Rechnungen kenne ich. Erinnern Sie sich an ähnliche zur Photovoltaik? Siemens und RWE haben es so 2009 herum aufgegeben, weil PV wahnsinnig ineffizient ist. Jetzt ist PV-Strom schon zT billiger als Atomstrom – und “PV + Akkuspeicher” ist billiger als konverntioneller. Was glauben Sie, was mit dem Wasserstoff geschieht?
          Diese Studien beziehen sich dann meist auch noch auf Werte, die schon zwei Jahre alt sind. Außerdem ist Wasserstof jetzt schon bei Schiffen eine Option; es gibt also Kunden, die die Forschung bezahlen. Und dann: Bosch beteilgt sich an PowerCell und Ceres Power etc..

          Wasserstoff kann man übrigens in der Sahara erzeugen udn herbringen. Da spielen Effizienzen nicht die wichtige Rolle, weil man aus der Sahara keine Stromleitungen nach D bekommt (“Terror-Problem”)… etc.
          LG GD

          • @Gunter Dueck: PV ist auch heute noch ineffizient. Nicht weil PV-Strom teuer ist, sondern weil er hauptsächlich im Sommer und über Mittag anfällt.

            Was den Wasserstoff aus der Sahara angeht: der wird für alles mögliche verwendet werden, nicht aber für Wasserstoffautos, weil Wasserstoffautos neben der Energieeffizienz noch viele weitere Probleme haben. Eines davon ist das grosse Volumen von Wasserstoff, das andere sind die Wasserstofftankstellen und es gibt noch weitere.

          • @Guenter Dueck: wenn Effizienz keine Rolle spielt, warum dann nicht synthetisches Benzin oder synthetisches Methanol. Wasserstoff benutzt man als Treibstoff nämlich nur, wenn man muss und müssen muss man heute wegen der Klimafrage.

            Wasserstoff benötigt das vierfache Volumen von Benzin/Kerosin weswegen Airbus das hintere Drittel seines geplanten Wasserstoffverkehrsflugzeug für einen Wasserstofftank verwendet.

          • Zitat Gunter Dueck:

            es gibt also Kunden, die die Forschung bezahlen. Und dann: Bosch beteilgt sich an PowerCell und Ceres Power etc..

            Bosch gehört doch wie Mercedes (und andere Alt-Auto-Verbandelte) zu den Firmen, die es in 20 Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben wird. Denn wer auf falsche Technologie setzt, der endet dort wo falsche Technologie endet: auf dem Abwrackplatz.

          • Zitat:

            Wasserstoff kann man übrigens in der Sahara erzeugen udn herbringen. Da spielen Effizienzen nicht die wichtige Rolle, weil man aus der Sahara keine Stromleitungen nach D bekommt

            Antwort: Wasserstoff aus der Sahara kommt frühestens in 10 Jahren, dann aber sind bereits 30 oder mehr Prozent der Neuwagen und der neuen Kleinlastwagen batterieelektrisch betrieben und niemand, der einen Personenwagen oder Kleinlastwagen braucht, will dann noch auf den umständlich zu handhabenden Wasserstoff umsteigen womit für Wasserstoff im Bereich Mobilität nur noch Schwerlastwagen, Schiffe und Flugzeuge übrig blieben.

            Der Industrie- und Energiesektor allerdings könnte auch 2030 noch billigen Wasserstoff gebrauchen. Die Sahara ist aber als Standort für Solarfarmen (und nachgeschaltete Elektrolyseure ) nicht besonders gut geeignet, weil die hohen Tagestemperaturen die Stromerzeugung in den Solarpaneln behindern/verschlechtern.

            Im Artikel Deutschland will Wasserstoff aus Westafrika importieren liest man folgendes zu Deutschlands Absichten bezüglich Wasserstoff:

            Deutschland baut eine Partnerschaft mit westafrikanischen Staaten zum Import von grünem Wasserstoff auf. Das sagte Forschungsministerin Anja Karliczek nach einem Treffen mit ihrem Kollegen Yahouza Sadissou aus Niger.
            ….
            Neben Westafrika ist dabei auch Nordafrika sowie Australien im Fokus.

      • Das Video HFCEV vs. BEV vergleicht in 17 Vergleichskriterien Wasserstoff- mit batteriebtriebenen Autos und findet 3 Punkte die für Wasserstoffautos sprechen und 14, die dagegen sprechen. Die Zukunft des Wasserstoffautos sieht also schwarz aus.

        Die Argumente des Videoautors sind übrigens alle recht überzeugend und gut recherchiert.

  4. Woher haben die Manager diese Floskeln ? Gibt es da Motivationstrainer oder Coachs die solche Durchhalteparolen anbieten ? In den Reden von Politikern wimmelt es ja auch von diesen “Floskeln”. Besonders beliebt: “Wir müssen dicke Bretter bohren” unserer Kanzlerin . Unter diesen Hausmeisterservice der Kanzlerin können sie dann so ziemlich alles verkaufen und die Medien greifen solche Bilder gern auf, da solche leeren Worthülsen beliebt sind. Der Mensch., der also noch gut leben will, muss nicht unbedingt gebildeter sein, Hauptsache er kann dicke Bretter bohren…

  5. @Querdenker: (Zitat)

    Woher haben die Manager diese Floskeln ? Gibt es da Motivationstrainer oder Coachs die solche Durchhalteparolen anbieten ?

    Ja und es gibt Dutzende von Büchern speziell für Manager und „Führungskräfte“. Und sie werden es nicht glauben: diese Bücher werden von den Managern auch gelesen, so weit ich einer Anekdote glauben kann von einem Techniker/Wissenschaftler, der immer wieder mit verschiedenen „Führungskräften“ in Kontakt kam. Um die besser zu verstehen las er einen ganzen Berg solcher Bücher und fand die darin wiedergegebenen Gedanken und Leitsprüche bei den mit ihm verkehrenden Managern. Er konnte also sagen, der hat das gelesen .. und der das.

    Nun, vielleicht ist beim einen oder anderen auch ein Buch von „Wild Dueck“ hängengeblieben!

  6. Zitat aus dem aktuellen Beitrag von Gunter Dueck:

    Und wenn wir schon etwas träumen, muss es unbedingt europäisch sein – damit wir bei den europäischen Geldregen-ohne-Leistung-nur Meetings-Traumprojekten vergessen können, dass man auch exzellente Ergebnisse erzielen muss…

    Ja, Europa und die EU fehlt der feste Boden, den ein tief verwurzelter, ständig wachsender Baum benötigen würde. Statt dessen finden wir windschiefe Traumprojekte wie etwa die Lissabon-Strategie (Zitat Wikipedia)

    Die Lissabon-Strategie oder Lissabonner Strategie (auch Lissabon-Prozess oder Lissabon-Agenda) war ein auf einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs im März 2000 in Lissabon verabschiedetes Programm, das zum Ziel hatte, die Europäische Union innerhalb von zehn Jahren, also bis 2010 (2010 begann die Eurokrise), zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensgestützten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Das Nachfolgeprogramm ist als „Europa 2020“ bekannt.

    Ein nicht verwirklichtes Traumprojekt hat also ein Nachfolgeprojekt – eine weitere Nacht der Träume.
    Ich behaupte: Europa und die EU als ein aus Nationalstaaten bestehendes Konstrukt mit unklarer Aufgabenteilung zwischen EU und Mitgliedern ist dazu verdammt von Krise zu Krise zu rutschen und ist sogar in ständiger Gefahr auseinanderzubrechen. Dazu einige Fakten/Beobachtungen:
    – Italien und die EU unterstützen im Libyen-Krieg die libysche Regierung, Frankreich unterstützt Haftar.
    – Frankreich führte in Mali und der Elfenbeinküste einen Krieg ohne dass die EU irgend etwas dazu zu sagen hatte
    – In der EU gibt es kaum eine Regel, kaum ein Gesetz, das nicht schon gebrochen wurde. In der Eurokrise beispielsweise wurde mit der Regel gebrochen, dass die Staaten für ihrern Finanzhaushalt selbst verantwortlich sind.
    – aktuell sollen not-leidenden (Süd/Ost)-Staaten von der EU Milliardenbeträge überwiesen werden ohne irgendwelche Auflagen wozu das Geld genutzt werden soll. Doch wir alle wissen doch: wenn das einmal geschieht wird es wieder geschehen und die Länder die das Geld erhalten werden nichts an ihren Strukturen ändern.
    – würde ein so grosses Land wie Italien in eine ernsthafte Schuldenkrise geraten wäre die ganze EU gefährdet

    Fazit: eine EU der Nationalstaaten ist inhärent instabil.

  7. Zu M. Holzherr:
    Danke für den Hinweis – Das Internet ist ja voll davon, von diesen Produzenten von Holkörpern, sprich Motivationscoachs incl. ihrer Bücher. Von der Wiege bis zur Bahre ist der Mensch diesem steten Holkörperbeschuss ausgesetzt .Alle wollen einem- gegen viel Geld versteht sich -den Sinn des Lebens erklären. Solche Heilsbringer habe ich Anfang der neunziger Jahre erstmals kennengelernt als sie wie Heuschrecken über den Osten herfielen und diesen mit solchen Sprüchen missionierten. Dass dieses lediglich ein Geschäftsmodell unter vielen ist um sein eigenes -oft kaputtes seelisches und moralisches Leben- zu finanzieren, war de wenigsten klar. Man kann wieder aufstehen, wenn man eine neue Erkenntnis hat, wenn man dieses Theater durchschaut ,wenn man sich nicht mehr zum Spielball dieser Manipulationen macht.

  8. Denn wir sind ja Exportweltmeister, dass müssen die andere[n] akzeptieren…das war immer so.

    Und Organisationsweltmeister, wobei der Schreiber dieser Zeilen hier nicht hinzu gehört, denn der ist ja kein Deutscher, hat nur zweimal das Vergnügen gehabt für einen längeren Zeitraum die BRD kennen zu lernen.

    Ansonsten stellt das Web nach Erfindung der Sprache, der der Schrift, der der Persistierung von Schrift durch Druck schon den Vierten Zivilisationssprung des hier gemeinten Primaten dar.

    Das Web ändert alles.
    Dr. W mag auch Nietzsche, wenn der sinngemäß gesagt hat, dass dem Fallenden, dem Scheiternden, kräftig auf die Schulter geklopft werden soll, damit er schneller fällt – und wieder aufsteht.

    Das Scheitern hat viele Facetten, der Glaube daran, dass grundsätzlich in der Wirtschaft alles beim Alten bleibt – plump formuliert : “Billig einkaufen und teuer verkaufen” – wenn mit Liberalen Demokratien auch andere konkurrieren, global, ist möglicherweise hinfällig geworden.

    Hier, bei ‘Der Mensch, der noch gut leben will, muss professioneller und gebildeter sein als je zuvor. Das kennen Sie bestimmt alles; es wird derzeit so oft betont! Und?’, könnte das Und darin bestehen, dass dringend, auch in der Menge, natürlich auch im Wirtschaftlichen, Webkompetenz erworben werden muss.
    Wenn die Welt sozusagen überall ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer

  9. @ Kommentatorenfreund “Martin Holzherr” (die doppelten Anführungszeichen, die eine neue Abstraktionsebene aufmachen sollen, nur deshalb, weil Sie nicht so heißen und ein als solcher unerkennbares Pseudonym nutzen, was im Web, einigen, als unschicklich gilt) und hierzu kurz :

    Europa und die EU als ein aus Nationalstaaten bestehendes Konstrukt mit unklarer Aufgabenteilung zwischen EU und Mitgliedern ist dazu verdammt von Krise zu Krise zu rutschen und ist sogar in ständiger Gefahr auseinanderzubrechen.
    […]
    Fazit: eine EU der Nationalstaaten ist inhärent instabil.

    Jenau, und dies liegt erstens an der für das Aufrechterhalten der Bevölkerungsmenge unzureichenden Fertilität [1] und zweitens daran, dass eine “EU-Kratie”, die nicht perfekt , a.k.a. unzureichend, demokratisch legitimiert ist, wie auch Martin Schulz, “der Martin“, einzuräumen gewusst hat (Quelle gerne selbst heraussuchen), Nationalstaaten unterminiert, im Eigeninteresse, wie angenommen werden darf, wie möglicherweise noch! angenommen werden darf, dem Machtzuwachs der EU-Kratie förderlich.

    An sich ist eine ‘EU der Nationalstaaten’ nicht ‘instabil’, auch ‘inhärent’ nicht, nur dann, wenn der obigen Einschätzung zumindest grob gefolgt wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Webbaer (der im Moment darauf schaut[1] wie die BRD bundesdeutsche Steuermittel EU-weit aufzudrängen, zu verteilen vorhat, noch ein wenig gehindert von anderen Ländern, die keinen gemeinsamen EU-Haushalt wünschen, nachvollziehbarerweise, womöglich)

    [1]
    Nimmt die Bevölkerung ab, stehen wichtige wirtschaftliche Werte in Frage, beim Immobilienmarkt, die bundesdeutschen Immobilien haben insgesamt vielleicht einen Gesamtwert von 50 Billionen Euro, könnte dies sofort klar werden.
    Es ist wichtig, dass sich dieser Gesamtwert nach oben entwickelt, vielleicht 60 oder 70 Billionen Euro erreicht, es wäre schrecklich, wirtschaftlich, wenn er stagniert oder sich gar den 40 Billionen Euro annähert.
    Nur so ist die antiselektive und wie einige auch meinen : illegale Einwanderung in die BRD erklärlich.

    • @ Dr. Webbaer (Zitat):

      An sich ist eine ‘EU der Nationalstaaten’ nicht ‘instabil’, auch ‘inhärent’ nicht

      Doch, weil die Nationalstaaten in Europa zu gross sind und weil zwar alle von der EU profitieren wollen, aber kaum einer zu Zugeständnissen bereit ist. Beispiel: Ungarn 🇭🇺 und 🇵🇱 Polen haben zunehmend autokratische Regierungen, können aber weiterhin etwa den (rotierenden) Vorsitz in der EU haben.
      Die USA sind allein deshalb viel stabiler weil die aus 50 Staaten bestehen und keiner dieser Staaten so dominiert wie etwa Deutschland 🇩🇪 in der EU

      • Die sog. Visegrád-Staaten, Herr “Martin Holzherr”, folgen dem Interesse, ihre Spitzenpolitiker meinend, des Staats- oder Wahlvolks.

        Was für Sie ‘autokratische Regierungen’ sind anderswo mehrheitsfähige und um Zustimmung der Menge werbende Entität.

        Frau Dr. Angela Dorothea Merkel hat aus diesseitiger Sicht ungünstig eingeladen und die “Mehrheitsgesellschaft” wird hier nicht mehr heraus kommen, wie genau, was der Segregation der Sezession folgen wird, bleibt abzuwarten.
        Ihr Missverständnis, Herr “Martin Holzherr”, besteht darin, dass Sie die EU-Kratie noch als freundlich betrachten, auch wenn offensichtlich demokratisch unzureichend legtimiert, Martin Schulz wusste dies so an mehren Stellen klar einzuräumen, Dr. Webbaer hat sich darüber amüsiert, dass in der BRD derartiger Demokratie-Abbau “keine Sau” zu interessieren schien.
        Die BRD wird alsbald aus der Segregation wachsende Sezession bekommen, good luck, gentlemen.

        Was Dr. W bei Ihnen, Herr “Martin Holzherr”, dem Schreiber dieser Zeilen auffällt ist diese, ja!, komische, Mischung zwischen Verständigkeit und Angepasstheit.

        Dies natürlich nur als privatim ausgetauscht angemerkt, Sie können Ihren “Hempel” ja schon gelegentlich ein wenig hoch hängen, no problemo here, abär insgesamt, Jomei!, da schaut es auch, wie hier befunden wird, mau aus.

        Alleine die Vorstellung, dass in den sog. Visegrád-Staaten keine umfängliche Demokratie herrsche, mein lieber Scholli, mein lieber Herr Gesangsverein!

        Mit freundlichen Grüßen
        Dr. Webbaer (der sich schon gerne Ihre Nase sozusagen näher vorknöpfen wollte, abär letztlich doch, in etwa ca. im Verhältnis “7:3”, der Sacharbeit verpflichtet sieht – insgesamt natürlich muss das Lob nicht fehlen besser als Andere zu sein, Sie und Ihre Person betreffend : relativ)

        • *
          Martin Schulz wusste dies so an meh]re]ren Stellen klar einzuräumen

          PS:
          Nichts gegen ehemalige FDJ-Mitgliedschaft natürlich, nichts gegen den Papi und nichts gegen Globalismus, natürlich.
          Nichts gegen Personen mit anderem Planunshorizont!

  10. @Dr. Webbaer (Zitat):

    Was für Sie ‘autokratische Regierungen’ sind anderswo mehrheitsfähige und um Zustimmung der Menge werbende Entität.

    Beim aktuellen EU-Gipfel (Milliarden von Zuwendungen und Kredite an Süd-und Oststaaten geht es unter anderem um die Rechtsstaatlichkeit. Rechtsstaatlichkeit wird von Frankreich und Deutschland in Bezug auf Ungarn und Polen angezweifelt. Beide Staaten haben die Unabhängigkeit der Justiz eingeschränkt und die kritischen Medien gegängelt. Zahlungen an Ungarn und Polen sollen nun unter der Bedingung erfolgen, dass beide Länder rechtsstaatlicher werden.

    • Ist ja nun “gegessen”, Herr Martin Holzherr, wie Sie sich nennen, aber ein anderer sind, Dr. W lädt Sie an dieser Stelle ein zur Unabhängigkeit von Justiz ein wenig nachzudenken.
      Das bundesdeutsche Steuergeld fließt nun, ganz unabhängig von diesseitiger Überlegung.
      LOL

      Wie genau soll diese stattfinden, soll diese Weisungsbefugnis aufgegeben werden, sollen Staatsanwaltschaften sozusagen ein Eigenleben führen, was spräche I.E. gegen die (demokratische) Wahl von derartigen Anwälten und derartiger Richterschaft?
      Wie dies anderswo als in der BRD vorkommt, so dass ein Parteienstaat wie die BRD hier weniger gute Karten hat.

      Sie fressen, mit Verlaub, bei allem Respekt und der Form geschuldet, zu viele bundesdeutsche Nachrichten, Einschätzungen, die medial-politisch verbreitet werden; beachten Sie stattdessen gerne in diesem Zusammenhang diese Einschätzung Ihre liberalen Langzeit-Freundes :

      Die BRD oder weitergehend Deutschland und auch ein wenig negativ konnotiert dann Doitschland meinend ist aus mehreren Kollektivismen entsprungen, Deutschland oder Doitschland hat die Staatsform “Liberale Demokratie” nur zögerlich angenommen, sie ist der BRD, Achtung : Blödwort, aufoktroyiert worden, die BRD ist bis heute unzureichend, wie viele finden, freiheitlich.

      Die BRD könnte in diesem Zusammenhang sich wenig eingeladen fühlen Maßgabe i.p. Liberale Demokratie zu geben, Dr. W mag in diesem Zusammenhang auch Bundespräsidentensprech der Art, dass der I zu D gehöre, wie genau bleibt unklar, gemeint sein müsste das Adverb ‘normativ’.

      MFG
      Wb (der, abär ganz im Ernst, die Rechtspflege mit der hier gemeinten Dermokratie vereinbart sehen möchte, am besten : durch Wahl, denken Sie mal drüber nach, Kollego, erheben Sie hier keine generelle Unabhängigkeit von Juristen, danke)

  11. “Steh anders auf als du fielst”

    – dass wird das erpresserische und den Profitlern machterhaltende Unternehmertum, entgegen der Regel von unternehmerischem Risiko, mittels eines Kredits in Höhe von 750 Milliarden asiatischer/chinesischer Investoren zelebrieren. Und am Ende werden wieder die Abhängigen dieser “Wertegemeinschaft” mit Reformen ihrer Lebensqualität dafür haften, wenn es nicht endlich …!👊🤨

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