Sensations-Studie: Laborratten reagieren auf Marketing!

WILD DUECK BLOG

Eine neue Studie schlägt Wellen. Schwedische Wissenschaftler hatten eine revolutionäre Idee. Sie ergänzten die so genannte Skinner-Box um einen zweiten Hebel. Schauen wir uns die klassische Skinner-Box an:

Quelle: Von V1nzorg – Adapted from Image:Skinner_box.png, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44131514

Eine Laborratte kann in der Box einen Hebel drücken, damit sie von dem Futterspenderautomaten etwas zu essen bekommt. Der Boden der Box ist mit einem Metallgitter bedeckt, über das die Versuchsleitung der Ratte Stromstöße geben kann. Die Ratte lernt rasch, wie sie an Futter kommt. Sie drückt den Hebel oft, bis sie satt ist. Diese für die Menschheit grundlegende Erkenntnis macht sich seit langem die Management Science zunutze. Man gibt Arbeitern Geld, wenn sie arbeiten, also „den Hebel drücken“. Natürlich drückt die Ratte den Hebel nicht mehr, wenn sie satt ist – klar. Das haben Manager auch bei Mitarbeitern beobachten können. Wenn die Boni zu groß sind, fangen die Mitarbeiter an zu chillen. Hier kommt das Bodengitter ins Spiel. Man erteilt der Ratte darüber schmerzhafte Stromstöße, die sie durch das Drücken des Hebels abstellen kann. Auch diese Beobachtung wird auf den Menschen erfolgreich übertragen. Wer nicht genug arbeitet, bekommt Strom.

Nun zum zweiten Hebel. Die jungen schwedischen Doktoranden brachten in der Box einen zweiten Hebel an und ließen die Ratte den Hebel wählen. Das Drücken der beiden Hebel führte zu identischen Ergebnissen. Es lag die Vermutung nahe, dass eine Ratte die beiden Hebel alternativ nutzt, eventuell zufällig mal den linken mal den rechten. Das aber deckte sich nicht mit den Beobachtungen an den Testratten. Die Ratten nahmen fast alle die Gewohnheit an, immer denselben Hebel zu drücken. „Wir konnten die Ratten bald in linkshebelige und rechtshebelige einteilen. In einer weiteren Studie wollen wir herausfinden, ob es Charakterunterschiede bei Ratten gibt“, heiß es am Ende des ersten Studienteils.

Nun unternahm das Team um Professor Hurensson ein weiteres Experiment. Die Forscher verzierten einen der Hebel mit farbigen Symbolen. Sofort begannen die Laborratten, immer den verzierten Hebel zu drücken, auch wenn sie einen andersartige Hebelorientierung hatten. Wenn sie zum Beispiel linkshebelig veranlagt waren und man den rechten Hebel verzierte, drückten sie bald nur noch diesen.

Nachdem alle diese Erkenntnisse statistisch erhärtet worden waren, begann der letzte und wichtigste Teil des Experimentes: Die Psychologen stellten den Futterspender so ein, dass die Ratte nach dem Drücken des verzierten Hebels etwas weniger Futter ausgeschüttet bekam. Das schien die statistisch mittlere Ratte nicht zu bemerken, sie präferierte weiterhin den verzierten Hebel. Nun verringerten die Wissenschaftler mehr und mehr die Futtermenge nach dem Drücken des Zierhebels. Dabei achteten sie auch darauf, dass die Ratte nicht beliebig oft drücken konnte. Die stets den Zierhebel drückende Ratte musste also etwas hungern, wenn sie bei ihrer Strategie blieb.

Das Ergebnis: Erst bei erheblichem Hunger drückte die Ratte den unverzierten Hebel. Die Forscher stellten fest, dass die Ratten im Mittel für das Drücken des verzierten Hebels bereit waren, auf 21,008 Prozent ihrer Normalnahrung zu verzichten.

Prof. Hurensson: „Wir haben unsere Studien noch nicht vollständig publiziert, weil wir einige Patentverfahren äußert erfolgreich abschließen werden. Die Psychologie weiß von jeher, dass Ratten und Menschen ähnliche Motivationen aufweisen. Daher werden praktisch alle erfolgreichen Manipulationsexperimente auf den Menschen übertragen. Wir wissen nun, dass Menschen auf 21,008 Prozent eines Produktnutzens verzichten, wenn das Produkt in einer Mogelpackung präsentiert wird. Bei Ratten ist die Verzierung des Hebels mit gegengeschlechtlichen Tierbildern besonders erfolgreich gewesen, wobei es auch Ausnahmen gab, die wir noch nicht erklären können. Die besondere Sensation an unseren Ergebnissen ist es, dass wir nun die Ratten nicht nur zum Entwickeln neuer Management- und Beratungstechnologien verwenden können, sondern wir werden auch den Bereich des Marketings und der Werbung auf ein ganz neues Fundament stellen. Wir versprechen uns eine ganz große Hebelwirkung.“

„Kann man die Zahl 21,008 irgendwie interpretieren?“ – „Wir stehen noch ganz am Anfang, wir müssen noch weiter testen. Es gibt derzeit noch eine schwache Tendenz zu 21,007, was ja eine andere Interpretation erfordern würde. Wir stellen gerade einen entsprechenden DFG-Antrag.“ – „Aber grob gerechnet ist es die Hälfte von 42?“ – „Da seufze ich ein bisschen, Sie als Laie verstehen nicht, wie genau Studienergebnisse heute sein müssen, damit sie die lange Arbeit daran rechtfertigen können, um die Fördermittel vollständig auszuschöpfen.“

Gunter Dueck

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

25 Kommentare

  1. Hübsch, hübsch, hübsch und denkmöglich alles richtig, vom Professorennamen abgesehen.

    MFG + weiterhin viel Erfolg!
    Dr. Webbaer

  2. Heute , am Rosenmontag , sind 21,008 % rekordverdächtig genau. Das setzt doch voraus, dass mindestens 21008 Versuche durchgeführt wurden. Und daraus eine Rattenpsychologie abzuleiten, das ist werbewirksam.
    Für Marketingexperten gibt das einen neuen hype. Man lade die Führungskräfte ein.
    Übrigens am 25.1.2020 beginnt in China das Jahr der Ratte. Also, Herr Dueck , Sie sind ein weitblickender Mensch. Ich halte es dagegen mit Hundepsychologie. Der beißt die Ratte einfach tot. Geeignet sind Spitz, Dobermann und böswillige Möpse.

  3. Um es einmal ins Wirtschaftliche Meta zu bringen :

    1.) Marketing funktioniert, Kunde wie sogenannte Endkunde (Ist dieser Begriff eigentlich politisch korrekt?) wird immer bevorzugt visuell herausgehobene und begleitend per Werbung ausgestellte Ware eher annehmen als nicht so hervorgehoben oder begleitete.
    Warum dies so ist, könnte klar sein.

    2.) Diese Stelle hat Dr. W besonders gut gefallen : ‘Hier kommt das Bodengitter ins Spiel.’
    “Bodengitter”, auch aufladbare, im sog. Elektrischen, die die Bestrafung bei unzureichend erbrachter individueller Leistung symbolisieren, sind im Management, in der Management-Theorie sozusagen das A und O.
    Denn erst die Bestrafung oder die Drohung von Bestrafung macht die meisten richtig flott, keineswegs die Vorherschau möglicher zukünftiger Belohnung, wenn sie über das vorgesehen (monetäre) Gehalt hinausgeht.
    Es ist erst der Schmerz, der wirklich lehrt.

    3.) Arbeitnehmer und Arbeitnehmer sind keine Freunde, es liegen Kooperationsverhältnisse vor, die, wie Dr. W findet, gerne auch amoralisch (vs. unmoralisch) angelegt sein dürfen, so dass sich niemand im Moralischen beklagen kann, wenn ein moralisch grundiertes Verhältnis nie vorlag.

    4.) Wie es nicht geht, beweist, aus Sicht einiger, aus Sicht von Dr W zumindest, der hiesige geschätzte Inhaltegeber, dessen Namen an dieser Stelle, zum Schutze aller sozusagen, nicht genannt werden soll, deswegen, weil er es erkennbar gut meint.
    Er ist aber auf den Scilogs.de verfügbar.

    5.) Humor entsteht im Wirtschaftlichen dadurch, dass etwas funktioniert, dass gesinnungsethisch unerklärbar ist.
    Wobei Humor generell dadurch entsteht, dass etwas per se unverständlich zu bleiben hat, wie bspw. der hiesig gegebene Weltbetrieb, Motivationsimperativ des Weltbetreibers etc.
    Wobei es auch andere Humortheorien gibt, haha, alaaf und helau an dieser Stelle!

  4. *
    Humor entsteht im Wirtschaftlichen dadurch, dass etwas funktioniert, das[] gesinnungsethisch unerklärbar ist.

    (Wobei Dr. W gerade nicht in Bestform ist, IYKWiM, sorry. Karneval.)

  5. Ich denke auch Laborratten reagieren nicht auf Marketing, sondern auf die Pawlowsche Konditionierung. Die Ratte wird hier in dem Falle mit Futter konditioniert und der Arbeiter mit Geld, also mit dem, womit er “Futter” kaufen kann. In beiden Fällen herrscht das Belohnungsprinzip vor, wonach “Futter” mit Zufriedenheit und einem Sättegefühl vom Gehirn erfolgreich abgespeichert /konditioniert wird. Im Gegensatz zur Ratte kann der Mensch aber auch nie satt werden, ist sozusagen unersättlich, da er immer mehr und mehr (Gier) haben will. Diesen Zustand für erfolgreiches Marketing kennen Ratten und andere Tiere nicht…

  6. Golzower
    …der unersättliche Mensch….
    es gibt auch andere Menschen, die Idealisten, die sich für andere aufopfern
    Du wirst doch Mütter mit 10 Kindern nicht als unersättlich bezeichnen oder doch ?

  7. Zu Bote:
    Zunächst einmal habe ich Respekt vor ihrer Mutter mit zehn Kindern. Eigentlich für alle Mütter. Leider werden diese Leistungen nicht an der Börse gehandelt. Ich habe mit meiner Einschätzung nicht das einzelne Subjekt gesehen, sondern das System als solches. Idealisten sind hier, im Konkurrenz-und Verdrängungskampf um Profite und Marktanteile wohl die Ausnahme . Un- Ersättlichkeit, so wie ich sie meine, bezieht sich auf das Wesen des Menschen bzw. auf die gesellschaftlichen Normen/Werte , die diese Eigenschaft bewirken und unterstützen.
    Wiegesagt, die Interessen einer Mutter von zehn Kindern sind der Börse eigentlich egal…Eigentlich die Interessen von allen Müttern- und ihren Kindern .

  8. Der Mensch hat neben gewisser Ähnlichkeit mit der Ratte, jeweils liegen Säugetiere vor mit dem folgenden Sozialverhalten, noch das Bedürfnis nach Sinn.
    Insofern hinken Ratten-Vergleiche und die Manipulation des hier gemeinten Nasentrockenprimaten stößt an Grenzen, also was die Steuerung per sog. Politischer Richtigkeit, per “Framing” oder “Nudging” meint.
    Auch, was die sprachliche Steuerung betrifft, da können sich Kräfte wie bspw. Anatol Stefanowitsch, der die Duden-Nähe erfolgreich gesucht hat, noch so abstrampeln. – Interessant in diesem Zusammenhang auch die Sprache des “Dritten Reichs” und des seinerzeit real existiert habenden Sozialismus.

    Der Mensch bleibt also, dankenswerterweise, in gewisser Beziehung ‘unersättlich’, so wie dies nur in einer liberalen Demokratie aufgefangen werden kann.
    Sein Jaulen, Jammern und sonstiges Wehklagen hier als grundierendes Geräusch sozusagen.

    MFG
    Dr. Webbaer

  9. @ Dr. Webbär
    Sie sind so nah dran!:
    Ein Kaufvertrag ist in der Regel auf der kleinsten mikroökonomischen Ebene (zwei Akteure) „Quid pro quo“, also zwei übereinstimmende Willenserklärungen, also liegen jeweils zwei übereinstimmende Kooperationswillen vor, die bei Abschluss zur vollzogenen Kooperation werden. Auf der Metaebene ist deshalb Kauf gleich Angebot-Nachfrage/Nachfrage-Angebot somit Kooperation. Somit ist Markt im „Kern“ ein „Kooperationspiel“! Erst bei mehreren Anbietern/Nachfragern entsteht unter Hinzunahme weiterer Randbedingungen wie Preis( Geld), Macht Interessen usw. Wettbewerb. Die normative und selbst kooperative wirtschaftwissenschaftlich geprägte Spieltheorie berücksichtigt dieses nicht, da sie immer noch von einem egoistischen Nutzenoptimierer ausgeht. Dass Markt also immer im „Framing“ der Ökonomen Wettbewerb ist, stimmt also nicht. Im Kern (mikroökonomisch) ist Markt ( Angebot-Nachfrage) Kooperation, makroökonomisch erst dann Wettbewerb. Die Ökonomen betrachten diese Wechselwirkungen so nicht. Oder sie sprechen nicht darüber?
    Die Soziologen und Psychologen sind da schon weiter. Wenn ich Ihnen, @Dr. Webbär, eine Frage stelle, ohne Gegenleistung zu erwarten (z.B. Geld), also Ihnen ein Gespräch anbiete, ist das bereits ein Kooperationsangebot? Oder ist das bereits schon Markt?…..
    Wenn Markt im Kern (mikroökonomisch) Kooperation ist, dann erhöht sich mit dem Maß der Interaktion ( z.B. Internet) und Transaktion (z.B. Kauf / Handel)) in der Regel der Freiheitsgrad. Freiheit als Mass der real verwirklichten Möglichkeiten. Deswegen ist Liberalismus so bedeutend! Neoliberalimus macht aus einem „normalen Gespäch“ (Nachfrage-Angebot synonym zu Frage-Antwort?!) daraus (freiwillige lose Kooperation) aber ein Geschäft. Das ist das eigentliche Bauchgrummeln Vieler. Im Übrigen bedingt nicht somit Wettbewerb-Konkurrenz im ersten Schritt Wachstum, sondern somit Kooperation! Wettbewerb dient lediglich der Stützung der Diversifizierung und Differenzierung: Sozilogisch Distinktion, somit Individualität. Eigentlich simpel, oder?

  10. Höchst zustimmungsfähig, aus diesseitiger Sicht, Kommentatorenfreund “Mussi”, der Wettbewerb ist nicht Ziel, sondern Zweck.
    Damit es allen (bestmöglich) gut gehen kann, soziologisch betrachtet; der eigentlich problematische Wettbewerb, denn es muss ja dort auch Verlierer geben, und Verlieren ist unschön, aber nicht vermeidbar, wenn sich die Besten, die Besten der Besten und die Besten der Besten der Besten auf dem Markt, von politischer Macht unberührt, stellen dürfen.

    Es geht letztlich um die Individualität, um die individuelle Freiheit, gegensätzlich zu kollektivistisch-politologischen Ansätzen, die das Individuum auch mal fallen lassen, wenn dies der Herde, Horde oder einem angeblichen Gesamtvorhaben dient.

    Der philosophische Individualismus hat gegen den philosophischen Kollektivismus, der ebenfalls aufklärerisch sein kann, es darf an dieser Stelle mit dem Motto der französischen Revolution verglichen werden, ‘Liberté, égalité, fraternité!’, gewonnen.
    Denn viele wollen nicht Brüder sein, sozusagen.
    Liberale Demokratien, die komplex sind, konnten insofern aufgesetzt werden.
    (Ja, die Schweizer, die soz. von Natur aus Demokraten zu sein scheinen, sind von derartiger Theoretisierung ausgenommen, sie benötigten nicht einmal die Aufklärung, um sozial und demokratisch sein zu können.=

    Der Wettbewerb ist nicht unbedingt schön, aber sozusagen der Preis für die Installierung aufklärerischer gesellschaftlicher Systeme, die liberale Demokratien genannt werden dürfen.

    Hierzu noch :

    Deswegen ist Liberalismus so bedeutend! Neoliberali[s]mus macht aus einem „normalen Gesp[r]äch“ (Nachfrage-Angebot synonym zu Frage-Antwort?!) daraus (freiwillige lose Kooperation) aber ein Geschäft. Das ist das eigentliche Bauchgrummeln Vieler.

    Ja, deshalb ist Dr. W ja auch liberal “mit Attribut”, sozial-liberal sozusagen, neo- oder ordo-liberal ginge ebenfalls.
    Der Neoliberalismus ist übrigens eine Ausprägung des Liberalismus, genau aus den von Ihnen vorgebrachten Gründen, er ist gut, wie Dr. W findet, er ist nicht mit den Auswüchsen global tätiger, globalistischer sozusagen Unternehmen zu verwechseln, die recht erfolgreich bspw. in Steuervermeidung machen und zunehmend auch Medienmacht an sich reißen.

    Es könnte auch schlicht beim Liberalismus geblieben werden, immer das Soziale im Liberalismus hervorhebend, der Liberalismus ist ja eine soziale Idee und per se sozial, in etwa so, wie dies bspw. Sozialdemokraten angeben, vielleicht noch mehr, weil besser.
    >:->

    MFG
    Dr. Webbaer

  11. *

    (Ja, die Schweizer, die soz. von Natur aus Demokraten zu sein scheinen, sind von derartiger Theoretisierung ausgenommen, sie benötigten nicht einmal die Aufklärung, um sozial und demokratisch sein zu können.[)]

  12. @Dr. Webbär
    korrekt:
    “The fittest” ist eben nicht der “Stärkste” ( Sozialdarwinismus), sondern derjenige, der eine möglichst “freie”, gute an dem Drang ausgerichtete, Kooperation hinbekommt ( zumindest im tierisch menschlichen).
    Soziologisch ist es deshalb interessant, wie aus Eins mach Zwei die kooperieren, nicht konkurrieren (!), Gruppen, Gemeinschaften, Gesellschaften und Staaten/Nationen werden. Besser, wie Kooperation und Konkurrenz global betrachtet werden könnten und Multilateralismus einigermassen gut existieren kann.
    Nationalismus ist in diesem Sinne alles andere als Freiheit fördernd, währenddessen aber “kooperierende” Kulturräume ( Distinktion) durchaus Sinn machen.
    Ökonomisch deutet eigentlich alles auf eine globale fiskalische und steuerliche Orientierung hin.

  13. Ökonomisch deutet eigentlich alles auf eine globale fiskalische und steuerliche Orientierung hin.

    Nö. – Globalismus stringent angewandt, killt den Wettbewerb.
    Dies verstehen Globalisten nicht, die ansonsten zumindest erklärtermaßen in Toleranz und Multi-Irgendwas, gar in sog. Multilateralismus, machen.
    MFG
    Dr. W

  14. @ Kommentatorenfreund “Mussi” :

    Sie haben eine Frage gestellt, sehr gut, Dr. W bleibt bei der Idee, dass Kompetivität für das allgemeine Fortkommen entscheidend ist, und somit diese Kompetitivität in Bahnen zu lenken ist, im Sinne des Ordo-Liberalismus gar.

    Aufklärerische Gesellschaftssysteme meinen auch die Absonderung von Anderem, das sie so nicht direkt verdammen wollen, sondern fortwährend anzufragen gedenken.
    Auch darf derartiges Gesellschaftssystem beliebig zusammen gestellt werden, auch über verbindende Kultur. [1]

    Sollten Sie kein Deutscher sein, Dr. W ist dies auch nicht, sondern ist zwei-herkünftig, das Bundesdeutsche unberührt gelassen, ist dies OK, aber es muss sich auf Grund irgendwelcher Maßgabe zusammengefunden werden.

    MFG
    Dr. Webbaer (der hier soz. seine Pflicht getan sieht, sich nun ausklinkt)

    [1]
    Wie es nicht geht, darf so zitiert bleiben ;
    1.)
    -> https://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/deutsche-kultur-was-aydan-oezoguz-mit-ihrer-aussage-meinte-15175917.html
    2.)
    -> https://www.faz.net/aktuell/politik/wolfgang-schaeuble-abschottung-wuerde-europa-in-inzucht-degenerieren-lassen-14275838.html

  15. @Dr. Webbär
    ok, verstehe.
    Stellt sich eine weitere Frage: wenn Sie Markt als Zweck ( w.o. ausgesagt) betrachten und nicht als Ziel, ob Sie Kompetivität ( als wechselwirkenden Teil des Marktes neben Kooperation) jetzt nicht doch als Ziel betrachten?
    Alles Gute!

  16. Kompetitivität und ihre Sicherstellung in sog. liberalen Demokratien bleibt Zweck, einerseits damit es allen mehr oder weniger gut geht und andererseits, damit sich nach außen hin, die Welt ist kein Ponyhof, durch erworbene Fähigkeit, Stichwort : Schwarmintelligenz, auch Produkte sind hier gemeint, abgesichert werden kann.
    Die liberale Demokratie ist, wie Dr. W findet, nicht dafür gedacht alle mehr und mehr anzutreiben, sondern nur die Möglichkeit offen zu lassen, dass sich welche so stark, auch unternehmerisch, engagieren, wie sie es wollen, sich sozusagen maximal abrappeln dürfen; ja, Dr. W ist eher bequem, harhar.
    MFG
    Dr. Webbaer (der gerade noch, bei Suche mit ‘Schwarm’ gemerkt, hat, dass sich unser werter Inhaltegeber bei “#rp19”, Twitter sei dank, anders, äh, abrappeln wird, mutmaßlich)

  17. “Die Psychologen stellten den Futterspender so ein, dass die Ratte immer etwas weniger Futter bekam…”
    Ich denke, dass ist eine Art Desensibilisierung. Sollten Psychologen aber wissen: Der mit Futter verbundene Reiz wird dadurch neutralisiert, in dem das genügende Futter damit nicht mehr assoziiert wird. Diese Form der Desensibilisierung führt dazu, dass im Gehirn der Ratte eine neue Konditionierung erfolgt, in dem Sinne, dass der bisher bedingte Reiz wieder zu einem unbedingten-neutralen-Reiz wird. Der verzierte Hebel wird also von der Ratte nicht mehr mit Futter assoziiert. Menschen konditionieren genau so (Säugetiergehirn)

  18. Ich sehe Prof. Dück`s Geschichte auch eher als Parabel auf den Kunden als Untertan des Kapitals.
    Wenn Produkte/Ware in`s Spiel kommen, dann ist ja nicht mehr so leicht zwischen den Wechselwirkungen/ Mechanismen zwischen Liberalismus und Kapitalismus zu unterscheiden, weil die Schnittstelle der Markt (Wechselwirkung 1. Schritt Kooperation/2.Schritt Wettbewerb) ist.
    Geld ist das Instrument (Nahrung) für Belohnung und Bestrafung der Freiheit. Haben wir die trotzdem die Wahl, dann bleiben wir bei Gewohnheit, bekannter Abhängigkeit.
    Hinsichtlich des Anthropozäns, des over-shot-days und Grenzen des Wachstums vielsagend.

  19. Dies hier – ‘Sofort begannen die Laborratten, immer den verzierten Hebel zu drücken, auch wenn sie einen andersartige Hebelorientierung hatten. Wenn sie zum Beispiel linkshebelig veranlagt waren und man den rechten Hebel verzierte, drückten sie bald nur noch diesen.’ – ist womöglich der Schwachpunkt der Parabel, vgl. auch mit : ‘Die Psychologen stellten den Futterspender so ein, dass die Ratte nach dem Drücken des verzierten Hebels etwas weniger Futter ausgeschüttet bekam. Das schien die statistisch mittlere Ratte nicht zu bemerken, sie präferierte weiterhin den verzierten Hebel.’, denn die hier pa­ra­bo­lisch gemeinte “Ratte” ist erfahrungsgemäß, wenn es um monetäres Input geht, so finden einige zumindest, auf das eigene Sich bezogen sozusagen auch logisch egozentrisch, sonst wäre es keine “Ratte”.

    Der Gag bei der sozusagen Verzierung von Hebeln besteht darin, dass die “Ratte” gerne andere für die für sie präferierte Verzierung leiden lässt, sofern eben selbst unbetroffen.
    Nur dann.

    Mit anderen altruistischer funktionierenden Lebewesen könnte die Parabel, die dann so abär keine mehr wäre, greifen, korrekt.

    MFG
    Dr. Webbaer

  20. Das mit dem verzierten Hebel ist schon vertrackt. Vielleicht hat Prof. Dück es auf die weiblichen Mitbürgerinnen abgesehen( z. B. Schuhkauf). Das würde Prof. Hurenson in ein noch zwiespältigeres Licht rücken und mit dem Weltfrauentag vor der Nase eine neue Perspektive eröffnen?

  21. Dr. W kennt jedenfalls keine “Ratte” persönlich, die nicht auch hässlichste Hebel drücken würde, täte es ihrem pers. Stoffwechsel oder Fortkommen nutzen.

  22. Not! Wenn ich Opi Dr. Webbär richtig auf scilogs verfolge’,dann weiß er damit nicht nur als ontologische Entität umzugehen.
    Ängste führen zu Not. Manchmal beschleicht mich das Gefühl,dass antiliberale und -demokratische Züge eher mit der Not als landläufig kommuniziert den Ängsten spielen. Kennt man vom Faschismus.

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