Ich will es Mikro-Mord nennen

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Wahrheiten als Querdenkerisches verkleidet, von Gunter Dueck
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Wenn sich jemand im Verkehr als Raser hervortut, gefährdet er andere. Das ist bedenklich bis krass gefährlich. Die Gerichte verurteilen die besonders irren Hochgeschwindigkeitsfahrten mit Todesfolge vereinzelt als Mordtat, also als absichtliche Tötung aus niedrigen Motiven.

Wer mit 70 Sachen durchs Dorf fährt, wird hochwahrscheinlich niemanden töten, aber es könnte schon vorkommen. Wenn er das tut, ohne dass etwas passiert, hat er aber einen Schaden riskiert. Wenn – so will ich schätzen – eine Million verschiedene Raser mit 70 km/h durch ein Dorf sausen, dann wird es einen Toten kosten. Für diesen Fall möchte ich es so ausdrücken: Jeder, der absichtlich aus Eile, Übermut oder Rücksichtslosigkeit mit 70 durchs Dorf rattert, der begeht statistisch ein Millionstel eines Mordes, einen Mikro-Mord.

Über 80 Prozent aller schweren Unfälle geschehen durch Rasen, ungeduldiges/gewagtes Überholen, Nichteinhalten eines vernünftigen Abstandes, Ablenkung/Alkohol und Missachten der Vorfahrtsregeln. Die meisten Verkehrstoten sind also das Resultat von Millionen von Mikro-Morden.

  • Wegschauen ist oft ein Mikro-Mord, Hinschauen/Filmen bei Unglücken auch.
  • Absichtlicher oder demonstrativer Seuchentrotz ist Mikro-Mord.
  • „T-Shirts für 3 Euro kaufen“ ist ein Mikro-Mord an Kindern anderswo, möglicherweise das Kaufen von T-Shirts generell.
  • Plastik ins Meer werfen ist Nano-Mord.
  • etc.

Mikro-Morde werden milde oder gar nicht bestraft, es geht ja aus logistischen Gründen nicht. Es ist üblich, nur denjenigen „zu hängen“, bei dem „es“ tatsächlich passiert, obwohl er eigentlich nur Mikromörder wie alle anderen war. Diesen bestraft man zur Abschreckung hart.

Gibt uns das zu denken? Wir sollten einmal mitzählen, wie viele Mikro-Morde wir selbst so im Laufe der Jahre begehen, wir sollten mitzählen, wie sich schlechtes Karma türmt und türmt.

Ich schätze, es gibt aber noch viel mehr Mikro-Psychozide (als Psychozid will ich absichtliche Verletzung bis hin zur Tötung einer Seele bezeichnen). Da kommen etliche Eltern, Manager und spezielle Lehrer schon einmal auf Zenti-Psychozide, auch die Schüler tun sich manchmal hervor, zu mobben und Lehrer in den Vorruhestand zu zwingen.

Zusätzlich betreiben wir alle zusammen viele Nano-Humanozide, in dem wir uns am Klima versündigen.

Das ist Leichtsinn oder Rücksichtslosigkeit: Mikro-Mord, Rat in den Wind schlagen, Verblendung, Ignorieren, alles für weit weg erklären oder glatte Leugnung jeglicher Gefahr. Weg mit „ich wart uninformiert, einfach jung (‚da sind Mikro-Morde normal‘) oder trotzig“. Keine Entschuldigung mehr mit „Wir müssen auch leben“ und „Es war zu viel Stress, ich war nicht gut drauf“.

Es wird zu viel von Toleranz geschwärmt. Soll man Unethik tolerieren und Mangel an Eigenverantwortung achselzuckend als hinnehmbaren Lebensstil übersehen?

Wir sprechen immer wieder nur von kleinen lässlichen Sünden.

Aber ich will es Mikro-Mord nennen. Mikro-Psychozid. Nano-Humanozid.

 

Quelle: Adobe Stock Photo

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Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

64 Kommentare

  1. Zitat:

    Jeder, der absichtlich aus Eile, Übermut oder Rücksichtslosigkeit mit 70 durchs Dorf rattert, der begeht statistisch ein Millionstel eines Mordes, einen Mikro-Mord.

    Absichtlicher oder demonstrativer Seuchentrotz ist Mikro-Mord.

    Doch: es gibt in Deutschland pro Jahr „nur“ etwa 3000 Verkehrstote, aber im Dezember 2020 gab es mehrmals pro Tag mehr als 1000 Covid-19 Tote.
    Da würde ich bei Seuchentrotz nicht von Mikro-Mord sprechen, sondern eher von Milli-Mord, denn die Wahrscheinlichkeit, dass einer, der sich in Coronazeiten unsittlich annähert, den Tod bringt ist wohl grösser als 1:1 Million (Mikro), er ist eher 1: 1000, also Milli.

  2. Martin Holzherr,
    wer jetzt noch leugnet, der kann auch milli nicht von mikro unterscheiden.
    Mikromord hat den Nachteil, dass man die Folgeschäden außer acht lässt.
    Der Volksmund wird da viel deutlicher, man spricht von Rufmord, wenn einer über den anderen schlecht spricht.
    “Lügenspreader” wäre mein Vorschlag, “Volksvergifter” haben schon die Nazis verwendet,
    Herr Dueck, fordern Sie die Blogger auf, treffende Ausdrücke zu finden. Setzen sie einen Preis aus, “Golddonald” z.B.

    • @Dueck: “… wie sich schlechtes Karma türmt und türmt.”

      Karma macht nur Sinn, wenn man an Überwindung der Vorsehung und Reinkarnation bis zum “Jüngsten Gericht”, also an Möglichkeiten von/zu geistig-heilendes Selbst- und Massenbewusstsein glaubt!

      “Ich schätze, es gibt aber noch viel mehr Mikro-Psychozide (als Psychozid will ich absichtliche Verletzung bis hin zur Tötung einer Seele bezeichnen).”

      Da Mensch im Sinne des Geistes immer ALLE bedeutet und es deshalb eine schöpferische Seele nur für ALLE gibt, ist Verantwortungsbewusstsein nur göttlich/menschenwürdig, wenn unsere Vernunftbegabung IMMER im Ganzen, also nie im “Individualbewusstsein” / Individualverkehr usw. gestaltet wird – Im nun “freiheitlichen” Wettbewerb, der eine logische Folge unseres zeitgeistlich-reformistischen Faschismus in geistigem Stillstand seit der “Vertreibung aus dem Paradies” und so gepflegter Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und egozentriertem “Individualbewusstsein” auf stets systemrationaler Schuld- und Sündenbocksuche ist, schafft der Glaube an die Hierarchie in Unternehmertum und der dafür durch leichtfertige Übertragung von Verantwortung durch Kreuzchen auf dem Blankoscheck domestizierte Lobbyismus der “Treuhänder”, die logisch-nötige Konfusion in molto-multischizophrene “Mikro-Psychozide” (“Schuld sind immer nur die Anderen”, deshalb ist es systemrational-logisch die Wahrheit mit Unwahrheit zu …, sie nie in schöpferischer Konsequenz und menschenwürdiger Kompromisslosigkeit hin zu zweifelsfrei-eindeutiger Wertigkeiten OHNE … zu versuchen).

  3. Ihre Argumentation erinnert mich an das Gedankenspiel eines Herrn Parncutt, die Todesstrafe für Klimaleugner einzuführen.

    Zum Fall des Urteils auf Mord für Geschwindigkeitsübertretungen. In diesem Fall war es ein illegales Autorennen, bei dem eine unbeteiligte Person zu Tode kam. Man hat es also mit einem im Zusammenhang mit diesem Rennen getöteten Menschen zu tun. Ihre “Mikromorde” sind ja eher statistisch zu sehen. Es gibt ja auch keine “Mikrotote”.

    Gruß
    Rudi Knoth

    • Es gibt inzwischen Urteile mit riesigen Summen an Schadensersatz gegen Industrien und so genannte Verantwortungsträger, aber es gibt trotzdem noch kein Urteil gegen die Autoindustrie, weil sie Fahrzeuge für/mit solch hohe(n) Geschwindigkeiten bauen!?

      Man hätte auch längst eine Bannung solcher Fahrzeuge aus den Städten organisieren können/müssen!?

      • Nun die in dem Artikel genannten 70 Km/h sind ja nicht so schnell. Auf der Autobahn muß das Fahrzeug von der Bauart mindestens 62 Km/h schnell sein.

        Gruß
        Rudi Knoth

    • Bis zum “Jüngsten Gericht” stirbt Mensch viele “Mikroleben”, aber/und wenn Mensch die “Diktatur des vernunftbegabten Daseins” weiter so bewusstseinsschwach/bewusstseinsbetäubt gestaltet/verunstaltet, dann wird die “Gnade Gottes” viele “Mikrotote” in die Seele des ursprünglich-schöpferischen Geistes zurückführen, anstatt dem Universum einen weiteren Geist / eine neue Seele zur Stärkung zuzufügen – “144000 auf dem Berg Zion” bilden dann nur die Auswahl für einen weiteren Versuch Geist-Mensch-Seele.

  4. Hinter jedem “Micro-Mörder” steht ja ein Bewusstsein, eine gewisse Weltanschauung oder Prägung. Wer in den anderen Menschen nur eine Störung, eine Konkurrenz ein Hindernis sieht, der hat einen Zustand von Verrohung erreicht
    den man allabendlich im TV sieht, wo auf allen Kanälen Krimis mit unzähligen Toten zu sehen sind. Man möchte dann meinen, dass diese Gesellschaft nur noch auch Micro-Mördern. Betrügern, Ganoven, Geldwäschern etc. besteht. Diese Micro-Mörder wurden also bereits-unbewusst- medial und gesellschaftlich in ihrem Bewusstsein so präpariert. Mal sehen wieviele Micro-Mörder das Öffentlich Rechtliche Fernsehen, was ich auch noch dafür bezahlen muss- mir heute abend wieder anbietet….

  5. Zitat obiger Beitrag :

    „ich wart uninformiert, einfach jung (‚da sind Mikro-Morde normal‘)

    Junge ziehen aus Langeweile in den Krieg, bauen einfach mal so Verkehrsunfälle, begehen einfach mal so Verbrechen und sind allgemein aggressiver – mindestens männliche Exemplare des Homo sapiens (aber Mädels wollen da heute auch nichtmehr zurückstehen).
    Als Beispiel könnte etwa die Website Die Alter-Kriminalitäts Kurve im Zeitverlauf (Verurteilte) dienen oder der Artikel «Wo es zu viele junge Männer gibt, wird getötet»

    Strotzend jung bedeutet also bereit zu allem, gerade auch zu Leichtsinn und aus Leichtsinn begangenem Mord.

    Sollte die Menschheit je das Alter abschaffen, also in der Lage sein, die Alterungsvorgänge zu stoppen, dann wird der jugendliche Übermut und die jugendliche Aggressivität zum echten Problem. Denn ein aus Leichtsinn begangener Mord oder eine aus Leichtsinn zugefügte Verletzung wirkt dann zwar immer noch (nur) ein Leben lang nach. Nur sind das dann nicht mehr 80 Jahre, sondern vielleicht 500 Jahre. So etwas muss dann auch dementsprechend bestraft werden. Zum Beispiel mit 500 Jahren Gefängnis.

    • Sollte die Menschheit je das Alter abschaffen, also in der Lage sein, die Alterungsvorgänge zu stoppen, dann wird der jugendliche Übermut und die jugendliche Aggressivität zum echten Problem.

      Mit dem Alter wächst aber auch die Erfahrung und das Risikobewusstsein. Daher sehe ich das Problem nicht so sehr.

      Denn ein aus Leichtsinn begangener Mord oder eine aus Leichtsinn zugefügte Verletzung wirkt dann zwar immer noch (nur) ein Leben lang nach.

      Ich weiß nicht, ob es einen “aus Leichtsinn begangenen Mord” gibt. In unserer Rechtsprechung müssen Mordmerkmale erfüllt sein. Leichtsinn gehört meines Wissen nicht dazu.

      Gruß
      Rudi Knoth

        • Und damit ist die These des Artikels zweifelhaft. Auch mein Verweis auf die These von Herrn Parncutt zeigt,daß man mit solch einer Argumentation sogar “”abweichende Meinungen” bestrafen kann.

          Gruß
          Rudi Knoth

  6. Hier werden ständig junge Männer als Sündenbock angeprangert. Wie sieht es denn mit den Müttern aus.
    Neben uns ist ein Kindergarten und es gilt Tempo 30. Wer rast durch die Straße ? Es sind die Mütter, die ihre Kinder zum Kindergarten bringen.
    Eine Mutter darauf angesprochen dass sie mit ihrem Rasen die Kinder gefährdet antwortete: “Wenn ich durch die Straße rase, dann ist mein Kind im Auto.”

    hto
    autofreie Städte sind eine gute Lösung.

    • UNd wie kommen in einer “autofreien Stadt” die Waren in die Geschäfte? Dasselbe gilt für Handwerker oder diverse Notdienste.

      Gruß
      Rudi Knoth

  7. @Zeitstrafe für 1 Mikromord

    Wenn man für 1 Mord 15 Jahre Gefängnis bekommt, dann müsste man für einen Mikromord dann 15 Jahre / 1.000.000 Haft bekommen, das sind dann ungefähr 8 Minuten Haft.

    Wenn ich also mit überhöhter Geschwindigkeit 1 Mikromord begehe, und nur 1 Minute Zeit dabei einspare, wäre das also um den Faktor 8 unangemessen.

    Anders wenn man das religiöser einschätzt: Wenn ein Mord die ewige Verdammnis bedeutet, wäre dann ein Millionenstel Ewigkeit nicht zu berechnen. Weil man nun mit unendlich eben nicht rechnen kann, man verliert sich in Maßlosigkeiten, wenn man es trotzdem versucht.

  8. Die kognitive Verzerrung „Verharren im Status quo ante“
    In Deutschland passieren im Jahr 2020 mehr schwere Unfälle im Sport (Freizeitsport) als im Verkehr und die 3000 bis 3500 tödlichen Verkehrsunfälle pro Jahr sind ein Bruchteil der 21‘000 Verkehrstoten des Jahres 1970. Auf die gefahrenen Kilometer hin haben die tödlichen Verkehrsunfälle seit 1970 sogar um den Faktor 10 abgenommen. Dennoch nehmen Personen wie Gunter Dueck oder Stephan Schleim in ihren Texten tödliche Verkehrsunfälle als Prototyp von bedrohlichen Alltagsgefahren. Warum? Weil sie wie so viele der kognitiven Verzerrung „Verharren im Status quo ante“ erlegen sind. Diese kognitive Verzerrung ist noch nicht in der Wikipedia eingetragen – sie wurde also gerade von mir erfunden/eingeführt – aber sie ist sehr häufig zu finden. Prototypische Verhältnisse/Zeitdiagnosen werden der Gegenwart zugeschrieben obwohl sie einen Zustand beschreiben, der schon Jahrzehnte in der Vergangenheit liegt.

    Die kognitive Verzerrung „Verharren im Status quo ante“ findet sich nicht nur bei der Einschätzung von Alltagsgefahren, sondern etwa auch bei der Einschätzung der Machtverhältnisse. So kenn ich persönlich nicht wenige Menschen, die Russland immer noch eine ähnliche Machtfülle zuschreiben wie der ehemaligen Sowjetunion und die völlig überrascht sind, wenn man ihnen sagt, dass das heutige Russland eine Wirtschaftskraft besitzt die gleich gross ist wie die von Spanien.

    Es gibt übrigens bereits die kognitive Verzerrung „ Status-quo-Verzerrung“ (Menschen wollen, dass die Dinge ungefähr so bleiben, wie sie sind). Es wäre deshalb naheliegend hier von der „Status-quo-ante-Verzerrung“ zu sprechen. Im englischsprachigen würde mir aber „Status-quo-ante-Belief“ noch besser gefallen. Weil treffender.

    • Die von mir genannte kognitive Verzerrung „Verharren im Status quo ante“ gibt es nicht nur, sie scheint mir auch so wichtig um bestimmte Denkroutinen wiederzuerkennen und zu verstehen, dass sie in die Liste der bekannten kognitiven Verzerrungen aufgenommen werden sollte. Doch es braucht eine griffigere Bezeichnung, eine die weniger auf althumanistische Bildung setzt. Wie wär’s denn mit “Mental Burn-In” Bias im Englischen oder im deutschsprachigen Raum “Einbrenn-Effekt”.
      Kommentare dazu sind erwünscht.

  9. Rudi Knoth,
    vor 1886 gab es auch schon Städte.
    Eine Lösung wäre, Fußgängerwege von Autostraßen zu trennen.
    Man muss nur wollen.
    Aber…..es gelingt ja nicht mal Fahrradwege in den Städten anzulegen, die nicht nach 100 m enden.

    Der gemeine Stadtpolitiker will es sich halt mit niemand verscherzen.

    • @hwied: wenn es nur um das Vermeiden von Unfällen geht, wären zukünftige, sicher selbstfahrende Fahrzeuge auch eine Lösung. Überhaupt gilt: Unfälle vermeidet am ehesten, wer das menschliche Element ausschaltet.

    • Und in dieser Zeit hat man auch vorhergesagt, daß New York City in naher Zukunft mit einer dicken Schicht Pferdemist bedeckt sein wird.

      Gruß
      Rudi Knoth

    • “Kognitive Verzerrung” – Micromord ist eine Begrifflichkeit für den Zustand von wettbewerbsbedingter Konfusion, wo Vernunft und Verantwortung von Ursache und Wirkung so verzerrt werden, daß es schwer bis unmöglich wird eine der zweifelsfrei-eindeutigen Wahrheit entsprechenden Gerechtigkeit zu finden – Schuld- und Sündenbocksuche in der Grundsätzlichkeit von “Schuld sind immer nur die Anderen”, und im Prinzip: “Wer sich zuerst bewegt hat verloren”!?

  10. Martin Holzherr,
    selbsfahrende Fahrzeuge, Quatroporter, Rohrpost, das sind alles Möglichkeiten.
    Es ging hier ja um die Raserei in den Städten. Die könnte man ganz einfach mit einer elektronischen Einflussnahme seitens der Ordnungsbehörden beheben.

    wir haben eine Fußgängerzone. Leider gibt es für die Anwohner so viele Ausnahmen, dass man nicht sicher sein kann, doch einem Auto zu begegnen. Für Mütter, die ihre Kinder frei laufen lassen ist das gefährlich. Oder sollte man den Kindern ein Halsband umlegen und sie an die Leine nehmen.

    Der Vorschlag von Herrn Dueck mit dem Micromord, das war ein journalistischer Volltreffer.
    Aber nur ein journalistischer. Die Sünden eines Menschen aufzuaddieren, das kommt schon der Idee der Sippenhaftung gleich.
    hto, die Menschheit als Sippe anzusehen und sie alle zusammen dafür zu bestrafen, das widerspricht der Bibel. Das Jüngste Gericht ist Gott vorbehalten, nicht dem Menschen.

    • @hwied: ein Vorschlag von mir, der den heiklen Grad zwischen Bevormundung und Handeln im öffentlichen Interesse abtastet: Wie wäre es wenn zukünftige Autos selbst erkennen würden, wo etwa eine 30er-Zone beginnt und dann erzwingen, dass das Auto maximal 30 fährt – und das auch gegen den Willen des Fahrers. Das heisst der Fahrer könnte noch so aufs Gas treten, das Auto würde das verweigern.

      Würden sie für solch eine Zukunftstechnologie eintreten oder ist das für sie ein zu grosser Eingriff in die Freiheit des Einzelnen?

  11. @hwied

    Klar, und um Rowdies des parlamentarisch-wirtschaftlich-materialistischen Machtmissbrauchs / Stumpf-, Blöd- und Wahnsinns 🙂🙃

  12. @Martin Holzherr 02.01. 11:15

    „Die von mir genannte kognitive Verzerrung „Verharren im Status quo ante“ gibt es nicht nur, sie scheint mir auch so wichtig um bestimmte Denkroutinen wiederzuerkennen und zu verstehen,… „

    In der Tat funktioniert so der Mensch. Man muss auch immer gucken, wie alt jemand ist, wenn man verstehen will, welche Meinung er vertritt. Das ist genau so wichtig, wie aus welchem Land jemand kommt.

    Was sollen wir machen, wir müssen mit dem arbeiten, was wir im Kopf haben, und sind immer mittendrin und nicht unbedingt auf dem neuesten Stand. Wenn man diese Effekte mit einbezieht, ist dann aber dennoch eine vernünftige Diskussion möglich.

    Die jungen Leute von Fridays for Futur haben nicht nur einen anderen Status quo ante als unsere Jahrgänge, sie haben zusätzlich auch noch 70 Jahre vor sich, und werden den Klimawandel in anderen Dimensionen persönlich erleben als wir.

  13. Das Konzept dass Menschen umgebracht werden (mit Todesurteil oder ohne) gibt es z.B. im Islam, wenn sich z.B. in der Wüste Saudi Arabiens, jemand im Umgang mit dem Wasser „versündigt“. Z.B. ein Vollbad nehmen würde oder den Brunnen verunreinigt, und 100 andere Menschen müssten an Wassermangel oder an Krankheit bald darauf sterben…

    Aber bei „Mikrorisiken“ geht dass nicht. Einerseits weil man diese nicht wirklich kennt, andererseits fast alles, auch „Gesundes“ Risiken birgt, wenn z.b. einer beider Obsternte vom Baum fällt, oder durch Chemikalien für die massenhafte Getreideproduktion umkommt. Derjenige der die Chemikalien verbieten würde, wäre für die massenhaften Todesfälle an verhungerten Menschen verantwortlich.

    Es ist einfach zu komplex und es würde letztlich zu Glaubenskriegen, sozusagen von „Mikromorden“ zu Kriegen mit „Megatoten“ führen.

    Ist ja auch in der Pandemie- und noch weitaus mehr in der Klimafrage ähnlich.

    Die Regierenden müssen möglichst sinnvoll handeln, zumindest als eine Art „Alibihandlung“. Allein um vorzubeugen, dass sie nicht danach bei der üblichen politischen „Abrechnung“, wegen „Mord durch Unterlassung“ vor Gericht gezerrt werden können.

    Die schlaueren Politiker überlassen es einfach den Gerichten. Die durch Maßnahmen geschädigten z.B. Gastwirte, Handeltreibende …., können ja klagen. Finden sich Richter die ihnen Recht geben, befreien sie die Kläger von den geschäftsschädigenden Auflagen. Danach sind diese Richter vermutlich verantwortlich für konkrete Todesfälle die man nachweisen kann. Ich finde, man kann immer einen Nachweis konstruieren.

    Und dann käme es dazu, dass sich die Richter gegenseitig die Gesetzbüchern um die „Ohren schlagen“ können…

    Das wäre dann wieder ein Anlass für ein neues Buch des Herrn von Schirach.

  14. Vermutlich läuft es auch bei der „Klima- und Pandemiefrage“ auf die gegenseitige „Aufrechnung von Mikromorden“ hinaus. Was eigentlich grundsätzlich aus philosophischen Gründen verboten scheint.

    Bei den Klimaforscher, besonders aber bei den „Weltuntergangspropheten“ und den „Bußpredigern“, die sich so in deren Schlepptau herumtreiben, wird das Problem so richtig transparent.

    Ganz im Gegensatz zu den Medizinern, die für mich völlig glaubhaft, auf eine realistische Bewältigung der derzeit unmittelbar existierenden Gefahren der Pandemie aus sind. Zumal offensichtlich sehr viele Menschen innerhalb sehr kurzer Zeit sterben würden, falls man nichts dagegen unternimmt, verhält es sich bei den „Weltuntergangspropheten“ grundsätzlich anders.

    Die Mediziner nehmen größte Rücksicht auf die drohenden schweren sozialen Implikationen, die bei einer Bekämpfung der Seuche auftreten, möchten die Seuche und deren Folgen glaubhaft minimieren.

    Die Pandemie hat uns einen Blick in einen „schrecklichen Abgrund“ ermöglicht, wenn unglaublich viele Menschen ihren Job verlieren und dies eine Art „Kettenreaktion“ von Konflikten mit dem Potential für viele „Mikromorde“ bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen auslösen könnte…. Dies alles obwohl die Einschränkungen vergleichsweise nur kurz sind.

    Anders die „Weltuntergangspropheten“ und „Bußprediger“ denen es einfach zu gut geht. Für die sind Temperaturerhöhungen in den nächsten 50 Jahren der willkommene Anlass sich der „Klimabuße” hinzugeben. Sich womöglich insgeheim daran zu erfreuen wenn andere Menschen unter den Maßnahmen leiden müssen, die sich einen kleinen „Wohlstand“ erworben haben und denen es wegen der immer höheren Preise (Energie, Heizung,….) an den Kragen geht. Den „Klimahysterikern“ geht es nicht wirklich um eine realistische Bewältigung der Probleme die eben bei langfristigen Temperaturerhöhungen anstehen.

    Für die Aufarbeitung der Probleme wären andere „richtige“ Wissenschaftler zuständig. Städteplaner, Dammbauer, Bauphysiker, Wasserversorger, Energiefachleute, Verkehrsfachleute, Klimagerätebauer, Wald- und Pflanzenbiologen, Mediziner, Psychologen, Soziologen,…..

    Man hört derzeit nur auf die lautstarken Äußerungen der „Weltuntergangspropheten“ und „Bußprediger“.

    Die Sache mit der „Klimaerwärmung“ hat allerdings auch einen anderen höchst positiven Aspekt.

    Wenn das Klima tatsächlich zu heiß werden sollte, bedeutet das gleichzeitig, dass wir die Sonnenenergie künftig „hemmungslos“ zur Energiegewinnung ausbeuten können, bis die “Sahara kalt wird” sozusagen, um positives zu bewirken. Andere Ressourcen wie Erdöl, Gas, Kohle könnten geschont werden.

    Der Mensch musste sich schon immer ans Klima anpassen, da braucht man keine Hysterie anzufachen, außer es geht womöglich um andere Interessen.

    • @Elektroniker (Zitat):

      “ Für die sind Temperaturerhöhungen in den nächsten 50 Jahren der willkommene Anlass sich der „Klimabuße” hinzugeben. Sich womöglich insgeheim daran zu erfreuen wenn andere Menschen unter den Maßnahmen leiden müssen“

      Hier unterliegen sie – wie wohl viele – einer kognitiven Verzerrung indem sie aus der wissenschaftlichen Tatsache einer Erdsystemerwärmung einen Schnellschluss ziehen und von „Klimabusse“ sprechen, denn es ist ein voreiliger Schluss von der Erkentniss der menschengemachten Klimaerwärmung zum Glauben dem könne man nur durch Verzicht und Busse tun, entgehen. Neben dem voreiligen Schluss findet sich eine weitere kognitive Verzerrung: eine Schuldzuweisung bezugsweise das Thema Schuld und Busse („Klimabuße“]) hier einzubringen.

      Kognitive Verzerrungen wie sie Aaron T. Beck erstmals aufgelistet hat sind typisch für viele krankhafte Zustände, die sich durch Denkschleifen, „Kurzschlüsse“ und Realitätsflucht auszeichnen.
      All dies ist beim Thema Klimawandel häufig zu beobachten, aber nicht nötig.

      Denn:
      1) auf die Erdsystemerwärmung kann man, muss man aber nicht unbedingt reagieren
      2) wenn man auf die Erdsystemerwärmung reagiert heisst das nicht unbedingt Verzicht und Busse, sondern es kann auch einfach bedeuten, dass man jetzige Technologien durch neueTechnologien ersetzt.

  15. @Dueck: “Soll man Unethik tolerieren und Mangel an Eigenverantwortung achselzuckend als hinnehmbaren Lebensstil übersehen?”

    MenschenUNwürdige Symptomatik in “Wer soll das bezahlen?” und unternehmerische Abwägungen in “Arbeit macht frei” – Wieviel zweifelsfrei-eindeutige Ethik und wirklich-wahrhaftige Eigenverantwortung bitteschön, im “gesunden” Konkurrenzdenken des nun “freiheitlichen” Wettbewerb um systemrational-erfolgreichen Kommunikationsmüll???

  16. @hwied

    Eine Lösung wäre, Fußgängerwege von Autostraßen zu trennen.
    Man muss nur wollen.

    Bei den mikro-mordenden Autofahrern sollte man nicht vergessen, dass die auch andere Autofahrer ermorden, nicht nur Fußgänger.

    Falls sich ihre Idee einmal durchsetzen sollte, schlage ich vor, die einen Autobahnen zu nennen und die anderen Fußgängerzonen.

    “Shared Space” stellt ihre Idee auf den Kopf (oder vom Kopf auf die Füße, manchmal weiß ich nicht, wo oben und unten ist).

    Frohes Neues Jahr.

  17. @Elektroniker 02.01. 11:15

    „Der Mensch musste sich schon immer ans Klima anpassen, da braucht man keine Hysterie anzufachen, außer es geht womöglich um andere Interessen.“

    Wir haben inzwischen eine Erwärmung von 1.1° gegenüber vorindustriellen Niveau, und die Klimaforscher erwarten eine Erwärmung von 1.5° bis 4.5° bei einer Verdoppelung der Treibhausgase. In der Tat wären das dann zusätzlich 0.4° bis 3.4°, also ist es ziemlich unklar, was uns wirklich erwartet.

    Aber es macht hier einen Unterschied, wie alt man ist, wenn es um Ängste und Sorgen dabei geht. Wer noch 20 Jahre vor sich hat, für den erscheint es womöglich sogar interessant, wenn es noch mal etwas wärmer wird. Wer aber 70 Jahre vor sich hat, den betrifft das ganz anders.

    Wie man in einer so unklaren Lage vernünftig handelt, ist sicher unterschiedlich, und orientiert sich auch daran, wie man generell mit Risiken umgeht. Ich persönlich favorisiere den Mittelwert der Klimaprognose, als 3.0° bzw. zusätzlich zu den erreichten 1.1° nochmal 1.9° dazu. Für Deutschland ist die Klimaerwärmung gegenüber dem Weltdurchschnitt nochmal höher, als aktuell 1.9° und dann noch 3.3° mehr.

    Und da ist für mich klar, dass das zu viel ist, und dass wir gucken müssen, dass wir so viele Treibhausgase gar nicht mehr produzieren, und das es dazu dann nicht kommt. Und ich befürworte hier entsprechend, dass alle Neuinvestitionen auf dem Energiesektor möglichst mit Techniken zu erfolgen haben, die ohne Treibhausgase auskommen.

    „Den „Klimahysterikern“ geht es nicht wirklich um eine realistische Bewältigung der Probleme, die eben bei langfristigen Temperaturerhöhungen anstehen“.

    Die Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels kommen auf uns zu, und dies ist überhaupt nicht umstritten. Was die eigentliche Streitfrage ist, das ist, wie viel wir unternehmen sollten, um weitere Temperaturerhöhungen zu verhindern.

    „die sich einen kleinen „Wohlstand“ erworben haben und denen es wegen der immer höheren Preise (Energie, Heizung,….) an den Kragen geht.“

    In der Tat hat man die EEG-Umlage so konstruiert, dass alles an den privaten Stromverbrauchern hängengeblieben ist, und dann noch so, dass die Industrie ihren Strom noch günstiger als vorher beziehen konnte. Unsozialer hätte man hier gar nicht sein können. Wenn das so weitergeht, und der Gasverbraucher, der wenig Möglichkeiten hat, seinen Gasverbrauch der Heizung zu reduzieren, dann per Extrasteuer den 2.5-Tonnen-Elektro-SUV subventionieren muss, dann freut mich das auch nicht mehr.

    Ansonsten ist es wohl so, dass wenn sich die klimafreundliche Technik einmal richtig etabliert hat, dass dann die Preise immer niedriger werden, und wir schon in 10, spätestens in 20 Jahren sogar stellenweise Energiepreise haben können, die unter den derzeitigen liegen. Wenn Fahrzeugbatterien entsprechend günstiger werden, und der regenerative Strom auch, dann werden Elektroautos sowohl in der Anschaffung wie im Betrieb kostengünstiger als Benziner werden. Mit CO2-Steuern werden wir zwar zunächst mehr bezahlen, aber schon mittelfristig werden wir dann teilweise keine höhere Kosten mehr haben.

    • Man muss bitte auch einbeziehen, dass die bisherigen Technogien sich selbst die Voraussetzungen zu ihrem Funktionieren entziehen. Es mangelt inzwischen in Deutschland zeitweise an Kühlwasser um die üblichen Dampf-Wasser-Kreisprozesse zu betreiben. Das Braunkohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig musste im Herbst 2018 mit Wasser aus der Trinkwassertalsperre Eibenstock unterstützt werden. Es verdunstet 96.000 t Wasser am Tag bei Volllast 1,84 GW elektrisch. Nun ist schon 2001 vom sächsischen Landesamt für Umwelt und Geologie die Versteppung des sächsischen Nordraums als Folge eines weiter steigenden CO2-Gehaltes der Atmosphäre prognostiziert worden. Da ist natürlich ein solcher “Wasserfresser” zukunftslos. PV und Windkraft brauchen kein Wasser zur Stromproduktion. Schlimmer ist noch die Situation in der Lausitz bzgl. der nun scheinbar dauerhaft eingetretenen Wassernot. Das betrifft auch die Kohlekraft in Westpolen. Diese Technologien (betrifft auch Kernkraft jeglicher Art) haben sich selbst das Wasser abgegraben!

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat): „ Ansonsten ist es wohl so, dass wenn sich die klimafreundliche Technik einmal richtig etabliert hat, dass dann die Preise immer niedriger werden, und wir schon in 10, spätestens in 20 Jahren sogar stellenweise Energiepreise haben können, die unter den derzeitigen liegen. “
      Als nächstes kommt doch die Wasserstoffspeicherung: 100% Solarstrom hinein, 20% Strom beim Wiederverbrennen des Wasserstoffs heraus. Das wird nicht billiger. Das wird deutlich teurer.

  18. @ Tobias Jeckenburger 02.01.2021, 15:39 Uhr

    Dass es zu einer Erwärmung kommen könnte, bestreite ich nicht. Es ist nur die Frage wie man die Probleme bewältigt.

    Dass die „Jungen“ viele Probleme in der Zukunft zu lösen haben ist klar. Es gib immer mehr Menschen weltweit, immer mehr Konkurrenz und künftig auch noch die KI zusätzlich.

    Aber ich finde, es ist eine realistische Denke angebracht, nicht ein einseitiges und emotionales Denken und Handeln.

    Mir tut sozusagen das Herz weh, wenn ich daran denke, wie sorglos man mit ökonomischen Werten, z.B. Kraftwerken, Heizanlagen, …. Autos umgeht, die vorzeitig, lange vor der „ökonomischen Lebensdauer“ verschrottet werden und andererseits gegen wichtige Investitionen „querschießt“ z.B. Stromleitungen.

    Dass man bei Neuanschaffungen auf modernste halbwegs wirtschaftliche Technologie setzt ist klar. Aber der (grüne) Luxus, den wir uns z.B. am Stromsektor geleistet haben, hatte nun einmal den hohen Strompreis in Deutschland zur Folge. Gelder die bei anderen nützlicheren Investitionen z.B. in Ziel orientierte Forschung wie Sonnenenergie, Akkutechnik…. fehlten.

    Man kann das Klimaproblem nicht nur einseitig angehen, ohne Rücksicht auf die gesellschaftlichen Folgen. Am besten wäre es vermutlich naheliegender Weise, wenn man möglichst viel Sonnenenergie aus der Situation herausholt. Womöglich soviel, dass Teile der Sahara so weit abkühlen dass sie bewässert und besiedelt werden könnten. Was Afrika, ähnlich wie China, in die Zukunft katapultieren könnte. Europa könnte von den Ingenieursleistungen profitieren.

    Aber auch gesellschaftliche Prozesse sollten hinsichtlich einer Hochleistungsgesellschaft optimiert werden, so dass es kontinuierlich möglichst wenig Arbeitslose und auch möglichst wenig Ausbeutung gibt.

    Wenn ich einen Chinesen mit dem ich mich vor längerer Zeit ganz locker im Zug unterhalten habe, richtig verstanden habe, kommt es den Chinesen eher auf eine möglichst gerechte Hochleistungsgesellschaft an, Demokratie ist für sie eher ein zwar „süßer aber zu kostspieliger“ Traum.

    Die EEG-Umlage finanzieren (leider auch die nicht grünen) Wähler die sie letztlich gefordert haben. Die Industrie würde wegen der internationalen Konkurrenz eingehen, die mit billigen Atomstrom produziert.

    Wenn wir weiterhin das Geld sinnlos verpulvern, z.B. teure Erdkabel statt billige Freileitungen, vorzeitige Verschrottung von Ressourcen, … womöglich die Wirtschaft mit Auflagen weiter schwächen, wird nichts aus unseren Träumen von billiger Energie in der Zukunft.

  19. Zwei Anmerkungen:
    Für den Energiebedarf von Europa reicht ein Prozent der Fläche von Marokko aus, wir kühlen leider nichts ab.
    Klima: Wenn der Meeresspiegel um – sagen wir – 50 Meter steigt, dann liegt Köln am Strand. Es ist nicht nur die reine Temperatur/ das Wetter, was Probleme macht. Die Menschheit hat die großen Städte oft an Häfen und Flussmündungen gebaut. Diese verschwinden alle. Etc. Sie haben sich das noch nicht in der vollen Schärfe überlegt, finde ich. NY, Rom, Hamburg, London, Paris (35m!!), alles weg.
    Aber die haben dann noch ihre Ölheizungen laufen, weil sie noch funktionieren?

    • @Gunter Dueck(Zitat): “ Wenn der Meeresspiegel um – sagen wir – 50 Meter steigt, dann liegt Köln am Strand.“
      Bis 2100 steigt der Meeresspiegel um 0.3 bis 1.2 Meter, bis 2200 um weniger als 5 Meter, er wird aber selbst bei nur 2 Grad Temperaturerhöhung gegenüber vorindustriell hunderte von Jahren weitersteigen. Eines ist sicher: Kohle, Öl und Erdgas wird es dann, wenn der Meeresspiegel um mehr als 10 Meter gestiegen ist (in 200 bis 300 Jahren also) entweder schon längst nicht mehr geben oder diese Stoffe werden nicht mehr verbraucht werden. Damit beantwortet sich die Frage: “ Aber die haben dann noch ihre Ölheizungen laufen, weil sie noch funktionieren?“

      Schlussfolgerung: Die Folgen der menschengemachten Erdsystemerwärmung werden auch die Menschen im 22. Jahrhundert beschäftigen und die wahrscheinlichste Lösung wird sein, dass die zukünftige Menschheit ihre Emissionen in jeder Hinsicht kontrollieren wird, wobei wahrscheinlich im späten 21. Jahrhundert damit begonnen wird CO2 wieder aus der Atmosphäre zu entfernen.
      Aber klar, wenn es bald schon Menschen gibt, die nicht mehr altern oder die Alterungsvorgänge immer wieder rückgängig machen, dann werden die das alles noch erleben.

    • @Gunter Dueck(Zitat): “ Wenn der Meeresspiegel um – sagen wir – 50 Meter steigt, dann liegt Köln am Strand.“

      1986 hat die Zeitschrift Der Spiegel ein Titelbild veröffentlicht, auf dem der Kölner Dom bis zu einem Drittel seiner Höhe im Meer versunken ist.
      – 2020, am 30. Mai 2020 ging Block 4 des Steinkohlekraftwerks Datteln ans Netz
      – 2050 ?, China setzt Deutschland auf die Liste der Länder mit zu hohen CO2-Emissionen und verbietet jeglichen Import deutscher Waren ins chinesische Reich

      • Ergänzung: Wer sagt das Klimaproblem lasse sich in 10, 20 Jahren lösen kennt die Vergangenheit nicht oder denkt wohl es seien völlig neue Zeiten angebrochen.

        Denn der Klimawandel war schon 1986 bekannt wie die Spiegel-Titelstory von 1986 mit dem Kölner Dom am Meeresstrand steigt.

        Auf der Konferenz von Rio 1992 wurde erstmals die Weltgemeinschaft aufgefordert, die Treibhausgasemissionen zu senken. Seither hat der CO2-Gehalt der Luft um mehr als 60% zugenommen. Auch das Pariser Abkommen, welches auf freiwilliger Basis ohne Sanktionen die Emissionen weltweit senken will, hat nicht erreicht, dass die Nationen ihre Emissionen so weit senken wollen, dass das 2 Grad-Ziel erreicht wird.

        Fazit: Die Temperatur der Erdoberfläche wird mit Sicherheit bis ins späte 21. Jahrhundert weiter steigen und wenn nicht vor 2080 weltweit völlig auf Kohle, Öl und Erdgas verzichtet wird, werden die Temperaturen auch nach 2100 noch steigen. Wichtig: Wenn Europa und die USA bis 2050 CO2 neutral werden ist das nur der erste Schritt. Dann muss noch die übrige Welt folgen.

        • Und 1976 stand im Spiegel noch was von einer drohenden Eiszeit. Was ist, wenn die jetzigen Prognosen auch wieder nicht stimmen?

          Gruß
          Rudi Knoth

  20. @Elektroniker 02.01. 18:01

    „Mir tut sozusagen das Herz weh, wenn ich daran denke, wie sorglos man mit ökonomischen Werten, z.B. Kraftwerken, Heizanlagen, …. Autos umgeht, die vorzeitig, lange vor der „ökonomischen Lebensdauer“ verschrottet werden und andererseits gegen wichtige Investitionen „querschießt“ z.B. Stromleitungen.“

    Das sehe ich genauso. Ich wäre völlig dagegen, Benziner zu verschrotten. Aber man sollte gucken, dass schon in ein paar Jahren jede Menge verkaufte Neuwagen Batteriefahrzeuge sind. Wenn die jetzigen Neuwagen in die Jahre gekommen sind, und der Sprit aufgrund von zusätzlichen CO2-Steuern noch etwas teurer wird, hat man dann die Wahl, das Auto dennoch weiter zu fahren, oder eben ins Ausland zu verkaufen und sich einen Elektrischen zuzulegen. Je nachdem wie man sein Fahrzeug liebt, und je nachdem, wieviel man mit dem dann teureren Sprit pro Tag fahren muss.

    Statt der vorzeitigen Verschrottung u.a. von Benzinern dann besser in mehr Fotovoltaik und weitere Windräder investieren. Gerade wenn wirklich zunehmender Strombedarf für die Batteriefahrzeuge anfällt, der zusätzlich noch beim Aufladen auf ein paar Tage hin flexibel ist, kann hier reichlich in die Produktivseite investiert werden. Und auch die derzeitigen Kohle- und Gaskraftwerke kann man dann noch recht sinnvoll als Backup bereit halten, bis hier zusätzliche Speicherlösungen einspringen können.

    Nur die AKWs sind in diesem Mix weniger gut zu gebrauchen, die müssen durchlaufen, und können soweit ich weiß nicht tageweise an und ausgeschaltet werden. Aber deren Abschaltung ist doch längst beschlossene Sache. Aus möglicherweise nachvollziehbaren Sicherheitsgründen.

    Was die Stromleitungen, und auch die Windräder im Binnenland betrifft, so sieht das fast so aus, als würde man hier absichtlich querschießen, um noch möglichst viel Laufzeiten für fossile Technik rauszuholen. Das gleiche gilt für ein nicht existierendes Konzept für Aufladestationen für Batteriefahrzeuge.

    Auf Investitionen wie Erdölraffinerien können wir allerdings keine Rücksicht nehmen, zumal diese nur einen sehr kleinen Teil der Benzinkosten ausmachen.

    „Die EEG-Umlage finanzieren (leider auch die nicht grünen) Wähler die sie letztlich gefordert haben. Die Industrie würde wegen der internationalen Konkurrenz eingehen, die mit billigen Atomstrom produziert.“

    Ich finde gar nicht, dass wir ein Problem damit gehabt hätten, wenn die Industrie hier an der EEG-Umlage beteiligt worden wäre. Selbst wenn ein paar Produktionsstätten tatsächlich ins Ausland abgewandert wären, störte das wohl wenig. Wir haben seit mindestens 50 Jahren einen Außenhandelsüberschuss, und etwas weniger Arbeit und kürzere Arbeitszeiten kämen auch vielen Beschäftigten entgegen. Da ist speziell in Deutschland noch jede Menge Luft nach unten, bis dass wir hier ein Problem damit hätten.

  21. @ Gunter Dueck 02.01.2021, 21:49 Uhr

    Unser derzeitiger Verbrauch an elektrischer Energie ist lächerlich gegenüber dem künftig zu erwartenden Energieverbrauch, weil praktisch der gesamte derzeitige Verbrauch an Energie aus ÖL, Gas, Biomasse, Kohle… (rund 90 %) substituiert werden muss. Muss auch noch Wasserstoffenergie (Stahlgewinnung, Flugzeuge, Verkehr …) genutzt werden, ist zu bedenken dass der Stromaufwand für die Gewinnung von Wasserstoff aus Strom derzeit rund 5 mal so hoch ist als genutzt werden kann.

    Wenn die ganze Welt den Lebensstandard von Amerika erreichen will, so steigt der Energieverbrauch nochmals stark an.

    Ich vermute, dass in den Heißgebieten so etwas wie riesige „Energiezelte“ einerseits zur Abschirmung der Sonne andererseits zur Energiegewinnung errichtet werden.

    Die Weltstädte die an Flussmündungen liegen, werden sicherlich Probleme bekommen. Sie können entweder durch Dämme geschützt werden ähnlich wie die Niederlande, oder werden eben in Richtung Landesinnere verlegt. In 100 Jahren ist so und so alles „abgewohnt“.

    Wenn mehr Wasser verdunstet, so dürften auch derzeitige Wüstengebiete im Inneren der Kontinente besser bewässert werden. Auch Frage ich mich wo das Wasser herkommen soll um z.B. halb Europa zu überschwemmen. Da müsste der Mond in den Atlantik stürzen…

    Kraftwerke, Autos, Ölheizungen sind nicht für die Ewigkeit gebaut. In 20 bis 30 Jahren verschwinden sie ganz von selbst, weil die Wartung nicht mehr wirtschaftlich ist. Die Unternehmen kalkulieren sehr genau und können nicht sinnlos Geld vergeuden.

    Nach einen Generationenwechsel sind die Häuser so weit abgewohnt, dass ohnehin alles erneuert wird, meistens auch die Ölheizung….

    Sieht fast so aus, als würde man mit der „Ölheizungsmasche“ ältere Menschen vorzeitig aus ihren Häusern (Wohnungen) „treiben“ wollen, um ihnen die Häuser billigst abzuknöpfen, oder sie auf die Straße zu setzen.

    • @Dueck

      Ja, der Hinweis auf die Ölheizungen ist spitzenmäßiger Blödsinn – das Problem, welches jetzt nur von süd nach nord (ab)läuft, wird mit absouluter Sicherheit auch mit anderen oder auch ohne Heizungen von nord nach süd … den Klimawandel zur Klimakatastrophe mit kopflosen Wohlstands-/Gewohnheitsmenschen werden lassen.

      Eine wirklich-wahrhaftige Welt- und Werteordnung in Gemeinschaftseigentum OHNE …, könnte sich sehr viel besser vorbereiten!

    • Zitat:

      “ Unser derzeitiger Verbrauch an elektrischer Energie ist lächerlich gegenüber dem künftig zu erwartenden Energieverbrauch, weil praktisch der gesamte derzeitige Verbrauch an Energie aus ÖL, Gas, Biomasse, Kohle… (rund 90 %) substituiert werden muss.“

      Antwort: Ja, stimmt aber nur zum Teil. Trend/Lösung: alles wird elektrifiziert aber läuft effizienter als heute. Beispiel: eine Wärmepumpe sorgt für Wärme im Winter braucht aber 3 Mal weniger Strom als eine rein elektrische Heizung.
      Trotzdem wird sich der Stromverbrauch in einem Deutschland ohne Kohle, Öl und Erdgas verdoppeln.
      Noch etwas: wer heute von der zukünftigen Wasserstoffwirtschaft spricht versteht nichts von Natur- und Ingenieurswissenschaft sondern denkt wohl eher an sein Börsenportfolio.
      Noch zu (Zitat): „ Nach einen Generationenwechsel sind die Häuser so weit abgewohnt, dass ohnehin alles erneuert wird, meistens auch die Ölheizung….“
      Antwort: ja, der Ersatz für etwas Verbrauchtes sollte ohne Erdöl, Kohle und Erdgas auskommen. Doch dagegen hat Deutschland vor kurzem verstossen: siehe Datteln 4

  22. Joker,
    Der “mordende Autofahrer”, nennen wir ihn Jack, der ist ja auch Fußgänger. Fußgänger werden bekanntlich von Fahrradfahrern angegriffen und verletzt. Jack lernt daraus und fährt auch Fahrrad. Er schimpft jetzt auf die Fußgänger, und während er schmimpft, wird er von einem abbiegenden LKW angegriffen, umgefahren , sein Fahrrad wird platt gemacht, er hat sich aber mit einem Hechtsprung gerettet. Jack rüstet auf und holt seinen Kleintransporter aus der Garage. Und so kommt es , dass Jack weder als Fußgänger, noch als Fahrradfahrer zu seiner Arbeit fährt. Er nimmt den Kleintransporter , aus Vorsicht. Vorher hat er aber nachgeschaut, wie schwer sein Transporter ist. Je schwerer, desto besser und vorn mit einem Kuhgitter ausgerüstet.
    Im Falle eines Zusammenstoßes hat er eine Wumme neben sich liegen, falls er mit dem Unfallgegner nicht klar kommt.
    Jack hat auch für sich selbst vorgesorgt, er trägt jetzt eine Schwimmweste, weil er hier im blog gelernt hat, dass der Meeresspiegel steigt. So eine Schwimmweste wirkt auch wie ein Airbag. Für die rechtlichen Auseinandersetzungen hat er eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen, die ihn bei Microprozessen schützt. Ansonsten ist Jack quietschfidel und blogt und fährt und schimpft und für den Fall der Fälle trägt er einen breiten Gürtel und macht jedes mal einen Strich darauf, wenn er auf einen Gleichgesinnten getroffen war und als Sieger überlebte.
    Gutes Neues Jahr!

    • @hwied (Zitat): „Der mordende Autofahrer“: das scheint mir mehr ein Wahrnehmungsproblem, denn Autofahren ist heute sehr viel sicherer als vor 40 Jahren. Und ein gutes Teil des Übergewichts heutiger Autos geht auf das Konto von schützendem Blech. Aber auch der Fussgänger ist heute besser dran als vor 40 Jahren: die Autos sind so gebaut, dass Kollisionen weniger schlimme Folgen für Fussgänger haben, es gibt mehr Niedriggeschwindigkeits- und Fussgängerzonen und es gibt weniger Verkehrsrowdies als vor 40 Jahren.
      Es wurde also schon sehr viel unternommen was den Verkehr angeht.
      Bei anderen Dingen wie etwa dem Infektionsschutz und den Impfungen sieht es weniger gut aus. Und beim Klimaschutz fehlt das langfristige und globale Denken.

  23. zu hto
    “kopflosen Wohlstandsmenschen…”
    Ich stimme dem zu. Es wird eine Zukunft konstruiert, ohne die soziale Komponente, den sozialen Konflikt zwischen Arm und Reich der sich in Zukunft noch weiter verschärfen wird, was auch zu kriegerischen Konflikten führt, wie den Kampf und ums Wasser, um fruchtbaren Boden ,um Bodenaschätze, zu berücksichtigen. Dieses Europa wird ein anderes werden wenn auf Grund der Klimaveränderungen hunderte Millionen von Migranten kommen werden und die historisch gewachsenen sozialen Strukturen implodieren können.(Europa wird dann wahrscheinlich nur noch 3-5 Prozent der Weltbevölkerung stellen und eine Nebenrolle spielen). Kapitalistische Strukturen incl. ihren Werten ,werden in Frage gestellt werden müssen wenn man diesen Raubbau für die Profite weniger beenden will oder muss da ansonsten die gesellschaftlichen Kämpfe immer größer werden. Sehr wahrscheinlich wird es neben dem Kapitalismus auch noch andere Gesellschaftsmodelle geben wo es einfach nur um mehr soziale Gerechtigkeit geht….

    • @Golzower (Zitat):

      „ Sehr wahrscheinlich wird es neben dem Kapitalismus auch noch andere Gesellschaftsmodelle geben wo es einfach nur um mehr soziale Gerechtigkeit geht….“

      Gesellschaftsmodelle wo alle gleich arm sind und es kein Wachstum gibt werden es auch in der nahen Zukunft schwer haben. Die Menschen in den weniger wohlhabenden Ländern wollen nämlich nicht, dass die Wohlhabenden so arm werden wie sie, sondern sie , die Armen, wollen so reich werden wie die jetzt schon Wohlhabenden, also wie wir.

      Fazit: Ich kenne viele Prediger des Wachstumsverzichts aber die Gemeinde der Zuhörenden und der Predigt Folgenden ist überschaubar.

  24. Das Thema ist eine Variation des kategorischen Imperativs von Kant:
    „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
    Der kategorische Imperativ ist ein Versuch ethisch korrektes Handeln zu definieren. Ethisch korrektes Handeln wäre damit zugleich die rationalste Form des Handelns, aus Sicht einer funktionierenden sozialen Gemeinschaft.
    In vielen Situationen wie beim Rasen, oder der rücksichtslosen Inkaufnahme einer Ansteckung Anderer, liegt die korrekte Handlungsweise auf der Hand. Raser und rücksichtslose “Querdenker” könnte und sollte man entsprechend sanktionieren. Das ist in Deutschland nicht der Fall, da stimme ich Herrn Dueck zu. Manchmal wünscht man sich eine nicht totalitäre, demokratisch beschlossene Variante des Chinesischen Sozialpunkte Systems. Das ist eine Utopie, schon klar.
    Bei komplexeren Zusammenhängen wie dem Klimawandel (allgemein: Problemen der Allmende) bedarf es eine mühsamen Konsensfindung über die gesamte betroffene soziale Gemeinschaft, wobei es sich beim Klimawandel um die Gesamtbevölkerung des Planeten handelt. Durch das Pariser Abkommen ist das längst geschehen, bei der Umsetzung/Sanktionierung hapert es noch….

    • In vielen Situationen wie beim Rasen, oder der rücksichtslosen Inkaufnahme einer Ansteckung Anderer, liegt die korrekte Handlungsweise auf der Hand. Raser und rücksichtslose “Querdenker” könnte und sollte man entsprechend sanktionieren. Das ist in Deutschland nicht der Fall, da stimme ich Herrn Dueck zu.

      Was heisst hier “Raser werden nicht sanktioniert”? Dies passiert doch jeden Zag und nennt sich “Blitzer”. Und wollen Sie noch allen Ernstes Demonstranten mit lebenslanger Haft bestrafen? Dies ist eindeutig eine verfassungsfeindliche Einstellung.

      Gruß
      Rudi Knoth

      • Herr Knoth,
        in der Schweiz werden Raser angemessen sanktioniert in Deutschland nicht.
        Wie jemand sanktioniert werden sollte, der andere mutwillig oder grob fahrlässig ansteckt, mit einer potenziell lebensbedrohenden Krankheit?
        Fällt ihnen dazu tatsächlich nichts anders ein wie Lebenslänglich?
        Ziemlich dürftig, mit Verlaub.

        • Was ist das denn für ein Unsinn? In Deutschland gibt es Bußgelder und auch Fahrverbote.

          Wie jemand sanktioniert werden sollte, der andere mutwillig oder grob fahrlässig ansteckt, mit einer potenziell lebensbedrohenden Krankheit?
          Fällt ihnen dazu tatsächlich nichts anders ein wie Lebenslänglich?

          Bei AIDS würde ich das noch verstehen. Denn diese Krankheit war wenigsten vor 35 Jahren tödlich. Bei Corona liegt aber die Sterblichkeit bei weniger als 1%. UNd von “Mutwilligkeit” bei der Teilnahme an einer Demosntration kann wohl nicht die Rede sein. Hier werden mal wieder Menschen mit der “falschen Meinung” diffamiert. Stalin ick hör dir trapsen.

          Gruß
          Rudi Knoth

  25. @ralph: “Manchmal wünscht man sich eine nicht totalitäre, demokratisch beschlossene Variante des Chinesischen Sozialpunkte Systems.”

    Nicht manchmal, aber durchaus totalitär in wirklicher Wahrhaftigkeit und zweifelsfrei-eindeutiger Vernunft, wünsche ich immer eine wirklich-wahrhaftige Demokratie auf der unkorrumpierbaren Basis einer einzigen “Kategorie Imperialismus”: Menschenrecht ausgehend vom Gemeinschaftseigentum – globales Zusammenleben OHNE wettbewerbsbedingte Symptomatik 🤗

    Wenn GRUNDSÄTZLICH alles Allen gehören darf, so daß “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei” keine Macht mehr hat, kann PRINZIPIELL alles ohne Vor- und Nachteile gerecht demokratisch organisiert und eben NICHT regiert werden.

  26. Martin Holzherr,
    die Autos sind sicherer geworden. ph
    Die Verkehrsdichte ist mittlerweile so hoch, dass Zusammenstöße glimpflich verlaufen, zum Glück.

    Wenn Herr Dueck dem Autofahrer ein mörderisches Potential zuweist, dann ist das Aufmerksamkeitssuchgehabe. Mein Beitrag sollte als Persiflage auf diese Unterstellung von Micromord sein.

    Wie kommt Herr Dueck zu dieser Meinung. Ich vermute er wohnt an einer viel frequentierten Straße in einem noblen Wohngebiet. Wilhelmsfeld ist so ein Wohngebiet und die Anwohner sind genervt. Kann man verstehen. !

  27. @Martin Holzherr 03.01. 23:21

    „…die Armen, wollen so reich werden wie die jetzt schon Wohlhabenden, also wie wir.
    Fazit: Ich kenne viele Prediger des Wachstumsverzichts aber die Gemeinde der Zuhörenden und der Predigt Folgenden ist überschaubar.“

    Teuer ist nicht immer Wohlstand. Kopenhagen hat sich wirklich nachhaltig fahrradfreundlich gemacht, und neben dem damit erzieltem Klimaschutz dafür gesorgt, das man mit weniger Einkommen mehr Wohlstand genießen kann. Viele Kopenhagener können schön und sicher Fahrradfahren, und brauchen ihr Auto nur noch ab und an, oder können ganz drauf verzichten. Das eingesparte Geld kann dann entweder anderweitig wohlstandsfördernd eingesetzt werden, oder man macht sich Zeit fürs Leben frei und reduziert seine Arbeitszeiten.

    Ähnlich sinnvoll kann es sein, wenn man in seinen Privathaushalt gründlich überflüssige „Plünsen“ ausmistet. Als Faustregel kann man anwenden, das man alles, was man im letzten Jahr nicht gebraucht hat, entsorgt, spendet oder verkauft. Die freiwerdende Wohnfläche kann bis zu 50 % ausmachen. Wenn man bei Gelegenheit mal umzieht, reicht dann eine kleinere Wohnung. Das spart dann viel Geld, und zusätzlich auch Zeit, weil es deutlich weniger zu putzen und abzustauben gibt. Auch hier kann man sich mit dem freien Geld und der freien Zeit auf die Suche machen, wie man dies sinnvoll einsetzen kann.

    Der Klimaschutz ist in diesem Zusammenhang natürlich immer eine Möglichkeit, frei gewordenen persönliche Ressourcen an Geld und Zeit vernünftig einzusetzen. Aber man kann auch weniger arbeiten und mehr auf Reisen gehen. Zumindest, wenn man noch jung genug ist, geht das auch per Fahrrad und Campingplatz ohne ökologische Nebenwirkungen.

    Menschen in Gegenden, die wirtschaftlich noch weit hinter uns liegen, müssen die Fehler unserer Wachstumsgesellschaften gar nicht erst machen, und können beim Aufbau ihrer Infrastruktur von vornherein fahrradfreundlich vorgehen. Und die Menschen selbst können sich von vorn herein darauf konzentrieren, qualitativ gut zu wohnen und gut zu essen, anstatt recht überflüssigen Hausrat anzusammeln.

    Das hat erstmal nichts mit Buße und Verzicht zu tun, sondern ist schlichtweg konsequent ökonomisch. Und ökologisch trotzdem sehr wirksam. Es lohnt sich auch, darüber nachzudenken, welche Statussymbole man wirklich haben will, und ob man überhaupt welche braucht.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat):

      Kopenhagen hat sich wirklich nachhaltig fahrradfreundlich gemacht, und neben dem damit erzieltem Klimaschutz dafür gesorgt, das man mit weniger Einkommen mehr Wohlstand genießen kann.

      Wenn man bei Gelegenheit mal umzieht, reicht dann eine kleinere Wohnung.

      Aber man kann auch weniger arbeiten und mehr auf Reisen gehen.

      Ja, wobei in Kopenhagen wohnen ist auch mit Fahrrad und kleiner Wohnung nicht billig und auf Reisen gehen kann man auch nur bei einem gewissen Wohlstand.
      Fazit: Sie, Tobias Jeckenburger, sprechen mehr von einem anderen Lebensstil für Gleichgesinnte und nicht unbedingt von einer konsequent suffizienten Lebensführung oder gar einer Gesellschaft, die den Grundsatz der Suffizienz verfolgt und die materiell eher weniger als mehr will.

      Ich kann ihnen auch gut erklären warum in unserer Gesellschaft zusätzliche Bedürfnisse entstehen:
      1) die Menschen werden älter, sind im Alter gesünder als ihre Eltern und beanspruchen mehr Güter und Möglichkeiten als ihre Eltern
      2) Wer krank ist oder wird will behandelt werden und die Behandlungsmöglichkeiten nehmen mit dem Fortschritt der Medizin zu. Es gibt sehr viel mehr Krankheiten und körperlich/geistige Einschränkungen als den meisten bewusst ist. Es gibt ein Heer von potenziellen Konsumenten von medizinischen Dienstleistungen.
      3) Wer eine Firma gründet oder sich wegen einer Investition verschuldet braucht Kunden, ein steigendes Einkommen und gesamtgesellschaftlich Wachstum

    • Teuer ist nicht immer Wohlstand. Kopenhagen hat …

      Kopenhagen ist eine der teuersten Städte der Welt!
      (in der Top 10 weltweit)

  28. @Martin Holzherr 05.01. 01:20

    „Wer eine Firma gründet oder sich wegen einer Investition verschuldet braucht Kunden, ein steigendes Einkommen und gesamtgesellschaftlich Wachstum,“

    Ich habe nichts gegen sinnvolles Wirtschaftswachstum. Aber wir brauchen nicht in allen Bereichen Wachstum, und wenn es mal nicht so viele Gelegenheiten gibt, eine neue Firma aufzumachen, ist das auch kein Drama. Man muss ja nicht unbedingt eine eigene Firma haben, und auch nicht unbedingt Riesenumsätze machen. Das sollte keine Selbstzweck sein, meine ich.

    • @Tobias Jeckenburger (Zitat)

      Ich habe nichts gegen sinnvolles Wirtschaftswachstum. Aber wir brauchen nicht in allen Bereichen Wachstum, …

      Shop till you drop
      ist ein Spruch, der schon bei seiner Erfindung sowohl sarkastisch/humoristisch als auch ernst gedacht war. Sarkastisch, weil „Einkaufen bis zur Erschöpfung“ und das auch noch kurz vor Weihnachten 🎄 das Gegenteil eines Genusses ist, das es ja sein sollte, wenn man doch dafür gearbeitet hat; ernst, weil die US-Gesellschaft auf den Konsum angewiesen war, weil ohne Konsum die Wirtschaft nicht lief und die Leute ohne Arbeit und Einkunft dastanden.

  29. @Martin Holzherr 05.01. 01:20

    „…weil ohne Konsum die Wirtschaft nicht lief und die Leute ohne Arbeit und Einkunft dastanden.“

    Ich meine, hier kann man auch die Unternehmens-, Zins- und Erbschaftsteuern erhöhen, dann ist die Wachstumsabhängigkeit der Wirtschaft dann gleich kleiner.

    Entsprechend weniger Kapitalwachstum und weniger Steuern für Beschäftigte hält das Geld dann auch bei weniger Neuinvestitionen im Fluss.

    Wachstum sollte sich daran orientieren, dass es auch sinnvoll ist. Statt „Einkaufen bis zur Erschöpfung“ dann eher Zurückhaltung bei klimarelevantem Konsum wäre von Vorteil. Zumal auch Vielen weniger Arbeitszeiten sowieso gut tun würden. Wir sollten hier machen, was wir wirklich wollen. Weniger Leistungswettkampf wäre durchaus praktikabel, meine ich.

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