Facebook ist klar, aber was passiert auf Moneyhooked.com?

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Wahrheiten als Querdenkerisches verkleidet, von Gunter Dueck
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Ich will unbedingt herausfinden, wie sich die Spekulanten im Netz zusammenrotten, um Kurssprünge zu erzeugen. Es müssen viele sein, denn sie schweigen alle. Neulich fand ich endlich jemanden, der redete. Nicht viel. Er behauptete, keine Ahnung zu haben. Das war sehr verdächtig!
Ich interviewte ihn. Mich quält nämlich etwas: Auf der Titelseite des Handelsblattes vom 11.8. 2011 heißt es: „Die Stunde der Spekulanten. An den Finanzmärkten regiert sein Tagen die organisierte Unvernunft. Während private Anleger Milliardenverluste erleiden, laufen die Spekulanten gerade zur Höchstform auf.“ Was bitte, heißt „organisiert“? Was steckt dahinter?
Ich befragte den Verdächtigen deshalb so hartnäckig, wie ich nur konnte.
„Kennen Sie www.moneyhooked.com?“ – „Nein. Was ist das?“ – „Wenn man es aufruft, steht da, dass es die Website nicht gibt. Was denken Sie da?“ – „Wieso?“ – „Moneyhooked heißt auf Deutsch verrückt nach Geld, fällt da bei Ihnen kein Groschen?“ – „Nein.“ – „Na, die oder Sie verbergen sich doch, oder?“ – „Sie sagen aber, das man nicht rein kann, oder nicht, wenn es die Website nicht gibt? Was soll ich da sagen?“ – „Aha, Sie wissen also doch etwas. Es kann ja ein Trick sein, damit sich da kein Unbefugter einloggt. Das Einloggen könnte doch in transparenten Buchstaben designt sein, man muss also genau die richtige Stelle finden, wo man sein Passwort eingibt.“ – „Aha, schlau…“ – „Sehen Sie, Sie wissen doch etwas. Ich glaube, dahinter ist so eine Art Kontaktportal, in dem sich die Spekulanten treffen und dann gemeinsam gegen vorher geplante Ziele verabredet vorgehen. Stimmt das?“ – „Da fragen Sie was, nein. Ich weiß nichts.“ – „Dachte ich doch. Die Spekulanten verabreden sich da wie die Demonstranten bei Facebook, gegen Staaten zu wetten oder den Goldpreis hochzujubeln. Jeder macht mit seinem eigenen Geld ein kleines bisschen etwas, dadurch verändert der Markt die Richtung. Die naiven Markteilnehmer, die von den Moneyhooked nichts wissen, sind irritiert und reagieren wie ge-plant. Dadurch kann man sie dann durch Gegengeschäfte abzocken.“ – „Aber das sagen doch nur Sie! Ich habe damit nichts zu tun! Ich weiß nur, dass sie so etwas bei Facebook schon gemacht haben, um Hitlisten zu manipulieren. Jeder hat einen verabredeten doofen Song für 99 Cent gekauft, und sofort schoss dieser Song auf Platz 1. Verstehe, das geht mit Aktien oder Devisen natürlich auch. Kann da jeder mitmachen?“ – „Na, nicht jeder! Nur die, die mitmachen wollen.“ – „Also keine Polizei oder Presse?“ – „Nur die, die mitmachen wollen, das hat nichts mit Polizei zu tun.“ – „Verstehe, die also auch, aber das spekulieren jetzt alles Sie, oder?“ – „Ich suche jemanden, der meinen Verdacht erhärtet, und Sie sehen aus, als wüssten Sie was.“ – „Nein, tut mir leid, aber jetzt, wo Sie immer so fragen, finde ich die Sache sehr interessant. Das wäre ja lustig. Die ganze Armee läuft derzeit hinter ein paar armseligen Smartphonies her, die sich im Netz verabredet haben, um einen Kiosk in Liverpool zu plündern. Verstehe. Dann denken jetzt Sie, dass es ganz genauso mit einem geheimen Portal geht, aber man plündert so richtig, oder? Da verabreden die sich alle, einen Staat zu plündern? Oder die Rentenkassen? Vom Plündern habe ich schon mal was gehört, das Wort heißt Leergeschäft, oder?“ – „Nein, das ist legal. Sie sagen auch nicht Plündern dazu, sondern Absichern. Privatleute dürfen das nicht, nur – äh – die – äh – ja, lassen Sie mich nachdenken.“ – „Da könnten doch auch Leute Geheimnisse im Portal verraten, so dass alle Geld davon machen. Da haben sie neulich welche erwischt und bestraft.“ – „Blöd ist das! Blöd! Man kann doch die Umsätze in einer Aktie rund um entscheidende Ereignisse wie eine Verlustmeldung genau verfolgen! Man merkt dann immer, wer die Info verraten hat. Aber bei moneyhooked.com machen sie doch die Geheimnisse selbst! Das ist der Trick, den sie bei den Demonstranten gelernt haben.“ – „Oder andersherum? Ein Spekulant hat es den Plünderern verraten?“ – „Und die Polizei ahnt nichts!“ – „Sie haben technisch vom Internet keinerlei Ahnung, sie suchen bei der Polizei immer nur nach Fotos.“ – „Das sage ich ja! Ich habe den Verdacht, dass es ganz neue Verbrechen gibt – und die Polizei sucht weiterhin quasi nach Schmugglern, denen sie den Alkohol und die Zigaretten wegnehmen will.“ – „Und zur selben Zeit klauen die Moneyhooked dem Staat ein A im Rating weg, oder? Ist Ratingdiebstahl verboten? Nein, oder? Aha, jetzt merke ich, worauf Sie hinauswollen. Es könnte gut sein.“ – „Mein Verdacht?“ – „Nein, Ihre Idee. Man könnte Kriege durch das Stehlen von A’s ersetzen. Gute Idee. Vielleicht ist die Domain moneyhooked.com noch zu haben? Haben Sie versucht, sie zu kaufen? Dann wissen Sie doch, dass es kein geheimes Portal ist.“ – „Ja, ich habe nachgeschaut, ob die Domain zu kaufen ist.“ – „Und? Ist sie belegt?“ – „Nein. Das finde ich sehr verdächtig, deshalb frage ich Sie ja.“ – „Wissen Sie was? Ich werde der Sache nachgehen. Ich bin empört, dass Sie mich die ganze Zeit so dumm verdächtigen. Ich kaufe mir die Domain und zeige Ihnen damit, dass ich unschuldig bin.“ – „Und was wollen Sie damit tun, wenn sie Ihnen gehört?“ – „Ihnen allen zeigen, wie blöd Sie alle sind.“ – „Na, wenn überhaupt einer blöd ist, dann bin ich blöd, nicht alle, dann war mein Verdacht dumm.“ – „Haha! Nein, alle sind blöd! Nur ich nicht! Dummdideldumm.“
Er hüpfte übermütig weg. Er feixte vor sich hin und ruderte mit den Armen in der Luft. Er schien etwas vorzuhaben. Ich schlich ihm nach…

Bis demnächst! Ich finde bestimmt alles heraus, da bin ich sicher. Ich glaube nämlich, dahinter steckt am Ende die Unsichtbare Hand, die in der Wirtschaftstheorie bei Adam Smith erwähnt wird und die angeblich das Geld im Markt in ein gewünschtes Gleichgewicht bringt, indem sie Spekulationsblasen und Crashs verabredet. Und es stimmt dann natürlich, dass der Staat dabei nur stört. Der würde moneyhooked.com verbieten wollen! Der Staat ist ja die Sichtbare Hand, die immer noch gute alte Polizeiknüppel führt und mit Wasser spritzt, um das unsichtbar gleichgewichtig verteilte Eigentum zu schützen. Die Sichtbare Hand schützt die Unsichtbarkeit der Unsichtbaren Hand, aber mehr soll sie nicht tun. Aber bevor ich das nicht alles beweisen kann, bin ich Spekulant.

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

1 Kommentar

  1. höchst unwahrscheinlich

    naja dass was sie von sich geben zeigt nicht vom großen interesse an dem Fall denn wie schon einmal erwähnt hat Smith nicht wirklich die verschwörung des Internets auf die Investor gemeint, sondern viel mehr die schattenseiten der virtuellen Marktwirtschaft die uns “normalen Bügern” verwehrt bleibt. Da wir nur nach den eltern streben sprich Schule sprich Ausbildung sprich Familie. können wir auch nicht wirklich erahnen welche großartigen und Seiten das Leben uns wirklich preisgeben kann wenn wir uns nur wagen. wenn wir nur den mut haben..

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