Antwortet skandierend: „Loser Talk! Lo-ser Talk!“

„Wir stehen vor Herausforderungen!“, rufen die da oben laut motivierend, wo sie doch meistens spüren, schon knietief in der Gülle zu waten. Das Wort Problem verwendet der gebildete Mensch für sich selbst nicht. Probleme haben eventuell die ganz unten unter uns, und es sind natürlich von ihnen schuldhaft selbstgemachte Probleme. „Kommen Sie mir nicht mit Problemen, zeigen Sie sofort effektive Lösungen auf, die ich locker abnicken kann, ohne Geld locker zu machen!“ Manager aber, die Mist gemacht haben, sehen neudeutsch nur eine Challenge vor sich. Der einzige Fall, in der etwas nicht nur eine Herausforderung ist, scheint mir im Wort Dieselproblematik zu stecken, dann steht aber die Gülle schon bis zum Hals.
Ich habe so oft von Top-Managern diesen Satz gehört: „Wir müssen jetzt ganz einfach nur unsere Hausaufgaben machen.“ Hey, Leute, was passiert mit Schülern, die ihre Hausaufgaben nicht machen? Dürfen die dem Lehrer erklären, sie stünden vor einer Herausforderung? Manager reden sich eben mit genau dieser Formulierung heraus, indem sie sich mit schneidiger Haltung vollverantwortlich erklären, die Hausaufgeben zu machen! Der Schüler aber, das wissen wir, drückt sich nur. Das tun Manager nicht. Sie stehen zu der Pflicht, die Herausforderung anzunehmen, die Hausaufgaben zu machen. Sie bejahen diese Pflicht. Aber sie machen dann die Hausaufgaben doch nicht… Und alle wissen es. Es nervt entsetzlich.

Insbesondere leiden wir heute unten den Herausforderungen der Digitalisierung, die lange ignoriert wurden („Neuland“). Jetzt greinen sie:

• „Deutschland hat kaum Glasfasern!“
• „Daten sind wie Erdöl, leider ist Deutschland ein rohstoffarmes Land.“
• „Amazon gefährdet neuerdings den Einzelhandel.“
• „Die Jungen bekommen wohl gar keine Rente mehr, wir selbst werden nur altersarm, da müssen uns die Jungen aber bald kräftig unterstützen.“
• „Unsere Infrastrukturen sind marode, wir brauchen Laptops mit SSD-Speicher! Die Festplatten der alten Laptops gehen beim Fahren durch Schlaglöcher kaputt!“
• „Es kommt stets entscheidend auf den Menschen an, Face-to-Face ist so wichtig, keine Telefonberatung bitte! Nur in der Firma selbst müssen wir natürlich sparen und haben nur Calls.“
• „Was sollen wir denn mit den vielen Menschen machen, die wegroboterisiert werden? Mir selbst ist schon angst und bange. Ich soll lebenslang lernen – das sagen sie mir ganz rüde ins Gesicht. Alle müssten das, außer Lehrer und Professoren vielleicht, die ihr besetztes Gebiet verteidigen.“
• „Damit Lehrer Apps benutzen können, braucht es doch Milliarden an Mitteln für Weiterbildung außerhalb der Ferienzeit! Wie sonst kommen sie auf den Stand von Fünfjährigen?“

So redet niemand, der in seinem Fach gut und auf der Höhe der Zeit ist. Es ist Loser Talk.

Die junge Generation, die ich oft in Veranstaltungen treffe, ist es herzlich leid. Das Lachen über die Digitalisierung ist in die Jahre gekommen, leiser geworden und bald vergangen. Nun wird es mit Aussitzen probiert, indem man über die angeblich ganz neuen Herausforderungen „eine deutliche Sprache“ spricht und sie langsam anzunehmen bereit ist. Die CEOs wollen aber kein bloßes Gerede. Sie fürchten, dass man ihnen selbst die Herausforderung als Chefsache aufschwatzt, was sie ja ist. Sie brüllen nach unten: „Kommen Sie mit Lösungen!“ Die bestehen darin, einen Chief Digital Officer zu ernennen, so als eine Art — mir fällt aus der Bibel ein: „Du nimmst hinweg alle Probleme der Welt, erbarme dich unser.“ Dieses Vorzeigetheater durch Sündenbockaufstellung nervt noch mehr. [Ich habe die Billigmethode, mit Vice-President-Ernennungen auf Probleme zu werfen, in meinen Büchern „Vipisierung“ genannt; man ordnet einer Herausforderung eine voll verantwortliche Person zu, fertig.]

Es nervt! Es ist alles Loser-Talk. Schreien Sie alle mit: „Lo-ser Talk! Lo-ser Talk!“ So wie Trump: „Lock her up! “

„Sie kochen da drüben auch nur mit Wasser.“ – „Loser Talk!“ – „Das wird nichts, und wenn doch, holen wir schnell auf.“ – „Loser Talk!“ – „Es liegt in unserer DNA, in jeder Krise stärker zu werden, weil dann auch sinnlosen Befehlen aus Not sofort gehorcht wird. Das haben wir schon so oft erlebt.“ – „Loser Talk!“ – „Okay, wir sind down. Man muss aber nur einmal öfter aufstehen als hinfallen.“ – „Loser Talk!“ – „Die Massenentlassung hat viel Geld gekostet, aber es ist handelte sich nur um eine Einmalausgabe, eine one-time-charge, die wir aus dem Periodenergebnis herausrechnen können. Wir haben nach dieser Bereinigung einen sehr ordentlichen Gewinn erzielt. Wir stehen dazu, stets Boni an diejenigen zu zahlen, die noch da sind.“

„LO-SER TALK!“

Veröffentlicht von

www.omnisophie.com

Bei IBM nannten sie mich "Wild Duck", also Querdenker. Ich war dort Chief Technology Officer, so etwas wie "Teil des technologischen Gewissens". Ich habe mich viel um "artgerechte Arbeitsumgebungen" (besonders für Techies) gekümmert und über Innovation und Unternehmenskulturen nachgedacht. Besonders jetzt, nach meiner Versetzung in den Unruhestand, äußere ich mich oft zum täglichen Wahnsinn in Arbeitsumgebungen und bei Bildung und Erziehung ein bisschen polarisierend-satirisch, wo echt predigende Leidenschaft auf Stirnrunzeln träfe. Es geht mir immer um "artgerechte Haltung von Menschen"! Heute bin ich als freier Schriftsteller, Referent und Business-Angel selbstständig und würde gerne etwas zum Anschieben neuer Bildungssysteme beitragen. Ich schreibe also rund um Kinder, Menschen, Manager und Berater - und bitte um Verzeihung, wenn ich das Tägliche auch öfter einmal in Beziehung zu Platon & Co. bringe. Die Beiträge hier stehen auch auf meiner Homepage www.omnisophie.com als pdf-download bereit. Wer sie ordentlich zitiert, mag sie irgendwo hin kopieren. Gunter Dueck

41 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Markweger
    In Wirklichkeit ist es ein Problem der Überalterung.” Das hält mich noch aus”, sagen die Alten, weil sie bequem geworden sind. Wenn die Entscheidungsträger zu alt sind, erkennen sie nicht mehr die Notwendigkeit von Veränderungen.
    Die Chinesen sind dabei, alle zu überholen. Jetzt kaufen sich die Chinesen beim Mittelstand ein. Beim Dieselschwindel wollte man nur Geld sparen. Bei der Verzögerung hinsichtlich Elektromobilität ist es das gleiche. Der Föderalismus zeigt hier seine Nachteile . Keiner fühlt sich zuständig. Das Abwasserrohr in unserer Straße ist 80 Jahre alt !! Und da das Versorgungsunternehmen schon zweimal den Eigentümer gewechselt hat, wird sich das auch nicht ändern. Wann wird der Berliner Flughafen fertig ?
    Es wird Zeit , unsere Einstellung bezüglich der Zukunft neu zu überdenken.

  2. Aber vor allem auch eine Überalterung und Unfähigkeit der Führung.
    Beispiel Globalisierung.
    Bis zu einem gewissen Grad mag es sinnvoll sein, aber im Prinzip und in allen und jeden, jedenfalls nicht.
    Man kann nicht allen Handel völlig frei machen und sich gleichzeitig an viel strengere Regeln halten wie die anderen.
    Die Chinesen sind nicht dumm und kümmern sich um keine Regeln.
    Trump hat ja recht. So gehts nicht.
    Aber was macht Merkel? Sie kricht den Chinesen in den ….
    Womit wir wieder beim Ausgangspunkt wären. Deutschland aber auch die ganze EU hat eine unfähige und verantwortungslose Regierung. Juncker ist um nichts besser als Merkel. Der Fisch …
    Anderes Beispiel: Merkel und die EU bezahlen dem islamischen Despoten Erdogan viele Milliarden damit er den Strom sogenannter Flüchtlinge eindämmt, anstatt ganz einfach die Grenzen zu kontrollieren.
    Eine unfähigere Regierung als die Regierung Merkel hat es schon sehr, sehr lange nicht mehr gegeben. Leider hat Merkel es auch noch verstanden mit deutschen Steuergeld (wir bezahlen alles) in der EU ihre Speichellecker (vor allem Juncker) an die EU Spitze zu bringen.
    Merkel ist ein unermeßlicher Schaden für ganz Europa, man kann hinschauen wo man will.

  3. Markweger.
    Frau Merkel passt hier irgendwie nicht hinein. Als Pfarrerstochter weiß sie Gott hinter sich (keine Ironie) und ist damit zur mächtigsten Frau der Welt geworden. Ihre Flüchtlingspolitik finde ich richtig, weil die Flüchtlinge auch Menschen sind, denen man helfen muss. Nicht zuletzt haben die Industrieländer eine Mitschuld an den Flüchtlingströmen. Kein Mensch verläßt aus Jux und Tollerei seine Heimat. Das sollten wir einmal bedenken.
    Bei unserer Wirtschaftspolitik setzt sie sich der Konkurrenz Chinas aus, und da werden wir langfristig im Nachteil sein. Trump hat erkannt, dass China übermächtig wird , in dieser Bezehung sollte man den Schulterschluss mit den USA suchen. Freier Welthandel begünstigt China, weil die Unterbewertung des Renminti chinesische Waren begünstigt.

  4. Bei China kommen wir auf einen Nenner.
    Sonst nicht.
    Sollen wir 500 Millionen Araber aufnehem und 500 Millionen Afrikaner oder wie viele.
    Nein die können wir nicht aufnehmen, es sind ohnehin schon viel zu viele hier.
    Ihnen vor Ort helfen, gerne.
    Für Stabilität sorgen auch. Merkel zählt zu denen die das Gegenteil bewirken ob absichtlich oder auch nicht.
    Aber alle aufnehmen? Nein!!

  5. Ja, Donald J. Trump ist schon wirkmächtig, er ändert Sprache, seine Ausdrucksweise ist nicht direkt politisch inkorrekt (denn die sog. Politische Korrektheit taugt auch nichts in ihrer Umkehrung), sondern so, wie es einige vor vielen Jahren gewohnt waren, nicht unbedingt, abär auch am Stammtisch (der bekanntlich immer recht hat, haha).

    Also, diese Loser müssen weg!

    Ganz am Rande notiert, dieses Lock-Her-Up ist womöglich kein Trumpscher Duktus, sondern kam u.a. aus der ihm folgenden Menge.

    Das Geschäft, im Wirtschaftlichen, bleibt dasselbe, the Song remains the Same, verschleiernde Sprache ändert nicht.

    MFG
    Dr. Webbaer

  6. Markweger
    “sollen wir aufnehmen ?”
    In Grenzen natürlich, denn das letzte Wort hat der Wähler.
    Hier ist nicht nur Deutschland gefordert, sondern die EU.
    Wer schon einmal in Spanien war, der weiß, Olivenbäume bis zum Horizont. Die hätten genug Platz und wenn man Spanien finanziell unterstützt, dann wären hier vernünftige Kompromisse denkbar.
    Herr Seehofer macht es sich zu einfach .

    Dr. webbaer
    Das Verhältnis Putin-Trump verspricht noch viel Publicity. Wer hätte das vor 2 Jahren gedacht, die Zukunft hält noch viele Überraschungen bereit.

  7. Ganz großartige Iddee.
    Überall wo landwirtschaftliche Flächen sind siedeln wir Menschen an, bis Europa nur noch eine einzige Stadt ist. Das Essen schaffen wir ab.
    Und die “Asylanten” dürfen natürlich auf unsere Kosten hier leben.
    Ganz großartige Idee, wirklich.

    Und der Wähler??
    Machen wir doch eine Volksabstimmung, wenn der Wähler das Wort haben soll.
    Da sind dann 90 % gegen die Massenzuwanderung. Aber vor einer Volksabstimmung haben Schwarz-Rot-Grün ja panische Angst.

  8. Markweger
    Sie haben vollkommen Recht, Demokratie braucht auch Volksabstimmungen.
    Die augenblicklichen Spannungen in der Gesellschaft kommen daher, dass die Parteien über die Köpfe der Bürger hinweg entscheiden.
    Nochmal zum Flüchtlingsproblem. Ich gebe Ihnen auch Recht, dass wir kein Einwanderungsland sind. Die Bevölkerungsdichte ist viel zu hoch.
    Wir können die Flüchtlinge aber auch nicht ersaufen lassen. Also müssen sie wieder zurückgeschickt werden. Zuvor müssen wir sie retten. Das gebietet unsere Moral.
    Und hier einen gangbaren Weg zu finden, das wird die Aufgabe aller künftigen Regierungen sein.

  9. Man braucht diese sogenannten Flüchtlinge nur zurück bringen wo sie her gekommen sind und es hört sich schlagartig auf. Dann ertrinken auch keine mehr.
    Zurück die paar Kilometer nach Lybien. Fertig.

  10. @Markweger
    Was Merkel 2015 gemacht hat und was passiert,ist die beste Fluchtursachenbekämpfung die man machen kann. Schon mal darüber nachgedacht,dass so ein Handy nicht nur für alles mögliche benutzen kann,sondern auch dafür den Familien mitzuteilen,dass ein liberales kuffar-Land (Westen) doch Vorzüge hat?Sicher gibt es Ausnutzung und erhebliche kulturelle Differenzen. Aber erklären Sie es doch lieber einem Flüchtling selber,warum er lieber nach Deutschland kommt,anstatt mit einer Partei zu sympathisieren,die Züge des Faschismus trägt. Einer Stimmung zu erliegen und über Männlichkeit nachzudenken.Wobei ein radikaler Islam ganz sicher auch faschistische Züge trägt. Merken Sie die Schizophrenität (kognitive Verzerrung)im Freund-Feindbild auf der abstrakten Ebene?
    Der Fehler der politischen Ebene War und ist es,sich dieser faschistischen Stimmung der Minderheit in unserer Gesellschaft hinzugeben. Merkel hat recht. Global führt es zur Aufklärung im Islam. Somit vermutlich auch schneller mit einer Beruhigung im Nahen und Mittleren Osten,als ohne. Lokal ist es tatsächlich eine Herausforderung. Aber da vermisse ich die Reflektion mit einer globalen Demographie bei Ihnen.

  11. Aber sicher, ganz Arabien kann zu uns kommen.
    Und in kurzer Zeit haben wir Saudi Arabien hier, Afghanistan, etc.
    Und das Blut fließt in Strömen. Ganz großartig.

  12. @Markweger
    Meine Güte,was selektive Wahrnehmung anrichten kann.
    Schnappen Sie sich einen Rucksack,übernehmen Verantwortung,anstatt wie ein Rattenfänger zu skandieren und stellen sich in Damaskus,Theran oder Kabul auf den Marktplatz und spenden dort ihren Segen.

  13. Was Merkel 2015 gemacht hat und was passiert,ist die beste Fluchtursachenbekämpfung die man machen kann.
    Was Merkel 2015 gemacht hat und was passiert,ist die beste Fluchtursachenbekämpfung die man machen kann.
    Was Merkel 2015 gemacht hat und was passiert,ist die beste Fluchtursachenbekämpfung die man machen kann.

    Erst wenn dies mehrfach behauptet wird, hat es eine Chance auf Richtigkeit, denn die politische Wahrheit ist konstruiert, sie muss nur durchgesetzt werden.

    MFG
    Dr. Webbaer (der Merkel und ihrer medialen Performance seinerzeit eher Sogwirkung zuspricht, Merkel soz. als personifizierte “Fluchtursache” sieht – aber jeder nach seiner Fasson, jedem das Seine und jeder so gut er kann)

  14. Webbär:
    In der kurzfristigen Perspektive stimme ich Ihnen zu. In der langfristigen und globalen Perspektive eben nicht. Das bestätigt die kürzlich vereinbarte UN- Resolution zur Migration, der fast alle zugestimmt haben.
    Gegenwart ist halt für viele naheliegender. Zukunft wird halt eben auch mal Gegenwart.

  15. Dr. Webbaer
    ……die politi sche Wahrheit ist konstruiert, sie muss nur durchgesetzt werden.
    Das wusste schon Karl Marx, aber der glaubte noch an Gesetzmäßigkeiten.
    Könnte es sein , dass der Konstruktivismus bei Ihnen leicht nihilistische Züge zeigt ? (kleine Provokation, um die Wahrheit herauszufinden )

  16. @ Kommentatorenkollege ‘Lennart’ :

    Opi W bemüht sich immer nicht frei vom vorgegebenen Inhalt zu kommentieren, will insofern nicht näher erläutern, um nicht kommentarisch sozusagen übergriffig zu werden, wie es sich beim hiesigen geschätzten Gastgeber auch nicht gehört.

    Insofern nur kodiert :
    Das Problem ist gemeint, es ist oft keine Herausforderung, denn bestimmte Probleme können nicht sinnhaft bearbeitet werden, sondern sind hinzunehmen.
    Bedenkenträger der im WebLog-Artikel gemeinten Art betreiben nicht notwendigerweise ‘Loser-Talk’.
    Es ist nun mal so, dass es abends dunkel wird.

    Der Doitsche (vs. Deutsche) bekommt schon, was er bestellt hat, und wenn er eine Dame, die zwar sprechen, aber nicht reden kann, bekommt er eben den Salat oder Salāt.

    Der Konstruktivismus ist philosophisch einwandfrei, er sagt in etwa, dass alle Erkenntnis menschengemacht und menschenverwaltet ist.
    Nihilismus ist bei Opi W natürlich nicht feststellbar, abär der Konstruktivismus hilft ihm sich in Kollektivisten (auch in politisch linke, das sind die mit dem Internationalismus, der leider leider ebenfalls Imperien gebärt) und Nihilisten hineinzudenken, in Kommentatorenkollege ‘Mussi’ mit seinen Konstruktionen beispielsweise.

    MFG
    Dr. Webbaer

  17. Markweger:
    Schon klar. Es ist aber eine Frage von Weite und Grenzen des Liberlalismus und Kommunitarismus. Mit Faschismus als Antwort haben sie eben aber genau die Glaubenskriege, die sie verhindern wollen.

  18. Dr. webbaer

    Herr Dueck, der sich gern mit dem Attribut “wild” schmückt, wird es ertragen.
    Je mehr bei uns gejammert , analysiert und prophezeit wird, desto weniger geschieht.
    Das Sprichwort: Hunde , die bellen, beißen nicht, gilt auch für Menschen.

    Was Herr Dueck bezweckt , ist mir nicht ganz klar. Die Analyse hat er uns ja schon vorgegeben. sollen wir jetzt dazu gackern ? Oder sollen wir den ganz großen Bogen zur Menschheitsgeschichte schlagen?

    Dr. Webbaers Meinung ist hier besonders gefragt, weil der ja nicht “betriebsblind” ist, nicht zum Deutschen Reich gehörend, meinend.
    Also nochmal für DummiesWas jetzt geschieht ist das eher mit einer Pokerpartie vergleichbar, oder eine konsequente Folge verfehlter Politik?

  19. Webbär:
    Ich vermute, wir müssen ALLE nochmal über eine Allokationsgerechtigkeit mit einer knappen und voller somit enger werdenden Erde nachdenken. Eine schöne Aufgabe für den Konstruktivismus!

  20. Was jetzt geschieht ist das eher mit einer Pokerpartie vergleichbar, oder eine konsequente Folge verfehlter Politik?

    Die bundesdeutsch versuchte Einarbeitung des Islam ist schlechte Politik, wie sie jeder verstehen könnte. – “Poker” meint die richtige Taktik in Kooperationsverhältnissen, wie bspw. Nash hier mit seinem Equilibrium mathematisieren konnte. Was bundesdeutsch aktuell geschieht, ist kein “Poker”.
    Es ist halt wenig günstig Fertilitätsraten [1] beizubringen, die nicht den Bestandserhalt sichern und sich stattdessen anderweitig, gar extrem ungünstig, zu kompensieren zu suchen; nein, den Sozialsystemen wird so-o nicht Genüge getan.
    Gar in der Hoffnung, dass so die gewohnte Kultur gewahrt bleibt.


    Herr Dr. Dueck ist ein originärer Denker, der oft auch gut liegt, so richtig warm geworden muss hier nicht, allerdings ist das Angebot kostenfrei.
    (Dr. W ist natürlich auch “Dueck-Fan” und wollte hier nicht sonderlich herabsetzen, er selbst ist abär besser. >:-> )

    SCNR
    Dr. Webbaer

    [1]
    Der passende Webverweis mit dem Google Data Explorer, zu beachten die Entwicklung der letzten zwei Generationen, die unumkehrbar jeweils eine Zwei-Drittelung und insgesamt eine Vier-Neuntelung darstellen :
    -> https://www.google.com/publicdata/explore?ds=d5bncppjof8f9_#!ctype=l&strail=false&bcs=d&nselm=h&met_y=sp_dyn_tfrt_in&scale_y=lin&ind_y=false&rdim=region&idim=country:DEU&ifdim=region&tdim=true&hl=de&dl=de&ind=false (hoffentlich funktioniert dieser derart parametrisierte Webverweis auch anderswo!)

  21. @ Mussi

    Nein dass man haufenweise Menschen ins Land läßt die vor Hass auf alle triefen die nicht ihrer Religion angehören hat mit Liberalismus überhaupt nichts zu tun. Und solche sind in großer Zahl bei den Migranten dabei.

    Und da dagegen zu sein hat mit Faschismus schon überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil nur so läßt sich Demokratie überhaupt erhalten.

  22. Markweger:
    Sie beginnen mit einem “Nein”. Wenn Sie daraus ein “Ja” machen, dann haben Sie es fast geschafft! Die Frage zu beantworten, wie weit man gehen darf oder muss, um eine liberale Grundordnung in einer globalen Welt zu verteidigen.

  23. @ Kollego ‘Mussi’ :

    “tit for tat” ist eigentlich ein guter Ansatz.

    Das Verhältnismässigkeitsprinzip ist gemeint, das jüdischen Ursprungs, At und so, ist.
    Dr. W ist allerdings keiner.

    MFG
    Dr. Webbaer

  24. Webbär – Nachtrag:
    frei nach Kant: ” nicht beherrscht werden, aber auch nicht beherrschen wollen” hinzudenken: machen Sie was konstruktive daraus!

  25. “Tit for Tat” ist ein Kooperationsprinzip, das wohl alttestamentarischen Ursprungs ist, der Gag sozusagen besteht darin den Unterlegenen nicht übermäßig zu konditionieren, so dass er soz. leben bleibt und weiter sozial nützlich.
    Es ist cool.
    Vorher hat das sog. Faustrecht geherrscht, aber schon antike Völker wie bspw. die Römer haben versucht gezielt und angemessen zu herrschen.
    “Ausgemerzt” wurde eher selten, kam aber vor.

    “Tit for Tat” ist auch in Turnieren (!) ausgespielt worden, mit Hilfe der IT, ganz klar ist nicht, ob es die richtige Taktik ist, aber es spricht einiges dafür.
    Über ein verbessertes “Tit for Tat” darf nachgedacht werden, also bspw. gelegentlich mal nachzugeben, um das bestehende Kooperationsverhältnis zu erhalten.
    Donald J. Trump, dies nur ganz am Rande angemerkt, sieht sich als ‘Counterpuncher‘, er beachtet in seinen Antworten ebenfalls die Verhältnismäßigkeit.

    Spieltheoretisch ist die Sache jedenfalls vglw. klar.

    MFG
    Dr. Webbaer

  26. PS:
    Das sog. Nash-Equilibrium spielt in einer anderen Liga, dort wo sog. Nullsummenspiele gespielt werden. Es ist, soweit der Schreiber dieser Zeilen versteht, perfekt mathematisiert.

  27. Webbär:
    Vorweg: sie bezeichnen sich als liberal. Wenn ich andere blogs lese, dann bin irritiert, dass sie einem wieder personifizierten Führerkomplex erliegen. Liberale haben da eher ein distanzierteres Verhältnis. Deswegen habe ich Kant „frei“ zitiert ( um beim blog-Thema zu bleiben: https://www.spektrum.de/news/was-macht-mit-uns-macht/1416651) und als Bezug für Tit for Tat benannt.
    Tit for Tat wird in der Regel früh in Familien und Freundschaften, also sehr früh, erlernt. Andere Formen wie win-win kommen hinzu. Sicher nicht gewollt rational, passiert eher. Aber bis zur Adoleszenz stehen die Kooperationsformen im Vordergrund. Tit for Tat ist meines Wissens nach das einzige Modell, welches echte Kooperation bereits im ersten Schritt berücksichtigt. Also grundsätzlich altruistisch ist. Während die anderen aus dem Gefangenendilemma abgeleiteten Varianten den Wettbewerb, die Konkurrenz und den Egoismus im ersten Schritt( Axiom) festlegen. Es wird versucht zu erklären, wie Kooperation( Altruismus) aus Egoismus abgleitet werden kann und es trotzdem Kooperation ist.
    Tit for Tat hatte deshalb im ökonomischen Neoliberalismus ( Privatisierung) deshalb keine Chance, weil sich daraus die Legitimität des Geldes, des Wachstums , des bezahlten Leitungsaustausch nicht ableiten lässt. Ich vermute, hierin liegt auch das grundsätzlich Unbehagen vieler mit dem Neoliberalismus ( nicht zu verwechseln mit politischem Liberalismus) und dem über viele Jahre in der Kindheit und Jugend erlernten echten Kooperation.
    Wenn Sie Nasch und sein Equilibrium als Messlatte für die Politik heranziehen, oder auch Counterpuncher, dann kann man das mit Tit for Tat auch. Das Klimaabkommen von Paris ist so ein Fall. Es ist durchweg ist durchweg auf echte Kooperation angelegt, da es eben Geld kostet, auch wenn einige es mit Marktchancen begründen. Echte Kooperation zu verlassen, wie Trump es gemacht hat, ist echte Defektion. Mag jeder selber beurteilen, wenn es zukünftig um Allokationsgerechtigkeit geht.
    Ebenso ist das Asylrecht echtes TaT for Tat. Das Angebot, ein Asylrecht in Anspruch zu nehmen ist im ersten Schritt bereits ein Kooperationsangebot (und hoch liberal! Im Gegensatz zur Orbans Illiberalität und deswegen wird er gerade zu recht von der EU verklagt!). Die Debatte um TIT for Tat im Asylrecht ( Menschenrecht) wird leider mit politischen Feindbildern und politischen Schlagworten geführt, anstatt es rational zu behandeln, wie es eben mit Tit for Tat bereits in der abstrakten Struktur angelegt ist. Grundsätzlich ein Asylrecht ( Menschenrecht) abzulehnen oder zu verneinen hat mit einer Liberalen Grundordnung nichts zu tun. Soweit zur „Verteidigung“ der liberalen Grundordnung.
    Desweiteren sehe ich, wenn es zukünftig noch intensiver um Allokationsgerechtigkeit geht, Tit for Tat für einen guten Lösungsansatz. Passt eigentlich zu einem der Ökonomie zugrundeliegenden rational handelnden Menschen. Vermutlich müssen wir uns dann aber von einem „Wachstumsindikator“ verabschieden, da Kooperation eben auch ohne Geldfluss passieren kann. Darauf hat die klassische orthodoxe Theorie der Ökonomie aber keine Antwort.

  28. @ Kommentatorenkollege ‘Mussi’ :

    Also, wie bereits angedeutet, von politisch linker Seite werden für den Webbaeren Vorhalte der Art ‘Führerkomplex’ nicht benötigt, Dr. W findet Herrn Donald J. Trump zwar sehr talentiert und im nationalstaatlichen Sinne sehr hilfreich, Liberale hantieren idR mit der Nationalökonomie, aber sicherlich besteht eine Distanz zu jenem Herrn.

    “Tit for Tat” ist sozusagen die geborene Handlungsweise von wirtschaftlich Tätigen, es gibt Ausnahmen, bspw. soll es sich mit am Markt Mächtigen nicht verscherzt werden, nur weil diese gelegentlich mal Kooperationsbrüche begehen, auch darf darüber nachgedacht werden auf Peer-Ebene sozusagen dem anderen einen Kooperationsbruch nachzusehen, der Klügere gibt nach, aber grundsätzlich ist “Tit for Tat” maßgeblich, sehen Sie ja auch so.

    Der Homo Oeconomicus lebt sozusagen.

    Bei der Immigrationsproblematik nach Europa sollte sich ehrlich gemacht werden, es kommen Asylberechtigte, sog. Wirtschaftsimmigranten (nichts Schlechtes daran grundsätzlich, aber die sind per Einwanderungsgesetz bdfsw. aufzunehmen, nicht wild) und Leutz, die von Anfang an nicht vorhaben sich zu integrieren und durchaus Herrschaftsvorgaben des theozentrischen Kollektivismus’ folgen, diese werden auch Invasoren oder Eindringlinge genannt.

    Es ist Nationalstaaten, im Eigeninteresse und die Wahrung der Kultur meinend, ebenfalls möglich (fast) niemanden aufzunehmen, Japan hier als Beispiel, auch Israel meidet bestimmte Immigration.
    Verboten ist es nicht, es gibt kein Recht auf Einwanderung oder Migration und es wird ja auch in der BRD, wie in anderen “westlichen” Ländern mit hohen Sozialstandards absehbarerweise ganz schön mau aussehen, aus falsch verstandenem Humanitarismus (vs. Humanismus, viele machen hier den “Mops” von Humanismus zu schreiben und zu sprechen).

    MFG
    Dr. Webbaer (der es stets geschätzt hat, wenn auch pol. Meinungsgegner (“Gegner” vs. Feind) recht locker sind und den Diskurs suchen, nicht blöderweise ausgrenzen)

  29. webbär:
    Kooperation, gerade zumal echte mit „tit for tat“, verspricht in der Interaktion grösst- und bestmögliche aus Individualität und Persönlichkeit heraus kommende Freiheitsgrade (da eben auch geringstmögliche Machtdurchsetzung). Politik ist Interessenhandel (Machtinteresse) und stört diesen Austausche „gelegentlich“.
    Die EU ist auf Kooperation angelegt. Ein Friedensprojekt basierend auf Kooperation.
    Solange es eben global gesehen autoritäre, autokratische, totalitäre, diktatorische Herschaftssysteme in Nationalstaaten gibt, es Menschenrechtsverachtende, Freiheit missachtende und es Willkürmisstände gibt, „tit for tat“ , also Freiheit, eingeschränkt wird, solange ist das Asylrecht als Angebot ( Merkel hat zu recht gesagt es gibt dafür keine Obergrenze-im Ggs zu Flüchtling und Eiwanderung), als Kooperationsinstrument, das beste Instrument, um Entwicklung in diesen Staaten zu ermöglichen. Da wir Teil eben dieser heterogenen globalen Gemeinschaft sind, ist, nach vorne gedacht, Abschottung in dieser Hinsicht ziemlich eng gedacht, weil es ( gedankliche und räumliche Enge) schlussendlich wieder zurück kommt ( wenn Autokratien gefördert werden). Zur Erinnerung: das handy-freier Fluss von Information- war das Instrument für die Arabellion. Freiheit scheint ein Wert an sich zu sein und wir hatten mal einen Bundespräsidenten, der das sehr genau verstanden hat.
    Zu Grenzen: Niemand ist verpflichtet gastfreundlich zu sein. Gastfreundschaft, offene Grenzen, erhöht aber Kooperation und somit Freiheit. Gastfreundschaft im Rahmen von tit for tat heisst auch, dass ich mein Kooperationsangebot klar händle. Damit der Kooperationspartner weiss, worauf er sich einlässt.Es gibt die ausgesprochenen und unausgesprochenen Regeln für Gastfreundschaf. Im Rahmen von Tit for Tat ist es durchaus nicht nur legitim Grenzen zu setzen. Sie werden sogar klar gefordert (verhältnismässige Antworten auf Defektion). Übertragen auf Staaten heisst das, Differenzierung in Asyl, Flucht, Zuwanderung, Einwanderung, Reisefreiheit usw usw… . Das ist die leider Folge nicht von liberalen demokratischen Systemen (wie weitestgehend die EU zeigt), sondern die Notwendigkeit aus dem Umstand, dass es eben die oben beschriebenen Freiheit einschränkenden Herrschaftsysteme in einer heterogenen globalen Welt gibt. Auch tit for tat kann an die Grenze der Frage zwischen Krieg und Frieden kommen. „ Krieg“, hier im zweier-Verhältnis Staat-Bürger kann eben heissen: Grenze zu. Frieden, also Kooperation, heisst: Grenze auf. Krieg heisst auch, dass ich eben meine Grenze schützen muss. Krieg bedeutet aber abstrakt das Versagen des Systems. Nicht das System Staat gemeint, sondern das System tit for tat!!!!!!!!! Es gilt, den Freiheits- und eben den Kooperationswillen, im Staat aufrecht zu erhalten, aber auch in diesen heterogenen Staaten zu fördern. Der Umgang damit ist aber fliessend und kann auch mal Wellen schlagen. Es macht also Sinn, die Grenze geregelt permeabel zu halten um das System tit for tat nicht nur national, sondern auch international offen zu halten. Um einerseits liberale Demokratien mit der grösst mögliche Freiheit, sondern auch ein internationales System „tit for tat“ zu erhalten und zu fördern (wenn man denn eben will). Darum dreht sich momentan die Diskussion. Unerfreuchlich, sehr unerfreuchlich, ist tatsächlich die Emotionalisierung der Debatte durch faschischte Propaganda ( Angst der Menschen auszunutzend für eigene Machtinteressen, also gegen Kant!). Eine abstrakte Analyse mit tit for tat scheint über dem dargestellt Lösungsweg eher der Verantwortungsethik nahe zu liegen. Die Konsequenz des Lösungsweges der Interpretation mit tit for tat wird von seiten der Gesinnungsethiker (Faschismus) jedoch missbraucht und populistisch manipuliert. Das trägt eher zur Verwirrung bei. Das beweist nur, dass es eben um Herrschaftsysteme geht. Das kann einem Sorge bereiten. Es gibt halt immer noch welche, die das Führerprinzip (Vaterprinzip) aus Verantwortungsmangel, vermutlich Minderwertigkeitskomplexen und sicher auch Abgeschlagenheit im sozialen System und möglicher weise deshalb Willkürdikatur auf staatlicher Ebene zu eigenem Nutzen gutheissen. Manchmal hört man, sie seien in der Selbstzuschreibung intelligenter, weil sie Tabus brechen. Die ganz dummen Fanatiker lass ich mal weg, die sind eh nicht zu bekehren, sondern nur ruhig zu stellen ( Stischwort Parteienverbot). Es sind halt nur Glaubenskrieger, die Macht haben wollen. Siehe “Was Macht mit uns macht”. Vielleicht auch nur berechtigt schreiend, weil es eben um Allokation geht. Die Mehrheit hier in D hat das offensichtlich verstanden. Gut so. Eine Stimme der Mitte, die eher schweigt. Den Rest, sonstige Vereinfachung im links-rechts-Feldzug, muss man halt manchmal halt auch schmerzhaft aushalten.
    Die „abstrakte“ Spieltheorie kann also neben den konkreten Lösungsvorschlägen der Politik durchaus helfen. Das ist für jede „Coleur“ was dabei. Sie benutzen es ja bereits. Ob sie das selbst verstehen, weiss ich nicht. Sie trauen offensichtlich einer „kühlen rationalen spieltheoretischen nicht menschlichen kühlen“ Analyse nicht. Sind ja auch Härten mit verbunden.
    Philosophisch ist das Problem jedenfalls alt bekannt nicht zu lösen. Gerade mal wieder aktualisiert: https://www.spektrum.de/kolumne/in-der-zwickmuehle/1579414
    Wie sie im blog von Michael Blume zur „Traumatisierung“ gerade treffend kommentiert haben: es geht um Faschismus! Faschismus in der Politik, den Ideologien und auch Religionen. Michal Blume weist zurecht darauf hin, dass es gerade bei den Religionen unterschiedliche Strömungen gibt. Diese Woche habe ich gelesen der liberale islamische Gott in D ist weiblich. Als Überschrift! Das ist doch mal ein Titel, deutlich aus der Arabellion kommend! Mal als Gegenargument zu Lügenpresse. Grenzdiskussionen auf Grund von Rassismus, mit einem philosophisch nicht gelösten Problem: es ist schlicht und ergreifend „Glaubenskrieg“!
    Tit for tat ( mit „frei“ nach Kant`s kategorischen Imperativ: nicht beherrscht, sondern auch nicht beherrschen wollen) macht somit mehr als deutlich, wenn Freiheit ein Wert an sich ist, dass alle anderen Herrschaftssysteme als liberale Demokratien mit ihren Freiheitsrechten und Möglichkeiten, schlechter sind. Es ist lediglich eine Frage von tit for tat, echte Kooperation!
    Ich habe mal gelesen, dass sich Orban in England zu Studienzeiten intensiv mit Macht auseinandergesetzt hat. Offensichtlich aber nicht mit tit for tat, oder er will es einfach nicht, weil er dem misstraut. Orban kooperiert nicht. Wie es in der sonstigen globalen Landschaft aussieht, mag jeder selber beurteilen. Es ist Schlussendlich die Kernfrage, ob man Freiheit (und wie man sie fördert) an sich als legitimen und höheren Wert ansieht.
    Zur Nationalökonomie:
    Abgeschottete Nationalstaaten sind im Übrigen noch viel mehr auf Kooperation angewiesen. Gerade Deutschland im Moment mit nur der Ressource Wissen. Somit der Wille Trumps zu bi- und nicht multilateralen Verträgen. Es ist aber aus dieser/seiner Sicht eben ungleich, da redet er nicht drüber, weil der Stärkere (Mächtigere) diese bilateralen Verträge bestimmen kann. Nicht auf “Augenhöhe” agiert. Die Folge ist halt immer und immer wiederkehrend wiederholt, damit es auch alle verstehen: Freiheitsverluste und Willkürakte. Aus Not einer nicht echten Kooperation, eine Gesellschaft im Nationalstaat auf Linie zu halten. Wer als Nationalstaat auf ein Herrschaftssystem der Stärke setzt, der missachtet Tit for Tat. Die politischen und realen Kosten liegen weitaus höher, als bei tit for tat (Multilateralismus).
    Die soziale Marktwirtschaft ist auf Kooperation aufgebaut.
    Spektrum betreibt mit uns Kommentatoren win-win. Untereinander betreiben wir tit for tat! Wer keinen Bock mehr hat, hört einfach auf und beteiligt sich wieder beim nächsten blog. Oder liest halt still. Die Stille der politischen Mitte. Bildung und als Ergänzung zu Lars Jaegers blog zur Gefährdung der Demokratie.
    Und: vielleicht ist Markweger (und sind die Markwegers dieser Welt) auch etwas beruhigter und können es rationaler angehen. Scheiss Getöse und Hetzer der Glaubenskrieger! Den ein oder anderen kann man auch mal als Befreiungskrieg deklarieren….

  30. die Frage zwischen Selbsterhaltungstrieb und Freiheit ist deshalb sowohl staatlich als auch privat nicht immer radikal mit einem klaren ja oder nein zu beantworten. Zwischen Krieg(Haustür) zu und Frieden (offene Haustür) können viele viele Ansätze liegen. Haustür zu ist dann immer eher eine Art Notwehr,niemals niemals offenes aggressives pöbeln oder Angriff auf Offenheit im ersten Schritt,wie es Rechtspopulisten oder Faschisten machen!!!

  31. Demokratisch liberal, es geht hier um die liberale Demokratie, es gibt auch andere, bspw. sehen und sahen sich die DDR, der Iran und Nordkorea als höchst demokratisch, ist die Freiheit aufrecht zu erhalten, im Sinne des Selbsterhaltungstriebs.

    Intoleranz der Intoleranz walten zu lassen, aber reagierend auf Intoleranz, nicht im Vorbau, denn sonst läge keine Toleranz vor.
    Es war übrigens Richard Weizsäcker, der dem Schreiber dieser Zeilen vor ca. 25 Jahren in einem TV-Interview mal ganz unangenehm aufgefallen ist, als er, ohne dass dem Moderator dazu viel einfiel, dass er -‘im Gegensatz zu einigen Philosophen’ (Popper et al. waren gemeint- der Meinung sei, dass auch gegenüber der Intoleranz (begrenzte) Toleranz zu walten habe.

    MFG
    Dr. Webbaer (der nicht auf den von Ihnen dankenswerterweise kommentarisch bereit gestellten “ganzen Brei” eingehen kann, aber auch dort eine ganze Menge Gemeinsamkeit ahnt)

  32. Die Gemeinsamkeiten liegen in tit for tat: es ist ein “Kinderspiel”!
    Antwort auf Defektion ist: Sanktion oder erneute Kooperation (z.B. Toleranz) oder beides.
    Merkel spielt es…u.a….( wenn ich es richtig beobachte)

  33. Vielleicht finden wir weitere “gehante” Gemeinsamkeiten: Meines Erachtens sind die übelsten Defektionen Lüge (Unwahrheit), absichtliche kognitive Verzerrung ( Manipulation, Suggestion) und die Behauptung im Besitz der absoluten Wahrheit (Macht) zu sein. Warum? Weil sie früher oder später massive Vertrauensverluste bedeuten. Wenn diese Defektionen allerdings Teil der Legitimation der Selbsterhaltung werden ( u. a. die von Ihnen angesprochenen Systeme), dann wird das Volk nur als Stimmvieh genutzt und Egoismus und Macht bestimmen den ersten Schritt und alle weiteren.
    Darin liegt der eigentliche Unterscheid zwischen Trump und Merkel. Zwischen Bannon und den anderen. Bannon und die Rechten bauen ihre Argumentation auf das normative Gefangenendilemma auf (Macht, Defektion, Egoismus im ersten und den folgenden Schritten). Die Trottel verstehen tit for tat (Kooperatives “Kinderspielspiel” im ersten Schritt und folgende) nicht. Da liegen Welten zwischen den Menschenbildern. Trumps Weltbild und das vieler anderen, die normative denken, sind die wirklich gefährlichen, da es eher zur Eskalation kommt und die Eskaltionstufen intensiver sind. Kann man alles beobachten.
    Meine Privatmeinung zu Ihrer vermuteten vita: der Zusammenbruch 1989 und viele weitere liegen an der Spiegelung des realen Systems ( miese Defektion und Legitimation) an tit for tat ( Kinderspiel). Deshalb war es in der DDR ruhig abgelaufen. Einige haben es rationalisiert, die meist aber ganz sicher „gespürt“!!!
    Alles gute, ich klink mich aus!

  34. “Insbesondere leiden wir heute unten den Herausforderungen der Digitalisierung, die lange ignoriert wurden”
    Ein Satz, der in sich zutiefst widersprüchlich und unverständlich ist, so widersprüchlich, daß er unsinnig ist.
    Ganz abgesehen davon: besteht die wahre Herausforderung nicht darin, die weitere Digitalisierung zu vermeiden ?

Schreibe einen Kommentar