International Astronomical Youth Camp (IAYC)

BLOG: Uhura Uraniae

Ko(s)mische Streifzüge durch Zeit und Raum
Uhura Uraniae

Weihnachten kommt – die Sommerferien müssen geplant werden, und man weiß nicht recht, was man tun soll? Dieses Problem stellte sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des IAYC 2012, des International Astronomical Youth Camp 2012, nicht. Sie machten sich Anfang August auf die Reise an einen abgelegenen Ort in Bayern, Deutschland, wo sie planten, drei Wochen lang mit anderen Leuten zusammenzuleben und Astronomie zu betreiben. Manche hatten eine lange Anreise vor sich, kamen sie doch aus allen erdenklichen Winkeln der Welt, wie zum Beispiel den USA, aus Kanada, Venezuela, Australien, Indien, Deutschland, Neuseeland oder Österreich. Da man in all diesen Ländern natürlich nicht nur eine einzige Sprache spricht, war Englisch als die Camp-Sprache festgelegt worden.

Gastbeitrag von Klaus Kieneswenger (begeisterter Teilnehmer 2012), denn im Sommer 2013 soll dieses Ferienlager wieder in Deutschland stattfinden. Wir hoffen, dieser Bericht vom letzten Jahr macht Euch neugierig: Nutzt doch einfach die Gelegenheit der kurzen Anreise binnen des Landes, um es mal auszuprobieren – und vllt schenkt Euch ja Eure Familie nächstes Jahr eine entferntere Reise ins IAYC. 🙂

Abb.: Himmel über Bayern – Foto von Josh Veith-Michaelis

Als die ersten Besucherinnen und Besucher eintrafen, merkte man bereits den Unterschied zwischen jenen, die das Camp in der Vergangenheit bereits besucht hatten und jenen, die es in diesem Jahr zum ersten Mal besuchten. Während erstere einander in die Arme fielen, standen manche „Neulinge“ noch etwas schüchtern nebenbei und beobachteten die Szenerie. Allerdings blieben jene „Fremde“, mit denen man die nächsten drei Wochen zusammenleben sollte, nicht lange fremd: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden vom Leader Team mit freundlichen Worten begrüßt, und bald begann man, seine Mitbewohnerinnen und Mitbewohner besser kennen zu lernen.

Nach der Ankunft musste man sich zunächst an den etwas ungewöhnlichen Tagesrhythmus gewöhnen: „Frühstück um 12.00 Uhr? Wie cool!“, konnte man einige jubeln hören. Doch warum dem so war, wurde allen spätestens nach den ersten paar Tagen klar: dann nämlich, wenn man schon einige Nächte damit verbrachte, den wunderschönen Sternenhimmel zu bewundern und zu beobachten, der sich – weitab jeder größeren Stadt und ihrer störenden Lichtquellen – in all seiner Pracht präsentierte.

Abb.: Kursleiter beim Einstellen eines Teleskops (Martin Pancisin)

Sobald sich alle Mitglieder in ihren Arbeitsgruppen eingefunden hatten, begann man, an verschiedensten Projekten zu arbeiten: ob man nun astronomische Ereignisse mithilfe des Computers nachstellte, sie durch Teleskope beobachtete oder gar eine eigene Sonde zur Messung atmosphärischer Daten mithilfe eines Ballons aufsteigen ließ – der Neugier waren keine Grenzen gesetzt.

 

Abgesehen davon vertrieb man sich mit verschiedensten Aktivitäten die Zeit. Hierfür war das NAP, das Non-Astronomical Program, vorgesehen, in dessen Rahmen verschiedene Wettbewerbe und Spiele – entweder zwischen den Arbeitsgruppen oder aber mit der gesamten Gruppe – veranstaltet wurden. An einem National Evening konnte man einiges über die Herkunftsländer der übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie deren Kulturen erfahren. Manchmal wurde man auch mit kulinarischen Köstlichkeiten aus allen Ecken der Welt begeistert.

Abb.: Gruppenspiel beim “Nicht-Astronomischen Programm” (NAP)

Ein Tag, ein besonderer Tag, begann schon unverhältnismäßig früh, denn es war etwas Großes geplant: ein Ausflug in die Stadt München, die erkundet werden durfte. Doch nicht München war der Höhepunkt dieses Ausfluges, sondern der Zwischenstopp zuvor: der Zwischenstopp am DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Der Besuch am DLR umfasste nicht nur einen Einblick in die Funktionsweise dieser Einrichtung, sondern auch Fachvorträge, in denen die Besucherinnen und Besucher mehr über die Aufgabenbereiche des DLR erfahren konnten.


Neben dem Besuch am DLR war der Start des Forschungsballons der praktischen Arbeitsgruppe einer der Höhepunkte des Camps: Dieser Ballon nahm beeindruckende Bilder vom Camp-Gelände und dessen Umgebung auf.

 

Abb.: Unser Schullandheim – Foto aus der Luft, aufgenommen von der Working Group “Probe Launching and terristrial Observation” (PLUTO).

 

Nach wenigen Tagen war der Tagesablauf bei allen Beteiligten in Fleisch und Blut übergegangen, und die Tage vergingen wie im Flug. Viel zu schnell näherten sich die letzten Tage des Camps, und den Leuten wurde klar, dass man langsam von allen Freundinnen und Freunden, die man im Laufe der letzten drei Wochen gewonnen hatte, Abschied nehmen musste. Am Abend des letzten Camp-Tags setzte man sich zu den anderen in den Kreis um ein Lagerfeuer und ließ die vergangenen drei Wochen Revue passieren.

Als am Tag der Abfahrt der Zug die Station verließ, blickte so mancher ein bisschen wehmütig auf die Geschehnisse und Eindrücke der letzten drei Wochen zurück. Aber Traurigkeit und Wehmut werden dadurch gemindert, dass das nächste Jahr sicher kommt – und mit einem neuen Jahr auch ein neues Camp: das IAYC 2013!

NEXT CAMP

 

Termin: 21. Juli bis 10. August 2013
Ort: Jugendherberge Klingenthal (auf dem Sportplatz könnt Ihr den Ball nicht nur ins Aus spielen, sondern ins Ausland – nämlich nach Tschechien)
Webseite mit Infos: http://iayc.org
und General Org Eva erreicht Ihr bei Fragen unter: info@iayc.org

Veröffentlicht von

"physics was my first love and it will be my last physics of the future and physics of the past" Die Autorin ist seit 1998 als Astronomin tätig (Universitäten, Planetarien, öffentliche Sternwarten, u.a.). Ihr fachlicher Hintergrund besteht in Physik, Wissenschaftsgeschichte und Fachdidaktik (neue Medien). Sie ist aufgewachsen im wiedervereinigten Berlin, zuhause auf dem Planeten Erde.

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