Was ist Wissenschaft? What is Science?

Das Glück des Forschers besteht nicht darin eine Wahrheit zu besitzen, sondern die Wahrheit zu erringen. Und in diesem Fortschreiten erfolgreich suchen nach der Wahrheit, darin liegt die eigentliche Befriedigung.
     Max Planck

Nachdem zu anfängst, ein Problem zu beheben, sind die ersten Lösungen, die dir einfallen, meist sehr komplex, und die meisten hören hier auf. Aber wenn du nicht aufgibst und dich weiter mit dem Problem beschäftigst und eine Schicht nach der anderen von dieser Zwiebel löst, kommt oftmals eine sehr einfache und elegante Lösung dabei heraus. Viele nehmen sich einfach nicht die Zeit dafür oder haben nicht genügend Energie, das zu tun.
     Steve Jobs, Gründer von Apple, Next und Pixar 

Vor ein paar Tagen, als ich zu Fuß in Mainz unterwegs war, habe ich ein Plakat mit einem Werbeslogan eines bekannten deutschen Wissenschaftlers gesehen. Und der Werbeslogan mit der gestellten Frage auf dem Plakat lautete: Soll Wissenschaft lauter werden? Ich nahm diese Fragestellung mit nach Hause und dachte länger darüber nach. Ich finde die Frage “Soll Wissenschaft lauter werden?” auch nicht ungeeignet, denn Sie hat mich ja zum Nachdenken angeregt. Und mir kamen dann nach und nach weitere Gedanken, wie denn eine passendere Fragestellung zum Thema Wissenschaft wäre. Und was wäre denn dann die zentrale Frage? Was die Essenz? Oft werden ja leider die falschen Fragen gestellt. Einerseits geschieht dies unbewusst, andererseits ganz bewusst. Auf jeden Fall kosten gute Fragen Zeit. Sie kosten Kraft, Energie, viel Mühe und Geduld bei einer Sache zu bleiben. Auch und gerade deshalb werden gute Fragen oft vermieden. Und so kam es hier zu meiner Überschrift:

Was ist Wissenschaft? What is science?
Schaut man einmal in den Lexika und den Internetzen nach, so findet man Definitionen wie z.B. Erfahrungen und Erkenntnisse der Gesamtheit der Menschheit im Wissen (Wikipedia). Das Gabler Wirtschaftslexikon deutet Wissenschaft als Erkenntnisgewinn, Publikation und Lehre, wobei Methoden und Resultate veröffentlicht und einbezogen werden (Gabler). Im Quercheck mit dem englischen Wikipedia und der Frage: What is science? heißt es: Science (from Latin scientia = knowledge) is a systematic enterprise that builds and organizes knowledge in the form of testable explanations and predictions about the universe. Die Brittanica erklärt science als any system of knowledge that is concerned with the physical world and its phenomena and that entails unbiased observations and systematic experimentation. In general, a science involves a pursuit of knowledge covering general truths or the operations of fundamental laws (Brittanica). Und die Universität in Berkeley (Caltech), mit der ich zuletzt bezüglich des besseren Abgleichs meiner Brain-Computer Matrix der Informationsverarbeitung (hier bei Tensornetz) in schriftlichen Kontakt stand, schreibt gar: Science is a way of discovering what’s in the universe and how those things work today, how they worked in the past, and how they are likely to work in the future. Scientists are motivated by the thrill of seeing or figuring out …  

Interpretation und mögliche Ergänzungen
Demnach ist Wissenschaft eine Aufgabe und Tätigkeit in der Menschen mit ihren Fähigkeiten mit nachvollziehbaren Mitteln und Prozessen suchen, erkunden und erforschen. Schauen wir einmal auf die vier Erklärungen von Wissenschaft oben, so finde ich diese Erklärungen weitgehend passend. Wir können diese meines Erachtens jedoch noch etwas erweitern und anpassen. Und zwar einerseits, wenn wir multidisziplinär vorgehen, neben der Systematik in eine unsystematischere Form, die völlig neue Erkenntnisse und Ergebnisse zeigt und zweitens nehmen wir bei Wikipedia das Schlagwort Erfahrung, bei Gabler den Erkenntnisgewinn, bei der Brittanica Knowledge (Wissen) und bei Berkeley Discovery (Entdeckung) so gruppieren sich diese Begriffe und Bedeutungen doch um einen wahren lebendigen Zellzyklus herum. Dieser Zyklus ist auch in den beiden Zitaten Max Plancks und Steve Jobs ähnlich einer Morpho-Genesis in den Matrizen verschmolzen. Was kann das sein? Was verbindet diese beiden Zitate, umhüllt alle vier Definitionen der Wissenschaft und hebelt sie zugleich auf eine weitere Ebene?

Der Atomkern der Wissenschaften
Um Sie nicht weiter auf die Folter zu spannen: Es ist eine Art Ursuppe, die das Herz der Hermeneutik mit dem Motor der Mechanik als Motivation von Menschen miteinander zu verbinden weiß. So geht es im Kern um Ideen. Und zwar die Ideen von Menschen. So sind Ideen die Glut, der Funke, der zu einer Flamme, einem Feuer, ja vielleicht sogar zu einem positiven Flächenbrand wird. Und es gilt diese Ideen nicht zu vergessen, gar für immer zu verlieren wie Tränen im Regen (Philip K Dick). Das wäre verantwortungslos gegenüber sich selbst und auch anderen. Sondern es gilt diese Ideen wie ein einzigartigen kostbaren Diamanten auf ein Samtkissen zu betten.

Diese Ideen nicht nur zu erschaffen und zu entwickeln, sondern auch zu verfeinern, zu gestalten und zu exekutieren. Thomas J. Peters, und Robert H. Waterman haben in ihrem Klassiker Auf der Suche nach Spitzenleistungen zum Thema der Ideen folgendes geschrieben: Die neue Idee findet entweder einen Champion oder sie stirbt. Ein lediglich normales Interesse an einer neuen Idee wird nie die Energie freisetzen, derer es bedarf, um die Gleichgültigkeit und den Widerstand zu überwinden, die weitreichende technologische Veränderungen hervorrufen… Die Champions neuer Erfindungen offenbaren wahrhaft heldenmütige Beharrlichkeit und Kühnheit (Peters, Waterman).                                                

Wir haben hierzulande in Deutschland eine sehr lange Geschichte der Ideen und eine wahre Erfindertradition. Diese Kultur und Tradition geht mit den größten Erfindungen der Menschheit einher. Wie bitte? Ja, Sie hören Recht! Die größten Erfindungen der Menschheit kommen mitunter aus unserem tollen Land. Dies erwähnte ich bereits in meinem Beitrag der Kommunikationsmaschine bei Tensornetz. So z.B. die Idee und Innovation der Buchdruckkunst (Gutenberg), die Mobilität mit dem Auto (Benz), dem Verbrennungsmotor (Otto), Medikamente wie das Antibiotikum (Hoffmann), Kommunikationsmittel wie Computer (Zuse) oder Reisen in ferne Galaxien, wie Raketen zum Mond, Stichwort Apollo 13 (Wernher von Braun). Sind das nicht ganz entscheidende Ideen und Innovationen? So besitzt Deutschland keine Rohstoffe wie Gas und Öl wie die Vereinigten Arabischen Emirate oder Russland, sondern unser Rohstoff ist das geistige Potenzial und die hohe Produktivität der Menschen und Mitarbeiter in den Wissenschaftsinstitutionen und Wirtschaftsunternehmen. Es ist der Erfindergeist, der als Unternehmergeist philosophisch und auch strategisch und operativ daher kommt. Und das beginnt mit Ideen. Ideen, Ideen, Ideen. Ideen, die die Welt verändern. Das Wissen um diese Ideen von Persönlichkeiten in Publikationen der Wissenschaft und das Wissen der Ideen in der Wirtschaft in Produkten. Das ist der Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Ländern, anderen Unternehmen und Wissenschaftsinstitutionen. Und hier existiert auch die Verbindung der beiden Eingangszitate Max Plancks und Steve Jobs in einem Vektorraum oder Tensornetz.

Idee verwandeln
Dazu müssen Ideen gar nicht nur aus seltenen Uran 235 sein, welches sich mehrfach in verschiedenen Elementen der Periodensysteme Form wandelt. Ideen sind anfänglich einfach, vielleicht stumpf und auch völlig verrückt. Aber genau so beginnt man. Und damit gilt es den menschlichen Ideen als höchste Ressource eine größere und höhere Bedeutung zuzuwenden, denn das ist unsere Aufgabe diese Ideen nicht zu vergessen und wie überflüssiges Putzwasser in den Kanalgulli zu schütten. Vielmehr gilt es doch die Ideen zu Menschen zu tragen, Ideen in Prozesse, soziale Systeme und Strukturen einzubetten, so dass diese Ideen leben können. Ja leben. Nicht alle Ideen werden dabei leben und überleben. So ist es ähnlich wie bei den Froscheiern, wie dass Peter Drucker einst erwähnte, so dass von 1000 Eiern ein paar wenige Eier überleben. Und daraus erwachsen wirklich tolle Frösche. Und diese erst sehr rohen Froscheier-Ideen und das Material dazu gilt es nach und nach zu verfeinern, sei es in der Wissenschaft oder eben der Wirtschaft. So sind Wissenschaftskarieren von Albert Einstein, Johann Wolfgang von Goethe, John von Neumann oder John Nash auf einzigartigen Ideen aufgebaut. So wie es einst John Nash im Film A Beautiful Mind von Ron Howard ausdrückt: I look through the govern dynmaics. A truly original idea. That’s the only way I’ll ever distinguish myself. 

Vom Schreiben her denken
Früher haben die Menschen noch Tagebücher geschrieben. Das diente nicht nur der Reflexion des Tagesgeschehens, sondern auch der Erzeugung neuer Informationen, eigener schöpferischer Potenziale und Produktivität der Ideen, die erst durch eine analoge Hand-Herz-und-Hirn-Verbindung geschrieben und damit ausgelöst wurden. Und das Schreiben jeglicher Art ist wie das Denken auch ohne emotionale Beteiligung gar nicht möglich. Das Schreiben ist nicht nur eine Angelegenheit des Hirns, sondern vor allem auch des Herzens. Ohne emotionale Involvierung lässt sich so kein Text erschaffen. Dabei ist das nicht nur bei Liebesbriefen der Fall, sondern wie folgt beschrieben auch bei wissenschaftlichen Texten.

Vom emotionalen Tagebuch zum emotionslosen Wissenschaftstext
In seinem Artikel Wissenschaftlichkeit schreibt Otto Kruse: In unserem Workshop über das Schreiben machen wir oft eine Übung, in der wir die Teilnehmer auffordern, das gleiche menschliche Erlebnis in drei verschiedenen Varianten zu schreiben. Einmal als Tagebuchaufzeichnung, ein zweites Mal als Zeitungsartikel und als drittes Mal als wissenschaftlichen Text. Am meisten Schwierigkeiten gibt es aber bei den wissenschaftlichen Texten. Erstens fällt auf, dass die wissenschaftlichen Texte viel kürzer sind als die anderen. Zweitens werden die Aufsätze plötzlich sehr abstrakt. Es wird nicht beschrieben, sondern analysiert. Beschreiben gehört offensichtlich für viele Menschen gar nicht zum Repertoire wissenschaftlichen Handlungen, obwohl die Wissenschaft mit der Beschreibung anfängt. Drittens verschwindet das Wort “ich” aus den Texten. Wissenschaft ist unpersönlich, “ich” habe damit gar nichts zu tun. Dementsprechend werden Passivformen verwendet. In dem Glauben, Wissenschaft müsse immer “objektiv” sein, eliminieren die meisten Studierenden sich selbst als Subjekte der Wissenschaft (viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen hier mit schlechtem Beispiel voran). Viele Studierende gleiten in eine fremde Sprache hinein, wenn sie versuchen, wissenschaftlich zu schreiben. Dadurch entfremden sie sich von ihrem eigenen Denken und natürlich auch vom eigenen fühlen… Sir Peter Medawar, Immunologe und Nobelpreisträger erklärt: Es hat keinen Sinn, sich wissenschaftliche Aufsätze vorzunehmen, denn sie verbergen nicht nur die gedanklichen Grundlagen der beschriebenen Arbeit, sondern stellen sie bewusst verzerrt dar. Robert Merton, ein Wissenschaftshistoriker beschreibt eine typisch wissenschaftliche Arbeit wie folgt: Es besteht eine große Differenz zwischen der gedruckten wissenschaftlichen Arbeit und der tatsächlichen Gewinnung von Erkenntnissen. So lässt die makellos wirkende wissenschaftliche Arbeit kaum etwas erahnen von den plötzlichen Eingebungen, Fehlstarts, Irrtümern, ungeklärten Einzelproblemen und glücklichen Zufällen, die mit Untersuchungen einhergingen.                    

Was hindert uns daran Ideen emotional zu entwickeln?
Warum ist das nun so? Warum verhalten sich Menschen oft so genau in diesem Kontext? Nun, unsere Erziehung in den Bildungsinstitutionen trägt immer noch ein Großteil dazu bei, dass der Schwerpunkt auf Analyse, Kritik und menschlicher Selbstkritik liegt. Gerade in Deutschland. Damit erreichen sie jedoch nur 50 Prozent der erforderlichen Leistung von Menschen. Die anderen 50 Prozent der Leistung liegen wo ganz anders; Nämlich in der Kreativität, Schöpfung und Erschaffung von neuen Ideen. Wenn Sie mit Analyse und Kritik arbeiten, bauen sie zudem Wände und Mauern, anstatt Brücken und Brückenpfeiler zu den Menschen auf. Beabsichtigt oder unbeabsichtigt, Fakt ist, Sie lassen die Menschen gegeneinander (in konfrontativer Konkurrenz) antreten, anstatt miteinander in (kreativer Kooperation) arbeiten.              

Was können wir tun?
Wir können nun den Teil der Analyse, Kritik und Selbstkritik nehmen und diesen in der Analogie eines Aufzugs entsprechend herunterfahren, während wir den Teil der Kreativität und Schöpfungskraft in Form von Potenzialen der Menschen ihrer Motivation und Produktivität stärker hochfahren. Ähnlich wie das Bild eines Flaschenzugs oder Paternosters. Das würde jedoch gleichsam mehrere Revolutionen und Evolutionen bedeuten, denn das wäre ein Framework für Kindergärten, Schulen, Hochschulen Ausbildungsstätten und auch die modernen innovativen Arbeitgeber. Wir können uns hierbei auf Martin Luther King besinnen, der einst sagte. Die Menschen haben gelernt wie die Vögel (mit Flugzeugen) zu fliegen; sie haben aber nie das Gefühl der Brüderlichkeit untereinander entwickelt. Schauen Sie einmal wie ich in meinen vergangenen Artikeln die Kultur und Kunstprozesse erwähnte die Menschen prozesshaft aktiv integrieren anstatt strukturell und passiv voneinander trennen. Schauen wir z.B. einmal auf ein Depeche Mode Konzert und zwar in der DDR in den späten 1980er Jahren, so war das eine kleine Revolution. Hätte man dieses Konzert in Emotionen messen können, so hätten die menschlichen Emotionen, die extreme Power und die gleichzeitige Melancholie der Band, die mit ihren Besuchern hier im Osten der Republik in gemeinsame Resonanzmuster und ein gemeinsames Resonanzkraftfeld tritt, jedwede Gefühlsskala gesprengt. Dabei verabeitet eine gemeinsame vernetzte Kultur die Weltkomplexität Die gemeinemsame Kultur stabilisiert die Menschen in der Komplexität, deshalb wird sie oft als erstes geopfert, wenn Krisen und Kriegszustände auf dem Tableau von Regierungen erscheinen. Hier beim Depeche Mode Konzert, welches eine wahre Legende darstellt, gab es eine unermessliche Begeisterung, Freude und Freudentränen ergossen sich zu einem einzigartigen Mahlstrom der Menschen. Anstatt Härte, Rigidität, Vorschriften, Bürokratie, starre Hierarchie und DDR-Diktatur wurde für ein Tag ein Traum zur traumhaften Realität. Wäre das nicht ein Zukunftsmodell für eine neue aufkommende Wissenschaft? Überwältigende Emotionen der Faszination und Begeisterung?    

Eine Gesellschaft der Ideen
Benötigen nicht auch wir und unser Land neue Strukturen, nicht nur der Betonbrücken, sondern auch Brücken sozialer Technologien von Netzwerkarchitekturen. Und zwar nicht nur für das andere Ufer, sondern auch für andere Welten? Benötigen nicht auch wir neue Strukturen und soziale Systeme der Kreation und Innovation von Menschen in den Organisationen? Und dazu eine neue oder zumindest erweiterte Definition von Wissenschaft, die das befördert? Was ist Ihrer Meinung nach zur Wissenschaftsdefinition in der Wissenschaft und Wirtschaft noch zu sagen? Soll diese Architektur sich zukünftig um das Gravitationsfeld der Ideen und Emotionen drehen? Darf man Ideen und Gefühle, wie Freude und Begeisterung überhaupt ausdrücken? Ist das noch seriös? Muss Wissenschaft rein rational sein, oder sind Begeisterung und Faszination nicht die Flamme, die das Feuer der Ideen zu Innovationen bei den Menschen entfacht? Haben wir das als Erfindungsnation der Dichter und Denker, Handwerker, Meister, Techniker, Ingenieure und Architekten gar verlernt? Was meinen Sie! Bitte schreiben Sie mir.

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Dominic Blitz vom Blitz-Institut erforscht seit Jahren multidisziplinär den Bereich der Netzwerksysteme und deren Netzwerkprozessorganisation. Hierbei geht es darum, wie Komplexitäts- und Informationsverarbeitung in den unterschiedlichen Netzwerksystemen biologisch (Gehirne), künstlich (KI-Computer) und organisatorisch (Communities) mit Kommunikation, Feedback, Fluktuation und Resonanzprozessen vonstatten geht. Er bietet zum Thema Informationsverarbeitung mit Mustererkennung durch Netzwerkbildung Vorträge, Workshops und Beratungen an. Herr Blitz hat hierzu eigene Systeme entwickelt die für Innovation und hohe Produktivität in Wirtschaft und Wissenschaft anwendbar sind. Dominic Blitz ist unter https://blitz-institut.de; E-Mail: db@blitz-institut.de erreichbar.

13 Kommentare

  1. Einstein soll gesagt haben ´Zeit ist, was die Uhr anzeigt´.
    Leider hat es bis heute niemand für notwendig befunden, sich über Zweck und Funktionsweise von Uhren ernsthaft Gedanken zu machen:
    Uhren sind nichts anderes als tragbare Kalender, von denen man als ´Uhrzeit´ deshalb auch nur Kalenderdaten ablesen kann – und keine ´Zeit´. (Wer wissen will, was das Wesen von Zeit ist, müsste sich mit dem Grund dafür beschäftigen, warum sich die Zeiger der Uhr bewegen.)

    Was ´Zeit´ ist, dafür gibt es von der Physik/Wissenschaft bisher noch keine Definition.

    Wenn Wissenschaftler aber mit Werten rechnen (deren Bedeutung nicht definiert ist), dann können die Ergebnisse toll aussehen, aber trotzdem wertlos sein:
    Z.B. Wenn man mit den Einstein´schen Formeln sogar Zeitreisen berechnen kann, dann verdeutlicht dies das Problem. Denn Begriffe wie ´Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft´ sind nur Ideen unserer Phantasie – und gehören zum Bereich der Psychologie bzw. Philosophie.
    D.h. wenn Physiker sogar in der Lage sind, Zeitreisen in Ziele zu berechnen – die nur aus unserer Phantasie stammen – dann muss man über die Qualität dieser Berechnungen nachdenken.

    Dieses Beispiel soll ein Problem der aktuellen Wissenschaft aufzeigen: wo es keine nachvollziehbaren Definitionen gibt, werden Aussagen bzw. Berechnungen fragwürdig – oder: Wissenschaft wird zur Esoterik; an die man glauben muss.

    • Es existiert durchaus eine dritte Kraft im Universum, neben Energie und Materie, die von Raum und Zeit abgekoppelt ist und diese Raum-Zeit-Grenze überwinden kann: Information

      Nutzen wir diese Information nun passend, so sind wir alle Zeitreisende.

  2. @Artikeltext

    „Was ist Ihrer Meinung nach zur Wissenschaftsdefinition in der Wissenschaft und Wirtschaft noch zu sagen?“

    Wissenschaft entwickelt sich anscheinend längs der gelösten Probleme, die zur wissenschaftlichen Methode passen. Und das auch noch in jedem Fachgebiet einzeln. Klar bleibt hier vieles auf der Strecke, wo der Einzelne wie auch die Gesellschaft eigentlich dran zu knacken haben.

    „Soll diese Architektur sich zukünftig um das Gravitationsfeld der Ideen und Emotionen drehen?“

    Das leben ist bunt und emotional. Zumindest die Psychologie und die Medizin muss sich ja nun damit befassen. Macht aber auch dieses dann meistens längs der eigenen Methode. So wird nicht die Emotion des Probanden direkt aufgegriffen, es wird dann meistens per Fragebogen abgefragt, und die reale Lebendigkeit auf formale Parameter heruntergebrochen. Klar dürfte hier sein, dass man so insbesondere im Umgang mit Psychisch Kranken eine Distanz aufbaut, die eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem wirklichen Menschen verfehlt.

    Emotionen in der Präsentierung der Wettervorhersage mag gutes Entertainment sein. Kann auch nicht schaden, insbesondere eine echte Begeisterung des Experten ist sehenswert. Das schadet in der Forschung aber sicher auch nicht, emotionaler an die Sache heranzugehen. Insbesondere wenn es motiviert, nicht recht uninteressante Details zu erforschen, weil sie so gut zur wissenschaftlichen Methode passen, sondern stattdessen Fragen zu untersuchen, die wirklich brennend sind. Auch wenn das dann viel schwieriger ist.

    Evidenzbasierte Medizin etwa konzentriert sich gerne auf Pillen und Spritzen, weil man nur die richtig gut placebokontrolliert auf ihre Wirksamkeit prüfen kann. Andere Maßnahmen, etwa gute Gesprächsführung des Arztes, oder gezielte Psychotherapie oder Physiotherapie werden entsprechend weniger beforscht. So bleibt dann die Medizin am Ende einfach unter ihren Möglichkeiten.

    • Ja Dankeschön für das Statement. Patienten, die über berufliche, seelische und zwischenmenschliche Probleme zum Arzt gehen und das werden ja immer mehr-bekommen kaum die passende Unterstützung. Denn mit der normalen Medizin und den Brückenträgern der Medikamente kann man das “anstehende Problem” ja nicht behandeln. Besser wäre hier eine freundliche, wertschätzende, mitfühlende psychologische Kommunikation des Mediziners. 60-90% der Arztbesuche sind auf emotionale Probleme zurückzuführen, die sich vom Geist in den Körper (Angst, Konfliktstress, Mobbing…) nach und nach festsetzen. Ob nun im Hormonsystem, Magen, Darm- oder Herz-Kreislauf-Strukturen. Mit klugen Fragen wäre eine Möglichkeit dahinter zu kommen. Dafür bedarf es jedoch Zeit und Geduld mit dem Patienten gemeinsam mittelfristiger zusammenzuarbeiten und das Problem gemeinsam höchst kooperativ in iterativen Schleifen immer wieder fluktuativ langfristig zu lösen. Hierzu sollte der Arzt eher der Impulsgeber sein und der Patient dies weitgehend selbst umsetzen. Oft ist ein fehlgesteuertes Leben die Ursache. Keine Natur, hässliche Orte, kaum Bewegung, Fehlernährung, kaum soziale Beziehungen, Einsamkeit und Isolation etc… Als letztes käme noch die Systemmedizin bzw. integrative Medizin dazu, die eben eher in den Supersystemen (Zusammenhänge Gehirn, Nervensysteme, Immunsystem etc.) rekursiv lernt und diese synchron koordiniert. Erst das Verstehen und erst viel später Bedeutung und Bewertung zur Behandlung. Oft wird vorschnell bewertet, ohne die Ursachen zu kennen und so liegt man bei gewissen Methoden eben oft daneben…Auch und gerade deshalb macht es Sinn sich mit Netzwerksystemen und deren Muster auseinanderzusetzen…Die neue Art der Neuroimmunologie und vernetzer Systeme wäre da angebracht. Wir alle haben das ja beim Corona-Virus gesehen, dass da keine Erwähnung weltweit fand, so weit zu gehen. Genau das wäre eben nötig. Cyber-Highend und Hardcore-Forschung über die üblichen Disziplinen und Horizonte hinaus. Ist das schwer? Ja sogar sehr schwer. Aber aller Mühe wert!

  3. Wissenschaft ist der Umweg, über die Erkenntnis des holographischen Universums, zur ganzen/ganzheitlichen Kraft des Geistes, die Mensch in dieser Realität, seit Mensch erstem und bisher einzigen geistigen Evolutionssprung, in Konfusion “individualbewusst” gestaltet.

    • Erinnert an den ehrwürdigen Herrn Wheeler…der das als ein großes ganzes informationsverarbeitendes Universum (partizipatorisches Universum) sieht, in dem Dinge und Zusammenhänge gerade jetzt neu, emergent und evolutionär geschehen. Und zweitens eben der Gemeinsamkeiten von Netzwerkarchitekturen.

  4. Was ist Wissenschaft ?
    Bertold Brecht hat sich in dem Stück Galileo Galilei damit befasst, genau wie Dürrenmatt in dem Stück “Die Physiker”. Dass Wissenschaft dem Wohl der Menschheit dient ist ein Wunschtraum denn Wissen wurde und wird bisher immer genutzt um der jeweils herrschenden Ideologie zu dienen. Wissenschaft ist also so gesehen politisch da
    sie ideologisch, ökonomisch, militärisch der herrschenden Macht dient. Wissenschaftler könnten also mit ihren Erkenntnissen auch potentielle Mörder sein da ihr Wissen auch gegen das Wohl der Menschen missbraucht werden kann(Atomspaltung, Schießpulver ,künstliche Intelligenz im Rahmen der medialen Überwachung etc.) Wissenschaftler werden für diesen “Berufsethos” wahrscheinlich sehr gut bezahlt und sind daher korrumpierbar . Man kann Wissenschaft also nicht aus dem sozialen Umfeld einer Gesellschaft herauslösen denn sie ist Teil dieser .Bei Dürrenmatt befinden sich die Physiker in einer Irrenanstalt und sie wollen ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht rausgeben da sie fürchten das diese missbraucht werden. Dass angebliche Irre so menschlich denken ist schon bemerkenswert im Vergleich zur “vernünftigen” Außenwelt.

    • Hallo, ja goldrichtig. Ich habe das in meinem Artikel der Cybernetics in eine Cybernation letztes Jahr beschrieben. So schreibe ich bei Brechts Galileo: ”
      Vom alten zum neuen Weltbild gelangen
      Ein anschauliches Beispiel hierzu ist das ptolemäische Weltbild, welches bis zum 16. Jahrhundert im Zentrum einer Welt gestanden hat und etabliert war. Dabei stand die Erde im Zentrum des Universums. Und dabei bewegten sich die Sonne, Mond, Planeten und Sterne auf konzentrischen Bahnen um die Erde herum. Mathematisch ausgeklügelte Analysen und Modelle wurden entwickelt, um astronomische Ereignisse auf der Grundlage des ptolemäischen Modells genau vorherzusagen. Erst als Kopernikus und Kepler feststellten, dass die Gleichung mit ihren Funktionen konsistenter und kohärenter erschien, wenn die Sonne an die Stelle der Erde als Zentrum trat, kam es zu einem Denk- und Paradigmenwechsel.

      Berthold Brechts Theaterstück: Galileo Galilei
      Berthold Brecht beschreibt hierzu in Das Leben des Galileo Galilei genau diese Schwierigkeiten von einem alten Weltbild in ein neues Weltbild zu gelangen. Aber während Galilei damals versuchte seine Lehre den Professoren nahe zu bringen und sie mehrmals aufforderte durch sein Fernrohr zu schauen, weigerten sie sich, weil sie die alte aristotelische Wissenschaft repräsentierten. Die Gelehrten waren nicht bereit sich für neue Lehren geistig zu öffnen. Ganz im Gegenteil: sie stützen sich auf die Autorität des großen Aristoteles und der Kirche. Galilei, der lediglich die Wahrheit zeigen möchte und die Wissenschaft für das Volk zugänglich machen will, wird nicht akzeptiert. Das Thema der Szene ist die alte Lehre des Aristoteles gegen die neue Lehre des Galilei. Das kopernikanische Weltbild gegen das ptolemäische Weltbild. Beide treffen erstmals aufeinander und stehen symbolisch für eine Ablehnung für das Neue. Zugleich stehen sie für den Aufbruch in eine neue Welt.” Dominic Blitz

  5. Dominik Blitz
    ….die Umsetzung fehlt..
    zur Ergänzung, die Menschen fehlen, die Ihr Wissenschaftsbild und Ihr Menschenbild umsetzen können. (auch meines)

    Sehr gut, dass Sie Ihre Ideale nicht aus dem Blickwinkel verlieren. Unsere Gesellschaft ist dabei sie zu verlieren.

    • Hallo, Danke für das Mut machen ! Mein Arbeitsfeld ist dort, wo neue Strukturen, Prozesse und Systeme äußerst dankbar angenommen werden und nicht unterdrückt und abgelehnt werden. Und das ist eben die Wirtschaft und die Wissenschaft. Das ist vielleicht sogar mehr im Ausland als in Deutschland der Fall, da ja hier Ideen und Innvoation nicht zum Thema Nummer 1 gemacht werden, sondern der Wohlfahrtstaat. Und wie Peter F. Drucker das ja erwähnte, sollten wir über die Grenzen des Wohlfahrtstaates reden. Wir benötgien nämlich selbst Hilfe in Form von Prozessen zu den Personen untereinander und ihren Beziehungen, wie das Schulbeisspiel zeigt. Wir sollten uns überlegen ob wir in den Schulen Maschinen bauen und versorgen wollen, für noch mehr Kontrolle und Überwachung der Kinder, und was sie in ihr PC-Tablet eingeben. Oder ob wir uns endlich um die Potenziale und der Produktivität von Kindern in den Kitas, Schulen, Hochschulen… etc und Erwachsenen in Ausbildungen und bei den Arbeitgebern als Kernthema kümmern möchten. Es geht dann nicht um mehr Pcs, diese stören sogar und man entfernt sich vom lernen und vom eigenen Gehirn, sondern im Kern geht es um die Beziehungen. Die Beziehung von Lehrer und Schüler, Regierung und Gesellschaft, nicht um Technik. Es werden mittlerweile soviele Blendgranenten gezündet, dass viele Mesnchen das gar nicht mehr wissen noch wahrnehemn, was wirklich im Leben des Menschen wichtig ist. Die sozialen Beziehungen! Sie entscheiden über Glück, Pech, Trauer; Tod, Liebe oder gar Transzendenz. Im privaten wie beruflichen! Es sind die Beziehungen von Menschen. Die Maschinen kommen später…

      Deutschland war und ist eine Gesellschaft sowohl der Dichter und Denker als auch der Entdecker und Erfinder. Und das sollten wir befördern bevor es zu spät ist. Und es ist noch nicht zu spät. Viele Länder im Ausland haben das durch eine fehlgelenkte und fehlgeleitete Poltitk versäumt umzusetzen und haben sich wieder in ein Mittelalter katapultiert. Wir sind nun auf dem besten Wege das nachzutun. Um unsere weitere Existenz auf der Erde zu sichern ist ein umdenken und umlernen angesagt. Es geht vor allem darum mittel- und längerfristig zu denken und eine integrative und stärker partizipative Organisaion mit den Menschen und nicht gegen sie einzuleiten. Wir können uns diese bornierte und arrogante Verhaltensweise aus Deutschland heraus andere Ländern zu belehren und auch uns selbst einfach nicht mehr leisten. Das meinte ich auch mit einem Schwerpunkt der Analyse. Kritik und Selbstkritik. Damit zerstören sie ganz viel.
      Wir sollten uns vielmehr an die eigenen Nase greifen. Wir benötigen dazu kohärente Systeme, die integrativ auf Menschen wirken und Disziplinen und Vehikel dazu gleichsam. Das wollte ich mit diesem Thema ansprechen und das stelle ich bereit. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  6. Ein sehr schöner Beitrag zur Wissenschaft. Ich denke, bevor man die Wissenschaft laut macht, muss man den Menschen zuerst beibringen wie Wissenschaft funktioniert. Der Satz des Artikels “Science is the way…” bringt es entsprechend auf den Punkt. Der Weg der Wissenschaftsarbeit muss beschrieben werden, denn ansonsten ist es für den Unbedarften Hokuspokus und dementsprechend “gefährlich”.
    Das beste Beispiel ist die Coronazeit. Dort ist die Wissenschaft laut gewesen, mit dem Problem des schnellen Erkenntnisgewinns, was zu teilweisen widersprüchlichen Aussagen in kurzer Zeit geführt hat und nur das ist bei den Menschen hängen geblieben. Deshalb muss meiner Ansicht nach in der Bildung mehr vermittelt werden wie man zu den Erkenntnissen gekommen ist. Ein sehr einfaches Beispiel: Ich habe in der Schule noch gelernt, wie man die Zahl PI gefunden hat. Heute fällt sie quasi vom Himmel. Da würde mir auch das Verständnis fehlen.
    Die Wissenschaft muss also einerseits den Weg des Erkenntnisgewinns mehr erklären und sie muss vor allem erklären, warum sie keine definitiven Aussagen macht / machen kann sondern immer sagt, “nach aktuellem Kenntnisstand”. Dazu muss dann klar gemacht werden, dass dies gut und richtig ist. Leider wollen die Menschen eine definitive, konkrete Aussage haben, was die Wissenschaft immer in die Defensive drängt, da sie die Ergebnisse begründen will, während die Wissenschaftsgegner mit dem Mittel des Zweifels und der falschen Bestimmtheit arbeiten, was immer leichter und schneller geht.
    Aus dieser Erkenntnis heraus ergibt sich ein weiteres, uraltes Problem. Die Mächtigen dieser Welt wollen entweder die Wissenschaft für sich haben, um ihre Vormachtstellung zu untermauern oder sie wollen die Wissenschaft unterdrücken, weil sie unbequem ist (Stichwort die Erde ist eine Scheibe). Gleichzeitig soll die Masse dumm gehalten werden, damit sie die Wissenschaft nicht versteht. Das beste Mittel hier gegen ist wiederum, dass die Wissenschaft möglichst laut ist und von allen gehört wird. Fazit: laut, aber richtig.

    • Nun vieles ist ja bereits gesagt worden. Und schaut man auf die unterschiedlichen sozialen Systeme von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, so fallen diese doch höchst unterschiedlich aus. So steht beispielsweise das Politiksystem konträr zur Wissenschaft. So tritt beispielsweise ein Politiker als Redner mit Ideen auf, die oft später in Gesetze münden können, die oft gar nicht überdacht und überprüft worden sind. Manchmal stammen sie sogar von anderen Parteien und anderen Politikern! Während Wissenschaftler oft dreimal fünfmal, zehnmal, 100-mal überlegen und überprüfen, bevor sie mit ihren Ideen vor die Türe gehen und diese artikulieren. So sind beide soziale Systeme eher inkompatibel und ein Unterschied wie Tag und Nacht.

      Auf der anderen Seite haben wir die Wirtschaftssysteme, deren Aufgabe es doch vornehmlich ist, Ideen in Produkte zu verwandeln. Und die Wissenschaft ist hier ähnlich, Ideen in Publikationen zu verwandeln.

      Es gibt mittlerweile mehrere Staaten in der Welt, die das alles Politik, Wirtschaft und Wissenschaft konsistent und kohärent strategisch-operativ zusammenbringen. Ideen in Strukturen aktiv einzubetten, das diese Ideen leben können. Eine Politik, die Ideen und Visionen ausruft, die realistisch ist und die Wirtschaft und Wissenschaft einlädt zu folgen. Mehr Zug als Druck auf die Menschen!

      Warum? Nicht für sich selbst, noch für die Partei, sondern für eine Kohäsion, Entwicklung und die weitere Existenz der Gesellschaft.
      Wir sollten diesem Beispiel folgen.
      https://blitz-institut.de

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