Braucht die Wissenschaft eine neue mediale Plattform?

Eine Million Arten sind vom Aussterben bedroht – das wurde in den letzten Tagen auf fast allen Nachrichtenportalen berichtet (Auswahl: taz.de, Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, Deutsche Welle, Zeit Online).

Dieser Biodiversitätsverlust, so heißt es dort, übertreffe gar das Aussterben der Dinosaurier und zerstöre unwiederbringlich ganze Ökosysteme. Besonders dramatisch: diese ökologische Katastrophe ist menschengemacht. Durch Rodungen und intensive Landwirtschaft hat der Mensch den Lebensraum vieler Tier- und Pflanzenarten Stück für Stück zerstört. Hinzu kommen giftige Rückstände in Luft, Wasser und Boden, die dann noch die letzten überlebenden ihrer Art dahinraffen.

Nahezu alle Newsoutlets haben darüber berichtet und berufen sich dabei auf ein Papier des Weltbiodiversitätsrates IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services). Dieser wiederum erstellt seinen Bericht basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Expertisen – das Artensterben wurde letztlich durch wissenschaftliche Arbeit erkannt und benannt.

Seit Wochen, wenn nicht gar Monaten, demonstrieren jeden Freitag Schüler für ihre Zukunft. Dafür, dass die Politik endlich etwas gegen den Klimawandel unternimmt und der jungen Generation einen halbwegs bewohnbaren Planeten hinterlässt, statt ihnen leere Phrasen entgegenzuschleudern. Die 16-jährige Greta Thunberg – und kein „Politik-Profi“ – ist dabei zum Gesicht einer internationalen jungen Bewegung geworden, die die globale Erwärmung ernst nimmt und um ihre Zukunft bangt. Diese Angst kommt nicht von ungefähr, sondern wird seit Jahren von wissenschaftlichen Fakten untermauert: Der Ausstoß von Treibhausgasen führt zu einem Temperaturanstieg, welcher Polkappen abschmelzen lässt. Dadurch wiederum werden ganze Landstriche überflutet während wieder andere ausdürren – von der damit einhergehenden Zerstörung von Lebensräumen ganz zu schweigen. Diese Kausalkette und deren katastrophale Folgen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden in Europa und Skandinavien größtenteils – zum Glück – als Tatsachen anerkannt; es gibt kaum Berichte in unseren Breitengraden, die die wissenschaftlichen Fakten rund um den Klimawandel und dessen Konsequenzen für die Menschheit anzweifeln.

zu Wenn die Wissenschaft uns also die Welt in der wir leben erklären kann – einschließlich der negativen Aspekte wie dem Artensterben und dem Klimawandel – warum haben Forschung und Wissenschaft dann noch immer so ein angestaubtes, abgehobenes Image? Wenn sie der Ausweg aus dieser scheinbar ausweglosen Situation sind, warum gibt es keine spontanen Großspendenaktionen für Klimaforschungsprojekte? Keine Sammelbilder von neuen Innovationen, die CO2-Emissionen minimieren oder neutralisieren können? Warum hat nicht jedes Kind ein Sticker-Sammelalbum mit seinen Lieblingsforschern zu Hause und lässt sein Forscherteam gegen das Team anderer Kinder antreten?

Ja, wir brauchen Greta und die demonstrierenden Schüler, denn so bleiben die Themen aktuell und in der öffentlichen Wahrnehmung und es wird so für die Entscheidungsträger immer schwieriger, untätig zu bleiben. Aber der Fokus stimmt nicht: statt zu diskutieren, ob Schüler es sich leisten können, freitags den Unterricht zu schwänzen, oder ob eine 16jährige wirklich aus freien Stücken ständig unterwegs ist, um auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen, sollten wir neue Ansätze und Erkenntnisse aus der Wissenschaft diskutieren: ich wünsche mir eine abendliche Talkrunde, die statt Politikverdrossenheit und befürchteter wirtschaftlicher Einbußen konzeptionell neue Ansätze für den Klimaschutz diskutiert oder zumindest die wissenschaftlichen und technischen Abläufe darlegt: wie lange dauert es von der Idee bis zur Umsetzung?

Am Wochenende fanden weltweit wieder Aktionen rund um den „March for Science“ statt, darunter auch in etlichen deutschen Städten. Doch was vor drei Jahren als Aufschrei gegen „alternative Fakten“ und „fake news“ in den USA begann, verhallte dieses Jahr in Deutschland vielerorts nahezu ungehört. In einigen Städten fanden gar keine Kundgebungen statt oder wurden auf einen anderen Termin verschoben, und in den anderen Städten wurden die Veranstaltungen maximal in der regionalen Berichterstattung aufgegriffen. Abgesehen vom WDR habe ich nicht einen überregionalen Medienbericht gesehen bzw. gefunden.

Wie kann es sein, dass wir zwar täglich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen wie dem Artensterben und dem Klimawandel in Nachrichtenbeiträgen konfrontiert werden – ganz zu schweigen von den vielen weiteren heiklen Themen wie einer möglichen Impfpflicht oder der Feinstaubbelastung – die Arbeit und das System Forschung bzw. Wissenschaft dahinter aber in den Medien kaum präsent sind? Wie können Vertrauen und Zuversicht in eine Disziplin verlangt werden, wenn über diese selbst nichts bekannt ist? Und letztlich: Wie sollen Forschende und Ingenieure unsere Zukunft retten, wenn sie keine mediale Plattform haben?

Natürlich müssen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch selbst dafür sorgen, dass ihre Erkenntnisse in der breiten Bevölkerung ankommen und verstanden werden. Doch in meinen Augen hat die Wissenschaftskommunikation in den letzten Jahren hier einen großen Sprung nach vorne getan. Wenn diese Kommunikationsansätze nun aber in den traditionellen Medien nicht ankommen oder aufgenommen werden, wird selbst die beste Wissenschaftskommunikation letztlich nur ein Echo innerhalb einer großen Filterblase sein. Die Brücke zwischen Wissenschaft und Journalismus ist da. Doch sie muss dringend ausgebaut und von beiden Seiten genutzt werden.

Zu berichten, wo Greta Thunberg am Freitag an einer der Schülerdemonstrationen teilnehmen wird, ist gut. Zu berichten, welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Woche Abhilfe in Sachen Klimawandel leisten könnten, wäre besser.

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Judith M. Reichel hat ihre Doktorarbeit auf dem Themengebiet der Neurobiologie/ Neuropsychiatrie absolviert und ging anschließend für eine Postdoc-Stelle nach New York. Dort angekommen verschob sich ihr Interesse immer mehr in Richtung Wissenschaftskommunikation, und sie sammelte erste Erfahrungen als Gast-Bloggerin für verschiedene etablierte Seiten. Schließlich entschloss sie sich dem Labor den Rücken zu kehren und kam als Wissenschaftsredakteurin zurück nach Deutschland. Inzwischen arbeitet Sie als wissenschaftliche Referentin im Bundesforschungsministerium (BMBF), schreibt hier aber privat. Judith twittert als @worklifesthg und ist auf LinkedIn zu finden.

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  1. Die Wissenschaft ist ein Stakeholder im gesellschaftlichen Sein, zwar ohne Mandat, dafür aber in der Spitze in der Suche nach Erkenntnis, wobei allerdings nicht alles wissenschaftlich erfasst werden kann und vieles unzureichend wissenschaftlich erfasst ist, wie der Schreiber dieser Zeilen findet.
    Nichts natürlich gegen die naturwissenschaftliche Methode!

    Weil es nun nichts Expertokratisches geben darf, jedenfalls nicht aus demokratischer Sicht, ist der gegebene Zustand der, dass die Wissenschaft, insbesondere die “harte” Naturwissenschaft, medial aus bestimmter Sicht unterrepräsentiert ist, die Öffentlichkeit meinend.
    Dr. Webbaer täte sich sehr freuen, wenn so eine Art Science-Channel bereit stehen könnte, gar über die “Öffies” finanziert.
    Gibt es in anderen Ländern, auch auf YouTube, Dr. W schaut eher selten rein, korrekt.

    Die wissenschaftsnahen WebLogs sind ja nicht schlecht, könnten aber aufgewertet werden.

    Ein weiterer Wunsch des Schreibers dieser Zeilen besteht darin auch Kritiker oder freundlich skeptische Begleiter der Wissenschaft dann zu Wort kommen zu lassen, keine “Antis”, keine Esoteriker, sondern vielleicht Philosophen oder in der Wirtschaft Tätige, die dann bspw. (auch soz. ketzerische) Fragen stellten wie ‘Was ist denn am Artensterben so-o schlecht?’ oder ‘Kann dem sich abzeichnenden Klimawandel auch durch Adaption oder sog. Workarounds, auch das sog. Geo-Engineering meinend, sinnhaft entgegnet werden?’ oder auch ‘Was kostet das?’ bzw. ‘Hat die Natur einen intrinsischen Wert?’

    MFG + schöne Woche!
    Dr. Webbaer

  2. Nein, die Wissenschaft braucht vor allem ein neues unabhängiges und unkorrumpierbares Bewusstsein für eine neue Weltordnung, damit sie aus dem Respekt vor ihr, eine vorbildlich-nachahmenswerte Bewegung in eindeutig-zweifelsfrei und wirklicher Wahrhaftigkeit ins Leben ruft – ich alleine würde es ja tun, aber es hört ja keiner auf mich.

    Die “Bewegung” aus Greta Thunberg heraus, ist offensichtlich leider zu sehr kontrolliert von Konservatismus, Liberalismus und “Ich will so bleiben wie ich bin”!

  3. Es interessiert die Menschen nicht, es interessiert die Medien kaum und die Politiker haben zum Teil keine Ahnung (sagte Greta Thunberg, die ja mit einigen gesprochen hat) und es interessiert sie überwiegend auch nicht.

    Nein, es ist nicht die Schuld der Wissenschaft. Es ist ein kollektives Versagen von Gesellschaft und Politik.

    Es müsste in den Hauptnachrichten ein ordentliche Sparte ökologischer Meldungen zum Zustand der Erde geben, vor Sport und Wetterbericht.

  4. “Zu berichten, welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Woche Abhilfe in Sachen Klimawandel leisten könnten, wäre besser.”

    Besser wäre: leisten müssten, wenn es die Symptomatik “Wer soll das bezahlen?” nicht mehr geben dürfte!

  5. “… Zukunft retten …”

    Persönlich würde ich mir eine ganz allgemeine begriffliche Abrüstung wünschen 😉

    Weltrettung, Zukunftsrettung, Staatsrettung, Demokratierettung, Klimarettung, Artenrettung… und was noch so alles an vornehmlich medialen Hype-Begriffen rumschwirtt, das alles sollte professionelle Wissensarbeiter aller Fachrichtungen nicht leiten. Das ganz normale Arbeitsethos ist das, was als Leitbild ausreichen sollte. Im eigenen fachlichen Gärtlein sorgfältig und fernab jeden Hypes vorankommen, gerne auch im medialen Bereich und wenn es eben Vorteile bringt, gerne auch auf “neuen” Plattformen.

    Das Retten von irgendwelchen Dingen im planetaren Maßstab sollte man den Populisten überlassen – jeder, der einigermaßen alle Tassen im Schrank, wird denen sowieso nichts glauben, was sie über Twitter und Konsorten verbreiten, und diejenigen, die den “Rettern” auf den Leim gehen, werden sich früh genung nach den Enttäuschungen anderen Superhypern zuwenden.

  6. Übrigens, ich bin auch vom Aussterben bedroht, aber nicht weil ich zu krank und zu alt bin, nein, weil mir das System mal wieder durch Ausbeutung, Unterdrückung, Zynismus und Erpressung versucht meine Menschenwürde zu beschneiden, in dem es mir als Arbeitslosen die “Leistung” um 30% kürzt, sozusagen als Strafe für meine Anmaßung sich zu wehren gegen eine neunmonatige Trainingsmaßnahme – Vielleicht sollte ich komplett auf meine Kompromissbereitschaft zur Bevölkerung dieses Planeten verzichten und im Wald meinen eigenen Lebensraum abholzen und …!?

  7. Zuwenige Menschen und Gesellschaften sind bereit Konsequenzen zu ziehen aus dem was man bereits weiss.
    Das ist nichts Neues. Schon immer waren Anpassung an die Verhältnisse und Ergreifen der sich bietenden Chancen die wichtigsten Kräfte, die Gesellschaften geformt haben. Wenn aber der Klimawandel oder das Artensterben wenig direkten Einfluss auf das Leben der meisten Menschen haben, entwickeln sich auch keine Kräfte, die das zu ändern versuchen. Einige Ökonomen haben deshalb schon früh vorgeschlagen Treibhausgasemissionen müssten einen Preis besitzen, müssten etwas kosten. Denn Kosten wirken als Kräfte, denn Kosten will man vermeiden. Doch bis jetzt gibt es erst wenige Länder mit angemessenen Preisen für Treibhausgasemissionen. Weil sich diejenigen, die den Status Quo verteidigen, die Oberhand behielten. Man kann schon jetzt mit ziemlicher Sicherheit sagen: wirklich griffige Klimaschutzmassnahmen werden erst dann geschaffen, wenn es überdeutlich wird, was es alles durch den Klimawandel zu verlieren gibt.

  8. Die defizitäre Informationslage ist in erster Linie dem Journalismus geschuldet. Würden Journalisten daß tun, wozu sie eigentlich „berufen“ sind, würde es zu einer ganz anderen Sachlage kommen. Journalisten sollten über Gedanken und Geschehnisse möglichst neutral berichten. Doch heutige Journalisten nutzen ihre Plattform meist um ihr ganz persönliches Weltbild respektive das Weltbild der Auftraggeber zu „senden“. Eine ausgewogene Berichterstattung findet nicht statt.

    Dieses Verhalten ist dann besonders destruktiv, wenn etablierte Medien, wie die zwangsfinanzierten öffentlich rechtlichen Rundunkanstalten – namentlich ARD, ZDF und deren Satellitensender wie 3sat – und historisch installierte „Blätter“ wie BILD, ZEIT, SPIEGEL, SÜDDEUTSCHE, FAZ, SPEKTRUM DER WISSENSCHAFT einheitliche Bewertungen “absondern”.

    An dieser Stelle möchte ich insbesondere die Artikel-Autorin befragen. Sind Ihnen folgende Aspekte der alternativen Energiegewinnung (in Deutschland) bekannt?

    Ob Ihnen das gefällt oder nicht, (subventionierte) Wind- und Solarenergie sind in Deutschland Totgeburten, da von Tag eins an, die Zwischenspeicher fehl(t)en. Ohne das parallele Energiesystem aus fossilen Brennstoffen und/oder Kernenergie gäbe es zu keinem Zeitpunkt Windräder oder Photovoltaikanlagen, die Strom ins Netz einspeisen könnten. Das ist kein moralisches sondern ein gut dokumentiertes flächendeckendes technisches Problem.

    Haben Sie auch nur eine einzige Diskussion in Erinnerung, wo Ingenieure in einer üblichen Talkrunde in ARD oder ZDF über diesen fatalen Mißstand berichten konnten?

    Gehen Sie davon aus, daß in Deutschland in absehbarer Zeit keine E-Autos in signifikanten Mengen fahren werden. Es fehlt schlicht die (Strom-)Infrastruktur. Der neue Berliner Flughafen oder der Ausbau des Internetnetzes geben Ihnen eine Vorstellung davon, was es finanziell und zeitlich bedeutet, wenn in Deutschland Bauvorhaben durchgeführt werden.

    Zur Erinnerung: Stuttgart 21, Baubeginn Anfang 2010, geplante Inbetriebnahme Dezember 2019, verschoben auf derzeit 2025, von 2,5 Milliarden auf derzeit 8 Milliarden (2019), Neuer Berliner Flughafen, Baubeginn September 2006, geplante Inbetriebnahme November 2011, verschoben auf derzeit 2020, von 800 Millionen auf derzeit 8 Milliarden (2019), Elbphilharmonie, von 77 Millionen auf ca. 800 Millionen, geplanter Fertigungstermin 2010, Eröffnung Januar 2017. Sanktionen für die Verantwortlichen? KEINE.

    Wie kommt der Strom der Windkraft zum Verbraucher? Beispielsweise schon einmal einen »grünwählenden« Ideologen genauer „untersucht“? Der handelt meist folgendermaßen: Solange er nicht selber betroffen ist, sollen andere Opfer bringen, aber sobald die neue Stromtrasse das eigene Grundstück passieren soll, endet das „grüne“ Verständnis.

    …Ich spare mir weitere Details, wie, daß es derzeit nicht möglich ist, brennende E-Autos zu löschen, da die verwendeten Akkus den Sauerstoff selbst erzeugen. Oder was machen »sie« mit liegen gebliebenen E-Autos bei üblichen Stausituationen (Ferienbeginn, Ferienende, Unfälle,…)? Übrigens, die Antriebs-(Zwischen-)Lösung wäre aus technisch-machbaren, logischen Gründen Autos mit Verbrennungsmotor und Akku zu bauen, nur die werden aus (grün-)ideologischen Gründen nicht als Lösung angestrebt…

    Oben benannte Medien schreiben lieben über die Frisur des amerikanischen Präsidenten statt über technische Probleme zu informieren.

    Wer nach wissenschaftlichen Analysen ruft, sollte auch mit den Ergebnissen rational umgehen. Deutschlands CO2-Emissionsanteil liegt bei ca. 2%. Selbst wenn es gelingen würde diesen um 50% zu reduzieren, hätte das keinen maßgebenden Anteil für die globale CO2-Emission. Was soll also die ganze deutsche Aufregung?

    Denn: In Afrika und Asien sind Ihre Wünsche emissionsfreier Fortbewegung und „Alltagsgestaltung“ komplett realitätsfremd.

    Das wirkliche Problem ist »hier« abgebildet. Die Haupt-Verursacher (in Asien und Afrika) werden jegliche europäische Bemühung der Reduzierung des CO2-Ausstosses perspektivisch mehr als kompensieren. Westliche Klima-Ideologie sowie die bewusste Verdrängung zahlenanalytischer Fakten werden zwar Deutschland für den Normalverdiener wirtschaftlich „unbewohnbar“ machen, ohne jedoch eine global nennenswerte CO2-Reduzierung erzielen zu können. Die Feigheit vor der Thematisierung der CO2-Emissions-Wahrheit namens Überbevölkerung ist ein gewaltiges ideologisches Problem. Höchstwahrscheinlich werden sich erst einmal die Wasser- und Nahrungs-Ressourcen der Erde hier und da lokal so stark verknappen, daß die Frage nach vermeintlich schädlichem CO2 eh in den Hintergrund rückt.

    Weltweit ist ein Kohleausstieg nicht in Sicht. Die 120 größten Kohlekonzerne haben aktuell knapp 1.400 neue Kraftwerke in 59 Ländern in Planung oder sogar schon im Bau. Damit kämen neue Kapazitäten von gut 670 Gigawatt dazu. Das entspricht einem Drittel der aktuell installierten Kapazitäten… lesen Sie selbst weiter im Handelsblattartikel Deutschland treibt den Ausstieg voran – doch weltweit boomt die Kohle.

    Und hier schließt sich der Kreis, die Überbevölkerung (derzeit 7,5 Milliarden), mit 90 Millionen zusätzlichen Menschen pro Jahr wird diesen Energiehunger im wahrsten Sinne des Wortes kräftig „befeuern“.

    Haben Sie auch nur eine einzige ernsthafte Diskussion in Erinnerung, wo irgendjemand (Wissenschaftler, Politiker) zahlenorientiert und sachlich in einer Talkrunde in ARD oder ZDF über die fatalen Auswirkungen der Überbevölkerung redet?

  9. Artensterben oder Klimaerwerbung interessiert die Masse der Menschen herzlich wenig. Diese Gesellschaft hat sie zu Egoisten erzogen, die sich in ihren vier Wänden oder in ihrem Haus mit Kleingarten und Gartenzwergen vergraben gegen die Öffentlichkeit. Hier sitzen sie vor dem TV und konsumieren KochShows, Bundesliga oder andere toxische Geistesgifte. Die wahre Realität ist ihnen egal, sie flüchten in Scheinwelten , mit und ohne Drogen ,mit medialer Hypnose und politischer Fremdsteuerung. Visionisten sehen das Problem im voraus und handeln. Pragmatiker handeln erst, wenn ihnen das Wasser bis zur Unterlippe steht. Wir sind halt ein Volk von Pragmatikern. Satirisch gesehen: Wissenschaftler geht mit euren Problemen in Kochshows um die Leute zu erreichen. Da könnt ihr sie für die Probleme weichkochen.

  10. In der Umgebung, die ich kenne sind in den letzten 30 Jahren viele Trocken- und Wildwiesen verschwunden. Und das liegt vor allem daran, dass heute Land viel systematischer genutzt wird und zwar nicht nur von der klassischen industrialisierten Landwirtschaft, sondern auch von „alternativen“ Nutzern. In Deutschland beispielsweise hat sich ein ganz neuer Sektor entwickelt, der Biomasse zu Strom, Treibstoff und Wärme verarbeitet und allein dafür werden riesige Landflächen eingesetzt – häufig Land das früher wenig genutzt wurde und wo sich noch die wilde Natur austoben konnte.
    In den Daten und Fakten zum Biomasseanbau in Deutschland des Bundesverbandes BioEnergie erhält man einen Eindruck von den Dimensionen in denen sich das abspielt. Da liest man etwa dass 68% der erneuerbaren Energien in Deutschland auf Biomasse zurückgehen (allerdings scheint das im Jahr 2007 gewesen zu sein).
    Und das einzige Problem das verlinkte Artikel anspricht ist das ob hier Energiepflanzen etwa mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren. Dass es auch noch Land geben könnte das man gar nicht nutzt, nicht nutzen will ,kommt niemanden in den Sinn.
    Die Natur ist heute weitgehend in geschützte Bereiche zurückgedrängt. Für alle anderen Flächen findet bestimmt irgend jemanden einen Nutzen und erhält vielleicht sogar noch Subventionen dafür.

  11. Die Menschen haben kein Interesse an Lügengeschichten und brauchen deshalb keine neue mediale Plattform dafür. Den meisten Leuten ist doch völlig klar, dass die Anzahl der Menschen auf der Erde die wichtigste Ursache für Klimawandel, Artensterben, usw. ist.

    Aber wenn das Thema der Überbevölkerung in kaum einer Diskussion angesprochen wird, dann haben alle Heilsversprechen irgendwelcher Wissenschaftler nur märchenhafte Glaubwürdigkeit.

    Schon Justus von Liebig wies auf die Endlichkeit von mineralischen Lagerstätten hin, auch die Thesen des Club of Rome sind gut bekannt. Aber was nützten diese Hinweise ? – Nichts!

    Es ist schon toll, wenn bei uns in Deutschland die Flächen für Wälder größer werden – (weil für unsere Nahrungsmittelgewinnung Urwälder in anderen Regionen der Erde abgeholzt werden) – was aber zählt ist das Endergebnis: wir beuten unseren Planeten mehr aus, als dies ökologisch und rational verträglich ist.

  12. @Golzower

    Pragmatiker – Die wettbewerbsbedingt bewusstseinsbetäubten Profit- und Konsumautisten spielen das Beamten-Spiel: Wer sich zuerst bewegt hat verloren 😎

  13. Überbevölkerung? Das ist Propaganda des imperialistischen Faschismus im Sinne des geistigen Stillstandes von “Wer soll das bezahlen?” und “Arbeit macht frei”!

  14. @ Judith Reichel

    Diese Kausalkette und deren katastrophale Folgen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und werden in Europa und Skandinavien größtenteils – zum Glück – als Tatsachen anerkannt

    Das halte ich für eine krasse Fehlwahrnehmung. Fast niemand glaubt an eine Klimakatastrophe. Entsprechend ist auch fast niemand bereit, sein eigenes Verhalten (und damit seinen CO2-Footprint) massiv zu verändern. Es gibt auch keine politische Kraft, die eine radikale Neugestaltung der politischen Rahmenbedingungen anstrebt.

    Anerkannte Realität ist der Klimawandel, nicht mehr und nicht weniger.

  15. CO2Steuer – “… und kostet Benzin auch fünf-euro-zehn, es wird schon gehen”, der galoppierende …!?

  16. Ich habe seit 2006 ein Erklärungsmodell veröffentlicht, in dem die sogenannte ´Nahtod-Erfahrung´(NTE) komplett als Ergebnis eines strukturierten Erinnerungsvorgangs erklärt wird. Dabei ist deutlich erkennbar, wie Inhalte des episodischen Gedächtnisses ab dem 5. Schwangerschaftsmonat dem bewussten Erinnern zugänglich sind (Nach der Lehrmeinung ´infantile Amnesie´ sind Erfahrungen vor dem 4.-2. Lebensjahr dem bewussten Erinnern nicht zugänglich: d.h. eine Lehrmeinung ist nachweisbar falsch!).

    Ich habe die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG schon vor mehreren Jahren auf diesen direkten (= bewusst erlebbaren) Zugang zu unserem episodischen Gedächtnis aufmerksam gemacht. Vor kurzem wurden von der DFG Forschungsgelder für das Projekt FOR2812 bewilligt – mit dem versucht werden soll, die Arbeitsweise des episodischen Gedächtnisses zu verstehen. Der bei NTEs erlebbare direkte Zugang zum episodischen Gedächtnis ist NICHT Teil dieses Forschungsprojektes.
    Dies bedeutet: ausgerechnet für das Verständnis des episodischen Gedächtnisses wichtigste Informationen werden ignoriert – obwohl diese seit Jahren bekannt sind (Auch den Projektleiter Prodf. Dr. Sen Cheng habe ich schon vor Jahren informiert).
    (Mein Buch ´Kinseher Richard: Pfusch, Betrug, Nahtod-Erfahrung) ist im Handel erhältlich – damit können meine Behauptungen nachgeprüft werden)

    Was hat das Thema NTE mit Umwelt-/Klima-Forschung zu tun?
    Nun . mein Beispiel zeigt ein grundlegendes Problem der wissenschaftlichen Forschung: die Geldbeschafffung dient manchmal nur dazu, damit man mit der Beschäftigung bei irgendwelchen Projekten Leute dafür bezahlt; dass man den Tag irgendwie herum bekommt. Was bei dieser Forschung herauskommt – ist eigentlich unwichtig.

    Weil man mein NTE-Erklärungsmodell ignoriert, kann man die Arbeitsweise des episodischen Gedächtnis nie ausreichend gut verstehen. Für die Forschung des FOR2812-Projektes werden nun wichtige Rohstoffe verschwendet (Helium, Energie); zudem stehen die dabei benutzten Forschungsgeräte nicht für andere wichtige Projekte zur Verfügung – von der unsinnigen Verschwendung von Forschungsgeldern brauchen wir gar nicht zu reden.

    In meinem abschreckenden Beispiel kann nachvollziehbar ein zentrales Problem der wissenschaftlichen Forschung belegt werden: Manche Projekte machen keinen Sinn, weil bereits ausreichend bekanntes Wissen vohanden ist.

    Aus diesem Grund macht es auch keinen Sinn, für Großforschungsprojekte der Klimaforschung noch weiter Gelder zu verschwenden: Damit wird die menschengemachte Klimaveränderung nicht verhindert.
    Wichtiger wären Geldmittel für Projekte zur Geburtenkontrolle, die Entwicklung leichter Autos (2-Liter/100km), für energiesparende alternative Lebensformen (Wohngemeinschaften) und ähnliches. Hier wäre das Geld viel sinnvoller angelegt.

  17. @ Kommentatorenkollege ‘Tim’ :

    Das eine ist die (gerne auch plausibel genannte) Theorie (vs. ‘Kausalkette’ und ‘Tatsachen’) mit der sog. Klimasensitivität, die das atmosphärische CO2 meint und bei Verdoppelung erst einmal, ohne sog. Feedbacks, eine Erwärmung von + 1 K bis + 1,2 K feststellt, und das andere sind die Fakten, die Datenlagen, die bspw. beim GISS sozusagen tagesaktuell eingesehen werden können :
    -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/
    -> https://data.giss.nasa.gov/gistemp/tabledata_v3/GLB.Ts+dSST.txt
    (Wobei diese Daten bereits in aggregierter und homogenisierter Form vorliegen, verschiedenen Modellen folgend – dies nur der Vollständigkeit angemerkt)

    Dem Ansatz, den einige meinen und der wie folgt zusammengefasst werden soll “Nehmt doch endlich die (verdammten) Fakten an!” schließt sich Dr. Webbaer insofern nicht an, wenn Theorien und Prädiktionen gemeint sind.

    Auch bei derartigem Impetus – ‘Warum hat nicht jedes Kind ein Sticker-Sammelalbum mit seinen Lieblingsforschern zu Hause und lässt sein Forscherteam gegen das Team anderer Kinder antreten?’ [Hervorhebung : Dr. Webbaer] – werden einige “nicht wirklich happy”.

    Ansonsten, von dem vielen Geld, das in die Mitigation und in die versuchte Abwendung der sich abzeichnenden Erwärmung direkt gesteckt wird, aber auch die Prohibitivkosten meinend, sollten aus diesseitiger Sicht zig Milliarden Euro abgezwackt werden, es darf hier eher mehr als weniger sein, und in die Wissenschaft, nicht nur aber zentral auch in die Klimatologie gesteckt werden, auch in diejenigen Forschungsbereiche, die i.p. Mitigation beihelfen könnten, das womöglich ohnehin wünschenswerte Geo-Engineering meinend.

    MFG
    Dr. Webbaer

  18. @ Kommentatorenkollege ‘KRichard’ und hierzu :

    Wichtiger wären Geldmittel für Projekte zur Geburtenkontrolle, die Entwicklung leichter Autos (2-Liter/100km), für energiesparende alternative Lebensformen (Wohngemeinschaften) und ähnliches.

    Das Erstgenannte folgt einem misanthropischen Ansatz, das Zweitgenannte stößt an physikalische Grenzen, zudem sind “Mopeds” oder Extrem-Leichtbau-Autos die Fahrer gefährdend und das Drittgenannte ist nackte ökologistische-kollektivistische Politik, die sich bei der Klimaproblematik sozusagen ein Brötchen zu schmieren weiß, fürwahr.

    MFG + schöne Mittwoche!
    Dr. Webbaer

  19. Menschengemachter Klimawandel und menschengemachtes Artensterben offenbaren für mich vor allem ein Problem und einen Charaketerzug des Menschen und der Menschheit:
    Alles dreht sich letztlich um Menschen und die Menschheit und nur was dem Menschen unmittelbar schadet kümmert ihn auch.
    Keine Korallenriffe mehr? Macht nichts, denn die meisten Menschen können auch ohne leben
    5 Meter Meeresspiegelerhöhung? Nicht so schlimm, wenn erst in 200 Jahren. Denn dann leben ganz andere Menschen als ich
    Anbruch einer Heisszeit, die viele Jahrhunderte dauert? Schon schlimm, wenn man keine Klimaanlage hat. Aber wer hat denn keine Klimaanlage? Die Menschen in 50 Jahren werden allo so reich sein, dass sich jeder eine Klimaanlage leisten kann.

    Fazit: Mir scheint, die unbeabsichtigte, aber radikale Umgestaltung der Erde durch den Menschen wird von viel zuwenig Menschen bedauert. Die Welt zu zerstören, die den Menschen selbst hervorgebracht hat ist für mich auch dann eine Katastrophe, wenn die Menschheit weiterlebt und nur wenige Menschen dadurch zu Tode kommen. Eine Welt in der nur noch der Mensch selber zählt und alles andere sekundär ist, ist letztlich auch eine Welt in der nicht einmal der Mensch viel zählt. Es ist eine Welt in der ebenso gut Roboter als Nachfahren der heutigen biologischen Wesen namens Menschen das Ruder übernehmen könnten.

  20. @ Martin Holzherr

    Es ist eine Welt in der ebenso gut Roboter als Nachfahren der heutigen biologischen Wesen namens Menschen das Ruder übernehmen könnten.

    … was ja aus heutiger Sicht auch nicht mehr so unwahrscheinlich ist. Auf lange Sicht hat das Leben auf der Erde sowieso nur sehr geringe Überlebenschancen, da muss man nicht mal bis zum Lebensende der Sonne warten.

    Die heute bestehenden Lebensformen werden das umliegende Weltall nicht besiedeln können, “Nachfahren der heutigen biologischen Wesen namens Menschen” aber durchaus.

  21. Gegenrede, Herr Holzherr :

    Mir scheint, die unbeabsichtigte, aber radikale Umgestaltung der Erde durch den Menschen wird von viel zuwenig[en] Menschen bedauert.

    Womöglich wird das Konzept der sich Urbarmachung der Umgebung, die Ökologie ist hier Thesen stiftend, oft schlecht verstanden.
    Der hier gemeinte Primat kann aus seinem Wesen nicht heraus, es wirkt seine Umgebung verändernd.

    Die Welt zu zerstören, die den Menschen selbst hervorgebracht hat ist für mich auch dann eine Katastrophe, wenn die Menschheit weiterlebt und nur wenige Menschen dadurch zu Tode kommen.

    Es wird nicht die ‘Welt zerstört’, sondern sich urbar gemacht, Urbi et orbi sozusagen, es kann hier auch mit dem Dominium Terrae [1] verglichen werden.
    Was Sie ausdrücken, ist Befindlichkeit, Einstellung und bestimmte Anschauung.

    Eine Welt in der nur noch der Mensch selber zählt und alles andere sekundär ist, ist letztlich auch eine Welt in der nicht einmal der Mensch viel zählt.

    Eine Welt, in der nicht der Mensch ‘selber zählt’, ist aus humanistischer Sicht zu verdammen.
    Die Folgerung, dass in einer Welt (“Erde” ginge einstweilen ebenfalls, Dr. W mag dieses Gerede mit der “Welt”, auch von Ihnen apo­s­t­ro­phie­rt, nicht sonderlich), in der der Mensch ‘selber zählt, ‘nur’, am Ende der Mensch nicht zählen kann, müsste falsch sein.
    Kennen Sie die Gefahren des Ökologismus, bspw. hier einmal der sog. Pathozentrismus und der sog. Antinatilismus genannt?

    Sie nagen, Herr Holzherr, Dr. W hat ein Gespür für so etwas, an einer romantischen Sicht auf Dinge und Sachlagen, Sie müssen sich, wie Dr. Webbar findet, beizeiten diese entscheidende Frage stellen :

    ‘Hat die Natur einen intrinsischen Wert?’

    … um sich dann für die Seite der Ökologisten oder für die Seite der Humanisten zu entscheiden.

    MFG
    Dr. Webbaer

    [1]
    Dr. W klang hier womöglich ein wenig religiös, ist allerdings Humanist und Liberalist, mag abär stets auch Erkenntnis, Sitte und teils auch Vorgehensweise Altvorderer, ist selbst Hardliner.

  22. @ Kommentatorenkollege ‘Tim’ :

    Auf lange Sicht hat das Leben auf der Erde sowieso nur sehr geringe Überlebenschancen, da muss man nicht mal bis zum Lebensende der Sonne warten.

    Die diesbezüglich gemeinten Chancen unseres Primaten mögen nicht sonderlich groß sein, allerdings hat dies mit dem Lebenszyklus von Sonnen nichts zu tun.

    Die heute bestehenden Lebensformen werden das umliegende Weltall nicht besiedeln können, “Nachfahren der heutigen biologischen Wesen namens Menschen” aber durchaus.

    In etwa so.
    Ansonsten wird der Mensch alsbald den Orbit besteigen, stabile Umlaufbahnen meinend natürlich, >:-> , um von dort aus weitere Expeditionen zu wagen, Derivate, unsere robotischen Freunde sind hier gemeint, werden vorgeschickt, ob diese nun wirklich derart verständig werden, dass sie umfänglich ersetzend werdend ist nicht klar.

    MFG
    Dr. Webbaer (der sich nun langsam ausklinken wird)

  23. Seit Wochen, wenn nicht gar Monaten, demonstrieren jeden Freitag Schüler für ihre Zukunft. Dafür, dass die Politik endlich etwas gegen den Klimawandel unternimmt und der jungen Generation einen halbwegs bewohnbaren Planeten hinterlässt, statt ihnen leere Phrasen entgegenzuschleudern.

    Wieso nur “leere Phrasen”? Das EEG gibt es in Deutschland seit einigen Jahren und verteuert den Strom. Was Sie schreiben habt mit der Wirklichkeit nichts zu tun.

  24. @Dr Webbaer
    Sie haben vollkommen recht – manche meiner Vorschläge sind eher idealistisch als realistisch.
    Aber ich bin so naiv, dass ich es wirklich für möglich halte – dass man eine handgepflückte Bio-Tomate, die man bei einem Biomarkt gekauft hat – eines Tages in einem Auto nach Hause transportieren könnte, welches kleiner als ein SUV ist.

    Mit meinem Beitrag wollte ich auf zwei Problematiken unserer Forschung aufmerksam machen
    A) manche Forschung bringt nichts – denn sie dient nur als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Wissenschaftler. Die Ergebnisse interessieren kaum jemand
    B) mittlerweile wissen wir soviel über die Risiken der von Menschen beeinflussten Umweltveränderungen, dass eine weitere Forschung nichts mehr bringt.
    Was aber notwendig wäre, sind Finanzierungen konkreter Beispiele realer und modellhafter Alternativen.
    z.B. viele Autos werden nur kurzzeitig im niedrigen Geschwindigkeitsbereich benutzt – von zu Hause aus zum Parkplatz am Arbeitsplatz und zurück: solche Autos kann man leichter bauen und auch bei Sicherheitsausrüstung und Komfort kann man Abstriche akzeptieren.
    z.B. viele Menschen leben allein – hier hätten Wohngemeinschaften nicht nur ökologische, sondern auch soziale Vorteile. Mit Kollektivismus hat das nichts zu tun – solche Wohnmodelle waren in den 1970er Jahren oft üblich ohne dass dies irgendjemand geschadet hat.

  25. Zitat Judith Reichel: „Ja, wir brauchen Greta und die demonstrierenden Schüler, denn so bleiben die Themen aktuell und in der öffentlichen Wahrnehmung und es wird so für die Entscheidungsträger immer schwieriger, untätig zu bleiben.
    .

    Nein, ich finde nicht, dass wir Greta Thunberg brauchen. Ganz im Gegenteil, ich finde die mediale „Vermarktung“ von Greta Thunberg sehr kontraproduktiv, es wirkt alles unseriös und unglaubwürdig, denn jeder merkt schon, dass das Mädchen gar keine Ahnung davon hat wovon sie redet. Was wir generell bei Problemen und Herausforderungen mit Sicherheit nicht brauchen, ist Infantilismus. Und damit werden wir mit Politik und Wissenschaft leider reichlich versorgt…

    Ich verweise hier auf eine aus meiner Sicht herausragende Analyse von Gunnar Jeschke Das Phänomen Greta Thunberg – Infantilismus – Die politischen Eliten hofieren eine Sechzehnjährige mit kruden Ideen :
    Daraus ein Zitat: „Man muss bei Greta Thunberg selbst nicht von Infantilismus reden. Bei vielen Erwachsenen, die diese Rede haben viral werden lassen und bei vielen Journalisten und einigen Politikern, die ihr beipflichten, hingegen schon.“

  26. Ja, sicher, Herr Kinseher,
    Sie sind OK, Dr. W rät abär an staatlicherseits sehr viel Geld in die Wissenschaft zu pumpen, dies ist möglich und dabei diese Bemühung auch medial breit bereit zu stellen und auch “grillen” zu lassen, dies nur im Zusammenhang mit der Klimaproblematik, ansonsten nicht.
    Auf keinen Fall sozusagen protestantisches Sparen am CO2-Ausstoß zu versuchen, auf keinen Fall Expertokratie einkehren zu lassen, auf keinen Fall kleinlich zu werden, kollektivistisch und auch intellektuell-kognitiv sparsam.

    Klar, Opi W ist auch schon ein wenig älter und hat in Studienzeiten in Wohngemeinschaften gelebt.
    Opi W hat auch schon mal längere Zeit “autonom” gelebt, was besondere Sparsamkeit erforderte. Der Philosoph ist idealerweise immer auch Idiot (im Wortsinne).

    MFG
    Dr. Webbaer

  27. Wer Greta Thurnberg als Extremistin sieht, der muss auch den Weltklimarat (IPCCC) mit seinem 2° oder gar 1.5°-Ziel als nicht ernstzunehmende Extremisten sehen. Denn beide Ziele sind vielleicht technisch erreichbar – nicht aber ökonomisch. Dass Greta Thunberg überhaupt so stark an diese Ziele und ihre baldige Erreichbarkeit durch Länder wie Schweden, Deutschland und die USA glaubt, demonstriert vielleicht aufs Deutlichste, dass sie eine Autistin ist, denn Autisten haben ja Schwierigkeiten mit der Aussenwelt. Sie erkennen weniger als die meisten, dass vieles in der Aussenwelt einfach Theater und Inszenierung ist.
    Nicht-autististische Klimaforscher wissen genauso gut wie ich und wie die meisten, dass die von ihnen geforderte Dekarbonisierung der gesamten Wirtschaft und des gesamten Lebens weder bis 2030 noch bis 2050 erreichbar ist – es sei denn die Weltwirtschaft oder gar die Zivilisation breche zusammen. Warum dann tun Klimawissenschaftler trotzdem so, als seien diese Ziele erreichbar? Ganz einfach: Weil sie diese Ziele als Motivation und die von ihnen ausgemalten Folgen der Verfehlung dieser Ziele als Peitsche für die Entscheider sehen. Ohne Peitsche läuft das Pferd scheinbar nicht. Nicht nur scheinbar, sondern ganz offensichtlich. Denn wie kann es sein, dass dutzende von Ländern munter weiter Öl fördern und Kohle verfeuern, wenn doch das genau das Gegenteil einer Dekarbonisierung ist?

    Auch was Dirk Freyling über die Religonsgemeinschaft der (wiedergeborenen?) Erneurbaren-Jünger schreibt oder über das Weltbevölkerungswachstum hat viel Wahres an sich. Allerdings ist auch Dirk Freyling eine Art Greta Thunberg wenn er die Aussagen so absolut setzt. Wenn er etwa schreibt: In Afrika und Asien sind Ihre Wünsche emissionsfreier Fortbewegung und „Alltagsgestaltung“ komplett realitätsfremd.
    so schreibt er einfach über die heutige Situation. Nur: Warum soll das auch noch in 50 Jahren so sein? Die Technologie von heute ist in vielen Bereichen nicht mehr die Technologie von vor 50 Jahren und in 50 oder 70 Jahren wiederum kann emissionsfreie Fortbewegung so normal sein wie heute die Fortbewegung mit dem Dieselauto oder dem Kerosin betriebenen Flugzeug.
    Mit anderen Worten: Bei all diesen Diskussionen über das Mögliche oder Unmögliche dürfen wir nie die Zeitspannen vergessen, die hier eine Rolle spielen.
    Dekarbonisierung ist durchaus möglich – sowohl in Europa als auch in Afrika. Nur eben nicht von heute auf morgen.
    Weil das vielen Nicht-Autisten durchaus bewusst ist, gibt es in Bezug auf den Klimawandel auch ein zunehmendes Bewusstsein selbst unter den Klimawissenschaftlern, dass wir das Ziel meilenweit verfehlen werden und dass wir vorsorgen müssen für Lösungen, die nachträglich Korrekturen anbringen. Indem beispielsweise CO2 wieder aus der Luft entfernt wird.

  28. @Martin Holzherr 8. Mai 2019 @ 17:21

    Nicht-autististische Klimaforscher wissen genauso gut wie ich und wie die meisten, dass die von ihnen geforderte Dekarbonisierung der gesamten Wirtschaft und des gesamten Lebens weder bis 2030 noch bis 2050 erreichbar ist – es sei denn die Weltwirtschaft oder gar die Zivilisation breche zusammen.

    Und wer sind diese “Nicht-autististische Klimaforscher” denn? So wie ich die Autorin verstanden habe, ist doch die Klimakatastrophe nah. Auch frage ich mich, was der Hype um die Greta ist. Nach dem Buch ihrer Mutter soll sie “mit blossen Augen das CO2 erkennen”. Ich hielt ehrlich gesagt diese Textstelle für einen Witz der “Klimaleugner”. aber dem ist nicht so.

  29. Es gibt keinen Bedarf an Aufklärung.

    Das war vor 40 Jahren in meiner Schulzeit schon so, die Fakten waren schon damals dieselben (Club of Rome), im Gymnasium wurde das gelehrt, scheinbar hat keiner zugehört.

    Die Probleme sind die gleichen, Politik kann nur versagen, weil alle Politiker Opportunisten sind, Wirtschaft sowieso, die interessiert nur das Geld.

    Lösungsvorschläge gibt es zuhauf, nur die, die es umsetzen könnten haben kein Interesse, siehe oben, und die das Interesse haben werden mundtot gemacht, auf die eine oder andere Art.

    Doch das grösste Übel sind all die anderen, die weder Macht, noch Interesse haben, wie gesagt, es gibt keinen Bedarf an Aufklärung.

  30. Tja Frau Reichel, wie sie sehen, haben sie in einem Wespennest gestochert.
    Aber ehrlich, eine “neue” mediale Plattform, wäre tatsächlich nur eine weitere Form von platter Kommunikation, wie Sendungen des Pantoffel-Kinos im Format Panorama, Monitor, Report und Konsorten: Immer hübsch als “braver” Bürger die Finger in den logischen Symptomen dieser “Werteordnung”, aber bloss keine wirklich-wahrhaftige Lösung liefern und wirklich-wahrhaftig Verantwortungsbewusstsein über die gewohnte Hirnwäsche und Hierarchie hinaus entwickeln.

  31. @Gerrit Haase 8. Mai 2019 @ 22:14

    Das war vor 40 Jahren in meiner Schulzeit schon so, die Fakten waren schon damals dieselben (Club of Rome), im Gymnasium wurde das gelehrt, scheinbar hat keiner zugehört.

    Es sind Hochrechnungen, die bei manchen Rohstoffen sogar falsch lagen. Ein kritischer Artikel ist hier zu lesen. Im Prinzip hat zwar der Club of Rome recht, aber man hat wohl doch einige Fehler in den Szenarien gehabt. Zum Beispiel soll die lebenserwartung mit der Zahl der Kalorien steigen. Das ist wohl zweifelhaft.

  32. Herr Holzherr, sog. Dekarbonisierung ist theoretisch möglich und praktisch nicht, ursisch-zynisch formuliert ist sie damit unmöglich.
    In etwa so, wie der Club of Rome seit mehr als 40 Jahren mit seinen Thesen vom Ende des Wachstums und der schlimmen Überbevölkerung nervt, beim Ende des Öls schwer daneben lag und letztlich ökologistische Kundschaft mit dem Hang zum Kollektivismus bewirtet, hat “Super-Greta” ebenfalls eine gesellschaftliche Mode getroffen und macht ihr Ding.
    BTW, es ist nebensächlich, ob Greta an einer psychischen Störung leidet oder nicht, dieses Herumreiten auf dieser Möglichkeit nervt (einige) ebenfalls, insofern könnte sich mit ihren Aussagen beschäftigt werden, da sieht es mau aus, und im Meta damit, warum “Super-Greta” als Produkt auf dem medial-politischen Markt derart erfolgreich durchgedrückt werden konnte. – Dr. W vermutet, dass dann metapolitisch nichts Gutes über den Zustand aktueller liberaler Demokratien herauskommen würde, wobei Dr. W, auch beruhend auf langer Beobachtung, verstärkt ochlokratische Tendenzen festzustellen hat, leider, eigentlich in Zeiten des Webs sehr überraschend.
    MFG
    Dr. Webbaer

  33. @Knoth
    Auch wenn die Berechungen des Club of Rome in einigen Details nicht eingetroffen sind – entscheidend ist die Grundinformation:
    z.B. dass die Anzahl der Menschen auf der Erde und deren Nutzung von Ressourcen einen entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der Lebensbedingungen haben werden.

    D.h. die wichtigsten Grundinformationen sind seit langem bekannt. Wenn aber in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion (Kyoto, Paris, usw.) ausgerechnet die bedeutende Einflussgröße ´Bevölkerungszahl´ kaum eine Rolle spielt – dann sind Forschungen bzw. Diskussionen zu den Themen Klima/Umwelt nur eher nutzlose Aktivitäten.

  34. @Webbaer
    Für manche Leute besteht die Problemlösung offenbar darin, sich über ´Greta Thunberg´ lustig zu machen. Damit ist das Problem gelöst. Toll !

  35. @Dr. Webbaer 9. Mai 2019 @ 10:26

    BTW, es ist nebensächlich, ob Greta an einer psychischen Störung leidet oder nicht, dieses Herumreiten auf dieser Möglichkeit nervt (einige) ebenfalls, insofern könnte sich mit ihren Aussagen beschäftigt werden, da sieht es mau aus, und im Meta damit, warum “Super-Greta” als Produkt auf dem medial-politischen Markt derart erfolgreich durchgedrückt werden konnte.

    Womöglich liegt es daran, daß sie von ihrem Erscheinungsbild “niedlich” wirkt. Seit Kurzem ist das Buch ihrer Eltern in der Diskussion. Es ist schon erstaunlich, daß das Zitat aus diesem Buch, daß sie “mit blossen Augen das CO2 aus den Schornsteinen erkennen kann” nicht schon Zweifel aufkommen ließ. WAs die Medien angeht, dann sag ich folgendes:

    Umweltthemen sind seit dem Buch vom “Club of Rome” hier in den Medien recht beliebt. Dies gilt vor allem in “Wissenschaftsmedien” wie diesem. Politisch kann man damit auch “antikapitalistische” Haltungen begründen wie dies etwa hto macht. Nur eine Antwort in diese Richtung: Bitterfeld. Dort waren vor 30 Jahren die Umweltprobleme am grössten und nicht im Ruhrgebiet.

  36. Hat Dr. W abär nicht getan, Herr Kinseher (Ihr Kommentatar “9. Mai 2019 @ 10:32” ist gemeint).
    Der Club of Rome hat aus diesseitiger Sicht immer deutlich präferiert den Soll- und weniger den Ist-Zustand bearbeitet, und dieser Soll-Zustand, der teils auch in sog. Überbevölkerung machte, in negativ promovierte, die Erde kann zig Millionen Menschen ernähren, wenn die Ressourcen genutzt werden, war ideologie-basiert, wenig wissenschaftlich festgestellt.
    KA, was die Leutz vom CoR heute so treiben, Dr. W ist nicht unglücklich von ihnen wenig zu hören.
    Ansonsten, sicher, es gibt viel zu tun, die Mittel stehen bereit, bessere werden bereit stehen und Opi W mag auch bspw. so etwas :
    -> https://www.youtube.com/watch?v=u0-pfzKbh2k (das sieht schon pfiffig aus, woll?, und sicherlich lassen sich so auch Installationen in der Umlaufbahn realisieren, so dass (leicht) abgeschattet werden kann, zumindest perspektivisch)
    MFG
    Wb

  37. Herr Rudi Knoth,
    da wird’s postreligiös, korrekt, auch postmodern, der Ökologismus ist eine womöglich unterschätzte Gefahr, es kann sich auch an das sog. Waldsterben erinnert werden, inklusive so genanntem sauren Regen, blöd halt, dass derart ganz bevorzugt in der BRD festgestellt worden ist und anderswo wenig bis gar nicht.
    Mittlerweile gilt das sog. Waldsterben auch als beendet, vor einigen Jahren wusste dies Renate Künast, eine bundesdeutsche Ökologistin und im Amt (“Bundesumweltministerin”?), zu erklären : Es gab Waldsterben, nun aber nicht mehr, 2005?
    Dieser Gag ist nicht schlecht :
    -> https://www.youtube.com/watch?v=67rtd-0syRo
    MFG
    Wb

  38. @Dr. Webbaer 9. Mai 2019 @ 11:03

    KA, was die Leutz vom CoR heute so treiben, Dr. W ist nicht unglücklich von ihnen wenig zu hören.

    Sie unterstützen “Friday for Future”. Das kann man hier nachlesen.

  39. »KRichard« und »Information-Interessierte«

    Es kann eigentlich nicht oft genug wiederholt werden. Die Tatsache, daß sich täglich die Gesamtheit aller deutschen Medien mit 2% globalen CO2-Emissionsanteil beschäftigt und diesen mit wenig effektiven Maßnahmen rein ideologisch bekämpfen will, verdeutlicht brachial den geistigen Entwicklungszustand eines ganzen Landes.

    Was muß „gesagt“ werden, wie kann es allgemein verdeutlicht werden, daß die Betroffenen die Absurdität ihres Handelns erkennen?

    Ein Vermittlungs-Versuch: Lokal Betroffene stellen fest, daß sie schädlichen Einflüssen ausgesetzt sind. In diesem Szenario finden sie heraus, daß sie 2% dieses schädlichen Einflusses direkt selbst beeinflussen können. Des Weiteren ist ihnen bekannt, daß die 98% des schädlichen Einflusses sich ohne ihre Einflussnahmemöglichkeit weiter vergrößern werden.

    1) Welchen Sinn macht es nun ausschließlich über diese 2% kontinuierlich zu diskutieren?

    2) Welchen Sinn macht es die ganze „Energie“ (…Zeit, Geld,…) in dieses 2%-Vorhaben zu stecken?

    3) Selbst im günstigsten Fall der Maßnahmenoptimierung und resultierender Eliminierung des 2% schädlichen Einflusses, wächst der gesamte schädliche Einfluss auch für “2%-Sieger” weiter an.

    Dieses Verhalten ist aus rational-logischen Gründen indiskutabel, irrational und zwecklos. Darauf zu hoffen, daß die Haupt-Verursacher der 98% von den 2%-Reduktions-Bemühungen inspiriert werden, ist reines Wunschdenken.

    Übrigens: Der beabsichtigte »energetische Aderlass« wird die Versorgungssituation Deutschlands weiter verschärfen. 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke stillgelegt werden. Das bedeutet, daß dann Kohle- und Gaskraftwerke die Versorgungssicherheit garantieren.

    Worum geht es „noch einmal“? Nun, betrachten wir konkrete, gut dokumentierte Situationen.

    Während der Frostwetterperiode wurden im Zeitraum 16. bis 26. Januar 2017 von den über 26.000 Windenergieanlagen mit einer installierten Nennleistung von 50 Gigawatt nur minimale Leistungseinspeisungen für die Stromversorgung bereitgestellt. Kernenergie-, Kohle- und Gaskraftwerke übernahmen fast vollständig die Stromversorgung in Deutschland.

    Am 24.1.2017 um 7.00Uhr war die Stromnachfrage (Netzlast) 70 GW hoch. An Photovoltaik und Windkraftanlagen sowie Wasserkraft standen rein theoretisch 89,5 GW Kapazität zur Verfügung. Die tatsächliche Erzeugung am 24.1.2017 um 7.00Uhr von Photovoltaikanlagen lag bei Null, die der Windkraftanlagen bei 0,8 GW. Die thermischen Kraftwerke, vornehmlich Kohle, Gas und Kernkraft waren hoch ausgelastet und gewährleisteten die Versorgungssicherheit.

    [Quelle: „Energiewende“ trifft frostige Wirklichkeit]

    Dieses Beispiel zeigt, ohne Wenn und Aber, die brachiale Wahrheit, daß die deutsche Stromversorgung zwingend zwei Systeme erfordert. Ohne „konventionelle“ regelbare und jederzeit verfügbare Kraftwerke, gäbe es gar keine parallele alternative Energieversorgung, diese jedoch hatte und hat ohne lokal vorhandene Energiezwischenspeicher keine Daseinsberechtigung. Das Standardmodell der deutschen alternativen Energieversorgung (SddAEV) ist untauglich. Wenn man das nun mit der Lügen-Propaganda der Macher und Nutznießer des SddAEV und der tendenziell positiven Volksmeinung zu diesem Irrsinn vergleicht, wird klar wie katastrophal ausweglos die Situation mittlerweile ist.

    Hier stellt sich unweigerlich die Sinnfrage, wie es möglich war/ist, daß ein Energieversorgungssystem mit dem faktischen Wissen der Unmöglichkeit des praktischen Betriebes konzipiert und fatalerweise umgesetzt wurde. Das bedeutet aber auch, daß die projektinvolvierten Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker entweder keine „Stimme“ haben oder ihnen „Alles“ egal ist, solange jemand ihre Arbeit vergütet.

    Hätten denn zumindest die technisch “Aufgeklärten” des SdAEV eine “moralische” Verpflichtung gehabt, die Umsetzung des Vorhabens zu verhindern, indem sie vehement die Wahrheit über alle erdenklichen Medien kundtun bevor es zu spät war? Die schlichte Antwort ist, ja, die hätten sie gehabt, aber aus rein egoistischen, materiell-existentiellen Motiven heraus, geschah dies nicht, lassen wir mal den einen oder anderen Einzelfall außer Betracht. Losgelöst davon, wäre es nicht Aufgabe der Wissenschaftsredaktionen gewesen, das nutzlose SdAEV in Grund und Boden zu schreiben? Es macht ergebnisorientiert keinen Unterschied ob die Herren und Damen der Redaktionen unqualifiziert sind oder auch hier über Werbe-Verbindungen zwischen Magazin, Politik und Industrie nicht den Ast absägen, auf dem sie sitzen.

  40. Noch eine ergänzende Bemerkung. CO2 ist für Pflanzen lebensnotwendig. Das bedeutet, daß die von Politikern, „Klimawissenschaftlern“ und Ahnungslosen konstruierte (2%) Problematik in Wirklichkeit quantitativ so gar nicht existiert. Letztendlich ist es keine „gute“ Idee den Pflanzen lebensnotwendiges CO2 wegzunehmen, da die Pflanze für Tier und Mensch den nötigen Sauerstoff liefert. Wäre es nicht äußerst konstruktiv einem erhöhten CO2-Anteil mit einer globalen Mehr-Bepflanzung zu begegnen? Insbesondere in den Erd-Regionen, in denen es keine „blattlosen“ Winter gibt?

  41. @Rudi Knoth: Die Aussage von Limits to Growth (Club of Rome) war falsch, wenn man Limits to Growth als Prognose auffasste. Falsch, weil es kein immerwährendes exponentielles Wachstum gibt. In Europa, China beispielsweise geht die Bevölkerung bereits zurück.
    @Dr.Webbaer (Zitat): “sog. Dekarbonisierung ist theoretisch möglich und praktisch nicht”
    Sobald es keine Kohle, kein Öl und kein Erdgas mehr gibt ist die Menschheit automatisch dekarbonisiert. Energie, Plastik und Dünger können auch ohne Kohle, Erdöl und Erdgas bereitgestellt werden.
    @Dirk Freyling: In Deutschland ist geplant, schon bald Erdgas als fossiles Backup einzusetzen – und zwar nur gerade, wenn eine Dunkelflaute herrscht. Da eine Dunkelflaute nur etwa 20 bis 30 Mal pro Jahr länger als einen Tag dauert müssen auch Erdgaskraftwerke nur 20 bis 30 Mal pro Jahr überhaupt laufen. Für Dunkelflauten von weniger als einen Tag können Batterien übernehmen.

  42. Also es ist schon so, dass CO2 klimarelevant ist, sein Nährverhalten Pflanzen meinend ist bekannt, aber in diesem Zusammenhang nebensächlich.
    Wenn es wärmer wird, entstehen Adaptionskosten, die mit Prohivitivkosten in Zusammenhang gebracht werden sollen, und vor allem soll nicht schlicht gedacht werden, vgl. mit diesem Vorschlag “Bäume zu pflanzen”, Herr Freyling.
    Was in der BRD aktuell stattfindet, ist Ersatzhandlung, metapolitisch sicherlich ein dankbarer Happen, zudem ist es wohl so, dass diese 2 % den Anteil der Bundesdeutschen am anthropogen verursachten CO2-Ausstoß meinen, nicht am allgemein terrestrischen, der den anthropogenen womöglich um den Faktor hundert überwiegt, wobei sich Dr. W an dieser Stelle gerne korrigieren lässt.
    Wobei Dr. W sich die anbahnende Problematik nicht verharmlosen will, denn, ganz vermutlich auch anthropogen verursacht, steigt der atmosphärische CO2-Gehalt und es wird wärmer.
    Ein wenig geschmunzelt werden darf womöglich schon, wenn die BRD hier womöglich profitieren würde und die Problemlagen anderswo entstehen werden.
    MFG
    Wb (der also neben Ökologismus auch womöglich fehlgeleiteten Altruismus wittert)

  43. Negativ, Herr Holzherr :

    Sobald es keine Kohle, kein Öl und kein Erdgas mehr gibt ist die Menschheit automatisch dekarbonisiert.

    Sie haben da einiges nicht verstanden, Kohlenstoff ist Veranstalungsgrundlage der Erde.
    MFG
    Wb

  44. Herr Holzherr,
    Sie haben die Situation nicht verstanden. Deutschland braucht eine lückenlose Stromversorgung. Es existieren keine „Batterien“. Um die Versorgungssicherheit zu garantieren, werden Gaskraftwerksressourcen benötigt, die nahezu Null-Ergebnisse alternativer Stromgewinnung, wie in meinem vorletzten Kommentar konkret beschrieben, sofort kompensieren. Das bedeutet, daß die »Existenz-Parallelität« von konventionellen und alternativen Stromerzeugern erhalten bleiben muß. Des Weiteren: Die CO2 Emissionen von Gaskraftwerken sind signifikant.

    1) Der Vollständigkeit halber: Belegen Sie Ihre Aussage „20 – 30 Mal pro Jahr…“ mit einer Quellenangabe.

    2) Wenn Sie Batterien ins Spiel bringen, die es gar nicht gibt, dann erscheinen Sie wie jemand, der glaubt der Strom kommt aus der Steckdose. Konkretisieren Sie den (staatlichen) Plan, wie, wann und wo konkret in absehbarer Zeit, welche und wie viele „Batterien“ zum Einsatz kommen werden. Auch hier sind Quellenangaben nötig.

    Sie verwechseln Ihre naiven Wünsche alternativer Stromgewinnung mit der Realität.

  45. »Dr. Webbaer«

    Mit meinem Kommentar bezüglich der Pflanzen kommt inhaltlich zusätzlich „Wissenschaft ins Spiel“. Denn es stellt sich die Frage, inwieweit ein erhöhter CO2 Anteil noch das „Klima“ erwärmt, wenn dieses CO2 unmittelbar* umgewandelt wird.

    In dem Zusammenhang ist es interessant zu wissen, wie groß lokale Unterschiede sind. Denn generell von einem durchschnittlichen globalen CO2-Anteil der Luft zu sprechen, ist lokal betrachtet „fragwürdig“? CO2-Emissionen sind nicht homogen verteilt. Es gibt CO2-Emissionszentren und die räumliche und zeitliche Verteilung ist von vielen Faktoren abhängig.

    *Somit wäre eine lokale, temporäre Erwärmung und deren nachhaltige Folgen (wenn existent) zu erforschen.

    Ihre Frage/Kritik, worauf sich die 2% des CO2s beziehen ist mehr oder weniger berechtigt. Für die Argumente meiner Betrachtung bedeuteten jedwede nichtmenschengemachte CO2 Beiträge eine Stärkung dieser. Sollte der menschengemachte Anteil bezogen auf die Gesamtbilanz gerechnet werden, so ist der menschliche Einfluss noch deutlich geringer. Bezüglich meines spontan erwähnten Mehrbepflanzungs-Progamm würde das offensichtlich weniger Mehrbepflanzung, also deutlich weniger Aufwand bedeuten.

    »Dr. Webbaer«, auch für Sie gilt, „Semantik“ allein bringt es nicht, konkretisieren und belegen Sie Ihre Aussagen, wie z.B. „…sein Nährverhalten Pflanzen meinend ist bekannt, aber in diesem Zusammenhang nebensächlich.“

  46. »Dr. Webbaer«

    Da stellt sich doch die Frage, warum Sie nicht selber darauf hinweisen, daß der derzeitige CO2-Anteil der Atmosphäre für Pflanzen sich verbessert hat? Plakativ formuliert: Klimawandel respektive mehr CO2 macht Pflanzen Freude.

    „…Das in der natürlichen Umgebungsluft enthaltene CO2 liegt mit einem Anteil von derzeit ca. 400 Teile pro Million (Parts per Million = ppm) unterhalb des für C3-Pflanzen wie Weizen, Roggen oder Reis zum Wachstum optimalen Anteils von ca. 800 bis 1000 ppm
    Wird den Pflanzen zusätzliches Kohlenstoffdioxid zur Verfügung gestellt, können die Pflanzen besser beziehungsweise schneller wachsen…Durch eine Anreicherung der im Gewächshaus vorhandenen Luft mit CO2 kann das Pflanzenwachstum bei manchen Arten um bis zu 40 Prozent gesteigert werden. Üblicherweise erfolgt eine CO2-Düngung in Gewächshäusern über so genannte CO2-Kanonen, die in einer offenen Brennkammer Gas verbrennen und über einen Ventilator dem Raum zuführen. Auch von Heizanlagen oder einem Blockheizkraftwerk zur Beheizung und Stromerzeugung kann der im Abgas enthaltene Anteil an Kohlenstoffdioxid zur Düngung genutzt werden. Kohlenstoffreiche Sekundäre Pflanzenstoffe wie zum Beispiel Herzglykoside (Cardenolide) erfahren durch Kohlendioxidanreicherung eine zusätzliche Steigerung ihres Gehaltes im pflanzlichen Gewebe…“

    …“Bei einer übermäßigen Erhöhung der CO2-Konzentration hört die wachstumsfördernde Wirkung jedoch auf und schlägt ins Gegenteil um. Untersuchungen an der Acker-Schmalwand ergaben, dass bei bis auf 750 ppm erhöhten CO2-Konzentrationen die Biomasseproduktion dieser Pflanze niedriger war als unter Normalbedingungen. Es ist daher denkbar beziehungsweise wahrscheinlich, dass auch andere Pflanzen bei derart erhöhten Konzentrationen mit einer geringeren Biomasseproduktion reagieren“…

    Auch in Ihrem zweiten Linktext zur Photosynthese, gibt es aus Pflanzensicht eine klare Botschaft: Die Pflanze „sagt“: 400 ppm sind gut. Ich mag aber mehr! Gib mir mehr!

  47. @Dr. Webbaer 9. Mai 2019 @ 12:46

    Nun der Ausdruck “dekarbonisiert” ist recht ungenau. Denn wie Sie zu recht feststellen, besteht “organische Materie” immer aus mehr oder weniger Kohlenstoff. Und hiermit fängt schon das Problem an, welche CO2-Emissionen “natürlich” sind. Schon unsere Atemluft enthält CO2 (von Bier und Schaumwein ganz abgesehen). Bei fossilen Brennstoffen ist die Sache ja noch einfach zu verstehen. Der Kohlenstoff wurde in und vor Millionen Jahren verbunden und jetzt wesentlich schneller freigesetzt. Daß damit “schnell” CO2 in die Atmosphäre gelangt, ist wohl klar. Aber es werden ja noch andere Faktoren genannt. Dies sind:

    Viehzucht und deren Produkte (Fleisch, Mich und Eier)

    Zement und Beton

    Eisen und Stahl (Reduktion mit Kohle)

    Stickstoffdünger (wenn Wasserstoff nicht mit Erneuerbaren Energien und Elektrolyse gewonnen wird). Und ob die Landwirtschaft auf die “Dreifelderwirtschaft” zurückgehen will ist auch fraglich.

    Nun habe ich genug gemeckert. Aber man sollte eventuell mal bedenken, was die Konsequenzen für den Einzelnen sein können (Strompreise etc).

  48. @Freyling
    Sie sollten Kommentare wenigstens lesen, bevor Sie Leute kritisieren

    Es geht nicht nur um Deutschland – Umweltveränderungen sind ein globales Thema.

    (Und es nützt auch nichts, Wissenschaftlern für Umweltthemen eine neue mediale Plattform anzubieten – wenn deren Ergebnisse sowieso kaum noch jemand interessieren; da ausgerechnet das wichtigste Thema ´Bevölkerungszahl´ dabei immer wieder ausgeklammert wird und kaum eine Rolle spielt.

    Wenn manche ´Wissenschaftler´ vorschlagen durch Einbringen von Schwefelsäure in die Atmosphäre oder durch Abdunkeln der Erde – im Weltall – die Klimaerwärmung zu begrenzen; dann kann man nur noch dem Kopf schütteln. Solche Ideen sind weder durchdacht, noch helfen sie langfristig über mehrere Jahrhunderte.)

  49. @Dirk Freyling (Zitat): “Sie verwechseln Ihre naiven Wünsche alternativer Stromgewinnung mit der Realität.” Keinesfalls: Selber wäre ich für einen Ausbau der Kernkraft. Das aber geht in Deutschland und Europa nicht – mindestens in den nächsten 10 Jahren.
    In meinem Vorgängerkommentar schrieb ich ja, dass sie nicht völlig falsch liegen. Aber sie haben eben auch nicht völlig richtig. Denn Batterien gibt es zwar nicht jetzt – aber schon bald. Deutschland wird mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits in 15 Jahren eine Batteriekapazität haben, mit der es mehr als eine Stunde Dunkelflaute überbrücken kann. Einerseits können die Batterien von E-Mobilen eingesetzt werden indem diese bei Strommangel nich voll geladen werden oder sogar Strom ans Netz abgeben, andererseits gibt es bereits Pläne für Netzspeicher in Deutschland und viele Private in D haben bereits Batterien (siehe Quartz 100,000 homes in Germany now have battery-storage systems connected to the grid )

    Zu folgendem (Zitat): Belegen Sie Ihre Aussage „20 – 30 Mal pro Jahr…“ mit einer Quellenangabe.
    Tatsächlich gibt es eine Studie der deutschen meteorologischen Gesellschaft, die sogar auf viel weniger Dunkelflauten kommt. In Studie sieht geringes Risiko einer Dunkelflaute liest man dazu:
    In ihrer Untersuchung werteten die Experten des Wetterdienstes aus, wie oft über einen Zeitraum von 48 Stunden in bestimmten Gebieten die mittlere Energieproduktion aus Wind und Sonne unter 10 % der Nennleistung blieb. Bei der Kombination von Wind an Land und auf See mit der Photovoltaik gab es in Deutschland im Mittel zwei Ausfälle pro Jahr. Bei einer europaweiten Betrachtung trat eine solche Dunkelflaute hingegen nur noch 0,2 mal pro Jahr ein.

  50. @Martin Holzherr 9. Mai 2019 @ 16:09

    Denn Batterien gibt es zwar nicht jetzt – aber schon bald. Deutschland wird mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits in 15 Jahren eine Batteriekapazität haben, mit der es mehr als eine Stunde Dunkelflaute überbrücken kann.

    Und wie lange dauerte die Dunkelflaute im Januar 2017. Gerade in diesem Monat hat man wenig Sonne (was sich wohl nicht ändert) und bei entsprechender Hochdruchwetterlage wenig Wind (was sich ändern könnte). Bei Photovoltaik mus man im Sommer speichern, um im Winter Strom zu haben.

  51. @Dr. Webbaer, Rudi Knoth: Dekarbonisierung bedeutet Verzicht auf Kohle, Öl und Erdgas und Verzicht auf Prozesse, die mit CO2-Emissionen verbunden sind. Die Zementherstellung ist ein solcher CO2-emittiernender Prozess. Für mich ist Dekarbonisierung deshalb ein sehr exakter Begriff. Ich habe noch niemanden getroffen, der unter Dekarbonisierung etwas anderes als die technisch bedingte Emission von CO2 versteht.

    @Dirk Freyling: Alles was sie zu CO2 schreiben, etwa der kleine Anteil von CO2 an der Atmosphäre oder die Pflanzenfreundlichkeit von CO2 ist irreführend.
    Richtig dagegen ist: CO2 ist eines der wenigen Treibhausgase, die das Erdklima stark beeinflussen und formen. Dass wir seit 2.7 Millionen Jahren in einer vollen Eiszeit leben (Antarktis und Arktis vergletschert) obwohl die Sonneneinstrahlung um 10% zugenommen hat im Vergleich zu vor 500 Millionen Jahren hat letztlich nur eine befriedigende Erklärung: Die atmosphärische CO2-Konzentration der letzten paar Millionen Jahre ist sehr viel tiefer als beispielsweise vor 60 Millionen Jahren. Wenn die Menscheit jetzt die atmosphärische CO2-Konzentration stark erhöht werden wir ein völlig anderes Klima erhalten und es besteht die Gefahr dass riesige Eismassen in der Arktis und Antarktis abschmelzen.

  52. @Rudi Knoth (Zitat): Bei Photovoltaik mus man im Sommer speichern, um im Winter Strom zu haben.
    Nein. Ein saisonaler Ausgleich über Speicherung ist in den nächsten 20 Jahren unrealistisch. Es gibt mit Erneuerbaren nur eine Lösung, die ohne Stromtransport über grosse Distanzen auskommt:
    1) Sowohl viele PV-Anlagen als auch viele Windkraftanlagen.
    2) Die Peakleistung von Wind- und PV-Anlagen muss mindestens doppelt oder dreimal so gross sein wie die durchschnittlich abgefragte Leistung. Der Überschuss wird entweder verworfen oder zu Billigpreisen an energieintensive Firmen verkauft oder aber teilweise in Wasserstoff umgewandelt.

  53. @ Herr Holzherr :

    Es gibt eine sozusagen natürliche Klimavariabilität, die bis zu 10 K ausmachen kann.
    Es muss diese grundsätzlich geben, zu beachten auch die aktuelle Durchschnittsoberflächentemperatur der Erde von ca. 288 K.
    Diese Klimavariabilität wird teilweise auch auf die sog. Milanković-Zyklen zurückgeführt, die oft als Ursache für Kaltzeiten herangezogen wird und wenn Sie mal auf die Vostok-Daten schauen :
    -> https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-der-co2-anstieg-ist-nicht-ursache-sondern-folge-des-klimawandels (Abbildung 1, dieses Angebot des Webs gilt als sozusagen klimatreu)
    … sehen Sie, dass das atmosphärische CO2 alleine die Oszillationen der terrestrischen Oberflächentemperatur nicht erklären kann, für die letzten 400.000 Jahre zumindest nicht. (Es ist fast nebensächlich, dass das eine mit dem anderen korreliert.)
    Das terrestrische Klimasystem ist immer noch unzureichend verstanden und die Theoretisierung im Rahmen der CO2-meinenden Klimasensitivität kann unzureichend sein.
    Disclaimer : Nicht gemeint ist mit diesen Ausführungen, dass kein Problem besteht, das mit dem atmosphärischen CO2-Gehalt zusammenhängt.
    Es kann womöglich ein wenig abgewartet werden und darauf gehofft, dass alsbaldige technologische Anwendung diese Herausforderung helfen wird zu bearbeiten, böse formuliert : ohne Ökologismus, Selbstkasteiung und Beten und so,
    MFG
    Wb

  54. @Dr.Webbaer: Ein schneller Umstieg auf Kernenergie weltweit hätte die strombedingten CO2-Emissionen innerhalb von 20 Jahren weltweit um 80% reduzieren können und hätte auch einer Elektrifizierung anderer Bereich der Wirtschaft Schubhilfe gegeben. Doch Tschernobyl+Fukushima+irrationale Ängste + Massive Verteuerung der Kernkraft durch Regulierung haben diesen Weg abgeschnitten. Voraussichtliches Ergebnis: Im Endeffekt mindestens 1 Grad mehr Erderwärmung als wir bei frühem Einsatz von AKWs gehabt hätten.

    Prognose: Falls es in den nächsten 20 bis 30 Jahren keinen durchbrechenden Erfolg mit Erneuerbaren gibt, werden wir früher oder später wieder bei Kernenergie landen: entweder in Form von sehr viel sichereren und billigeren Kernspaltungsreaktoren oder gar in Form von Kernfusionsreaktoren (es gibt einige unkonventionelle erfolgsversprechende Ansätze).
    Der Erfolg von Erneuerbaren hängt sehr stark von Innovationen wie Speicher für Strom beispielsweise in Form billigerer Gridbatterien etc ab. Wann diese Innovationen kommen wissen wir nicht. Kommen sie erst wenn sich die globale Temperatur schon um 2 Grad erwärmt hat oder doch erst später?

  55. »KRichard«
    Ich habe Ihren Kommentar (9.Mai 2019 10.27 Uhr) gelesen und stimme Ihrer Aussage:

    …“Wenn aber in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion (Kyoto, Paris, usw.) ausgerechnet die bedeutende Einflussgröße ´Bevölkerungszahl´ kaum eine Rolle spielt – dann sind Forschungen bzw. Diskussionen zu den Themen Klima/Umwelt nur eher nutzlose Aktivitäten.“…

    zu.

    Diese Zustimmung habe ich in meinem Kommentar von 11.50 Uhr allgemein formuliert wiederholt.

    »Martin Holzherr«,

    daß Sie die Faktenlage zum CO2 irreführend finden, brauchen Sie nicht explizit zu betonen. Ihr Wunschfilter lässt Fakten eben „alt aussehen“.

    „Ihre“ angebenden Artikelaussagen sind wie Ihre eigenen Ansichten von Euphemismus geprägt und sofern Aussagen vorliegen banal.

    i) Daß ein Mix aus Wind- und Solarenergie „wetterfähiger“ ist, als nur das eine oder das andere, dürfte jeder verstehen und hat auch jeder verstanden. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß CO2-erzeugende konservative Alternativen respektive Kernkraft, wie mehrfach ausgeführt, verhanden sein muß um die Versorgungssicherheit zu garantieren.

    ii) Der zweite Artikel in englischer Sprache ist offensichtlich für einfache Gemüter, die nur der einfachen Sprache – wie man in Deutschland sagen würde – mächtig sind. Ich habe konkret nach einem (staatlichen) Plan für die Herstellung und Installation von Zwischenspeichern gefragt? Das technisch nichts sagende Wunsch-Blabla des Autors Akshat Rathi enthält keine Sachinformation…

    Ihre „Antwort“:

    …„Denn Batterien gibt es zwar nicht jetzt – aber schon bald. Deutschland wird mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits in 15 Jahren eine Batteriekapazität haben, mit der es mehr als eine Stunde Dunkelflaute überbrücken kann.“…

    wiederholt ausschließlich Ihre Wünsche.

    Die heutigen Stromspeicher, ob im Smartphone, in ihrer Hausanlage oder im E-Auto sind aus vielen Gründen unzureichend und sowohl in der Herstellung als auch bei der Entsorgung stark umweltbelastend. Darüber hinaus gäbe es keine ausreichenden Ressourcen (Lithium, Kobalt,…)

    Also nochmals: Der deutsche Staat hat für 2022 den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Kohlekraftwerke werden auch abgeschafft. Die entsprechenden Konzerne werden in Milliardenhöhe entschädigt und zwar mit Steuergeld. Gaskraftwerke beziehen das Gas woher?

    In den kommenden Jahren wird Deutschland nicht nur bei den Energieträgern Uran und Steinkohle, sondern auch bei Erdöl und Erdgas vollständig auf Importe angewiesen sein.“ Quelle, siehe Umweltbundesamt.“

    Kommen Sie zur Sache: Was setzen Sie konkret „neben“ ein Windrad als Energiezwischenspeicher? Oder: Was setzen Sie konkret „neben“ ein Windradfeld (euphemistisch Windpark genannt) als Energiezwischenspeicher?

    Schon einmal von Insektensterben gehört? Recherchieren Sie doch selbst einmal, wie viele Insekten durch Windräder getötet werden.

    Wissen Sie, wie lange Windräder halten (Stichwort: Materialermüdung)? Wissen Sie wie viel Energie aufgewendet werden muß und welche Ressourcen gebraucht werden, um ein Windrad herzustellen?

    Sofern Sie genügend Zeit haben und sich deutlich mehr bemühen den Status Quo der technischen Möglichkeiten zu „studieren“, werden Sie feststellen, daß außer einer finanziellen Mehrbelastung nichts Nennenswertes an Energiealternativen existiert, was Ihren Wünschen entspricht.

  56. “Nun habe ich genug gemeckert. Aber man sollte eventuell mal bedenken, was die Konsequenzen für den Einzelnen sein können (Strompreise etc).”

    Ja, sie haben genug gemeckert. Die weiteren CO2- und Methanquellen sind natürlich bekannt und es ist klar, dass auch dort die Emission massiv gesenkt werden müssen.

    Die Folgen des Nichtstun sind auch bekannt, nämlich ein ökologischer Kollaps.

  57. Noch eine Anmerkung zu diesem Artikel. In diesem Artikel werden die Themen Artensterben und Klimawandel als “Aufhänger” benutzt, um für mehr Öffentlichkeitsarbeit der Wissenschaftler zu werben. Gerade die Themen sind aber in “Heute” vom ZDF recht präsent. Das Thema Artensterben kam sogar an erster Stelle. UNd auch das Thema Dürresommer (auch Klimawandel) war recht wichtig, obwohl der Mai eher kühl und nass ist.

  58. @Paul Stefan Bartilla 9. Mai 2019 @ 18:20

    Ja, sie haben genug gemeckert. Die weiteren CO2- und Methanquellen sind natürlich bekannt und es ist klar, dass auch dort die Emission massiv gesenkt werden müssen.

    Die Folgen des Nichtstun sind auch bekannt, nämlich ein ökologischer Kollaps.

    Welcher Kollaps denn? Es sind Hochrechnungen, die auch falsch sein können. Die Strompreise sind aber schon hoch.

  59. Der Kapitalismus und der freie Welthandel hat uns in die Schieflage gebracht und er wird uns daraus auch wieder befreien.Wie ? Durch den Dollar. Wenn die Schäden teurer werden als der Nutzen, wird ein Umdenken einsetzen.
    Wenn die Rückversicherer die Umweltschäden bezahlen müssen, dann werden sie Auflagen verlangen.
    Wenn die Preise für Futtermittel ins Astronomische steigen, werden die Leute weniger Fleisch essen.
    Wenn die Wasserpreise zu hoch werden, dann werden sie ihre Swimming Pools trockenlegen.
    Und wenn es bald keine Früchte mehr gibt, wegen des Bienensterbens, dann sollte Bayer mal die Herstelllung von Round Up überlegen.
    Es ist wie bei einem Süchtigen. Erst wenn er beginnt, sich vor sich selbst zu ekeln, wird er sein Verhalten ändern.
    Noch sind wir nicht so weit, aber es ist nicht mehr weit bis zum weltweiten Kollaps.

  60. Rudi Knoth:
    “Welcher Kollaps denn? Es sind Hochrechnungen, die auch falsch sein können.”

    Das ist eine Falschbehauptung. Die Erwärmung ergibt sich aus physikalischen Gesetzen.
    Ich sehe keinen wesentlichen Unterschied zwischen der Leugnung der anthropogenen globalen Erwärmung, dem Leugnen der Evolutionstheorie oder der Relativitätstheorie. Alles das ist unwissenschaftlicher Wahn und bei der globalen Erwärmung auch noch ein sehr gefährlicher.

    Die Argumente sind alle bekannt, sie nicht wahrzunehmen, ist unwissenschaftlich.

  61. Prädiktionen können falsch sein, Sportsfreund Herr Paul Stefan Bartilla, Stringenz i.p. Prädiktion kann nicht angefordert sein, wenn das Wesen der hier gemeinten Methode (Dr. W amüsiert sich immer ein wenig darüber, wie dies möglich ist) berührt ist, das Suchen nach Erkenntnis meint immer auch das Ausschnittsartige, das Näherungsweise und die Gebundenheit an Interesse.
    Opi W würde sich i.p. ‘neue mediale Platform’ freuen, wenn die Grundsätzlichkeit naturwissenschaftlicher Veranstaltung breit verklickert werden könnte.

  62. Nuclear Power Can Save the World , ein New York Times Artikel von Joshua S. Goldstein, Staffan A. Qvist and Steven Pinker bringt es auf den Punkt (Zitate aus dem Englischen durch DeepL übersetzt):

    1) Die Erweiterung der Nuklear-Technologie ist der schnellste Weg, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die Wirtschaft zu dekarbonisieren.

    2) Wir müssen für den schnell wachsenden Energiebedarf der ärmeren Länder sorgen und das Netz auf eine Milliarde Menschen ausweiten, denen es heute an Strom mangelt. Und noch mehr Strom wird benötigt, um bis Mitte des Jahrhunderts überschüssiges Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen.

    Woher kommt diese gewaltige Menge an kohlenstofffreier Energie? Die beliebte Antwort ist allein die erneuerbaren Energien, aber das ist eine Fantasie. Wind- und Sonnenenergie werden billiger, aber sie sind nicht rund um die Uhr verfügbar, weder bei Regen noch bei Sonnenschein, und Batterien, die ganze Städte tage- oder wochenlang mit Strom versorgen könnten, zeigen keine Anzeichen dafür, dass sie in naher Zukunft auftauchen. Heute arbeiten erneuerbare Energien nur mit Backup durch fossile Brennstoffe.

    Ja das ist das Hauptproblem: Erneuerbare rufen nach fossilem Backup und bei Entwicklungsländern mit einem noch unterentwickelten Stromnetz muss man sogar fragen: Sind Erneuerbare die Einstiegsdroge für fossile Energien?

  63. Die Skalierbarkeit (das Fachwort an dieser Stelle) von Energieversorgung ist zentral, die friedliche Nutzung der Kernenergie, Herr Holzherr, wird genau deshalb von liberalen Demokratien behindert / verhindert, andere besondere Herrschaftssysteme meinend, weil dort eine gewisse “Sportsfreundschaft” besteht, die das Friedliche umzukehren in der Lage ist.
    Und lassen Sie gerne mal das Geschwätz mit der Dekarbonisierung, es kann nur um den Umgang mit diesbezüglicher Ausgasung gehen.
    Auch beim letzten Absatz Ihrer Nachricht kann sich gefragt werden, ob Sie Gesamt-Verhalte verstehen.
    Klar, Developing Countries werden nach der friedlichen Nutzung der Kernenergie auch nebenbei sozusagen die fossilen Energien selbst verstärkt nutzen wollen.
    Ja, Sie wollen pfiffig sein, schon klar, ist ja auch plausibel, was Sie so schreiben,
    MFG
    Wb

  64. hto,
    wenn der Mensch 300 Jahre alt werden würde, dann wären die Folgen seiner Fehlleistungen noch fataler. Nur Bäume werden noch so alt, und der Mensch würde sie noch geringer schätzen als bisher.
    Tiere , auch größere Säugetiere, würde er in der Rolle der Mäuse und Ratten ansiedeln.
    Der Glaube, dass man im Alter klüger wird, ist voreilig. Ich denke, die Nachteile würden überwiegen. Was nützt es denn dem Menschen, wenn er erkennt, dass seine Fehlplanung nach 100 Jahren z.B. zum Desaster führt, wenn die ihn umgebende Natur noch länger braucht sich von seinen Schäden zu erholen. Die Abholzung des Mittelmeerraumes war fatal, der Mensch hat das erkannt, aber richtet er sich danach ? Er holzt weiterhin den Amazonaswald ab und wir unterstützen das noch mit der Einführung der Benzinsorte E 10.

    Martin Holzherr
    das Verbrennen fossiler Brennstoffe ist die wahrscheinlich größte kulturelle Fehlleistung der Spezies Mensch nach dem Leerfischen der Meere.
    Erdöl z.B. besteht aus geschatzten 100 Tausend verschiedener Kohlenwasserstoffe, die zu Medikamenten, Farben , Kunstsoffen verarbeitet werden können. Diese Kohlenwasserstoffe nur verbrennen ist ökonomisch gesehen nur dumm, ökologisch sowieso.

    Wenn man in der Sahara ein Feld mit solarzellen anlegen würde, ich habe mal gelesen, 100 km x 100 km würde ausreichen, dien gesamten Strombedarf der Erde zu decken. Warum tut man das nicht ? Weil die Industrieländer an der Energieerzeugung verdienen wollen, denen geht es nicht nur um die Versorgung mit Energie, es geht um die Wertschöpfung bei der Energieerzeugung.

  65. @bote19 (Zitat): “Wenn man in der Sahara ein Feld mit solarzellen anlegen würde, ich habe mal gelesen, 100 km x 100 km würde ausreichen, dien gesamten Strombedarf der Erde zu decken. Warum tut man das nicht ?”

    Ja, genau, Solar- und Windfarmen an idealen Standorten könnten zusammen mit einem ganze Kontinente überspannenden Supergrid die ganze Welt mit erneuerbar erzeugtem Strom erzeugen.
    Doch Deutschland und Europa und wohl auch China wollen das nicht. Sie wollen die Energie, die sie benötigen im eigenen Land erzeugen, weil sie die Abhängigkeiten fürchten, die durch den Import von Energie entstehen.

    Dies demonstriert aufs deutlichste das Dilemma der heutigen Menschheit: Die Menschheit ist in Nationen organisiert und keine Nation traut der anderen über den Weg: Lieber untergehen als in andere vertrauen.

  66. @bote19 (Zitat): “Wenn man in der Sahara ein Feld mit solarzellen anlegen würde, ich habe mal gelesen, 100 km x 100 km würde ausreichen, dien gesamten Strombedarf der Erde zu decken. Warum tut man das nicht ?”

    Ja, genau, Solar- und Windfarmen an idealen Standorten könnten zusammen mit einem ganze Kontinente überspannenden Supergrid die ganze Welt mit erneuerbar erzeugtem Strom versorgen.
    Doch Deutschland und Europa und wohl auch China wollen das nicht. Sie wollen die Energie, die sie benötigen, über Energiequellen im eigenen Land gewinnen, weil sie die Abhängigkeiten fürchten, die durch den Import von Energie entstehen.

    Dies demonstriert aufs deutlichste das Dilemma der heutigen Menschheit: Die Menschheit ist in Nationen organisiert und keine Nation traut der anderen über den Weg: Lieber untergehen als in andere vertrauen.
    Das tragische, ironische am weiteren Schicksal der vom Menschen geschaffenen technischen Zivilisation könnte darin liegen, dass diese Zivilisation an den von ihr selbst geschaffenen Problemen untergeht und dass sie diese Probleme nur deshalb nicht lösen kann weil keine Nation die Teil dieser Zivilisation ist einer anderen Nation über den Weg traut.

  67. 100 Gründe warum eine Dekarbonisierung innerhalb 30 Jahre nicht möglich ist
    Alexandria Octavia Cortez hat zusammen mit anderen Demokraten einen “Green New Deal” aus der Taufe gehoben. Dieser hat das Ziel die USA in 10 Jahren völlig zu dekarbonisieren. Es gibt dutzende von Unterzielen und Absichten hiezu. Eine davon ist der weitgehende Ersatz von Individualfahrzeugen durch beispielsweise Hochgeschwindigkeitszüge. Doch: Das bereits vor 15 Jahre gestartete Hochgeschwindigkeitsprojekt welches Los Angeles und San Francisco verbinden will, ist an Einsprachen und überteuerten Teilstrecken gescheitert.
    Mit anderen Worten: Der “Green New Deal” wird allein schon an Einsprachen und Behinderungen scheitern, die einem solchen Vorhaben in den Weg gelegt werden.
    Damit könnte ich nun die Liste der 100 Gründe beginnen, warum eine Dekarbonisiserung in 30 Jahren unter heutigen Umständen nicht gelingen kann.
    1) Deutschland und die USA (auch Japan, etc) sind schon gebaut. Jeder Plan neue Leitungen oder grössere Anlagen zu bauen stösst auf massiven, teilweise jahrzehntelangen Widerstand. Ein Beispiel sind gerade die geplanten Stromtrassen in Deutschland. Das Projekt ist bereits in massiver Verzögerung und wird es auch noch in 20 Jahren sein.
    2) Länder, die über grosse Reserven an Erdöl und Erdgas besitzen werden nicht darauf verzichten.
    Justin Trudeau, der Ministerpräsident von Kanada hat kürzlich klar gemacht (frei übersetzt nach Gedächtnis): “Kein Land, das über 170 Milliarden Barrel an Öl unter seiner Erde verfügt wird darauf verzichten es zu fördern” Dieses Land mit 170 Milliarden Barrel Öl unter der Erde ist Kanada. Und ja, Kanada kann vielleicht schon noch etwas Erwärmung vertragen. Der Klimawandel ist nicht Kanadas Hauptproblem. Bald schon wird das Hauptproblem Kanadas schlicht das sein, dass Kanada für Klimaflüchtligne zu attraktiv ist und dass es deshalb seine Grenzen schliessen muss.

    Das sind die ersten beiden der 100 Gründe warum eine Weltdekarbonisierung in 30 Jahren nicht möglich ist. Ich bitte jeden Kommentator hier weitere Gründe zu meiner Liste hinzuzufügen bis wir bei 100 sind.

  68. Frage: Was wenn die Welt während der Einsprachefrist für die Behandlung ihrer Probleme untergeht?

    Antwort (von Radio Eriwan): Nun ja, dann waren die Probleme mindestens wichtig genug um eine Einsprachefrist zu rechtfertigen (ja, so muss die Welt untergehen: Unter Einhaltung des Dienstweges)

  69. Dies demonstriert aufs deutlichste das Dilemma der heutigen Menschheit: Die Menschheit ist in Nationen organisiert und keine Nation traut der anderen über den Weg: Lieber untergehen als in andere vertrauen. [“Martin Holzherr”]

    Die Menschheit muss irgendwie Struktur aufweisen, die miteinander kompetitiv agiert, das ist kein ‘Dilemma’, sondern anthropologisch nachvollziehbar, auch dass Nationen und derartig gebundene Kultur bereit steht, aus Sicht einiger ist der Versuch der EU Nationalstaaten zu brechen und in übergeordnete Struktur überzuführen, auch in sog. Imperien, antizivilisatorisch. Eine Weltregierung würde Stagnation bedeuten, wie klimatisch, ökologisch und ökologistisch begründet auch immer.
    ‘Untergehen’ tut da nichts, auch die Alternative ‘anderen zu vertrauen’, liegt nicht vor, denn es wird ohnehin anderen vertraut, der Ökologismus (vs. das sinnhafte Bemühen um die Umgebung) ist eine postreligiöse, postmoderne Gefahr.
    MFG
    Wb

  70. Tja so ist das. Das die Doomsday Clock auf 2 von 12 steht und damit näher an einem Atomkrieg als zu Zeiten des Kalten Krieges, interessiert ja auch niemanden. Dann drückt der Trump eben auf den Knopf, auch egal. Zumindest müssen wir uns dann keine Sorgen mehr ums Klima machen.

  71. Das Artensterben und der Klimawandel führen anders als (Atom-)kriege nicht zu unmittelbaren Katastrophen. Statt dessen steuert die Erde auf einen neuen Aggregatszustand zu, einen Zustand der sich für sehr lange oder gar für immer von dem Zustand unterscheidet in der die Menschheit entstanden ist und in der sich schliesslich die heutige Zivilisation ausgebildet hat. Quasi unbemerkt steuern wir auf eine Welt zu in der schliesslich alles Gute und alles Schlechte menschengemacht ist. Aber nicht einmal bewusst menschengemacht, sondern in Form eines menschengemachten Betriebsunfalls.
    Eine Abwendung dieser neuen Welt ist mindestens beim menschengemachten Klimawandel noch möglich. Selbst wenn die atmosphärischen CO2-Konzentrationen in ungewohnte Höhen steigen, könnten spätere Generationen dies wieder korrigieren – wenn auch mit erheblichem Aufwand. Nicht korrigierbar ist dagegen der Artenverlust.
    Ich bin überzeugt, dass spätere Generationen ein neues Bewusstsein für solche Prozesse wie wir sie jetzt durchleben entwickeln werden. Zu diesem Bewusstsein gehört eine neue Sicht der langen Frist, einer Zeitspanne die weit über das maximale Alter eines Einzelnen hinausgeht. Dieses Bewusstsein wird notwendig, weil die beabsichtige und unbeabsichtige Macht des Menschengeschlechts nun planetare Dimensionen erreicht hat und wir nun nicht nur unsere unmittelbare Umgebung sondern die ganze Erde verändern können.

  72. Klimawandel, Artenverlust…wen interessierts wirklich ? Um das zu verinnerlichen bedarf es wohl Bewusstsein, Einsicht in die Notwendigkeit, neues Denken . Die Masse der Menschen erreichen sie heute weniger über diese erwähnten Charaktereigenschaften, sondern über die Brieftasche. Ist diese gut gefüllt, stimmt die kleine private Welt .Überfluss macht satt und gleichgültig. Bertold Brechts “Untergang der Stadt Mahagonny ” ist eine Allegorie auf den moralischen Verfall einer-dieser-Gesellschaft: Man lebt aneinander vorbei ,denkt nur an seinen eigenen Vorteil und lebt den Sittenverfall, betet das Götzenbild GELD an…Beinahe möchte man meinen, dass diese Form der Demokratie nicht fähig ist, diese oben erwähnten Probleme der Menschheit zu lösen .Die Zukunft, das Überleben, verlangt wahrscheinlich andere Formen (Siehe Kevin Kühnert)

  73. Die sog. Atomkriegsuhr zeigt vor allem die Unverständigkeit der damit Befassten, ‘neues Bewusstsein’ entsteht täglich und Kevin Kühnert ist sowieso der Größte, mal von seiner intellektuell-kognitiven Mickrigkeit abgesehen.

    Das Anthropozän ist vor allem eine Chance.
    Gesellschaftlicher Diskurs in liberalen Demokratien ist zäh und über Generationen hinausgehend, im Guten und im Schlechten, wenn bspw. auf das Bemühen unserer 68er-Freunde geschaut wird, es gibt so etwas wie ein demokratisches-fortschrittliches Bewusstsein in der Menge und derart festgestellt auch für soziologische Zwecke nutzbar oder für allgemein politische.

  74. @web 🐻

    “… es gibt so etwas wie ein demokratisches-fortschrittliches Bewusstsein in der Menge …”

    Mannomann, was für’n Zynismus 😒

  75. Doch, doch, der Mensch ist ein wenig hinaufgestiegen, Kommentatorenkollege ‘hto’, Sie als Kollektivist müssten dies ebenfalls mitbekommen haben, oder sind Sie misanthropischer Kollektivist?

  76. @web 🐻

    Wenn dem so wäre, dann bedürfte es keiner “soziologischer” oder “allgemein politischer” Ausschlachtung, die dem Kreislauf des imperialistischen Faschismus im immernoch geistigen Stillstand dient.

  77. Zu Dr.Webbaer:
    “Neues Bewusstsein ” entsteht leider nicht täglich. Es ist lediglich alter Wein in neuen Schläuchen, denn die Antworten auf die ÜberlebensProbleme dieser Welt vermisse ich, da man weiter vor sich hin wurschtelt. Wir brauchen hunderte solcher Kevins, die diese verkrusteten Strukturen der Macht reizen und durcheinander wirbeln.
    Es ist ja amüsant anzusehen, wie diese Machtkartelle (Establishment) auf K.Kühnert reagieren. Beinahe einheitlich reagieren ihre Jagdhunde (die Medien) mit Gebell und lautem Gejaule ,weil dieser kleine Kevin nur Demokratie lebt, in dem er eigene Gedanken hat, was heute anscheinend unerwünscht ist . Neues Bewusstsein ist die in Frage Stellung alter vorgegebener Denkweisen, die uns bei der Meisterung der neuen Probleme hinderlich sind. Politiker ,die heute noch medial hochgelobt werden, wird die Geschichte wahrscheinlich in absehbarer Zeit verdammen und steinigen .Und das von den Schreiberlingen, die sie heute noch loben(ALLES SCHON ERLEBT)

  78. hto
    die 300 Jahre Frage. Die hat es insich und mein Urteil war etwas voreilig.
    Tatsächlich kommen da zwei gegenläufige Entwicklungslinien zusammen und man weiß nicht, welche sich durchsetzen wird.
    1. die des Alters und der Vernunft oder
    2. die des Alters als Kulturbremse.

    Wir stellen uns mal vor, der Mensch würde 300 Jahre alt, dann wäre der alte Fritz noch am Ruder und er hätte ganz Preussen militarisiert. Maria Theresia hätte dann 35 Kinder und der Barock stände noch in Blüte. Wollen wir das ?
    Ihre Frage impliziert, dass der alte Mensch vernünftiger ist , als der Junge. Darüber können wir einen neuen blog aufmachen, Titel : A brave old world.

  79. Der Webbaer ist halt Zukunftsoptimist, Kommentatorenfreund ‘Golzower’, dem Kollektivismus abgeneigt und das Gerede von Kevin Kühnert ist ja nicht neu, eine gewisse Sarah Wagenknecht, die Dr. W durchaus schätzt, die Mehrdeutigkeit ist beabsichtigt, kam ja ebenfalls mal derart traditionslinks hervor vor einigen Jahren, begründete ihren Ruhm auch darauf, aber abzulehnen.
    Das Web ist ganz OK und es liefert ständig neue Beweise für sog. Neues Bewusstsein, mag auch Sie und Kommentatorenfreund “Martin Holzherr” (die doppelten Anführungszeichen nur deshalb, weil der nicht so heißt), der immer ein wenig “ex cathedra” nervt, seine fazitären Schlüsse sind gefürchtet.
    Das Web ist in gewissem Sinne eine ‘neue mediale Plattform’, Dr. W mag es und es ist nach der Erfindung der Sprache, der der Schrift und der des Buchdrucks zentral, es lädt ein.
    MFG
    Dr. Webbaer (der mit dem dankenswerterweise zur Verfügung gestellten Text des hiesigen WebLogs womöglich ein wenig zu gnädig war, abär immer ein wenig Wert darauf legt nicht allzu kompetitiv zu sein)

  80. hto,
    Marx hat die Zukunft richtig eingeschätzt. Und er hat den Kapitalismus unterschätzt.
    Das ist das Drama der Neuzeit.
    Wir haben jetzt ein Stadium erreicht, wo kein einzelner Nationalstaat die Weichen für die Zukunft stellen kann. Wer glaubt, die Politik könne die Ökonomie dominieren, der irrt.
    Wir können nur noch beten, dass es der Herrgott noch gnädig macht.

  81. @bote19

    II. Vorgesehen / Vorsehung ist nur ein “Weg wie dumm gelaufen” – Wenn man glaubt Gott hat dies schriftlich so gesetzmäßig festgehalten, dann hat er wohl nicht viel von seiner menschlichen Form des Lebens gehalten!?😂

    Abwarten und das Nichtüberschreiten von imaginären Grenzen ist nicht der Weg / die Lösung!!!

  82. Hto
    die Menscheit, wie sie sich heute präsentiert, ist noch dümmer als jedes Indianervolk.
    Die haben sich noch an tabus gehalten.
    Und darin unterscheiden sich die Naturvölker von den Industrienationen, die kennt keine tabus mehr.
    Also, du fragst nach der Lösung, die Einführung von tabus.
    „Du hast die Erde heilig gemacht,
    wie auch meinen Körper,
    darum will ich in deinem Namen
    die Erde heilig halten,
    jeden Grashalm achten und die
    Blumen und Bäume ehren.
    Mit der Verehrung alles Lebendigen wächst meine Seele
    und mein Leib wird stark im Rhythmus
    deiner Sonne und deines Mondes.“
    Das ist das Gedicht eines Indianerhäuptlings.

    Dieses Gedicht sollte jeder Grundschüler auswendig lernen müssen.

  83. Nur 4 Länder haben heute einen CO2-Preis von über 40 Dollar/Tonne. Es gilt aber gemäss Why is carbon pricing in some countries more successful than in others? folgendes: “Die Festsetzung eines Preises für den CO2-Ausstoß ist das wirksamste wirtschaftliche Instrument zur Erreichung der Ziele des Pariser Übereinkommens zur Eindämmung des globalen Klimawandels.”
    Es ist aber kein Zufall, dass es die Länder Schweden, Norwegen, Finnland und die Schweiz sind, welche einen CO2-Preis grösser als 40 Dollar/Tonne kennen. Es sind Länder in denen die Bevölkerung ein hohes Vertrauen ins Regierungssystem hat und wo es wenig Korruption gibt. In anderen Ländern befürchtet die Bevölkerung dass die Regierung sich damit einfach bereichern will und das Geld in irgendwelchen fremden Taschen landet. Deshalb lässt sich in den meisten Ländern eine CO2-Steuer nicht durchsetzen.
    Dazu liest man im verlinkten Bericht:
    Die Politikwissenschaft liefert zwei wesentliche Erkenntnisse über die Kohlenstoffpreise: Erstens ist eine ehrgeizige CO2-Preisgestaltung oft mit einem hohen politischen Vertrauen und einer niedrigen Korruptionsrate verbunden (siehe Abbildung 2). Länder mit größerem öffentlichem Misstrauen gegenüber Politikern und wahrgenommener Korruption weisen nach wie vor eine schwächere Klimapolitik und höhere Treibhausgasemissionen auf.15,16 Dies zeigt sich beispielsweise in Finnland, Norwegen, Schweden und der Schweiz, die alle ein hohes Maß an Vertrauen haben und derzeit die einzigen Länder mit Kohlenstoffpreisen über 40$/tCO2 sind. Wenn das Vertrauen gering ist, sollten die Einnahmen daher mit einer transparenten, vertrauensbildenden Strategie recycelt werden, um die Akzeptanz zu erhöhen.

    Fazit: Klimapolitik ist auch eine Sache des Vertrauens. In vielen Ländern glauben die Menschen mit Klimapolitik wolle man ihnen einfach an den Geldbeutel, denn sie misstrauen denen, die sie regieren. Sie glauben: Die Politiker sagen Klimapolitk meinen damit aber Einnahmen für sich selbst.

  84. Es sieht so aus, als ob der Kommentarbereich hier nun am Ende ist. In dem Zusammenhang passt es ja ganz gut, noch einmal darauf hinzuweisen, daß die Frage »Braucht die Wissenschaft eine neue mediale Plattform« indirekt zu einer Antwort führt, die die realen Probleme enthält. Es gibt offensichtlich keine journalistische Neutralität der Hauptstrommedien. Es werden Meinungen generiert, indem über wichtige Aspekte so gut wie nie berichtet wird.

    Schlussfolgerung: Es wird u.a. ein global erreichbares Netzwerk mit großer Strahlkraft benötigt, welches auf lokale Ereignisse hinweist. Denn diese lokalen Ereignisse dokumentieren und verdeutlichen die wissenschaftlichen Fehl- und Falschaussagen der Massenmedien bezüglich alternativer Modelle.

    Beispiel 1
    In dem Artikel Feuerwehr versenkt brennendes Auto wird die Unmöglichkeit brennende E-Autos zu löschen unmissverständlich klar. Jedes noch so kleine Geschäft unterliegt der Gewerbeaufsicht. Brandschutz ist immer ein wichtiges Thema zum Betrieb von Geschäftsräumen. Unter diesem Aspekt dürfte kein E-Auto in einem Parkhaus parken.

    Beispiel 2
    In dem Artikel Oberbürgermeister Eckart Würzner ruft den Klimanotstand in Heidelberg aus wird klar, daß sich die politisch Verantwortlichen in einem kollektiven Hysteriezustand befinden.

    Insbesondere letzterer Artikel ist durchaus auch unterhaltsam. Sofern man Spaß an dem Wahnsinn der Normalität hat. Auch die Kommentare sind teilweise amüsant.

  85. 1 Million Arten ausgelöscht: Ist das ein wissenschaftliches oder ein kulturelles Problem?

    Typischerweise wird der Verlust eines Achtels aller Lebewesen durch menschliche Einflüsse als Gefahr für die Menschheit selber dargestellt, häufig mit der Implikation, dass das Artensterben kein Problem wäre, wenn es der Menschheit nicht schaden würde. Das zeigt sich etwa im MIT-Review-Beitrag: Human activity is threatening one million species with extinction wo man liest (übersetzt von DeepL): Die Biodiversität, von der der Mensch in seiner Existenz abhängt, nimmt nach einem neuen Bericht schneller ab als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit.

    Doch es ist keinesfalls sicher, dass der Verlust 1/8 aller Lebewesen für den Menschen selber eine Gefahr darstellt. Ein früherer Ökologieprofessor (Landschaftsökologie) in Rente und scilogs-Autor namens Ludwig Trepl schrieb hier sogar mehrmals, er erwarte dass 1/3 aller Lebewesen durch die Menschheit aussterbe, doch das sei für ihn kein Problem, denn die meisten Arten seien ökologisch gar nicht nötig und ihm selber seien Barockkirchen wichtiger als irgendwelche ausgestorbene Käfer. Auch den Amazonasurwald würde er durch eine landwirtschaftliche Zone ersetzen.

    Auch Dr. Webbaer schreibt oben: 8. Mai 2019 @ 13:38
    Sie nagen, Herr Holzherr, Dr. W hat ein Gespür für so etwas, an einer romantischen Sicht auf Dinge und Sachlagen, Sie müssen sich, wie Dr. Webbar findet, beizeiten diese entscheidende Frage stellen :
    ‘Hat die Natur einen intrinsischen Wert?’
    … um sich dann für die Seite der Ökologisten oder für die Seite der Humanisten zu entscheiden.

    Barockkirchen wichtiger als Lebewesen und Humanismus als Gegensatz zum Einstehen für die Erhaltung der biologischen Welt, die den Menschen hervorgebracht hat: all das finde ich ziemlich schockierend und Ausdruck einer völlig falschen Einstellung zu Mensch, Zeit und Natur.

    Richtig ist für mich dagegen die folgende kulturelll/philosophische Haltung: Der Mensch ist Produkt eines evolutionär/biologischen Prozesses hier auf der Erde und dieser Prozess hat Milliarden von Jahren in Anspruch genommen. Wenn der Mensch die Erde in eine unorganische Mondlandschaft verwandelt und alle oder viele Lebewesen auslöscht aus einer “Landschaft” die ihn selber hervorgebracht hat, so verliert er weit mehr als wenn alle Barockkirchen verschwinden. Er verliert damit letztlich sich selber und macht sich genau so ersetzbar wie er die Natur für ersetzbar hält.

  86. @Martin Holzherr 13. Mai 2019 @ 15:54

    Die Politikwissenschaft liefert zwei wesentliche Erkenntnisse über die Kohlenstoffpreise: Erstens ist eine ehrgeizige CO2-Preisgestaltung oft mit einem hohen politischen Vertrauen und einer niedrigen Korruptionsrate verbunden (siehe Abbildung 2). Länder mit größerem öffentlichem Misstrauen gegenüber Politikern und wahrgenommener Korruption weisen nach wie vor eine schwächere Klimapolitik und höhere Treibhausgasemissionen auf.15,16 Dies zeigt sich beispielsweise in Finnland, Norwegen, Schweden und der Schweiz, die alle ein hohes Maß an Vertrauen haben und derzeit die einzigen Länder mit Kohlenstoffpreisen über 40$/tCO2 sind.

    Da kann man nur sagen: Korrelation ist keine Kausalität. Diese Länder könnten auch wegen anderer Faktoren solche CO2-Preise erheben. Norwegen kann wegen der günstigen Wasserkraft eher auf Elektromobilität als Deutschland umsteigen. Hier ist die Zustimmung in der Bevölkerung nicht so hoch. Auch wegen der sozialen Folgen, was etwa in den Nachdenkseiten (www.nachdenkseiten.de) thematisiert wird.

  87. @Rudi Knoth (Zitat): Korrelation ist keine Kausalität. Diese Länder könnten auch wegen anderer Faktoren solche CO2-Preise erheben. Norwegen kann wegen der günstigen Wasserkraft eher auf Elektromobilität als Deutschland umsteigen.
    Tatsächlich gibt es viele Gründe warum Menschen in einem Land eher bereit sind auf Kohle, Öl und Erdgas zu verzichten. Einer der wichtigsten überhaupt ist die Energiegeschichte eines Landes: In der Schweiz beispielsweise gab es zu keinem Zeitpunkt ein Kohle- oder Gaskraftwerk, weil zuerst die Wasserkraft allein, später noch die Kernkraft Elektrizität lieferte. Auch Norwegen braucht keine Kohlekraft oder Gaskraftwerke und Schweden ist in den 1980er Jahren von Kohle- auf Kernkraft umgestiegen.
    Deutschland dagegen ist ein eigentliches Kohleland,wo das Husten des Kohlekumpels praktisch zur Heimatkulisse gehört und wo sich viele ältere Menschen schlicht eine Zukunft ohne Kohle nicht vorstellen können.

    Es gibt aber auch Länder die trotz einer langen Kohlevorgeschichte führend in der Dekarbonisierung sind. Dazu gehört vor allem Grossbritannien, welches innert weniger Jahre fast vollkommen aus der Kohleverstromung ausgestiegen ist und das jetzt weniger CO2 emittiert als im Jahr 1880 (ja 1880, nicht 1980). Grossbritannien hat in den letzten 10 Jahren jedes Jahr die CO2-Emissionen um 3% reduziert. Im Vergleich dazu hat Deutschland nichts getan obwohl D’s Erneuerbaren-Anteil an der Elektrizität auf über40% gestiegen ist. Interessant ist hier aber, dass Deutschland seine Kohlekraftwerke noch lange nicht abstellen will. Man könnte beinahe den Eindruck erhalten, dass Deutschland mit seiner Energiewende, seiner Hinwendung zu den Erneuerbaren davon ablenken wollte, dass es vorläufig nichts radikal ändern will was seine fossile Infrastruktur angeht. Doch Erneuerbare führen per se nicht zu weniger Emissionen. Sie führen nur dann zu weniger Emissionen, wenn sie fossile Energien ersetzen.

  88. Ich denke nicht, dass die Wissenschaft „eine neue mediale Plattform braucht“. Dass wissenschaftliche Erkenntnisse selbst bei solchen Menschen nicht richtig ankommen, die man gemeinhin zum gebildeteren Teil der Gesellschaft zählen würde, liegt sicherlich nicht an einer mangelnden medialen Verbreitung dieser Erkenntnisse. Wenn es bloß nach der Verbreitung ginge, dürfte es auch keine Homöopathen und Kreationisten geben. Bei der menschgemachten globalen Erwärmung verhält es sich auch nicht anders. Die wissenschaftlichen Informationen sind bekannt, werden aber nicht akzeptiert, aus welchen Gründen auch immer.

  89. @Martin Holzherr 14. Mai 2019 @ 11:21

    m Vergleich dazu hat Deutschland nichts getan obwohl D’s Erneuerbaren-Anteil an der Elektrizität auf über40% gestiegen ist. Interessant ist hier aber, dass Deutschland seine Kohlekraftwerke noch lange nicht abstellen will. Man könnte beinahe den Eindruck erhalten, dass Deutschland mit seiner Energiewende, seiner Hinwendung zu den Erneuerbaren davon ablenken wollte, dass es vorläufig nichts radikal ändern will was seine fossile Infrastruktur angeht.

    Könnte es nicht einfach sein, daß man die Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke braucht, um die Schwankungen der “Erneuerbaren” ausgleichen zu können? Denn das ist nun mal das Problem mit Wind und Sonne.

  90. Impfgegner, Gentechnik-Feinde und Homöopathieanhänger sind meist sehr Gebildete

    Nur: Bildung ist heute immer noch – und vor allem in Deutschland – eine Bildung durch Literatur, Philosophie, Geisteswissenschaft, aber nicht eine Bildung durch Naturwissenschaft und Mathematik.
    Das Buch “Alles was man wissen muss” von Dietrich Schwanitz listet (Zitat) ” die Kernbestände unserer Kultur” und erwähnt explizit, dass Mathematik und Naturwissenschaft nicht zu diesen Kernbeständen gehören.

    “Gebildete” prahlen heute noch mit ihrem mathematischen Unverständnis. Deshalb ist es kein Wunder, dass unter diesen “Gebildeten” soviele Leute sind, die haarsträubenden Heilslehren folgen und anfällig sind für Vershwörungsmythen.

  91. Nochmal mein Kommentar:

    @Martin Holzherr 14. Mai 2019 @ 11:21

    Im Vergleich dazu hat Deutschland nichts getan obwohl D’s Erneuerbaren-Anteil an der Elektrizität auf über40% gestiegen ist. Interessant ist hier aber, dass Deutschland seine Kohlekraftwerke noch lange nicht abstellen will. Man könnte beinahe den Eindruck erhalten, dass Deutschland mit seiner Energiewende, seiner Hinwendung zu den Erneuerbaren davon ablenken wollte, dass es vorläufig nichts radikal ändern will was seine fossile Infrastruktur angeht.

    Könnte es nicht einfach sein, daß man die Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke braucht, um die Schwankungen der “Erneuerbaren” ausgleichen zu können? Denn das ist nun mal das Problem mit Wind und Sonne.

  92. @Rudi Knoth (Zitat):Könnte es nicht einfach sein, daß man die Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke braucht, um die Schwankungen der “Erneuerbaren” ausgleichen zu können?
    Ja, heute braucht es fossile Kraftwerke als Backup. Nur: sie müssen nur dann laufen, wenn Erneuerbare zuwenig Strom liefern. Tun sie aber nicht. Heute laufen die Kohlekraftwerke praktisch ununterbrochen und der Überschussstrom wird einfach exportiert. Warum? Nun, ganz einfach: würden die Kohlekraftwerke nur selten laufen wären sie alle defizitär. Der Strom würde noch teurer oder die Kohlenkraftwerke würden pleite gehen.

  93. Braucht die Wissenschaft eine neue mediale Plattform?

    Ja, wenn die Wissenschaft direkt mit Bürger und Staat kommunizieren will. Denn heutige Wissenschaftsportale sind für Menschen, die sich für wissenschaftliche Themen wie Künstliche Intelligenz oder Quantencomputer interessieren. Was aber fehlt ist ein Wissenschaftsportal, welches sich direkt mit den aktuellen Themen eines Staates oder der Zivilgesellschaft auseinandersetzt.

    Beispiel: Ein aktuelles Thema ist eine mögliche zukünftige CO2-Steuer. Dazu gibt es etwa den SPON-Kolumnenbeitrag von Benjamin Bidder: Die Politik ist zu dämlich für den Klimaschutz. Doch dies ist ein Meinungsbeitrag (in der New York Times unter opinions eingestuft). Der wissenschaftliche Hintergrund dazu fehlt. Den gibt es aber, denn hunderte bis tausende von Ökonomen haben dazu bereits Studien geschrieben und auch politische Erfahrungen gibt es. Ein sich an die Öffentlichkeit wendendes Wissenschaftsportal könnte hier in die Lücke springen und Hintergrundsinformationen liefern. Leider ist so etwas mit viel Arbeit verbunden. Es ist viel einfacher eine Meinung rauszuhauen als etwas mit wissenschaftlichen Studien und Argumenten zu begründen. Ein Wissenschaftsportal an der Schnittstelle Öffentlichkeit Wissenschaft könnte also allein schon am Arbeitsaufwand scheitern.

  94. Rudi Knoth ,
    an einer Technologie hängt ein ganzer Rattenschwanz von Zulieferer und Ausrüster. Für den Kohleabbau braucht man besondere Maschinen, die nur hier benötigt werden. Wenn man also den Ausstieg ankündigt, würde kein Zulieferer und Ausrüster mehr investieren. Stellenabbau wäre die Folge und wer will das schon vor einer Wahl.

  95. Die EU mit ihrer Erneuerbaren+Erdgas-Strategie => 2050: 4Xmehr EE-Strom, 3Xmehr Erdgas

    Die EU (inklusive Deutschland) bewegt sich im Energiesektor Richtung Erneuerbare + Erdgas. wobei Erdgas einerseits als fossiles Backup für Solar-und Windparks und andererseits zum Heizen dient. Erneuerbare mit ihren kurzfristigen Produktionsschwankungen arbeiten wesentlich besser mit Erdgas zusammen als mit Kohle, denn einige Erdgaskraftwerktypen können in weniger als einer Minute hochgefahren werden während Kohlekraftwerke dafür Stunden benötigen. Zudem sind Erdgaskraftwerke effizienter als Kohlekraftwerke und die Erdgasverbrennung emittiert weniger CO2.

    Europa erhält das Erdgas von Russland (40%), Norwegen (38%), Algerien (10%), Katar, und anderen. Neuerdings importiert die EU auch verflüssigtes Erdgas aus den USA wie man in U.S. liquefied natural gas exports up by 272% as EU and U.S. host High-Level Business-to-Business Energy Forum liest.

    Gemäss EUROPE GAS STRATEGY: €139 BLN gilt:
    Der Wechsel von Kohle zu Gas- – wie er beispielsweise Anfang 2019 in der deutschen Politik beschlossen wurde – sorgt für eine schnelle und kostengünstigen Reduzierung der Kohlenstoffemissionen. Im Heizungsbereich sind rund 7 Millionen ölbefeuerte Heizungsanlagen allein schon auf dem deutschen Markt installiert. Und es gibt noch kohlebefeuerte Heizsysteme, die umgestellt werden können.

    Ein Großteil des nächsten Jahrzehnts könnte daher eine robuste Nachfrage und einen Bedarf an mehr Pipeline-Gas- und LNG-Importen (und wahrscheinlich auch an neuer Importinfrastruktur) aufgrund der rückläufigen Inlandsproduktion, des geringeren Einsatzes von Kohle und Kernenergie sowie des Gasverbrauchs bei der Stromerzeugung als Backup für erneuerbare Energien aufweisen.

    Aber zweifellos wird das zukünftige Energiesystem Europas in hohem Maße auf intermittierenden erneuerbaren Energiequellen basieren. Die festgelegten THG-Reduktionsziele erfordern, dass der Strommix einen geringeren CO2-Ausstoß aufweist. Es ist nicht klar, inwieweit Heizung und Transport elektrifiziert werden. Die Stromerzeugung wird sicherlich einen Anteil von 50% und mehr an der volatilen Wind-Onshore- und Photovoltaikerzeugung haben. In beiden Szenarien der Studie verdoppelt sich die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2030 und vervierfacht sich bis 2050.

    Ein System, das auf so viel Volatilität basiert, erfordert eine umfangreiche Backup-Generation und -Speicherung, um eine 24/7-Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Laut EWI wird die installierte Leistung von Gaskraftwerken von derzeit 30 GW auf 110 GW im Jahr 2050 steigen.

  96. @bote19 15. Mai 2019 @ 09:20

    an einer Technologie hängt ein ganzer Rattenschwanz von Zulieferer und Ausrüster. Für den Kohleabbau braucht man besondere Maschinen, die nur hier benötigt werden. Wenn man also den Ausstieg ankündigt, würde kein Zulieferer und Ausrüster mehr investieren. Stellenabbau wäre die Folge und wer will das schon vor einer Wahl.

    Nun ja in Großbritannien hat dies ja geklappt. Böse Zungen behaupten ja, daß Thatcher damit die starken Bergarbeitergewerkschaften schwächen wollte. In Deutschland wird fast nur noch Braunkohle abgebaut. Die Steinkohle im Ruhrgebiet ist passe.

  97. Rudi Knoth,
    in GB hat das nur aus der Sicht von Frau Thatcher geklappt. Die betroffenen Arbeiter haben ihren Arbeitsplatz verloren und was noch viel schlimmer war, die britische Gesellschaft hat sich verändert. Wenn früher die Leute sich an der Bushaltestelle ordentlich in einer Reihe gewartet haben, hat sich jetzt die Ellbogenmentalität durchgesetzt.
    Veränderungen, die bis in jede Familie durchschlagen, müssen dreimal geprüft und abgewogen werden. Die Folgen lassen sich nicht rückgängig machen.

  98. Alle reden von Erneuerbaren, aber niemand investiert

    Um mit Erneuerbaren das 2 Grad Celsius Ziel zu erreichen, müsste gemäss IEA (international energy agency) weltweit jedes Jahr 300 Gigawatt EE-Leistung neu installiert werden.
    Doch die IEA meldet dazu: Die weltweiten Investitionen in die Energieinfrastrutkur (fossil+EE+Nuklear) stabilisierten sich 2018 nach 3 Jahren des Rückgangs. Ein (nicht unwesentlicher) Teil des Zubaus betraf auch die Kohleenergie
    Zudem blieben die Investitionen in Forschung und Entwicklung bezüglich sauberen Energien auf dem gleichen Niveau wie seit langen und stiegen nur gerade in den USA und China etwas.

    Dabei sind die Voraussetzungen etwa für Solarenergie gewonnen aus Solarpanels so gut wie noch nie, denn nicht nur die Preise für Panels sind kontinuierlich gesunken, sondern auch die Installationskosten. Es gibt heute auf die billige Installation von Solarfarmen spezialisierte Firmen.

    Die IEA vermerkt in ihrem Report World Energy Investment 2018 dazu:
    Die Regierungspolitik spielt eine immer größere Rolle bei der Förderung der privaten Ausgaben.
    Bei allen Investitionen im Energiesektor basieren inzwischen mehr als 95 % der Investitionen auf Regulierung oder Vergütungsverträgen.
    Investitionen in die Energieeffizienz sind insbesondere mit der Regierungspolitik verbunden, oft über Energieeffizienzstandards.

    Mit anderen Worten: der schwache Zubau erneuerbarer Energie selbst in Lädern wie Deutschland, die sich offiziell den erneuerbaren Energien verschrieben haben, hat seine Ursache in der Zurückhaltung des Staates, hier also Deutschlands (siehe dazu Volker Quaschings Statistiken Installierte Photovoltaikleistung in Deutschland wo er schreibt: “Während die Zubauraten von 2010 bis 2012 noch eine schnelle und klimaverträgliche Energiewende ermöglichten, wurde der Zubau ab 2013 deutlich reduziert.”)
    . Warum Regierungen wie Deutschland die Investitionen in Erneuerbare momentan (nach einem initialen Boom) eher drosseln anstatt weiter fördern ist schwierig zu sagen.
    Ein wichtiger Grund könnte aber gerade in Deutschland darin liegen, dass der Anteil des Solarstroms in D schon so gross ist, dass ein weiterer Zubau dazu führen wird, dass zu gewissen Zeiten “zuviel” Solarstrom produziert wird – und wie dieses Zuviel zu entsorgen ist, ist momentan noch nicht geklärt.

  99. MH,
    warum die Solarindustrie nicht mehr gefördert wird ? Mein Verdacht ist, dass China verlangt hat, seine preisgünstigen amorphen Solarzellen in Deutschland absetzen zu können.
    Ansonsten ist unsere Energiepolitik verquer, um es mal vorsichtig zu formulieren. Da bauen die Russen ein Erdgastunnel durch die Ostsee, und wir verpflichten uns zur Abnahme und Verbrennung von Erdgas ???

  100. @bote19: Erneuerbare (4x mehr bis 2050) und Erdgas (3X mehr bis 2050) sind Deutschlands und Europas Energiezukunft. Erneuerbare jedenfalls brauchen heute fossilen Backup und Erdgas ist weniger CO2-intensiv als Kohle und Erdgaskraftwerke haben einen Wirkungsgrad bis 60% während Kohlekraftwerke nur 40% Wirkungsgrad erreichen.
    Russland hat Erdgas. Problematisch an der russischen Erdgaslieferung ist wohl die dadurch geschaffene Abhängigkeit und die Tatsache, dass Nordstream-2 auch der Umgehung der Ukraine dient und allgemein Befürchtungen in Osteuropa weckt, Russland wolle sie in Abhängigkeit halten oder bringen und sie eventuell sogar erpressen.

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