Bummel über den Montmartre

Das Schicksal meinte es gut mit mir. Zufällig bekam ich drei Stunden zur freien Verfügung geschenkt – und das in Paris! Bei herrlichem Wetter pilgerte ich auf den Montmartre, bewaffnet mit einer Kamera. Dieser Künstlerhügel mit seinen winzigen Gassen und schmalen Treppen bietet mehr als Sacré-Cœur als Muss eines jeden Paris-Besuchers.
"In der Nacht, von Montmartre aus betrachtet, ist Paris wirklich zauberhaft – wie die Splitter eines riesigen Diamanten liegt es in einer Schale", schreibt der amerikanische Schriftsteller Henry Miller in "Stille Tage von Clichy", über die Kontraste des Paris der 1930er Jahre. Auch heute noch trifft diese Beobachtung zu, selbst wenn die Bohème früherer Zeiten längst auf dem benachbarten Friedhof begraben liegt. Damals wie heute ist allerdings das Leben auf und um den Montmartre herum nicht wirklich still.  
Henry Miller (1891-1980) war nicht der erste, der sich vom Flair dieses Quartiers inspirieren und verführen ließ. Zahlreiche mittlerweile namhafte und noch mehr unbekannte Künstler machten das berühmt-anrüchige Viertel im 19. und 20. Jahrhundert zu ihrem Lebensmittelpunkt. 
 
Toulouse-Lautrec: La Goulue 
Henry Toulouse-Lautrec und die Gier (La Goulue, Poster, 1891).
Hier wurde Henry Toulouse-Lautrec (1864-1901) mit seinen Zeichnungen für das Varietétheater "Moulin Rouge" bekannt. Auch die Maler Pierre-Auguste Renoir (1841-1919), Vincent van Gogh (1853-1890) und Pablo Picasso (1881-1973) lebten zeitweise auf dem Montmartre. Der Komponist Eric Satie (1866-1925) hatte für einige Jahre seine Adresse auf dem Künstlerhügel, bevor ihm das Leben dort 1898 zu urban wurde und er daher in den Pariser Vorort Arcueil flüchtete. 
Während ich mich noch im Geist in der Kühle der Pariser Untergrundbahn auf den kommenden Spaziergang vorbereite, spuckt mich die Metro bereits an der Station "Anvers" ins grelle warme Sonnenlicht. Im ersten Moment fühle ich mich geblendet und wie zurückversetzt in frühere Zeiten des kreativen Glanzes. Enge Gassen winden sich den Berg hinauf und manch altes Haus scheint, als hätten es seine berühmten Bewohner der früheren Jahrhunderte nur kurz verlassen. 
 
Montmartre: Auch heute noch ein Ort für Künstler.
Vom Fuße aus und ungeblendet betrachtet wirkt der Hügel allerdings weniger romantisch. Auf den Boulevards versuchen Stripshows und Sexshops das Ur-Pariser Flair zu inszenieren, quälen sich neben zahlreichen Touristen zu Fuß auch Kolonnen von Reisebussen durch die schmalen Gassen hinauf. Die Rue de Steinkerque ist gepflastert mit Souvenirgeschäften, denn diese Gasse verbindet die Metrostation mit dem "Funiculaire", der Standseilbahn, dem schnellsten und bequemsten Weg auf den Montmartre. 
Ich gehe zu Fuß weiter. Obwohl die Mehrzahl der Touristen in Richtung Seilbahn abbiegt, ist es nicht leer auf den zahlreichen Stufen, die zur Kirche hinaufführen. Am Fuße der Treppen wollen einige Männer, die von der Elfenbeinküste stammen müssen, Wollarmbänder in den Landesfarben Rot, Weiß und Grün um die wohlhabenden touristischen Handgelenke flechten. Ich entkomme dieser Attacke unter heftigem Protest auf Französisch, was mich offenbar sofort unattraktiv macht und nehme die ersten Stufen nach oben in Angriff.
 
Sacré-Cœur – Touristenmagnet von Paris.
Hoch oben auf dem Hügel thront jetzt gut sichtbar die Basilika Sacré-Cœur. Ganz in Weiß wurde sie nach dem 1871 verlorenen preußisch-französischen Krieg und dem Bürgerkrieg als Sühnekirche erbaut. Wegen der überbordenden Monumentalität, die sowohl romanische als auch gotische und byzantinische Elemente vereint, wird ihr Baustil oft abwertend als Zuckerbäckerstil bezeichnet.
Auf dem nächsten Treppenabsatz genieße ich die herrliche Aussicht über Paris und meine Freiheit und stelle fest, dass ich zwar einen Fotoapparat, allerdings auch zwei leere Akkus mitgeschleppt habe. "Typisch Arzt!", muss ich grinsen oder vielleicht besser "typisch Frau?". Außerdem bin ich Deutsche – was für eine Kombination! Haben doch Ärzte meist Hilfspersonal, das sich um technische Probleme kümmert. Und deutsche Frauen haben meist andere Dinge als Technik im Kopf, wie Michael Khan vor kurzem in seinem SciLogs-Blog "Go for Launch!" berichtete.
Fortuna scheint heute besonders gut gelaunt, denn einer der Akkus ist doch noch nicht komplett verbraucht. Er arbeitet weiter – allerdings nur für Sekunden und nach einer Pause von einigen Minuten. So werden die Eindrücke vom Montmartre im wahrsten Worte zu echten Schnappschüssen.
 
La Tour Eiffel 
Im Südwesten der Eiffelturm in der Pariser Mittagshitze.
In der Kühle der Kirche geht es erstaunlich diszipliniert und ruhig zu. Ein riesiges Mosaik ziert die Kuppel der Apsis, in der ein strahlender Jesus auf die Menschen blickt und seine beiden Arme ihnen entgegen streckend weit öffnet. "Mio Cordi Jesu Gallia Poenitens et devota et gratia", lautet die riesige Inschrift unter dem Mosaik über dem Altar – ein monumentales Zeichen der Reue für die Fehler und Verbrechen eines Landes, für die Gott es gestraft hatte.
Hier wurde Frankreich zur Maria Magdalena, der in der Bibel als Prostituierte Beschriebenen, welche Jesus’ Füße in Öl badete, um sie anschließend mit ihren langen Haaren zu trocknen. Kaum ein Ort eignete sich besser als Bauplatz für eine solche Opferkirche des französischen Volkes an Gott als der Montmartre.
 
Paris Panorama 
Sacré-Cœur und sein atemberaubendes Panorama.
Im Freien dagegen wird die warme Frühlingsluft immer drückender. Für den Nachmittag wurden Gewitter angekündigt. Dennoch ist der Blick über diese Millionenstadt vom Fuße der Kirche aus grandios. Selbst die Betonghettos der Pariser Vorstädte, der "Banlieue", erscheinen von hier aus eher wie Spielzeughäuser denn als "Bannmeile" und gefährlicher sozialer Brennpunkt.
Wie mag sich wohl Vincent van Gogh damals gefühlt haben, als er ein Bild nach dem anderen malte und keines davon verkaufen konnte? Trotz seines knurrenden Magens und zunehmender gesundheitlicher Probleme sparte er lieber am Essen als an seinen Malutensilien. Doch obwohl ihn der in Paris damals aktuelle Impressionismus maßgeblich beeinflusste, trieben ihn das hektische Großstadtleben und die Zerstrittenheit der Malerkollegen schließlich nach Südfrankreich aufs Land – nach Arles. 
 
A St. Pierre de Montmartre 
Malbedarf…
Heute zählen die Gemälde dieses mythischen Künstlers mit der tragischen Vita – elende Zeit als Grubenpastor, ein einziges verkauftes Werk zu Lebzeiten, Wahnsinn, Irrenhaus, ein abgeschnittenes Ohr und schließlich der Selbstmord in Auvers-sur-Oise im Jahre 1890 – zu den teuersten der Welt.
 
Á Deux Pas 
… oder lieber Nahrungsmittel?
In der heutigen Zeit ist der Tourist König auf dem Montmartre. Auf der Place du Tetre versuchen geschäftstüchtige Künstler, ihre gefälligen Werke an die internationale Kundschaft zu bringen. 
Während ich geduldig auf meinen Fotoapparat warte, um der bockigen Batterie ein Foto nach dem anderen zu entlocken, fertigen zwei Künstler in Windeseile zwei Scherenschnitte eines etwas verdutzt dreinschauenden amerikanischen Paares an. Mit Händen und Füßen erklären die Franzosen den beiden, was für ein tolles Souvenir das doch wäre. Die Amerikaner geben sich schließlich geschlagen und kaufen die Arbeit. Da sich mittlerweile mein Fotoapparat wieder einsatzbereit zeigt, verziehe ich mich rasch, ehe auch ich noch zum Opfer eines Scherenschneiders werden könnte.
 
Place du Tetre 
Geschäftiges Treiben auf der Place du Tetre.
Etwas weiter vom Trubel entfernt liegt von einigen uralten Bäumen geschützt Saint-Pierre de Montmartre, eine der ältesten Pariser Kirchen. Diese romanische Pfeilerbasilika wurde seit 1134 auf dem Gelände eines gallorömischen Tempels errichtet. In ihrer Nähe wurden merowingische Sarkophage gefunden. Sie stammen von dem ältesten bekannten Königsgeschlecht der Franken, das vom 5. bis zum 8. Jahrhundert – in der Übergangszeit von der Spätantike zum frühen Mittelalter – herrschte. 
St. Pierre de Montmartre – ein geschichtsreicher Ort.
Der Fredegarchronik aus dem 7. Jahrhundert zufolge soll der Stammvater der Merowinger, Merowech, von einem Meeresungeheuer, halb Stier, halb Mensch, gezeugt worden sein. Auf diesem, wenn auch oft kontrovers diskutierten Abstammungsmythos, begründeten die Merowinger, die aufgrund ihres schweinsartig behaarten Rückens "die Borstigen" genannt wurden, später ihren göttlichen Ursprung und damit ihre Berufung, über den gesamten Stamm zu herrschen. Als Chlodwig I. sich in der Zeit um 500 herum christlich taufen ließ, verlor diese göttliche Abstammung an Bedeutung. Dennoch streiten noch heute die Gelehrten, ob auch die christlichen Merowingerkönige den göttlichen Ursprungsmythos ihrer Vorfahren trotz der offensichtlichen Unvereinbarkeit mit der christlichen Lehre zu ihrem Herrschaftsvorteil weiterhin propagieren ließen. Eine höchst interessante Frage, auch in Hinblick auf heutige Machtspiele und -strategien.
 
La Bonne Franquette 
Montmartre: Schlichte Mahlzeiten für stolze Preise.
Für den zahlungskräftigen Hungrigen ist auf dem Montmartre gut gesorgt. Zahlreiche Lokale laden zum Verweilen ein, obwohl sich die Speisekarten und Preise längst den internationalen Gaumen der Besucher angepasst haben. Der arme van Gogh würde hier heute wahrscheinlich keine drei Tage überleben. Auf der Tageskarte eines der Lokale wird kalifornischer Wein angepriesen – was für ein Frevel für einen ehemaligen Weinberg, der inmitten eines Landes steht mit so berühmten Gebieten wie Champagner, Burgund oder Bordeaux.
Aber in einigen engen Seitengässchen findet man auch hier noch das Flair des französischen Savoir-vivre und der Bohème. Dort sind die Straßen zu eng für den Autoverkehr, so dass das übliche Verkehrsmittel der Anlieger aus Metro oder Moped besteht. In einigen Gassen gibt es sogar kleine Vorgärten, in denen Oleander und Olivenbäume in Kübeln wachsen. 
  Musée de Montmartre
Wenn das Paradies zu voll ist: Japanische Reisegruppe vor dem Tor zu Renoirs Garten.
Im Herzen des Montmartre, 12 Rue Cortot, liegt das Musée Montmartre. In diesem ländlich wirkenden Haus, dessen Hof einen idyllischen Garten beherbergt, verkehrten einst viele Künstler bevor sie berühmt wurden. Wer Zeit und Muße hat und sich für die Geschichte des Hügels und seiner ehemaligen Bewohner interessiert, ist hier richtig. 
 
Renoirs Gartenparadies: heute…
Im Garten dieses unscheinbaren Gebäudes muss die Zeit stehen geblieben sein. Es scheint, als könne Pierre-Auguste Renoir jeden Moment mit seiner Staffelei um die Ecke biegen, um an einem seiner Gartenbilder weiterzuarbeiten. 
 
Renoir - Jardin de la Rue Cortot 
… und gestern: Pierre-Auguste Renoir "Le Jardin de la rue Cortot à Montmartre"
(1876, Öl auf Leinwand, Pittsburg, Carnegie Institute, Museum of Art)
Gleich nebenan, in der Rue Cortot No. 6, wohnte und komponierte für einige Jahre Eric Satie. Hier entstanden 1888 seine berühmten "Trois Gymnopédies", nachdem er 1886 nach siebenjährigem Studium das Musikkonservatorium ohne Anerkennung und Abschluss frustriert verlassen hatte und sich fortan lieber von Malern und Schriftstellern als von seinen Musiker-Kollegen inspirieren ließ. 
 
Die Rue Cortot – Nachbarschaft vieler berühmter Künstler.
Heute zählen die "Gymnopédies" zu den Meisterwerken und Meilensteinen der Musik mit ihrer asketisch nackten Struktur, der einfachen, immer wiederkehrenden expressiven Melodie im stets gleichen jambischen Rhythmus, gespielt von einem einsamen Piano. Die Atmosphäre dieser Stücke ist seltsam melancholisch und mystisch, ein wenig exotisch gewürzt und mit einem Gefühl der "Belle Époque" garniert. Mit diesem Stil wies Satie zahlreichen Komponisten wie Claude Debussy, Maurice Ravel, John Cage und dem Minimalismus den Weg in eine neue Zeit.
 
Straßenmusiker zwischen Sacré-Cœur und Satie. 
Wurden die Künstler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts noch angezogen von den niedrigen Mieten und dem Geist der alten Montmartrer, die sich in den Kopf gesetzt hatten, ihr altes Viertel gegen den architektonischen "Wahnsinn" der Gegenwart des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu verteidigen, hat sich in unserer Zeit vor allem deren Geist erhalten. Trotz der allgegenwärtigen Preisexplosionen stößt man aber auch in dieser Gegend noch auf versteckte Kleinsttheater.
 
Ein kleines „Glückstheater“ an einer der zahlreichen Treppen.
Denn längst sind die Mieten ins jedenfalls für die meisten Künstler Unermessliche geklettert und so ist der Kaufpreis von einer halben Million Euro für ein 40-qm-Appartment im 18. Arrondissement durchaus realistisch. Die Exposés der lokalen Immobilienagentur sprechen eine deutliche Sprache. Heute wohnen hier reiche Menschen, die kaum ein Problem mit der Wahl zwischen einer Suppe für den Magen oder der Farbe für die Leinwand haben dürften.
Doch früher befand sich in dem Gebäude, wo heute Immobilienmakler residieren, die Ambulanz des Docteur Clemenceau. Eine Gedenktafel vor dem Haus klärt über sein Leben und Wirken auf. Den meisten dürfte Georges Clemenceau (1841 – 1929) wenn überhaupt als Politiker, Journalist oder Schriftsteller in Erinnerung sein. In der Öffentlichkeit bekannt wurde der vielseitige Mann vor allem als Bürgermeister von Montmartre, Abgeordneter der Radikalsozialisten, Kriegsminister und Ministerpräsident, der bei den Friedensverhandlungen von Versailles 1919 unter anderem die Rückgabe Elsaß-Lothringens, die Annexion des Saarlandes und hohe Reparationszahlungen durchsetzte. 
 
Le dispensaire de Clemenceau: heute Maklersitz und teures Pflaster. 
 
Neben seinen politischen und journalistischen Tätigkeiten praktizierte Clemenceau bis 1906 jedoch auch als Arzt in seiner Ambulanz in der Rue des Trois Frères. Durch diese Tätigkeit wurde er zum Vorreiter der modernen Arbeitsmedizin. Als einer der Ersten erkannte Clemenceau den Zusammenhang zwischen dem Einsatz toxischer Substanzen im Zuge der Industrialisierung und den Krankheiten der Arbeiter und setzte sich ein für die Verbesserung der sozialen und hygienischen Bedingungen.
Ein Anwohner kommt aus einem der Nachbarhäuser und fragt mich, ob ich den Herren auf der Gedenktafel kennen würde. Ich meine, er sei so eine Art Kollege von mir. "Aha, also ich habe noch nie von ihm gehört und auch die Tafel ist neu", erklärt mir der Mann. "Gut, dass sie jetzt hier so etwas aufgestellt haben. Haben Sie das Schild schon früher gesehen?", fragt er mich. "Nein, um ehrlich zu sein, auch ich sehe diese Tafel zum ersten Mal", meine ich lächelnd. "Aber kommen Sie denn überhaupt von hier?" Der Mann wird jetzt neugierig. "Nein", sage ich. "Ich komme aus Deutschland und bin auf der Durchreise. Für ein paar Stunden genieße ich das Pariser Flair." "Dann müssen Sie unbedingt hinauf zur Sacré-Cœur", meint der Herr. "Da war ich schon, es war fantastisch." Wir wünschen uns gegenseitig noch einen schönen Tag, bevor er immer noch verwundert über die neue Tafel murmelnd von den Gassen am Fuße des Montmartres verschluckt wird. 
 
Viel los in Paris – Metrostation Anvers am Fuße des Montmartre.
Meine Zeit in Paris neigt sich dem Ende zu und so stürze ich mich erneut in das Getümmel der Metro, in der um fünf Uhr nachmittags bereits die Rushhour voll im Gang ist. 
Paris, ich komme sicher wieder. Hoffentlich bald. Schon allein, da der deutsche Dichter Heinrich Heine auf dem Friedhof von Montmartre ruht. Denn der Verfasser von "Deutschland. Ein Wintermärchen" wusste auch: "Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris."

Veröffentlicht von

Dr. Karin Schumacher bloggt als Trota von Berlin seit 2010 bei den SciLogs. Nach dem Studium der Humanmedizin in Deutschland und Spanien promovierte sie neurowissenschaftlich und forschte immunologisch in einigen bekannten Forschungsinstituten, bevor sie in Europas größter Universitätsfrauenklinik eine Facharztausbildung in Frauenheilkunde und Geburtshilfe abschloss. Hierbei wuchs das Interesse an neuen Wegen in der Medizin zu Prävention und Heilung von Krankheiten durch eine gesunde Lebensweise dank mehr Achtsamkeit für sich und seine Umwelt, Respekt und Selbstverantwortung. Die Kosmopolitin ist leidenschaftliche Bergsportlerin und Violinistin und wenn sie nicht gerade fotografiert, schreibt oder liest, dann lernt sie eine neue Sprache. Auf Twitter ist sie übrigens als @med_and_more unterwegs.

Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Paris und Montréal

    Warum erinnert mich Sacré-Cœur inklusive Panorama so sehr an das Oratoire Saint Joseph in Montréal?

    Bisher habe ich Paris vor allem mit seinem Gestank verbunden — vielleicht sollte ich mir die Stadt doch noch einmal genauer anschauen?!

    Schöner Text jedenfalls. 🙂

  2. Einerseits… andererseits

    Danke für das Lob 🙂

    „Warum erinnert mich Sacré-Cœur inklusive Panorama so sehr an das Oratoire Saint Joseph in Montréal?“

    Das ist nicht das erste Bauwerk, das es so oder so ähnlich an mehreren Stellen der Welt gibt. Aber soweit ich weiß, ist das Oratoire Saint Joseph später erbaut worden. Du hast völlig recht – die Ähnlichkeit ist zumindest äußerlich frappierend.

    Ja, Gestank gibt es in Paris genug, außerdem regnet es oft, die Trottoirs sind voller Hundekot und viele Leute, die dort leben, haben Probleme… Aber deswegen hab’ ich diesen Beitrag ja auch so geschrieben ;-).

  3. @ Trota: Paris

    Na, hoffentlich habe ich dann so eine erfahrene Führerin dabei, wenn ich mal einen längeren Aufenthalt in Paris habe.

    Hundekot nennen die Niederländer übrigens “poep op de stoep” (gesprochen: puup op de stuup); stoep ist der Gehweg, dann kann man sich ja denken, was poep ist. 🙂

  4. P.S. copyright

    Falls du dein Copyright mal einfordern wollen solltest, müsstest du aber dein Pseudonym lüften, oder? Das ist ja fast schon eine Motivation zum Bilderdiebstahl…

    Nur die Rechtschreibhilfe solltest du vielleicht ausschalten, bevor du die Bildschirmaufnahme machst. 😉

  5. Niederländisch, Paris und ©..

    Unter den rund 10 Millionen Einwohnern im Pariser Großraum gibt es etliche erfahrene Führerinnen… Ich dagegen käme – schon allein wegen des “Pseudonym-Problems” – nicht in Frage … 😉

    Danke für den Hinweis mit der Autokorrektur – das kommt davon, wenn man noch schnell ein paar Fotos einfügen will…

    Ich bin übrigens immer wieder begeistert von der niederländischen Sprache. 🙂 Was ist schon ein Pariser “crotte de chien” gegen ein “poep op de stoep”, ganz zu schweigen von unserem simplen “Hundekot”. Auch was die Maßnahmen dagegen angeht, bringt es “maar kakjes in zakjes” doch irgendwie viel knackiger auf den Punkt als unser “Umwelt sauber und fein – Hundekot hier rein!”

  6. @ Trota: Kommenar in orange

    Deinen Kommentar auf meinen Niederland-Beitrag habe ich jetzt erst gesehen.

    Die medizinischen Details kennst du besser als ich. Ich weiß bloß, dass man hier zur Blutabnahme ins Labor geschickt wird, anstatt die Probe dorthin zu schicken; auch gelten die Wartezeiten als sehr lang.

    Positiv könnte man es vielleicht auch so wenden und sagen, dass man mit dem Geld nicht so verschwenderisch umgeht wie in Deutschland. Außerdem gibt es hier — soweit ich weiß — keine Trennung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung, eher so etwas wie ein Kopfpauschalensystem mit Zusatzleistungen für diejenigen, die höhere Tarife bezahlen wollen und können.

    Eine Stadtführung hast du jedenfalls gut, wenn du mal in der Nähe bist. Kannst gerne auch inkognito kommen. 🙂

  7. Re: Kommentar in orange

    “Eine Stadtführung hast du jedenfalls gut, wenn du mal in der Nähe bist. Kannst gerne auch inkognito kommen. :-)”

    Danke! 🙂 Wenn du dann noch ein paar Berge für Chrrroningen und schönes Wetter beschaffen könntest, würde ich mir sogar glatt überlegen, mein Pseudonym aufzugeben.;-)

    In den Niederlanden ist die Arztdichte ja übrigens etwa halb so hoch wie in Deutschland. Trotzdem ist die Lebenserwartung der Niederländer ungefähr gleich (wenn nicht sogar noch etwas besser) als die der Deutschen…

    Auch in Frankreich gibt es eine Basiskrankenversicherung (régime général, mutualité sociale agricole bzw. berufsständische Kassen), die z.B. 70 Prozent der ärztlichen Behandlungskosten der Arbeitnehmer abdeckt. Darüber hinaus kann sich jeder noch zusätzlich versichern („Mutuelles“) bzw. eine private Versicherung abschließen. Auch gilt das Kostenerstattungsprinzip, d.h. der Patient bezahlt die Arztrechnung und reicht dann einen Behandlungsschein bei der Kasse ein. Es sei denn, er hat seinen Hausarzt als „Pilot“ (médecin référant) – wenn sein Hausarzt im Krankheitsfall immer die erste Anlaufstelle ist, muss der Patient nicht in Vorkasse treten.
    Das System funktioniert anscheinend recht gut, die Arztdichte liegt in Frankreich zwischen der in den Niederlanden und in Deutschland und immerhin lebt seit kurzem ja auch mit Eugénie Blanchard mal wieder der
    älteste Mensch der Welt in diesem Land (das hat Deutschland noch nie geschafft).

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