Corona Quarantäne: Übertrieben oder letzter Ausweg? – Warum wir JETZT handeln müssen!

Warum die Quarantänemaßnahmen beim neuartigen Coronavirus im Gegensatz zum Grippevirus mehr als sinnvoll sind und wir JETZT handeln müssen erfahrt ihr in diesem Video.

Auf Anregung des Leserkommentars von “ajki”, findet ihr hier den Artikel zum Video:

Vorab: ich bin weder Infektionsspezialist, noch Epidemiologie oder Virusforscher, d.h. ich kann auch nur Informationen weitergeben, die ich aus selber seriösen Quellen recherchiert habe (und die ihr unten verlinkt findet).

Quarantäne bei Corona, aber nicht bei Grippe?!

Immer wieder wundern sich die Leute warum wir eigentlich so einen Aufwand betreiben und aufgrund des neuartigen Corona-Virus Millionen von Menschen in Quarantäne stecken.

Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir doch auch jedes Jahr mit der Grippe zu tun haben (die man ja häufig mit dem Coronavirus vergleicht) und die doch jährlich die Tausende Menschenleben in Europa fordert – bei der aber nie jemand in Quarantäne gesteckt wird.

Warum ist das so?

Obwohl immer wieder in einem Atemzug genannt, gibt es doch einige Unterschiede zwischen Gripperregern (dem Influenzavirus) und dem Sars-COV2-Virus.

Das Coronavirus ist neuartig und wahrscheinlich erst vor wenigen Monaten von einem Tier (wahrscheinlich einer Fledermaus) auf den Menschen übergesprungen. Leider kann es auch zwischen uns Menschen weitergegeben werden, vor allem durch Tröpfcheninfektion (also z.B. beim Anhusten, Anniesen oder Sprechen). Das Problem dabei ist, dass das Virus noch so neu ist (vorher also kein Mensch je Kontakt damit hatte), dass unser Körper erstmal gar nicht darauf vorbereitet ist – wir besitzen also keinen Immunschutz.

Jeder kann sich anstecken, und wer sich ansteckt, muss das Virus erstmal mit vollen Kräften abwehren.

Grippeviren vs Coronaviren

Die Grippeviren dagegen sind schon länger bei uns unterwegs. Jedes Jahr gibt es wieder eine neue Grippewelle, das bedeutet wir kommen alle immer mal wieder mit dem Erreger in Kontakt. Laut Schätzungen infizieren sich pro Jahr etwa 15% der Weltbevölkerung mit einem der umgehenden Influenzaviren und das Wichtige daran ist: sie werden dadurch teilweise immun dagegen.

Es gibt also eine gewisse Grundimmunität in der Bevölkerung. Jeder lag schon mal irgendwann mit Grippe flach, sodass viele in der Grippesaison dann auch nur leicht oder gar nicht daran erkranken. Man spricht deswegen auch von einer saisonalen Grippe.

Beim Coronavirus dagegen sprechen wir von einer Pandemie, was nichts anderes ist, als dass sich ein neuer unbekannter Virus in einer Bevölkerung über alle Landesgrenzen hinweg verbreitet, die eben keine Grundimmunität dagegen besitzt. Und ohne Grundimmunität verbreitet sich ein solcher Erreger sehr schnell und sehr weit: Innerhalb kurzer Zeit infiziert sich ein Großteil der Weltbevölkerung. Man geht inzwischen davon aus, dass sich etwa 60-70% aller Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infizieren werden.

Sterblichkeit ist wie bei der Spanischen Grippe

Selbst wenn die Sterblichkeit nicht besonders hoch ist (beim Coronavirus liest man unterschiedliche Zahlen zwischen 0,5 – 2 oder 3 Prozent, also etwas höher als beim Grippevirus), kann das in Bezug auf die Menge der infizierten Leute doch ganz schön große Auswirkungen haben.

Nehmen wir mal an das Virus würde nur die Hälfte der deutschen Bevölkerung infizieren und die Sterblichkeit wäre um die 1 Prozent, dann hätten wir in Deutschland alleine schon 400.000 Todesfälle.

Und auf die gesamte Weltbevölkerung berechnet, wären das 40 Millionen Tote – was ungefähr so viele sind wie beim Ausbruch der Spanischen Grippe 1918 (eine der schwersten Grippewellen, die die Welt je gesehen hat).

Die Kapazität unseres Gesundheitssystems ist begrenzt

Außerdem gibt es momentan weder Medikamente noch eine Impfung, mit denen man besonders gefährdete Menschen dagegen schützen kann. Bei der saisonalen Grippe ist ja zumindest ein Teil der Bevölkerung geimpft (allgemein empfohlen ist die Grippeimpfung für medizinisches Personal, ältere Leute über 60 Jahren, Schwangere, Leute mit Vorerkrankungen) – nur beim Coronavirus wird es noch länger dauern bis so ein Impfstoff verfügbar ist. Laut Schätzungen können wir erst 2021 damit rechnen.

Wichtig ist keine Panik!

Der Einzelne braucht keine große Angst haben an dem Virus zu sterben, denn im Umkehrschluss heißt das ja, dass 99% überleben.

Das eigentliche Problem ist, dass etwa 15-20 Prozent der Leute, die sich damit infizieren richtig krank werden – also eine Lungenentzündung bekommen und ins Krankenhaus müssen. Egal ob wir nach Wuhan, Korea oder Italien schauen – überall dort, wo sich das Coronavirus sehr schnell verbreitet hat, sind die Krankenhäuser sehr schnell an ihre Belastungsgrenze gekommen.

Die Infizierten vermehren sich exponentiell (da gibt es jeden Tag verschiedenste Hochrechnungen und ich will auch gar keine Zahlen nennen, denn die sind wahrscheinlich gar nicht mehr aktuell, wenn ihr diesen Text lest). Klar ist aber, dass es wahrscheinlich ansteckender ist als die normale Grippe.

Quarantäne ist unser wichtigtes Hilfsmittel

Das bedeutet, wenn wir die Ausbreitung nicht mit Maßnahmen wie der Quarantäne verlangsamen, dann können innerhalb weniger Wochen Zehntausende von schwerkranken Patienten zusätzlich in unsere Kliniken liegen – die darauf nicht gut vorbereitet sind. Es gibt nun mal nur eine gewisse Anzahl an Intensivbetten, Beatmungsgeräten, Ärzten und Pflegepersonal.

Und man darf nicht vergessen: wir haben ja auch noch sehr viele andere kranke Menschen mit anderen Krankheiten (momentan läuft z.B. auch noch die Grippesaison oder denkt mal an die ganzen Herzinfarkte, Schlaganfälle, Verkehrsunfälle, Knochenbrüche usw.), die in einem überlasteten Gesundheitssystem dann nicht mehr angemessen versorgt werden können.

Davor hat man am meisten Angst.

Wenn wir uns die Situation derzeit in Italien anschauen, dann ist diese auch ganz und gar nicht unbegründet.

Ausnahmezustand in den Kliniken: Italien trifft das Corona-Virus unvorbereitet

Schenkt man italienischen Ärzten auf Twitter Glauben (hier und hier), hat sich die Situation in einigen Regionen dort (z.B. der Lombardei) bereits dramatisch zugespitzt. Der komplette Regelbetrieb im Krankenhaus wurde eingestellt, es finden also keine routinemäßigen Operationen oder Untersuchungen mehr statt. Das italienische Gesundheitssystem ist mit der enormen Anzahl an zu versorgenden schwerkranken Patienten mit Lungenentzündung überfordert.

In einigen Kliniken wird inzwischen sogar zur Triage übergegangen – das bedeutet nur noch die Patienten mit den besten Überlebenschancen (<65 Jahren und ohne Vorerkrankungen) erhalten einen Platz am überlebenswichtigen Beatmungsgerät. Medizinisches Personal arbeitet bis zur Erschöpfung und steckt sich oftmals selbst an. Ein Szenario, das wir in Deutschland unbedingt vermeiden müssen!

Wir müssen die Ausbreitung verlangsamen – und zwar JETZT!

Und deswegen ist es so wichtig mit diesen Quarantänemaßnahmen die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, denn stoppen können wir es schon lange nicht mehr. Aber wir können das Ganze etwas entzerren.

Die große Hoffnung ist, dass durch diese sehr drastisch erscheinenden Maßnahmen wie Schul-/Universitätenschließungen oder Absagen von Veranstaltungen die auftretenden schwereren Krankheitsfälle nicht alle auf einmal kommen und unser Gesundheitssystem damit zu Kollabieren bringen. Stattdessen versucht man die Zahl der neu auftretenden Krankheitsfälle abzubremsen und auf einen längeren Zeitraum zu strecken, sodass wir uns im Krankenhaus um jeden Patienten gleich gut kümmern können.

Ich hoffe der Text/das Video haben euch geholfen, das Ganze etwas besser zu verstehen, und vor allem warum die Quarantänemaßnahmen beim neuartigen Coronavirus so notwendig sind.

Bitte helft mit und bleibt wenn möglich daheim, um die Ansteckungsgefahr  zu reduzieren!

 

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Quellen und weiterführende Links:

 

Informationen des Robert-Koch-Instituts:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Informationen des Bundesgesundheitsministeriums:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

NDR Podcast mit Virologe Prof. Drosten von der Charité:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html

Wie Epidemien entstehen:

https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wissen/coronavirus-die-wucht-der-grossen-zahl-e575082/

Empfehlenswertes Video zur Erklärung der exponentiellen Vermehrung des Virus:

https://youtu.be/Kas0tIxDvrg

Marlene Heckl

Veröffentlicht von

Marlene Heckl ist Ärztin und promoviert an der Ludwig-Maximilians-Universität über den Einfluss von Tumorsuppressorgenen bei Ovarial- und Endometriumskarzinomen. Seit 2012 schreibt die Preisträgerin des renommierten "Georg-von-Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus" über medizinische und wissenschaftliche Themen, die ihr am Herzen liegen. Anfangs erschienen ihre Beiträge bei medizinischen Portalen wie DocCheck und Thieme, 2016 folgte dann ihr eigener Blog Marlenes Medizinkiste, der nun auch bei den SciLogs zu finden ist. Kontakt: medizinkiste@protonmail.com

22 Kommentare

  1. Das Corona-Virus ist in etwa 10 Mal tödlicher als die saisonale Grippe, aber deutlich weniger tödlich als die spanische Grippe, die 1918 50 Millionen Todesopfer forderte bei einer Weltbevölkerung dannzumal von nur 2 Milliarden Menschen (heute 7.8 Milliarden). Allerdings ist heute auch die medizinische Betreuung wesentlich besser als 1918 und etliche Covid-19 Erkrankte wurden in intensivmedizinischer Betreuung über die Runden gebracht. 10 bis 15% der Fälle verlaufen so schwer, dass die Betroffenen mit Sauerstoff versorgt werden müssen und 5% müssen künstlich beatmet werden. Anders als bei der spanischen Grippe sind vor allem ältere und bereits Vorerkrankte betroffen.

    Zusatz: die Ansteckungsgefahr ist mindestens so gross wie bei der saisonalen Grippe.

    Mehr muss man dazu nicht sagen, denn eines ist gewiss: wenn die Zahl der Infizierten in Deutschland weiter so zunimmt wie in den letzten Tagen, dann kommt das deutsche Gesundheitswesen bald schon nicht mehr mit und es sterben dann auch Erkrankte, weil sie aus Kapazitätsgründen nicht behandelt werden können.

  2. Der Bürgermeister der norditalienischen Stadt Bergamo, Giorgio Gori, schrieb am Dienstag in einem dramatischen Tweet:

    “Auch die Zahl der Patienten in Intensivtherapie kann täuschen. Es scheint nur so, als ob der Anstieg sich abgeschwächt habe. Denn in der Realität gibt es aktuell keine Plätze auf den Intensivstationen mehr (es werden unter großer Mühe gerade neue geschaffen). Patienten, die nicht behandelt werden können, lässt man sterben.”

  3. Total off-topic (zugegeben): soweit ich das erkennen kann, ist scilogs.de eine *Blog*-Plattform. “Blogs” sind im allgemeinen Text, evtl. mit ein paar Bildchen, kann auch mal ein Video-Link dabei sein. Darüberhinaus ist ein “Blog” nach Möglichkeiten des/der Autors/Autorin “wechselseitig” – d.h. Kommentarfunktionen sind günstig und noch günstiger ist es, wenn Autor/Autorin responsiv ist (ok, das darf und kann man natürlich nicht verlangen – hängt ja alles von den jeweiligen persönlichen Gegebenheiten ab).

    Für “Video”-Botschaften aller Art gibt es andere Kanäle.

    Eine Art “Mittelding” ist es, wenn ein Video PLUS ein Transkript oder zumindest eine Highlight-Liste der wesentlichen Elemente des Videos angeboten wird (als “Blog”).

    Ich spreche hier nur und ausschließlich für mich als Nutzer der Plattform “scilogs.de”: Videos als ausschließlicher Inhalt eine scilogs-Blogs ignoriere ich.

    • Lieber “ajki”,
      natürlich dürfen Sie das Video einfach ignorieren.
      Ich habe bewusst diese Art der Kommunikation gewählt, um zusätzlich ein breiteres Publikum ansprechen zu können.
      Aber ich sehe Ihren Punkt und habe daher einen Artikel (als Transkript zum Video) im Blog für alle Leser ergänzt.
      Beste Grüße
      Marlene Heckl

  4. Taiwan, Vietnam, Hongkong, Singapur haben sehr viel weniger Corona-Infizierte und eine langsamere Verbreitung des Corona-Virus als Deutschland. Gemäss NZZ-Artikel Weshalb Chinas Nachbarstaaten die Corona-Epidemie besser beherrschen als viele europäische Länder liegt das daran, dass diese Nachbarn von China bereits eine Lernerfahrung durch die drei Epidemien Sars 2003, Schweinegrippe (H1N1) 2009 und 2010 und Mers 2015, hinter sich haben. Taiwan beispielsweise hat schon lange im Vorfeld der jetztigen Corona-Pandemie ein eigentliches Pandemie Dispositiv aufgebaut mit Einsatzplänen und spezielle ausgebildetem Personal. In der NZZ liest man dazu:

    Viele Länder Asiens modernisierten ihre Krisenreaktionspläne für solche Epidemien, investierten in die Forschung und tauschten sich gegenseitig aus.

    Singapur hat seither staatliche Quarantänegebäude und ein neues nationales Zentrum für infektiöse Krankheiten mit 330 Betten.
    Und Taiwan hat beim aktuellen Ausbruch des Corona-Virus viel früher als fast alle anderen Länder auf den Corona-Ausbruch in Wuhan reagiert. Zitat:

    Im Januar gab es erst vereinzelte Berichte von Erkrankten aus Wuhan, Chinas Behörden versuchten, die heraufziehende Krise zu verschleiern. Doch Taiwan begann bereits damit, bei Besuchern vom chinesischen Festland die Temperatur zu messen. Am 7. Februar beschloss das taiwanische Aussenministerium, die Einreise für alle Personen, die in den zurückliegenden 14 Tagen in China waren, zu verbieten.

    Auch Singapur informierte alle niedergelassenen Ärzte bereits am 2. Januar (Zitat):

    Am 2. Januar setzte das Gesundheitsministerium Singapurs alle Ärzte im Lande in Kenntnis: Sie sollten alle Patienten mit einer Lungenkrankheit, die in letzter Zeit in Wuhan waren, identifizieren.

    Fazit: Europa war geistig und organisatorisch nicht auf die Corona-Epidemie vorbereitet und es zirkulierten ganz verschiedene Einschätzungen betreffend dem was zu tun sei. Nicht selten wurde die Meinung vertreten, es lasse sich ohnehin wenig tun. Dass ein sehr schneller Anstieg der Fallzallen das Gesundheitssystem gefährlich überfordern könnte, war nur wenigen Europäern bewusst.

  5. Es müssten ALLE mit Erkältungssymptomen gestestet werden, bzw. sehr viel EINFACHER daheim bleiben können. Doch weil wir uns immernoch im Krieg befinden / im wettbewerbsbedingten Weltwirtschaftskrieg, wird wie bei der spanischen Grippe taktiert und intrigiert, so dass mit 60-70% Infizierten und dementsprechend Toten gerechnet wird, wo die Zahlen bei wirklich-wahrhaftiger Vernunft und zweifelsfrei-eindeutigem Verantwortungsbewusstsein sicher niedriger gehalten werden könnten!?

  6. Ich meine, es geht bei der Virusbekämpfung darum, bei der Krankenstatistik die Spitze so abzuflachen dass die Todesopferzahlen minimiert werden indem die Funktion statt in die „Höhe“ mehr in die „Breite“ gezogen wird. Das Geschehen wird vermutlich länger dauern, dafür das Gesundheitssystem weniger belasten, besonders die vorhandenen Intensivbetten werden besser den jeweiligen Bedarf decken.

    Italien hatte offensichtlich Pech, der „Peek“ ist schmal und hoch, dafür könnte vielleicht schon im Mai alles vorbei sein.

    Bei uns könnte es länger dauern, aber vermutlich gibt es relativ weniger Tote. Vielleicht haben wir nochmals Glück und der Virus verträgt die Junihitze nicht.

    Das Problem ist, je länger die Belastungen dauern, desto schwerer wird es für die Wirtschaft.

    Die Situation könnte natürlich, auch als Vorwand, ausgenutzt werden.

    Die „Kapitalisten“ könnten ihre „Ernte“ von den „gefallenen“ Aktienmärkten einfahren indem sie zum Niedrigpreis wieder Aktien einkaufen um sie später nach und nach am Aktienmarkt an unwissende Kleinanleger zu verhökern.

  7. Elektroniker, die Italiener hatten vielleicht eher Glück, denn es heißt sie haben mehr auch die scheinbar harmloseren Fälle getestet, was dazu geführt hat die Lage schneller besser und entsprechend drastischer anzugehen!?

  8. Vorab, ich weiß, wovon ich „spreche“*, aber wer noch?

    [*Ich hatte nach einer Herzklappenrekonstruktion Anfang 2018 schwere postoperative Probleme. U.a. eine Lungenentzündung, Sepsis, multiples Organversagen und wurde künstlich beatmet. Ich war über Wochen mit einem – salopp formuliert – geöffneten Brustkorb im Koma und gemäß einer Neurologenmeinung neurologisch tot. Danach folgte die Rehaklinik, eher ein Bootcamp (hier Umerziehungslager für Intensivpatienten mit wenig und schlecht bezahlten Personal, obwohl ich als Privatpatient eigentlich ganz „gute Karten hatte“, ohne das hier explizit auszuführen), das man erst einmal überleben musste. Ich spare mir hier alle möglichen Details, die das Elend unseres Gesundheitssystems so mit sich bringt.]

    Nun lebe ich wieder, weil ich leben wollte… Auf dem Land, viel Sport (u.a. in Form nützlicher Holzarbeiten,…) Körperlich vermutlich “besser aufgestellt”, als die meisten vermeintlich „Gesunden“ meiner Altersgruppe (1964 geboren).

    Kurz und schmerzlos: Der Umgang mit dem Coronavirus ist pure Hysterie. Die meisten Menschen, die gestorben sind und daran noch versterben werden, wären so oder so auf Grund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen zeitnah gestorben. Dieser Aspekt fließt nicht in die Bewertungen und Sterbe-Statistiken ein.

    Übrigens: Es sterben jeden Tag weltweit ca. 150.000 Menschen, an was auch immer. Leben gefährdet unsere Gesundheit, …

    Laut iss.it ist das durchschnittliche Alter der in Italien in Verbindung mit dem Coronavirus Verstorbenen 81 Jahre, wobei der Grossteil dieser Leute mit erheblichen Vorerkrankungen belastet war.

    Da bei vielen Menschen die Infektion nahezu symptomlos oder mit Symptomen ähnlich einer Erkältung oder Symptomen einer harmlosen Grippe ablaufen, sind sehr wahrscheinlich deutlich mehr Menschen in Italien und dem „Rest“ der Welt mit dem Corona-Virus infiziert. Doch diese hat kein Mensch getestet. Das ändert die Sterberate signifikant.

    2017/18 starben 25.000 Menschen in Verbindung mit einer (Virus-)Grippe. Und das allein in Deutschland! Hat das irgendjemanden, Aussteller oder Besucher, von einer Teilnahme abgehalten? Wurde irgendeine Veranstaltung abgesagt? Gab es Dauerschlagzeilen oder hysterische Live-Ticker in Online-Publikationen?

    Nahezu jeder einzelne neue Coronavirus-Fall wird berichtet, gleichzeitig wird kaum darüber geschrieben, wie viele Menschen bereits genesen sind, bzw. wie mild viele Fälle verlaufen.

    Man bekommt teilweise den Eindruck, dass bis hin zu kleinsten Lokalzeitung Medien darauf warten, „endlich“ über den eigenen Coronafall berichten zu können, um (Klick-)Auflage zu machen. Es wirkt, als würde man sich apokalyptische Szenarien herbeisehnen, um dramatische Schlagzeilen bieten zu können.

    So wie beispielsweise eine Zeitung mit „Jetzt ist es passiert“ auf Facebook titelt, als ein Deutscher aufgrund des Coronavirus verstorben ist. Abgesehen davon, daß der Mann sich in Ägypten befand und keine Informationen über Vorerkrankungen gemacht werden, liest sich der Aufmacher wie ein fehlendes Puzzlestück in einer hin eskalierenden Hysterie.

    Apropos Hygienemaßnahmen, viele Desinfektionsmittel schützen nicht vor Viren.

    Wer weiß schon, daß durch MRSA jährlich in deutschen Krankenhäusern zwischen 70.000- 80.000 Menschen sterben? Und viele dieses Bakterium symptomlos in sich tragen? Wen interessiert(e) diese sehr reale Gefahr? In diesem Sinne ist das Corona-Virus im Vergleich ein unbedeutendes Risiko.

    Ich fürchte mich (trotz meiner Vorerkrankungen) nicht vor dem Coronavirus. Fürchten muss ich mich vor dem Gros meiner Mitmenschen, die sowohl das soziale als auch wirtschaftliche Leben mit einer Art Kriegsrecht staatlich aushebeln lassen wollen, weil bezogen auf die Gesamtzahl eine „Handvoll“, auch ohne Coronavirus-Einfluss, Todeskandidaten mit einem mäßig gefährlichen Virus in Verbindung gebracht werden können.

    Zum Mitdenken: Letztendlich ist der „Corona-Hype“ u.a. eine hervorragende Ausrede für das wirtschaftlich-soziale Versagen, welches Europa seit Anfang des 21.Jahrhunderts beschleunigt erlebt. Das Corona-Virus ist die „erklärende wildcard“ für den politischen und wirtschaftlichen Mist, den die Führer und Führerinnen Europas im globalen Vergleich produziert haben.

    Insgesamt gilt auch zum Thema Corona-Virus-Hysterie die Aussage von Theodor Fontane:

    »Wir stecken tief in der Dekadenz; das Sensationelle gilt und nur einem strömt die Menge noch begeistert zu: dem baren Unsinn.«

    • @Dirk Freyling: Ältere Corona-Erkrankte nur durch den Hausarzt zu behandeln und sie bei schwererem Verlauf sterben zu lassen wäre eine mögliche Herangehensweise. Sobald man aber Erkrankte hospitalisiert hat, gibt es diese Option kaum noch. Spitäler sind nun mal zum Heilen da und nicht zum Sterben lassen.
      Noch zu ihren Vergleichszahlen: Sie schreiben: 2017/18 starben 25.000 Menschen in Verbindung mit einer (Virus-)Grippe. Und das allein in Deutschland!
      Genau. Würde sich COVID 19 ungebremst vermehren könnten aber 250’000 Tausend Deutsche daran sterben. Also 10 Mal mehr.
      Dasselbe gilt für ihr anderes Beispiel(Zitat):

      Wer weiß schon, daß durch MRSA jährlich in deutschen Krankenhäusern zwischen 70.000- 80.000 Menschen sterben?

      Wiederum: Eine ungebremste COVID-19 Epidemie könnte zwischen 200’000 und 500’000 Tote allein in Deutschland hinterlassen.

      • Herr Holzherr,

        2018 starben in Deutschland knapp eine Millionen Menschen.

        Ihre Mutmaßungen bezüglich eines zukünftigen Einflusses des Corona-Virus auf das (quantitative) Versterben von Menschen ist reine Spekulation.

        Wie bereits erwähnt: Die meisten Menschen, die gestorben sind und im weitesten Sinne auch mit zusätzlich nachgewiesenen Corona-Virus(-Infekt) daran noch versterben werden, wären so oder so auf Grund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen zeitnah gestorben. Dieser Aspekt fließt nicht in die derzeitigen Bewertungen und Sterbe-Statistiken ein. Laut iss.it ist das durchschnittliche Alter der in Italien in Verbindung mit dem Coronavirus Verstorbenen 81 Jahre, wobei der Grossteil dieser Leute mit erheblichen Vorerkrankungen belastet war.

        Übrigens: 2015 waren ~ 2,86 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig.

        2019 waren es 3,4 Millionen. Viele dieser Menschen können aus eigener Kraft nicht mehr leben und sind auf Medikamente, Menschen und Maschinen rund um die Uhr angewiesen. Was ist die Perspektive? Noch einen Tag, noch 100 Tage, noch Jahre dahinzuvegetieren, damit sich Betreiber von Pflegeeinrichtungen eine goldene Nase verdienen? Wobei ungefähr dreiviertel der Pflegebedürftigen zu Hause (von ihren Angehörigen) am Leben gehalten werden. Sind das wirklich Akte der Humanität oder nur erhebliche Wahrnehmungs-Defizite auf Grund einer nicht vorhandenen Sterbekultur?

        Kann es sein, daß Sie und viele andere den Zustand intensivpflegebedürftiger Menschen doch etwas zu positiv darstellen und so tun, als ob Leben um jeden Preis erhalten werden sollte, auch wenn es nur um Tage oder Monate geht?

        Wissen Sie, was es bedeutet, wenn beispielsweise ein erwachsener Mensch mit Windel und Blasenkatheder, ohne Muskulatur, mit Dauer-Schmerzen nahezu bewegungslos im Bett liegt bzw. liegen muss? Welchen Nutzen haben Demenzkranke von ihren Pfleger(inne)n? Denken Sie mal in der Tiefe darüber nach. Wie auch immer, was erwarten Sie, Wunder der Verjüngung und Gesundung? Der Tod gehört zum Leben. Oder haben Sie andere Erkenntnisse? Und wenn nein, dann werden Sie langsam erwachsen.

        • @Dick Freyling: Zustimmung. Nichts oder wenig tun wäre eine Handlungsoption. Staaten wie Taiwan, Südkorea, Singapur, aber auch Italien und sogar die USA haben aber bereits entschieden, alles zu tun um die Ausbreitung zu verlangsamen. In den USA gibt es einen Einreisestopp für Europäer, in Italien ist das öffentliche Leben praktisch zum Stillstand gekommen. Deutschland 🇩🇪 ist damit auf alle Fälle mitbetroffen. Je geringer die Fallzahlen in Deutschland, desto grösser die Chancen, dass es in ein bis 2 Monaten wieder zu einem halbwegs normalen Leben zurückkehren kann.

  9. @Wieviel Zeit haben wir bis zur Überlastung der Krankenhäuser?

    Der Text spricht davon, dass wir die Pandemie nicht aufhalten können, und nicht da dran vorbei kommen, dass sich 60 bis 70 % der Bevölkerung anstecken werden. Es ist also zwecklos, darauf hinzuarbeiten, dass die Pandemie begrenzt werden kann.

    Was jetzt aber wichtig wäre, ist den Verlauf der Epidemie möglichst weit in die Länge zu ziehen, damit möglichst die Krankenhäuser nicht überlastet werden, und möglichst wenige ohne Hilfe zuhause bei schweren Verläufen alleine mit der Infektion klarkommen müssen.

    15-20% der Infizierten müssen ins Krankenhaus, bei einer Infektionsrate von 60 bis 70 % sind das dann im Mittel etwas mehr als 10 % der Bevölkerung, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Wenn sich dieser Anteil gleichmäßig auf 10 Monate verteilen würde, hätten wir damit jeden Monat 1% der Bevölkerung wegen Covid19 im Krankenhaus. Wenn die wiederum im Schnitt 3 Tage dort Betten belegen, wären aktuell 0,1% der Bevölkerung über einen Zeitraum von 10 Monaten im Krankenhaus. Das wären dann ca. 80.000 Personen, hauptsächlich ältere und welche mit Vorerkrankungen.

    Wenn wir von einem linearem Anwachsen bis zu einem Höhepunkt und danach wieder linear abnehmenden Neuerkrankungen der Epidemie ausgehen, wären zum Höhepunkt der Erkrankungswelle 160.000 Infizierte stationär zu Behandeln, bei ständigem Wechsel von Entlassungen und Neuaufnahmen.

    Wie viele könnten wir denn überhaupt in den bestehenden Krankenhäusern unterbringen? Bei Wikipedia habe ich für 2012 in Deutschland ca. 500.000 Krankenhausbetten gefunden. Damit wäre zur Spitze der Krise 32% der Betten mit Covid19-Patienten belegt. Das sieht ziemlich schwierig aus, bei dem hier angesprochenem Szenario, dass sich die Infektion von 60 bis 70% der Bevölkerung über 10 Monate verteilt.

    Hier ist also dringend zu versuchen, die Infektionswelle besser noch wesentlich deutlicher zu verlangsamen. Vielleicht wären 20 Monate einigermaßen zu bewältigen.

    Was die aktuelle Situation betrifft, so sind wir allerdings wohl von einer Überlastung der Krankenhäuser noch um mehrere Größenordnungen entfernt. Wenn wir es schaffen, die Erkrankungswelle auf 20 Monate zu verteilen, hätten wir pro Monat ca 2,5 Millionen Neuerkrankungen. Aktuell haben wir 2500? Bei einer Verdopplung alle 5 Tage bräuchten wir wohl 50 Tage, um bei 2,5 Mio zu landen.

    Also Panik ist hier nicht akut begründet, aber wir können ja schon mal langsam üben, wie wir die Erkrankungsraten reduzieren können. In 50 Tagen kommts dann aber darauf an, dass das funktioniert. Wie gesagt, offenbar kommen wir eh nicht drum herum, dass sich 60 bis 70% von uns irgendwann anstecken. Eine schlimme Grippe, aber mehr ist das dann eigentlich nicht.

    Andererseits: wollen wir dann 10 oder 20 Monate Schulfrei geben, und nur noch Lebensmittelgeschäfte öffnen, keine Urlaubsreisen, keine Veranstaltungen mehr? Am besten nur noch vor dem Computer sitzen, und von gesundheitsgeprüften Lieferdiensten versorgt werden. Geht das denn überhaupt, und wollen wir das in aller Konsequenz? Damit alle, die es nötig hätten, mit Covid19 ins Krankenhaus gehen können? Zumal die meisten potentiellen Opfer ziemlich alt und krank sind, und sowieso nicht mehr so viel Zeit vor sich haben.

    Und wenn es allerdings sowieso nicht geht, und für die meisten schwer Kranken dann auf keinen Fall ein Bett frei sein wird, dann macht es auch nicht viel Sinn es zu versuchen. Dann können wir auch der Natur ihren Lauf lassen.

    • Zitat:

      Der Text spricht davon, dass wir die Pandemie nicht aufhalten können, und nicht da dran vorbei kommen, dass sich 60 bis 70 % der Bevölkerung anstecken werden. Es ist also zwecklos, darauf hinzuarbeiten, dass die Pandemie begrenzt werden kann.

      Nein. So ist es nicht. Vielmehr gilt: Im schlimmsten Fall stecken sich 60 bis 70% der Bevölkerung an.
      Tatsächlich sprach die WHO davon, dass es immer noch möglich ist die Pandemie einzudämmen. Das wäre sogar äusserst einfach umzusetzen – theoretisch mindestens. Und zwar folgendermassen: 20 Tage vollständige Isolation aller Menschen aller Länder würde COVID 19 zum Verschwinden bringen.

  10. @Martin Holzherr

    „20 Tage vollständige Isolation aller Menschen aller Länder würde COVID19 zum Verschwinden bringen.“

    In der Tat, aber wer noch Wasser hat und nicht verdurstet wird dann gute Chancen auf Verhungern haben. Und der folgende totale Stromausfall wird zur Folge haben, dass alle Atomkraftwerke dieser Welt explodieren, sobald der Notstromdiesel an den Standorten der Kraftwerke aufgebraucht ist. Das würde nicht nur die Menschen dieser Welt vermutlich komplett töten.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass wir eine so dicke Wirtschaftskrise infolge der Quarantänemaßnahmen bekommen, dass hinterher tatsächlich mehr gesunde aber sehr arme Menschen mit ansonsten guter Lebensperspektive an Hunger sterben werden, als wie alte sehr kranke Menschen noch über ein paar Monate im Versterben verzögert werden können, wenn man es noch realisiert bekommt, alle schweren Verläufen bei Covid-19-Patienten stationär zu versorgen.

    Und selbst das ist fraglich, ob das überhaupt möglich ist. Die Möglichkeit besteht ja weiterhin, dass wir sowieso eine so starke Verdichtung des Infektionsverlaufes bekommen werden, dass die meisten Patienten eh nicht mehr intensiv versorgt werden können. Sollte sich das abzeichnen, würde ich empfehlen den Kampf gegen die Infektion komplett aufzugeben und endlich zum Alltagsleben zurückzukehren. Das Leben geht ja weiter, so oder so.

    @Dirk Freyling

    Die Panikdynamik ist an sich bemerkenswert. Die monetären Interessen unserer Krankenhäuser und Altenheime sehe ich hieran nicht unbeteiligt. Die Risikopatienten mit hohem Risiko, an Covid19 zu sterben, sind dort die besten Kunden, die man ungerne verlieren möchte. Soweit ich weiß geben die Krankenkassen das halbe Geld für das letzte Lebensjahr ihrer Versicherten aus. Hier werden regelmäßig noch hohe Summen mitgenommen, und der eigentlich so gut wie tote Patient noch ein paar Wochen oder Monate auf Intensivstationen an den ganzen Strippen hängend hingehalten. Da macht dann oft erst die Lungenentzündung dem Leben wie dem Geschäft ein Ende.

    Kein Wunder also, dass man sich hier angesichts von Covid19 so vehement für die Risikopatienten einsetzt.

    • Herr Jeckenburger,
      Sie „sagen“ es. Danke für Ihre Ausführungen zur Motivation lebensverlängernder Maßnahmen. Leider gibt es weder auf scilogs noch irgendwo anders entsprechend ehrliche Aussagen zu diesem Thema. Stellen Sie sich vor, es gäbe beispielsweise einen SPIEGEL- oder ZEIT-Artikel mit Ihren Worten zum Thema Risikopatienten und real-wirtschaftlicher Interessen? Was wäre dann wohl los? Die Wahrheit würde mit Füssen getreten, Wahrheitsvermittler wären zeitgeistgemäß vermutlich menschenverachtende Nazis.

      Leider haben meist ideologisch verstrahlte Heuchler das mediale Sagen. Aber auch Ihre/unsere Mitkommentatoren verschließen offensichtlich lieber ihre Augen und Ohren und faseln von allgemeiner Menschlichkeit statt die Hysterie und den Krisenkommerz erkennen zu wollen.

  11. @Tobias Jeckenburger: eine 20-Tägige weltweite Isolation ist ohne grossen Schaden möglich. Kraftwerke könnte man vorher herunterfahren, denn es würde nur wenig Strom brauchen, wenn alle zuhause sind. Dies zu ihren völlig an der Realität vorbeigehenden Fantasien (Zitat):

    Und der folgende totale Stromausfall wird zur Folge haben, dass alle Atomkraftwerke dieser Welt explodieren, sobald der Notstromdiesel an den Standorten der Kraftwerke aufgebraucht ist. Das würde nicht nur die Menschen dieser Welt vermutlich komplett töten.

    Diese Angst vor AKWs ist völlig irreal. Ich stelle mir eine Pandemie mit einem Killervirus vor und wie sie Tobias Jeckenburger als letztes kurz vor ihrem Tod durch Ersticken (und schon ganz blau angelaufen) denken: zum Glück sterbe ich jetzt nicht an einer Verstrahlung durch ein AKW!

  12. Covid-19 ist auch eine Pandemie-Übungsfall, denn mit ziemlicher Sicherheit wird es in den nächsten Jahrzehnten weitere ernsthafte Pandemien geben. Und jedesmal stellt sich die Frage nach der richtigen Antwort.
    Tendenziell gibt es die richtige Antwort aber schon. Wenn eine wirklich ernsthafte Krankheit beginnt sich auszubreiten, so sollten die Eindämmungsmassnahnen ganz zu Beginn möglichst rigoros sein. Warum? 1) Weil bei einer nur langsamen Verbreitung sich mehr Länder besser vorbereiten können
    2) weil bei einer nur langsamen Verbreitung die Chance besteht, einen Impfstoff zu entwickeln, der schliesslich die weitere Verbreitung stoppt.
    3) weil bei einer nur langsamen Verbreitung die Wirtschaftstätigkeit weniger gestört wird und die Arbeit so organisiert werden kann, dass sie auch unter Quarantänebedingungen teilweise weitergeführt werden kann.

    So gesehen hat Italien falsch reagiert: Jetzt alles dicht zu machen bedeutet zu spät zu handeln. Wenn schon hätte Italien schon nach den ersten Fällen alles dicht machen müssen – dann aber nicht in ganz Italien sondern nur in den Wohnorten der Infizierten. Hätte Italien schneller reagiert wäre es wohl nie dazu gekommen, dass nun das ganze Land dicht gemacht wird.

  13. @Martin Holzherr Fantasien

    Das mit den Atomkraftwerken war eigentlich nicht ernst gemeint, ich wollte nur darauf hinweisen, dass wir keine 20-tägige Hauscarantäne für alle weltweit praktizieren können. Jede Menge Menschen müssten noch zur Arbeit gehen, u.a. die Mitarbeiter der Stromproduzenten und auch die, die sich um die AKWs kümmern.

    Ansonsten, etwas off Topic, müssen AKWs auch nach dem Abschalten noch intensiv weiter gekühlt werden, weil auch nach dem Ende der Kettenreaktion noch jede Menge Nachzerfallswärme abgeführt werden muss, sonst fliegt das Ding doch noch in die Luft. Selbst die verbrauchten Brennstäbe in den Abklingbecken werden noch Monate nach Gebrauch gefährlich, wenn nicht mehr aktiv gekühlt werden kann. Aber das Thema haben wir beide schon öfter diskutiert.

    Insofern mag ich Ihnen zustimmen: sollte eine zukünftige Pandemie so ausbreitungsstark sein wie diese, aber z.B. mehr als 10% der Infizierten Menschen töten, wäre es offenbar angebracht, deutlich radikalere Maßnahmen zu ergreifen. Wenn man hier 90% aller Beschäftigten in den Zwangsurlaub schickt, und man einen Lebensmittellieferdienst organisiert, dass die dann auch wirklich alleine zuhause bleiben können, könnte man damit die Pandemie womöglich komplett aufhalten.

    Auch wenn man praktikable massenhafte Gentest mit der gesamte Bevölkerung machen könnte, so dass kein Infizierter unentdeckt bleibt, würden die Chancen auf einen wirklichen Stop solcher Pandemieen deutlich steigen. Das wäre jetzt aber eher eine Idee für die nächste Pandemie.

  14. @Tobias Jeckenburger: Sehr wichtig sind systematische Krankheitstests, denn es gilt alle Erkrankten zusammen mit ihren Kontaktpersonrn zu isolieren. Südkorea hat am meisten Tests relativ zur Grsamgbevölkerung durchgeführt. Südkorea hat sich sehr viele Krankheitsfälle, aber erstaunlich wenig Todesfälle (11.3.2020: 7800 Fälle, nur 61 Tote). Vor allem hat Südkorea mit rigorosen Massnahmen die weitere Verbreitung stark verlangsamt. Schon in der nächsten Woche könnte der Höhepunkt der Verbreitung erreicht oder überschritten sein – etwas wovon Deutschlsnd noch weit entfernt ist.
    Koreas Motto From an early stage, the Korean government has set key principles to combat Covid-19: Be quick, transparent and pre-emptive,” könnte sich auszahlen.

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