Mit DRAGON unterwegs in deutscher Sprache

Labyrinth des Schreibens

Soeben habe ich im Internet mit Hilfe der Suchmaschine Google nach dem Ausdruck "Labyrinth" im Zusammenhang mit "Sprache" recherchiert. Dabei stieß ich auf das folgende Zitat auf der Online-Ausgabe von Echo Münster:

Unregelmäßige Verben, seltene Konjunktive, merkwürdige Zeiten: An ihnen arbeitet sich der Kollege aus der Spiegel online-Redaktion mit Vergnügen ab. Sein bevorzugtes Metier: das Labyrinth der deutschen Sprache. Erfolgsautor Bastian Sick wird am Mittwoch, 9. April, ab 20 Uhr in der Halle Münsterland durch den Irrgarten lotsen.
Der Journalist („Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“) macht im Rahmen der „Happy Aua“-Tour auf unterhaltsame Art und Weise mit Untiefen der Grammatik bekannt.

Der tiefere Grund für meine Recherche war, dass ich einen Einstieg suchte für das, worum es mir in diesem Beitrag wirklich geht. Es handelt sich um ein kleines Experiment, das ich mit einer neuen Software durchführe: dem Diktiersystem DRAGON narurally speaking. Ich suchte schon seit langem nach einer Möglichkeit, die unglaublichen Fähigkeiten der heutigen Computer (genauer gesagt: meines eigenen PC) auch dafür zu nützen, dass mein Rücken sowie meine Arme und Hände beim Schreiben deutlich entlastet werden. Den äußeren Anlass gab die Frau, die für mich bisher Diktate abgeschrieben hat und die nun infolge neuer Aufgaben dafür kaum mehr Zeit dafür hat. Also besorgte ich mir den DRACHEN und brachte ihm (und mir selbst!) bei, mit Hilfe dieser Software dem PC meine Geistesblitze direkt zu diktieren.

(Ich will nicht verhehlen, dass dieses Umsteigen von menschlicher auf digitale Schreibhilfe mir auch Bauchgrimmen schafft – denn ich sehe ganz klar, dass ich dazu beitrage, demnächst zig Tausende solcher Schreibkräfte brotlos zu machen. Nur: wer kümmert sich um meine Gesundheit und meine Arbeitskraft? Ein schwer, wenn gar nicht zu lösendes Dilemma.)

Dazu sollte DRAGON natürlich im Rahmen dieses Labyrinth-Blog auch spezielle Begriffe verstehen, zum Beispiel: "Labyrinth, Irrgarten, Spiegelkabinett, Yrrinthos -"

Statt Yrrinthos gleich korrekt zu erkennen und zu schreiben, tippte DRAGON erst einmal "ihren Tross". Aber solche Bagatellen sollte man ingnorieren; schließlich handelt es sich um einen von mir erdachten Neologismus, der im (ansonsten erstaunlich umfangreichen) Standard-Vokabular der Software nicht enthalten sein kann. Es dauert jedoch keine halbe Minute – und die Software hat es, von mir angeleitet, kapiert und registriert und schreibt die Neuschöpfung ab da korrekt.

Ein Wort, das DRAGON in der Programmierumgebung dieses Blog gar nicht mag, ist fatalerweise "Labyrinth". Sobald ich dieses Wort ausspreche, springt das Diktierprogramm oben im Formular dieses Blog den Begriff gleichen Namens außerhalb des Textbereiches an und erzeugt dort ein seltsames Muster. Deshalb wende ich einen Trick an und benütze statt diesem Tabuwort (für den DRAGON) ein Hilfswort. Das ist ein Ausdruck, der sich in diesem Beispiel anbietet: "Tabuwort".

Diktiere ich also Tabuwort – so schreibt die Software via internem Autokorrekturkürzel ganz korrekt:

Labyrinth

Bravo, DRACHE, das hast du wieder völlig korrekt getippt! Zeit, dich auch einmal im Bild vorzustellen. Dieses knuffige kleine Stofftier ist ein Werbegeschenk der Herstellerfrima nuance. Da ich schon seit geraumer Zeit an einem Roman arbeite, in dem eine bestimmte Art von Drachen eine wichtige Rolle spielen, habe ich diesen Stoff-DRAGON praktischerweise zum Maskottchen für den Roman ernannt. Ich hoffe, dass er mir wirklich Glück bringt und Erfolg mit diesem Projekt. 


Abb.: Der DRAGON begutachtet sein (mein) Produkt  (Foto: jvs)

(Eine andere, einfachere Möglichkeit, das Problem mit dem Wort "Labyrinth" im Rahmen dieses Labyrinth-Blogs resp. in der LiveType-Umgebung  wäre es natürlich, den Text in eine WORD-Datei zu diktieren und erst anschließend in den L-Blog zu kopieren.)

Fazit: Dies ist der erste Beitrag in diesem Labyrinth-Blog (und vielleicht überhaupt in dieser ganzen Gemeinschaft von Blogs?), der auf diese Weise geschrieben worden ist. Eine echte Premiere als. Dafür bekommst du einen Extrahappen Lob von mir, DRAGON !

Im nächsten Beitrag bringe ich zwei Varianten eines kleinen Textes zum Labyrinth-Thema, der demonstrieren wird, was der DRAGON wirklich leistet. Die eine Version habe ich selbst getippt – die andere die Software. Sie können dann raten, was von wem stammt.  

Das Produkt
ist zur Zeit in der Version 9.5 lieferbar, die ich als sehr ausgereift bezeichnen möchte (ich kenne eine der allerersten Versionen ausden 90-er Jahren und ältere Konkurrenzprodukte wie ViaVoice von IBM – kein Vergleich!). Die einfachste Version der Software (Standard, mit Kopfbügel-Mikro)  kostet 99 €uro. Damit kann man bereits recht brauchbare Erfahrungen sammeln. Man sollte jedoch nicht auf die paar €uro schauen, sondern sich die Preferred-Version für 159 €uro (Download, ohne Kopfbügel-Mikro) bzw. 199 €uro (Versand, als DVD mit Mikro) besorgen. Noch bessere Ergebnisse habe ich erzielt (und mit mehr Bewegungsfreiheit), nachdem ich mir das exzellente kabellose Headset-Mikro von Plantronic für 169 €uro bestellte; die Wiedergabe der eigenen Stimme bei der Kontrolle des Getippten ist besser verständlich – und die Software tut sich vor allem offenbar leichter damit, meine Stimme zu erkennen (man kann ein wenig Nuscheln oder Lautstärkeschwankungen nie vermeiden – obwohl das kaum ein großes Problem ist). Noch leistungsfähiger (und wesentlich teurer) ist die Version Professional. Deren Hauptvorteile dürften u.a. sein, dass die Klangdateien der Diktate gespeichert werden und für spätere Vergleiche verfügbar bleiben sowie eine Netzwerk-Option.

Auf alle Fälle sollte man eine sehr schnelle Maschine zur Verfügung haben: Mein Dual-Core-Prozessor mit einer Taktrate von 2 x 2,13 = 4,16 GigaHertz, den ich mir extra wegen des DRAGONs angeschafft habe, macht Diktieren erst richtig zum Vergnügen.

Nähere Auskünfte zur Software: nuance.de Auf dieser Website finet man auch interessante Details über die Entwicklungsgeschichte von Diktiersoftware.

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blogs rein! Hilfreich sein könnten vor allem die Vorbemerkung zu diesem Labyrinth-Blog und die Zeittafel. Die wichtigsten Personen und Begriffe werden erläutert in Fünf Kreise von Figuren sowie im Register dieses Blogs.

"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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