Labyrinth des Schreibens

BLOG: Labyrinth des Schreibens

Die Suche nach dem roten Faden
Labyrinth des Schreibens

Die Änderung des Namens signalisiert es bereits: Ab jetzt wird das Thema dieses Blogs erweitert um das Thema “Schreiben”. Der Grund dafür ist ein dreifacher:

1. Mein zentrales Arbeits- und Lebensthema war immer schon das Schreiben.
Die Labyrinthe sind gewissermaßen meine Basslinie dazu, um einen Begriff aus der Musik zu verwenden. Aus eigenem Antrieb zu schreiben (und nicht nur von der Schule dazu angehalten) begann ich mit 13 Jahren; das Labyrinth-Thema hatte ich kurz zuvor entdeckt in dem Sachbuch “Götter, Gräber und Gelehrte” von C.W. Ceram, dass mir ein Onkel 1952 zu Weihnachten schenkte. Dessen achtes Kapitel handelte von der minoischen Kultur auf Kreta und trug den Titel “Der Faden der Ariadne”.

2. Zum Thema Labyrinth dieses Blogs kam ich wie die sprichwörtliche “Jungfrau zum Kind”,
nämlich ohne es selbst bewusst anzustreben. Ich hatte Ende 2006 in der Zeitschrift “Abenteuer Archäologie” (dem Vorgänger von EPOC) einen Artikel über die minoische Kultur und das Labyrinth gelesen (gewissermaßen ein Update zu dem Kapitel in Cerams Bestseller) und mich in einem Leserbrief lobend darüber geäußert. Leichtsinnigerweise (oder glücklicherweise, bezogen auf meine sich dadurch entwickelnde Aktivität als Blogger) hatte ich in besagtem Leserbrief erwähnt, dass ich auf meiner Website so etwas ähnliches wie einen Blog zum Thema Labyrinthe betreibe.  Das war genau genommen kein richtiger Blog, sondern nur die blogübliche chronologische Anordnung der Einträge. Aber den Editoren der damals sich gerade formierenden SciLogs gefiel die Idee (und das Material) und so fragten sie mich, ob ich meinen “Blog” nicht im Rahmen der SciLogs-Sphäre publizieren könnte.
Naja, ich hab nicht lange überlegt und schrieb ab da (das war Januar 2007) meine Artikel in einem richtigen Blog und der bekam passenderweise den Titel “Labyrinth-Blog”. Aber wenn man mich damals gefragt hätte, zu welchen Thema ich denn gerne einen Blog starten würde – dann wären das ganz sicher nicht die Labyrinthe gewesen (so lieb und teuer sie mir sind und so sehr sie mich faszinieren), sondern das Schreiben. Denn darum dreht sich meine ganze Arbeit, sowohl aus Buchautor wie als Leiter von Seminaren zum Creative Writing.

3. Der Vorgang des Schreibens und der Gang durch ein Labyrinth
beziehungsweise einen Irrgarten haben viel mehr miteinander zu tun, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Das werde ich in den nächsten Beiträge noch weiter erläutern. Was beide Themen ganz zwanglos verbindet – ist der rote Faden. Kein Text ist lesbar, wenn er nicht diese sprichwörtliche Hilfslinie erkennen lässt. Und der Autor tut schon beim Verfassen seines Manuskripts gut daran, einen solchen roten Faden gefunden zu haben. Insofern war der Untertitel dieses Blogs immer schon das passende Programm, auch für die erweiterte Themenpalette: “Die Suche nach dem roten Faden”.

 

Wie geht´s weiter?

Das Procedere der Erweiterung dieses Blogs um das neue Thema “Schreiben” stelle ich mir so vor:
Zunächst werde ich eine Reihe Beiträge vorstellen, die beide Themen und ihre enge Verwandtschaft belegen. Dabei soll die neue blaue Markierung des Vorspanns die Beiträge zum neuen Thema abheben von den – weiterhin geplanten – Beiträgen, die sich speziell mit dem Thema “Labyrinthe und Irrgärten” befasssen. Diese kodiere ich im Vorspann am Anfang wie bisher purpur.

Mehr zu dieser Erweiterung der Thematik im übernächsten Beitrag. Denn der nächste Artikel ist schon geschrieben und sollte nicht lange verschoben werden: Medizinisches Wunder nach zwei Jahren „Locked-in. Darin geht es zwar nicht ums Schreiben, sondern ums Zeichnen. Aber gezeichnet wurden Labyrinthe – und der Zustand der betroffenen Personen entsprach mehr als deutlich dem eines Irrgartens.

Ceram, C.W.: Götter, Gräber und Gelehrte. Hamburg 1949 / 78.-106. Tsd. März 1951 (Rowohlt)
#202/655/1258

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"Zwei Seelen wohnen a(u)ch in meiner Brust." Das Schreiben hat es mir schon in der Jugend angetan und ist seitdem Kern all meiner Tätigkeiten. Die andere „zweite Seele“ ist die praktische psychologische Arbeit plus wissenschaftlicher Verarbeitung. Nach dem Psychologiestudium seit 1971 eigene Praxis als Klinischer Psychologe. Zunächst waren es die Rauschdrogen, die mich als Wissenschaftler interessierten (Promotion 1976 mit der Dissertation "Der falsche Weg zum Selbst: Studien zur Drogenkarriere"). Seit den 1990er Jahren ist es das Thema „Hochbegabung“. Mein drittes Forschungsgebiet: Labyrinthe in allen Varianten. In der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth C. Cohn fand ich ein effektives Werkzeug, um mit Gruppen zu arbeiten und dort Schreiben und (Kreativitäts-)Psychologie in einer für mich akzeptablen Form zusammenzuführen. Ab 1978 Seminare zu Selbsterfahrung, Persönlichkeitsentwicklung und Creative Writing, gemeinsam mit meiner Frau Ruth Zenhäusern im von uns gegründeten "Institut für Angewandte Kreativitätspsychologie" (IAK). Als "dritte Seele" könnte ich das Thema "Entschleunigung" nennen: Es ist fundamentaler Bestandteil jeden Schreibens und jedes Ganges durch ein Labyrinth. Lieferbare Veröffentlichungen: "Kreatives schreiben - HyperWriting", "Kurzgeschichten schreiben", "Das Drama der Hochbegabten", "Zeittafel zur Psychologie von Intelligenz, Kreativität und Hochbegabung", "Blues für Fagott und zersägte Jungfrau" (eigene Kurzgeschichten), "Geheimnis der Träume" (Neuausgabe in Vorbereitung). Dr. Jürgen vom Scheidt

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