Adventskalender, Tag 6: 24 Gedanken und Wünsche für Hochbegabte

BLOG: Hochbegabung

Intelligenz, Sonntagskinder und Schulversager
Hochbegabung

Lustig, lustig, tralalalala: Heut ist Nikolausabend da! Und deshalb gibt es das Türchen für heute auch erst, wenn’s draußen schon schön dunkel ist. Also jetzt.

Und der Nikolaus hat auch was mitgebracht! Nämlich eine Liste von Büchern, die hochbegabte Kinder und Jugendliche interessieren könnten – vielleicht wird ja noch das eine oder andere Weihnachtsgeschenk gesucht? Vielen Dank auf jeden Fall an Arne, der den Nikolaus bei der Listenerstellung tatkräftig unterstützt hat (und dessen ebenfalls hochbegabte Kinder ihm da sicherlich den einen oder anderen Tipp geben konnten!) 🙂

  • “Einsteins Klavier” von Peter Tille und Manfred Bofinger (Eulenspiegel): ein Bilderbuch über die Relativitätstheorie mit Hauptperson Einstein. Alter: Vorschule
  • “Lancelot Biggs’ Weltraumfahrten” von Nelson Bond (Heyne): Die Besatzung eines alten Weltraumfrachters erlebt unglaubliche Abenteuer, aus denen sie regelmäßig vom weltfremden aber hochintelligenten Raumfahrer Biggs gerettet wird. Lustige/skurrile SF lange vor “Per Anhalter durch die Galaxis”. Alter: für Kinder
  • “Mathilda” von Roald Dahl: Die hochbegabte Mathilda behauptet sich gegen ihre Familie und ihre Schulleiterin und setzt sich durch. Alter: ab 8 Jahre
  • “Der kleine Prinz” von Antoine de St.-Exupery (Rauch): braucht man nichts zu sagen, oder? 😉 Alter: ab 8 Jahren
  • “Rico, Oskar und die Tieferschatten” von Andreas Steinhöfel (Carlsen Verlag): Rico ist “tiefbegabt” und hat ADS, sein Freund Oskar ist klein, ängstlich und hochbegabt. Gemeinsam sind die beiden unschlagbar und beide wollen den so genannten ALDI-Kidnapper stellen – ein Kindesentführer, der wegen der preisgünstigen Lösegeldforderung von 2.000 Euro dieses Discounter-Label erhalten hat. Dt. Jugendliteraturpreis 2009. Alter: ab 9 Jahre
  • “Ich heiße Kaspar” von Willy van Doorselaer und Mirjam Pressler (dtv): Der Held Kaspar, der schon mit vier Jahren lesen kann, paßt in kein herkömmliches Muster. Aus der Perspektive des Elfjährigen, der seine Umgebung durchschaut, erscheint die Welt der Erwachsenen als Kuriositätenkabinett. Nominiert zum Dt. Jugendliteraturpreis 1996. Alter: für Kinder
  • “Momo” von Michael Ende (Thienemann): Momo, die struppige kleine Heldin der Geschichte, kämpft ganz allein, mit nichts als einer Blume in der Hand und einer Schildkröte unter dem Arm, gegen das riesige Heer der “grauen Herren” – und siegt auf wunderbare Weise. Deutscher Jugendbuchpreis 1974. Alter: für Kinder und Jugendliche
  • “Artemis Fowl” von Eoin Colfer (List): Artemis Fowl der Zweite ist elegant gekleidet, besitzt die noble Blässe eines Adligen, und sein Intelligenzquotient ist weit über dem Normalen. Dabei ist Artemis Fowl erst zwölf Jahre alt – und zugleich das größte Verbrecherhirn diesseits des Äquators. »Eoin Colfer hat einen neuen Harry Potter erschaffen!« (DIE ZEIT), erster von 5 Bänden. Alter: 12-15 Jahre
  • “Prince William/Maximilian Minsky and Me.” von Holly-Jane Rahlens: Die sehr gute Schülerin Sue verliebt sich in Prinz
    William (zweisprachig); Deutscher Jugendliteraturpreis 2003. Alter: für Jugendliche
  • “Mit Dir auf Wolke sieben” von Everett Owens (Ravensburger): Naturwissenschaftsfreak verliebt sich, und plötzlich ist alles gar nicht mehr logisch und einfach. Alter: Jugendliche (Roman)
  • “Briefe an die Königin der Nacht” von Inger Edelfeldt (dtv): Georg wirkt auf seine Umwelt reichlich überspannt. Er malt seltsame Bilder, spricht in gewählten Wendungen und zieht es vor, lästigen Fragen seiner »kindischen« Mitschüler auszuweichen. Dabei sehnt er sich eigentlich nach einem Gegenüber, mit dem er seine überaus phantastischen und kreativen Gedanken teilen kann. In Claudia, die er von fern leidenschaftlich verehrt, glaubt er, eine Gleichgesinnte zu finden. Aber die »Königin der Nacht«, wie er sie insgeheim nennt, beantwortet seine Briefe nicht. Bis eines Tages Claudia plötzlich doch auf einen Brief antwortet. Deutscher Jugendliteraturpreis 1987. Alter: für Jugendliche
  • “Der gelbe Vogel” von Myron Levoy (dtv junior): Der 13 Jahre alte Jungen Alan versucht, einem Mädchen, das durch einen schrecklichen Vorfall im Zweiten Weltkrieg verstört ist, zu helfen. Alan erlebt Höhen und Tiefen auf dem Weg ihrer Heilung – Deutscher Jugendliteraturpreis 1982. Alter: für Jugendliche
  • “Sofies Welt” von Jostein Gaarder: Einführung in die Philosophie für Kinder/Jugendliche. Alter: Jugendliche und evtl. schon etwas ältere Kinder
  • “Das Tagebuch der Anne Frank” von Anne Frank: Dieses Buch fällt ein bisschen aus dem Rahmen, aber wenn man es sich genau überlegt, gehört das Buch hier einfach auch dazu. Alter: für Jugendliche
  • “Das kurze Leben der Sophie Scholl”: Sophie gehört mit ihrer Charakterstärke auf jeden Fall auch mit in diese Liste. Alter: für Jugendliche
  • “Fürstin der Wissenschaft” von Cordula Tollmien (Beltz): Die leidenschaftliche russische Mathematikerin Sofja Kowalewskaja (1850-1891) war gleichzeitig Schriftstellerin und politische Kämpferin. Es wird deutlich, dass selbst eine so begabte Frau nur mit gewaltigen Schwierigkeiten einen ihren Leistungen angemessenen Platz in der von Männern dominierten wissenschaftlichen Welt erreichen konnte. Auswahlliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 1996. Alter: Jugendliche (Sachbuch)
  • “Die Lebensgeschichte der Lise Meitner” von Charlotte Kerner (Beltz): Lise Meitner (1878-1968), die “höhere Tochter”, wurde eine leidenschaftliche Physikerin und eine Frau, die Gleichberechtigung lebte. Die Nazis vertrieben die Jüdin Lise Meitner 1938 aus Berlin, kurz bevor Otto Hahn die Kernspaltung entdeckte. Viele kennen Lise Meitner nur als “Mitarbeiterin” von Otto Hahn. Dabei gehört sie zu den bedeutendsten Naturwissenschaftlerinnen dieses Jahrhunderts. Deutscher Jugendliteraturpreis 1987. Alter: ab 14 Jahre
  • “Lieber wütend als traurig – Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof” von Alois Prinz (Beltz): In einer unaufgeregten, schnörkellosen Sprache wird Meinhofs Leben geschildert von der Kindheit im Nationalsozialismus bis zum Tod im Gefängnis – der Weg einer christlich und humanistisch geprägten jungen Frau, gefördert von der Studienstiftung des deutschen Volkes, die eine erfolgreiche politische Journalistin wird und schließlich als RAF-Terroristin und Staatsfeindin endet. Deutscher Jugendliteraturpreis 2004. Alter: ab 14 Jahre
  • “Genies und ihre Geheimnisse” von Angelika Overath u.a. (List): In 100 unterhaltsamen Rätseln werden die kleinen Schwächen von Leonardo Da Vinci, Sigmund Freud, Elvis Presley und 97 anderen vorgestellt. Alter: zum Vorlesen für Größere, damit man das eine oder andere noch erklären kann
  • “Blueprint” von Charlotte Kerner (Beltz& Gelberg): Die hoch begabte Komponistin Iris Sellin ist unheilbar krank und kinderlos. Damit ihr Talent nicht mit ihr aus der Welt verschwindet, lässt sie sich klonen. Als Kopie, als Blueprint ihrer Mutter, lebt der »Tochterzwilling« mit einem vorgelebten Leben und dem Auftrag, Iris und ihr Talent unsterblich zu machen. Wo aber verläuft die Grenze zwischen ihren Persönlichkeiten? Wer ist hier Ich und wer Du? Erst nach dem Tod der Mutter gelingt es Siri, zu sich selbst zu finden. Deutscher Jugendliteraturpreis 2000. Alter: Jugendbuch
  • “Schöne neue Welt” von Aldous Huxley (Fischer Taschenbuch): Aldous Huxleys Hauptwerk gehört neben “Fahrenheit 451” von Ray Bradbury sowie “Farm der Tiere” und “1984” von George Orwell zu den großen fortschritts- und gesellschaftskritischen Werken des 20. Jahrhunderts. Die Hauptperson Sigmund Marx ist hochintelligent. Alter: ab 14 Jahre
  • “Unterm Rad” von Hermann Hesse: Der begabte Schüler Hans legt um 1900 gedrillt von seinem Vater, dem Stadtpfarrer und dem Direktor seiner Schule mit großem Erfolg das Landexamen ab. Auf dem anschließenden Seminar geht es ihm zunehmend schlecht, seine Leistungen lassen nach, und er wird sich bewusst, dass er keine richtige Jugend hatte. In seinem Dorf wäre ein Versagen eine Schande, doch er bricht die Ausbildung ab. In dem Buch verarbeitet der Nobelpreisträger Hermann Hesse eigene Erfahrungen als Schüler. Alter: ab 14 Jahre

Wenn Sie weitere Ideen und Empfehlungen haben, sind diese in den Kommentaren herzlich willkommen!

Tanja Gabriele Baudson

Veröffentlicht von

Dr. rer. nat. Tanja Gabriele Baudson ist Diplom-Psychologin und Literaturwissenschaftlerin. Seit Oktober 2017 vertritt sie die Professur für Entwicklungspsychologie an der Universität Luxemburg und ist als freie Wissenschaftlerin mit dem Institute for Globally Distributed Open Research and Education (IGDORE) assoziiert. Ihre Forschung befasst sich mit der Identifikation von Begabung und der Frage, warum das gar nicht so einfach ist. Vorurteile gegenüber Hochbegabten spielen hierbei eine besondere Rolle - nicht zuletzt deshalb, weil sie sich auf das Selbstbild Hochbegabter auswirken. Zu diesen Themen hat sie eine Reihe von Studien in internationalen Fachzeitschriften publiziert. Sie ist außerdem Entwicklerin zweier Intelligenztests. Als Initiatorin und Koordinatorin der deutschen „Marches for Science“ wurde sie vom Deutschen Hochschulverband als Hochschullehrerin des Jahres ausgezeichnet. Im April 2016 erhielt sie außerdem den SciLogs-Preis "Wissenschaftsblog des Jahres".

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