Adventskalender, Tag 1: 24 Gedanken und Wünsche für Hochbegabte

Hochbegabung

Heute ist der 1. Dezember – Zeit also für einen Adventskalender! In diesem Jahr habe ich mir überlegt, Hochbegabte zu befragen, was sie hochbegabten Kindern und Jugendlichen aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen als Gedanken und Wünsche mit auf den Weg geben würden. Die Idee ist etwas spontan heute morgen entstanden, aber mal sehen, was so kommt. Füllmaterial für die ersten Türchen gibt es auf jeden Fall schon mal!

Die erste Antwort kam nicht einmal zehn Minuten, nachdem ich die Mail verschickt hatte. Caroline (22) schreibt:

“Hochbegabung klingt immer so, als wäre man viel besser als alle anderen. Schlag dir das gleich mal aus dem Kopf!
Deine Intelligenz ist nur ein kleiner Teil deiner Persönlichkeit, trotzdem darfst du deine Hochbegabung nicht klein reden. Sie ist ein tolles Geschenk, das du nutzen solltest, aber achte dabei immer darauf, anderen nicht das Gefühl zu geben, dass sie dumm sind.
Stell dir mal etwas vor, was du gut kannst, aber eben nicht sehr gut, vielleicht Fussball spielen; und jetzt stell dir vor, dass ein Bundesligaprofi gemein zu dir ist, weil du nicht so gut spielst wie er. Das wäre unfair! Es wäre doch viel besser, wenn er dir ein paar Tricks zeigt und dir hilft, besser zu werden.
Du solltest auch nicht unfair zu anderen sein, sondern verstehen, dass sie manches nicht so schnell begreifen wie du, dafür können sie was anderes besser, wobei sie dir vielleicht helfen können.
Wenn wir uns alle gegenseitig helfen, lernen wir alle etwas Neues und sind glücklicher, weil wir neue Freunde gefunden haben.”

Ich finde, da stecken viele kluge Ideen drin – vor allem gefällt mir aber der Gedanke des Voneinander-Lernens. Mal gespannt, was noch so alles zusammenkommt!

Tanja Gabriele Baudson

Veröffentlicht von

Dr. rer. nat. Tanja Gabriele Baudson ist Diplom-Psychologin und Literaturwissenschaftlerin. Seit Oktober 2017 vertritt sie die Professur für Entwicklungspsychologie an der Universität Luxemburg. Davor hatte sie ein Jahr lang die Vertretung des Lehrstuhls für Methoden der Empirischen Bildungsforschung an der Technischen Universität Dortmund inne. Ihre Forschung befasst sich mit der Identifikation von Begabung und der Frage, warum das gar nicht so einfach ist. Vorurteile gegenüber Hochbegabten spielen hierbei eine besondere Rolle - nicht zuletzt deshalb, weil sie sich auf das Selbstbild Hochbegabter auswirken. Zu diesen Themen hat sie eine Reihe von Studien in internationalen Fachzeitschriften publiziert. Sie ist außerdem Entwicklerin zweier Intelligenztests. Als Initiatorin und Koordinatorin der deutschen „Marches for Science“ wurde sie vom Deutschen Hochschulverband als Hochschullehrerin des Jahres ausgezeichnet. Im April 2016 erhielt sie außerdem den SciLogs-Preis "Wissenschaftsblog des Jahres".

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