Erwischt: Vesta begegnet Gamma Leonis

Himmelslichter

Heute steht der Planetoid (4)Vesta in Opposition zur Sonne – mit ihrer scheinbaren Helligkeit von 6,2mag ist sie theoretisch (also bei richtig klarem Himmel ohne Lichtverschmutzung) sogar mit dem umbewaffneten Auge sichtbar. Die vergangenene Nacht war im äußersten Westen endlich mal wieder wolkenlos, so konnte ich Vestas Begegnung mit dem Sternenpaar Gamma Leonis und 40 Leonis fotografieren. Im Zeitraum von einigen Stunden konnte ich so die Bewegung des Planetoiden relativ zu den Fixsternen dokumentieren.

Gamma (γ) Leonis ist einer der hellsten Sterne im Sternbild Löwe, es handelt sich sogar um einen, in dieser Aufnahme allerdings nicht aufgelösten, Doppelstern, im Bild ist er der helle Stern links. 40 Leonis (rechts) war auch aus der Stadt heraus gut mit dem freien Auge sichtbar, für Vesta brauchte man schon ein kleines Fernglas. Sie ist noch einige Zeit gut zu sehen, während sie durch den Kopf des Löwen wandert.

Das Bild entstand mit einer Canon EOS 350D am 20cm-Refraktor der Sternwarte Aachen. Mit den drei Metern Brennweite dieses Teleskops ist der Bildausschnitt recht klein, dafür aber fällt die Bewegung des Planetoiden schon nach kurzer Zeit auf. Leider hat sich das Wetter schon wieder verschlechtert (3 Wochen Wolken für 20 Stunden klare Sicht – das ist meine derzeitige Statistik!) so dass ich Vesta wohl vorläufig nicht mehr weiterverfolgen kann. 

Für alle, die mehr Glück haben: Aufsuchkarten und Infos zu Vesta gibt es im Blog von Andreas Schnabel.

In diesem Sinne: Clear Skies(!!)

Jan Hattenbach

Mit dem Astronomievirus infiziert wurde ich Mitte der achtziger Jahre, als ich als 8-Jähriger die Illustrationen der Planeten auf den ersten Seiten eines Weltatlas stundenlang betrachtete. Spätestens 1986, als ich den Kometen Halley im Teleskop der Sternwarte Aachen sah (nicht mehr als ein diffuses Fleckchen, aber immerhin) war es um mich geschehen. Es folgte der klassische Weg eines Amateurastronomen: immer größere Teleskope, Experimente in der Astrofotografie (zuerst analog, dann digital) und später Reisen in alle Welt zu Sonnenfinsternissen, Meteorschauern oder Kometen. Visuelle Beobachtung, Fotografie, Videoastronomie oder Teleskopselbstbau – das sind Themen die mich beschäftigten und weiter beschäftigen. Aber auch die Vermittlung von astronomischen Inhalten macht mir großen Spaß. Nach meinem Abitur nahm ich ein Physikstudium auf, das ich mit einer Diplomarbeit über ein Weltraumexperiment zur Messung der kosmischen Strahlung abschloss. Trotz aller Theorie und Technik ist es nach wie vor das Erlebnis einer perfekten Nacht unter dem Sternenhimmel, das für mich die Faszination an der Astronomie ausmacht. Die Abgeschiedenheit in der Natur, die Geräusche und Gerüche, die Kälte, die durch Nichts vergleichbare Schönheit des Kosmos, dessen Teil wir sind – eigentlich braucht man für das alles kein Teleskop und keine Kamera. Eines meiner ersten Bücher war „Die Sterne“ von Heinz Haber. Das erste Kapitel hieß „Lichter am Himmel“ – daher angelehnt ist der Name meines Blogs. Hier möchte ich erzählen, was mich astronomisch umtreibt, eigene Projekte und Reisen vorstellen, über Themen schreiben, die ich wichtig finde. Die „Himmelslichter“ sind aber nicht immer extraterrestrischen Ursprungs, auch in unserer Erdatmosphäre entstehen interessante Phänomene. Mein Blog beschäftigt sich auch mit ihnen – eben mit „allem, was am Himmel passiert“. jan [punkt] hattenbach [ät] gmx [Punkt] de Alle eigenen Texte und Bilder, die in diesem Blog veröffentlicht werden, unterliegen der CreativeCommons-Lizenz CC BY-NC-SA 4.0.

4 Kommentare

  1. Vesta verpasst

    Ich war zwar gestern in der Abenddämmerung ebenfalls draußen und habe die Mondsichel mit meiner DSLR aufs Korn genommen, an Vesta habe ich hinterher aber nicht mehr gedacht. 😛

    Nun werde ich mich wohl auf die Lauer legen müssen, um eine weitere Wolkenlücke abzupassen – verrückter Winter.

    Btw. Herzlichen Glückwunsch Jan zu deiner Vesta-Sichtung. 🙂

  2. Vesta erwischt !

    Halali !

    Nach wochenlanger Wolkendecke war der Himmel gnädig. Vesta konnte bei klarem Himmel am 18.2.2010 zwischen SAO 81274 und SAO 99044 gestellt werden.
    Jetzt ziehen von Westen wieder Wolken auf…

    Sternklare Nächte
    Berthold

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