Gesund digital leben – der Bayerische Forschungsverbund ForDigitHealth

Die Digitalisierung ist ein weitreichendes gesellschaftliches Phänomen, das in alle Lebensbereiche des Menschen zunehmend Einzug hält. In der Arbeit, im Privatleben und im öffentlichen Leben ist eine breite Palette digitaler Technologien und Medien für viele Menschen ständiger Begleiter: mobile Endgeräte wie Smartphones, digitale Kommunikationskanäle wie soziale Medien, bis hin zu sogenannten Wearables wie beispielsweise Fitnessarmbänder. Für viele Nutzerinnen und Nutzer sind solche Technologien und Medien bereits gewohnheitsmäßig in den Alltag integriert. Ihre Nutzung verändert jedoch auch die Verhaltens- und Denkweisen der Menschen.

Durch die Digitalisierung entstehen zahlreiche Vorteile für Individuen, Unternehmen und die Gesellschaft, wie beispielsweise erhöhte Produktivität, gesunkene Transaktionskosten, bessere Information und höhere Lebensqualität. Daneben ergeben sich durch die intensive Nutzung von digitalen Technologien und Medien allerdings vielfältige Veränderungen, die nur schwer abschätzbare Gefahren bergen, wie Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit. Ein Kernproblem ist digitaler Stress, der durch 17 derzeit bekannte Belastungsfaktoren ausgelöst werden kann. Dazu gehören beispielsweise das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit, die Entgrenzung von Arbeits- und Privatleben, die Informationsüberflutung und das damit verbundene Empfinden, schneller arbeiten zu müssen, eine wahrgenommene Leistungsüberwachung sowie die Verletzung der Privatsphäre durch digitale Medien und Technologien. Zusätzlich sind aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weitere Belastungsfaktoren wie zum Beispiel Cybermobbing bekannt.

Aufgrund der großen Bedeutung des Themas digitaler Stress für die Gesellschaft hat das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Fördergelder für die intensive wissenschaftliche Beforschung zur Verfügung gestellt. Für den Zeitraum von 2019 bis 2023 arbeitet ein interdisziplinärer Verbund von elf Forschungsgruppen an fünf bayerischen Universitäten (Augsburg, Bamberg, Erlangen-Nürnberg, München und Würzburg) daran, zum gesunden Umgang mit digitalen Technologien und Medien beizutragen.

Interdisziplinäre Arbeit

Die unterschiedlichen Fragestellungen rund um das Thema erfordern eine interdisziplinäre Herangehensweise. Im Forschungsverbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus fünf Disziplinen zusammen. In der Wirtschaftsinformatik ist das Konzept von digitalem Stress, der auch als Technostress bezeichnet wird, seit den 1980er Jahren bekannt. Es gibt aber viele Facetten, die noch weiterer Forschung bedürfen. Die Psychologie forscht intensiv zu Voraussetzungen, Wirkweisen und Implikationen von Stress im Allgemeinen und digitalem Stress im Speziellen. Die Informatik beschäftigt sich im Kontext von digitalem Stress mit menschenzentriertem Design technischer Systeme sowie automatisierter Erkennung von Anzeichen und Folgen von Stress. Die Kommunikationswissenschaft analysiert die Wahrnehmung und Darstellung des Phänomens in den Medien und im Medienalltag. Die Medizin konzentriert sich schließlich auf physiologische und biomedizinische Auswirkungen von Stress.

Diese sich ergänzenden Fachgebiete arbeiten im Verbund an projekt- und themenübergreifenden Fragestellungen zusammen. Unterschiedliche Sichtweisen der Disziplinen und der Einzelprojekte werden so integriert, um das Phänomen digitaler Stress in seiner Gesamtheit zu verstehen und zu adressieren. Dazu beschäftigen wir uns mit verschiedenen wissenschaftlichen Theorien und Konzepten der beteiligten Disziplinen, mit unterschiedlichen Arten der Messung und Erfassung von Faktoren des digitalen Stresses, mit den diversen Wirkweisen von digitalem Stress auf unterschiedliche Personengruppen sowie mit ethischen Fragestellungen.

Ziele

Insgesamt erhoffen wir uns von der Arbeit des Forschungsverbunds neue Möglichkeiten und Sichtweisen darauf, digitalen Stress zu verstehen und damit umzugehen. Dabei ergänzen wir bisherige Arbeiten in mehrfacher Hinsicht. Zum einen bietet die Breite des Forschungsverbunds Möglichkeiten, digitalen Stress in einer Vielzahl von Lebensbereichen auf verschiedenen Ebenen mit einer Vielzahl an komplementären Methoden zu erforschen. Gleichzeitig bietet der interdisziplinäre Ansatz die Chance, verschiedene Facetten des digitalen Stresses, wie seine psychischen und physischen Folgen, seine Bewältigung sowie potentiellen positiven Seiten, zu erforschen. Darüber hinaus möchten wir im Hinblick auf Prävention von digitalem Stress, wie zum Beispiel durch spezielles Design von digitalen Technologien und Medien oder durch Vermittlung von Medienkompetenz, neuartige Beiträge leisten.

Öffentlicher Diskurs

Das Thema digitaler Stress ist für die Öffentlichkeit relevant und aktuell; es wird in Politik, Wirtschaft und Medien genauso diskutiert wie im privaten Bereich. ForDigitHealth wird sich in diesen Diskurs mit seiner wissenschaftlichen Perspektive einbringen, um sowohl Personen in Entscheidungspositionen als auch Nutzerinnen und Nutzern digitaler Technologien und Medien Erklärungen und Hinweise zum gesunden Umgang zu bieten. Dazu stellen wir verschiedene Formate bereit, um sich zu informieren und mit uns in Dialog zu treten: Neben öffentlichen Veranstaltungen, voraussichtlich in Kooperation mit gesellschaftlichen Institutionen und Forschungseinrichtungen, werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Verbunds hier im Blogportal regelmäßig Beiträge aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit veröffentlichen.

Man kann dem Verbund auch auf Twitter folgen (@fordigithealth) und sich natürlich auch ganz klassisch auf der Webseite (gesund-digital-leben.de) informieren. Wir freuen uns über reges Interesse an unserer Arbeit und den Dialog mit Ihnen.

Bitte zitierien als: Gimpel, Henner und Schoch, Manfred (2019). Gesund digital leben – der Bayerische Forschungsverbund ForDigitHealth. 5. November 2019. Online verfügbar unter: https://scilogs.spektrum.de/gesund-digital-leben/gesund-digital-leben-der-bayerische-forschungsverbund-fordigithealth/

Bildquelle: Rudy and Peter Skitterians auf Pixabay

Henner Gimpel

Veröffentlicht von

gimpel.fim-rc.de

Henner Gimpel ist Professor für Wirtschaftsingenieurwesen der Universität Augsburg. Daneben ist er in leitender Position tätig am Kernkompetenzzentrum Finanz- und Informationsmanagement und in der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT. Er forscht und bloggt unter anderem zu Themen rund um digitalen Stress und psychische Gesundheit am digitalen Arbeitsplatz. Er ist Sprecher des Forschungsverbunds „Gesunder Umgang mit digitalen Technologien und Medien (ForDigitHealth)".

13 Kommentare

  1. Digitaler Stress: das ist in der Tat ein weites Feld. Bei „Stress“ denkt man zuerst an die Arbeitsbedingungen, die zu Stress führen. Und klar bedeuten hunderte von E-Mails jeden Tag Stress für die meisten – wenn auch nicht für alle. Daneben gibt es heute auch an den meisten Arbeitsstellen ein IntraNet auf dem Arbeitsaufträge, Arbeitsstati etc. hin- und hergeschickt werden meist verknüpft mit einer Beobachterrolle. All das kann Stress verursachen – das scheint mir klar.

    Digitalen Stress gibt es heute aber auch privat. Schon Schüler und Jugendliche können allein schon wegen den Social Media in eine Stresssituation geraten und gar um ihren Schlaf gebracht werden – und das auch noch freiwillig.

    Gefühlt gibt es aber zu diesen Fragestellungen schon hunderte von Untersuchungen. Die meisten, von denen ich erfahren habe, kommen immer wieder zum Schluss, dass Facebook unglücklich mache und sich Facebooker je schlechter fühlen je mehr Zeit sie damit verbringen. Was alle freiwillig tun, macht also nicht unbedingt zufrieden machen.

  2. https://gesund-digital-leben.de/

    “Neue Seite
    Entschuldige die Unannehmlichkeiten.
    Diese Website befindet sich aktuell in der Entstehung.”

    Stand 5.November 2019 ca. 21.15 Uhr

    …to make a long story short, … Deutschland heute. Nicht einmal die mediale Basis existiert. Es drängt sich der Eindruck auf, daß bereits der “Name” der Bemühung »Forschungsverbund ForDigitHealth« nur eines verspricht: Interdisziplinär Geld zu verteilen, zu einem Thema welches stark von der nicht vorhandenen Medienkompetenz geprägt ist.

    Digitaler Stress entsteht u.a., wenn man in einem Industrieland Internetgeschwindigkeiten (wie im ländlichen Mecklenburg Vorpommern) hat, die es so auf der Welt nur noch in weiteren Teilen Deutschlands und der dritten Welt gibt. Bündeln »Sie«, wer auch immer »Sie« sind Ihre Kräfte auf reale Ziele.

    Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler in Deutschland kann kaum oder nur schlecht mit einem Computer oder vergleichbarer Technik umgehen. Vielleicht verwechseln »Sie« auch digitalen Stress mit sozialen Stress, der aus der Idee geboren wurde, minderjährige potentielle Kunden via Facebook & Co mit egotechnischen Defiziten auszustatten, die zu einer kollektiven Smartphone-Abhängigkeit führten. Siehe exemplarisch den SPIEGEL-Artikel: »Drei von zehn Schülern können nur “Links anklicken und ihr Handy streicheln”« : https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/computernutzung-ein-drittel-der-schueler-ist-abgehaengt-a-1294424.html

    • Sehr geehrter Herr Freyling,

      herzlichen Dank für Ihr Interesse an den Themen unseres Forschungsverbunds und den sachdienlichen Hinweis, dass unsere Webseite gestern Abend um 21.15 nicht verfügbar war. Das von Ihnen so bezeichnete „Deutschland heute“ ist mittlerweile ja „Deutschland gestern“. Jetzt ist die Webseite https://gesund-digital-leben.de/ verfügbar. Ich hoffe, Sie finden dort interessante Anregungen und Informationen. Wir werden die Webseite über die nächste Monate und Jahre zudem mit mehr Information füllen.

      Sie sprechen wichtige Themen in Bezug auf digitalen Stress an. Nicht-Verfügbarkeit und Unzuverlässigkeit digitaler Technologien und Medien gehören zu den Belastungsfaktoren, die digital-bedingten Stress auslösen können. Medienkompetenz ist ohne Frage eine wichtige Ressource, die im Umgang mit digitalem Stress helfen kann oder ihn gar verhindern kann.

      Was mich sehr überrascht hat, sind Ihre zwei Nachrichten, die Sie erst mir und dann einem Kollegen aus dem Forschungsverbund ForDigitHealth geschickt haben. Sie beschweren sich dort bitterlich über Zensur, weil wir Ihren Kommentar nicht veröffentlich hätten. Zunächst zur Klärung: Um unseren Leserinnen und Lesern qualitativ hochwertige und angemessene Inhalte präsentieren zu können haben wir unter https://scilogs.spektrum.de/gesund-digital-leben/netiquette/ ein paar Ideen formuliert, welche Art von Kommentaren wir hier im Blog sehen möchten und welche nicht. Um die Einhaltung sicher zu stellen werden Kommentare erst nach Prüfung durch uns veröffentlicht oder auch nicht, wenn sie die dort skizzierten Regeln verletzen. Ihr Kommentar ist mittlerweile ja verfügbar. Weniger als 24 Stunden, nachdem Sie in eingereicht haben. Ich hatte ihn schon früher gesehen und interessant gefunden, hatte aber schlicht Dringlicheres zu tun als ihn im Detail zu lesen, zu verstehen und freizuschalten. Ich freue mich über einen -– durchaus auch kontroversen –- Diskurs. Aber dies ist kein Echtzeit-Chat, sondern asynchrone Kommunikation. Dass Sie sich bei mir nach weniger als 15 Stunden über Zensur beschweren und sicher weniger als weitere 2,5 Stunden später bei einem Kollegen über meine ausbleibende Antwort auf Ihre „E-Brief-Nachricht” beschweren, kann ich nicht voll nachvollziehen. Es zeigt aber einen sehr wichtigen Punkt: Digitaler Stress resultiert oftmals nicht aus digitalen Technoligen und Medien an sich, sondern aus unserem individuellen und kollektiven Umgang mit digitalen Technoligen und Medien.

      Ganz offensichtlich halten Sie in der Art der Interaktion, die wir beiden hier gerade haben, andere Antwortzeiten für angemessen, als ich dies tue. Ihre hier nicht veröffentlichten „E-Brief-Nachrichten” zeigen mir zudem, dass Sie einen anderen Umgangston für angemessen halten, als ich dies tue. Genau solche Unterschiede in sozialen Normen können digitalen Stress auslösen. Wir sprechen da in der einschlägigen wissenschaftlichen Diskussion beispielsweise von „Überflutung“ (d.h. dem Gefühl, aufgrund des Einsatzes digitaler Technologien und Medienmehr und schneller arbeiten zu müssen) und von Verrohung der Kommunikation. Wie immer bei Stressoren führen diese nicht deterministisch zu Stress, sondern es hängt vom Individuum, seinen Ressourcen und seiner Bewertung der Situation ob, ob Stress entsteht.

      Damit sind wir bei der spannenden Frage, die Sie ansprechen, ob man sozialen Stress und digitalen Stress verwechseln kann. Sicher kann es Leute geben, die diese unterschiedlichen Phänomene verwechseln, zumal diese gemeinsam auftreten und miteinander interagieren können. Für die Frage ob der Stress eine digitale Komponente hat, ist ausschlaggebend, ob die Situation durch den Umgang mit digitalen Technologien und Medien anders erlebt wird, als in einem rein analogen Kontext. Hätten Sie mir einen Brief oder einer Zeitung einen Leserbrief per Post geschickt, hätten Sie vermutlich nicht nach 15 Stunden über Zensur geklagt und nicht nach weiteren 2,5 Stunden über die Nichtbeantwortung des Briefs. Ich vermute, Sie hätten Ihre Texte auch anders formuliert. Und wir hätten vermutlich weniger Unterschiede in unserer Einschätzung der Angemessenheit gehabt. Der Kontext der digitalen Medien wirkt sich also auf unsere sozialen Normen und deren Diskrepanz aus. Wenn hieraus Stress entstehen sollte, dann ist dies zumindest teilweise digital-bedingter Stress oder, kürzer gesagt, digitaler Stress.

      Herr Freyling, in Summe bedanke ich mich für Ihren Kommentar zu meinem Blog-Post. Sie bezeichnen ihn als „kritischen Kommentar“. Aus meiner Sicht war er eine wundervolle Gelegenheit, das Konzept des digitalen Stresses ein wenig mehr zu beleuchten.

      Beste Grüße,
      Henner Gimpel

  3. Lieber Herr Holzherr,
    vielen Dank für das schöne Aufzeigen von privatem vs organisationalem (Techno) Stress. Auch unsere Forschungen zeigen, dass hier eine Trennung beider Domänen zwingend erforlderlich ist.

    In der Tat gibt es sicherlich viele Untersuchungen zur Nutzung von Facebook; allerdings sind die Ergebnisse teilweise widersprüchlich. Dies liegt u.a. darin begründet, dass spezifische Phänome (‘Abhängigkeit’, ‘Facebook-Stress’, …) ähnlich wie die oben genannten Domänen vermischt werden.

    Zu Ihrer Aussage, dass freiwillige Facebook-Nutzung nicht unbedingt zufriedener macht hatten wir vor einigen Jahren eine spannende Studie gemacht, in der wir Probanden bewusst Facebook ‘weggenommen’ haben. Wir haben dann die Zufriedenheit zu unterschiedlichen Zeitpunkten abgefragt (noch während der Nutzung, kurz nach der Wegnahme und dann nochmals einige Wochen später). Es zeigt sich hier, dass einige Personen mehr Zeit haben, sofern sie kein Facebook nutzen, dennoch konnte man nicht erkennen, dass Facebook Personen unglücklicher macht. Im Gegenteil, der switch weg von Facebook war eher sogar ‘schmerzhaft’, stressig und machte unglücklich, so dass man folgern konnte:

    ‘Better the devil you know [Facebook] than the devil you don’t [Alternativen aufbauen]’

  4. Henner Gimpel schrieb (05. Nov 2019):
    > […] Durch die Digitalisierung entstehen zahlreiche Vorteile […] Daneben ergeben sich Veränderungen, die nur schwer abschätzbare Gefahren bergen, wie Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit. Ein Kernproblem ist digitaler Stress, der durch 17 derzeit bekannte Belastungsfaktoren ausgelöst werden kann.

    Wie lauten diese 17 “derzeit bekannten Belastungsfaktoren” explizit ?

    (Die im obigen SciLog-Artikel angegebene Webseite “https://gesund-digital-leben.de/” liefert (mir) z.Z. lediglich die Information:

    Neue Seite

    Entschuldige die Unannehmlichkeiten.
    Diese Website befindet sich aktuell in der Entstehung.

    )

    Gehört dazu auch der (mir leider nur allzu-bekannte) Belastungsfaktor, dass jemandes als SciLogs-Kommentar digital eingereichte wissenschaftlich-thematische Beiträge dahingehend “moderiert” werden, dass deren Auffindbarkeit erschwert, und damit die Möglichkeit anderer Kommentatoren, die Korrespondenz weiterzuführen, eingeschränkt ist ? —

    insbesondere, ohne irgendeine weitere Rückmeldung vorzulegen, geschweige denn im Sinne des (Verfassungs-)Prinzips der Praktischen Konkordanz irgendeinen Ausgleich anzubieten, durch den jedes der womöglich einander entgegenstehenden Rechte (“Hausrecht” gegen “Recht auf kommunikative Teilhabe”) zumindest anteilig verwirklicht würde.

    Fallbeispiel (eingereicht: am 04.11.2019):

    Anonym_2019 schrieb (03.11.2019, 16:42 Uhr):
    > In der SRT gilt als Maßstab das aktuell gewählte Bezugssystem.

    Ein Bezugssystem, also eine [[(zeitartige) Kongruenz]], egal ob im Flachen, oder im Krummen, enthält im Allgemeinen gar keine zwei Elemente (“materielle Punkte”), die gegenüber einander starr blieben, oder die gar gegenüber einander ruhten, und somit überhaupt jeweils als “Maßstab” in Frage kämen.

    Stattdessen lassen sich durch Bezugssysteme Bezüge herstellen bzw. Verhältnisse ermitteln; insbesondere zwischen den Längen vorhandener geeigneter Maßstäbe (z.B. zwischen “dem Zug” mit seinen beiden gegenüber einander ruhenden Enden “Lokomotive/Zuganfang” und “Bremser-Caboose/Zugschluss”, und “dem Bahnsteig” mit seinen beiden gegenüber einander ruhenden Enden “Einfahrtskante” und “Ausfahrtskante”).

    In der (S)RT sind die so ermittelten Verhältnisse außerdem unabhängig von der Wahl des zur Ermittlung benutzten Bezugssystems; Zug und Bahnsteig haben ein bestimmtes “invariantes” Längenverhältnis gegenüber einander.

    • Sehr geehrter Herr Wappler,

      die Belastungsfaktoren sind: Omnipräsenz, Überflutung, Komplexität, Verunsicherung, Jobunsicherheit, Gläserne Person, Unklarheit der Rolle, Unzuverlässigkeit, Unterbrechungen, Nicht-Verfügbarkeit, Leistungsüberwachung, Mangelndes Erfolgserlebnis, Persönliche Angriffe, Konformitätszwang, Verzerrung der Realität, Verrohung der Kommunikation, Zweifelhafte Faktenbasis.

      Danke für den Hinweis, dass unsere Webseite zu der Zeit Ihres versuchten Besuchs nicht erreichbar war. Jetzt sollte sie es sein.

      Wenn ich es richtig verstehe, haben Sie in einem anderen Blog einen Kommentar zu Bezugssystemen eingereicht und sind enttäuscht über die Moderation. Ich kenne keine wissenschaftlichen Beiträge, die dies als Belastungsfaktor identifiziert hätte, der digitalen Stress auslösen kann.

      Beste Grüße,
      Henner Gimpel

  5. Herr Gimpel,
    ich bevorzuge absolute Transparenz und Klarheit über Beweggründe.

    Machen wir zum Verständnis einen Rollentausch. Sie schreiben einen Kommentar am Abend des 5. und stellen fest, daß dieser auch am Mittag des nächsten Tages (6.) nicht veröffentlicht wurde. Aber Sie sehen, daß ein anderer Kommentar, der am Morgen des 6. hochgeladen wurde, bereits veröffentlicht wurde. Was würden Sie als Kommentator daraus folgern? Darüber hinaus lässt sich in Ihrem Fall leicht feststellen, welche Kommentarnummern fehlen, da Sie erst drei Artikel veröffentlicht haben. (Ihre) Kommentare beginnen mit…#1 und enden in Ihrem Fall derzeit bei #56* Genauer: Es „fehlen“ 8 Kommentare zum 2.Blog-Artikel und hier derzeit definitiv die „Nummern“ 50, 53, 54, 55. #47 fehlt entweder hier oder zu Ihrem 2.Blog-Artikel.

    *Das kann sich natürlich noch ändern, da erst nach dem Hochladen des vorliegenden Kommentares klar wird, welche weiteren Kommentare bereits noch in Ihrem Vormoderations-Modul auf Ihre Freischaltung „warten“.

    i) Gerne können Sie meinen Email-Text an Sie und Herrn Maier veröffentlichen. Ich habe mich nicht bitterlich über Zensur beschwert, wie Sie es formulieren. Ich habe in der Sache berechtigterweise darauf hingewiesen, daß das Nichtveröffentlichen von kritischen Kommentaren eine schlechte Maßnahme für einen Artikel ist, der suggeriert, daß ein Meinungsspektrum im Kommentarbereich möglich ist.

    ii) Ein Problem mit der Vormoderation, wie Sie diese betreiben, ist die daraus resultierende falsche zeitliche Angabe der Kommentarveröffentlichung. Mein Kommentar wurde nicht am 05.11.2019 um 21.31 Uhr veröffentlicht, wie im Kommentar vermerkt, sondern erst deutlich später von Ihnen veröffentlicht. Präziser, erst nachdem ich Ihnen und Herrn Maier eine Email zukommen ließ. Das war definitiv nach 15.00Uhr am 6.November 2019. Wollen wir nicht zu naiv sein. Das wirft von außen betrachtet sicherlich bei dem einen oder anderen Leser Fragen auf. Es bleibt ungeklärt inwieweit meine E-Brief-Nachrichten einen Einfluß auf späteres Handeln hatten.

    iii) Nachvollziehbares Gedankenexperiment: Hätten Sie meinen Kommentar ohne Vormoderation zu meinem gewählten Original-Zeitpunkt veröffentlicht, wäre dieser Sekunden später online im Kommentarbereich. Das bedeutet u.a., daß der angegebene Veröffentlichungs-Zeitpunkt stimmt. Wenn Sie jedoch einen Kommentar mehr als 15 Stunden später veröffentlichen, dann suggerieren Sie den Lesern, daß bis zu dem Zeitpunkt kein weiterer Kommentator eine Erwiderung, in welcher Form und mit welchem Inhalt auch immer, zu meinem Kommentar schreiben wollte. Diese Suggestion ist aber offensichtlich falsch und beeinflusst im Gesamtergebnis u.a. die Dynamik eines freien Gedankenaustausches. Darüber hinaus verführt es den »Moderator« erst dann den Leserkommentar zu veröffentlichen, wenn er fast gleichzeitig eine Erwiderung seinerseits mitveröffentlicht. Das führt mitunter zu einer erheblichen Verzerrung, da andere Kommentatoren keine Möglichkeit hatten, den „reinen“ Leserkommentar wahrzunehmen.

    iv) Kommen wir zu einem grundsätzlichen Problem. Vormoderation potenziert das, was Sie asynchrone Kommunikation nennen. Nehmen wir an, jemand verletzt die von ihnen aufgestellten Regeln. Hier müssen Sie sich realistisch die Frage stellen: Was ist Ihre Fantasie? Was passiert im „schlimmsten“ Fall? Da ich mich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, folgt hier (m)eine Quintessenz.

    Wie würde ich als Artikelautor mit Kommentarbeiträgen umgehen?
    Ich würde ungesehen erst einmal alle Kommentare zulassen. Bedeutet: Jemand der einen Kommentar verfasst hat, kann diesen zu seinem gewünschten Zeitpunkt zu meinem Blogartikel veröffentlichen.
    Sollte der Kommentarschreiber signifikant und wiederholt vom eigentlichen Blog-Thema abweichen, so würde ich darauf in einem Erwiderungskommentar sachlich hinweisen (1.Ermahnung bei der „Sache“ zu bleiben). Wenn nötig folgt eine weitere „schärfere 2.Ermahnung. Sollte dies nichts bewirken würde ich weitere „Störkommentare“ nachträglich transparent löschen. Das bedeutet: Ich schreibe einen Kommentar, der folgenden „Inhalt“ hat: Kommentar von @Kommentator X vom [Veröffentlichungsdatum] am [Löschdatum] gelöscht. Grund: off-topic-Wiederholung

    Was ich nicht machen würde, ist einen off-topic Erstkommentar löschen. Praktischer und leserinformativer Hintergrund: Die Kommentarmitleser können selbst erkennen, warum ein off-topic-Wiederholungs-Schreiber-Kommentar gelöscht wurde.

    Sollte es zu Beleidigungen meiner Person als Artikelautor oder zu Beleidigungen anderer Kommentarschreiber kommen, so würde ich den Beleidiger auffordern, sich zu entschuldigen. Geschieht dies nicht würde ich bei ausbleibender Entschuldigung und/oder im Wiederholungsfall einer Beleidigung den nächsten Kommentar dieser Person löschen (Kommentar von @Kommentator X vom [Veröffentlichungsdatum] am [Löschdatum] gelöscht. Grund: Ausbleibende Entschuldigung oder Wiederholte Beleidigung])

    Ob ich als Artikel-Autor Kommentare erwidere, hängt erst einmal davon ab, ob ich direkt „angesprochen“ werde. Ansonsten denke ich, daß eine „fließende“ Diskussion unter Kommentarschreibern nicht durch meine Sicht zu oft beeinflusst werden sollte, da ich meinen Standpunkt bereits im Artikel darlegen konnte.

    Ich würde mir ein Zeitfenster für die Kommentiermöglichkeit meiner Artikel setzen, daß muß nicht statisch sein, aber um eine kommentarnahe Moderation durchführen zu können, muß auch entsprechend Zeit dafür einkalkuliert werden. Mit wachsender Artikelanzahl fehlt immer mehr Zeit. Dann empfiehlt es sich im Interesse aller den Kommentarbereich zeitgerecht – mit einer zumindest wenige Tagesfrist-Ankündigung – zu schließen.

    Auch meine Fehlzeiten auf Grund von Arbeitsprojekten, Urlaub, etc. sollte ich gut sichtbar am Artikelende und in einem Kommentarfeld aktuell kommunizieren. Beispiel: In der Zeit vom [Datum] bis [Datum] findet keine Moderation statt.

    Des Weiteren würde ich am Artikelende meine Email-Adresse angeben. Damit die Möglichkeit besteht, auch unabhängig vom Kommentarfeld mal eine Information oder Frage, die – aus welchen Gründen auch immer – im Kommentarfeld fehl am Platze ist, kommunizieren zu können.

    Es gibt übrigens einen Scilogs-Blog-Autor, der vorbildlich auch vollkommen konträre Ansichten ohne Vormoderation in Kommentarfeldern veröffentlicht. Das ist zumindest meine Erfahrung. Der Blogger ist Lars Jaeger. (https://scilogs.spektrum.de/beobachtungen-der-wissenschaft/)

    Sonnige Grüsse,
    Dirk Freyling

    • Sehr geehrter Herr Freyling,

      zu Ihrer Überlegung, wie Sie als Artikelautor mit Kommentarbeiträgen umgehen würden: Ja, so kann man es sicher machen. Tun Sie das. Als Autor und/oder Blogbetreiber liegt das meiner Meinung nach in Ihrem Ermessensspielraum. Ich werde Ihnen sicher nicht sagen, dass Sie in der Rolle etwas anderes machen sollten.

      In unserer Netiquette weisen wir auf folgendes hin: „Willkommen sind erklärende sachliche Kommentare mit Bezug auf den jeweiligen Blogbeitrag. Ebenso sind Meinungen in der Sache oder ergänzende Informationen willkommen.“ Insofern würde ich Sie bitten, in Ihren Kommentaren — sollten Sie weitere schreiben — zur Sache zurückzukehren, d.h. zum Inhalt meines ursprünglichen Beitrags.

      Beste Grüße
      Henner Gimpel

  6. Henner Gimpel schrieb (07.11.2019, 05:53 Uhr):
    > die [o.g. 17 derzeit bekannten] Belastungsfaktoren sind: Omnipräsenz, Überflutung, Komplexität, Verunsicherung, Jobunsicherheit, Gläserne Person, Unklarheit der Rolle, Unzuverlässigkeit, Unterbrechungen, Nicht-Verfügbarkeit, Leistungsüberwachung, Mangelndes Erfolgserlebnis, Persönliche Angriffe, Konformitätszwang, Verzerrung der Realität, Verrohung der Kommunikation, Zweifelhafte Faktenbasis.

    Danke für diese Auflistung. (Ich komme im Folgenden darauf zurück.)

    > Danke für den Hinweis, dass unsere Webseite zu der Zeit Ihres versuchten Besuchs nicht erreichbar war. Jetzt sollte sie es sein.

    Gern geschehen.
    (Dazu möchte ich bemerken, dass ich meinen obigen Hinweis 06.11.2019, 12:42 Uhr gab, ohne davon Kenntnis zu haben, dass mindestens ein andere Kommentator den selben Hinweis offenbar schon wesentlich eher, nämlich 05.11.2019, 21:31 Uhr, gegeben hatte. Für eventuelle mit dieser Vervielfachung verbundene Unannehmlichkeiten bitte ich um Entschuldigung.)

    Die genannte Webseite gibt (erfreulicherweise) die Möglichkeit der “SUCHE”; und ich stellte fest (mit einigem Erstaunen), dass die oben gelisteten “17 derzeit bekannten Belastungsfaktoren” dort offenbar (noch) gar nicht im Einzelnen dokumentiert sind;
    siehe z.B. https://gesund-digital-leben.de/?s=Erfolgserlebnis

    Womit sich einmal mehr die Bedeutung der SciLog-Kommentare erweist.

    p.s.
    > Wenn ich es richtig verstehe, haben Sie in einem anderen Blog einen Kommentar zu Bezugssystemen eingereicht und sind enttäuscht über die Moderation.

    Das ist natürlich nur eine ganz punktuelle, grobe und verkürzte Wiedergabe dessen, was ich als (ebenfalls in Frage kommenden) Belastungsfaktor anzuführen versuchte. Die Belastung besteht eher in den Konsequenzen solcher Moderation; im konkreten Fall also,

    – dass “jemand (Anonym_2019) im Internet unrecht hat (und behält)”, ohne dass (insbesondere mein) oben immerhin öffentlich gezeigter und archivierter Widerspruch dazu direkt auffindbar wäre, und

    – dass eine (öffentliche, archivierte) Rückmeldung von Anonym_2019 bzw. eine wissenschaftliche Korrespondenz, die sich ggf. daraus entwickeln könnte, sabotiert ist.

    > Ich kenne keine wissenschaftlichen Beiträge, die dies als Belastungsfaktor identifiziert hätte, der digitalen Stress auslösen kann.

    Ich kenne (nach einigem Suchen) zumindest einen schon vorliegenden Beleg, der die fragliche, von den genannten “17 derzeit bekannten Belastungsfaktoren” womöglich nicht gänzlich abdeckbare Belastung eher mit Blick auf’s Große und Ganze ausdrückt:

    […] there remains one fundamental frustration in their day-to-day work.
    The new model of collaborative science doesn’t gel with one of the research world’s core institutions: […]

    Ich werde versuchen, die im obigen SciLogs-Artikel angekündigten “Beiträge aus [der] wissenschaftlichen Arbeit [des Forschungsverbundes ForDigitHealth]” dahingehend auf Relevanz zu bewerten und ggf. gerne meine Wahrnehmungen bzw. einschlägigen Erfahrungen mitteilen.

  7. Hallo Herr Gimpel,

    vorweg: ich engagiere mich gesellschaftlich unter meiner echten Identität und stets mit Angabe meiner drei Webseiten seit ca. 15 Jahren in den folgenden (populärwissenschaftlichen) Bereichen:

    – Kritik der Tierversuche (Schwerpunkt Neurobiologie, Pharmaindustrie)

    – Kritik der Relativitätstheorie (theoretische Grundlageforschung Physik).

    Seit der Gründung von Scilogs vor ca. 11 Jahren kommentiere ich vor allem in den Physikblogs, da leider kaum ein Blogger die Tierversuche thematisiert.

    Über alle Physikblogger von SciLogs (sowie auch über die Redaktion bzgl. theoretische Physik) habe ich aus eigenen Erfahrungen und aus Beobachtungen seit 11 Jahren zu berichten: sie vertreten alle 1000%-ig die Mainstream Physik und dulden nicht die geringste Kritik der Einstein-Physik. . Dabei werden die folgenden Strategien gepflegt, die Sie weiter oben als „Belastungsfaktoren“ für die Nutzer genannt haben:

    Omnipräsenz und Überflutung von SciLogs/Spektrum der Wissenschaft mit ausschließlich Thematiken der Mainstram-Physik:

    Es gibt zum Beispiel einen Blogger, amtierenden Uni-Professor für theoretische Physik, der neulich im Klartext jegliche Kritik der Mainstream-Physik als „Hausrecht“ ausgeschlossen hat: „ – Dieser Blog geht wie die überwiegende Mehrheit der Fachleute davon aus, dass Relativitätstheorie und Quantenphysik gut bestätigte Theorien sind, die erst im Rahmen einer Quantengravitationstheorie erweitert werden müssen und auch dann als sinnvoller Niederenergie-Limes weiterhin Gültigkeit besitzen werden. Falls Sie darüber hinaus die Gültigkeit von Relativitätstheorie oder Quantenphysik oder die Richtigkeit der sie bestätigenden Experimente hinterfragen möchten, tun Sie das bitte anderswo.

    Persönliche Angriffe / Verrohung der Kommunikation:

    Persönliche Angriffe gegen kritische Kommentatoren sind Gang und Gebe in den Physikblogs von SciLogs und seit Jahren massiv zu beobachten (überwiegend anonym, auch gegen Nicht-anonymen Kommentatoren wie mich). Sie werden mit keinem Wort moderiert und im Gegenteil wohlwollend geduldet bzw. gefördert von den Physik-Bloggern und der Redaktion. Die persönlichen Angriffe reichen von Beleidigungen, Beschimpfungen, Herabsetzungen und Erniedrigungen bis hin zu übler Nachrede und gravierenden Verleumdungen bzw. zu regelrechter gesellschaftlicher Hetze (zum Beispiel als Antisemiten, Rassisten und Nazis).

    Kritische Kommentatoren werden ohne Angabe von Gründen und sogar ohne jegliche Mitteilung (weder öffentlich noch privat per E-Mail) kommentarlos gelöscht, oder kommentarlos nicht freigeschaltet sowie auch kommentarlos gesperrt (das ist zum Beispiel mein Fall in allen Physikblogs). Die Redaktion reagiert weder auf Meldungen von ad hominem Angriffen noch auf Reklamationen und unterstützt sogar öffentlich die anonyme Ächtung und die Hetze gegen meine Person, wie zum Beispiel die Löschung meines ersten (und auch on-topic und sachlichen ) Beitrags über den Kopf der betroffenen Bloggerin hinweg und mit folgendem Moderationhinweis der Redaktion: „Anmerkung der SciLogs-Redaktion: Kommentare von Frau Lopez sind in den SciLogs u.a. aus den von anderen Kommentatoren erwähnten Gründen nicht erwünscht.“. NB: Welche „erwähnten Gründen“ von „welchen anderen Kommentatoren“ meine Herauskomplimentierung aus SciLogs nach ca. 10 Jahren bewirkt haben wurden mir natürlich nicht kommuniziert, versteht sich von selbst…

    Ich meine, dass wir also mit SciLogs ein konkretes Fallbeispiel als Untersuchung für Ihre interdisziplinäre Arbeit haben, wie bei der Bevölkerung digitale Streß entstehen bzw. verursacht werden kann. Oder?

    —————————-

    Meine Internetpräsenzen zu Ihrer Information zum Dokumentieren meines gesellschaftlichen Engagements:

    Blog (überwiegend gegen Tierversuche) https://www.jocelyne-lopez.de/blog/

    Webseite Kritische Stimmen zur Relativitätstheorie: https://www.kritik-relativitaetstheorie.de/

    Private Homepage: Erzählungen vom Leben: https://www.jocelyne-lopez.de/

    • Sehr geehrte Frau Lopez,

      gleich vorweg: weder zu den inhaltlichen Fragen der Physik möchte ich mich äußern noch zu der konkreten Frage, ob der Umgang in den entsprechenden Blogs gerechtfertigt, gut oder ähnliches ist. Letzteres kann ich schlicht nicht einschätzen. Ich habe Verständnis dafür, dass nicht jeder Blogger jede Diskussion und jede Wiederholte Diskussion zulässt. Aber den konkreten Fall kann ich nicht beurteilen.

      Kommen wir lieber zu dem Thema dieses Blogbeitrags: Es freut mich, dass Sie sich gedanklich mit den verschiedenen digitalen Stressoren beschäftigen. Ihrer Interpretation der Faktoren Omnipräsenz und Überflutung kann ich nicht folgen, den persönlichen Angriffen und der Verrohung schon.

      Unter Omnipräsenz verstehe ich im Kontext von digitalem Stress das Gefühl, dass sich durch die Nutzung digitaler Technologien und Medien die Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben zunehmend auflösen und damit eine ständige Erreichbarkeit und eine kürzere Reaktionszeit einhergehen. Unter Überflutung verstehe ich im Kontext von digitalem Stress das Gefühl aufgrund des Einsatzes digitaler Technologien und Medien mehr und schneller arbeiten zu müssen. Das ist etwas anderes als eine wahrgenommene Überflutung durch Omnipräsenz einer bestimmten inhaltlichen Position, die man nicht teilt.

      Wenn ich Ihre Beschreibung zu persönlichen Angriffen und Verrohung der Kommunikation lesen, entsteht bei mir der Eindruck, dass Sie sich in dieser Situation ohnmächtig fühlen. Wenn man sich in der eigenen psychischen Einschätzung einer Belastung aus der Umwelt (z.B. aus einem Blog / einer Kommunikation) nicht gewachsen fühlt, sich ohnmächtig fühlt, die Belastung als Bedrohung wahrnimmt, dann entsteht Stress. In diesem Sinn stimme ich Ihrer Darstellung zu, dass durch die von Ihnen beschrieben Situation digitaler Stress entstehen kann.

      Ich schreibe bewusst „entstehen kann“, nicht „entsteht“. Letzteres kann ich nicht einschätzen. Wenn wir von Stressoren und Belastungsfaktoren reden, sind das Faktoren, die das Potential haben Stress auszulösen und dies regelmäßig tun. Ob dies bei einer konkreten Person und in einer konkreten Situation gegeben ist, ist eine andere Frage. Das kommt auf die individuelle Bewertung und die Ressourcen für die Bewältigung der Situation an.

      Beste Grüße
      Henner Gimpel

  8. Herr Gimpel,
    Frau Lopez ist auf den scilogs wohl nicht beliebt, weil sie mit überschätztem Unwissen die Blogs stalkt.
    Jetzt versucht sie ihre aufgewärmte Agenda *neu* bei Ihnen unterzubringen, Masche seit Jahren.
    Hiermit ” … Die persönlichen Angriffe reichen von Beleidigungen, Beschimpfungen, Herabsetzungen und Erniedrigungen bis hin zu übler Nachrede und gravierenden Verleumdungen bzw. zu regelrechter gesellschaftlicher Hetze …” ist eher der eigene Internetauftritt beschrieben, wenn sie gegen die Physik im allgemeinen und Einstein im speziellen hetzt. Jetzt *kapert* sie ihren Blog, um die Nachbarn zu diffamieren.

  9. @ Henner Gimpel: „Es freut mich, dass Sie sich gedanklich mit den verschiedenen digitalen Stressoren beschäftigen. Ihrer Interpretation der Faktoren Omnipräsenz und Überflutung kann ich nicht folgen, den persönlichen Angriffen und der Verrohung schon. […] Wenn ich Ihre Beschreibung zu persönlichen Angriffen und Verrohung der Kommunikation lesen, entsteht bei mir der Eindruck, dass Sie sich in dieser Situation ohnmächtig fühlen. Wenn man sich in der eigenen psychischen Einschätzung einer Belastung aus der Umwelt (z.B. aus einem Blog / einer Kommunikation) nicht gewachsen fühlt, sich ohnmächtig fühlt, die Belastung als Bedrohung wahrnimmt, dann entsteht Stress. In diesem Sinn stimme ich Ihrer Darstellung zu, dass durch die von Ihnen beschrieben Situation digitaler Stress entstehen kann.

    Ich schreibe bewusst „entstehen kann“, nicht „entsteht“. Letzteres kann ich nicht einschätzen. Wenn wir von Stressoren und Belastungsfaktoren reden, sind das Faktoren, die das Potential haben Stress auszulösen und dies regelmäßig tun. Ob dies bei einer konkreten Person und in einer konkreten Situation gegeben ist, ist eine andere Frage. Das kommt auf die individuelle Bewertung und die Ressourcen für die Bewältigung der Situation an.“

    .

    Ich habe den Eindruck, dass Sie mit Ihrer Antwort auf das angesprochene Problem der persönlichen Angriffe und der Verrohung der Kommunikation zwischen den Zeilen den gut gemeinten Ratschlag an die breite Öffentlichkeit der Nutzer geben: “Wenn es Ihnen stresst, dann verzichten Sie doch auf mediale Kommunikation“. Problem geregelt. Muss die Öffentlichkeit Steuer für die Erforschung dieses schon bekannten Problems bezahlen? 😉

    Denn was meinen Sie zum Beispiel konkret mit dem Hinweis: „Das kommt auf die individuelle Bewertung und die Ressourcen für die Bewältigung der Situation an“ ?

    Nicht nur die betroffene Person sondern auch Zeugen können erkennen und richtig bewerten, dass ein Mensch persönlich angegriffen und verletzt wird, es kommt überhaupt nicht auf die individuelle Bewertung des Betroffenen an. Und welche “Ressourcen für die Bewältigung der Situation” haben die Nutzer von sozialen Medien oder Diskussionsplattformen im Hinblick auf persönliche Angriffe und Verrohung der Kommunikation? Meine Meinung: die Nutzer haben absolut keine Ressourcen dafür, außer eben sich von der medialen Kommunikation zurückzuziehen, was natürlich meistens das Ziel der Angreifer ist. Ich habe nämlich den Eindruck, dass es eine angepeilte „Lösung“ Ihres Projekts ist, wenn ich zum Beispiel in Ihrem Blog-Artikel folgendes lese: „Ziele: Insgesamt erhoffen wir uns von der Arbeit des Forschungsverbunds neue Möglichkeiten und Sichtweisen darauf, digitalen Stress zu verstehen und damit umzugehen.“

    Ist denn Ihre Lösung zum gesunden Umgehen mit digitalem Streß bei persönlichen Angriffen und Verrohung der Kommunikation, sich bitte nicht mehr an der digitalen Kommunikation zu beteiligen? Oder haben Sie vielleicht andere Lösungsansätze für die Nutzer, die doch ihre Meinungsfreiheit öffentlich in Anspruch nehmen möchten? Wenn ja, welche Lösungsansätze?

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