Weißt Du, wie viel Vöglein singen?

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Feuerwerk der Neuronen

Am Wochenende ruft der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) zum siebten Mal die “Stunde der Gartenvögel” aus. Vom 13. bis 15. Mai ist jeder aufgefordert, die Vögel in seinem Garten zu zählen. Die Bestandsaufnahme der Vogelarten kann laut NABU als Grundlage für zukünftige Schutzmaßnahmen dienen.

Nach dem Prinzip „Citizen Science“, kann jeder an der Forschung teilhaben. Je mehr Menschen sich am kommenden Wochenende in ihren Garten setzen und zählen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. Dabei ist die Anzahl der gesichteten Vögel pro Vogelart im Zeitraum von einer Stunde gefragt. Eine vom NABU bereitgestellte Zählhilfe (pdf) soll die Dokumentation erleichtern.

Im Januar dieses Jahres rief der NABU zum ersten Mal zur „Stunde der Wintervögel“ auf. 85.000 Teilnehmer (etwa 10 % der deutschen Bevölkerung – nach jetzigem Stand des Statistischen Bundesamtes 🙂 nahmen daran teil und zählten 2,6 Mio. Piepmätze.

Neben dem ornithologischen Interesse an der Entwicklung der Vogelbestände, kann zwischen den Zeilen auch ein Aufruf aus der Aktion des NABU herausgelesen werden, sich bewusst mit der (im romantischen Verständnis) Natur auseinanderzusetzen und zur Ruhe zu kommen. Die Datenerhebung zu diesem Zweck ist also nicht nur harmlos, sondern auch nützlich.*

Wer freut sich nicht nach einem langen, stillen Winter auf das fröhliche Gezwitscher in den Bäumen, das den Frühling ankündigt? Wann nimmt man sich schon einmal bewusst die Zeit, um zu beobachten, was in der um einen herum alles passiert? Die “Stunde der Gartenvögel” kann hierfür ein Anlass sein. Einige Unerfahrene dürften sich dabei schwer tun, die Vögel zu bestimmen. All jene unter ihnen, die ein iPhone besitzen, können sich auch ein „Vogelstimmen-App“ herunterladen. Die Daten können auf Meldebögen online oder per Post an den NABU übermittelt werden. Außerdem kann man auch kostenlos anrufen oder sich ein (weiteres) App mit spezieller Meldefunktion herunterladen.

* Im Gegensatz zu Zensus 2011, einer derzeitigen Durchleuchtungsaktion des Statistischen Bundesamtes: Zehn Prozent der Bevölkerung werden gezwungen, private Details zu ihrer Wohn- und Arbeitssituation preiszugeben. Wer sich sträubt, muss zahlen.

Leonie Seng

Bachelor-Studium "Philosophie, Neurowissenschaften und Kognition" in Magdeburg. Master-Studium "Philosophie" und "Ethik der Textkulturen" in Erlangen. Freie Kultur- und Wissenschaftsjournalistin: Hörfunk, Print, Online. Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abteilung Philosophie, Fachbereich Medienethik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

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