Koffein – ein Nervengift als Wachmacher

Laut dem Deutschen Kaffeeverband lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Kaffee in Deutschland im Jahr 2019 bei 166 Liter – zwei Liter mehr als noch im Jahr zuvor. Gespannt dürfen wir nun darauf warten, wie sich der Kaffeekonsum im Corona-Jahr 2020 entwickelt hat. Erste Zahlen scheinen aber auf ein weiteres Wachstum hinzudeuten. Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist, aber ich trage ganz sicher meinen Teil zu einem stabilen Kaffeekonsum in Deutschland bei. Als eine meiner ersten Handlungen am Morgen setze ich Kaffee auf – ganz altmodisch im Espressokocher und ohne modernen Kaffeevollautomat. Erst nach diesem ersten Kaffee stehe ich der Welt zur Verfügung.

Was macht aber Kaffee so besonders, dass er bereits seit Jahrhunderten von Menschen getrunken wird? Was hat dieses Heißgetränk an sich, dass im Schnitt jede*r Deutsche täglich fast einen halben Liter davon zu sich nimmt? Die Antwort, man ahnt es schon, lautet Koffein. Dieser Bestandteil des Kaffees sorgt dafür, dass wir morgens wach werden. Denn streng genommen handelt es sich bei Koffein Nervengift mit stimulierender Wirkung. In sehr hohen Dosen könnte Kaffee sogar tödlich sein. Aber keine Sorge: Eine letale Dosis beträgt beim Menschen ungefähr 10 Gramm (5-30 g), was ungefähr hundert Tassen Kaffee entspricht. Sollte man es schaffen eine solche Menge Kaffee an einem Tag zu trinken, ist das Koffein aber vermutlich nicht das einzige Problem. In mäßiger Konzentration aber regt Koffein das Nervensystem an und beschleunigt Herzschlag, Stoffwechsel und Atmung. Blutdruck und Körpertemperatur steigen an. Die Blutgefäße im Gehirn verengen sich etwas, in den Eingeweiden weiten sie sich eher ein wenig. In der Folge fühlt man sich wacher und es wird einen wohlig warm.

Wie genau dieser Vorgang funktioniert und welche Rolle die Chemie dabei spielt, erklärt der Beitrag „Was ist eigentlich … Koffein?“.

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Maren Mielck ist Wissenschaftskommunikatorin aus Überzeugung. Sie begeistert sich für die Naturwissenschaften und insbesondere die Chemie. Selbst nicht vom Fach, sondern mit klassischer Kommunikations- und Journalismusausbildung, möchte sie im Namen der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) auch anderen ihre Faszination für Chemie näherbringen.

4 Kommentare

  1. Ob die gesundheitsfördernden Wirkungen des Kaffees allein auf das in ihm enthaltene Koffein zurückgehen ist unbekannt. Es könnten neben Koffein auch die Antioxidantien im Kaffee sein, welche sich positiv auswirken.

    Gemäss Wikipedia wirkt Kaffee antidepressiv, es senkt das Risiko an Leberkrebs oder Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken oder ein malignes Melanom, ein Mundhöhlenkarzinom oder Rachenkrebs zu entwickeln. Neben dem Melanom sind auch andere Hautkrebse bei Kaffeetrinkern seltener.
    Auch Bluthochdruck ist bei Kaffeetrinkern seltener, sie entwickeln seltener Diabetes mellitus 2 und seltener chronische Leber- und Nierenerkrankungen. Parkinson und Alzheimer entwickeln sich bei Kaffeetrinkern später als bei Nichttrinkern.

    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Kaffee eines der wenigen Genussmittel ist, welches nachgewiesen positive Gesundheitsauswirkungen hat. Kaffee ist also ein Genussmittel, das auch als Medikament wirkt.

  2. Wer 3 Tage bewusst auf Kaffee verzichtet, der wird schnell spüren, dass der Körper sich daran gewöhnt hat und rebelliert. Meiner Meinung nach ist koffeinhaltiger Kaffee eine Droge, die bei Nicht Konsum zu Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen, Gereiztheit, Müdigkeit führt.

  3. Kaffee macht müde

    Ja, tatsächlich – immer wenn er ihn nicht trinkt macht Kaffee den Kaffeetrinker müder als er wäre würde er nicht regelmäßig Kaffee trinken

  4. Kaffeegenuss führt zu Wohlbefinden. Was will man mehr ?
    Er macht süchtig, auch das stimmt.
    Bis jetzt hat er keine Alternative. Vielleicht ein guter Tee. Aber bei Tee braucht man geeignetes weiches Wasser, dass er schmeckt.
    Der beste Kaffee, den ich getrunken habe, war auf Sizilien, der schlimmste….das verrate ich lieber nicht.

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