Neues Wissenschafts-Blogportal ist Online

BLOG: Enkapsis

Zwischen Molekularbiologie und Medizin
Enkapsis
Endlich ist es soweit, denn ich habe auf Facebook die Entdeckung gemacht, die ich doch schon seit längerer Zeit herbeisehene: Die erste große Forschungs-Gesellschaft eröffnet ihr eigenes Blogportal namens "Forschungs-Blog", um Wissenschaft transparenter zu machen. Dabei handelt es sich um die Fraunhofer-Gesellschaft, die u.a. mit Sascha Lobo ein – wie ich finde – modernes und frisches Design herausgearbeitet hat, zusammengepackt mit einem wirklich guten Prinzip namens Dual-Blogging. Dabei wird ein Artikel immer aus zwei Perspektiven geschrieben. Der eine Teil ist fachlich sehr kompetent und informativ und der andere näher am Leben und unterhaltsamer. Eine gute Kombination, die eine Wissenschafts-Vermittlung für eine breitere Menschenmasse durchaus möglich macht.

Es wurde schon länger einmal Zeit, dass neben den SciLogs und den deutschen ScienceBlogs auch mal neue Blogportale versuchen über Wissenschaft hautnah zu berichten. Ein notwendiger Schritt wurde somit getan und in Zukunft zeigt sich hoffenlich, dass er auch erfolgreich war. Hoffentlich folgen dem nun andere Institutionen und Forschungsgesellschaften, um so den Wissenschaftlern und Forschern eine noch größere Plattform für die Kommunikation mit der Gesellschaft zu geben. In den U.S.A. ist es beispielsweise schon üblich, dass wissenschaftliche Fachzeitschriften und Universitäten eigene Blogportale betreiben. Deutschland muss und sollte sich dem auch annehmen, da daran viele Möglichkeiten geknüpft sind. So können sich Leser etwa mit eigenem Wissen selber in Forschungsfragen stärker einbringen. Insgesamt eine tolle Sache, die ich nur unterstützen kann!
 
Doch halt, ein neues wissenschaftliches Blogportal bedeutet auch Konkurrenz, möge sich manch einer vielleicht denken. Dies stimmt zwar, doch ich sehe es nicht als Konkurrenzkampf, sondern als Möglichkeit, Wissenschaft stärker in der Gesellschaft zu verankern und dies ist schlussendlich auch das Ziel, welches ich mit meinem Blog selber verfolge.
 
 
 
 

Veröffentlicht von

Sebastian Reusch ist Naturwissenschaftler und studierte Biologie mit den Schwerpunkten Zell- und Entwicklungsbiologie, Genetik und Biotechnologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Danach arbeitete er am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin an molekularbiologischen Prozessen des Immunsystems. Derzeit promoviert er am IRI Life Sciences der Humboldt-Universität zu Berlin an grundlegenden Fragen der Zellbiologie und Biochemie des Tubulin-Zytoskeletts in Stammzellen. Seine Schwerpunktthemen hier im Blog sind Molekularbiologie und Biomedizin. Twitter: @MrEnkapsis

14 Kommentare

  1. Ich glaube…

    …da liegt ein gewisses Missverständnis vor. Der Fraunhofer-Blog ist kein Blogportal wie die SciLogs, sondern ein Multiautorenblog, und damit ein, zwei Nummern kleiner als wir.

  2. @Lars Fischer

    Ok, trotzdem gibt es dort mehrere Autoren, die zu unterschiedlichen Themen bloggen. Für mich ist es daher schon ein Blogportal, welches bloß etwas anders (als beispielsweise wir) organisiert ist.

  3. Lars

    Also, eigentlich ist das ja nur eine Definitionsfrage: Ein wissenschaftliches Blogportal ist dann ein wissenschaftliches Blogportal, wenn Lars Fischer dabei ist! 🙂

    Ernsthaft: Danke für den Hinweis, ich finde es klasse, dass 1. Fraunhofer das macht und 2. Lars es bereits gekapert hat. 🙂

  4. Streng genommen…

    …hab ich es nicht gekapert, sondern wurde schanghait. 😉

    Aber ja, es ist ein Zeichen dafür, dass Wissenschaftsblogs langsam in den Mainstream rücken. Die RWTH bastelt auch an was eigenem.

  5. Dual-Blogging

    Hallo,

    ich habe mir den bislang einzigen Dualblogging-Eintrag (Eiskrem) durchgelesen und muss sagen, dass ich, zumindest in dieser Umsetzung, der Idee nicht viel abgewinnen kann.

    Meine Kritik wäre:

    Der “wissenschaftlichere” Eintrag (Spalte links) ist furchtbar geschrieben – schrecklichster Nominalstil. Das Hauptproblem vieler wissenschaftlicher Aufsätze sind ja nicht primär unbekannte Fachbegriffe (die kann man im Blogeintrag ja ohne Not in der gebotenen Kürze/Länge erklären/verlinken), sondern schlechter Stil. Und das ist hier der Fall.

    Ganz abgesehen davon, dass der “allgemeinverständliche” Part dann ein bisschen zu Wischi-Waschi ist, doppelt sich der Inhalt in beiden Varianten zu einem recht großen Teil. Das könnte auf Dauer nervig werden: Schließlich will ich beide Spalten lesen, ich könnte ja in der einen Spalte eine Info der anderen Spalte verpassen.

    Wenn dann aber in beiden Spalten zu 95% eh nur das selbe drinsteht, dann wird man sich über die sinnfreie Dopplung ärgern…

    Mein Fazit: Es geht wohl nichts über gut geschriebene Texte in der gebotenen Ausführlichkeit/Tiefe…

  6. Ich bin mir, offen gestanden, auch nicht ganz sicher,, dass sich der Doppelstil durchsetzen wird. Mir ist auch das Ziel der Sache noch nicht ersichtlich, aber das wird sich sicher geben, sobald mehrere Beiträge erschienen sind. Da muss sich noch einiges einschleifen.

  7. @Albert P.

    Es ist natürlich klar, dass die Fraunhofer-Wissenschaftler die jetzt erst anfangen zu bloggen, etwas Zeit benötigen um den richtigen Schreibstil zu entwickeln. Das ist doch bei jedem Blogger so. Deswegen sollten die Leute, die die Dual-Blogging-Beiträge lesen auch ordentlich kommentieren, damit der Autor weiss, was er das nächste Mal besser machen kann. Ich finde diese Form des Doppelposts aber gut und wenn man es richitg macht, kann es sicher einschlagen. Man muss dazu die beiden Texte nur richtig miteinander in Verbindung setzen. Daran sollte gearbeitet werden. Ehrlich gesagt, finde ich den bisherigen Eintrag aber auch nicht so schlimm.

  8. Hinter der Zeit

    Die dt. Blogs sollten es mal schaffen, bei den Kommentaren threading zu implementieren (möglichkeit des eingerückten Antwortens auf einen comment, bewerten eines comment, Anzeige aller Comments auf einer Seite, ausserdem einloggen mit facebook/google ID etc, damit das Getrolle wie bei scienceblogs.de nicht überhand nimmt und sich die comments und Schlammschlachten alle 50 post wiederholen.

    Diese Verbesserungen sind einfachst mittels freier wordpress plugins machbar und jeder 2te Deutsche hat mittlerweile einen facebook account. Oder ein DISQUS comment Bereich. Die Technik hängt hierzulande bei den Websites oft nen Jahr zurück vs. englischen Web.

    Desweiteren ist z.B. der hervorragende Blog von Prof. Honerkamp in der eher Religionslastigen Chronologs Rubrik denkbar schlecht aufgehoben

    Bei Dualstil und Sascha Lobo musst ich an dessen Schwarz/Weiss Pro/Contra Lobo vs. Sixtus denken, sowas scheint mir publikumswirksam, wenn damit auch unfreiweillig dann Argumente/Attraktionspotenzial für Kreationisten etc. geliefert werden. Da find ich das jetzige Konzept für wiss. Blogs interssanter, einfach mal abwarten, muss auch nicht jeder Artikel so geschrieben sein, evtl. ne eigene Rubrik

  9. @Thomas Rupp

    Keine Sorge, all diese Mängel wurden und werden bei uns schon diskutiert und es wird an einer Verbesserung der SciLogs gearbeitet. Das Problem besteht aber ganz essentiell darin, dass wir hier als Blogger-Software LifeType und nicht WordPress benutzen. Das ist ein großes Problem, wo man eben nicht mal schnell das ändern kann, was man möchte. Danke aber für deine Kritik! Ich werde sie weitergeben!

    Zum von Blog von Prof. Honerkamp kann ich nur sagen, dass sich jeder selber aussucht unter welchem “Label” er bloggen möchte, ob jetzt also ChronoLogs, WissensLogs, etc.

  10. WordPress

    es gibt über ne million WordPress Plugins, grösstentiels quelloffen. Ich bin nur Gelegenheitsprogrammierer, aber der Code von best. Plugins sollte abänderbar sein ohne übergrosse Verrenkungen/finanz. Aufwand relativ zum erwarteten Nutzen. Das kommentarseiten Blättern ist auch etwas mittelalterlich, Lifetype scheint da sehr eigentypisch zu sein…

Schreibe einen Kommentar