Kopf hoch: Deutsche vertrauen der Wissenschaft

Die Ergebnisse der Umfrage „Wissenschaftsbarometer 2016“ sind kürzlich erschienen. Sie zeigen ermutigende Trends, denn das ohnehin starke Vertrauen der Menschen in die Wissenschaft scheint zu wachsen. Nicht alle teilen diese optimistische Sicht auf die Dinge.

Johanna Wanka und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) freuen sich über die Ergebnisse einer Umfrage zur öffentlichen Meinung gegenüber der Wissenschaft, die die Organisation Wissenschaft im Dialog (WiD) nun vorlegte. Der Wissenschaftsjournalist Hanno Charisius sieht allerdings keinen Grund zur Freude. Ein „Alarmsignal für die aufgeklärte Gesellschaft“ sieht Hanno da, denn in bestimmten Themenbereichen gaben die Befragten an, wissenschaftlichen Aussagen zu misstrauen:

„Das Vertrauen in die Wissenschaft sinkt laut WiD-Erhebung nämlich rapide, wenn man genauer nachfragt: 53 Prozent der Menschen trauen noch den Aussagen von Wissenschaftlern zu erneuerbaren Energien. Das Vertrauen sinkt auf 46 Prozent, wenn es um die Entstehung des Universums geht, und auf 40 Prozent beim Klimawandel. Und nur 17 Prozent glauben den Forschern, wenn es um Grüne Gentechnik geht, also um gentechnisch veränderte Pflanzen.“

Diese Einschätzung teile ich nur begrenzt, bzw. sehe das nicht als “Alarmsignal”. Laut der Rohdaten der Umfrage (die übrigens im ungemein praktischen “Tabellen verteilt auf mehreren Seiten von PDFs”-Format abgelegt sind) werden auch nur diese vier Themen abgefragt, und zwar genau so: „Wie sehr vertrauen Sie den Aussagen von Wissenschaftlern zu folgenden Themen? Erneuerbare Energien, Entstehung des Universums, Klimawandel, Grüne Gentechnik.“ Klimawandel, Energiewende und Agro-Gentechnik sind unmittelbar gesellschaftsrelevant, aber politisierte und damit polarisierte Themen. Es ist bekannt, dass bei der Beantwortung solcher Fragen die persönlichen Überzeugungen der Befragten ein große Rolle spielen.

Nicht nur die Vernunft entscheidet über unsere Meinung zur Gentechnik. CC-BY: Javier Pincemin

Nicht nur die Vernunft entscheidet über unsere Meinung zu emotional und politisch besetzten Themen wie der Gentechnik. CC-BY-SA 2.0: Javier Pincemin

Der Konflikt zwischen Weltbild und Wissenschaft

Die Ergebnisse einer ähnlichen Befragung in den USA sorgten in den USA im letzten Jahr für großen Furor. Die befragten US-Bürger misstrauten den Wissenschaftlern vor allem bei der Evolutionstheorie und dem Klimawandel. Hier prallen das persönliche, kulturelle, soziale oder reilgiöse Weltbild auf die harten Fakten der Wissenschaft. Im Zweifel entscheiden sich die Leute für ihre eigenen Überzeugungen, erklärte damals Sozialpsychologe Prof. Dan Kahan von der Yale University.

„Kahan sagt, dass die Bevölkerung der Wissenschaft vertraut. Sie tendiert aber dazu, Informationen sehr stark zu selektieren, und zwar so, dass sie ihre eigenen Überzeugungen unterstützt,“ fasste Nature seinen Kommentar zusammen. Kahan forscht seit vielen Jahren an dem Spannungsfeld „Kulturelle Kognition“ zwischen Glauben und Fakten.

Antworten nach dem Bauchgefühl

Gerade die Ablehnung  der gentechnischen Forschung überrascht mich aus diesem Grund überhaupt nicht, denn wie die EU-weiten Eurobarometer-Umfragen zeigen, misstraut die Mehrheit der Europäer und der Deutschen der Technologie. Das Thema der Gentechnik in der Landwirtschaft wird regelmäßig von Organisationen und Politikern instrumentalisiert und vereinnahmt. Umgekehrt gibt es großes Vertrauen in die Erforschung erneuerbarer Energien, ein Thema mit großem gesellschaftlichem Rückhalt. Wie viel die Befragten wirklich über die Themen wussten, um sie wirklich einordnen zu können, wurde nicht abgefragt. Wie viel ist die Frage nach dem Vertrauen dann überhaupt noch wert?

Neutralere, weniger vorbelastete, aber immer noch gesellschaftsrelevante Themen, würden wohl irgendwo zwischen den Werten für die Erneuerbaren Energien und die Grüne Gentechnik liegen: Wie sehr vertrauen die Befragten den Wissenschaftlern, wenn es um neue Krebstherapien, die Ernährungsforschung oder neue Werkstoffe geht?

Kopf hoch!

08_Wissenschaftsbarometer2016_Einfluss

Ganz ehrlich: Ich finde die Ergebnisse direkt ermutigend. Dass es eine gewisse Wissenschaftsverdrossenheit in unserer gar nicht so aufgeklärten Gesellschaft gibt, davon bin ich eigentlich immer ausgegangen. Wissenschaftliche Ergebnisse müssen sich politischen Agenden ja häufig unterordnen und der Rückgang des Vertrauens in die Wissenschaft wird zumindest immer wieder behauptet. Soweit hätte ich ein „Alarmsignal“ schon fast erwartet.

Ganz so schlecht kann es um das Vertrauen in die Wissenschaft aber nicht stehen, denn die meisten Befragten fanden, dass die Wissenschaft zu wenig Einfluss auf die Politik hat. Wissenschaft scheint also immerhin mehr Vertrauen als „die Politik“ zu genießen.

Im zeitlichen Trend wächst außerdem das Interesse an wissenschaftlichen Themen, „ein gutes Zeichen“ findet auch Hanno Charisius.

Also, es ist nicht alles schlecht, eher im Gegenteil. Mein Fazit: Kopf hoch und weiter an einer verbesserten Wissenschaftskommunikation arbeiten!

Martin Ballaschk ist Biologe. Das Blog dient ihm als Verdauungsorgan für seine Gedanken: Er denkt hier öffentlich nach über Dinge, die ihn erstaunen, ihm unklar sind oder ihn aufregen. Oder über die er mit Anderen diskutieren möchte. Beruflich als Wissenschaftskommunikator, hier privat unterwegs.

16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ja, Misstrauen gegenüber der Evolutionstheorie ist nicht gleich einzustufen wie Misstrauen gegenüber der Gentechnik.
    Bei der Gentechnik geht es zudem weniger um die Wissenschaft, die dahinter steckt, als um die Anwendung beispielsweise in Form transgener Pflanzen.
    Auch hier auf den scilogs-blogs gibt es so konträre Meinungen wie man sich nur vorstellen kann. : So reagiert der scilogs-Beitrag Die Zukunft unserer Landwirtschaft – eine Replik auf einen Lindau-Blog-Beitrag (Lindau Nobel Laureate Meetings), in dem der gentechnisch hergestellte “Golden Rice”, aber auch überhaupt der Einsatz von transgenen Planzen abgelehnt wird. Besonders ironisch darin ist, dass eine Vereinigung von Nobelpreisträgern sich explizit für den “Golden Rice” ausgesprochen hat (siehe dazu das Golden Rice Project).

    Wenn aber schon Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten Extrempositionen beziehen bezüglich dem Einsatz der Gentechnik, dann muss man sich nicht wundern, wenn die Laien hier der Wissenschaft wenig trauen – denn wem sollen sie trauen?

  2. Finde auch , daß die Ergebnisse eher positiv zu bewerten sind.
    Vor allem die Grafik “Einfluß…auf die Politik” zeigt , daß es sich in der großen Mehrheit nicht um eine abergläubische Ablehnung handelt , sondern meist um gesunde Skepsis.
    Besser auch mal übertreiben mit der Skepsis , als der Wissenschaft zu blind zu vertrauen , schließlich kann selbige auch große Fehler machen.

    • Bonusfrage:
      Was meint ‘Einfluss auf die Politik’ eigentlich in concreto?
      (Direkten politischen Einfluss darf die Wissenschaft, mangels Mandat, nicht haben; womöglich ist die Akzeptanz der Mandatsträger gemeint, aber irgendwie passt die Frage dann wohl nicht.)

  3. Aloha!

    Vielen Dank für Bericht wie Einschätzung, idT ist das Standing der Wissenschaft in der BRD nicht schlecht.
    Kritische Begleitung bleibt erlaubt bis gewünscht, nicht alles kann die Wissenschaft erfassen und bearbeiten, und gelegentlich, ganz gelegentlich, wird diese Begleitung auch pflichtig, insbesondere wenn direkt Politik und Kultur berührt sind.

    MFG
    Dr. Webbaer

  4. Schon der Text der Website Wissenschaftsbarometer zeigt, dass es bei dieser Befragung tendenziell nicht um Wissenschaft überhaupt, sondern um gesellschaftlich relevante Wissenschaft geht. So liest man im letzten Abschnitt unter dem Titel “Aktuelles Thema Flucht und Migration”

    Kaum ein Thema ist in den letzten Monaten in den Medien so präsent gewesen wie die Flüchtlingskrise. Doch wie sehr wird diese Debatte von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Flucht und Integration mitbestimmt?

    Dahinter steckt für mich die Hoffnung des Autors dieses Textes, dass Wissenschaft gesellschaftliche Probleme wie die Angst vor Überfremdung und Immigration löst, mindestens aber hilft die Sicht auf solche emotional besetzten Themen zu “objektivieren”.
    Erwartet man da nicht zuviel von der Wissenschaft? Es stimmt sicher, dass gesellschaftliche Probleme beispielsweise im Zusammenhang mit der Immigration und dem Einsatz von neuen Technologien wie Gentechnik nach einer rationalen Diskussion verlangen. Dabei kann auch die Wissenschaft mithelfen. Wer aber erwartet, die Wissenschaft könne die Diskussion entscheiden, indem sie zu einem “wissenschaftlich erhärteten Urteil” komme, das dann nur noch kommuniziert werden müsse, der erwartet zuviel von der Wissenschaft. Zudem: Forscher, die gesellschaftlich relevante Dinge wie die Erneuerbaren Energien oder die Folgen der Immigration erforschen, sind nicht unbeteiligt. Sie neigen genauso wie jeder andere dazu, Wünsche und Hoffnungen in ihre Aussagen miteinfliessen zu lassen. Nicht wenige Forscher im Gebiet Erneuerbare Enerigen beispielsweise entwerfen eine rosige, rein erneuerbar dominierte Zukunft. Die technischen Probleme die mit dieser Vision verbunden sind – wie die Notwendigkeit der Speicherung von Strom – werden von ihnen dabei tendenziell als durchaus lösbar betrachtet. Dass es selbst unter Wissenschaftlern Meinungskriege gibt, darf man nicht vergessen. Das zeigt exemplarisch der Artikel Climate scientists skeptical about Mark Z. Jacobson’s 100% renewable energy “plans”. Hier geht es um die Aussagen von Mark Z. Jacobson, der eine 100% Erneuerbare Energieversorgung der USA für ohne weiteres und schon bald machbar hält. Es sind vor allem Wissenschaftler aus dem Pro-Nuklear-Lager, die dem vehement widersprechen. Hier wird deutlich, dass die Grundeinstellung – also Pro- oder Anti-Nuklear – die Meinungen auch von Wissenschaftlern so stark beeinflusst, dass Objektivitität nicht mehr erwartbar ist.

    • Es gibt im IT-Bereich den Spruch, dass Software keine sozialen Probleme löst, gemeint: das Geschäftsmodell.
      Wissenschaft besorgt in diesem Sinne Erkenntnis und stellt dem Ingenieur Möglichkeiten bereit.
      Inwieweit politologische Analyse (auch: zur sogenannten Flüchtlingskrise) Wissenschaft ist, bleibt eine spannende Frage.

  5. Mein Vertrauen in die Wissenschaftlichkeit der Erhebung besteht nicht. In einem der PDFs zur Erhebung heißt es:

    Die befragungen fanden als telefoninterviews (Festnetz)
    im Zeitraum vom 19. bis zum 20.05.2016 statt.

    und

    Die Stichprobe wurde hinsichtlich der merkmale bundes-
    land, ortsgröße, Geschlecht, alter, berufstätigkeit, Schul-
    bildung und Haushaltsgröße gewichtet. Die Gewichtung
    stellt sicher, dass die der auswertung zugrunde liegende
    Stichprobe in ihrer Zusammensetzung der Struktur der
    Grundgesamtheit entspricht. Damit sind die Untersu-
    chungsergebnisse repräsentativ und können im rahmen
    der statistischen Fehlertoleranzen auf die Grundgesamt-
    heit verallgemeinert werden.

    Nun ist es aber so, dass eine große Anzahl von Menschen aus technischen Gründen oder aus Prinzip am Telefon Unbekannten gegenüber keine persönlichen Daten mitteilt. Wikipedia kennt das Problem und erklärt [1]:

    Da die oben genannten Unterschiede mit bestimmten soziodemographischen Kriterien korrelieren, ist dadurch die Repräsentativität der Stichprobe nicht mehr gewährleistet. Die Forderung, dass jedes Element der Grundgesamtheit mit derselben Wahrscheinlichkeit in die Stichprobe gelangen muss, ist nicht mehr eingehalten.

    Man kann sich nun die Frage stellen, was das für Agenden es sind, die solche Erhebungen in Auftrag geben und bezahlen.

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Telefonumfrage

    • Wieso sieht das BLOCKQUOTE hier so seltsam aus? Die Schrift ist größer als die des übrigen Kommentars und es ist optisch nicht abgesetzt.

  6. Sehr schöner Blogpost, danke!

    Gestolpert bin ich lediglich über den Vorwurf, dass “sich viele Politiker einen Dreck um wissenschaftliche Ergebnisse scheren”.

    So einfach ist es m.E. nicht. So wissen die meisten seriösen Politikerinnen und Politiker sehr genau, dass sie etwa von Wirtschafts-, Rechts- oder Gesellschaftswissenschaftlern sehr lautstarke, aber ebenso unterschiedliche “Ergebnisse” vorgetragen bekommen. Auch heute sehr umstrittene Energieträger wie zum Beispiel der Atomstrom hatten und haben ebenso wortmächtige “wissenschaftliche” Lobbys wie auch Gegner. Und wie war das doch gleich mit dem “Waldsterben” oder dem angeblich absolut dringenden Bedarf an Müllverbrennungsanlagen?
    https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/was-wurde-eigentlich-aus-dem-waldsterben/

    Aus einer ganzen Menge Erfahrungen heraus wage ich zu behaupten: Seriöse Politikerinnen und Politiker schätzen die Ergebnisse der Wissenschaften sehr und bemühen sich, auf dem Stand zu bleiben bzw. Fachleute in ihrer Umgebung verfügbar zu haben. Doch genau “deswegen” wissen sie längst auch um die Grenzen und Vorläufigkeiten der wissenschaftlichen Erkenntnisse und um die Versuchung auch aus den Wissenschaften selbst, “Ergebnisse” je nach Interessen- und Medienlage zu präsentieren.

    Kurz: Das angedeutete Bild von den edlen, von Irrtum und Interessen unbefleckten Wissenschaften einerseits und den stumpfen Politikern, die sich um die (!?) “Ergebnisse” dann doch nur “einen Dreck scheren”, entspricht nach meiner Erfahrung nicht den sehr viel komplexeren Tatsachen. Erwachsenes Vertrauen sollte m.E. auch immer einen gesunden Schuss Skepsis enthalten.

    • Nein, natürlich ist das ein überspitztes Bild und es wäre so pauschalisiert auch ungeheuer ungerecht. Ich habe den darunter liegenden Link ganz bewusst gesetzt.

      Ich hab das mal so umformuliert, dass es nicht so missverständlich und hart klingt.

      Danke für den Hinweis.

      Viele Grüße,
      Martin

  7. man sollte eher fragen:

    wie groß ist der Einfluss der Politik und Lobbys auf die Wissenschaft.

    Heute bekommt keiner einen Cent, wenn er nicht dem pauschaliertem Klima Alarm der Politik folgt, nur um dem voreiligem Irrsinn “große Transformation” die Hand zu geben.

  8. »Mein Fazit: Kopf hoch und weiter an einer verbesserten Wissenschaftskommunikation arbeiten!«

    Das wäre auch mein Fazit.

    Zu einer guten Wissenschaftskommunikation gehört sicherlich auch, dass die Kommentarfunktion in einem Blog zu wissenschaftlichen Themen offen bleibt. Und wenn sich mal zwei Leute vom Blog-Thema entfernen und einen kleinen Privatdiskurs führen sollten, wie kürzlich geschehen, dann genügt unter erwachsenen Menschen die Bitte, damit aufzuhören, und gut ist.

    Denn wenn man die Kommentarfunktion für alle schließt, verhindert man die Kommunikation mit dem Leser grundsätzlich, und das kann ja niemand wirklich wollen, der an einer „verbesserten Wissenschaftskommunikation“ interessiert ist.

    Stimmt’s, oder habe ich Recht?

    • Also, ich finde nicht, dass ich hier Wissenschaftskommunikation zum Wohle der Menschheit betreibe. Bei manchen Beiträgen zu Reizthemen habe ich gar keine Kommentare erlaubt, weil ich auf die Diskussion keine Lust hatte. Und warum ich mich von Dir in so einem herablassenden Ton belehren lassen muss, sehe ich nicht ein.

      Die Kommentarfunktion drüben im anderen Artikel ist aber wieder auf. Ich sehe ein, dass eine Ankündigung besser gewesen wäre.

  9. Danke für die Antwort!

    Und sorry für den „herablassenden Ton“, der war meinem Ärger geschuldet.

    Im Übrigen finde ich schon, dass Dein Blog ein wenig zum Wohle der Menschheit beiträgt. Wäre es anders, wäre ich nicht hier.

  10. Moin Moin,
    hiermit möchte ich meine Sichtweise zu “Vertrauen in die Aussagen der Wissenschaft“ darlegen, insbesondere hier zu “erneuerbare Energien“ und “grüne Gentechnik“.
    In den 50ern und 60er Jahren war es den Leuten egal woher der Strom kommt, Hauptsache er kam aus der Steckdose. In den 70ern gab es die sogenannten Alt 68er, die mal kräftig übers Knie gelegt werden sollten. Anfang der 80er gab es zwar ein paar „Grüne Spinner“ und „Langhaarige Steineschmeisser“, doch konnte erst die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl zu einem Umdenken in der breiten Bevölkerung hin zu erneuerbarer Energie stattfinden. Seit Fukushima hat die Atomlobby zumindest in Deutschland ihren Einfluss verloren. Deshalb kann ein recht hohes Vertrauen zu den Aussagen der Wissenschaft zu erneuerbaren Energien nicht nur „gefühlt“ wahrgenommen werden.
    „Erneuerbare Energien“ nutzen Ressourcen, welche natürlich vorhanden sind. Hier besteht der Vorteil, dass diese natürlichen Ressourcen sich schon viele Jahrhunderte bewährt haben.
    „Grüne Gentechnik“ dagegen muss sich von vornherein gegen die Tatsache wehren, das hier eine Manipulation von Erbgut stattfindet. Alleine schon das Wort Manipulation in Verbindung mit Erbgut lässt die Bevölkerung aufhorchen und initiiert Angst. Manipuliert werden wir jeden Tag mehr oder weniger durch Medien, Werbung und soziale Netzwerke. ( ich differenziere mittlerweile soziale Netzwerke in 2 Kategorien. Früher waren unsere sozialen Netzwerke Familie, Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen, welche ich jetzt persönliche Netzwerke nenne. Die heutigen sozialen Netzwerke (Facebook, Twitter und Co.) nenne ich unpersönliche Netzwerke. ) Hier wird aber am Erbgut manipuliert, auch wenn es nur bei Pflanzen ist, doch bleibt die Angst, über die Pflanzen werde ich persönlich manipuliert. Da die „grüne Gentechnik“ bis heute nicht in der Wüste Getreide gedeihen lassen kann, ist es in der breiten Bevölkerung weiterhin ein „Teufelszeug“, womit keiner in Verbindung kommen möchte. Die Industrie glänzt ( für die Bevölkerung gefühlt ) nur durch riesige Erträge bei den Bilanzen und Aktiengewinnen. Der „Heilige Gral“ , wie dieses von der Industrie propagiert wird, existiert nicht und wird nicht durch die negativ Berichterstattung nicht nur aus den „armen“ Ländern bekräftigt.
    Wieso sollte also die „grüne Gentechnik“ besser abschneiden, als die „erneuerbaren Energien“. Mich wundert, dass es trotzallem immerhin noch 17% der Bevölkerung sind.

  11. Ein sehr interessanter Artikel, Herr Ballaschk! Auf jeden Fall eine Thematik, die viele Fragen aufwirft, die den Einzelnen zum Nachdenken anregen. Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. 3 sehr hochkomplexe Systeme, die man versucht zusammen zu bringen.

    So haben jedes dieser Systeme sich im Laufe der Zeit stark geändert und entwickelt. Nicht zu vernachlässigen ist die Tatsache, dass Wissenschaft, Politik und Gesellschaft nah miteinander in der Realität verknüpft sind. Ohne Gesellschaft braucht man keine Politik, und wer sollte die Wissenschaft voran bringen, wenn keine Gesellschaft hätte?
    Als stark interessierte Einzelperson hat mich schon immer die Wissenschaft am meisten gereizt. Die neuen Entdeckungen, oder wenn für viele Jahre geltende Thesen widerlegt werden… oder wenn Naturphänomen erklärt werden können. So habe ich mich erst vor kurzem näher in das Thema Magnetismus eingelesen und versucht die tiefergehende Zusammenhänge zu verstehen. Ohne den Geist der Wissenschaft wäre es uns nicht möglich die verschiedenen Kraftwirkungen zwischen den Magneten zu erklären. Und heutzutage gibt es Magnete in den verschiedensten Formen. Privat finde ich eine Magnetfolie sehr hilfreich und hilft mir meine Tages- und Wochenabläufe zu regeln und strukturieren.
    Somit trägt auch die Gesellschaft Vorteile von den Erkenntnissen und Entdeckungen der Wissenschaft.

    Wie gesagt: höchst spannend! Ich möchte mit meinen Gedanken und Aussagen noch ein Ende finden und bedanke mich hiermit recht herzlich für den gelungenen Artikel.

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