• Von Dierk Haasis
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Dichterische Masturbiermasse

BLOG: Con Text

Wörter brauchen Gesellschaft.
Con Text

Ich weiß nicht, ob die arte-Redaktion bei ihrer Programmplanung dachte, diesmal müsse Philip Roth doch endlich den Nobelpreis für Literatur erhalten. Bekanntlich hat er das wie seit Jahren wieder nicht. Roth gehört zu einer Handvoll lebender – das ist für den Nobelpreis nicht ganz unwichtig, Tote bekommen ihn nicht – US-Schriftsteller, die jedes Jahr als potenzielle Preisträger genannt werden. Aus autobiografischen Elementen webt er einen oft urkomischen Teppich, der die kleinen und großen Probleme und Unzulänglichkeiten der US-Mittelschicht gleichzeitig dokumentiert und satirisch aufs Korn nimmt.

Vielen Lesern und vielleicht auch dem einen oder anderen nur vage an US-Literatur Interessiertem ist er vor allem durch seinen Roman Portnoy’s Complaint bekannt, in dem die Hauptfigur, Alexander Portnoy, sich ausführlich mit sich selbst beschäftigt – gerade beim Sex. Gestern Abend hat arte den Meister selbst und einige seiner Verehrer, Freunde, Bekannte reden lassen. Das ganze steht auf arte+7 noch etwa eine Woche zum Anschauen bereit.

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Nach dem Abitur habe ich an der Universität Hamburg Anglistik, Amerikanistik, Soziologie und Philosophie studiert. Den Magister Artium machte ich 1992/93, danach arbeitete ich an meiner Promotion, die ich aus verschiedenen Gründen aufsteckte. Ich beschäftige mich meist mit drei Aspekten der Literatur: - soziologisch [Was erzählt uns der Text über die Gesellschaft] - technisch [Wie funktioniert so ein Text eigentlich] - praktisch [Wie bringen wir Bedeutung zum Leser] Aber auch theoretische Themen liegen mir nicht fern, z.B. die Frage, inwieweit literarische Texte außerhalb von Literatur- und Kunstgeschichte verständlich sein müssen. Oder simpler: Für wen schreiben Autoren eigentlich?