Tag 14 – Häschen in der Grube und der Hüne vom Galgenberg

von Achim Raasch
 
Jeden Tag ist Amanda schon vor dem ersten Hahnenschrei auf den Beinen und bereitet für alle im Haupthaus liebenswerterweise das Frühstück vor. Sie ist auch immer mit die Erste am Bauwagen und auf dem Galgenberg. Doch heute erwartete sie dort oben schon Mario, der gestern schon mit Pedelec und Hängematte angereist war, um quasi das Grabungsareal über Nacht zu bewachen. 
 
Fleißig wurde sich ans Tageswerk gemacht. Die Zeit drängte, denn es musste bis zum offiziellen Abbruch der Zelte am Freitag noch viel freigelegt und dokumentiert werden.
 
Während sich Sebastian, Romy und Claire im “Basiscamp” um die Doku kümmerten und zwischenzeitlich auch für eine wilkommene Erfrischung in Form von Eis am Stil sorgten, bearbeiteten Amanda, Michėl und David die Knochengruben im vorderen Bereich. Dort kam noch ein weiterer Schädel zum Vorschein. David legte mit der Spitzhacke noch zwei Wackersteine aus seiner Schnitterweiterung frei. Schöne Befunde zwar, die allerdings wieder Mehrarbeit bedeuteten.
 
Während Volker und Ronny sich mit der Grube von Streufunden im hinteren Bereich beschäftigten, war Marcus komplett in seiner Kalkgrube verschwunden und grub sich bis nach Neuseeland durch. Er machte erst halt, als er das Ende der im Schnitt deutlich angezeigten Knochengrube erreicht hatte. Häschen in der Grube mal anders.
 
Leider musste Clara uns heute verlassen. Dafür kam Lena wieder zurück, die uns schon in der ersten Woche unterstützt hatte.
 
Dem gestern entdeckten hölzernen Sarg näherte man sich indes zu dritt. Anton, Achim und Reentry Lena legten die aufgeweichten Segmente eines nahezu komplett erhaltenen Sargdeckels frei, der sich wie eine Decke an die Gebeine eines stattlichen Individuums schmiegte. Liegt hier wohl der Hüne vom Galgenberg? Wir sind gespannt, was uns unter dem Deckel erwarten wird. Ob wir das vor Grabungsschluss noch erfahren werden?
 
Matthias alias Raaschi legte neben der “gechillten Dame” ein Schnitterweiterung an, die zunächst wie ein Kartoffelacker anmutet.
 
Dann gab es noch verschiedene Besucher wie z.B. den Autor Thomas Wozniak, der einige kostenfreie Exemplare zweier Bücher da ließ und den Direktor des Gefängnismuseums, der uns eine große Runde sponserte. 
 
Marita delegierte souverän die Arbeiten und führte unsere Besucher jeweils mit einer kleinen persönlichen Führung übers Gelände.

 

Raaschi I. gräbt einhändig den Acker um

Häschen in der Grube.

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Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

2 Kommentare

  1. Meine Frau wollte sich die Grabungen mit unserer Tochter am Mittwoch mal anschauen und wurde von der sehr unfreundlichen Leiterin quasi weggescheucht. Das kennen wir von unserem Kreisarchäologen aber anders. Nicht gerade schön!

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