Kaffee-Kuchen-Knochen

Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten uns müde Archäologen wach. Leicht kränkelnd, aber dennoch motiviert, lauschten wir Maritas “Morning Call”. Die Sondagen sollten vertieft und für Fotos und Zeichnungen geputzt werden. Die in Sondage 9 Ex-W gefundenen Knochen wurden umfassend freigelegt. In der gegenüberliegenden Sondage Ex-O wurden neue Knochen gefunden und dokumentiert.
Die Frühstückspause wurde mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen von Herrn Bülke bereichert – wir brauchen unbedingt die Rezepte, besonders vom Eierlikörkuchen!. Gestärkt ging es weiter. Es wurde fleißig gezeichnet und gemessen. Der eine oder andere entdeckte bei der Beschreibung der Farbe des Bodens seinen inneren Picasso, und die “Zartbitter-Erde” wurde entdeckt. Dann war Mittagspause. Die Erholung war dringend nötig, da die Hitze das Arbeiten zunehmend erschwerte. Auch bei den Fotoaufnahmen hatten wir mit der Sonne zu kämpfen. Als einziges Mittel standen uns Klappschirme zur Verfügung, die ihrem Namen alle Ehre machten und uns immer wieder darin verschwinden ließen. Am Ende des Tages wurden alle Funde abgedeckt und warten nun darauf morgen weiter bearbeitet zu werden.

Erik und David

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Dozentin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Dass Archäologie in Medien ein Platz eingeräumt wird, ist wichtig für ein Fach welches sich stets legitimieren muss, aber warum bekommt man im Spektrum-Feed täglich ein Update von einer X-Beliebigen Lehrgrabung? Ist das wirklich relevant (insbesondere für fachfremde Personen)? “Heute gab es Kuchen”, “Heute haben wir leider keinen Kaffee getrunken, aber die Sonne schien so schön”, “Heute haben wir einen (!) Knochen gefunden” (gut, es ist ja auch kein Gräberfeld), “Heute haben wir süße Kröten gesehen”. Ich mach mir sorgen, dass einige Abonnenten der Seite eher genervt werden. Stefan hatte übrigens im Artikel “Tragt die Erde ab” recht, Sicherheitsschuhe sollten schon sein!

    • Die Tagebücher werden von Studenten geschrieben, vordergründig sollen sie eher eine Art Grabungseindruck vermitteln. Ihre Berichte dienen an dieser Stelle ausschließlich dazu, die Stimmung einer Grabung und ihre persönlichen Empfindungen auszudrücken. Dies gelingt unterschiedlich. Ich werde die Berichte auch nicht zensieren oder korrigieren, dies würde nur verfälschen.

      Für fachliche Aufarbeitung ist während der Laufzeit der Grabung auf diesem Blog gar keine Zeit – und das auch nicht mein Anliegen.

      Eine fachliche Abhandlung zu den Grabungsergebnissen, das wissen Sie sicher aus den vergangenen Blogs, erfolgt immer im Nachgang zu den Ausgrabungen in den Wintermonaten. Warum erst dann? Aufarbeitung, Auswertung und Interpretation der Befunde und Funde ermöglichen das Erzielen von grundlegenden Resultaten. Diese auf der Grabung noch unsicheren Arbeitstheorien hier schon während der Grabungskampagne im Blog zu streuen, zeigt unwissenschaftliches Arbeiten ohne sichere Fundamentierung an.
      Aus diesem Grund möchte ich Sie einladen, doch dann einfach in den Wintermonaten vorbei zu schauen, wenn es Ihnen ausschließlich um fachliche Informationen geht.
      Beste Grüße
      Marita Genesis

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