Der Tag danach

Der zweite Tag unserer Lehrgrabung begann unsanft, nachdem viele von uns durch grelle Weckertöne aus ihrem wohlverdienten Schlaf gerissen wurden. Nach einer kurzen Dusche und einem morgendlichen Häppchen waren die meisten Teilnehmer jedoch wieder fit und munter. Unmittelbar danach ging es wieder zurück an unseren Ausgrabungsort, dem Galgenberg.

Angekommen auf dem Hügel erwartete uns zunächst der Anblick unseres gestrigen Schaffens, welcher recht imposant war, wenn man bedenkt, dass wir alle noch nie an einer solchen Ausgrabung teilgenommen haben.

Der Elan war plötzlich zurückgekehrt und so machten wir uns wieder daran, unsere Planquadrate von der oberen Erdschicht mittels buddeln und kratzen zu befreien, so manch einer hatte dabei auch mit dicken, fiesen Wurzeln zu kämpfen. Nach kurzer Zeit merkten einige, dass der vorherige Tag mit all seinen Anstrengungen seine Spuren hinterlassen hatte. Muskelkater der besonders schweren Art in Rücken und Armen erschwerten die Arbeiten zusätzlich, jedoch trieb uns die Hoffnung auf einen bedeutenden Fund weiter an. Die ersten Funde ließen auch nicht lange auf sich warten. Urzeitliche Keramikscherben sowie mittelalterliche, handgeschmiedete Metallschnallen waren der Lohn für die harte aber schöne Arbeit. Einige Zeit später hatten die ersten Grüppchen bereits ihre Planquadrate freigelegt, so dass sie mit dem Vermessen und Aufzeichnen alter Pflugspuren beginnen konnten. Diese Arbeit erforderte mehr Geduld und Konzentration als ursprünglich angenommen und nahm vor allem Zeit in Anspruch.

Plötzlich machte sich Verwirrung breit, als einige „Graber“  in einem unserer Quadranten ein altes, verrostetes Rohr freilegten – scheinbar ein altes Abflussrohr, welches Agrarzwecken diente, vielleicht aber auch nur Müll.

Nach einer kurzen Mittagspause und einem kleinen Anflug von Mittagsmüdigkeit richtete sich der Fokus nun auf andere Flächen, in denen stichprobenartig tiefere Gruben ausgehoben werden sollten. Es wurden die letzten Kräfte mobilisiert und das Ergebnis waren mehrere Löcher und eine Menge weitere Funde, welche Ergebnisse diese Gruben wiederum liefern, wissen wir noch nicht. Hoffen wir, dass sie uns zu dem führen was wir alle finden wollen: Hinweise auf mittelalterliche und neuzeitliche Strafvollstreckung.

 

Danilo

 

Erstes technisches Zeichnen………………..Kratzen ist  manchmal mühsam……………..was war die letzte Zeichennummer???

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Dozentin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

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