Dein Baum! und andere Funde im PQ 14

Liebe Szene,

mit jedem voranschreitenden Meter steigt die Moral der Truppe. Die Kameradschaft in den Gräben ist unübertroffen.  Nachdem der Tag wie immer ein wenig hektisch begonnen hatte, wurden auf der Grabung vorerst die Fundstücke gereinigt und in der Sonne zum Trocknen gelegt.

Parallel dazu  wurde ein beinah ganzes Gefäß in Planquadrat  14 zu Tage gegraben und gekratzt, nachdem unsere Gruppe bereits  gestern Teile des Gefäßes im Boden gefunden hatte.   Auch wenn der  Fund nicht aus dem erhofften Zeitalter stammt war,  löste er dennoch Glücksgefühle aus. Anschließend wurde das Gefäß vorsichtig vom Sand gelöst und transportfähig verpackt.

Bereits am Dienstag fanden wir in Planquadrat 8 Teile einer Urne,  Leichenbrand und Knochenstücke. Diesmal wurde ebendieses Planquadrat erweitert, da wir in mehreren Sondagen  Spuren einer Baugrube ausmachen konnten, die möglicherweise zur Anlage des Gerichts gehört. Somit mussten wir uns alle ein weiteres  Mal motiviert auf unsere Spaten und Schaufeln stürzen, um den durchwurzelten Boden zu durchgraben..

Der Baumstumpf in Planquadrat 14, der unseren  vom Graben ausgelaugten Körpern schon seit Tag  1 zu schaffen machte, konnte heute mit gemeinsamer Kraft endlich aus dem Boden gezerrt werden. Ein weiterer Erfolg!

Als gleichermaßen ungewohnte wie erfreuliche Abwechslung durften einige Eifrige aus unserer Gruppe ein wenig früher die Grabungsstelle verlassen und das Archiv der Stadt Perleberg besuchen. Dort hatten wir die Möglichkeit, uns einige über Jahrhunderte alte Bücher anzuschauen, unter anderem  Protokolle aus dem Gericht Perlebergs, der Stadtverwaltung sowie auch Artikel zu Hexenprozessen der Stadt.

Diese Entführung aus unserer Routine am Grabhügel wurde abgeschlossen mit einer Führung durch die Stadt, an der dann auch alle Grabungsmitglieder vereint teilnahmen. Wir hatten die Möglichkeit ein wenig über die Geschichte Perlebergs zu hören und auch wichtige Gebäude der Stadt, wie Rathaus und Kirche zu beäugen. Interessant und spritzig hat sich die Tour Herr Riedel vom Stadtmuseum Perleberg für uns ausgedacht – danke!

Und somit geht ein weiterer Tag unserer Grabung zu Ende und wir alle hoffen auf einen guten Freitag, der leider für einige von uns auch der letzte Grabungstag sein wird.

Sarah O.

Wurzelangriff!

Bergung prähistorischer Gefäße. Bronzezeitliche Grabhügel unter den Richtplätzen der Neuzeit sind bislang bereits archäologisch nachgewiesen (Hauer: Hundisleben; Genesis: Bad Belzig, Alkersleben), allein die Ursache für diesen Zusammenhang wird noch kontrovers diskutiert. Handelt es sich um tradierte Überlieferung und damit absichtliche Nutzung der “heidnischen” Grabhügel oder steht dabei lediglich die Geländeerhebung im Vordergrund und die prähistorische Nutzung fällt eher zufällig mit der Nutzung als Galgenhügel zusammen?

In anderen PQ’s ging es heute weit weniger anstrengend zu….

 

Zu meiner Person: Dr. phil., Historikerin/Archäologin M.A. Dozentin an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) Schwerpunkt: Rechtsarchäologie, archäologische und historische Richtstättenerfassung

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