Ostergruß

Folgende christliche Glaubensüberzeugungen sind für einen gebildeten und vernünftigen Menschen inakzeptabel:

  • Eine Frau wird schwanger und gebiert einen Jungen ohne sexuelle Zeugung und Empfängnis, d.h. unter Bewahrung ihrer Jungfräulichkeit.
  • Jemand verwandelt Wasser in Wein, zudem in Wein hoher Qualität.
  • Jemand verflucht einen Baum, und dieser verdorrt auf der Stelle.
  • Jemand heilt von einer auf die andere Sekunde eine (organisch bedingte) Epilepsie, Blindheit, Taubheit, Lähmung oder Hauterkrankung durch Zuspruch und eventuelle rituelle Reinigungshandlungen.
  • Jemand geht ohne technische Hilfsmittel barfuß über einen See.
  • Jemand befiehlt einem Sturm still zu sein, und der Sturm legt sich sofort.
  • Jemand kann durch Teilen aus fünf Broten und zwei Fischen für Hunderte oder gar Tausende von Menschen eine sättigende Mahlzeit zubereiten.
  • Jemand kann einen Toten zum Leben erwecken. Er kann dies sogar fernmündlich bewirken.
  • Jemand ist selbst wirklich verstorben und tritt später mit einem verwandelten Astralleib auf, der einerseits mit Fingern berührt und angefasst werden kann, der andererseits aber die Fähigkeit besitzt, durch geschlossene Türen und Wände in einen Raum einzutreten; der Begriff „Verwandlung“ des früheren, irdischen Leibes, der für eine minimale Zeit eine Leiche war, impliziert dabei logischerweise das Fehlen der Leiche des Verstorbenen nach dessen Verwandlung in einen Astralleib, also ein leeres Grab.
  • Jemand fährt vor den Augen von Zeugen ohne jegliche Hilfsmittel in den Himmel hinauf und entschwindet dort für immer.
  • Infolge eines Gebetes kommt es zur Heilung einer medizinisch unheilbaren Krankheit.
  • Physikalisch-reale Fernwirkungen von Gebeten im Hinblick auf Ereignisse, Krankheiten usw.

Was immer der geistige Gehalt des christlichen Glaubens  sein mag: Es muss klar sein, dass solche im Neuen Testament beschriebene Ereignisse niemals wirklich stattgefunden haben und dass niemand die behaupteten paranormalen Fähigkeiten wirklich besitzt, und zwar aus dem schlichten Grund, dass dies alles unmöglich ist. Jeder, der glaubt, dass Jesus tatsächlich über entsprechende paranormale Fähigkeiten verfügt hat, befindet sich in einer Glaubenstrance. Er verweigert hinsichtlich eines (nicht unbedeutenden) Teils seines Denkens der kritischen Vernunft den Zugang.

Folgende Deutungen biblischer Phänomene wären mit der Vernunft vereinbar:

  • Die Naturwunder einschließlich der jungfräulichen Geburt müssen literarisch gelesen werden. Mit poetischen und seinerzeit kulturell verankerten Metaphern wird die besondere Rolle und Bedeutung des Menschen Jesus hervorgehoben. Diese Texte als realistische, historische Berichte zu lesen, wäre ein Kategorienfehler. – Seitens der Kirche/n wurde jedoch nie klar und eindeutig konstatiert, dass es sich bei den Naturwundern nicht um reelle Phänomene und Ereignisse handelt, dass die entsprechenden Texte also literarisch gedeutet werden müssen.
  • Die Heilungswunder könnten einen historischen Kern haben, insofern sehr ähnlich anmutende Krankheitsbilder als funktionelle oder psychogene Störungen bis heute bekannt sind und sogar mit erheblicher Prävalenz auftreten. Z.B. leiden ca. 10-30% unserer Patienten in der Bonner Klinik für Epileptologie ausschließlich oder zusätzlich zu gesicherten epileptischen Anfällen an psychogenen nichtepileptischen Anfällen (PNES), welche suggestiv ausgelöst werden und auch (in Grenzen) durch Aufklärung und Gespräch therapiert werden können (oft im Rahmen einer Psychotraumatherapie). Die im NT berichteten Fälle einer Heilung von Epilepsie sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Fälle von PNES. Für die anderen oben genannten pseudoneurologischen Krankheitsbilder gilt dies ganz ähnlich. Für Hauterkrankungen ist die Erklärung – vor allem die hohe Geschwindigkeit der Heilung – kaum erklärlich (für Lepra unmöglich).
  • Bei vermeintlichen Erscheinungen des Auferstandenen könnte es sich um eine Wiederbegegnung mit dem Verstorbenen in Form von Erscheinungen nach seinem Tod gehandelt haben. Wiederbegegnungen mit Verstorbenen in Form von teils äußerst realistisch anmutenden Erscheinungen treten vermutlich häufiger auf als z.B. die viel diskutierten Nahtoderlebnisse. Sie sind zudem häufiger bei unerwarteten oder sehr konfliktbeladenen Todesfällen und sie treten eher in den ersten Wochen und Monaten nach einem Todesfall auf. Tatsächlich sind die Paulusberichte von Erscheinungen des Auferstandenen die ältesten Texte. Bei Paulus gibt es gar keinen Zweifel daran, dass es sich bei seinem Damaskus-Erlebnis um eine Vision handelte – nicht um die reale Begegnung mit einem wundersamen Astralleib, den man hätte anfassen können. Anders formulier: Paulus hätte sein Erlebnis nicht fotografieren können. Paulus reiht sich mit seinem eigenen Auferstehungserlebnis ganz ans Ende der Reihe der Auferstehungszeugen ein („Am Ende erschien er mir, der Missgeburt“). Interessanterweise gibt es bei Paulus keinerlei Andeutungen, dass beispielsweise die Apostel eine Erfahrung ganz anderer Art mit dem Auferstandenen gemacht haben sollen. Dies legt nahe, dass wir bei allen Auferstehungszeugen über Visionen des Auferstandenen reden, nicht über einen real auftretenden Auferstandenen mit einem wundersamen Astralleib, der schließlich in den Himmel auffährt; spätere Berichte in den Evangelien verwenden hier wieder eine Bilderwelt in einem literarischen Interesse, sie dürfen nicht als historische Berichte gelesen werden. – Man müsste seitens der Kirche/n klarstellen, dass Auferstehung als Verwandlung einer Leiche in einen Astralleib mit paradoxen physikalischen Fähigkeiten niemals stattgefunden hat, wiederum aus dem schlichten Grund, dass so etwas völlig unmöglich ist. Derjenige, der an eine reale Auferstehung und das Auftreten eines Astralwesens glaubt, verwechselt seine Glaubenstrance mit der historischen Realität und ist nicht bereit, das Licht der Vernunft in diesen tabuisierten Bezirk seiner grundlegenden Überzeugungen einfallen zu lassen.
  • Das Gebet ist eine besondere Form der Andacht und Meditation. Es ist eine besondere sprachliche Form nicht zuletzt des innigen Selbstausdrucks mit allenfalls wenigen Worten, manchmal wird es sogar schweigend ausgeführt. In Gemeinschaft kann dies ausgesprochen verbindend wirken. Im Gebet spricht der Betende sich selbst aus, nicht nur einzelne unverbundene Anliegen. Das Gebet kann auf den Betenden selbst eine sehr starke psychische Wirkung ausüben; es ist mindestens (!) eine vertiefte und sehr geordnete Form des Selbstgesprächs und der Reflexion, welche zum Beispiel dem pathogenen Grübeln klar vorzuziehen wäre. Dennoch würde z.B. eine Bitte wie „Gott, lass es morgen nicht regnen!“ nichts an dem morgigen Wetter ändern können. Auch eine Einflussnahme auf Krankheitsentstehung und -verlauf usw. (über den Einfluss hinaus, den soziale Beziehungen und soziale Unterstützung auf einen Kranken ausüben können) ist vom Gebet selbst nicht zu erwarten. Es gibt tatsächlich keine Magie; Zauberei ist eine höchstunterhaltsame Kunst, in der jedoch durchweg mit Täuschung und Ablenkung, also mit Tricks gearbeitet wird.

Wenn das, was der Mensch Jesus zu sagen hatte oder wofür er gelebt hat, uns heute aus guten Gründen nicht mehr überzeugen könnte (z.B. ethisch oder ontologisch oder wie auch immer), dann würde eine vermeintliche Wundertätigkeit Jesu und auch seine vermeintlich reale Auferstehung daran gar nichts ändern können, weil diese skurrilen Fähigkeiten und Ereignisse die Ebene der Gründe, die unsere Ablehnung begründen, gar nicht berühren würden.

Umgekehrt würde Paranormales nichts zur Akzeptanz beitragen (es wäre vielleicht sogar eher abträglich), wenn wir bereits gute Gründe hätten, alle oder einzelne von Jesus vertretene Auffassungen unsererseits zu vertreten oder praktisch umzusetzen.

Nun funktioniert Glaube aber nicht so vernünftig. Praktizierter religiöser Glaube ist immer wieder das Eintreten in einen Zustand leichter Trance, mit kritikgemindertem, stark auf Erleben und Bildhaftigkeit ausgerichtetem Denken; hintergründig wird diese Trance von Gläubigen immer aufrechterhalten. Die im Privaten erlebte Trance ist in ihrer Erlebniskraft nicht annähernd vergleichbar mit einer im Öffentlichen erlebten und quasi durch Andere bestätigte Trance; das ist keinesfalls nur ein religiöses Phänomen, sondern das sieht man auch bei eingefleischten Fußballfans usw. Die leichte Trance und die aus der Kritik- und Komplexitätsminderung resultierende Gewissheit ist der eigentliche Gewinn des Glaubens. Diese Trance ist auch der Angriffspunkt für die „Verletzung religiöser Gefühle“ durch Satire usw., weil eine radikale Umdeutung der religiösen Bilder durch neue assoziativ wirkende Bilder mit starker Suggestivkraft, die Trancefähigkeit nachhaltig beeinträchtigen und sogar zerstören kann – man kriegt die neuen Bilder nicht mehr aus dem Kopf, die Kritik hat sich in den Glauben hineingefressen, die Trance und das hingebungsvolle Erleben wollen sich dann einfach nicht mehr einstellen.

Aus einer rein diskursiv-kritischen oder wissenschaftlichen Perspektive betrachtet gilt in 99% aller Fälle, dass Glaube und Religion entweder (1) zutreffende Aussagen vertreten, die sich jedoch bei näherer Betrachtung als im Grunde völlig trivial erweisen, oder aber umgekehrt (2) überraschende und nichttriviale Positionen vertreten werden, die sich bei näherer Betrachtung jedoch praktisch immer als falsch erweisen. Die Theologie nimmt hier eine sehr eigenartige Rolle ein und sitzt zwischen allen Stühlen. In fast allen kritischen Fragen ist die Spannung bzw. Inkompatibilität zwischen religiös und kirchlich Praktizierenden einerseits und theologischen Auffassungen andererseits wesentlich stärker ausgeprägt als die Spannung zwischen Theologie und populären religionskritischen, ja sogar dezidiert atheistischen Positionen. Die Trance des praktizierten Glaubens, die ungestört sein will und muss, und die kritische und zweifelnde Theologie – das geht nicht gut zusammen; im Grunde sind es zwei inkompatible Wege der Existenzbewältigung.

Religion zu praktizieren ist damit eine persönliche Erlebnismöglichkeit wie viele andere auch (z.B. Kino, Fußballstadion, Konzert usw.). Ihre wesentliche Dimension ist weder ontologisch (wie ist die Wirklichkeit beschaffen?) noch ethisch (wie sollen wir handeln?), sondern ästhetisch – und damit ist Religion eine Frage des persönlichen Geschmacks, d.h. dann auch eine Frage der frühen familiären Prägung und der kulturellen Sozialisation. Geschmäcker sind aber verschieden und werden es immer sein. Religion kann auch den Geschmack nichtreligiöser Menschen zutiefst verletzen (z.B. ein Kreuz mit dem Gekreuzigten im Krankenzimmer eines Kinderkrankenhauses). In dem genannten ästhetischen Sinne wäre Religion ethisch genauso neutral wie die Frage, ob man lieber in ein Rock-, Jazz- oder klassisches Konzert gehen soll: Das ist ganz einfach gar keine Frage der Ethik! Der Wunsch nach Aufrechterhaltung der Glaubenstrance wird bei Religiösen letztlich immer stärker ausgeprägt sein, als der Wunsch nach vernünftig begründeten Lösungen für das gedeihliche Zusammenleben sehr verschiedenartiger Menschen. Die religiöse Bilderwelt hat auch keinerlei Mühe sich zu konträren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen auf Distanz zu halten, indem sie sich in die Imagination zurückzieht. Wenn man sich vorstellt und fest daran glaubt, dass eine Zitrone wie ein süßer Apfel schmeckt, dann schmeckt sie tatsächlich so.

Religion ist natürlich nicht einfach Hypnose – es fehlt die formelle Induktion usw. – aber die Hypnose bzw. die hypnotische Dissoziation oder Trance liefert mindestens metaphorisch oder psychologisch die entscheidenden Momente für eine Analyse praktizierter Religiösität. Dazu passt, dass auch die meisten paranormalen Ereignisse, Fähigkeiten oder Erlebnisse, die dem Glauben in der Überlieferung erst die erforderliche Empirie liefern (also z.B. Wunderberichte im NT), Resultat dissoziativer, d.h. pseudohypnotischer Vorgänge sind. Das „Erwachet!“ aller Religionen ist demnach die Aufforderung und Einladung, in eine entlastende Trance einzutreten, in die Illusion eines „als ob“: als ob man mehr wüsste als andere, als ob man ein besserer Mensch wäre als andere, als ob man mehr bewirken könnte wo andere längst am Ende wäre, als ob man vor den Unwägbarkeiten und Fehlern des Lebens besser geschützt wäre usw. Tatsächlich trifft natürlich nichts davon zu. Meistens steht diese „als ob“-Existenz einer kompetenten und effizienten Bewältigung anstehender Probleme sowie der Entwicklung brauchbarer Fähigkeiten im Wege. Gibt man die religiöse Trance irgendwann doch auf, fehlt einem allenfalls ein vertrautes ästhetisches Moment, sonst nichts, insbesondere keinerlei echte Fähigkeiten und Wirkungen (weil das Religiöse nie wirklich gewirkt hat). Dennoch gibt es manchmal ein böses Erwachsen, wenn man im Nachhinein erkennt, wie viel Zeit oder andere mögliche Erfahrungen man zugunsten religiöser Erlebnisse und Illusionen verschwendet hat – letztlich vermutlich aus kindlicher Angst –, statt sich mutig und entschlossen auf das reale Leben als Erwachsener einzulassen.

Auf der Erwachsenenebene lässt sich sicher über die eine oder andere Position Jesu trefflich streiten, aber so einfach wie Religiöse sich das alles vorstellen bzw. wie sie es gerne hätten, ist es (leider) ganz bestimmt nicht.

Veröffentlicht von

Meine Name ist Christian Hoppe. Ich bin erst während meines Theologiestudiums (Diplom 1993) auf die Neuropsychologie gestoßen (Diplom 1997, Promotion 2004, Habilitation 2016) und hatte gleich das Gefühl, dass die Frage, wie Gehirn und Geist zusammen gehen, sehr viel mit der Frage zu tun hat, wie Gott und Welt zusammengehen. Ich freue mich auf angeregte und anregende Diskussion! Christian Hoppe

82 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Christian Hoppe,
    99 % der Portugiesen sind römisch-katholisch. Glauben Sie, dass die alle unvernünftig sind und nur Sie haben die richtige Einsicht?

  2. Sie schreiben: Dennoch gibt es manchmal ein böses Erwachsen, wenn man im Nachhinein erkennt, wie viel Zeit oder andere mögliche Erfahrungen man zugunsten religiöser Erlebnisse und Illusionen verschwendet hat
    Als Muslim würden sie mit einer solchen Aussage ihr Leben riskieren, als heutiger Christ formulieren sie nur, was bereits die Mehrheit denkt.
    Das zeigt für mich, wie weit die Lebenswelten von Menschen verschiedener Kultur und Religion heute auseinanderliegen können. Doch nur wenige sind sich dieser Unterschiede voll bewusst und nur wenige treten auch dann für Religions- und Glaubensfreiheit ein, wenn dies negative Konsequenzen für sie selbst hätte.

  3. Dieser Text ist geschrieben aus einer Haltung, nach der der metaphysische Materialismus sozusagen gesetzt ist, und demnach alle weiteren sogenannten religiösen Fragen entweder bereits für materialistisch beantwortet zu betrachten sind oder bloß dekoratives weltanschauliches Beiwerk darstellen oder auf Geistesstörungen hinweisen.

    Da hat natürlich jemand trotz Diplom komplett das Wesen des Religiösen nicht erfasst.

    • @ Kommentatorenkollege ‚fegalo‘ :

      Das Religiöse lässt sich womöglich gut als spezielle Rückbindung, auch Religion genannt, auf eine bestimmte Esoterik (etwas für Eingeweihte) verstehen, die durch einen esoterischen Glaubensentscheid anzunehmen ist und in der sog. überempirische Akteure eine besondere Rolle spielen.

      Das Religiöse muss nicht falsch sein aus exoterischer, moderner skeptizistischer naturwissenschaftlicher Sicht, wenn es kohärent ist, in sich widerspruchsfrei.

      Die Exoterik steht neben der Esoterik, Widersprüchlichkeit eingeschlossen, auch die Exoterik ist nicht richtig (sondern eine oder Die angemessene Methode (wissenschaftlich) Erkenntnis zu gewinnen).

      Es ist möglich Exoteriker und Esoteriker gleichzeitig zu sein, bspw. auch die Menschheitsgeschichte, die Evolutionsgeschichte / Evolutionstheorie meinend.

      Zudem ist jeder auf gewissem Gebiet regelmäßig bis zwingend Esoteriker und zwar genau dort, wo die Exoterik, die wissenschaftliche Methode, zurzeit noch schlecht oder gar nicht greift.
      Beispiele können sich gedacht oder könnten genannt werden.

      MFG + schöne Ostern!
      Dr. Webbaer (der sich bei Ihnen für eine kleine Wutrede kürzlich noch entschuldigen möchte, Kommentatorenkollege ‚fegale‘)

      • Die Annahme von überempirischen Akteuren ist weder Voraussetzung noch Alleinstellungsmerkmal des Religiösen. Denn auch das hartnäckige Bestreiten überempirischer Akteure kann religiöse Züge annehmen, wenn es nämlich tief gläubig und missionarisch betrieben wird. In der von mir geliebten, zum zweiten Mal im Untergang begriffenen Kultur des Abendlands wurde der Zugang zur Welt schon vor geraumer Zeit von gottesfürchtigen Männern in die Bereiche eingeteilt, die man rational erkennen kann – vulgo als Wissenschaft bezeichnet, welche seit über 300 Jahren den systematischen Gebrauch der Erfahrung einschließt – und die Bereiche, die sich diesem Zugriff entziehen. Die Angelegenheiten, die das betrifft, werden landläufig als metaphysische bezeichnet. Von denen kann man einige auch beiseite lassen, andere wiederum sind, um mit Kant zu sprechen, dem Inhalt und der Art nach so beschaffen, dass der Verstand sie nicht abweisen kann. Wenn wir unter diesen diejenigen nehmen, auf die wir – ob bewusst oder nicht – mit unserem Verhalten und unserer inneren Haltung ständig Antworten geben, gelangen wir ins Reich des Religiösen.

        Die wichtigste Frage ist dabei die nach der Existenz Gottes, und wenn ja, von welcher Art ist er? Dabei geht es genau nicht um die Frage nach der Existenz eines überempirischen Akteurs, als nach einem weiteren Bestandteil der Welt wie etwa die Russellsche Teekanne oder unsichtbaren Einhörnern, die ich ceteris paribus dem Inventar der Welt einfach hinzufüge oder eben weglasse, sondern es geht um die Beschaffenheit der Welt insgesamt mit allen Konsequenzen für die eigenen Existenz bis über den Tod hinaus. Die Vermutung oder besser: Intuition des Religiösen besteht darin, dass der Grund der Welt eine Art lebendiges Gegenüber ist, durch das ich selbst wahrgenommen werde, und zu dem ich irgendeine Art von Kontakt aufnehmen kann, sei es durch Opfer, Ritual, Gebet, Abendmahl, Meditation etc. Die ultimative Absicht dabei ist der Wunsch, dem Untergang im Tod zu entkommen. Das ist vollkommen legitim und keine rationale Wissenschaft kann hier ein Jota zu der Frage beisteuern, ob eine solche Sicht der Welt „richtig“ oder „falsch“ ist.

        PS: Ich habe Ihre Entschuldigung natürlich registriert und nehme auch selbstverständlich an in dem von Ihnen gemeinten Sinn. Tatsächlich aber habe ich mich gar nicht über einen Wutausbruch Ihrerseits geärgert, sondern über die Verweigerung von argumentativer Diskussion. Ich finde, wir müssen uns schon die Mühe machen, unsere Gedanken und ihre Begründungen dafür dem Gegenüber auszubuchstabieren, und nicht einander rätselhafte Brocken hinwerfen in der Erwartung, der andere möge sich doch bitte meinen Kopf zerbrechen, Hauptsache, meiner privaten Kunstform der Selbstdarstellung ist Genüge getan.

        In diesem Sinne

        Frohe Ostern.

  4. Folgende Vorstellungen der neumodischen Physik sind für einen gebildeten und vernünftigen Menschen inakzeptabel:
    – Licht kommt mal als Welle, mal als Teilchen daher
    – Atome bestehen aus Teilen, die allein nicht existieren können. Will man sie trennen, wächst die Anziehungskraft.
    – Zwei Körper können zur selben Zeit am selben Ort sein.
    – Licht macht durch Einfluss der Gravitation eine Kurve.

    • Es gibt einen Unterschied zwischen „der Intuition widersprechend“ und „logisch inakzeptabel“. Klar ist die Physik des 20. Jhds nicht intuitiv. Leonard Susskind (und sicherlich auch schon andere) hat dazu ein wie ich finde schönes Argument formuliert: Unsere Gehirne sind evolutionär so entstanden, dass wir in der Welt „Meter, Sekunde, Kilogramm, 3 (bzw. 3+1) Dimensionen“ gut zurechtkommen und die in dieser Größenordnung ablaufenden Prozesse gut intuitiv verstehen können. Was aber keineswegs heißt, dass es nicht auf anderen Größenordnungen, in anderen Energiebereichen und auf anderen Zeitskalen Prozesse gibt, die von unserer Intuition nicht zu greifen sind. Dafür haben wir eben theoretische und experimentelle Hilfsmittel entwickelt. Delokalisierte Elektronen vorstellen – schwierig. Sie experimentell belegen und theoretisch beschreiben – kein Problem.
      Damit stehen all diese Probleme auf einem komplett anderen Blatt als die „Wunder“ des neuen Testaments o.ä., die jeglicher rationaler Erklärung entbehren.

  5. Also zumindest ich finde dass JHWH auch heute noch handelt.

    ZB..
    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/usa-scharfschuetze-chris-kyle-erschossen-a-881256.html

    Er haßt Gewalt.

    Daher durfte zB König David, eigentlich der Mann nach dem Herzen Gottes, seinen Herzenswunsch nicht erfüllen: den Tempel JHWH´s zu bauen.

    Begründung: „Du hast zu viel Blut vergossen“ (sogar in Kriegen für JHWH!).

    PS ziemlich arrogant wenn man sich auf was verläßt das sich noch voll im Bereich „glauben und raten“ befindet.
    Die Fragen in der Wissenschaft werden immer noch stark mehr als weniger.

  6. PS

    Gott/JHWH sei Dank bietet uns das Gebet von Jesus am Kreuz noch immer leicht die Möglichkeit, genug „Demut“ (heißt eigentlich nur Realismus) vorausgesetzt, uns mit unseren menschlichen Grenzen zu entschuldigen: „Vater vergibt ihnen denn sie wissen nicht was sie tun“.

    PS2 die jüdische Tradition bestätigt eigentlich, ok, leider eher ungewollt, die biblischen Angaben.

    ZB in „Toledot Jeschu“.

  7. Für einen gebildeten und intelligenten Menschen sollte konsequenter Rationalismus auch dazu führen – dass die meisten Kino-/Fernsehfilme abgelehnt werden: alles nur erfundene Geschichten und deshalb irrational.
    Und rein sachliche Filme sind in so langsamer Geschwindigkeit abzuspielen – dass deutlich erkennbar ist, dass diese Filme aus Einzelbildern bestehen. Bei der heute üblichen Geschwindigkeit werden Filminhalte als bewegte Szenen wahrgenommen – eine üble Täuschung.
    Selbstverständich sind auch Romane, Erzählungen, Gedichte abzulehnen – und Kunst ist sowieso irrational. Auch menschliche Emotionen sind nicht mehr zulässig, da sie häufig auf der Fehlinterpretation hormoneller Wirkungen auf Neuronen beruhen.

    Kurz gesagt: Wenn konsequenter Rationalismus angeregt wird – dann sollte er alles betreffen und nicht nur den Inhalt eines einzigen Buches (Bibel).
    Das wäre auch ein ´Ostergruss´

    • @KRichard;
      Hier verwechseln Sie den Rationalismus mit dem Positivismus. Es gibt nicht nur die binären Werte rational und irrational, sondern dazwischen liegt ein weites Feld, das ich als pararational bezeichne. Das sind Denkweisen, die weder rational noch irrational sind. Man darf sich nicht naiv von Begriffen verführen lassen. Die Sprache repräsentiert nur ein spärliches Skelett des Lebens. Gerade das ist eben auch der Fehler der religiösen Fundamentalisten, dass sie Begriffe (früherer Kulturen und Sprachen!) missverstehen und missbrauchen, für eigene Zwecke.

  8. Unsere Logik und unsere Kausalität sowie unsere Naturgesetze und unsere Erhaltungssätze gelten nur in unserem Universum.
    Deshalb können Universen auch grundlos und mit beliebigen Naturgesetzen entstehen.
    In der sehr großen Anzahl möglicher Universen kann es auch Universen geben, in denen alle Aussagen irgend einer Religion genau zutreffen.
    Womöglich befinden wir uns in einen solchen Universum.
    P. S.: Die Jungfernzeugung kommt sogar bei einigen Wirbeltierarten vor.

    • @ Herr Bednarik :

      Unsere Logik und unsere Kausalität sowie unsere Naturgesetze und unsere Erhaltungssätze gelten nur in unserem Universum.

      Ja, denn die Grenzen der Welt sind „unsere“ Grenzen im Erkennen.
      Ergänzend: Es bleibt unklar, inwieweit die („unsere“) physikalischen Theorien lokale Geltungsbereiche haben.

      Deshalb können Universen auch grundlos und mit beliebigen Naturgesetzen entstehen.

      Dies wäre eine Forderung.
      Statt ‚können‘ vielleicht ein Konjunktiv und es läge eine zustimmungsfähige Hypothese vor.
      Ausgenommen das mit dem ‚Entstehen‘, von Nichts kommt nichts, ‚entsteht‘ zumindest nichts, dies entspräche nicht der Sprachlichkeit, wäre nicht „logisch“.

      In der sehr großen Anzahl möglicher Universen kann es auch Universen geben, in denen alle Aussagen irgend einer Religion genau zutreffen.
      Womöglich befinden wir uns in einen solchen Universum.

      Unabhängig von der Anzahl der Uni- oder Multiversen könnte auch diese Welt schlicht wie biblisch berichtet magisch sein, wenn auch nicht immer und überall, Dr. Webbaer glaubt der Bibel aber nur teilweise.

      P. S.: Die Jungfernzeugung kommt sogar bei einigen Wirbeltierarten vor.

      Frau Ute Gerhardt war an anderer Stelle in diesem Kommentariat so freundlich ein wenig zu spekulieren, i.p. unbewusste Empfängnis sozusagen; insgesamt könnte bei den frühen Christen eine gewisse Aufgeregtheit geherrscht haben, Enthusiasmus das Fachwort, der zu bestimmten Übertreibungen geführt hat.
      Andererseits gibt es in der Bibel wohl auch viele Setzungen.
      Was stimmt, weiß sozusagen nur unser Christian Hoppe.

      MFG
      Dr. Webbaer

  9. Ich bin immer wieder erstaunt wie fundamentalistisch ‚Wissenschaftler‘ sein können. Fundamentalistischer als jeder Erzkatholik, jeder Islamist.
    Was wissen wir schon ? Nicht viel!
    erst war die Erde eine Scheibe – stimmt heute nicht mehr. Dann war die Erde der Mittelpunkt des Universums – ist sehr zu bezweifeln. Dann kam Newton – doch auch das stimmte nicht alles. dann kam Einstein und die Quantentheorie und damit soll das Ende der Erkenntnis erreicht sein.
    Nicht gegen eine kritische Auseinandersetzung mit unverständlichen und WAHRSCHEINLICH unrichtigen Aussagen, aber man sollte doch am Boden der Realität bleiben. Und diese Realität besteht daran, dass wir eigentlich nicht viel wissen !!!

  10. Ostergruß Antwort,
    Wir Menschen sind nicht nur ein Klumpen Erde, sondern wir haben auch eine Seele, die unsterblich ist.
    „Wer an mich glaubt, wird leben, selbst wenn er stürbe,“ das ist die Osterbotschaft.

  11. Wenn Christian Hoppe Jungfrauengeburt, Wunderheilungen und Verwandlung von Wasser zu Wein zum antirationalen Skandalon erklärt, stellt er sich in die Tradition Voltaires über den man in der Wikipedia liest: „Die Traditionen und Gebote der monotheistischen Religionen stehen nach Voltaires Auffassung in vollständigem Gegensatz zu den Idealen und Zielen der Aufklärung, Toleranz und Rationalismus.“

    • @Martin Holzherr

      Ich würde den Glauben nicht am Wahrheitsgehalt der im Neuen Testament beschriebenen Ereignisse festmachen. Zudem dürfte allgemeiner Konsens darüber bestehen, dass man die Bibel unterschiedlich auslegen kann:
      https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/bibelauslegung-christliche/ch/0221e1344ac71f18925a2870983348a2/

      Die Bibel enthält außer inakzeptablen Geschichten auch jede Menge Erbauliches sowie ethische Grundsätze zur Orientierung. Das sah auch Voltaire so: „Voltaire bekämpft nicht so sehr die Religion an sich, die er als Grundlage menschlicher Moral und Stütze des Staates akzeptiert und sogar nützlich findet, als vielmehr die Kirchen in Gestalt ihrer Institutionen und Würdenträger. Diese Gebilde sind für ihn ebenso auf Lug und Trug aufgebaut, wie die versammelten heiligen Schriften des Christentums, des Islam und des Judentums Menschenwerk sind, um Machtpositionen aufzubauen und zu verteidigen. All den Grausamkeiten und Beleidigungen, besonders aber dem Fanatismus aus religiösen Motiven setzt er die kritische Vernunft und die Forderung nach Toleranz entgegen.“
      Quelle: http://www.correspondance-voltaire.de/html/werk-religion-voltaire.php

      Die Epoche der Aufklärung bestand aus mehreren Vertretern, die in Bezug auf die Religion keine einheitliche Strömung vertraten. Insofern kann die Aufklärung nicht pauschal als Gegenpart zur Religion angesehen werden. Natürlich wurde Kritik an der Kirche und Religion geübt und man legte sie, wie staatliche und gesellschaftliche Ordnungen, auf den Prüfstand. Gleichzeitig huldigte man dem Individualismus und forderte Toleranz in Gesellschaft, Politik und Religion.
      Anklang fand das Herbert von Cherbury entwickelte Konstrukt einer natürlichen Religion, die der wahren Vernunft entsprechen sollte. Dieses Konstrukt ging von einem Gott aus, der nur in der Natur erfahrbar ist, weil er nach der Schöpfung nicht wieder in das Leben der Menschen eingegriffen hat. Dieser reinen Verstandesreligion stellte der Philosoph Jean-Jacques Rousseau in seinem Werk „Emile oder Über die Erziehung“ eine Art „Gefühlsreligion“ gegenüber, für die er z.T. stark kritisiert wurde.

      • Ja, Voltaire war gegen die Kirche(n) und damit gegen (Zitat) „Die Traditionen und Gebote der monotheistischen Religionen“, denn die Traditionen und Gebote wurden ja von den Kirchen (also von Menschen) gemacht und dienten in der Auffassung Voltaires der Durchsetzung der Macht der Kirchenrepräsentanten.

  12. Mir gefällt diese sachliche Darstellung.

    Grundsätzlich verstehe und akzeptiere ich das Bedürfnis nach Religion, ich meine, dieses Bedürfnis ist ja offensichtlich da. Allerdings denke ich, die Flucht in Religion rührt nur daher, weil der Mensch als denkendes- und vor allem als fühlendes Wesen, unweigerlich nach seinem eigenen Ursprung- und seinem eigenen Sinn sucht. Logischerweise ziehen diese Fragen, dann leider eine weitere Frage nach sich: Wohin gehe ich, wenn ich sterbe.

    Die Antworten, auf diese an und für sich legitime Frage, fallen so vielfältig wie abstrus aus. Aus den verschiedenen Antworten resultieren wiederum Glaubenskriege, im Kleinen, wie im Grossen. Christen, Muslime, Hinduisten, Buddhisten und erst recht die spirituellen Verfechter im „esoterischen Sumpf“ schaffen es nicht mal unter sich, eine einheitliche Auffassung – einen einheitlichen Konsens zu finden. Machtkämpfe im Namen der Gottesliebe, und leider auch im Namen der Nächstenliebe, sind überall an der Tagesordnung.

    Aus psychologischer Sicht findet man bei „Gläubigen“ jeglichen Couleurs sehr schnell die Haltung: „Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“. Anders gesagt: Ich bin noch bei keiner religiösen, oder meinetwegen spirituelle Anschauung, früher oder später, NICHT, auf ein mehr oder weniger starkes Feindbild gestossen.

    Ich frage MICH: Warum ist es dem Mensch nicht gegeben, einzusehen, dass er gar nicht so wichtig ist, wie er meint zu sein. Warum jagt der Mensch Idealen nach, die seinen Sinn am Ende eh nicht erklären können. Warum kann der Mensch nicht zugeben, dass es ihm gar nicht um die „göttliche Wahrheit“ an sich geht, sondern hinter dem Anspruch nur seine persönlichen Gefühle, seine persönlichen Wünsche, seine persönlichen Ängste stehen, den persönlichen Umgang damit aber als die absolute Wahrheit deklarieren – und die „erfahrene persönliche Wahrheit“ folglich, als Wahrheit für alle gelten muss.

    Ich will, weder hier noch anderswo, Menschen zu nahe treten. Daher ergibt mein Kommentar sicher keinen Sinn. Motiviert hat mich lediglich die offene Betrachtungsweise des Blogschreibers und so gesehen, ist MEIN Kommentar eigentlich nur für ihn – und ja, als reine Zustimmung – gedacht. Was ich damit sagen will: Die Unsitte, die leider auch hier stark vertreten ist, Kommentare zu gegen-kommentieren, manchmal sogar mit Belehrungen und manchmal mit Sarkasmus und Arroganz gespickt.. Das ist nicht nur unanständig, es ist auch sinnlos.

  13. Ich persönlich bin ja eher überzeugt, dass Maria ihrem (‚tschuldigung) gutgläubigen Josef ein Kuckuckskind untergejubelt und ihm dazu eine ziemlich wilde Story aufgetischt hat, die im Lauf der Zeit immer phantastischer weitererzählt wurde. Und die Speisung der zum Beispiel 5.000 könnte darauf zurück zu führen sein, dass Jesus die Leute dazu brachte, das was sie hatten, miteinander zu teilen. So dass wider Erwarten doch noch alle satt wurden. Was dann anschließend glorifiziert und immer weiter ausgeschmückt wurde. (Ob es nun 5, 50 oder wirklich 5.000 waren, werden wir wohl auch nicht mehr rausfinden. Spektakulärer klingen natürlich die 5.000)

    Das „Stille-Post-Prinzip“ dürfte jedenfalls erheblichen Anteil am Inhalt des NT haben. Dass so manche Aussage und Geschichte darin durchaus moralischen Wert und Orientierung bietet, bleibt davon ja unberührt. Wer mir aber einreden möchte, das sei alles ganz genau so passiert, sollte in der Tat lieber noch mal nachdenken. Dieser Jesus war wahrscheinlich ein prima Kerl. Sozial, intelligent, mutig, offen. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

    • Zitat: „Dennoch gibt es manchmal ein böses Erwachsen, wenn man im Nachhinein erkennt, wie viel Zeit oder andere mögliche Erfahrungen man zugunsten religiöser Erlebnisse und Illusionen verschwendet hat – letztlich vermutlich aus kindlicher Angst –, statt sich mutig und entschlossen auf das reale Leben als Erwachsener einzulassen.“

      Siehe dazu auch diese Aussage von einem Rabbi:

      „Belief in a world to come where the innocent are compensated for their suffering can help people endure the unfairness of life in this world without losing faith. But it can also be an excuse for not being troubled or outraged by injustice around us, and not using our God-given intelligence to try to do something about it. The dictate of practical wisdom for people in our situation might be to remain mindful of the possibility that our lives continue in some form after death, perhaps in a form our earthly imaginations cannot conceive. But at the same time, since we cannot know for sure, we would be well advised to take this world as seriously as we can, in case it turns out to be the only one we will ever have, and to look for meaning and justice here.“ (Harold S. Kushner, „When Bad Things Happen to Good People“)

      • Das ist richtig, eventuell hat man das auch später dazugedichtet, weil Jesus als normal gezeugtes Wesen („Iiiih, Sex!“) ja nicht mehr so perfekt rein und überirdisch gewesen wäre, wie man ihn für eine Religion benötigt. Allerdings verlierten dann einige andere Bibelstellen bei Lukas und Jesaja ihren Sinn. (Verkündigung etc.) Es wird halt immer ungereimter, je tiefer man da einsteigt. ^^

  14. Folgende christliche Glaubensüberzeugungen sind für einen gebildeten und vernünftigen Menschen inakzeptabel:
    […]

    Nicht ganz klar, also dass diese Akzeptanz (im Umkehrschluss) nur von Menschen erfolgen kann, die ungebildet ODER unvernünftig sind, denn die Welt könnte regional und zeitweilig magisch [1] gewesen sein.

    Es muss klar sein, dass solche im Neuen Testament beschriebene Ereignisse niemals wirklich stattgefunden haben und dass niemand die behaupteten paranormalen Fähigkeiten wirklich besitzt, und zwar aus dem schlichten Grund, dass dies alles unmöglich ist.

    Was denkbar ist, ist möglich.
    Insofern rät Dr. Webbaer hier zu einer gewissen Vorsicht, gerade auch zur Osterzeit.

    Kleiner Gag:
    Womöglich sind (einige) Theologen sozusagen die härtesten Atheisten, aus Sicht der Agnostiker.

    MFG + schöne Ostern!
    Dr. Webbaer

    [1]
    Diese Welt ist zudem in gewisser Hinsicht magisch, wenn auf einer Kugel, die sich um eine weitere Kugel dreht, erkennende Subjekte entstehen und sich dbzgl. Gedanken machen.

  15. Dr. Webbaer,
    …..Diese Welt ist zudem in gewisser Hinsicht magisch….
    Das war auch ein Glaubensbekentnis, ein sehr schönes zur Osterzeit.

    • @ Kommentatorenfreund ‚Bote17‘ :

      Das war auch ein Glaubensbekentnis, ein sehr schönes zur Osterzeit.

      In gewisser Hinsicht schon, wenn auch ein pantheistisches oder agnostisches oder ein Glaubensbekenntnis, das anderen nicht den Glauben nehmen will, solange er kohärent ist, auch wenn er mit zeitgenössischer naturwissenschaftlicher Erkenntnis unvereinbar ist.
      „Denn es könnte ja einstmals auch anders gewesen sein in der Welt, in dieser Welt…“ (Dr. Webbaer glaubt dies nicht, aber auch nicht das Gegenteil davon, agnostischer-weise.)

      Hier wird es teilweise auch direkt lustig im dankenswerterweise vom werten hiesigen Inhaltegeber zeitlich zum Osterfest passend bereit gestellten WebLog-Eintrag:

      Die Naturwunder einschließlich der jungfräulichen Geburt müssen literarisch gelesen werden. Mit poetischen und seinerzeit kulturell verankerten Metaphern wird die besondere Rolle und Bedeutung des Menschen Jesus hervorgehoben. Diese Texte als realistische, historische Berichte zu lesen, wäre ein Kategorienfehler. – Seitens der Kirche/n wurde jedoch nie klar und eindeutig konstatiert, dass es sich bei den Naturwundern nicht um reelle Phänomene und Ereignisse handelt, dass die entsprechenden Texte also literarisch gedeutet werden müssen.

      Denn:

      Was bedeutet eigentlich ‚literarisch‘? – Das Geschwätz meinend, die nackte Erzählung, zuvörderst pers. Idee von Literaten folgend?

      ‚Liter‘ meint den Buchstaben, aber auch vieles anderes, ‚Literatur‘ kann religiöse Schrift nicht sein; Klerikale würden ihre Veranstaltung gänzlich aufgeben, wenn sie hier auch nur ansatzweise zustimmen könnten.
      (Der Koran, der streng wörtlich gemeint ist, was immer dies auch genau bedeuten mag (ansonsten gibt’s die Fatwa), vermutlich im Sinne der Etymologie und Semantik, ist hier (dankenswerterweise: vielleicht sogar) streng.
      Also im Sinne des Bestandserhalt und das Religiöse als ernst zu nehmend zu bleibend anerkennend.)

      MFG
      Dr. Webbaer

  16. Donnergrollen,
    das bedeut’t weiter nix als ein Wetter, nix weiter als ein Wetter. In meiner Jugend haben uns die Götzenpriester g’lernt, das Donnern bedeut’t, daß s’im Himmel Kegel schieben; unsere Gelehrten aber sagen, da müßte man auch dann und wann bei ‚Alle Neune‘ das Juchezen hören, da aber das nicht der Fall ist, so ist die alte Theorie durch den Fortschritt in der Wissenschaft geschlagen.

    Johann Nestroy, 1862

  17. Dr. Webbaer
    …..Diese Texte als realistische, historische Berichte zu lesen, wäre ein Kategorienfehler…
    Die Bibel wäre nicht das Buch der Bücher, wenn hierüber Klarheit bestände.
    Matthäus 15,21 kann man z.B. nur verstehen, wenn man den historischen Hintergrund kennt. Dann kann man das Gleichnis auch wörtlich nehmen.
    Überhaupt sind die Gleichnisse so gehalten, dass jeder Mensch nach Entwicklungsstand und Intelligenzniveau etwas anderes herauslesen kann.
    Entscheidend bleibt der Geist, mit dem man das Neue Testament liest. Sucht man nach Widersprüchen oder sucht man das Gemeinsame?
    Martin Luther hat hier Entscheidendes geleistet, indem er das Neue Testament für Ackermann und Waschfrau gleichermaßen verständlich übersetzt hat.
    Das sollte im Lutherjahr nicht unerwähnt bleiben.
    Anmerkung: Die Katholiken tun sich noch schwer mit einer freien Bibelinterpretation. Die EKD macht alle 4 Jahre ein „update“ , indem sie die Wortwahl dem Sprachgebrauch anpasst.

    • Texte (sofern inhaltlich zusammenhängend, un-widersprüchlich in sich, wie bereits notiert und in ihrer Verfasstheit erklärt) wie geschildert zu untersuchen, vgl. :

      Diese Texte als realistische, historische Berichte zu lesen, wäre ein Kategorienfehler.

      …und ihnen Historizität (das Fachwort) zuzuweisen ist an sich kein :

      ‚Kategorienfehler‘.

      MFG
      Dr. Oster-Webbaer

      • PS @ Kommentatorenfreund ‚Bote17‘ :

        Entscheidend bleibt der Geist, mit dem man das Neue Testament liest.

        Geht Dr. W auch „höllisch“ auf den Sack, wie hier einer die Bibel liest.
        Luther war ein Bringer, der in vielerlei Hinsicht geleistet hat, er war „jetzt womöglich nicht so super-schlau“, nachfolgende Generationen und deren politische Richtigkeit meinend, negativ formuliert: hatte auch antijudaistische Meinungen, kann abär („auch Sicht des Webbaeren“) nicht von Leutz der Güteklasse Hoppe auch nur halbwegs angemessen vertreten werden.
        (Dr. W lässt sich hier gerne korrigieren!)

        MFG
        Dr. Webbaer (der natürlich für die Toleranz die hier möglichen Kommentatorik meinend dankt + natürlich nicht antijudaistisch / antisemitisch aufgestellt ist – dies als sog. Disclaimer oder „für Esel“)

  18. Dr. Webbaer,
    …..Kategorienfehler,
    mir ging es nur darum, wie wörtlich kann man historische Texte nehmen?
    Ich stimme Ihnen zu, dass die Bibel ein einziges Gleichnis ist. Wie kann man sonst „Inhalte“ über Jahrtausende tradieren?
    Das verlangt ein gehöriges Maß an Abstraktionsvermögen und gutem Willen.Selbst bei den Geistlichen besteht da keine Einigkeit. Warum gibt es sonst so viele Freikirchen und Sekten?

    • @bote17

      „Warum …?“

      Weil der „Tanz um das goldene Kalb“ weiter/nun im „gesunden“ Konkurrenzdenken / „freiheitlichen“ Wettbewerb / …
      gestaltet / entartet wird – Wir sind alle im selben Mass „durchströmt“ von der Kraft des Geistes der/die „Gott“ ist, Sicherungen aus gutem Grund inbegriffen! 😉

  19. Dr. Osterbaer,
    Martin Luther war ein Kind seiner Zeit.
    Seine antijüdische Einstellung wird ihm heutzutage nicht mehr vorgeworfen.
    Immer noch aktuell ist die Schrift „Über die Freiheit eines Christenmenschen.“
    Die wäre für viele „Wissenschaftsgläubigen“ und sonstigen „Angepassten“ die richtige Osterlektüre.
    Haben Sie schon die Ostereier für ihre Enkel versteckt?
    Der Bote ist auch in der gleichen Situation und überlegt noch ob Star Wars oder Ostereier die bessere Wahl sind.
    Ein Frohes Osterfest!

    • @ Bote17 :

      Martin Luther war irgendwie zwischen antijudaistisch und antisemitisch einzuordnen, was seine Leistung nicht im Negativen fett macht.
      Nach allem, was Dr. W gelesen hat, war er antijudaistisch, sein Ding machend.
      Die Zeiten waren andere. – ‚Martin Luther war ein Kind seiner Zeit.‘
      Das Schwein, das sich auch heute zunehmend ausspricht, hat er erkannt.


      Bleibt ein „heißes Eisen“, vielleicht horcht Herr Hoppe hier herein, wird ihm beispringend :
      -> http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/aegypten-explosion-koptische-kirche-tanta-tote

      Der Bruder mag ein „Herz aus Stahl“ haben, er bleibt angefragt,
      Dr. Webbaer

  20. Thema „Jungfrauen“, jetzt vergleichsweise mal über Matthäus 25,1-13 nachdenken, vielleicht gehen dann ein paar Lichter an, auch bzg. vernunftbegabter „Tiefgründigkeit“, Gleichnisse und Widersprüchlichkeit von und zu Menschenhand!?

  21. Bonus-Kommentar :

    Martin Luther war jemand, der originär gedacht hat, er glaubte den Sinn des Christentums besonders verstanden zu haben.

    Dies darf möglich sein.

    Im evangelischen Sinne, Dr. W. auch den Schmerz meinend, er hat in Sterbezimmern zusammengesessen, es ist möglich Jesus („Christus“) positiv zu verstehen.
    Auch den Abgang, betreffend, gelegentlich gilt es abzudanken.
    Stimmen tut’s womöglich nicht.


    Jesus war zumindest ein „cooler Typ“, mit bestimmter Nachricht,
    MFG
    Dr. Webbaer

  22. Zitat Bote17:

    „99 % der Portugiesen sind römisch-katholisch.“

    Das ist heilbar. Ein wirksames Gegenmittel gegen den katholischen Aberglauben ist die Aufklärung. Selbst denken ist angesagt.

    Als Einstieg empfehle ich „Die Kriminalgeschichte des Christentums“ Band 1 – 10 von Karlheinz Deschner. Wer danach noch einem Aberglauben anhängt, dem ist nicht zu helfen.

  23. @Hoppe

    „Nun funktioniert Glaube aber nicht so vernünftig.“ – Tja, eben im zeitgeistlich-reformistischen Kreislauf des geistigen Stillstandes seit der „Vertreibung aus dem Paradies“ (Evolution/Mutation) verunstaltet!

    „… Kino, Fussball … Hypnose … statt sich mutig …!

    LEIDER sieht man fast immer nur den „Mut“ zur Schuld-/Sündenbocksuche und rationalen Bewusstseinsbetaeubung, was sich wie natürlich aus der existenziellen Einlassung/leichtfertigen Kapitulation zur Bildung im System ergibt!?

  24. Karl Bednarik,
    Der Geist ist nicht materieller Natur und benötigt weder Raum noch Zeit noch Zufall, er ist schon ewig da.

  25. Aha! “ ist mit den Naturgesetzen nicht vereinbar.“

    Ach was!!!! 😀

    Aber wo liegt der Denkfehler des Verfassers? Er schlussfolgert logisch lückenhaft: „kann deswegen nicht existieren.“

    Er lässt aber ausser Acht: “ Kann nicht existieren, wenn es nur Naturgesetze gibt und nichts anderes, was diese beherrscht und ausser Kraft setzt.“
    Wäre logisch vollständig und korrekt.
    Und darum geht es doch bei der geistigen Welt.

    Im übrigen: wenn Jesus nicht mal über Wasser gehen konnte (weil er nur ein Mensch und nicht unser fleischgewordene Gott gewesen sein soll, was Christen glauben), wie will er dann nach drei Tagen auferstanden sein und wie will er die Menschen am Jüngsten Tag wieder zum Leben erwecken?
    Der gesamte Glaube an ein Leben nach dem Tod oder einem christlichen Gott würde sich erübrigen. Sollten die Wunder nicht gerade auch dazu dienen, innerhalb von nur drei Jahren entgegen allem Widerstand eine Masse von Menschen zum Glauben zu bringen?

    Ausserdem: diese Wunder sind in Szene gesetzte symbolische Inhalte, die sich aus der Bibelsymbolik erschliessen und tiefere Bedeutungen haben. Wein, Wasser, Brot, Fische, Blinde usw.

    Der Glaube an Jesus Christus/ Gott ist auch viel mehr als blosses Fürmöglichhalten: er hat mit Liebe zu tun! Der Mensch ist mit einer tiefen Sehnsucht nach Gott auf die Welt gekommen. Das unterscheidet ihn vom Tier. Das _macht_ ihn erst zum Menschen, über die Evolution hinaus. Weil ihm dieses Bedürfnis nach einer Beziehung mit Gott von Gott selbst gegeben ist. Er hätte es auch den Gorillas oder anderen intelligenten Tieren geben können. Dann wären diese menschlicher als der Homo Sapiens.

    „Denen, die mich von _ganzem Herzen suchen_, denen will ich mich offenbaren.“

    Verspricht uns Gott in der Bibel. Weiss nicht mehr wo, irgendwi vorn in den Prophetien.

    • Sie haben verstanden, worum es geht.
      Die Bibel ist keine naturwissenschaftliche Arbeit, sondern viele Texte sind symbolisch zu lesen. Z.B. sind Wunderheilungen und das Überleben des Todes symbolisch so zu verstehen, dass selbst schwerste Schicksalsschläge im Vertrauen auf Gott/Jesus überwunden werden können. So wird den Gläubigen Trost und Hoffnung vermittelt. Darum geht es.

      Die genaue Beschreibung von Details ist ein rhetorisches Stilmittel um starke Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Heute würde man schreiben – ´Jesus hat dabei quantenphysikalische Veränderungen auf raumzeitlicher Ebene bewirkt´. Mit diesem rhetorischen Stilmittel bringt man heute viele Menschen dazu, an Wunder zu glauben: wer den Begriff ´quantenphysikalisch´ fehlerfrei schreiben kann, der muss ein Experte sein!

      • @ Herr Kinseher :

        Die Bibel ist keine naturwissenschaftliche Arbeit, sondern viele Texte sind symbolisch zu lesen.

        Hier wäre Ihr Langzeit-Kommentatorenfreund ein wenig vorsichtig, die Testamente sind (weitgehend) Zeugenbekundungen, meinen nicht direkt das Wort Gottes, sie kennen aber Allegorien und diese sind dann in der Regel klar erkennbar.
        Anders formuliert: Die Bibel ist durchaus ernst gemeint und nicht ’symbolisch zu lesen‘, der Gläubige muss sich nicht in eine ‚Trance‘ (hier steckt das ‚trans-ire‘ drinnen), in eine ‚Glaubenstrance‘ versetzen.
        Insofern findet der Schreibär dieser Zeilen den dankenswerterweise zeitlich passend zur Verfügung gestellten WebLog-Artikel „kalt wie eine Hundeschnauze“.

        MFG + schöne Ostern!
        Dr. Oster-Webbaer (der ‚auf Erwachsenenebene‘ (sic) übrigens dem werten hiesigen Inhaltegeber auch für seine Toleranz kritischem Feedback gegenüber dankt; diese ist heutzutage im Web keine Selbstverständlichkeit mehr)

    • @ thimc :

      Im übrigen: wenn Jesus nicht mal über Wasser gehen konnte (weil er nur ein Mensch und nicht unser fleischgewordene Gott gewesen sein soll, was Christen glauben), wie will er dann nach drei Tagen auferstanden sein und wie will er die Menschen am Jüngsten Tag wieder zum Leben erwecken?
      Der gesamte Glaube an ein Leben nach dem Tod oder einem christlichen Gott würde sich erübrigen. Sollten die Wunder nicht gerade auch dazu dienen, innerhalb von nur drei Jahren entgegen allem Widerstand eine Masse von Menschen zum Glauben zu bringen?

      In etwa so.

      Die Frage bleibt tatsächlich, ob es möglich gewesen sein kann zivilisierte Menschen, Juden, unter römischem „Schutz“, seinerzeit derart zu mobilisieren ganz ohne „Wunder“. (Nun sind oder gelten zumindest Juden als phantasievoll, aber auch nicht als blöde, sondern als rational denkend, auch schon seinerzeit, Opi W, kein Jude, will hier abär nicht kulturalistisch werden.)

      MFG
      Dr. Webbaer

  26. Der Fehler des Verfassers: Er denkt nicht, er rutscht von einer Funktionalität in die andere!

    Es geht nicht um ein Leben nach dem Tod – WAHRHEIT, in geistig-heilendem Selbst- und Massenbewusstsein, „wie im Himmel all so auf Erden“, OHNE …!?

  27. KRichard,
    ….Trost, Hoffnung und Liebe,
    genau darum geht es im Christentum. Danke für den klugen Beitrag.

    To whom,
    genauso ist es. Der Geist schafft die Materie und versetzt sie mit Leben. Nicht umgekehrt.
    Alle, die nach wissenschaftlichen Erklärungen suchen, bleiben in der Unzulänglichkeit unserer materiellen Welt gefangen.

    hto,
    man darf den Glauben an Gott nicht instrumentalisieren. Fangen wir wieder an, kleine Brötchen zu backen, zu glauben und zu hoffen, mehr nicht. Alles andere bekommen wir gratis dazu.

    Michael,
    die Aufklärung verlegt den Focus auf die wissenschaftliche Betrachtung von welt. Wohl wahr. Und das ermöglichte die rasanten Fortschritte in der Technik.

    Und jetzt benützen Sie den gleichen Scharfsinn und betrachten die Kehrseite. Die Verleugnung einer geistigen Welt gebiert einen neuen Götzen, den Mammon und die Eigensucht.
    Die Eigensucht führt zur Ausbeutung ganzer Kontinente durch den Stärkeren.
    Die Ausbeutung führt zur Not und den Flüchtlingsströmen in der Welt.
    Das ungebremste Wachstum der Technik führt zur vermüllung der Weltmeere.
    Die Ausbeutung führt zu einem Leerfischen der Weltmeere.
    Die kommerzielle Ausbeutung der Welt führt zu einem Klimawandel.
    Wo nur noch Geld regiert, wird nur noch in Geld gemessen.

    Fazit: Aufklärung ohne einen Glauben an einen Schöpfergott ist wie ein Auto ohne Bremse, das ziellos durch die Welt rast und sich nicht um die Folgen kümmert.

  28. Dr. Webbaer,
    ….die Testamente sind Zeugenbekundungen,
    das ist eine sehr kluge Einsicht, die man wieder und wieder thematisieren muss.
    Dies sei allen Kreationisten, und die es noch werden wollen, ins Stammbuch geschrieben.Der Klerus wäre gut beraten, wenn er sich zu dieser Einsicht durchringen könnte.
    Wie wohl die Juden zu den 10 Geboten stehen? Ist der Dekalog eine Zeugenbekundung?

    Christian Hoppe,
    wie stehen Sie zu den 10 Geboten?
    akzeptabel?
    Fröhliche Ostern

    • Wie wohl die Juden zu den 10 Geboten stehen? Ist der Dekalog eine Zeugenbekundung?

      Der gerade nicht, jaja, deshalb stand ja auch weiter oben: ‚die Testamente sind (weitgehend) Zeugenbekundungen‘, jut aufjepasst!

      Übrigens gilt der Dekalog auch für Christen, womöglich (in gewisser Hinsicht) für alle, jedenfalls zur Osterzeit,
      MFG
      Dr. Oster-Webbaer

    • Wenn Sie mit Zeugenbekundung meinen, dass er von Menschen zu einem ganz bestimmten Zweck verfasst wurde, dann: natürlich ist er das. Der Dekalog ist Jahrhunderte nach den Ereignissen entstanden, in deren Zusammenhang er eingebettet wurde, vermutlich während oder kurz nach der babylonischen Gefangenschaft, die im Gegensatz zum Auszug aus Ägypten tatsächlich historisch war. Wenn Sie sich für das Thema interessieren, ist das hier eine interessante Monographie dazu: Lemche, The Old Testament Between Theology and History.

  29. @Bote17

    Mehr nicht?

    Mit der „Vertreibung aus dem Paradies“ hat Mensch (alle!) das Verantwortungsbewusstsein bekommen/übernommen/erlangt, gratis ist dabei nichts, ausser die „Gnade Gottes“, wenn sich entscheidet ob dein/das Bewusstsein im Laufe der Wiedergeburten gut genug entwickelt ist und nicht gelöscht wird!

    Glaubst du eigentlich auch an das „Stilmittel Hölle“, für unsere imperialistisch-gepflegte Bewusstseinsschwäche in Angst, Gewalt und „Individualbewusstsein“?

  30. hto,
    …..Gnade Gottes,
    das ist mehr als wir erhoffen können.
    Für eine Wiedergeburt gibt das Christentum keinen Anhaltspunkt.
    Hölle ist kein Ort, sondern ein Seelenzustand für den jeder selbst verantwortlich ist.
    Und die Arbeit und Pflichten, die uns auferlegt wurden , sind keine Strafe, sondern ein Segen.
    Langeweile und das Gefühl nicht gebraucht zu werden ist schlimmer . Arbeiten kann man auch lustvoll .
    Anmerkung: Das ist nur meine persönliche Meinung. Man kann auch anders darüber denken.
    Was das Osterfest anbelangt, das bietet eine gute Möglichkeit über Tod, Auferstehung und ewiges Leben nachzudenken.
    Ihnen ein frohes Osterfest.

  31. „Folgende christliche Glaubensüberzeugungen sind für einen gebildeten und vernünftigen Menschen inakzeptabel:“

    Vielleicht hätte man besser ein „meiner Meinung nach“ eingefügt, es hätte dann irgendwie bescheidener gewirkt.
    Letztendlich ist es doch in der oben genannten Variante in eine „ich Aussage“ übersetzt nichts weiter als ein
    „Wer folgende christliche Grundaussagen vertritt ist ungebildet und unvernünftig“

    Damit sind natürlich schätzungsweise 90% der Menschheit als Dialogpartner ausgeschlossen, bestenfalls kann man mit ihnen noch aus der Position eines Wissensbesitzers zu einem Unwissenden heraus reichlich gönnerhaft sprechen.

    Damit nimmt der Autor Christen gegenüber eine ähnliche Position ein wie Zeugen Jehovas Nicht Zeugen Jehovas.

    Der/die andere muss noch zu einer (seiner) Wahrheit bekehrt werden um ernst genommen zu werden.

    Missionierende Naturalisten die bestimmen was geglaubt werden darf (=Wissen ) und nicht geglaubt werden darf.

    Das Wort „ist“ in diesem Satz hat nämlich den Nachteil das der Autor wohl davon ausgeht das er im Realem irgendwelche Erkenntnismöglichkeiten hat die es ihm ermöglichen zu beurteilen was vernünftig ist und was gebildet ist.

    Nett das er dann noch definiert was Christen in Zukunft noch glauben dürfen.

    Ohne beschimpft zu werden.

  32. @Bote17

    Keine Wiedergeburt?

    Matthäus 16,28 und Matthäus 19,28 denk mal darüber nach 😉

    Der Tod, ist in der Bibel die Löschung des Bewusstseins am Jüngsten Gericht!

  33. hto,
    …..keine Wiedergeburt ……im Sinne der Hindus, das war gemeint.
    Wenn vom Jüngsten Gericht die Rede ist, dann kann man die Auferstehung der Toten auch als Wiedergeburt bezeichnen.
    Was die Löschung des Bewusstseins betrifft, da kann ich keine Aussage machen. So tief bin ich in den Bibeltext noch nicht eingedrungen.

  34. skeptischerchrist,
    …………….akzeptabel, nicht akzeptabel,
    Das hört sich bei unserem Mitkommentator Hoppe leicht Oberlehrerhaft an.
    Die Christen sind mittlerweile tolerant geworden und erkennen den guten Willen an, der in jedem Wahrheitssucher steckt. Auch Paulus war einmal ein überzeugtet Gegner von Jesus.

  35. @Bote17

    Die „Christen“ sind nur insoweit tolerant, wie ihr DÄMONISCHER Tanz um … nicht WESENTLICH gestört wird. Wenn er mit wachsender Gefahr von zweifelsfrei-eindeutiger Wahrheit zu wirklich-wahrhaftig Freiem Willen konfrontiert wird, dann wird der SATAN, der diesem System des geistigen Stillstandes innewohnt, mit aller Macht, der Gewohnheit des ignorant-arrogant Wohlstandes, immer mehr offenbar und …!? 😈😇😉

  36. hto,
    ganz so pessimistisch sehe ich die Weltordnung nicht. Wer Jesus nacheifert, der macht nichts falsch.
    Und vergessen Sie nicht, die Welt wird jeden Tag neu geboren. Ein paar Ignoranten sterben, neue werden geboren. Wohin das ganze führt weiß kein Mensch. also bleiben wir optimistisch, immerhin gedenken wir morgen der Auferstehung Jesu. Für die Orthodoxen ist das der Beginn des Wirkens des Gottessohnes.
    Ist das nicht ein schöner Ausblick. Jesus hat den Tod für uns überwunden. Also freuen wir uns auf den nächsten Tag.

    • Wer Jesus nacheifert, der macht nichts falsch.

      Einiges womöglich schon, schon das Vertrauen auf einen Gott, der womöglich noch Angenehmlichkeiten im Nachleben bereitet, könnte falsch sein.
      Jesus („Christus“) steht für das Deeskalationsprinzip (ein Kooperationsprinzip); auch wenn dies nicht ganz klar ist, es wird heutzutage auch angezweifelt, aber mit seinem Lebenswerk steht er dafür.
      Blöderweise ist das Deeskalationsprinzip nur geeignet, wenn auf der anderen Seite Verständigkeit herrscht – sollte dies nicht der Fall sein, macht derjenige, der ‚Jesus nacheifert‘ sozusagen alles falsch.

      MFG + frohe Ostern!
      Dr. Webbaer

      • @ Webbaer

        Sie interpretieren die Botschaft von Jesus als Sozialtechnik. Aber was auch immer den Mann selbst umgetrieben hat, so hat doch die Begründer der sich auf ihn berufenden Religion schlicht das Heil ihrer Seele im Tod besorgt.

        Leider ist in unserer dem Materialismus verfallenen Weltsicht das Gefühl für die Größe dieser Hoffnung, dieses Anspruchs abhanden gekommen.
        Man betrachtet ihre Vertreter als voraufgeklärt, irregeleitet.

        Natürlich gibt es seit geraumen Jahrhunderten eine verbreitete bräsige Glaubensgewissheit an einen lieben Gott, der die Dinge schon richten wird und den man durch Werkgerechtigkeit gütig stimmen kann. Das ist natürlich stinklangweilig und dagegen hat Jesus und unter vielen anderen auch Luther unter Einsatz seiner gesamten Existenz opponiert.

        • @ Kommentatorenfreund ‚fegalo‘ :

          Sie interpretieren die Botschaft von Jesus als Sozialtechnik. Aber was auch immer den Mann selbst umgetrieben hat, so hat doch die Begründer der sich auf ihn berufenden Religion schlicht das Heil ihrer Seele im Tod besorgt.

          Zum zuerst zitierten Satz :
          Jein.
          In der Außensicht: ja, nicht aber die Person Jesus („Christus“) meinend, der sich natürlich nicht als ‚Sozialtechniker‘ verstanden hat.
          Dr. Webbaer geht es sozusagen im Meta darum zu verstehen was damals los war und warum sich Erfolg im Religiösen eingestellt hat, und hier besteht der Verdacht, dass es das Deeskalationsprinzip, dem an sich bereits zivilisatorisch wichtigen Angemessenheitsprinzip beigefügt, war, das dann den anhaltenden Erfolg brachte in der Umsetzung.

          Der zweite zitierte Satz ist hier nicht so recht verstanden worden, ein wie immer gemeintes ‚Heil (einer Seele) im Tod‘ muss nicht sein, ist persönlich nicht angefordert.

          Ansonsten setzt sich Dr. Webbaer vom hier benachrichtigten ‚Ostergruß‘, der als zynisch verstanden wird, natürlich bestmöglich ab, will auch jedem seinen Glauben lassen, selbst den religiös bösen oder „bösen“.

          MFG
          Dr. Webbaer

  37. Dr. Oster-Webbaer,
    Ostern steht für Sühneopfer und Wiederauferstehung,
    wer sich für eine Sache oder einen anderen Menschen aus Liebe opfert, schaut nicht danach, ob das richtig oder falsch ist. Derjenige erwartet auch keine späte Genugtuung. Diese Fragen stellen sich einfach nicht.
    Derjenige handelt einfach konsequent . Und diese Konsequenz führt meistens zu einer Deeskalation und im günstigsten Fall zu einem Sinneswandel beim Aggressor. Das ist der Sinn eines Opfers.
    Aus einer egoistischen Betrachtungsweise erscheint das dumm und falsch, aus einer verantwortungsbewussten Betrachtungsweise ist das wertvoll und richtig. Und diese Werteordnung ist auch gültig , wenn es keinen Gott gäbe.
    Das hat die Menschheit verstanden und deswegen hat das Christentum sich in Europa ausgebreitet und alle Götzenreligionen, die auf Eigensucht beruhen, verdrängt.

    • @ Kommentatorenfreund ‚Bote17‘ :

      Das [Hervorhebung: Dr. Webbaer – siehe weiter oben] hat die Menschheit verstanden und deswegen hat das Christentum sich in Europa ausgebreitet und alle Götzenreligionen, die auf Eigensucht beruhen, verdrängt.

      Womöglich war sittlich nie eine Religion klüger als das Christentum.

      Aus einer egoistischen Betrachtungsweise erscheint das dumm und falsch, aus einer verantwortungsbewussten Betrachtungsweise ist das wertvoll und richtig. Und diese Werteordnung ist auch gültig , wenn es keinen Gott gäbe.

      Das Deeskalationsprinzip, siehe weiter oben, auch Mohandas Karamchand Gandhi meinend, der sogar wohlgeformte Briefe an den „Führer“ versenden konnte, funktioniert aus allgemeiner (vs. ‚egoistischen‘) Sicht nicht, wenn auf der anderen Seite Verständigkeit nicht herrscht.

      Womöglich wird das Deeskalationsprinzip dann direkt böse.

      MFG + frohe Ostern!
      Dr. Webbaer

  38. „Der Sieg über den Tod“, kommt nicht einfach (wie gewohnt/gelernt) nur durch die Wahl (wie mit Kreuzchen auf dem Blankoscheck) der Seite von „Verantwortungs-/Würdenträger“, Ab- und Unternehmer, „Treuhänder“, usw.!!! 😊

  39. Dr. Webbaer,
    …….Opfer ohne Verständigkeit,
    Da haben Sie im Extrem Recht, ich denke da an Missionare, die von Kannibalen gegessen werden.
    Das Opfer implementiert wahrscheinlich die Einsicht, dass es vom Empfänger auch als solches erkannt wird.
    Sonst wäre es tatsächlich dumm.
    Ich sehe schon, wir nähern uns einander an und das am Ostersonntag.
    Nochmal frohe Ostern!

  40. hto,
    ……Matthäus,
    diese Textstellen belegen, dass wir uns keine Vorstellung über das Himmelreich machen können/sollen, denn alles was wir uns vorstellen, könnte auch falsch sein. Nur Gott entscheidet, wer die richtigen Motive gehabt hat und richtig gehandelt hat im Sinne Gottes. Vertrauen wir auf Gott und versuchen nicht , ihn zu ergründen.
    „Du sollst dir kein Bild machen von Gott“, das wäre die Erweiterung „Du sollst dir kein Bild machen vom Himmelreich“. Jeder , der das versucht, gerät in einen Widerspruch, wie das Jesus zeigen wollte.
    Anmerkung: Meine persönliche Meinung.

  41. Christian Hoppe,

    Ostergrußanwort am Ostersonntag,

    Bis jetzt bin ich nicht sachlich auf ihre rationalen Erklärungen religiöser Phänomene eingegangen.
    Da das Neue Testament eine Zeugenbekundung von Personen ist, die Jesus persönlich nicht gekannt haben, sind solche Erklärungen durchaus statthaft.
    Die zentrale Frage ist: gibt es einen Gott?
    Wenn Sie die mit Ja beantworten, dann wird es zweitrangig, ob das Neue Testament wörtlich zu verstehen ist, oder metaphorisch.
    Wer im Sinne Jesu handelt, benötigt keine Theologie mehr. Er handelt aus Liebe und damit richtig. Das ist die Botschaft Jesu.

    Wenn Sie die Frage nach Gott verneinen, dann können Sie aus dem Neuen Testament eine Ethik extrahieren , die jedem Agnostiker oder Atheisten gut tuen würde.

    Ein frohes Osterfest!

    • Die zentrale Frage ist: gibt es einen Gott?
      Wenn Sie die mit Ja beantworten, dann wird es zweitrangig, ob das Neue Testament wörtlich zu verstehen ist, oder metaphorisch.

      Aus konstruktivistischer Sicht ‚gibt es einen Gott‘, wenn ‚Gott‘ wie die ‚Existenz‘ (vgl. mit ‚es gibt‘) begrifflich oder oder als Konstrukt oder als (sozial sinnhaftes) Konzept gebildet vorliegen, jeweils von erkennenden Subjekten – und in der Menge in der Folge begrifflich / konzeptuell von diesen gepflegt werden.
      >:->

      Eine andere Frage wäre dann die empirische.
      Kann Gott nachgewiesen werden, ist er empirisch / skeptizistisch nachgewiesen, A: Njet.


      Einstein wie Spinoza (oder andersherum) oder Dr. Webbaer behalfen / behelfen sich hier mit dem Pantheismus [1], der (angemessen skeptizistisch womöglich) einiges offen lässt, agnostischerweise.

      Die Agnostik / der Agnostizismus kommen immer dann „gut in Frage“, bei metaphysischen Fragen dieser Art, wenn von erkennenden Subjekten, die ja Weltteilnehmer und keine Weltbetreiber sind, nicht angemessen gewusst werden kann.


      Hier – ‚Wenn Sie die mit Ja beantworten, dann wird es zweitrangig, ob das Neue Testament wörtlich zu verstehen ist, oder metaphorisch.‘ – also keine Zustimmung.
      (Das NT müsste wörtlich zu verstehen sein, auch aus der Sicht der Theologie der Römischen Kirche, allerdings sind / bleiben es eben (fehlbare) Zeugenbekundungen.
      ‚Metaphorisch‘ hier ranzugehen, gar grundsätzlich, müsste etwas -mit Verlaub!- für die (heute aus Sicht einiger oft) nihilistischen protestantischen Kräfte sein.)

      MFG
      Dr. Webbaer

      [1]
      Was es sicherlich gibt, ist eine Art Welt-Motor, denn einerseits ändern sich (auch physikalisch feststellbare) Zustände und andererseits ist diese Welt zumindest nicht umfänglich indeterministisch, so dass von Regeln, die auf Zustände angewendet werden, auszugehen ist.

  42. „Die zentrale Frage ist: gibt es einen Gott?“

    Exakt.

    Das ist die zentrale Frage. Und zwar die Frage aller Fragen. Die christliche Tradition hat hier allerdings die Behauptung zugefügt, dass Gott nicht nur als Schöpfer zu verstehen ist, sondern auch als Quelle des Guten, was natürlich ein Hammer ist, wenn man es einfach behauptet.

    Was denken Sie?

  43. fegalo,
    Gut und Böse sind Begriffe, also unserer Sprache zugeordnet. Gott steht außerhalb bzw. über der Sprache. Ihm kann man keine menschlich/moralischen Eigenschaften zuordnen.
    Das steht schon im Dekalog , Du sollst Dir kein Bild von Gott machen. Das beinhaltet auch die Vorstellung über Gott. Jeder Versuch führt zu einem logischen Widerspruch, den Atheisten gern benützen um Gott zu widerlegen.
    Was uns böse und falsch erscheint, kann im Sinne der Schöpfung durchaus berechtigt sein.
    Wenn wir uns allerdings auf Jesus beziehen, dann hat der klare Aussagen dazu gemacht.
    Wer nicht so gebildet ist, soll sich an seine Maxime halten, „Liebe Gott und liebe die Menschen, alles andere ordne sich dem unter“. Wer sich zutraut, die Gleichnisse zu deuten, der ist ein Leben lang damit beschäftigt. Nicht ohne Grund nennt man die Bibel das Buch der Bücher.
    Ihnen ein Frohes Osterfest

  44. Die zentrale Frage ist: gibt es einen Gott?

    Ist nicht eher die Frage: Glaube ich an einen Gott oder auch mehrere Götter (bzw. das Konzept von Göttlichkeit vs. Menschlichkeit)?

    Nach meiner Erfahrung endet jeglicher Versuch, rational über Religion(en) zu diskutieren an diesem Punkt: Kann ich glauben, dass es außerhalb unserer menschlich zu fassenden Kategorien etwas steuerndes, schaffendes, richtendes gibt, das nicht mit „Natur“ erklärbar ist.

    Jedenfalls stoße ich beim als Nicht-Glaubens-Befähigter beim gedanklichen Austausch an diesem Punkt regelmäßig an die Grenzen meines Verständnisses und vice versa die Glaubens-befähigten.

  45. @ bote 17

    Über die Frage der Eigenschaften Gottes und ob man solche definieren kann, haben sich im Mittelalter viele kluge Männer die Köpfe zerbrochen.

    Aber einiges steht doch fest: Die Aufforderung, Gott zu lieben, kann nur dann vertreten werden, wenn dieser Gott gut ist, das heißt, unser Vertrauen verdient. Im Verlangen nach göttlicher Gnade ist ja diese Hoffnung eingebaut.

    Ferner wunderte sich nicht erst Kant darüber, dass wir in uns ein moralisches Gesetz verspüren, eine Verpflichtung zum Guten, welche unserer Freiheit beigegeben ist. Sehr seltsam. (Die Parawissenschaft Evolutionspsychologie hat hier übrigens keine ernstzunehmende Aufklärung beigesteuert.)

    Woher das Gute kommt, ist in der Tat ein riesiges Rätsel, wenn man erkannt hat, dass unser Universum bis hin zu den schwarzen Löchern durchgängig von gefräßigem Räubertum bestimmt ist.

    Ich selbst bin übrigens kein Christ, habe mir aber jüngst das Vergnügen gemacht, das lateinische nicäno-konstantinopolitanische Credo auswendig zu lernen. So kann ich es spazieren führen und im Kopf drehen und betrachten. Ich muss zugeben, dass die Wucht dieser Zumutungen dazu gereicht, einen umzuwerfen. Die Vorstellung, dass in der darin geäußerten Hoffnung ein wesentliches Standbein unserer gesamten abendländischen Kultur besteht, taucht die Welt in ein Licht der Rätselhaftigkeit.

    Auch Ihnen noch ein schönes restliches Osterwochenende.

  46. fegalo,
    …woher das Gute kommt,
    Das Gute ist das Richtige in Bezug auf die Gattung Mensch.
    Menschen ohne Gemeinsinn töten sich , weil sie nicht erkennen, dass Menschen nur gemeinsam überleben können. Gemeinhin sagt man, der Mensch ist ein soziales Wesen. Also ist alles was die Gemeinschaft stärkt, richtig und gut, was ihr schadet, das ist falsch und schlecht.
    Die Gesetzbücher dieser Welt drücken genau diesen Sachverhalt aus.
    Die Religionen verfeinern diese Tatsache noch, indem sie das sozial Richtige als von Gott gewollt hinstellen. Wenn man den Dekalog als von Gott stammend ansieht, dann ist diese Auffassung richtig.
    Ob unser Gewissen jetzt eine Folge unserer Erziehung ist, oder ob es genetisch schon angelegt ist, weiß ich nicht.
    „Gott zu lieben“, finde ich auch nur bildhaft gemeint. Da Gott keine Person oder Sache ist, ist hier die Achtung, Respekt und Hingabe gemeint und die Achtung und Verantwortung über seine Schöpfung.
    Und da dieser Gott uns selbst geschaffen hat, hat er unser Vertrauen verdient.

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