Blog-Karneval der bedrohten Arten: alle Beiträge

Ich hatte vor einiger Zeit zu einem Blog-Karneval aufgerufen. Das ist eine Aktion für interessierte Blogger, die dann auf ihrem Blog einen Beitrag zum vom jeweiligen Veranstalter vorgegebenen Thema schreiben. Ich hatte mir dabei als großes Thema bedrohte Arten ausgesucht und war gespannt, was für Artikel bei diesem recht offen gehaltenen Thema entstehen. Und jetzt kann ich sagen, dass das ganz hervorragend funktioniert hat. Von exotischen Pflanzen über eben solche Tiere bis zu eigentlich ganz unspektakulären Tieren und zu einer politischen Beleuchtung war wirklich alles dabei. Es tauchten sogar "Zombie-Arten" auf…Im Folgenden werde ich eine kleine Übersicht über die veröffentlichten Beiträge geben.

In Ermangelung ausreichender Kenntnisse zu putzigen Fellträgern oder anderweitig spannenden Tieren hat sich Ali Arbia in seinem Blog Zoonpolitikon mit der Internationalen Walfang Kommission beschäftigt und deren Situation beleuchtet.

 

Die International Whaling Commission (IWC) ist eine relativ alte Institution. Sie wurde mit dem Internationalen Übereinkommen zur Regelung des Walfangs gegründet (International Convention for the Regulation of Whaling ICRW). Dieses Übereinkommen sollte nicht mit seinem Vorgängervertrag von 1937 verwechselt werden, dem Agreement zur Regelung des Wahlfangs (an diesen Feinheiten scheitern wohl meine Übersetzungskünste). Die Konvention hatte zum Ziel die Walbestände zu sichern. Dies war aber nicht primär zum Wohle der Tiere. Es ging darum eine nachhaltige Bewirtschaftung der Bestände für die Walfangindustrie zu garantieren.

 

Martin Ballaschk sorgt sich in seinem Blog Detritus über die Zukunft der Banane und erläutert in seinem Beitrag die potentiellen Gefahren, aber auch die Chancen, damit uns die Banane erhalten bleibt.

 

Die Verfügbarkeit des Deutschen zweitliebsten Obstes, der Banane, könnte in ein paar Jahren keine Selbstverständlichkeit mehr sein, denn die Pflanze wird in den Erzeugerländern von desaströsen Krankheiten heimgesucht. Die Kultivierung von Bananen in der derzeitigen Form steht vor dem Aus. In vielleicht 10 oder 20 Jahren wird man viele der heute verwendeten Bananensorten nicht mehr anbauen können. Die Suche nach einem Ersatz verlief bislang erfolglos.

 

Liliana stellt in ihrem Blog Pegasus Traum, die Frage nach dem Sinn des Arterhalts, wird hier noch teilweise ein sehr großer Aufwand betrieben. Und müssen wir eigentlich auch all die Haustierrassen erhalten, die die Menschen früher genutzt haben? Viele spannende Fragen, die geradezu zu einer Diskussion einladen.

 

Wovor man sich hierbei gerne drückt, ist die Frage ob man jede Art unbedingt erhalten muss oder wann es sinnvoll ist, sie gehen zu lassen. Dabei spielen nicht nur die zu investierende Arbeit oder Geld eine Rolle – zu kleine Populationen sind von Inzuchtdepression und ihren Folgen bedroht.
Außerdem: Warum wollen wir Tierarten überhaupt erhalten? Weil sie hübsch aussehen? Um sie für die Nachwelt zu bewahren oder weil sie für uns von Nutzen sind?

 

Lars Fischer klärt uns in seinem Fischblog darüber auf, dass es in der Vergangenheit durchaus Arten gab, die als ausgestorben galten und dann doch wieder aufgetaucht sind – wie immer in seiner ganz besonderen Art…

 

Zu Beginn gibt es von der fraglichen Tierart noch einen ganzen Haufen Individuen, doch werden es immer weniger. Irgendwann kommt sie auf die berühmte Rote Liste und bald hört man gar nichts mehr von ihr. War’s das? Wieder 50 Punkte für die Menschheit im Evolutions-Egoshooter? Erstaunlicherweise nicht immer. Über ein Drittel aller Säugetierarten, die als verloren galten, ist irgendwann wieder aufgetaucht, darunter durchaus große Arten wie der Guadalupe-Seebär, die eigentlich gar nicht so einfach zu übersehen sind.

 

Moritz stellt in seinem Sockenblog den Riesenstachelrochen vor, dem Überfischung und Sportangler das (Über)leben schwer machen.

 

Der Riesenstachelrochen wird bis zu zwei Meter groß und kann ein Gewicht von bis zu 600 Kilogramm erreichen. Er lebt vorwiegend in thailändischen Flüssen, ist jedoch auch in Indonesien sowie in der Umgebung Malaysias anzutreffen. Dabei hält er sich hauptsächlich im sandigen oder schlammigen Grund des Wassers auf, wo er sich von den dort lebenden Fischen, Krabben und anderen Krustentieren ernährt. An seinem Schwanz hat er einen auch für Menschen tödlichen Stachel.

Exotische Tiere und Pflanzen – das ist natürlich alles sehr spannend. Dabei ist es gar nicht unbedingt nötig, so weit auszuholen. Stefanie Reinberger genügte wohl ein Blick aus dem Fenster, hat sie sich in ihrem Blog Science and the City doch für den Spatz entschieden.

  Noch gibt es Spatzen in rauhen Mengen, sollte man meinen: Zwischen 5,5 und 11 Millionen Vertreter des Haussperlings (Passer domesticus) flattern durch die Bundesrepublik, beim Feldsperling (Passer montanus) sollen es 1 bis 1,6 Millionen sein. Trotzdem sind Tierschützer alarmiert: Denn der Bestand ist rückläufig – so stark dass die Flattermänner auf der Vorwarnliste zur Roten Liste gelandet sind. Diese so genannte Kategorie V zählt Arten auf, die derzeit noch nicht gefährdet sind, deren Bestände aber merklich zurück gehen.

Gunnar Ries, unsere studierte Steinlaus, rückt in seinem Beitrag den Tiger und dessen ebenfalls recht prekäre Situation ins Licht der Öffentlichkeit seines Blog Mente et Malleo. Dabei lässt er auch nicht die wichtige Kostenfrage des Tigerschutzes außer Acht.

 

Vermutlich leben kaum noch 3500 Tiger in freier Wildbahn, und mit guter Wahrscheinlichkeit sind von ihnen nur noch rund 1000 Weibchen im gebärfähigen Alter. Das ist die Lage, in der (ausgerechnet im chinesischen Jahr des Tigers und im Internationalen Jahr der Biodiversität), im November in Russland die Vertreter von 13 „Tigerstaaten“ zusammentreffen, um über den Schutz der Raubkatze zu diskutieren. Und darum habe ich mir den Tiger für den Blog Karneval „Bedrohte Arten“ ausgesucht. Die große Raubkatze stellt für mich einen Schlüssel dar. Können wir Menschen mit großen Raubtieren auf unserem Planeten zusammenleben? Können wir auf Voodoo-Medizin verzichten, welche Lebewesen zu angeblichen Medizinprodukten erklärt? Und wie viel sind wir, die doch immerhin weltweit einige Milliarden Dollar in die Rettung von Banken gesteckt haben, bereit auszugeben, für eine schöne Raubkatze? 

 

Und am Ende wäre da noch meine Wenigkeit, der "Chef" der Aktion. Zugegeben, ich wollte nicht schon wieder über Nashörner bloggen, obwohl ich große Lust hatte. Also habe ich mir das rätselhafte Dahinscheiden einer bestimmten Lachspopulation – des Thompson-River Silberlachses – ausgesucht. Allerdings ließ mich die Untersuchung nicht besonders zufrieden zurück…

 

Zwischen 1988 und 2000 brach die Population des Thompson River-Lachses um ganze 90% ein, womit er zu Kanadas meist gefährdetem Lachs wurde. 1998 wurde den Westküsten-Fischern ein Moratorium erteilt, damit sich die Population erholen konnte. Aber genau das passierte eben nicht, weshalb die kanadische Regierung kurz darauf eine Untersuchung einleitete, um herauszufinden, was dem Lachs so zusetzte. Die Untersuchung lief über drei Jahre von 2004 bis 2006. In dieser Zeit wurden jährlich mit Sendernversehende Junglachse am Spius Creek und im Coldwater River ausgesetzt und dann ihre Spur verfolgt. Auf der Karte sind die Punkte der "Freilassung" und die geschwommenen Wege aufgezeichnet. 

 

Veröffentlicht von

Wissenschafts- und Agrarblogger seit 2009 – eher zufällig, denn als „Stadtkind“ habe ich zur Landwirtschaft keine direkten Berührungspunkte. Erste Artikel über Temple Grandin und ihre Forschungen zum Thema Tierwohl wurden im Blog dann allerdings meiner überwiegend ebenfalls nicht landwirtschaftlichen Leserschaft derart positiv aufgenommen, dass der Entschluss zu einer stärkeren Beschäftigung mit der Landwirtschaft gefallen war. Auch spätere Besuche bei Wiesenhof und darauf folgende Artikel konnten die Stimmung nicht trüben. Seit 2015 schreibe ich auch gelegentlich für das DLG-Blog agrarblogger.de, teile meine Erfahrung in der Kommunikation als Referent und trage nebenbei fleißig weitere Literatur zum Thema Tierwohl zusammen. Auf Twitter bin ich unter twitter.com/roterhai unterwegs.

6 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Karenval

    Also, die Überschrift des Artikels kann Sören noch von Karenval in Karneval äündern, das macht nichts. Aber bloß nicht den Slug ändern. Damit würde der URL des Artikel verändert und somit ein toter Link erzeugt.

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